Lade Inhalt...

Akzeptanz von Technik: Wie ist sie zu erfassen?

Hausarbeit 2010 16 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Frage- Problemstellung

3. Methoden zum Erfassen der Akzeptanz von Technik
3.2. Primärforschung
3.2.1. Befragung
3.2.2. Beobachtung
3.2.3. Test
3.1.1 Sekundärforschung
3.1.1. interne Sekundäranalyse
3.1.2. externe Sekundäranalyse

4. Differenzierung von Technologien und Parameter ihrer Akzeptanz
4.1. Produkt-, Freizeit- und Alltagstechnik
4.2. Professionelle Technik im Arbeitsbereich
4.3. Externe (Groß-)Technik

5. Differenzierte Ansichten in der Technikakzeptanz

6. Zusammenfassung

7. Literatur

1. Einleitung

Technik ist ein fester Bestandteil des Alltages jedes Menschen im 21. Jahrhundert, das wir in allen Lebensbereichen antreffen. Technologische Innovationen unterstützten den Menschen bei der Vereinfachung und der Ermöglichung von Fertigkeiten. Den- noch ist die Einführung neuer Technologien immer mit einem gewissen (entwicklungs- technischen und finanziellen) Risiko behaftet. Aus der Sicht der Entwickler bieten technologische Innovationen immer einen gewissen Fortschritt (Weiterentwicklung einer vorangegangen Technik) bzw. Nutzen (z.B. Erleichterung einer Fertigkeit, Effizi- enz, Qualität), den der potentielle Konsument annehmen kann aber auch ablehnen kann.

Die Welt scheint sich in Technikfreunden und Technikfeinden zu teilen. Trotz der seit den siebziger Jahren immer wieder aufflammende öffentliche Technikakzeptanz- debatten, gehört die wissenschaftliche Erfassung der Technikakzeptanz dennoch zu den Erscheinungen - im Vergleich zu vielen anderen Disziplinen der Naturwissenschaf- ten - die kein spezielles Instrument zu einer unmittelbaren und direkten Messung be- sitzt. Gerade weil der Begriff Technik vielseitig ist und vermutlich nicht vielseitiger sein kann, benötigt man interdisziplinäre Methoden aus der Sozialforschung, Meinungsfor- schung und Marktforschung um den Grad der Akzeptanz von Technik in der Gesell- schaft zu erheben.

Für die Ermittlung der Technikeinstellung und Technikakzeptanz sind daher geeignete Indikatoren erforderlich, die auf einem mittelbaren und indirekten Weg zu repräsentativen Ergebnissen führen.

2. Fragestellung

Ziel dieser Arbeit soll sein, die Methoden zur Erfassung der Akzeptanz von Technik aufzuzeigen. Dazu möchte ich im ersten Teil allgemeine Methoden der psychologi- schen Marktforschung vorstellen, die dazu beitragen Akzeptanz von Technik zu erfas- sen. Da, aus meiner Sicht, jede Art von Technik in erster Linie ein Produkt ist, habe ich mich auf verschieden Methoden der Marktforschung konzentriert. Die Marktfor- schung hat sich auf die systematische Sammlung, Aufbereitung, Analyse und Inter- pretation von Daten spezialisiert, die dem Markt Informationen über Güter, Produkte und Dienstleistungen beschafft und dadurch im Entscheidungsprozess hilft.

3. Methoden zur Erfassung der Akzeptanz von Technik

Zur Erkenntnis von bestimmten Sachverhalten gelangen wir durch die empirische Forschung, die hauptsächlich zwei Wege kennt: die quantitative und die qualitative Forschungsrichtung.

Bei der quantitativen Forschungsrichtung (deskriptive Forschung) ist das Untersuchungsziel festgelegt. Es geht darum eine möglichst hohe Anzahl von Personen zu befragen. Dazu eigenen sich zeitpunktbezogene Querschnittanalysen (z.B. standardisierte Befragungen) oder langzeitbezogene Längsschnittanalysen (z.B. Panelerhebungen) mit dem Ziel möglichst genauer Ergebnisse.

Die qualitative Forschungsrichtung (explorative Forschung) ist geeignet für unbe- kannte Themengebiete mit kleinem Kenntnisstand und dient vor allem der Hypothesenfindung. Diese Forschungsrichtung benutzt nicht-standardisierte Verfah- ren zur Informationengewinnung (z.B. Tiefen-/Leitfadeninterview, Gruppeninterview, Expertenbefragung).

