Lade Inhalt...

Der Advanced Planner and Optizmizer (APO) von SAP

Einsatzmöglichkeiten und Grenzen für das Supply Chain Management

Hausarbeit 2011 21 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Advanced Planner and Optimizer von SAP
2.1 Supply Chain Cockpit (SCC) 4 2.2Demand Planning(DP)
2.3 Supply Network Planning (SNP)
2.4 Production Planning (PP) und Detailed Scheduling (DS)
2.5 Deployment und Transport Load Builder (TLB)
2.6 Transport Planning (TP) und Vehicle Scheduling (VS)
2.7 Available to Promise (ATP)

3. Erfolge in der praktischen Anwendung des APO
3.1 Colgate-Palmolive
3.2 Goodyear Tire & Rubber Company
3.3 Porsche
3.4 Fischer Befestigungssysteme

4. Fazit

Quellenverzeichnis

Vorgegebene Literatur

Selbst recherchierte Literatur (vor 2009)

Selbst recherchierte Literatur (2009-2011)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: „Modellierung der Supply Chain in SAP APO“, in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 272, 2010, S. 74

Abbildung 2: „Zeitlich basiertes Funktionsmodell“, in: Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, in: Wenger, W., Geiger, M.J., Kleine, A. (Hrsg.), Business Excellence in Produktion und Logistik, Wiesbaden, 2011, S. 292

Abbildung 3: „Der PP/DS Planungsprozess“, in: Das Wirtschaftsstudium, Heft 7, 2010, Vol. 39, S. 954

1. Einleitung

Die Anforderungen an Wirtschaftsuntemehmen, die sich in der heutigen globalisierten Welt behaupten wollen, sind gestiegen. Besonders sind es die höheren Leistungserwartungen anspruchsvoller gewordener Kunden, die es zu vereinbaren gilt, mit steigenden Kosten und einer Unternehmensumwelt, die von Konkurrenzdruck und Wettbewerbsfähigkeit geprägt ist. Dabei sind einzelne Unternehmen jedoch nicht länger auf sich alleine beschränkt zu betrachten, sondern vielmehr wirken sich Erfolg und Misserfolg auch auf andere Unternehmen innerhalb einer Supply Chain (SC) aus.[1] Während daher früher der Fokus auf der Optimierung einzelner logistischer Funktionen innerhalb eines Unternehmens lag, liegt er heute aufgrund des Supply Chain Management (SCM) Ansatzes auf der Gruppierung logistisch ähnlicher Produkte zu einer Supply Chain und deren ganzheitlicher Optimierung[2]. Eine solche Optimierung lässt sich jedoch nur „durch einen hohen Informationsgrad erreichen, der den Einsatz von SCM-Software und die Verknüpfung mit innerbetrieblich eingesetzten Enterprise-Ressource-Planning (ERP)-Systemen bedingt.“[3]

Aus diesem Grund bieten nahezu alle auf dem Markt vertretenen ERP-Software Hersteller auch SCM-Lösungen an. So auch der weltweite Marktführer SAP mit seinem Advanced Planner and Optimizer (APO), der auch im deutschen Sprachraum einen deutlich höheren Marktanteil als der Wettbewerb hat.[4] [5]

Im Rahmen der Hausarbeit soll nun untersucht werden, ob sich der APO von SAP dazu eignet, Lieferketten hinsichtlich des SCM Ansatzes zu optimieren, bzw. diesen Prozess zu unterstützen und wo eventuelle Grenzen der Software zu finden sind. Dabei wird zunächst die Funktionsweise des APO theoretisch beschrieben, bevor danach anhand von Unternehmensbeispielen aus der Praxis eine erste Bewertung stattfindet. Abschließend werden die gesammelten Erkenntnisse hinsichtlich Einsatzpotential und Grenzen nochmals zusammengetragen, um die Software abschließend einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

