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Der Islam in Russland

Ambiguität, Arbitrarität, Aporie. Von der Geschichte bis zur heutigen globalen Veränderung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 26 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufbau
1.2 Technisches Vorgehen

2. Exposé der Religionen
2.1 Die Christlichen Kirchen
2.1.1 Wie kam es zur russischen Orthodoxie?
2.2 Der Islam
2.2.1 Wie kam der Islam nach Russland?
2.3 Zwischenresümee
2.3.1 Die Frage nach der Säkularisierung

3. Exposé der heutigen Entwicklung des Religiösen
3.1 Heutige Situation der Religionen in Russland
3.1.1 Russisch Orthodoxe Kirche
3.1.2 Situation und Organisation des Islam
3.2 Globale Erscheinungen
3.2.1 Die Wiederkehr des Religiösen?
3.2.2 Islamischer Terrorismus

4. Abschließende Beurteilung und Ausblick

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 "Nicht alle Muslime sind..."

Abbildung 2 „Sobor prepodobnogo Isaakija Dalmatskogo“

Abbildung 3 Organisation des Islam nach registrierten Vereinen

1. Einleitung

„Civilizations are the ultimate human tribes, and the clash of civilizations is tribal conflict on global scale. In the emerging world, states and groups from two different civilizations may form limited, ad hoc, tactical connections to advance their interests against entities from a third civilization or for other shaped purposes” (Huntington, 2002, S. 183).

Es mag zunächst nur schwer verdaulich erscheinen sich vorstellen zu müssen, dass der „ultimative menschliche Stamm“ die Zivilisation sein soll. Folgt doch diese Logik einem modifizierten Nationen-Gedanken, den man gerade versucht wieder zu relativieren. Die Europäische Union balanciert zwischen den Entscheidungsvariationen: Intergouvernemental und Supranational. Die Arabellion in der arabischen Welt, die Wirtschaftskrise, das aufstrebende und den Vorstellungen der westlichen Welt widerstrebende China, all diese Konfliktpotenziale, Bedrohungen, Krisen aber auch Möglichkeiten und Chancen lassen zumindest eine grobe Einteilung der Welt in kulturelle Zentren, Zivilisationen zu. Und es wäre ratsam einen nüchternen, distanzierten Blick auf die tatsächlichen Gemeinsamkeiten und Gegensätze dieser übernationalen kulturellen Zentren zu schauen, um Kooperationsmöglichkeiten zu finden.

Es mag eventuell auch nicht überzeugen, dass die meisten Beziehungen „connections“ nur von kurzer Dauer und zum Zweck eines gemeinsamen Interesses gegen Dritte eingegangen werden, und es wäre nur wünschenswert, dass dies zukünftig obsolet sein würde. Doch der Blick in die Geschichte – „der längsten empirischen Studie“ – lässt nur wenig Zuversicht für einen solchen Standpunkt übrig. So beschreibt Leo Tolstoi in seiner Novelle „Hadschi Murat“ eine reale Begebenheit aus dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Kaukasuseroberung, die biographisch gut recherchierte und fundierte Lebensgeschichte des adligen Awaren. Dieser kämpfte nämlich zunächst auf der Seite der Russen gegen die vom Imam Schamil angeführten Widerstandskämpfer des Nordkaukasus. Das tat er aufgrund einer Bündnisverpflichtung seines Stammes, welche eine solche Kooperation vorsah („ad hoc, tactical connections to advance their interests against entities”). Dieser wird im Laufe des Krieges von einem russischen Offizier intrigiert („limited“), folglich als Verräter verhaftet, kann jedoch fliehen und wechselt aufgrund dieser Erfahrung tatsächlich auf die Seite des Schamil um nun gegen die vermeidlich zivilisierten Russen zu kämpfen. Der Rahmen dieser kurzen Erzählung des großen russischen Schriftstellers, der selbst als Fähnrich im Kaukasus gedient hatte, lässt sich – wie oben geschehen – ohne Mühe auf Huntingtons These als eine Art Mikrobeispiel transferieren, jedoch möchte ich noch eine kurze Passage aus dem Werk selbst zitieren, die eine weitere Dimension in den Vordergrund stellt. Tolstoi lässt Hadschi Murat auf die Frage des Offiziers Petrowski, was ihm in Tiflis den besonders gefallen habe, antworten:

„[...] am besten habe ihm das Theater gefallen. »Und der Ball beim Oberstkommandierenden – hat ihm der nicht gefallen?«

Hadschi Murat blickte stirnrunzelnd drein: jedes Volk, meinte er, habe seine eigenen Sitten. »Bei uns kleiden sich die Frauen nicht so wie dort«, sagte er [...].