3.1. Primärforschung (Field Research)

Im Gegensatz zur Sekundärforschung, befasst sich die Primärforschung mit dem Er- heben von neuen, noch nicht erfassten Daten, also Daten die über die Informationen der Sekundärforschung hinausgehen. Hier ist vor allem die Forschung der Demosko- pie, also die Meinungsforschung von großer Bedeutung. Diverse Institute (z.B. DemoSCOPE, forsa, IfD, GfK, TNS Infratest, ACNielsen) versuchen mit unterschiedli- chen methodischen Ansätzen bekannte Fehlerquellen mittels statischer Interpretati- on auszugleichen-. Es handelt sich bei allen um empirische, d.h. letztlich auf Beobach- tung der Realität beruhende Verfahren, die in unterschiedlichen Kontexten (Markt- forschung, Sozialforschung, Einstellungsforschung, Segmentationsforschung) ange- wandt werden. Als Quellen der Erhebung dienen sämtliche Personen, die im Umfeld der Technik stehen, also in erster Linie Mitarbeiter, Händler, Kunden, Interessenten, Endverbraucher und Meinungsbildner. Der Nutzen liegt vor allem darin, dass die Pri- märforschung auf eine bestimmte Zielvorstellung ausgerichtet werden kann. Ziel der Primärforschung sind möglichst ausführliche Informationen über die Gesellschaft, Gruppen, Unternehmen zu erheben. Die wichtigsten Erhebungsmethoden in der Pri- märforschung sind Befragungen, Beobachtungen und Tests.

3.1.1. Die Befragung (verbales Verhalten)

Befragungen sind besonders bei der Erfassung der Technikakzeptanz bei Konsumenten-, Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ein beliebtes Instrument und gelten als wichtigste Erhebungsmethode. Die Befragung ist eine Methode, die durch mündliche oder schriftliche Fragen, sowie durch andere Stimuli (z.B. Bildvorlagen) Antworten bekommt, die zuverlässige und gültige Informationen von Personen über den Befragungsgegenstand enthalten. Diese Befragungen/Interviews können je nach Kriterium in unterschiedlichen Formen durchgeführt werden.

- Nach Kommunikationsform: Ist die Befragung mündlich face-to-face, mündlich per Telefon, schriftlich, computergestützt, online per Internet
- Nach Zielperson/-gruppe: Wen möchte ich ansprechen? Gespräch mit Einzelper- sonen, Gruppen, Experten, Haushalte, Unternehmen, Meinungsbildner
- Nach Befragungsart: direkte oder indirekte Fragen
- Nach Standardisierungsgrad: Leitfaden/offenes Gespräch/ freies Interview, struk- turiertes Interview, standardisiertes Interview
- Nach Befragungshäufigkeit: Einmal oder ad-hoc- Befragungen, Widerholungsbe- fragung, Panelbefragung
- Nach Themengebiet/Inhalt: Einthemenbefragung, Mehrthemenbefragung (Omni- busbefragung)
- Nach Auswahl der Probanden: Zufallsauswahl, systematische Auswahl

Die Art und Weise wie mit dem Befragten kommuniziert wird ist ein wesentliches Differenzierungsmerkmal.

3.1.1.1. Schriftliche Befragung

Hier erfolgt die Befragung durch einen Fragebogen, der entweder ausgeteilt oder mit der Post oder per Fax zugesandt wird. Der Befragte muss den Fragebogen selbststän- dig und ohne Hilfe ausfüllen. Damit jedes Missverständnis in der Fragestellung ver- mieden wird, müssen die Fragen einfach und verständlich formuliert sein. Komplexe Sachverhalte sind kaum erfragbar. Zudem sollte die Beantwortungsdauer nicht länger als 15 min dauern. Weitestgehend geschlossene Fragen sollten zu knappen Antwor- ten führen.

Diese Form der Befragung hat jedoch ihre Tücken. Zum einen die verhältnismäßig große Zahl nicht antwortender Personen. Zum anderen gibt es immer einen Teil der Befragten, die einer schriftlichen Befragung mit Ablehnung und Desinteressen ge- genüberstehen. Dadurch wird die Repräsentativität verzerrt. Es ist auch nicht kontrol- lierbar, ob der Befragte seine tatsächliche Meinung mitteilt oder den Fragebogen mit Hilfe Dritter ausfüllt.

Der Vorteil der schriftlichen Befragung liegt darin, dass sich Informationen von vielen Personen flächendeckend und in relativ kurzer Zeit und mit geringem finanziel- lem Aufwand erheben lassen. Die Schriftliche Befragung ist vor allem dazu geeignet, wenn das Thema der Befragung an eine bestimmte homogene Interessengruppe zu- gewendet ist (z.B. Zeitungsabonnementen oder DB-Vielfahrerkunden und Tablet- Computer (iPad)).

3.1.1.2. Mündliche Befragung

Die mündliche Befragung wird durch persönliche Gespräche in Form von nicht- standardisierten Interviews oder standardisierten Interviews geführt. Kennzeichnend für die mündliche Befragung ist, dass sich Interviewer und Befragter gegenüber sitzen (face-to-face). Im Gegensatz zu schriftlichen Befragungen, können hier Unklarheiten sofort erklärt werden und komplexe Fragestellungsmethoden können eingesetzt werden. Die Gesprächsdauer ist relativ lang und ermöglicht die Erhebung von vielen aufschlussreichen Informationen. Mündliche Befragungen dienen vor allem dazu Leitgedanken für eine Untersuchung zu sammeln. Der Nachteil besteht darin, dass durch die Länge des Gespräches und die dafür mehr oder weniger gute Ausbildung des Interviewers mündliche Befragung kostenintensiv sind.

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656105312
ISBN (Buch)
9783656105664
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187179
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Institut für Psychologie
Note
2,0
Schlagworte
akzeptanz technik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Akzeptanz von Technik: Wie ist sie zu erfassen?