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Die 'salutationes' am kaiserlichen Hof - Von der Machtgenerierung zur Machtmanifestation

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 28 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorüberlegungen und Forschungsgrundlage

2 Analyse der Forschungs- und Quellenlage sowie einiger Problemfelder

3 Die salutationes in der römischen Kaiserzeit
3.1 Die salutatio im römischen Klientelwesen
3.2 Die Realia der salutatio in der Kaiserzeit
3.2.1 Die Anwesenden
3.2.2 Die zeitliche Einordnung und der Ablauf der salutatio
3.2.3 Ausgewählte Gesten und Verhaltensweisen der Kaiser bei salutationes
3.3 Die Bedeutung der salutatio in der Kaiserzeit

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Forschungsliteratur

1 Vorüberlegungen und Forschungsgrundlage

“Quid enim dulcius libero et ingenio animo et ad voluptates honestas nato quam videre plenam semper et fequentem domum suam concursu splendidissimorum hominum?” vermerkt der römische Geschichtsschreiber Tacitus zu Beginn seines Werkes „dialogus de oratoribus“.1 Tacitus betont mit seiner Aussage nicht nur die Tatsache, dass in der römischen Antike morgendliche Hausbesuche bei der Oberschicht keine Seltenheit waren, sondern weist zugleich auf ein qualitatives Merkmal jener Frequentierungen hin. Ein gut besuchtes Haus respektive ein gut gefülltes Atrium, so akzentuiert der besagte Autor, ist das Reizvollste, was einem „edlen Geist“ widerfahren kann. Spricht man den Ausführungen Tacitus´ und weiteren antiken Autoren Glaubwürdigkeit zu, stellten Morgenbegrüßungen oder den lateinischen Begriff gebrauchend „salutationes“ ein wesentliches Element in den römisch-antiken Gesellschaftsbeziehungen dar und waren demzufolge ein unerlässliches Mittel für das politische, ökonomische und gesellschaftliche Leben und Überleben im antiken Rom.

Aufgrund der angesprochenen Bedeutsamkeit wird sich die vorliegende Seminararbeit der Thematik „salutationes im römischen Reich“ zuwenden. Um eine kritische und gründliche Bearbeitung des Themas innerhalb der formalen Vorgaben gewährleisten zu können, sollen mit den anschließenden Ausführungen weitere Einschränkungen zeitlicher und räumlicher Art vorgenommen werden.

Wie bereits das Seminararbeitsthema „salutationes am kaiserlichen Hof“ suggeriert, konzentrieren sich die nachfolgenden Überlegungen ausschließlich auf die Aufwartungen in der römischen Kaiserzeit bei dem Princeps selbst.

Eine genauere zeitliche Eingliederung der Betrachtungen bezüglich eines Anfangs- und eines Endpunktes ist m. E. nicht notwendig, da in den nächsten Kapiteln keine chronologische Entwicklung der salutatio also keine rein deskriptive Betrachtung, sondern eine Analyse der Forschungsgrundlage, der Realia sowie der Funktion der kaiserlichen Aufwartungen vorgenommen werden soll.

Indem insbesondere die Aufwartungen beim Kaiser in seiner domus und ab Claudius im Palast beschrieben werden, ist eine weitere Eingrenzung des Themenkomplexes in räumlicher Hinsicht gegeben. Trotz der genannten Einschränkungen soll zuweilen der Bezug zu salutationes in aristokratischen Häusern sowohl in der Republik als auch der Kaiserzeit gewahrt werden, um auf Besonderheiten sowie Strukturveränderungen hinweisen zu können. Zusammenfassend soll die vorliegende Seminararbeit beantworten, unter welchen Fragestellungen die salutatio seitens der Geschichtswissenschaft in den letzten Jahrzehnten untersucht wurde. Des Weiteren soll die Forschungs- und Quellenlage dezidiert zusammengetragen und die dabei auftretenden Problemfelder besprochen werden.

