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Organisationstheorie und -entwicklung: Netzwerkanalyse

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 33 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Netzbegriff
2.1 Globalisierung
2.2 Individualisierung
2.3 Informations- und Kommunikationstechnologien
2.4 Deregulierung und Dezentralisierung

3. Das Netzwerk

4. Historische Wurzeln der sozialwissenschaftlichen Netzwerkanalyse (SNA)

5. Netzwerkanalyse
5.1 Die Erhebung von Netzwerken
5.2 Darstellungsformen
5.3 Analysemethoden
5.3.1 Die Cliquenanalyse
5.3.2 Die Blockmodellanalyse

6. Netzwerkanalytische Theorien
6.1 Die Theoreme der „Strukturalen Analyse“ von Barry Wellman (1988)
6.2 Das Handlungsmodell von Ronald Burt (1982)
6.3 Das Konzept des „Embeddedness“ von Mark Granovetter (1985)

7. Relevanz der Netzwerkanalyse für Organisationen
7.1 Netzwerke zwischen Organisationen
7.2 Neue Organisationsformen durch Netzwerke
7.3 Netzwerke in Organisationen
7.3.1 Gesamte Organisation als Netzwerk
7.3.2 Abteilungen der Organisation als Netzwerk
7.3.3 Dimensionen der Organisationsprozesse als Netzwerke

8. Wissenskultur als Netzwerk

9. Qualitative Netzwerkanalyse

10. Fallstudie EUREGIO
10.1 Theorie
10.2 Ausgangslage
10.3 Förderregion
10.4 Analyse
10.5 Schlussbetrachtung

11. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Makrotrends im Überblick

Abbildung 2: Freundschaftsstruktur unter Viertkl ä sslern

Abbildung 3: Geteilte Aufsichtsratsmitglieder einiger amerik. Unternehmen

Abbildung 4: Komponenten der strukturalen Handlungstheorie

Abbildung 5: Vision des Organisations- ü bergreifenden nicht-hierarchischen

Wissensnetzwerkes des untersuchten „ sales support centers “

Abbildung 6: Netzwerk Silicon Valley

Abbildung 7: Drei Phasen vom Konzept des Organisierens

1. Einleitung

Der Netzbegriff erfreut sich aktuell größter Beliebtheit und Verbreitung. Er ist in aller Munde und es wird von einer vernetzten Welt, gar von einer Netzwerkgesellschaft, gesprochen. Allein terminologisch lässt sich dieser Sachverhalt schon mit Leichtigkeit verdeutlichen: so ist bspw. von Unter- nehmensnetzwerken, Finanznetzwerken, ja sogar Terrornetzwerken oder Verbrecherorganisationen (Mafia), die sich in Netzwerken organisieren, die Rede.1

Ziel dieser Arbeit ist, die Ursachen für diese Beliebtheit und Bedeutung von Netzwerkanalysen herauszuarbeiten. Hierbei spielt insbesondere die Analyse zur Entstehung von Netzwerken eine entscheidende Rolle.

Um die hohe Bedeutung des Netzbegriffs nachvollziehen zu können, wer- den zu Beginn der vorliegenden Arbeit die Makrotrends mit ihren Auswir- kungen vorgestellt. Im weiteren Verlauf wird in Kapitel 3 das Netzwerk an sich thematisiert. Es wird den Fragen nachgegangen, was ein Netzwerk eigentlich ist und woraus es besteht. Um die Netzwerkanalyse besser ein- ordnen zu können, werden in dem 4. Kapitel ihre historischen Wurzeln vor- gestellt, um dann im darauffolgenden Kapitel die Netzwerkanalyse selbst näher zu beleuchten. Schwerpunkte bilden hier neben der Erhebung auch verschiedene Darstellungsformen und unterschiedliche Analysemethoden.

Kapitel 6 widmet sich den netzwerkanalytischen Theorien. So richtet sich die Betrachtung auf die Theoreme der „Strukturalen Analyse“ von Barry Wellman (1988), dem Handlungsmodell von Ronald Burt (1982) und dem Konzept des „Embeddedness“ von Mark Granovetter (1985), deren grundlegenden Kernaussagen herausgestellt und erläutert werden.