2. Der Advanced Planner and Optimizer von SAP

Der APO ist der Hauptbestandteil der SCM-Lösung von SAP, die insgesamt aus drei Komponenten besteht:

- Advanced Planner and Optimizer (APO)
- Business to Business Procurement (B2B Procurement)
- Logistics Execution System (LES)[6]

Der APO enthält hierbei sämtliche Funktionen zur betriebsinternen und überbetrieblichen Planung der kompletten Logistikkette, sowie die Möglichkeit, die zugehörigen Abläufe zu steuern und zu kontrollieren. Das B2B Procurement soll dabei die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen elektronisch unterstützen, während das LES für die wirtschaftliche Lagerhaltung und Verteilung der Güter im Warehouse Management System (WMS) und im Transport Management System (TMS) des Unternehmens verantwortlich ist. [7]

Anwendungskomponenten des APO

Der APO wird vor Allem dann eingesetzt, „wenn die Komplexität der Lieferkette mit den vorhandenen Systemen nicht mehr abgedeckt werden kann, und es einen Bedarf zur Automatisierung und Optimierung von Planungsaufgaben gibt“. [8] Hierzu verfügt der APO über diverse Funktionen für die Bereiche der strategischen, taktischen und operativen Planung, sowie über ein Arsenal von Simulationsinstrumenten und Optimierungsalgorithmen zur Echtzeitplanung und Entscheidungsunterstützung. Ziel des APO ist dabei in erster Linie die Reduzierung des Planungsaufwands, sowie die reibungslose Integration aller Aktivitäten in einem nahtlosen Prozess. Da SCM-Lösung und ERP-System auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen, spielt auch die Integrierbarkeit der IT-Systeme eine wichtige Rolle, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass „nicht-integrierte IT-Systeme oft nicht ausreichen, um den Herausforderungen der Märkte gerecht zu werden“ [9]. Viele Unternehmen entscheiden sich daher trotz der hohen Anzahl an guter SCM-Software auf dem Markt für die SCM- Lösung ihres ERP-System Anbieters.[10]

Damit eine reibungslose Integration der SCM-Lösung mit dem APO in das vorhandene ERP- System stattfinden kann, besteht die Möglichkeit, nur einige Teilmodule des APO auszuwählen und zu implementieren, um so die Implementierung schrittweise nachvollziehen zu können. Dies ist sehr häufig der Fall, während sich hingegen nur relativ wenige Unternehmen für das gesamte APO Paket entscheiden. Dies, weil einerseits eine schrittweise Implementierung des APO einfacher zu handhaben ist oder einfach deshalb, weil bestimmte Teilmodule des APO für die aktuellen Bedürfnisse des Unternehmens ausreichend sind.[11]

Für ein grundlegendes Verständnis des APO und dessen Arbeitsverhalten, seien die wichtigsten Komponenten der Software im Folgenden näher erläutert:

- Supply Chain Cockpit (SCC) - Eine grafische Instrumententafel zum Modellieren, Darstellen, Planen und Steuern der Supply Chain
- Demand Planning (DP) - Bereitstellen statistischer Prognosetechniken und anderer Funktionen zur Bedarfsplanung
- Supply Network Planning (SNP) - Planungsmethode zum Erstellen taktischer Pläne, die das ganze Logistiknetz berücksichtigt
- Production Planning / Produktionsplanung (PP) - Optimierungstechniken zur kurzfristigen Material- und Fertigungsplanung unter Berücksichtigung von Kapazitätsbeschränkungen
- Detailed Scheduling / Feinplanung (DS) - Zuordnung von Produktionsressourcen und Reihenfolgeplanung
- Deployment und Transport Load Builder (TLB) - Werkzeug zum Planen des Distibutionsnetzes und zur optimalen Nutzung von Routen und Transportmitteln
- Transport Planning (TP) und Vehicle Scheduling (VS) - Überführung von Transportaufträgen in Transportpläne und Auslieferungsaufträge[12]