Anschließend werden dem Leser zunächst allgemeine Informationen über die salutatio im Klientelwesen bereitgestellt um daraufhin Charakteristika während der Kaiserzeit im speziellen erörtern zu können. Abschließend können dann die Morgenbegrüßungen beim Kaiser in ihrer Funktion untersucht werden, wobei sich kritisch mit einem möglichen Bedeutungsverlust der salutationes von der Republik zur Kaiserzeit auseinandergesetzt wird.

2 Analyse der Forschungs- und Quellenlage sowie einiger Problemfelder

Beschäftigt man sich mit dem Thema Morgenbegrüßungen in der römischen Antike, erweist sich die Monografie „Salutationes“ von Fabian Goldbeck als unverzichtbares Übersichtswerk. Die Abhandlung hält nicht nur eine komplexe Geschichte der salutatio von der frühen Republik bis zur Kaiserzeit bereit, sondern bietet darüber hinaus einen ertragreichen und kritischen Überblick über deren Forschungsgeschichte.2

Letztere muss an dieser Stelle kurz erläutert werden, um zum einen die vielfältige Betrachtung der salutatio in der historischen Forschung aufzuzeigen und zum anderen einen Überblick über die in dieser Seminararbeit zum Teil verwendete Sekundärliteratur zu verschaffen.

Die Forschungsgeschichte der salutatio beginnt nach Goldbeck mit der ersten monografischen und rein diskriptiven Abhandlung von Johann Michael Heusinger und setzt sich über kurze Erwähnungen im Bereich des „Staatsrechts“ bei Theodor Mommsen fort.3 Eine quellennahe und anschauliche Darstellung der Morgenbegrüßungen findet sich erstmalig in Friedländers „Sittengeschichte Roms“. Friedländer untersucht an dieser Stelle das Ereignis „Morgenbegrüßungen“ mit Hilfe ausgewählter Quellen sowie bestimmter Fragestellungen und entwirft somit ein detailliertes Bild über den Vorgang der morgendlichen salutatio.4 Unbeantwortet bleibt hingegen die Frage, welche Entwicklung die salutatio von der Republik bis zur Kaiserzeit genommen hat. Ferner verzichtet Friedländer auf eine chronologische Betrachtung der Morgenaufwartungen sowie eine ausführliche Quellenkritik.5

Neben staatsrechtlicher und sittengeschichtlicher Eingliederung der salutationes bei Mommsen und Friedländer verortet Marquardt die morgendliche Praxis in das Privatleben der Römer und entzieht ihr somit die politische Relevanz. Einen ähnlichen Weg beschreitet Baldsdon mit seiner kulturgeschichtlichen Einordnung. Balsdon durchleuchtet überwiegend das römische Alltagsleben, wobei er einen moralischen und pragmatischen Verfall der salutationes von der Republik zur Kaiserzeit zu erkennen meint.

Nimmt Balsdon mit jener Aussage erstmalig eine vergleichende Analyse der Wichtigkeit der salutatio in Republik und Kaiserzeit vor, eröffnet er einen weiteren interessanten Standpunkt, indem er die römischen salutationes vom Hofzeremoniell der hellenistischen Könige ableitet.6 Matthias Gelzer beschäftigt sich mit dem Thema salutatio nur marginal, weist ihr entgegen Marquardt jedoch vor allem politische Bedeutsamkeit zu.

Salutationes sind in Gelzers sozialhistorischer Arbeit überwiegend Ausdruck der „Nah- und Treueverhältnisse“ in Rom und wichtiges Zeichen der aristokratischen Machtausübung.7 Im englischsprachigen Raum erweisen sich die Werke von Richard P. Saller und WallaceHadrill als ertragreiche Quellen bezüglich der „Nah- und Treueverhältnisse“, wobei der salutatio vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt wird.8

Weitere bedeutende Ansätze zum Thema finden sich in Alföldis Buch „Die monarchische Repräsentation im römischen Kaiserreich“. Wie der Titel ankündigt, begreift Alföldi ähnlich wie Friedländer die salutatio als „Zeremoniell“ und bewertet die Morgenbegrüßung daher als einen symbolisch aufgeladenen Akt der Kommunikation. Unter Betrachtung speziell aufgezeigter Hofsitten, wie dem Kuss, der Leibesvisitation, der Proskynese sowie dem stehenden oder sitzenden Empfang, versucht Alföldi „die Isolierung des Staatsoberhauptes und seine Erhöhung dem Senate gegenüber“ zu erklären.9

Neuere Thesen zum Thema enthält der Aufsatz „domus und res publica“ von Rillinger.