Nach Abhandlung der theoretischen Grundlagen steht in Kapitel 7 die Re- levanz der Netzwerkanalyse für Organisationen im Mittelpunkt. Insbeson- dere die Relevanzfelder Netzwerke zwischen den Organisationen und Netzwerke in den Organisationen sowie die Entstehung neuer Organisati- onsformen durch Netzwerke stellen dabei einen entscheidenden Ansatz- punkt der Netzwerkanalyse dar und werden daher in diesem Kapitel aufge- griffen.

Kapitel 8 setzt sich im Weiteren mit der Wissenskultur als Netzwerk ausei- nander. Dabei rückt das Instrument Wissensmanagement in den Fokus der Betrachtung, das für Unternehmen einen Ansatz darstellt um die Produktiv- kraft des Wissens zu nutzen und wettbewerbsentscheidende Vorteile zu erlangen. Anhand einer kurzen Darstellung eines Fallbeispiels soll hierbei verdeutlicht werden, dass Wissensmanagement mit der Idee des Netz- werks einhergeht.

Nach einer quantitativen Betrachtung von Netzwerken wird anschließend im Kapitel 9 auf die Bedeutung der qualitativen Verfahren für die Netzwerkanalyse eingegangen. Dazu wird analysiert, ob die formale Netzwerkforschung und qualitative Methoden zusammen passen und inwiefern sie für ihre Anwendung geeignet sind.

Anhand der EUREGIO Fallstudie soll im 10. Kapitel aufgezeigt werden, ob sich diese offenen und gering strukturierten Verfahren dafür eignen, um ein bestehendes Netzwerk zu erforschen. Zusätzlich werden die wichtigsten Bestandteile zur Bildung eines aktiven Netzwerks herausgearbeitet.

Abschließend werden in einer zusammenfassenden Betrachtung die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit festgehalten.

2. Der Netzbegriff

Wie bereits erwähnt, gewinnt der Netzbegriff immer mehr an Relevanz. Diese zunehmend hohe Bedeutung des Begriffs lässt sich in einen Zu- sammenhang mit Entwicklungen stellen, die massive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben und immer mehr an Einfluss gewinnen - die Makro- trends. Der Netzbegriff scheint wie geschaffen dafür zu sein, diese gesell- schaftstransformativen Entwicklungen zu fokussieren und zu beschreiben.2 Im Folgenden werden vier Makrotrends näher Der Fokus der folgenden Darstellung liegt auf ihren Konsequenzen für Organisationen, da eine um- fassendere Darstellung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Makrotrends im Überblick 3

2.1 Globalisierung

Globalisierungstendenzen lassen sich in verschiedenen Lebensbereichen entdecken, z.B. in gesellschaftlich-sozialen, wirtschaftlichen oder auch poli- tischen. Wirtschaftsorganisationen können an dieser Stelle als Motor hinter diesen Entwicklungen bezeichnet werden. Durch die Liberalisierung der Absatz- und Finanzmärkte sind Global Players entstanden. Unternehmen sehen sich u.a. durch Kostengefälle immer mehr dazu bewegt, z.B. ihre Produktion in Regionen zu verlagern, die eine für sie optimale Kosten- Leistungsstruktur aufweisen. So sind sehr dynamische und weit gespannte Austausch- und Koordinationsstrukturen entstanden. Der Netzwerkbegriff ist hervorragend dazu geeignet, diese Strukturen zu erfassen und zu be- schreiben.4

2.2 Individualisierung

Die aktuell zunehmende Individualisierung führt zu mehr Kontingenz. Au- ßerdem haben sich unsere Erlebnisweisen beschleunigt. Die einzelnen sozialen Teilbereiche werden durchlässig und interagieren miteinander. Einzelentscheidungen, die aus unterschiedlichen Lebensbereichen stam- men, können zeitlich und inhaltlich miteinander verknüpft werden - Es kommt zu einem „ Patchwork heterogener Orientierungen, die in einem lo- sen Verbund koexistieren5. Der Netzwerkbegriff kann diese heterogenen Beziehungen miteinander vernetzen und in einen Zusammenhang stellen. Diese Entwicklungen haben auch Konsequenzen auf Organisationen, z.B. zunehmende Eigenverantwortung einzelner Mitarbeiter, mehr wechselseiti- ge Abhängigkeiten unter den Mitarbeitern oder auch flachere Hierarchien.6