Das hat ihm also nicht gefallen?

»Es gibt bei uns ein Sprichwort«, sagte er [...],»das lautet: der Hund bewirtet den Maulesel mit Fleisch und der Maulesel den Hund mit Heu – und so blieben beide hungrig«. Er lächelte bei diesen Worten. Jedem Volk gefällt eben seine eigene Art«(Tolstoi, 2011, S. 127).

So wenig diese Zeilen zum Erscheinungsdatum 1912 (postum), für Aufregung gesorgt haben, so brisant sind eben diese konkreten Lebensvorstellungen für die heutige Zeit. (z.B. die Debatte um das Kopftuchtragen, Integration sowohl der Türkei als Staat in die EU als auch der Muslime in die westlichen Gesellschaften und einzelnen Staaten etc.).

Für die heutige Russländische Föderation stellen sich im Gegensatz zu den Europäern zum Teil völlig andersartige, divergente Fragen zum Umgang mit „dem Islam“[1].

1.1 Aufbau

„It is difficult to establish exactly when Islam first appeared in Russia because the lands that Islam penetrated early in its expansion were not part of Russia at the time, but were later incorporated into the expanding Russian Empire” (Hunter, 2004, S. 3).

Ausgehend von dieser für Europäische Großmächte einzigartigen Konstellation sollen die aktuellen Fragen der Religionen diskutiert werden. Es ist von großem Interesse inwieweit diese besondere historische Gegebenheit Russlands sich von den Westlichen unterscheidet. Dahingehend soll der Frage nachgegangen werden, ob es sich bei der weltweit angenommenen Wiederkehr des Religiösen tatsächlich um eine Wiederkehr handelt und inwieweit der „Globale Terrorismus“ bzw. Islamischer Fundamentalismus damit in Verbindung steht. Hierzu werden die Thesen insbesondere Olivier Roys aber auch die Sichtweise Peter Scholl-Latour berücksichtigt. So soll die Bedrohung durch den angeblichen und realexistierenden Terrorismus in den russischen Spezifika beleuchtet und anschließend in einen globalen Kontext, soweit möglich, gestellt werden. So sieht die Seminararbeit ihren Anspruch insgesamt darin, den Islam in der Russländischen Föderation zu skizzieren, seine Heterogenität sowie seine regionalen Besonderheiten herauszustellen. In diesem Zusammenhang wird die Geschichte des Christentums, insbesondere die der Ostkirche kurz resümiert werden, dem wird die Entstehungsgeschichte des Islam mit seinen Spezifika gegenübergestellt und anschließend ausgewertet werden.

1.2 Technisches Vorgehen

Für das angenehmere und flüssigere Lesen wurden die russischen Wörter bzw. Wörter aus der russischen Sprache die nach dem kyrillischen Alphabet geschrieben werden, die in der deutschen Literatur gebräuchlich sind, nach der allgemein gültigen Dudenschreibweise transkribiert, so z.B. „Hadschi Murat“. Alle anderen aus dem Russischen zitierten Wörter wurden nach den allgemein üblichen wissenschaftlichen Transliterationsregeln geschrieben z.B.„Srednjaja Azija“ („Mittelasien“). Bei Zitaten aus dem Englischen wurden diese ohne Übersetzung wörtlich übernommen. Alle Übersetzungen aus dem Russischen, wenn nicht anderes angegeben, stammen von mir. Die Seminararbeit wurde im für Microsoft Office üblichen APA Zitatformat geschrieben.

2. Exposé der Religionen

Um eine solide Analyse des Islam in Russland vornehmen zu können ist man auf die Komparation mit den christlichen Kirchen angewiesen. Daher soll im Folgenden eine Skizze der Entstehung, Spaltung und Verbreitung des Christentums gezeichnet werden, bevor eine weitere Skizze die Geschichte des Islam resümiert. Anschließend soll ein Zwischenfazit die Wesentlichen Elemente hervorheben.