Indem dieser primär die Entwicklung vom aristokratischen Haus zum Kaiserhof nachzuzeichnen versucht, geht er ebenfalls auf die salutatio ein und verweist dabei auf die Diskrepanz zwischen dem Verlust ihres praktischen Nutzens und ihrer Aufrechterhaltung.

Rillinger beleuchtet die salutatio hierbei als Kommunikationsform, indem sie nicht mehr politische oder ökonomische Vorteile bereitet, sondern Status und Treueverhältnisse der beteiligten Personen nach außen demonstriert.10

Einen guten Überblick zum Thema „salutationes im Kaiserreich“ eröffnet Aloys Winterling in einem separaten Kapitel seines Buches „Aula Caesaris“. In jenem Werk untersucht er zum einen die Unterschiede zwischen aristokratischen und kaiserlichen salutationes in der Kaiserzeit und wendet sich zum anderen einer dezidierten Überprüfung der salutatio mit Hilfe Senecas de beneficiis zu.11 Des Weiteren unternimmt Winterling den Versuch Morgenbegrüßungen als Mechanismen der Machtprätention sowie Machtmanifestation herauszuarbeiten. Neben der zuletzt genannten Schrift erweist sich im Zuge einer Beschreibung der kaiserlichen salutatio ebenfalls der Abschnitt „Die Realia der salutatio“ aus der angesprochenen Monografie Goldbecks als hilfreich.

Nachdem die Forschungsliteratur knapp kategorisiert wurde, sollen anschließend die für diese Seminararbeit relevanten Quellen der literarischen Überlieferung zusammengetragen werden. Wie bereits oben angesprochen erweisen sich die Schrift Senecas de beneficiis sowie einzelne epistulae an seinen Freund Lucilius als wertvolle Quellen über salutationes in der Kaiserzeit. Ebenso aufschlussreiche Informationen über das Leben im domus des Princeps beziehungsweise am kaiserlichen Hof bietet das Werk Suetons de vita caesarem, in welchem der Leser unter anderem exklusive Auskünfte über die Verhaltensweisen der verschiedenen Kaiser sowie eingeführte Besonderheiten während der salutatio erfährt. Ferner sind die Geschichtsschreibungen Römische Geschichte des Cassius Dio sowie die Annalen des Tacitus, die fragmentarische Äußerungen zu Morgenbegrüßungen bereithalten, zu nennen. Einzelne Segmente zu den Morgenaufwartungen in der römischen Antike finden sich außerdem in den Historien des Tacitus und seiner Schrift Agricola sowie in den epistulae des Plinius. Nicht minder bedeutungsvoll für das zu bearbeitende Thema sind die zu komischen Zwecken geschriebenen literarischen Quellen Iuvenals und Martials. Handelt es sich bei jenen Quellen um übertriebene und teils verfremdete Darstellungen alltäglicher Erscheinungsformen, sollten diese daher kritischer als die zuvor genannten Quellen untersucht werden. Die Analyse römischer salutationes in der Republik und Kaiserzeit anhand antiker Quellen erweist sich des Weiteren als problematisch und müßig, da bei erster Betrachtung nur wenige Quellen den Vorgang der Morgenbegrüßungen in Rom thematisieren.12

Dieses Phänomen ist darin zu suchen, dass römische Morgenaufwartungen aufgrund ihrer Alltäglichkeit für damalige Autoren selbstverständlich und daher kaum berichtenswert waren. Demzufolge erhält der Leser Informationen über salutationes zumeist beiläufig als so genannte „en passent-Bemerkungen“.13

Die Bemerkungen weisen zwar auf Existenz von salutationes zu bestimmten Zeitpunkten an bestimmten Orten hin, sind jedoch bezüglich zu erwartender Informationen über den Ablauf, beteiligter Personen sowie den Anlässen unergiebig.