2.3 Informations- und Kommunikationstechnologien

Das Internet ist die wohl bekannteste I&K-Technologie. Ein Stichwort hierzu sind virtuelle Netzwerke wie z.B. Facebook oder Xing. Tatsächlich haben die I&K-Technologien dazu geführt, dass sich die menschliche Interaktion fundamental wandelt und zunehmend netzwerkartig wird. Dies hat massive Auswirkungen auf Organisationen. Zu nennen sind da bspw. neue Formen des Arbeitens, wie Telearbeit. Diese Arbeitsform war vor einigen Jahrzehn- ten noch gar nicht möglich. Des Weiteren sind neue Berufe wie die der IT- Spezialisten entstanden. Bisher weit verstreute oder voneinander isolierte Informationen können mittlerweile miteinander vernetzt werden. Es kommt geradewegs zu einer Informationsexplosion, da sehr viele Informationen zugänglich sind. Organisationsprozesse werden immer wissensabhängiger, was in der Notwendigkeit neuer Managementformen resultiert. Ein Stich- wort ist hier z.B. Wissensmanagement, worauf im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch näher eingegangen wird.7

2.4 Deregulierung und Dezentralisierung

Die wachsende Bedeutung der Netzwerkterminologie lässt sich auch in einen Zusammenhang mit Deregulierung und Dezentralisierung stellen. Einerseits entsteht für die Akteure mehr Selbstverantwortlichkeit und sie haben mehr Platz selbst zu planen und zu gestalten. Andererseits kommt es zu einer „ Egalisierung verschiedener Handlungsfelder8 kommt. Jeder hat sich allein durchzukämpfen. Derjenige ist erfolgreich, der sich als „ akti ve(r) Networker9 beweist und in der Lage ist, zeit- und ressourcenökonomisch zu arbeiten.

Diese Makrotrends mit ihrer gesellschaftstransformativen Wirkung haben folgerichtig Einfluss auf aktuelle Konzepte. Daraus resultiert die hohe Bedeutung des Netzwerkbegriffs - er ist prädestiniert, diese heterogenen Entwicklungen zu betrachten und zu ergreifen.

3. Das Netzwerk

Was ist ein Netzwerk überhaupt? Woraus besteht es? Dies sollen Themen dieses Abschnitts sein. Es gibt wenig universale Bestimmungselemente eines Netzwerks. J. Clyde Mitchel hat Netzwerke als „ spezifische Mengen von Verbindungen zwischen sozialen Akteuren10 definiert. Dies bedeutet, dass alles was Knoten und Relationen hat, ein Netzwerk ist. Mehrere durch Relationen verbundene Knoten bilden demzufolge ein Netzwerk.11 Die er- wähnten Knoten stehen hierbei für Akteure. Akteure können z.B. Organisa- tionen oder auch Menschen sein. Die Relationen können als Beziehungen zwischen den Akteuren oder auch Kanäle versinnbildlicht werden. Über diese Kanäle laufen jegliche Aktivitäten, Interaktionen und Beziehungen zwischen den Knoten ab, wie z.B. Informationsaustausch, Kooperation oder Konflikte. Wie an den Beispielen ersichtlich, können sowohl Relatio- nen als auch Knoten aus ganz verschiedenen sozialen Einheiten beste- hen.12

Bei näherer Betrachtung von Netzwerken können Teile des Netzwerkes ausgemacht werden, an denen die soziale Aktivität höher ist, als an ande- ren. Es gibt in einem Netzwerk immer Stellen, an denen mehr Knotenpunk- te und mehr Relationen zu finden sind als an anderen. Allerdings ist her- vorzuheben, dass diese Bezeichnung dynamisch ist. Das bedeutet, dass sich diese Zentren sozialer Aktivität schnell in andere Bereiche des Netz- werks verlagern können.13

Dieser Sachverhalt ist symptomatisch für den Netzbegriff allgemein - seine Stärke besteht ganz besonders in seiner enormen Flexibilität und Dynamik. Daraus lässt sich auch seine wachsende Bedeutung und Beliebtheit herlei- ten - er ist in der Lage soziale Gebilde von hoher Dynamik zu erfassen und zu beschreiben - wie z.B. die Makrotrends. Wie bereits angeklungen kön- nen sich die Netzbestandteile rasch ändern, ohne dass für das Konzept an sich große Schwierigkeiten auftreten. Die Grenzen eines Netzwerks verlau- fen unscharf. Es kann im Gegensatz zu Systemen nicht trennscharf zwi- schen der Umwelt und dem Netzwerk differenziert werden.14