- Available to Promise (ATP) - Mehrstufige, regelbasierte globale Verfügbarkeitsprüfung zur Festlegung und Überprüfung von Lieferterminen [13] [14]

2.1 Supply Chain Cockpit (SCO

Das Supply Chain Cockpit ermöglicht das Modellieren eines logistischen Netzwerks und dient somit in erster Linie als Visualisierungsgrundlage, gleichzeitig dient es aber auch der Überwachung, da es bei besonderen Ereignissen oder Ausnahmefallen auf auftretende Probleme hinweist (z.B. Kapazitätsüberlastungen oder mögliche Unter- bzw. Überbestände).[15] Mit Hilfe der Navigationskomponente des SCC kann der Anwender jederzeit „alle Planungsebenen innerhalb des Unternehmens überblicken. Dazu gehören Bedarf, Herstellung, Distribution und Transport.“[16] Das Cockpit ist also die zentrale Wissens- und Informationsquelle und vereinfacht durch automatisierte Abfragen die Planung, sowie die Ausführung von Prognosen, Plänen und Performancemessungen.

Supply Chain Engineer (SCE)

Zur Veranschaulichung von Netzwerkmodellen von Supply Chains steht dem Anwender ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung, der Supply Chain Engineer (SCE). Das Netzwerkmodell wird aus Knotenpunkten (Lokation oder Wirtschaftseinheit) und Linienverbindungen

(Transportbeziehungen) gebildet. Dabei können mehrere Knotentypen verwendet werden, um z.B. Produktionswerke, Distributionszentren, Kunden und Lieferanten abzubilden (vgl. Abbildung 1). Benötigte Stammdatenobjekte werden dabei mehrheitlich aus dem ERP-System eingepflegt und dort verwaltet. Dies sind z.B. Beschaffungsmengen, Umlagerungen zwischen Werken und Distributionszentren, Kundenbelieferungen, sowie Informationen über Transportmittel, Transportkosten und Transportdauer.[17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein solches Netzwerkmodell kann dabei in verschiedenen Planungsversionen vorliegen, wodurch die Möglichkeit besteht, verschiedene Modelle zu entwerfen, um mit diesen unterschiedliche Simulationen durchfuhren zu können.[18]

Alert Monitor

Der Alert-Monitor ist eine eigenständige Komponente des Supply Chain Cockpits und eröffnet den einheitlichen Zugang zur Lösung von Problemsituationen im APO, z.B. beim Auftreten von Ausnahmen in der Produktions- und Bedarfsplanung einer APO-Applikation.[19] Fach- und Führungskräfte werden durch den Alert Monitor über als relevant definierte Ausnahmesituationen in Echtzeit informiert (Prinzip des Management by Exception) und können so den Status eines Plans überwachen und basierend auf dem Überwachungsprozess, falls nötig, neu anpassen. Nach Eintreffen einer Warnung wird diese nach Priorität geordnet angezeigt und es mit Hilfe einer Drill-Down-Funktion ermöglicht, eine detaillierte Ursachenforschung zu betreiben, sowie entsprechende Zusammenhänge zu visualisieren.[20]

2.2 Demand Planning (DP)

Bedarfsprognosen sind für eine realistische Produktions- und Absatzplanung von besonderer Wichtigkeit. Das Demand Planning des APO soll dabei die Prognosequalität erhöhen, indem es dem Anwender eine Reihe von statistischen Prognoseverfahren zur Verfügung stellt. Dazu wurde eine mit den für die Praxis relevantesten Prognoseverfahren ausgestattete SAP- Methodendatenbank in den APO implementiert.[21] Der Methodeneinsatz kann dabei individuell konfiguriert oder auch automatisiert werden, letzteres beispielsweise bei Zeitreihenmodellen.[22] Während Absatzpläne häufig nur auf Vergangenheitswerten beruhen, die direkt aus dem ERP-System oder in bereits aggregierter Form dem Data Warehouse entnommen sind, fließen beim Demand Planning des APO noch weitere Kenntnisse ein. So erlaubt die Anbindung an das SAP R/3 System z.B. die Berücksichtigung von Daten externer Marktforschungsinstitute[23], verschiedener Abteilungen und anderer Unternehmen (z.B. Kunden oder Lieferanten) (kollaboratives Planen), sowie diverser Kausalfaktoren.