Eine weitere Ursache für die spärliche Überlieferung zum Thema salutationes liegt in der Begrifflichkeit selbst. Wie Gerhard Hug in seinem Lexikonartikel über die salutatio schildert, handelt es sich bei jenem Begriff um „gewöhnliche Ausdrücke, womit Griechen und Römer das mündliche und schriftliche Grüßen bezeichnen.“14

Da ebenfalls das lateinische Verb salutare elementar mit grüßen übersetzt wird, bezeichnet der Begriff alle erdenklichen Begrüßungsvorgänge wie Begrüßungen auf der Straße, in öffentlichen Gebäuden, des Befehlshabers vor seinen Truppen, per Brief, bei einem Gastmahl oder einer öffentlichen Rede auf dem Forum.

Ob es sich bei dem Gebrauch des Wortes salutatio um die morgendliche Aufwartung handelt, ist demzufolge meist nur aus dem Kontext, beziehungsweise über erläuternde Adjektive zu erschließen.15

Die häufige Verwendung äquivalenter Ausdrücke für die salutatio, wie domum venire und colere, frequentare oder einfach als officium mit den ergänzenden zeitlichen Angaben ante lucem, mane, tempore matutino erschwert ebenfalls die Sichtung relevanter Textstellen. Eine mögliche Erklärung für das Vorhandensein der unterschiedlichen Begriffe ist, dass die Autoren bereits durch ihren Gebrauch spezielle Aspekte beleuchten wollten. Die Verwendung des Wortes frequentare impliziert beispielsweise eine gewisse Häufigkeit von morgendlichen Besuchen bei dem jeweiligen dominus.

Neben jenen quantitativen Aussagen kann auch die Qualität der Morgenaufwartungen anhand der Begrifflichkeit illustriert werden. Folglich bezeichnen die Ausdrücke domum venire oder colere eher eine Ranggleichheit zwischen Besucher und Besuchten, während der Begriff salutatio eher Statusunterschiede kommuniziert.

Für jene Deutungsvariante spricht auch, dass in den Quellen über kaiserliche Morgenaufwartungen, bei welchen häufiger Statusunterschiede zu bemerken sind, vermehrt der Begriff salutatio verwendet wird als in den Überlieferungen der Republik.16 Letztere Ausführungen bezeugen nicht nur die begriffliche Vielfalt der Morgenaufwartungen in der lateinischen Sprache, sondern belegen ebenso, dass Quellenaussagen stets von der Intention ihres Urhebers abhängig sind. Besonders wichtig erscheint diese Feststellung bei den zugleich wichtigsten und umstrittensten Informanten der Kaiserzeit, Martial und Iuvenal. Wie oben angesprochen sind ihre auf Unterhaltung und Kritik ausgerichteten Werke stark überzeichnet, stellen jedoch hinsichtlich der Morgenbegrüßungen beim Kaiser unverzichtbares Quellenmaterial aus der Perspektive der Klienten dar.17 Aus den letztgenannten Aspekten lässt sich zusammenfassen, dass die kritische Arbeit mit antiken Quellen unumgänglich ist. Die genaue Betrachtung der Intentionen des Autors, die Einordnung der Aussagen in den historischen Kontext sowie das Heranziehen möglichst vieler unterschiedlicher Quellen müssen demnach als Methoden für die nachfolgende Arbeit herangezogen werden. Abschließend muss ebenfalls die fragmentarische Überlieferung antiker Quellen als Hindernis bei der Bearbeitung althistorischer Fragestellungen angeführt werden.