4. Historische Wurzeln der sozialwissenschaftlichen Netzwerkanalyse (SNA)

Im Folgenden werden die historischen Wurzeln der sozialwissenschaftli- chen Netzwerkanalyse (SNA) näher dargestellt. Die SNA hat in der letzten Zeit Eingang in verschiedenste Forschungsfelder gefunden und viele sozio- logische Teilbereiche für sich eingenommen. Aufgrund der rasant wach- senden Beliebtheit des Netzbegriffs, ist die Literaturlage mittlerweile kaum noch überschaubar. Soziale Netzwerke sind bspw. Thema der Gemeinde- soziologie, der Politischen Soziologie oder auch der Organisationssoziolo- gie. Demzufolge können mit dem Konzept der SNA auch viele verschiede- ne Sachverhalte untersucht werden - so z.B. Kommunikationsnetzwerke, persönliche Netzwerke oder auch Netzwerke zwischen Organisationen und Netzwerke innerhalb von Organisationen.15 Besonders die letzten beiden Punkte werden im weiteren Verlauf der Arbeit noch vertieft. In den letzten 20-25 Jahren hat sich die SNA tatsächlich als ein „ Ansatz mit eigenen Me- thoden und einigen zugeh ö rigen Theoremen16 entwickelt.

Als Wegbereiter ist an dieser Stelle die Gründung des INSNA Ende der 80er Jahre zu nennen - des „International Network for Social Network Ana- lysis“. Bei der SNA ist der Gegenstand der Analyse die Beziehungsstruktur zwischen den Individuen. Sie wird als Basis, als Erklärung für soziale Pro- zesse und Phänomene gesehen.17 Die Idee ist nicht ganz neu - es hat durchaus Vorläufer der SNA gegeben. Diese reichen von der Sozialpsycho- logie bis hin zur Soziologie. In früheren Arbeiten dieser Teilbereiche wur- den soziale Phänomene bereits als Folge der Beziehungsstruktur zwischen einzelnen Akteuren gesehen.18 Die Netzwerkanalyse ist ein Paradigma, das einzelne sozialwissenschaftliche Teilbereiche übergreift und durch ei- nen hohen Formalisierungsgrad gekennzeichnet ist. Sie ist ein wichtiger Teil der Sozialwissenschaften, da sie „ anstatt individuelle Eigenschaften zu untersuchen oder den Begriff der sozialen Struktur nur metaphorisch her- anzuziehen19, diese soziale Struktur tatsächlich beschreibt und analysiert. Wie bereits erwähnt, besteht die Grundannahme darin, dass jegliches sozi- ales Handeln und soziale Prozesse auf der Beziehungsstruktur, in die ein Akteur eingebettet ist (sein Netzwerk), aufbaut. Das liegt daran, dass sozia- le Netzwerke in der Lage sind, Ressourcen für die Akteure bereitzustellen. Sie können Kollektive organisieren, handlungsfähig oder -unfähig machen. Sie bilden die Infrastrukturen, über die jegliche Beziehungen zwischen den Akteuren ablaufen.20

5. Netzwerkanalyse

Es geht der Netzwerkforschung um die Darstellung der Netzwerkstrukturen und ihre Analyse.21 Sie beschreibt die formalen Strukturen zwischen den einzelnen Akteuren. Es wird vornehmlich mit hochstandardisierten Verfah- ren gearbeitet.22 Dass auch nicht-standardisierte Verfahren Potentiale für die Netzwerkanalyse darstellen können, wird im weiteren Verlauf der Arbeit noch näher behandelt. Die sozialen Beziehungen zwischen den Akteuren werden zwar inhaltlich definiert, das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der „ formalen Struktur dieser Beziehungen23. Demzufolge geht es also bspw. primär um die Größe des Netzwerks oder um die Anzahl der Kontak- te. Das Konzept des sozialen Netzwerks soll den Blick auf die Gesamtheit der sozialen Beziehungen ermöglichen - es geht über einzelne soziale Beziehungen hinaus und beschäftigt sich mit den Relationen in einem Netzwerk.24