2.1 Die Christlichen Kirchen

„Der Ur-Sprung des Christentums war die Verbreitung von Jesu Tod und seines Wirkens als Geschichte eines Lebenden“(Nowak, 2007, S. 16). In der Zeit danach, dem ersten Jahrhundert nach Christus, während sich das weltliche Imperium seiner größten Ausdehnung erfreute, spaltet sich das Sacerdotium[2] aus einer „gemeinsamen Matrix“ (Ebd. S. 17) in das rabbinische Judentum und das frühe Christentum. So sieht John Dominic Crossan darin „eine großartige Fortsetzung des Judentums aus der Vergangenheit in die Zukunft“ (Ebd.). Es kommt zunächst auf der christlichen Seite zur Unterscheidung von christusgläubigen Juden und heidnische Christen. Die zweite Gruppe wurde als bald dominanter und setzte sich durch, sodass sich die Kirche von der Synagoge löste. Die Christen wurden bis zur Annahme des Christentums zur Staatsreligion (im Römischen Imperium) durch Konstantin dem Großen ab 312 fast durchgehend im Reich verfolgt. Für die Geschichte der Ostkirche ist insbesondere die Verlegung der Kaiserstadt nach Byzanz 330 von großer Bedeutung. Mit dem Edikt des Kaisers Theodosius’ „Cunctospopulos“ von 380 wurde der Konfessionsstaat geboren und die Häretiker zur Orthodoxie juristisch angehalten. „Zum Träger der offiziellen Kultur berufen“ (Nowak, 2007, S. 28f.) wurde das Christentum schließlich im Jahr 438 durch den „Codex Theodosianus“, denn von nun an wurden alle Heiden von dem Öffentlichen Dienst ausgeschlossen.

Das Jahr 395 datiert die Teilung des Imperiums in ein West- und ein Oströmisches Reich. Während das Weströmische Reich einen schnellen Untergang erlitt, konnte sich fortan das Byzantinische Reich bis zur Eroberung durch die Osmanen am 29.Mai 1453 halten.

Für die zu behandelnde Thematik soll die obige Skizze der Geschichte des Christentums genügen.

2.1.1 Wie kam es zur russischen Orthodoxie?

Für die russische Geschichte ist das Jahr 988 von zentraler Bedeutung. Dieses Jahr wird von den meisten Historikern als das wahrscheinlichste Jahr der Taufe(zum orthodoxen Christen) des Kiewer Fürsten Vladimir angesehen. Der Nestorchronik[3] zur Folge lies sich der Fürst die Vertreter der Religionen kommen, und wählte seinem Reich die „schönste“ Religion aus. Des Weiteren wurde seine Wahl von einem ihm selbst widerfahrenden Wunder bekräftigt; er wurde von einer Augenkrankheit beim Taufvorgang geheilt. Heiko Haumann deutet den Entschluss Vladimirs eine Religion anzunehmen als eine rationale politische Entscheidung. Der Fürst benötigte ein Instrument um sein heterogenes Territorium zusammenzuhalten, die verschiedenen Ethnien und Stämme durch etwas Gemeinsames zusammenzuführen. Schließlich „konnte der Kiewer Fürst den erwünschten Rang unter den Mächten und zugleich die innere Konsolidierung des Landes nur erreichen, wenn er sich mit Byzanz verband“, so half er den Byzantinern durch militärisches Engagement und festigte diese Bindung durch die Ehelichung der Schwester des Kaisers in Konstantinopel(Haumann, 2003, S. 36 ff.). Zur Autokephalie verhalfen der russisch-orthodoxen Kirche vor allem die Osmanen. Die bedrückende Lage, der Belagerung durch die Türken, zwang die Metropoliten in Byzanz den Katholiken eine Wiedervereinigung anzubieten, die die russische Kirche miteinschließen sollte. Dieser Schritt ging den Rechtgläubigen inzwischen in Moskau (kurzzeitig in Wladimir) zu weit und diese akzeptierten ihn nicht. So wurde 1461 ein Russe zum Metropoliten. Die endgültige Eroberung von Konstantinopel durch die muslimischen Türken, gab schließlich den Anlass zur, nicht ganz unwillkommener, Unabhängigkeit der russischen Kirche. Diese wurde somit autokephal gegenüber der byzantinischen Orthodoxie. Jedoch verlor sie dadurch an Spielraum gegenüber dem Großfürsten, gleichzeitig wurde der Großfürst durch die Eigenständigkeit jetzt „seiner“ Kirche auf „internationaler Ebene“[4] aufgewertet(Haumann, 2003, S. 89ff.).Die Ereignisse wurden recht schnell politisch nutzbar gemacht und bereiteten den Nährboden für das missionarische Selbstverständnis der folgenden Generationen. So deutete der Metropolit Zosima das bevorstehende Weltende im Jahr 1498, nach dem byzantinischen Kalender das Jahr 7000, propagandistisch um: „[...] das neue Jahrtausend [werde] die Vollendung der Weltgeschichte durch Moskau als drittes Rom erleben“ (Schmidt, 2009, S. 129).

