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Merkmale guten Unterrichts

Hausarbeit 2012 18 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung – Was ist guter Unterricht?

2. Merkmale guten Unterrichts
2.1 Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer
2.2 Merkmale guten Unterrichts nach Andreas Helmke

3. Guter Unterricht

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Bildverzeichnis

1. Einleitung – Was ist guter Unterricht?

Als angehende Lehrerinnen und Lehrer stellt sich uns die Frage was „guter Unterricht“ denn eigentlich ist.

Die Anforderungen und der Druck sind gewachsen: Die Aufgabe eines Lehrers besteht in mehr als der Vermittlung von Wissen. Wir haben einen Erziehungsauftrag. Den Auftrag aus unseren Schülerinnen und Schülern* nicht nur fach-kompetente Menschen zu machen.

Nein, nach § 4 Abs. II Nr. 3 SchulG hat die Schule und somit der Lehrer, als für die Institution Schule handelnde Instanz, den Auftrag den Schülern „zu der Fähigkeit zu verhelfen, in einer sich ständig wandelnden Welt ein erfülltes Leben zu führen“.

Gemäß dem oben genannten Gesetzestext soll erreicht werden, dass Schüler Verantwortung im privaten, öffentlichen und familiären Leben übernehmen sollen.

Schüler sollen in der Schule auf das Leben und die Arbeitswelt vorbereitet werden.

Lehrer sollen historische und wirtschaftliche Zusammenhänge vermitteln, das Umweltbewusstsein stärken.

Gemäß § 4 Abs. II Nr. 4 SchulG sind Bildungswege unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Situiertheit, für alle Schüler gleich zu gestalten. Ich als Lehrer bin also dazu verpflichtet ein gutes Vorbild diesbezüglich zu sein und auch dazu, meine Schüler weltoffen, zu Akzeptanz und Gleichberechtigung von anderen zu erziehen.

Allerdings ist es für viele Lehrer schon eine Herausforderung nur den Lernstoff in der dafür vorgegeben Zeit zu vermitteln.

Gerade für angehende Lehrer, wie Studenten im Praktikum oder Lehrer in Ausbildung, ist es eine Herausforderung „guten Unterricht“ zu gestalten.

In dieser Arbeit werde ich mich des Weiteren mit den Gütekriterien für guten Unterricht von Hilbert Meyer und Thomas Helmke beschäftigen, die mit ihren Merkmalen einen Leitfaden für angehende Lehrer, sowie natürlich auch „alte Hasen“ geben wollen.

Zunächst werde ich die verschiedenen Merkmale beider Autoren genauer beschreiben, sie dann miteinander vergleichen und Gemeinsamkeiten, sowie Unterschiede darstellen. Zuletzt werde ich dann die Definitionen guten Unterrichts beider Autoren vorstellen.

2. Merkmale guten Unterrichts

Hilbert Meyer sowie Andreas Helmke definieren fächerübergreifende Merkmale guten Unterrichts.

Hierbei weisen beide ausdrücklich darauf hin, dass ihre Gütekriterien konzeptneutral sind, es also keine Rolle spielt, ob der Unterricht lehrerzentriert oder offen gestaltet ist.[1] Außerdem sind diese Merkmale kein Rezept, keine Garantie für „den einen perfekten“ Unterricht. Es handelt sich bei diesen Merkmalen eher um Orientierungshilfen, um Variablen, die voneinander abhängig sind, sich gegenseitig beeinflussen und Mängel an einer Stelle durch starke Ausprägung einer anderen Variablen ausgeglichen werden können.[2]

2.1 Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer

Die zehn Gütekriterien für guten Unterricht sind nach Hilbert Meyer

- Klare Strukturierung des Unterrichts
- Hoher Anteil echter Lernzeit
- Lernförderliches Klima,
- Inhaltliche Klarheit,
- Sinnstiftendes Kommunizieren,
- Methodenvielfalt,
- Individuelles Fördern,
- Intelligentes Üben,
- Transparente Leistungserwartungen
- Vorbereitete Umgebung.[3]

Unter klarer Strukturierung des Unterrichts versteht man nach Meyer einen Unterricht, der so strukturiert ist, dass sich für Lehrer wie Schüler gleichermaßen ein roter Faden durch die Unterrichtsstunde zieht.

Dieser „rote Faden“ bezieht sich, wie alle anderen Merkmale auch, nicht ausschließlich auf den Inhalt des Unterrichts. Nein, die klare Strukturierung muss in jedem unterrichtlichem Handeln zu erkennen sein.

Schon hier wird deutlich, dass die Merkmale sich gegenseitig beeinflussen, ineinander übergehen und voneinander abhängig sind. Die Ziele, Inhalte und Methoden müssen aufeinander abgestimmt sein, der methodische Gang, also die Selbstverständlichkeit mit der sich der zweite Schritt aus dem ersten ergibt, muss gegeben sein. Ein einfaches Beispiel hierfür ist wohl der chronologische Ablauf im Geschichtsunterricht. Das macht Sinn, denn so können die Schüler die Entwicklung erkennen und kein Lehrer würde hier je auf die Idee kommen, die Reihenfolge der Themen willkürlich zu bestimmen. Die einfachste und weit verbreitetste Methode um beim lehrerzentrierten Unterricht einen Überblick zu behalten ist wohl auch der methodische Grundrhythmus „Einstieg/Erarbeitung/Ergebnissicherung“. Je offener der Unterricht gestaltet ist, desto wichtiger wird die Struktur. Zur Klarheit gehört vor allem die eindeutige Aufgabenstellung. Aber auch Regel- und Rollenklarheit sind wesentliche Punkte.

