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Franchise-Wirtschaft

Anforderungen an Geschäftsmodelle für die Eignung als Franchise-System

Seminararbeit 2011 28 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Vorgehensweise der Untersuchung
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Literaturvergleich

2. Das Franchising
2.1 Geschichte des Franchising
2.1.1 Ursprung des Begriffs
2.1.2 Entstehung erster Franchise-Systeme
2.2 Der Begriff des Franchisings und Definitionen
2.3 Die drei Grundtypen des Franchisings
2.3.1 Vertriebs-Franchising
2.3.2 Dienstleistungs-Franchising
2.3.3 Produkt-Franchising
2.4 Der Aufbau eines Franchise-Systems von der Grundidee bis zur Expansion

3. Die Eignung von Geschäftsmodellen als Franchise-System anhand einer Checkliste
3.1 Geschäftsidee & Zieldefinition
3.2 Eignungsanalyse
3.3 Erfolgsanalyse
3.3.1 Marktpotential & -chancen
3.3.2 Wettbewerbskraft
3.3.3 Zielgruppenanalyse
3.3.4 Controlling
3.3.5 Übertragbarkeit der Erfolgsformel
3.3.6 Know-how-Basis
3.3.7 Kapitalbasis
3.4 Marketing & Image
3.4.1 Der Name
3.4.2 Das Logo
3.4.3 Der Schutz
3.5 Weiche Faktoren

4. Auswertung der Checkliste

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Literaturvergleich 3

Abbildung 2: Die zehn Schritte zum erfolgreichen Franchise-System

Abbildung 3: Beispiel für eine Checkliste

Abbildung 4: Checkliste 1

Abbildung 5: Checkliste 2

Abbildung 6: Checkliste 3

Abbildung 7: Checkliste 4

Abbildung 8: Die Sinus-Milieus in Deutschland 2010

Abbildung 9: Checkliste 5

Abbildung 10: Checkliste 6

Abbildung 11: Checkliste 7

Abbildung 12: Checkliste 8

Abbildung 13: Checkliste 9

Abbildung 14: Checkliste 10

Abbildung 15: Checkliste 11

Abbildung 16: Checkliste 12

Abbildung 17: Checkliste 13

Abbildung 18: Komplette Checkliste

Abbildung 19: Auswertungstabelle der Checkliste

Abbildung 20: Die Verteilung der Parteien in der deutschen Franchise-Wirtschaft

Abbildung 21: Umsatz der deutschen Franchise-Wirtschaft (in Mrd. Euro)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Diese Arbeit, die im Sinne des Oberseminars im 5. Semester an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen im Studiengang Immobilienwirtschaft geschrieben wurde, beschäftigt sich mit der Franchise-Wirtschaft mit Spezialisierung auf die Eignung von Geschäftsmodellen als Franchise-System.

1.1 Aufbau der Arbeit

Am Anfang dieser Arbeit wird kurz auf die Vergangenheit und die Entstehung des Franchising einge-gangen, d.h. woher der Begriff Franchising ursprünglich kommt, wie die ersten Franchise-Systeme entstanden und es wird die offizielle Definition des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. zitiert. Anschließend werden die drei Grundtypen des Franchisings erläutert. Folgend wird der Aufbau eines neuen Franchise-Systems dargestellt und die einzelnen Phasen und Schritte von der Grundidee bis zur erfolgreichen Markteinführung und der Aufnahme erster Franchise-Nehmer beschrieben. Dieses Kapitel dient als Überleitung zum Hauptteil dieser Arbeit: Die Eignung und Analyse von Geschäfts-modellen als Franchise-System.

1.2 Vorgehensweise der Untersuchung

Nachdem ich mich mit der Arbeit und der Zielsetzung auseinander gesetzt habe, begann die Suche in verschiedenen Bibliotheken nach Fachliteratur, d.h. Literatur zum allgemeinen Franchising, zur Geschäftsidee für Franchise-Systeme und allgemein zu Geschäftsideen und Existenzgründungen. Da die Suche schon sehr erfolgreich war und ich genügend Literatur für die Arbeit finden konnte, wurde die Suche nicht auf das Internet o.ä. ausgeweitet, um keine fragwürdige oder nicht-zitierfähige Literatur zu finden. Nach kurzem Einlesen in jedes Buch und weiterem Sortieren der Literatur konnte ich eine erste, grobe Gliederung erstellen und mit dem Schreiben beginnen. Durch weitere Rück-sprachen mit dem Betreuer der Hochschule konnte ich die Gliederung optimieren und verfeinern. Da es zu diesem Themengebiet, also eine Checkliste für die Eignung von Geschäftsmodellen, keine direkte Literatur gibt, die diesen Bereich im Detail behandelt, wurde dieser Bereich größtenteils ohne Fremdliteratur verfasst.