3 Die salutationes in der römischen Kaiserzeit

3.1 Die salutatio im römischen Klientelwesen

Das einleitende Kapitel hat aufgezeigt, dass sich die herangezogenen Historiker aus den unterschiedlichsten Kontexten mit der Thematik salutationes beschäftigten. Wurden Morgenaufwartungen in der akademischen Forschung als Phänomene des römischen Alltagslebens, Zeremonien im Sinne einer Sittengeschichte, Kommunikationsplattform privater und öffentlicher Angelegenheiten sowie als Abbild von Nah- und Treueverhältnissen gedeutet, können sie vor allem als der alltägliche Ausdruck der Klientelbeziehungen in Rom aufgefasst werden. Ausgehend von jener These bedarf es zunächst einer kurzen Erläuterung der Klientelbeziehungen in Rom.

Vereinfacht dargestellt versteht man unter Klientelbeziehungen ein Abhängigkeitsverhältnis sozial ungleicher Personen, wobei die sozial höher stehende Person namens Patron die sozial niedrig stehende Person, den Klienten unter ihren Schutz nimmt.18 Im Sinne jenes Abhängigkeitsverhältnisses erhalten Klienten durch ihren Patron Zugang zu bisher verschlossen Ressourcen, religiöser, sozialer, ökonomischer und politischer Art.19 Die Klienten versuchen indes die soziale Stellung des Patrons zu erhalten oder zu erhöhen. War die wirtschaftliche Unterstützung des Patrons durch das Klientel nur in akuten Fällen von Nöten, standen diese dem Patron zumeist auf dem politischen Felde zur Seite.20 Angesichts jener pragmatischen Beziehung bedurfte es eines gewissen Kontaktes zwischen dem Patron und seinen Klienten, welcher sich durch die morgendlichen salutationes bewerkstelligen ließ. Des Weiteren ermöglichten die im Haus des Patrons stattfindenden Morgenbegrüßungen eine Inszenierung des sozialen Status nach außen, was wiederum Ehre und politische Aufstiegsmöglichkeiten mit sich brachte.

Die salutatio matutina, die morgendliche Begrüßung, beschreibt aus diesem Grunde eine der wichtigsten officia antelucana des Klienten gegenüber seinem Patron, welche wie oben gesehen auch Vorteile für die Klienten bereitstellten.21 Nachfolgend soll sich explizit der salutatio in der Kaiserzeit zugewendet werden.

3.2 Die Realia der salutatio in der Kaiserzeit

Indem der lateinische Begriff salutatio als Ausdruck für die täglich stattfindenden Morgenaufwartungen der römischen Bürger in den Häusern der Oberschicht respektive des Kaisers gebraucht wird, ergeben sich richtungsweisend folgende Untersuchungsgegenstände. Zunächst sollen die Anwesenden bei der morgendlichen salutatio des Kaisers beschrieben werden. Des Weiteren sollen der Ablauf der salutationes analysiert sowie bestimmte Verhaltensregeln herausgearbeitet werden. Abschließend wird die Bedeutung der salutatio in der Kaiserzeit besprochen.

3.2.1 Die Anwesenden

Empfing der Kaiser seine Besucher gemäß ihrer persönlichen Stellung entweder als Freund oder als Klient, werden diese in den Quellen häufig als salutatores „Morgenbesucher“ oder als togati „Togaträger“ zusammengefasst.22

[...]


1 Tac. dial. 6, 2. „Was ist denn reizvoller für einen selbstständigen, edlen und für rechte Freuden geschaffenen Geist, als sein Haus immer voll und besucht zu sehen von einer Ansammlung der angesehensten Menschen?“

2 Vgl. Goldbeck, Fabian: Salutationes. Zur Forschungsgeschichte der salutationes siehe S. 37-58.

3 Vgl. Mommsen, Theodor: Staatsrecht Bd. 2: Mommsen beschreibt an dieser Stelle die Morgenaudienzen beim Kaiser im staatsrechtlichen Sinne als politische Institution, da lediglich die Rang- und Lebensstellung der Besucher als Zulassungskriterium bei Kaiser galten. Private Audienzen werden hingegen nicht thematisiert, da diese den Bereich der „Privataltertümer“ zuzuordnen sind. S. 834.