2.2 Der Islam

„ Die Entstehung der islamischen Urgemeinde ist Teil eines historischen Vorganges, der sich als Prozeß einer arabischen Staatsbildung beschreiben läßt“(Halm, 2008, S. 20). So ist es im arabischen Raum ebenfalls das Verlangen nach einer Zusammenführung der divergierenden Interessen zahlreicher äußerst heterogener Stämme auf ein Fundament, den Islam, der als Katalysator für das missionarische Streben Mohammeds anzunehmen ist. Im Unterschied zum Christentum musste der Staat, jedoch erst erschaffen werden. Zwar ist die arabische Halbinsel urbanisiert[5], jedoch vermochte es keine vormals angenommene Leitreligion diese Machtzentren zu konsolidieren. So ist es die herausragende Leistung Mohammeds diese zerstreuten, zerstrittenen Stämme in einer Gemeinde, der Umma, zu kumulieren. Jetzt ist „[...] nicht mehr der Stammesgenosse [...] dem Stammesgenossen verpflichtet, sondern der Muslim dem Muslim“(Halm, 2008, S. 21). Die Expansion des Islam ist schließlich dem Ausgreifen des Staates nach Außen zu verdanken, die Voraussetzungen hierfür liefert jedoch die Religion.

Die vier Kalifen, alle Verwandte Mohammeds, übernahmen und expandierten sein politisches Erbe. Erst mit dem Tod des Vierten, Ali 661, beginnt die Fitna, der „Bürgerkrieg“. Durchsetzen konnte sich die Mu’âwiyas, ein Vertreter der Umayya, das Geschlecht der ehemaligen (heidnischen)Führung Mekkas. Diese hatten zunächst ihren Führungsanspruch gegenüber den Mohammedanern vereidigt und lehnten verständlicherweise den Islam ab. Jetzt da sich der Islam so exorbitant erfolgreich durchgesetzt hatte, nutzten die ehemaligen heidnischen Oligarchen die günstige Situation und setzten sich an die Spitze und erlangten somit ihre Machtstellung wieder(Halm, 2008, S. 20-52). In diesem Ereignis liegt auch der ständige Konflikt der beiden dominierenden Richtungen des Islam fundiert, dem, zwischen den Schiiten und den Sunniten.

Nach dem sich die „ursprünglich heidnische“ Seite durchsetzte und bis heute das geistige Oberhaupt durch Wahlen bestimmt, wird 680 schließlich der letzte Erbe Mohammeds beim Massaker von Kerbelâ ermordet. Die Passions- und Märtyrerbewegung der Schiiten ist geboren. Diese zog sich ab da an zurück um auf einen vermuteten 13. verschollenen Imam zu warten, der einst wiederkehrt und somit legitim das Erbe Mohammeds weiterführt. Bis dahin sind alle geistigen Oberhäupter lediglich Stellvertreter des Verschollenen. Erst im 16. Jahrhundert kommen die Schiiten wieder in das (global)politische Geschehen zurück. Die Safaviden werden ab da an dem Gebiet des heutigen Iran ein Schiitisches Antlitz verleihen, das bis heute Bestand hat(Halm, 2008, S. 46ff.).

Diese Ausführung soll zur der Allgemeinen Geschichte des Islam genügen, jedoch sei noch angemerkt, dass bereits in der Differenzierung zwischen Sultanen und Kalifen de facto eine Säkularisierung gelebt wurde, ohne diese als solche zu bezeichnen(Halm, 2008, S. 50f.).