1.3 Ziel der Arbeit

Das Ziel ist es die wichtigen Merkmale eines neuen Geschäftsmodells zur Etablierung auf dem Markt herauszuarbeiten und eine Checkliste bzw. Kriterienkatalog zu erstellen, an der man jedes beliebiges Geschäftsmodell bewerten kann, um die Eignung feststellen zu können.

1.4 Literaturvergleich

Der Literaturvergleich stellt die einzelnen Literaturquellen tabellarisch anhand der behandelten Inhalte gegenüber.

Abbildung 1: Literaturvergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Das Franchising

2.1 Geschichte des Franchising

2.1.1 Ursprung des Begriffs

Der Begriff Franchise stammt aus dem mittelalterlichen Frankreich und bedeutete die Vergabe von Privilegien an Dritte, vor allem an einflussreiche oder verdiente Persönlichkeiten (heute: FN), die durch dieses Sonderrecht von Steuern und Zöllen befreit wurden. Die „Vergünstigung“ wurde vom Staat oder dem Herrscher (heute: FG) vergeben.[1]

„Das Wort Franchise entstammt dem altfranzösischen ´francher´ bzw. in neuerer Zeit ´affranchir´, zu übersetzen etwa mit ´befreien´ oder ´frei-machen´ und zwar im Sinne von ´Freiheit von Knecht-schaft´“[2].

2.1.2 Entstehung erster Franchise-Systeme

Zu Beginn der Industrialisierung entstanden die ersten modernen Franchise-Systeme, wie wir sie heute verstehen. Sie wurden vor allem im Sinne der Expansion von wachsenden Unternehmen be-trieben. Diese vergaben die Geschäftsidee an andere Unternehmer, um weitere Gebiete des Landes zu erschließen.

Ein Beispiel für eines der ersten Franchise-Systeme ist das amerikanische Unternehmen Singer. Dieses begann 1863 sein Vertriebsnetz zu erweitern mit angegliederten, aber finanziell selbst-ständigen Partnern. Sie vergaben anfangs einem Art „Vertreter“, der von Haus zu Haus zog, das Recht zum Verkauf der Erzeugnisse. Es zogen bald weitere bekannte Firmen nach, wie z.B. Coca-Cola oder General Motors und es entwickelten sich verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Rechten,[3] wo-rauf in dieser Arbeit aber nicht weiter eingegangen wird.

2.2 Der Begriff des Franchisings und Definitionen

In Literatur, Internet etc. gibt es zahlreiche verschiedene Definitionen und Beschreibungen, die das Franchise-System erläutern sollen, deshalb habe ich mich für die offizielle Definition des Deutschen Franchise-Verband e.V. entschieden. Sie wurde verfasst von Erich Kaub:

„Franchising ist ein vertikal-kooperativ organisiertes Absatzsystem rechtlich selbstständiger Unter-nehmen auf der Basis eines vertraglichen Dauerschuldverhältnisses. Das System tritt am Markt ein-heitlich auf und wird geprägt durch das arbeitsteilige Leistungsprogramm der Systempartner sowie durch ein Weisungs- und Kontrollsystem zur Sicherung eines system-konformen Verhaltens.

Das Leistungsprogramm des Franchise-Gebers ist das Franchise-Paket; es besteht aus einem Beschaf-fungs-, Absatz- und Organisationskonzept, der Gewährung von Schutzrechten, der Ausbildung des Franchise-Nehmers und der Verpflichtung des Franchise-Gebers, den Franchise-Nehmer aktiv und laufend zu unterstützen und das Konzept ständig weiterzuentwickeln.