4 Vgl. Friedländer, Ludwig: Sittengeschichte Bd. 1: Friedländer beschreibt die salutationes in Form der Sittengeschichte als Zeremoniell, das bestimmte Charakteristika aufweist und untersucht dabei spezielle Fragestellungen, wie Besucher und Besonderheiten wie den Kuss und Einzelaudienzen. S. 90-98.

5 Vgl. Goldbeck, Fabian: Salutationes. S. 41-43.

6 Goldbeck, Fabian: Salutationes. S. 45.

7 Vgl. Gelzer, Matthias: Nobilität. Gelzer misst den „Nah- und Treueverhältnissen“ in den Zeiten des Wahlkampfes eine große Bedeutung zu und bewertet die salutatio als Symbol von Freundschaftsbeziehungen, wie folgt: „Aus der Menge derer, die ihm im Hause morgendlich aufwarten, die ihm täglich abholen und die sein beständiges Gefolge bilden, schließt man auf die Stimmzahl auf dem Wahlfeld.“ S. 44/45.

8 Vgl. Saller, Richard P.: Personal Patronage: Saller beschreibt in dem Kapitel “The emperor and his court” die salutatio als Form des “face to face contact”, der zwischen dem Kaiser und seinen amici oder den Aristokraten untereinander stattfand. Dabei geht er jedoch nur beiläufig auf die Bedeutung ein, wenn er schreibt: „morning meetings provided the occassion to deliver petitions.“ S. 61/62.

9 Alföldi, Andreas: Repräsentation. S. 26. Zum Thema „Verkehr mit dem Monarchen“ S. 25-29 sowie S. 38- 51. 3

10 Rillinger, Rolf: Domus und res publica. S. 74. Den Bedeutungsverlust der salutatio beschreibt Rillinger mit folgenden Worten: „[…] wuchs sich der Morgenempfang zu einem Ritual aus, das nur noch sehr begrenzten praktischen Nutzen hatte und mitunter zu einer lästigen Pflicht für Besucher und Hausheer wurde.“ S. 82/83.

11 Vgl. Winterling, Aloys: Aula Caesaris. S. 117- 144.

12 Vgl. Goldbeck, Fabian: salutationes. S. 16. Dieser stellte fest, dass lediglich 30 aus der Kaiserzeit stammende Quellen den Ausdruck salutatio verwenden.

13 Ebd. S. 29/30.

14 Hug, August: Salutatio. S. 2060.

15 Vgl. Goldbeck, Fabian: salutationes. S. 14/15. Handelt es sich um spezielle Formen der Aufwartung weisen darauf meist angehängte Adjektive, wie communis (lat. allgemein), publicae (lat. öffentlich), promiscuae (lat. gemischt) hin.

16 Ebd. S. 16.

17 Ebd. S. 36.

18 Bleicken, Jochen: Verfassung. S. 20/21. Mehr zum Thema „Nah- und Treueverhältnisse“ in der römischen Republik bei Gelzer, Matthias: Nobilität S. 48f.

19 Flaig, Egon: Ritualisierte Politik. S. 17.; Vgl. Laser, Günther: Populo et scaenae serviendum est. Eine kurze, dennoch präzise Beschreibung der Funktion des römischen Klientelwesens in der späten Republik eröffnet Laser in dem Kapitel „Die Bedeutung des Klientelwesens“. S. 110-126.

20 Bleicken, Jochen: Die Verfassung der römischen Republik. S. 22.

21 Hug, August: Salutatio. S. 2067.

22 Friedländer, Ludwig: Sittengeschichte. S. 229. Iuv. 7, 142; Mart. epigr. 10, 74.

Details

Seiten
28
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656109358
ISBN (Buch)
9783656109617
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187561
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
machtgenerierung machtmanifestation

Autor

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