5.1 Die Erhebung von Netzwerken

Bei der Erhebung von Netzwerken werden drei verschiedene Eigen- schaftsaspekte voneinander unterschieden, die erhoben werden können. Zum Einen die Eigenschaften der Knoten (Akteure), dann die Art und Ei- genschaften der Relationen und schlussendlich die Eigenschaften der Netzwerkstruktur an sich (wie z.B. Dichte oder Differenzierung des Netz- werks). Die Erhebung von Netzwerken hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, so muss z.B. geklärt werden, wie groß das zu erhebende Netz- werk eigentlich ist.25 Die einfachste und kleinste Form eines Netzwerkes ist die sog. Dyade. Sie besteht aus zwei Knoten und den verbindenden Relati- onen. Die nächste Stufe ist dann die Triade - diese besteht, wie der Name schon vermuten lässt, aus drei Knoten und den verbindenden Relationen.26

Es gibt mehrere Möglichkeiten Netzwerke zu erheben. Es können Gesamt- netzwerke untersucht werden, wie z.B. Gemeinden. Bei einer solchen Er- hebung werden die Befragungspersonen bspw. nach dem Schneeballprin- zip ausgesucht.27 Eine Alternative ist die Erhebung sog. ego-zentrierter Netzwerke. Die Person, deren Netzwerk erhoben wird, ist auch die Aus- kunftsperson über die sie umgebenden Netzwerkstrukturen.28 Von beson- derem Interesse ist nicht nur, „ wie viele Personen (alteri) ein Befragter (ego) hinsichtlich einer erfragten Beziehung nennt, sondern auch, wer die- se sind und wie diese untereinander vernetzt sind, sodass sich eine Netz- werkstruktur errechnen l ä sst ( … )29.

Es können auch Netzwerkketten abgebildet werden. Ein gutes Beispiel ist an dieser Stelle die „Small World Studies“ von Milgram. Die Idee dahinter ist, dass jemand eine Adresse auf einen Brief schreibt, den Brief aber nicht direkt dorthin schickt, sondern einem Bekannten in die Hand drückt. Dieser muss den Brief wiederum einem Bekannten geben, solange bis der Brief seinen ursprünglichen Bestimmungsort erreicht hat, ohne dass er auf direk- tem Wege dorthin geschickt wurde. Es entsteht eine Netzwerkkette. Milgram konnte im Zuge dieser Untersuchung herausfinden, dass die west- liche Welt im Schnitt über sieben Ecken miteinander bekannt ist.30

[...]


1 Vgl. Häußling (2005), S.265.

2 Vgl. Häußling (2005), S.265.

3 Eigene Darstellung in Anlehnung an ebd.

4 Vgl. ebd., S.266.

5 Vgl. Häußling (2005), S.266.

6 Vgl. ebd., S.267.

7 Vgl. ebd., S.267 f.

8 Ebd., S.268.

9 Vgl. ebd.

10 Hollstein (2006), S.14

11 Vgl. Häußling (2005), S.269.

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. ebd., S.270.

15 Vgl. Hollstein (2006), S.11.

16 Diaz-Bone (2006), S.2.

17 Vgl. ebd.

18 Vgl. ebd.

19 Vgl. ebd., S.2 f.

20 Vgl. ebd., S.3.

21 Vgl. Hollstein (2006), S.11.

22 Vgl. ebd., S.12.

23 Ebd., S.14.

24 Vgl. ebd., S.13.

25 Vgl. Diaz-Bone (2006), S.3.

26 Vgl. ebd.

27 Vgl. Hollstein (2006), S.14.

28 Vgl. Diaz-Bone (2006), S.3.

29 Vgl. Diaz-Bone (2006), S.3 f.

30 Vgl. ebd., S.4.

Details

Seiten
33
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656106166
ISBN (Buch)
9783656105961
Dateigröße
964 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187365
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Netzwerk Netzwerkanalyse Wellman Granovetter Burt Wissenskultur Fallbeispiel EUREGIO

Autor

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Titel: Organisationstheorie und -entwicklung: Netzwerkanalyse