Der Franchise-Nehmer ist im eigenen Namen und auf eigene Rechnung tätig; er hat das Recht und die Pflicht, das Franchise-Paket gegen Entgelt zu nutzen. Als Leistungsbeitrag liefert er Arbeit, Kapital und Informationen.“[4]

In kürzerer Form definiert der DFV das Franchising wie folgt:

„Franchise-Geber stellen die eigene, am Markt erprobte Geschäftsidee sogenannten Franchise-Nehmern gegen Gebühr zur Verfügung. Diese treten unter einem gemeinsamen Markendach, mit breiter Unterstützung des Franchise-Gebers, als selbstständige Unternehmer vor Ort auf.“[5]

2.3 Die drei Grundtypen des Franchisings

Walther Skaupy zufolge ist die sinnvollste Einteilung der Grundtypen nach dem Objekt des Systems nach dem es sich richtet. Somit kann eine Franchise ein oder mehrere Güter vertreiben, Dienst-leistungen erbringen oder Produkte erzeugen und vertreiben.[6]

2.3.1 Vertriebs-Franchising

Das Vertriebs-Franchising kommt in den meisten Franchise-System des Handels vor. Der FN verkauft und vertreibt in seinem Namen und in seinem Geschäft die Produkte des FG. Es handelt sich hier um ein oder mehrere bestimmte Erzeugnisse mit dem Namen des FG bzw. des Herstellers.

2.3.2 Dienstleistungs-Franchising

In diesem Bereich ist der Gegenstand des Systems die Erbringung von Diensten. Der FN bietet Dienst-leistungen unter der Geschäftsbezeichnung des FG an und verpflichtet sich diese unter strengen Vorgaben und strikten Richtlinien auszuführen. Dazu zählen z.B. Immobilienmakler wie Engel & Völkers oder übliche Handwerker-Franchise-Systeme.

2.3.3 Produkt-Franchising

Diese Art der Franchise ist bisher am wenigsten vertreten im Vergleich zu den anderen Grundtypen des Vertriebs- und Dienstleistungs-Franchising. Der FN im Produkt-Franchising bekommt das not-wendige Know-how vermittelt, um einheitliche Produkte herzustellen und unter dem Namen des FG zu verkaufen. Ein bekanntes Beispiel hierfür wäre die Fast-Food-Kette McDonald`s.

2.4 Der Aufbau eines Franchise-Systems von der Grundidee bis zur Expansion

Der DVF definiert 10 Schritte zum Aufbau eines erfolgreichen Franchise-Systems von der Geschäfts-idee bis zum Pilotprojekt bzw. dem Kooperationstest[7]. Diese Schritte sind vergleichbar mit einem Business-Plan:

Abbildung 2: Die zehn Schritte zum erfolgreichen Franchise-System

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Geschäftsidee mit Zieldefinition

Ein erfolgreiches Unternehmen benötigt eine innovative Geschäftsidee. Um sich gegen die Konkur-renz durchsetzen zu können, sollte diese noch nicht oder zumindest nicht in dieser Form auf dem Markt existieren. Man muss jedoch nicht immer eine noch nie aufgegriffene Idee verfolgen, denn oft werden Geschäftsideen nur übernommen bzw. kopiert und verfeinert oder optimiert. Sie sollten im Vergleich zu der bestehenden Konkurrenz gewisse Vorteile für den Kunden bieten, die sog. Wettbe-werbsvorteile. Ebenfalls sollte man sich Ziele setzen, Systemleistungen, Strukturen und Arbeits-abläufe definieren und diese niederschreiben.[8]

2. Der ideale Franchise-Nehmer

Danach sollte man sich ein genaues FN-Profil erstellen, um sich die spätere Suche zu erleichtern und Probleme bei der Akquisition zu vermeiden. Oft führt der anfängliche Optimismus zu einer schlech-ten FN-Auswahl, welche in der Realität nicht geeignet sind für dieses bestimmte Franchise-Modell und den erforderlichen Ansprüchen entsprechen.[9]

3. Franchise-Eignungsanalyse

Anschließend muss überprüft werden, ob die Geschäftsidee überhaupt franchisefähig ist, d.h. kann man die Idee in der Praxis auch umsetzen und ist sie auf den FN übertragbar. Hier sollte ebenso der finanzielle Aspekt betrachtet werden, ob es sich für den FG als auch für den FN lohnt sich selbst-ständig zu machen.[10]

