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Burnout – Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Hausarbeit 2012 13 Seiten

Führung und Personal - Burnout, Stress am Arbeitsplatz

Leseprobe

INHALT

1 Burnout?
1.1 Motivation
1.1.1 Psychische Belastungen am Arbeitsplatz
1.2 Was ist Burnout
1.2.1 Die Burnout Phasen

2 Burnout — Handlungsempfehlungen für Unternehmen
2.1 Gesetzliche Grundlagen
2.2 Arbeits(zeit)modell
2.3 Führungskultur
2.4 Unternehmenskultur
2.5 Externe Mitarbeiterberatung

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 BURNOUT?

1.1 MOTIVATION

Verfolgt man die Zeitungs- und Nachrichtenberichte der letztenjahre, fällt immer wieder ein mehr oder weniger bekannter Name in Zusammenhang mit „Burnout“.

Einer der sicherlich tragischsten Burnout-Fälle ist der Tod von Robert Enke. Seines Zeichens Deutscher Nationaltorhüter, verheiratet, eine Tochter. Aber auch andere Größen aus Sport, Politik und Wirtschaft leiden immer öfter am Burnout-Syndrom.

Bundeliga-Trainer Ralf Rangnick trat von seinem Posten als Cheftrainer beim FC Schalke 04 mit der Begründung zurück, dass er eine Pause brauche. Renée Zellweger, Star der „Bridget-Jones“- Filme musste wegen Burnout eine Auszeit nehmen. Tim Mälzer konnte ein drohendes Burnout Syndrom dank eines Profi-Trainers verhindern und auch Skispringer Sven Hannerwald konnte nach seinem Burnout-bedingten Karriereende erfolgreich therapiert werden. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Abbildung 1 zeigt die zahlenmäßige Entwicklung der durch das Burnout-Syndrom verursachten Krankheitstage seit 2004 je 1000 BKK Mitglieder (ohne Rentner).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNG 1: ARBEITSUNFÄHIGKEITSTAGE DURCH DAS BURNOUT-SYNDROM (BKK GESUNDHEITSREPORT, 2011, S. 189)

Die Grafik zeigt, dass die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Burnout seit 2004 auf das mehr als 13-fache gestiegen ist. Burnout entwickelt sich - so scheint es - zu einem Volksleiden. Neben den Folgen für den Betroffenen, sind auch die Unternehmen betroffen.

„In Anbetracht der steigenden Kosten durch Burnout werden Organisationen gezwungen sein sich zu verändern, um langfristig attraktiv zu sein.“ (Maier-Brunnhuber, Sell, 2011, S. 36).

Die vorliegende Arbeit zeigt wie die Veränderungen unserer Gesellschaft die Grundlage für diese Entwicklung bilden und welche konkreten Handlungsempfehlungen es für Unternehmen gibt.

1.1.1 PSYCHISCHE BELASTUNGEN AM ARBEITSPLATZ

Für die meisten Angestellten ist eine 40 Stunden Woche Alltag. Sie arbeiten von Montag bis Freitag, jeweils von 830 - 1700 und haben am Wochenende frei. Nicht so Manager und Führungskräfte. Für ihre anspruchsvollen Aufgaben und Verantwortungsbereiche arbeiten sie im Durchschnitt 51 — 60 Stunden pro Woche. Einige bringen es sogar auf über 70. Dazu kommt die ständige Erreichbarkeit für Vorgesetzte, Geschäftspartner und wichtige Kunden. (Kienbaum-Studie, 2007, S. 6).Vor allem junge Führungskräfte unter 35 haben in den letzten Jahren ihre Arbeitszeiten kontinuierlich gesteigert. (Hunziger, Grüterich, 2004, S. 9). Diese Gruppe ist zunächst besonders motiviert und entsprechend begeistert, in einer verantwortungsvollen Position arbeiten zu können. Mit den Aufgaben, den Projekten und der Verantwortung steigt auch der Druck. Viele nehmen Arbeit mit nach Hause, weil ein zehnstündiger Arbeitstag nicht ausreicht, um das Pensum zu erfüllen. Diese Art von Stress kann für einen begrenzten Zeitraum kompensiert werden. Wird diese Belastung allerdings zum Dauerzustand, sind psychische und körperliche Folgen fast immer vorprogrammiert. Es beginnt mit Unkonzentriertheit. Kleine, alltägliche Aufgaben werden anstrengend und nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch. Den Betroffenen fällt es zunehmend schwer sich auf die Aufgabenstellung oder das Problem zu konzentrieren. Sie werden der Erwartungshaltung und den gestellten Aufgaben nicht mehr gerecht.

