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Löss in Europa

Entstehung, Verbreitung, Altersbestimmung und charakteristische Eigenschaften

Hausarbeit 2011 16 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakteristische Eigenschaften

3. Entstehung
3.1. Äolischer Transport
3.1.1. Braided-River-System
3.2. Kategorisierung von Löss und Lössderivaten

4. Verbreitung
4.1. Global
4.2. Europa
4.3. Deutschland

5. Altersbestimmung

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Erklärung zur Urheberschaft

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Korngrößenübersicht (Institut für physische Geographie)

Abbildung 2: Transportkraft des Windes (BAUER et.al. 2001)

Abbildung 3: Äolischer Transport (FISCHER 2004b)

Abbildung 4: Globale Lössverteilung (McKNIGHT & HESS 2009)

Abbildung 5: Europäische Lösskarte (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung 2007)

Abbildung 6: Lössverteilung in Deutschland (LIEDTKE & MARCINEK 2002)

Abbildung 7: Lössprofil von Böckingen bei Heidelberg (EBERLE et.al. 2010)

1. Einleitung

Diese Arbeit wird sich mit den grundlegenden Eigenschaften des europäischen Lösses beschäftigen.

In Kapitel 2 werden zunächst seine charakteristischen Eigenschaften dargestellt.

Im Anschluss daran wird in Kapitel 3 die Entstehung von Löss und heutigen

Lössgebieten näher erläutert. Dabei wird unter 3.1. im speziellen auf das BraidedRiver System eingegangen. In Kapitel 3.2. wird die Untergliederung von Löss in verschiedene Unterkategorien erläutert.

Die Verbreitung von Löss wird in Kapitel 4 aufgegriffen und untergliedert in die globale, europäische und deutsche Verbreitung von Lössgebieten.

Kapitel 5 beschreibt schließlich verschiedene Möglichkeiten zur Datierung von Löss und deren Relevanz.

Die Arbeit endet schließlich mit Kapitel 6 in einer kurzen Zusammenfassung.

2. Charakteristische Eigenschaften

Bei Löss handelt es sich um ein schichtungsloses, äolisch transportiertes und abgelagertes Lockersediment (Gesteinsstaub). Seine charakteristische Farbe ist ein gelbliches Braun, welches jedoch auch mit der jeweiligen mineralischen Zusammensetzung des Lösses in Zusammenhang steht.

Er besteht zu einem Großteil aus Quarz, wobei die Zusammensetzung der weiteren Mineralien jedoch stark variieren kann. Sie ist abhängig von dem jeweiligen Liefergebiet. Weitere Bestandteile neben Quarz stellen Glimmer, Feldspate und Kalk dar. Eisenhydroxid ist verantwortlich für die charakteristische Färbung.(Universität Stuttgart 2008; GLAWION et.al. 2009, S.234) Löss ist ein sehr feinkörniges Sediment und besteht vorwiegend aus der Korngröße Schluff, kann aber auch zu Teilen Feinsand enthalten. (BAUER et.al. 2001, S.58; BAUMHAUER 2010) Die folgende Grafik gibt eine Übersicht über die verschiedenen Korngrößen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Korngrößenübersicht (Institut für physische Geographie)

Ein Korn mit der Korngröße Schluff ist also zwischen 0,063 mm und 0,002 mm klein. Der Tongehalt in primärem Löss ist sehr gering, kann sich aber durch weitere Verwitterungsprozesse erhöhen.(GLAWION et.al. 2009, S.234)

Da Löss in der Regel zwischen Gräsern und niedrigen Gewächsen wieder abgelagert wurde, bildeten sich kleine Haarröhrchen dort, wo Pflanzenteile von Löss umschlossen waren. Wenn Pflanzenteile verdorrten, hinterließen sie also haarfeine Kapillare im Löss. Diese kleinen Röhrchen machen es zum einen möglich, dass Wasser leichter aus tieferen Schichten aufsteigen und den Wasserhaushalt so regulieren kann. Zum anderen begünstigen sie aber auch eine hohe vertikale Stabilität des Lösses, die dazu führt, dass sich teilweise enorme Lösswände und Hohlwege bilden können.(BAUER et.al. 2001, S.59) Die kleinen Körnchen weisen zudem eine starke molekulare Anziehungskraft untereinander auf. Auch die Tatsache, dass die Körnchen eher eckig und kantig sind führt dazu, dass die Teilchen schlecht aneinander vorbei rutschen können. Somit sind sie sehr stabil und das auch bei großen Mächtigkeiten der Lössdecken.(McKNIGHT & HESS 2009, S.694)

