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Struktur, Ursachen und Folgen von Mobbing in der Schule

Ausarbeitung 2010 14 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Mobbing
2.1 Was ist Mobbing?
2.2 Formen von Mobbing

3. Mobbingstruktur in Schulen

4. Charakteristika der Täter und Opfer
4.1 Persönlichkeitsmerkmale der Täter
4.2 Persönlichkeitsmerkmale der Opfer

5. Ursachen von Mobbing
5.1 Ursachen für Täterverhalten
5.2 Ursachen für Opferrolle
5.3 Äußere Einflüsse

6. Folgen von Mobbing

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Die folgende Hausarbeit behandelt das Thema Mobbing in der Schule, welches heutzutage immer aktueller wird und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht. Ich beschäftige mich in der Hausarbeit hauptsächlich mit den Mobbingstrukturen, Ursachen und Folgen von Mobbing. Zunächst erläutere ich den Begriff Mobbing, seine Herkunft und die verschiedenen Erscheinungsformen von Mobbing. Im dritten Kapitel werde ich die Mobbingstrukturen in Schulen darlegen und inwieweit nicht direkt involvierte Kinder den Mobbingprozess verstärken können. Im darauf folgenden Kapitel untersuche ich, ob es bestimmte Täter- und Opfertypen gibt und beschreibe, welche Ursachen es für deren jeweiliges Verhalten geben kann. Hierzu gehe ich vor allen Dingen auf familiäre Hintergründe ein. Weiterhin zähle ich äußere Einflüsse auf, die mobbingfördernd sein können, wie ein schlechtes Lern- und Schulklima sowie Gewalt in den Medien.

Im letzten Punkt behandele ich dann noch die Folgen, die Mobbing für Opfer und Täter haben können.

2. Definition Mobbing:

Mobbing kommt aus dem englischen „to mob“ und bedeutet „anpöbeln“ oder „schikanieren“.

Geprägt wurde der Begriff Mobbing von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz (1903- 1989). Nach ihm ist Mobbing ein Gruppenangriff unterlegener Tiere auf einen überlegenen Gegner (vgl. No blame approach, 2008, ).

2.1 Was ist Mobbing?

Mobbing ist eine spezielle Form der Gewalt, die man in vielen Lebensbereichen, wie der Schule, dem Arbeitsplatz, im Kindergarten etc. wiederfindet.

Studien zufolge ist jeder siebte Schüler von Mobbing betroffen (das heißt ca. 10-15% aller Schüler) (vgl. No blame approach, 2008, ). Insgesamt wird davon ausgegangen, dass in Deutschland wöchentlich 500.000 Kinder und Jugendliche gemobbt werden. Addiert man die Anzahl der Täter hinzu, kommt man auf ca. 1,1 Millionen Schüler, die an Mobbing beteiligt sind (vgl. Jannan, 2008, ).

Mobbing tritt in allen Schulformen auf, sogar in Grundschulen und Kindergärten ist Mobbing vertreten.

Man findet Mobbing sowohl in städtischen wie auch in ländlichen Schulen.

Es werden sowohl Mädchen als auch Jungen gemobbt, wobei Studien zufolge Jungen eher an Mobbing beteiligt sind. Es stellt sich hier allerdings die Frage, ob Mobbing bei Mädchen teilweise unentdeckt bleibt, da diese in ihrer Art und Weise zu mobben eher verdeckter vorgehen als Jungen (vgl. Olweus, 2004, ).

Nach Dan Olweus, einem norwegischen Professor, der sich mit Hilfe von Längsschnittstudien mit dem Problem Mobbing auseinandergesetzt hat, ist „ein Schüler oder eine Schülerin Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist“ (Olweus, 2004, ). Die sogenannten „negativen Handlungen“ beschreibt Olweus als absichtliche Zufügung von Verletzungen, wobei hier zwischen physischen und verbalen Verletzungen unterschieden wird, sowie Verletzungen, die nonverbal begangen werden. Zu den Formen der Gewalt werde ich in Punkt 2.2 näher eingehen.