4. Umfeld- und Marktanalyse

Nun sollte der zukünftige Markt und die Zielgruppe betrachtet und untersucht werden. Man muss Marktforschung betreiben, um zu erkennen ob es ausreichend Abnehmer für die angebotene Dienst-leistung oder das Produkt gibt. Außerdem sollte analysiert werden, ob das Produkt langfristig auf dem Markt benötigt wird. Darüber hinaus sollte die Konkurrenz untersucht werden und eine eigene Stärken-/Schwäche-Analyse erstellt werden.[11]

5. Marketing-Konzeption

Hier wird im Detail die Beschaffungs-, Sortiments-, Vermarktungs- und Standortpolitik beschrieben. „Die Marketing-Konzeption bildet den Kern des sog. ´Franchise-Paketes´“[12]. Dadurch wird das System beschrieben, das die Franchise-Marke beschreibt und kreiert.

6. Geschäftstyp

In diesem Schritt wird die Betriebsführung festgelegt, also die Ablauforganisationen, die Beschaffung, die Preispolitik, das Image und das Know-how. Ebenso werden den FN betreffend noch die Schulungen und Trainingseinheiten zur Einarbeitung in das System geregelt. Zusätzlich wird die Werbung, Verkaufsförderung und die Public Relations herausgearbeitet, um das Franchise-System auf dem Markt zu etablieren.[13]

7. Franchise-System

Als nächstes sollte die Liquiditäts- und Finanzplanung aufgestellt werden. Hier müssen vor allem die Elemente der Expansion, des Marketings, der Kommunikation und der Logistik beachtet werden. Des Weiteren müssen die Schutzrechte, Patente, Versicherungen etc. berücksichtigt werden. Es sollte grundsätzlich nicht zu optimistisch kalkuliert werden, dass man bei der Einführung nicht in Zahlungs-engpässe gerät.[14]

8. Systemerprobung, Optimierung der Abläufe und Erstellung des Handbuchs

In dieser Phase wird das System dem Praxistest unterzogen. Es sollte mindestens an zwei unter-schiedlichen Standorten zu unterschiedlichen Marktbedingungen eine Filiale eröffnet werden, die zu denselben Bedingungen wie das spätere Franchise-System geführt werden. Der Pilotbetrieb dient dem zukünftigen FN als Nachweis, dass das Konzept auf dem Markt funktioniert. In dieser Zeit können auch die ersten Schritte (s.o.) verfeinert, optimiert und verändert werden, dies betrifft vor allem die Betriebsführung bzw. den Organisationsablauf. Während und nach der Erprobungsphase der Pilotbetriebe wird auch das Handbuch für die FN erstellt. Es beschreibt im Detail die Abläufe, Organisationen usw. und verschafft dem FN das nötige Know-how, um den Betrieb erfolgreich zu führen.[15]

[...]


[1] Vgl. Bellone/Matla, 2010, S. 13 und Görge, 1979, S. 26

[2] Görge, 1979, S. 26 (mit einem Zitat von Thompson, 1971, S. 5)

[3] Vgl. Tietz, 1991, S. 7f.

[4] Tietz, 1991, S. 13 (mit einem Zitat von Kaub, 1980, S. 29) und Peckert/Kiewitt, 2003, S. 3

[5] Deutscher Franchise-Verband (Hrsg.), Franchise Fakten, München, 2011, S. 8

[6] Vgl. Skaupy, 1995, S. 30

[7] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 8ff.

[8] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 8

[9] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 9

[10] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 9

[11] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 9

[12] Peckert/Kiewitt, 2003, S. 9

[13] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 9

[14] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 9

[15] Vgl. Peckert/Kiewitt, 2003, S. 10

Details

Seiten
28
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656115151
ISBN (Buch)
9783656115823
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187921
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Geislingen
Note
2,0
Schlagworte
Wirtschaft ; Franchise Geschäftsmodell Forschung; Eignung System Checkliste Kriterien; Definition; Existenzgründung; Geschäftsidee; Franchisenehmer; Franchisegeber; Güter; Dienstleistung; Produkt; Zieldefinition; Eignungsanalyse; Erfolgsanalyse; Marktpotential Marktchancen; Wettbewerb; Zielgruppe; Erfolgsformel Marketing Image

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