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Welternährungssituation - Hunger in der Welt

Hausarbeit 2009 17 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Hunger ?

3 Bestandsaufnahme
3.1 Unterernährung
3.2 Menschenrecht auf Nahrung
3.3 Millennium Development Goals
3.4 Welthungerindex

4 Hunger hat viele Ursachen

5 Ansätze zur Lösung des Hungerproblems

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

Das Thema “Hunger in der Welt“ scheint nie an Aktualität zu verlieren, denn in den letzten zehn Jahren hat sich die Situation nur geringfügig verändert. So sinken die Zahlen der Unterernährten in Asien und Südamerika, steigen jedoch in Subsahara-Afrika weiter an, obwohl sich viele Staaten zur Verbesserung der Hunger- und Lebenssituation verpflichtet haben und verschiedene Rechte und Ziele von bedeutenden Organisationen formuliert wurden. Entwicklungsprogramme und Nahrungsmittelhilfe sollen die Hungersituation entschärfen, in die Menschen aus Armut oder aufgrund der Wirtschaftskrise folgendem Preisanstieg für Lebensmittel geraten sind. Diese Programme setzen nicht nur bei Lebensmittellieferungen an, sondern versuchen, die Potenziale zur Selbsthilfe zu stärken, um eine Entwicklung im betroffenen Land voranzubringen und es nicht abhängig zu machen.

Abbildungsverzeichnis

Abb1: Angebotsrückgang verändert Gleichgewicht

Abb2: FAO Nahrungsmittelpreisindex

Abb3: FAO Nahrungsmittelpreisindex verschiedener Nahrungsmittelgruppen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Anzahl unterernährter Menschen in Millionen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit findet sich eine Vielzahl von Spendenaufrufen in den Medien, die unter anderem von Organisationen ausgehen, die sich die Reduzierung des Hungers in der Welt als Ziel gesetzt haben. Auch die aktuelle Weltwirtschaft- und Finanzkrise gibt Anlass, sich mit den Problemen der ärmsten Menschen der Welt auseinanderzusetzen. Aber warum verliert der Hunger in der Welt nie an Aktualität? Und wie sieht die derzeitige Situation überhaupt aus? Das Problem ist vielseitig und stellt eine große Herausforderung für die Gemeinschaft dar.

2 Was ist Hunger ?

Hunger ist nicht greifbar und schlecht zu messen, da er eine persönliche Empfindung ist, die unterschiedlich definiert wird. Hunger ist im engeren Sinn ein physiologisches Allgemeingefühl, das den Menschen zur Nahrungsaufnahme veranlasst (Brockhaus, 2001). Anderson meint, Hunger ist eine schmerzhafte Empfindung, die durch das Fehlen von Nahrung hervorgerufen wird und das Fehlen des Zugangs zur Nahrung bedeutet, der immer wiederkehrt und nicht freiwillig ist (Anderson, 1990, S. 1598).

Diese generelle Beschreibung kann weiter differenziert werden. Kracht teilt Hunger in drei verschiedene Kategorien ein:

1. Chronische und regelmäßig wiederkehrende Unterernährung größtenteils infolge von mangelhaftem Zugang zu Nahrung mehrerer Bevölkerungsgruppen
2. Protein-Energie-Mangelernährung besonders bei Müttern und Kleinkindern, ausgelöst durch eine Kombination von Faktoren, wie Bildung, Hygiene, Gesundheit, Nahrungsqualität und -quantität. Besonders entscheidend ist die Versorgung von Kindern vor der Geburt bis zum zweiten Lebensjahr. Wird der Bedarf nicht gedeckt, kann es zu Unterentwicklung, geistiger Fehlentwicklung, hoher Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und Tod kommen. Ernährungsdefizite bei Kleinkindern können später nicht mehr aufgeholt werden.
3. Mikronährstoffmangel mit Folgen für die Gesundheit und Entwicklung. Diese Form des Hungers wird auch „versteckter Hunger“ genannt.

Beispiele sind Vitamin A-Mangel, Jodmangel oder Anämie infolge eines Eisenmangels (Kracht, 2005, S. 67), (WHI, 2008, S. 27).

3 Bestandsaufnahme

Im Folgenden werden die Entwicklung der Unterernährung und Maßnahmen zu ihrer Messung und ihrer Bekämpfung aufgezeigt.

3.1 Unterernährung

Es fällt auf, dass sich die Anzahl der Unterernährten weltweit kaum verändert hat, es gibt jedoch große Veränderungen innerhalb einiger Bereiche der Erde. Zwischen 1990 und 2005 sank die Zahl der Unterernährten in Asien um knapp 7 % und in Südamerika um knapp ein Fünftel von 35,8 Millionen auf 28,8 Millionen. Ein umgekehrter Trend zeigt sich in Subsahara-Afrika. Dort stieg der Anteil der unterernährten Bevölkerung um circa ein Viertel von 168,8 auf 212,1 Millionen.