Es werden folgende Kennzeichen für Mobbing aufgezählt: Zum einen das Kräfteungleichgewicht zwischen Opfern und Tätern. Das Opfer ist dem Täter meist unterlegen und somit ist bei Mobbing auch nicht mehr von einem bloßen Konflikt die Rede, bei dem Schüler, die körperlich und seelisch etwa gleich stark sind, miteinander kämpfen oder streiten (vgl. Jannan, 2008, ).

Zwei weitere Kennzeichen sind die Häufigkeit und die Dauer des Mobbings. Nach Olweus (2004, ) kommen Übergriffe auf das Opfer mindestens einmal pro Woche vor und erfolgen über einen längeren Zeitraum.

Das vierte Kennzeichen ist, dass das Opfer nicht in der Lage ist, alleine das Mobbing zu beenden.

2.2 Formen von Mobbing

Wie bereits schon erwähnt, können die von Olweus beschriebenen „negativen Handlungen“ in physische, verbale oder nonverbale Formen unterteilt werden. Unter der physischen Form versteht man die körperliche Gewalt. Dazu gehört das Schlagen, Treten, Stoßen, Kneifen, Festhalten etc. Weiterhin können die negativen Handlungen mit Worten, also verbal, begangen werden. Hierunter fasst man Drohen, Spotten, Hänseln, Beschimpfen, Auslachen, Anschreien, Bloßstellen sowie Erpressungen zusammen. Physische und verbale Gewalt gehören zu den direkten Formen, unter denen wir Handlungen verstehen, bei denen Täter und Opfer direkt miteinander konfrontiert werden. Bei indirekten Formen findet eine solche Konfrontation nicht statt. Hierunter versteht man die „negativen Handlungen“, die man ohne den Gebrauch von Worten oder Körperkontakt begeht. Diese Art der Angriffe ist eine subtilere Form des Mobbings und hierzu gehört zum Beispiel das Ausschließen eines Schülers aus einer Gruppe, das Ignorieren eines Schülers oder die Verbreitung von Gerüchten über jemanden, sowie das Beschädigen und Wegnehmen von Eigentum. Dies sind Handlungen, die zu einer Verschlechterung der sozialen Situation eines Schülers führen. Weiterhin gehört zu den indirekten Formen des Mobbings, Beziehungen eines Schülers, die diesem wichtig sind, zu beschädigen. Hier spricht man von „relationaler Aggression“ (vgl. Alsaker, 2003, f). Eine Studie von Olweus (2004, ) hat gezeigt, dass Jungen eher direkte Formen der Gewalt anwenden, Mädchen eher indirekte. Die Aussage, Mädchen wären weniger beteiligt am Mobbing als Jungen, könnte dadurch begründet werden, dass die indirekten Formen des Mobbings, die mehr von Mädchen angewendet werden, eher unentdeckt blieben oder in Studien nicht mitberücksichtigt worden sind. Es ist allerdings wichtig, auch diese Form des Mobbings ernst zu nehmen, da diese, genau wie die direkten Angriffe auf die Opfer, schwere Folgen für diese haben könnten (vgl. Alsaker, 2003, ).

3. Mobbingstruktur in Schulen

Grundsätzlich ist Mobbing ein gruppendynamischer Prozess, an dem mehrere Gruppen involviert sind und verschiedene Interaktionen zwischen diesen stattfinden. Da alle Gruppen, auch wenn sie in unterschiedlichen Rollen agieren, direkt oder indirekt am Mobbing beteiligt sind, kann man nicht von einem individuellen Problem sprechen, sondern von einem sozialen (vgl. Gebauer, 2007, ).