Viele Betroffene erkennen erst viel zu spät, dass sie sich leer und erschöpft fühlen, dass sie „ausgebrannt“ sind.

1.2 WAS 1ST BURNOUT

Dieser Zustand: „ausgebrannt“, im Englischen oder der Fachsprache Burnout, wird vielfältig definiert. Alle Erklärungen stimmen dahingehend überein, dass Burnout ein körperlicher, geistiger oder gefühlsmäßiger Erschöpfungszustand ist.

Chronische Müdigkeit, Lust- und Antriebslosigkeit sind die häufigsten der durch Burnout hervorgerufenen Symptome. In den meisten Fällen sinkt zuerst die Arbeitsleistung. Routineaufgaben werden nicht mehr zuverlässig und in der gewohnten Qualität erledigt. Andere Projekte scheitern komplett. Die meisten Menschen bemerken zwar die negativen Veränderungen, kennen aber die Ursache nicht. Viele suchen die Schuld für das neuerliche Versagen bei sich selbst. Das führt oft zu Selbstzweifeln, Depressionen und anderen, ähnlichen Krankheitsbildern. Auf diese steigende Zahl der psychischen Belastungen reagiert der Körper früher oder später mit körperlichen Beschwerden, sogenannten psychosomatischen Erkrankungen. Das sind körperliche Beschwerdenwie Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Atembeschwerden oder eine Schwächung des Immunsystems, für die es keine körperlichen Ursachen gibt. (Esslinger, Kellner, 2010, S. 101).

Die gestiegene psychische Belastung sowie die anhaltenden körperlichen Beschwerden haben oft zur Folge, dass Betroffene ihr Verhalten ändern. Sie reagieren aggressiv, sind leicht reizbar und isolieren sich gegenüber Freunden und Kollegen.

Diese vielschichtigen Symptome lassen eine zeitige Burnout-Diagnose nur selten zu. Umso mehr sind Kollegen, Freunde und Familie angehalten, Verhaltensänderungen und Auffälligkeiten zu beobachten und dem Betroffenen zu helfen.

1.2.1 DIE BURNOUT PHASEN

Burnout ist nicht wie eine Erkältung, die Entwicklung zu einem Burnout-Syndrom ist ein längerer Prozess, der mit eigentlich positiven Eigenschaften beginnt. So sind die meisten Betroffenen am Anfang sehr motiviert, bereit viel zu leisten und scheinbar unermüdlich.

Mit dieser Art der Ubermotivation beginnt oft der Burnout-Prozess. Durch zu lange Arbeitszeiten und einen vollen Terminkalender fallen anfängliche Ermüdungserscheinungen nicht auf und werden durch die Begeisterung für die Arbeit und das Geschaffte einfach ausgeglichen.

Aus den anfänglichen Ermüdungserscheinungen wird Erschöpfung. Oft kommen, trotz der Erschöpfung, Schlafstörungen hinzu. Diese verschlimmern das Problem und erhöhen die Reizbarkeit. Die Begeisterung für denjob schwindet und die tägliche Arbeit wird zur Belastung.

Der Ausgleich der Defizite durch noch mehr Arbeit schafft nur größere Probleme. Aggressivität und Nörgeleien führen zu einer sozialen Isolation — auch im privaten Umfeld.

Irgendwann sind die latent psychischen Probleme so groß, dass der Körper mit ernsthaften Beschwerden reagiert. Konzentrationsschwächen und Ausdauermängel vermindern die Arbeitsleistung erneut. Durch Nikotin, Alkohol und Drogen, die oft als scheinbarer Ausweg gesehen werden, wird die Gesundheit weiter strapaziert.

Ein normales Arbeiten ist nun nicht mehr möglich, Hobbys verlieren an Bedeutung und das Privatleben ist von Krisen gezeichnet. Das Sozialleben ist total verkümmert oder gar nicht mehr existent. Für viele Betroffene verliert das Leben den Sinn. (Pohl, 2010, S. 133).

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Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656105077
ISBN (Buch)
9783656105749
Dateigröße
5.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187160
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Wildau, ehem. Technische Fachhochschule Wildau
Note
1,3
Schlagworte
burnout handlungsempfehlungen unternehmen

Autor

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