Eine intelligente Unterrichtsvorbereitung, informierende Unterrichtseinstiege und Rituale im Unterricht sind weitere Möglichkeiten um dem Unterricht zu mehr Klarheit zu verhelfen.

Wichtig ist es, Freiräume zu lassen, damit die Schüler lernen, selbstständig strukturiert zu arbeiten.[4]

Einen hohen Anteil echter Lernzeit erzielt man dann, wenn man Organisatorisches, Disziplinarmaßnahmen oder Störungen des Unterrichts vermeidet.

Auch das Erbringen von Leistungsnachweisen, etwa Klassenarbeiten oder Tests, sind nicht Teil der echten Lernzeit. Um Zeit zu erhalten, ist es außerdem wichtig pünktlich zu sein, für Schüler, sowie natürlich auch den Lehrer. Aber die Devise lautet nicht nur „Zeit sparen“. Es geht bei diesem Kriterium nicht darum, möglichst straff den zu behandelnden Lernstoff zu vermitteln, sollte dies auf einem solchen Wege überhaupt möglich sein. Nein, es geht vor allem darum, die Zeit so gut zu managen, dass alle Schüler in ihrem Tempo lernen können, dass an besonders wichtigen oder schwierigen Inhalten das Tempo verlangsamt werden kann und Pausen, die überaus wichtig sind, eingelegt werden können. Um auch hier wieder das Zusammenspiel der einzelnen Merkmale deutlich zu machen, möchte ich darauf hinweisen, dass auch Rituale am Anfang oder am Ende der Stunde zu einem guten Zeitmanagement, sowie natürlich auch zur Strukturiertheit oder auch zur Stärkung der Klassengemeinschaft beitragen können.[5]

Lernförderliches Klima beschreibt die Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler, sowie die Beziehungen zwischen den Schülern untereinander.

Ein lernförderliches Klima lässt sich an einem respektvollen Umgang miteinander, an einer Klassengemeinschaft und/oder Schüler-Lehrer-Beziehung erkennen, in der gegenseitige Achtung herrscht und niemand Angst vor einer Demütigung haben muss. Weder im Bereich der schulischen Leistungen, noch auf Privates bezogen.

Verlässlichkeit, die sich durch die Einhaltung von Regeln und Abmachungen zeigt, stärkt den Klassenzusammenhalt und wirkt sich positiv auf das Arbeitsverhalten aus, denke man nur einmal an die Hausaufgaben.

Verantwortung für sich und andere zu übernehmen stärkt die Klassengemeinschaft und korrespondiert eng mit dem Respekt. Denn wenn meinen Schülern klar ist, dass ihr Handeln nicht nur ihr eigenes Lernen beeinflusst, zum Beispiel ein „Störenfried“ merkt, dass er mit seiner Art auch seine Mitschüler stört und er respektvoll und verantwortungsbewusst handelt, wird er solche Störungen des Unterrichts vielleicht zukünftig unterlassen, was auch ihm selbst zugutekommen wird.

Gerade von der Lehrerseite wird Gerechtigkeit den Schülern gegenüber erwartet. Sei es beim Drannehmen im Unterricht, dem Benoten von Klassenarbeiten oder der Zeit, die ein Lehrer aufwendet, um sich einem einzelnen Schüler zuzuwenden.

Fürsorge, Authentizität, demokratischer Unterricht, also das Recht zur Mitbestimmung, sei es nun auf den Unterricht, die Sitzordnung oder die Planung eines Ausflugs bezogen, sind ebenfalls wichtige Punkte, die eine starke Schüler-Lehrer-Gemeinschaft fördern.[6]

[...]


* Der Kürze und Einfachheit halber wird im Folgenden der Arbeit nur die männliche Form genannt. Gemeint sind natürlich immer Lehrerinnen und Lehrer, sowie Schülerinnen und Schüler.

[1] Vgl.: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? 6. Auflage Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG 2010 S. 9 Vgl.: URL: http://www.bildung.koeln.de/imperia/md/content/selbst_schule/downloads/andreas_helmke_.pdf Stand: 10.01.2012 S. 5

[2] Vgl.: URL: http://www.bildung.koeln.de/imperia/md/content/selbst_schule/downloads/andreas_helmke_.pdf Stand: 10.01.2012 S. 5

[3] Vgl.: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? 6. Auflage Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG 2010 S. 17/18

[4] Vgl.: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? 6. Auflage Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG 2010 S. 25 ff.

[5] Vgl.: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? 6. Auflage Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG 2010 S. 39/40 u. 45/46

[6] Vgl.: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? 6. Auflage Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG 2010 S. 47, 53/54

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656117797
ISBN (Buch)
9783656146957
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188104
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
Schlagworte
Merkmale guten Unterrichts Hilbert Meyer

Autor

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Titel: Merkmale guten Unterrichts