[...]


[1] Vgl. Riha, I., Kosten- und Leistungsoptimierter Betrieb kooperativer Logistiknetzwerke, Berlin und Heidelberg, 2009, S. 79

[2] Vgl. Dickersbach, J. Th., Supply Chain Management with SAP APO, Wiesbaden, 2009, S. 3

[3] Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, Wiesbaden, 2011, S. 284

[4] Vgl. Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, Wiesbaden, 2011, S. 290

[5] Vgl. Knolmayer, G., Mertens, P., Zeier, A., Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen, Berlin u.a., 2000, S. 21

[6] Vgl. Knolmayer, G., Mertens, P., Zeier, A., Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen, Berlin u.a., 2000, S. 105

[7] Vgl. Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, Wiesbaden, 2011,S. 291, 293, 294

[8] Vgl. Karagiozidis, A., Flexible Planung der Lieferkette in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in: Zeitschrift für wirtschaftlichen Fachbetrieb, Heft 01-2, 2010, S. 116

[9] Vgl. Tuma, A., Kruse, J., Pitzl, Chr., Produktions- und Feinplanung mit SAP APO, in: Das Wirtschaftsstudium, Heft 7, 2010, Vol. 39, S. 950

[10] Vgl. Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, Wiesbaden, 2011, S. 291

[11] Vgl. Dickersbach, J. Th., Supply Chain Management with SAP APO, Wiesbaden, 2009, S. 12

[12] Vgl. Dickersbach, J. Th., Supply Chain Management with SAP APO, Wiesbaden, 2009, S. 145

[13] Vgl. Knolmayer, G., Mertens, P., Zeier, A., Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen, Berlin u.a., 2000, S. 105-106

[14] Vgl. Buxmann, u.a., Zwischenbetriebliche Kooperation mit mySAP.com, Berlin u.a., 2003, S. 64-65

[15] Vgl. Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, Wiesbaden, 2011, S. 291

[16] Bartsch, H., Bickenbach, P., Supply Chain Management mit SAP APO, Bonn, 2001, S. 112

[17] Vgl. Schweiger, K., Pitzl, Chr., Kruse, J., Integriertes Master Planning - Einsatz von SAP APO, in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 272, 2010, S. 71-72

[18] Vgl. Dickersbach, J. Th., Supply Chain Management with SAP APO, Wiesbaden, 2009, S. 24

[19] Vgl. Bartsch, H., Bickenbach, P., Supply Chain Management mit SAP APO, Bonn, 2001, S. 114

[20] Vgl. Knolmayer, G., Mertens, P., Zeier, A., Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen, Berlin u.a., 2000, S. 109

[21] Vgl. Reidel, U., Supply Chain Management mit SAP, Wiesbaden, 2011, S. 292

[22] Vgl. Knolmayer, G., Mertens, P., Zeier, A., Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen, Berlin u.a., 2000, S. 112

[23] Vgl. Knolmayer, G., Mertens, P., Zeier, A., Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen, Berlin u.a., 2000, S. 110-111

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656118060
ISBN (Buch)
9783656131014
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187958
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Wirtschaftswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Supply Chain Management Logistik Logistics SAP APO SCC DP Network Supply-Chain SCM ATP Available Promise Goodyear Palmolive Fischer Vehicle Scheduling production planning cockpit Demand CTM capable match ERP Enterprise Resource Planning LES GATP SAP R/3 Transport Load Builder SCE Supply Chain Engineer Warehouse Data Warehouse WMS Warehouse Management System Advanced Planner and Optimizer Advanced Planning

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Der Advanced Planner and Optizmizer (APO) von SAP