2.2.1 Wie kam der Islam nach Russland?

Die Frage ist in dieser Form schlicht falsch gestellt. Der Islam kam nicht nach Russland, sondern Russland kam zum Islam und machte diesen zu einem Teil ihrer selbst. Denn faktisch betrachtet muss man die Frage nach der Indignität, zur Gunsten der Muslime beantworten.[6] Schon 922 nahmen die um das Gebiet der heutigen Autonomen Republik Tatarstan siedelnden Wolgabulgaren den Islam an.[7] Noch genauer hat die Stadt Derbent, welche in der heutigen Republik Dagestan liegt, bereits im 7 Jahrhundert den Islam angenommen.[8] Das bedeutet bei einer nüchternen historischen Betrachtung, dass der Islam auf dem heutigen Boden der Russländischen Föderation eine längere Tradition hat.

Die Wolgabulgaren gründeten im 8. Jhd. in dem Wolgagebiet die Stadt Bolgar und fundierten somit ihr Reich. Dieses Reich, welches als Bindeglied zwischen Ost und West fungierte, wurde schnell wohlhabend, denn es kontrollierte die Infrastruktur des Handels an der Wolga, dem Bindeglied zwischen Orient und Okzident. (Noack, 2000, S. 39f.)Mit dem Mongolensturm im 13Jhr. wird dieses Gebiet der Golden Horde(, es kommt zur Herrschaft einer islamisierten dschingisidischen Dynastie,) einverleibt und nach dessen Zerfall im 15. Jhd. folgen drei wichtige Khanate, das Khanat Kazan, Astrachan’ und Sibir’. (Ebd.)

[...]


[1] Es sei hier nur am Rande vermerkt, dass es so etwas wie „den Islam“ im Grunde nicht gibt. Vielmehr verstehe ich darunter das die Wahrnehmung von nicht Muslimen aller Art Muslime sowie deren Bräuche und Verhalten an sich, welches von den jeweils geltenden Normen in den jeweils nicht muslimischen Gesellschaften abweicht, von eben diesen nicht Muslimen als „Islam“ oder salopper als „den Islam“ wahrgenommen und generalisiert wird. Diese im Alltag nur zu schnell gesagte Verallgemeinerung, verkommt zur Allaussage und etabliert sich ebenso schnell in der Umgangssprache.

[2] Hier lediglich als Abgrenzung des Geistlichen zum Weltlichen und nicht wie heute üblich als „Priestertum“ verwendet.

[3] Das wichtigste Dokument der ostslawischen Geschichte, die der Kiewer Rus, die Nestorchronik ist nur in Abschriften erhalten und die Authentizität der Wiedergaben wird in vielen Punkten bezweifelt. So wird in der Chronik selbst das Jahr 987 genannt. Vgl. z.B. (Haumann, 2003 S. 35ff.)

[4] „International“ hier in Anführungszeichen gesetzt, da man für diese Zeit noch nicht von Nation sprechen kann.

[5] An dieser Stelle sei hingewiesen, dass der Islam keine Religion der Wüste ist, sondern ganz im Gegenteil eine der Stadt. Basra, Kufa, Damaskus, Bagdad, Kairouan, Cordoba, Buchara sowie Samarkand werden seine Ausbreitungsstätte sein (Halm, 2008).

[6] Wenn man bei der Frage von dem heutigen Territorium Russlands ausgeht.

[7] Die wichtigste Quelle für diese Zeit bietet der Bericht des Gesandten des Kalifen Al-Muktadir Ibn Fadlan.

[8] Dieses Faktum wird auf Grund der geringeren Integration des (Nord-)Kaukasus in die Strukturen des russischen Staates als zweites erwähnt.

Details

Seiten
26
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656106968
ISBN (Buch)
9783656106623
Dateigröße
3.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187273
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Philosophische Fakultät Historisches Seminar I – Abteilung für Osteuropäische Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
Islam in Russland Islam Russland Kazan Tschetschenien Nordkaukasus Kaukasus Tataren Dagestan Tatarstan Wladikawkas Religion ROK Orthodoxie Astrachan Kasan Schamil Hadschi Murat Tolstoi Thema Islam

Autor

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