Tabelle 1 Anzahl unterernährter Menschen in Millionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: faostat

An dieser Entwicklung ist deutlich zu erkennen, dass das Ziel der Reduzierung der Anzahl der Hungernden um die Hälfte bis 2015, wie es während des World Food Summit und des UN- Millennium Gipfeltreffens formuliert wurde, nicht erreicht werden wird. Dies könnte nur gelingen, wenn jährlich 22 Millionen Menschen von Hunger befreit würden. (Kracht 2005, S. 69)

3.2 Menschenrecht auf Nahrung

In der Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948 wurden 30 Artikel verfasst, die die allgemein gültigen Menschenrechte festlegen sollten (Amnesty International, 2009). In dieser Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird in Artikel 25 unter anderem festgelegt, dass jeder Mensch ein Recht auf Nahrung hat (Fian, 2009).

Auf dem World Food Summit 1996 in Rom, der auf Einladung der FAO der UN stattfand und an dem 185 Repräsentanten von Staaten und verschiedenen Organisationen teilnahmen, wurde nochmals bestärkt , dass jeder Mensch Zugang zu sicherer Nahrung haben solle und die Möglichkeit haben soll, frei von Hunger leben zu können.

Im „World Summit Plan of Action“ wurden Schritte zur Erreichung dieses Ziels festgehalten. Die Rate der Unterernährten soll bis 2015 von 800 Millionen auf 400 Millionen halbiert werden.

Es soll sichergestellt werden, dass die Menschen, die heute Zugang zu Nahrung haben, auch in Zukunft darüber verfügen können.

Der Zugang zum steigenden Nahrungsangebot soll allen Menschen ermöglicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind der politische Wille zur Lösung der ausstehenden Probleme und eine gesetzliche Festschreibung der Menschenrechte notwendig. Denn nur wenn die Menschenrechte gesetzlich verankert und weltweit gültig sind, können Staaten für eine Verletzung zur Verantwortung gezogen werden (Kracht, 1999, S. 329-330).

3.3 Millennium Development Goals

Im Jahre 2000 haben mehrere Staatsoberhäupter und Regierungen die Entwicklungserklärung angenommen, in der auch die Millennium Development Goals (MDGs) aufgeführt sind, und sich verpflichtet, die Ziele bis 2015 zu erreichen .

Auch hier wird als eine Grundvoraussetzung zur Erreichung der acht in den MDGs festgeschriebenen Ziele eine Verpflichtung zur Einhaltung der Menschenrechte angesehen (UN, 2009).

Folgende Ziele wurden formuliert:

Ziel 1: Extreme Armut und Hunger auslöschen

Dies soll durch eine Halbierung der Zahl der Menschen, die von weniger als 1 $ am Tag leben, und der Zahl der Hungernden bis 2015 und durch Schaffung produktiver Erwerbstätigkeit für alle, auch Frauen und Jugendliche, erreicht werden.

Ziel 2: Erreichen einer weltweiten grundlegenden Schulbildung

Bis 2015 soll sichergestellt sein, dass jedes Kind geschlechtsunabhängig die Grundschule durchlaufen kann.

Ziel 3: Förderung der Gleichberechtigung und Erhöhung der Teilhabechancen von Frauen durch eine Beseitigung des Geschlechtermissverhältnisses in Grund- und weiterführenden Schulen bis 2005 und allen weiteren Bildungsstufen bis spätestens 2015.

Ziel 4: Reduzierung der Kindersterblichkeit

Zwischen 1990 und 2015 soll die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen um [2]/3 reduziert werden.

Ziel 5: Verbesserung des Gesundheitszustandes von Müttern

Die Rate der Müttersterblichkeit soll zwischen 1990 und 2015 um [3]/4 reduziert werden, indem bis 2015 weltweit der Zugang zu Gesundheitsmaßnahmen während der Schwangerschaft ermöglicht werden soll.

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

Bis 2015 soll die Ausbreitung von HIV/AIDS gestoppt und die Krankheit zurückgedrängt werden und die Ausbreitung von Malaria und anderen Seuchen gestoppt sowie ihre Ausbreitungsgebiete/Risikogebiete verkleinert werden.

Ziel 7: Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit

Einführung der Prinzipien nachhaltiger Entwicklung in politische Programme und Verminderung des Abbaus/Verlusts natürlicher Ressourcen. Bis 2010 eine deutliche Verringerung der Rate des Biodiversitätsverlusts und bis 2015 eine Halbierung des Anteils der Weltbevölkerung ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegender sanitärer Versorgung. Das Leben von mindestens 100 Millionen Menschen, die in Slums leben, soll bis 2020 deutlich verbessert werden.

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Partnerschaft für Entwicklung

Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der am geringsten entwickelten Länder, der Binnenländer und kleiner wenig entwickelter Inselstaaten.

Entwicklung eines offenen, regelbasierten, vorhersehbaren und nicht diskriminierenden Handels- und Finanzsystems.

Bereitstellen von erreichbaren, erschwinglichen, lebensnotwendigen Medikamenten in Entwicklungsländern in Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie.

In Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor sollen die Vorteile neuer Technologie, besonders Informations- und Kommunikationstechnologie, für alle erreichbar sein (United Nations Department of Economic and Social Affairs, 2008).