Aufgrund seiner charakteristischen Eigenschaften bietet Löss ein wichtiges und gutes Ausgangsmaterial für sehr fruchtbare Böden, wie z.B. Parabraun- und Schwarzerden. Er lässt sich äußerst leicht und gut bearbeiten. Seine Mineralzusammensetzung bietet eine gute Versorgung mit Nährstoffen und seine kleinen Kapillaren sorgen für eine hohe Wasserspeicherkapazität, die eine gute Versorgung mit Feuchtigkeit erlaubt. Außerdem führt die sehr kleine Korngröße zu einer guten Durchlüftung. Nicht umsonst zählen Lössböden zu den fruchtbarsten überhaupt.(BAUMHAUER 2010) und sind weltweit von besonderer Bedeutung für die Landwirtschaft. In Deutschland wird die Qualität eines Bodens mit der sogenannten Bodenwertzahl beschrieben. Der zu erreichende Höchstwert beträgt 100. Für diesen Wert stand der Löss der Magdeburger Börde Pate.(Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ 2007) Lössböden eignen sich insbesondere für den Anbau von Getreide und Mais. (McKNIGHT & HESS 2009, S.694) Diese vielen positiven Eigenschaften hatten auch zur Folge, dass Lössgebiete häufig schon seit der Steinzeit bewohnt waren.(Ernst Klett Verlag 2004) Dass diese äußerst fruchtbaren Böden jedoch empfindlich auf Erosion sind, macht sie zu einem schützenswerten Gut.

3. Entstehung

3.1. Äolischer Transport

Löss entsteht durch äolischen Transport, sprich durch die Kraft des Windes. Die Transportleistung des Windes hängt von der Windstärke ab. Je höher die Windstärke ist, desto größere Teilchen können vom Wind transportiert werden. Im Umkehrschluss gilt, je geringer die Windstärke, desto kleiner sind die Teilchen, die vom Wind mitgeführt werden können. Unterschiedlich großes Material wird dementsprechend auch unterschiedlich weit verfrachtet. Großes, schweres Material wird schon früher wieder abgelagert als kleineres, leichteres. Schluff mit seiner sehr geringen Korngröße kann bereits ab einer Windgeschwindigkeit von 0,1-0,5 m/s transportiert werden. Im Vergleich dazu wird Mittelsand erst ab einer Windgeschwindigkeit von 5-6 m/s aufgenommen und umgelagert.

Auf der folgenden Abbildung wird die Transportkraft des Windes noch einmal grafisch dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Transportkraft des Windes (BAUER et.al. 2001)

Es kann in der Regel auch nur trockenes Lockermaterial aufgenommen werden. Feuchtes Material ist aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften weniger gut für den äolischen Transport geeignet. „Durchfeuchtete Sande und Schluffe sind wegen der Adhäsions und Kohäsionskräfte des Porenwassers widerständiger gegen Ausblasung.“(HENDL & LIEDTKE 19997, S.207) Eine geringe bis gar keine Vegetation erhöht die Angriffsfläche für den Wind noch zusätzlich.(BAUER et.al. 2001, S.58) Bei Betrachtung der Liefergebiete für den äolischen Transport von Schluff wird dies auch nochmal deutlich.

Bei den Liefergebieten handelt es sich unter anderem um Moränen, verflochtene Flusssysteme in Sanderebenen am Rande der pleistozänen Eisflächen oder bereits vorhandene Lössgebiete.(BAUMHAUER 2010)

Dort vorhandenes Material wird durch Frostverwitterung sowie durch Bewegung in den Gletschern oder den Transport in Flüssen bis auf kleinste Korngrößen von weniger als 0,1 mm zerkleinert.(BAUER et.al, 2001, S.58)

3.1.1. Braided-River-System

Die Braided-River Systeme spielen eine ganz besondere Rolle als Lösslieferant. Wie alle Flüsse führen auch die Braided-River Material mit, das durch den Transport im Fluss stark zerkleinert wird. Charakteristisch ist jedoch, dass ein sehr hoher Anteil an Grobmaterial mitgeführt wird. Aufgrund der hohen Materialfracht bilden sich immer wieder Sand- oder Schotterbänke, an denen Material abgelagert wird. Durch diese entstehenden Hindernisse ändert sich das Flussbett stetig. Der Flusslauf ist somit einer hohen Dynamik unterworfen und hochgradig veränderlich. Dies hat zur Folge, dass die mitgeführten Sedimente bei sinkendem Wasserstand und

Niedrigwasserzeiten abgelagert werden. Bei der kompletten Austrocknung liegt das abgelagerte Material plötzlich frei. Wenig Niederschlag und eine kaum vorhandene Vegetation haben zur Folge, dass der feine Staub nicht festgehalten werden kann. Somit bietet es eine ausgezeichnete Angriffsfläche für den Wind und kann leicht ausgeweht werden.(FISCHER (2004a); BAUMHAUER 2010) Das ausgewehte Material wird, je nach Korngröße, an anderer Stelle wieder abgelagert.

Die folgende Grafik stellt den äolischen Transport noch einmal bildlich dar.

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Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656106982
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187264
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
12
Schlagworte
löss europa entstehung verbreitung altersbestimmung eigenschaften

Autor

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Titel: Löss in Europa