Die direkt am Mobbing beteiligten Gruppen sind die Täter und die Opfer, wobei man bei den Opfern zwischen dem passiven Opfer und dem Täter-Opfer (auch provokatives oder aggressives Opfer genannt) unterscheidet. Die passiven Opfer sind diejenigen, die gemobbt werden, aber selbst nicht mobben. Die Täter-Opfer provozieren durch ihre aggressive Art ihre Mitschüler und können somit auch zum Mobbingopfer werden. Als Täter bezeichnet man diejenigen, die mobben, aber selbst nicht gemobbt werden (vgl. Alsaker, 2003, ). Meist setzen sich die Täter aus zwei bis drei Schülern zusammen. Dadurch, dass die Täter zahlenmäßig überlegen sind, wird das Kräfteungleichgewicht verstärkt (vgl. Alsaker, 2003, ). Unterstützung und Schutz erhalten die Täter durch sogenannte Mitläufer. Diese Gruppe wiederum kann man unterteilen in die Mitläufer, die sich aktiv am Mobbing beteiligen, Assistenten genannt, und diejenigen, die den Täter unterstützen, indem sie „die Mobbingsituation aufsuchen und mitlachen“ (Alsaker, 2003, ). Diese nennt man „Verstärker“. Grund, Mitläufer zu werden, ist häufig Gruppenzwang oder der Wunsch, an der Macht des Täters teilzuhaben. Ferner können auch Drohungen seitens des Täters ausschlaggebend sein (vgl. Rodler, 2009, ). Alsaker (2003, ), eine Schweizer Professorin, die sich wie Olweus dem Problem Mobbing annahm, spricht im Zusammenhang mit den Mitläufern von der sozialen Ansteckung. Durch das Handeln in der Gruppe werden die eigenen moralischen Werte geschwächt, man übernimmt die Werte der Gruppe, die, da alle anderen Mitglieder diese ebenfalls übernehmen, als legitim gelten. Somit trägt man auch nicht alleine die Verantwortung an einer Mobbinghandlung, sondern die Verantwortung wird auf mehrere Personen verteilt („Verantwortungsdiffusion“). Ein weiterer Grund - nach Olweus (2004, ) -, Mitläufer zu werden, ist, dass der Mobbende als „Vorbild“, das heißt als stark und furchtlos angesehen wird und man diese Eigenschaften selbst gerne hätte. Außerdem setzt auch ein Nachlassen der Hemmungen ]gegen Aggressivität ein, wenn der Täter für seine Mobbingtat, zum Beispiel durch Bewunderung seiner Mitschüler, „belohnt“ wird. Weiterhin gibt es noch die Gruppe der Zuschauer. Auch hier gibt es eine Unterteilung zwischen den billigenden und den passiven Zuschauern. Beide Gruppen beteiligen sich nie aktiv am Mobbinggeschehen, die billigenden Zuschauer meinen aber Gründe zu sehen, dass das Opfer an seiner Rolle selbst schuld sei (vgl. Rodler, 2009, S. 66). Die passiven Zuschauer versuchen, sich aus dem Geschehen völlig herauszuhalten. Sie ignorieren die Situation und versuchen auch nicht, dem Opfer zu helfen. Gründe hierfür können Angst vor dem Täter bzw. Angst, selbst in die Opferrolle zu geraten, sein, aber auch Desinteresse. Diese Passivität wirkt indirekt verstärkend auf den Täter, das heißt, es ermuntert ihn, weiterzumachen. Die letzte an dieser Dynamik beteiligte Gruppe sind die Schüler, die einem Opfer zu helfen versuchen, jedoch dabei meist keinen Erfolg haben. Alsaker (2003, ) nennt diese Gruppe „Helfer des Opfers“.

4. Charakteristika der Täter und Opfer

4.1 Persönlichkeitsmerkmale der Täter

Olweus (2004, ) schreibt den Tätern bestimmte Charaktereigenschaften bzw. Persönlichkeitsmerkmale zu. Hierzu zählt Aggressivität vor allem gegenüber Gleichaltrigen, aber auch eventuell gegenüber Erwachsenen.

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Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656108016
ISBN (Buch)
9783656108535
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187431
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
struktur ursachen folgen mobbing schule

Autor

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