Im September 2005 fand eine UN-Vollversammlung in New York statt. Bei diesem Millennium +5-Gipfel wurden die Ziele nach langen Verhandlungen lediglich bestärkt, aber keine konkreten Vorschriften für ihre Umsetzung innerhalb der Staaten beschlossen (Fian, 2009).

Die klare Auflistung der Ziele unterstreicht ihre Wichtigkeit und kann vermehrt öffentliche Unterstützung mobilisieren. Allerdings ist die Zielerreichung vom Willen aller Beteiligten abhängig. Die Kosten, die bei der Verwirklichung anfallen, sind über die 15 Jahre gesehen verhältnismäßig gering, aber Erfolge sind dennoch wichtig, um weitere Spender zu überzeugen. Gutes Management und angepasste Investitionen ermöglichen es afrikanischen Gemeinden zu wachsen. Aber kleine ländliche Dörfer fungieren lediglich als Muster für den möglichen Erfolg und erwecken in der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck. Sie sind Potemkinsche Dörfer, die von Fernsehteams und Spendern während spezieller Kampagnen besucht werden.

Im Zusammenhang mit dem Millennium-Projekt wurde eine Shopping-list erstellt, die wichtige, sich während der Entwicklung ergebende, Kosten auslässt. Im Bereich Medizin werden kleinere Krankheiten und ausgebildetes Personal, das dokumentiert und Patienten überwacht, ausgelassen. Im Bereich der Bildung werden die Kosten für die Ausbildung zusätzlich benötigter Lehrer, die selbst von anderen Lehrern durchgeführt wird, unterschätzt. Außerdem findet die Pflege der Schulgebäude in den Kalkulationen keine Beachtung. Zudem betrachtet der Shopping-list-Ansatz Preise als gegeben, obwohl es während Entwicklungsprojekten einen erhöhten Bedarf an geschultem Personal und anderen Faktoren gibt und die daraus resultierende Verknappung in bestimmten Regionen die Preise steigen lässt.

Asien demonstriert überzeugend, dass Wachstum die Lösung für Armutsprobleme ist. Dort startet das Wachstum in urbanen Siedlungen, die Arbeitskräfte aus der Umgebung beschäftigen. Die Arbeitsintegration führt zur industriellen Expansion in die weniger gut geführten Bezirke, aus denen die Arbeiter kommen. Die MDGs können wegen ihrer Komplexität nicht einfach mit Regeln und klaren Effekten umgesetzt werden. Wie in Asien kann Entwicklung ihren Anfang finden, wenn Regierungen die richtigen Impulse geben, ohne jede Einzelheit steuern zu wollen. (Keyzer und van Wesenbeek, 2007)

3.4 Welthungerindex

Der Welthungerindex (WHI) wurde vom International Food Policy Research Institute entwickelt. Der Index beschreibt seit 1990 die Ernährungssituation eines Landes. Er setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

1. Der Anteil der Unterernährten in der Bevölkerung
2. Der Anteil der Kinder unter fünf Jahren mit Untergewicht
3. Der Anteil der Kinder, die vor Erreichen des fünften Lebensjahres sterben

Die Berechnung erfolgt mit prozentualen Werten, die alle gleich gewichtet werden (WHI, 2008, S. 34).

Es können sich WHI-Werte von 0 bis 100 ergeben. Allerdings sind extreme Werte wie 0 oder 100 sehr unwahrscheinlich, da 0 bedeuten würde, dass 0 Prozent der Bevölkerung untergewichtig sind und kein Kind unter fünf Jahren stirbt. Andersherum würde ein Index von 100 bedeuten würde, dass die gesamte Bevölkerung untergewichtig ist und alle Kinder unter fünf Jahren sterben.

Bei einem Wert <4,9, herrscht wenig Hunger, bei einem WHI von 5,0 bis 9,9 hungert die Bevölkerung mäßig. Die Lage ist ernst bei einem WHI zwischen 10,0 und 19,9. Als sehr ernst wird das Hungerproblem bei einem WHI von 20,0 bis 29,9 angesehen. Wenn der WHI über 30 liegt, ist die Lage gravierend (WHI 2008, S. 8).

4 Hunger hat viele Ursachen

Armut führt zu einer schlechten Ernährungssituation, da arme Menschen kaum Zugang zu Nahrung haben. Dadurch sind sie nicht in der Lage zu arbeiten und somit schließt sich der Teufelskreis der Armut, (WHI, 2009, S. 19) in dem Armut Hunger und Hunger Armut bedingt. 485 Millionen Menschen leben unter der Armutsgrenze, sie haben 0,75 bis 1 US$ am Tag zur Verfügung. Als arm gelten 323 Millionen Menschen, deren Einkommen zwischen 0,5 und 0,75 US$ am Tag beträgt und 162 Millionen „sehr arme“ Menschen leben von weniger als 0,5 US$ am Tag (WHI 2008, S. 19 nach Ahmed et al. 2007)

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Details

Seiten
17
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656116103
ISBN (Buch)
9783656116462
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187964
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2,7
Schlagworte
welternährungssituation hunger welt

Autor

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Titel: Welternährungssituation - Hunger in der Welt