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IT Controlling in Theorie und Praxis - am Beispiel der Lufthansa AG

Seminararbeit 2011 22 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des IT Controllings
2.1 Der Begriff
2.2 Die Ausrichtung
2.3 Strategisches IT-Controlling
2.3.1 Ermittlung des Wertbeitrages in der IT
2.3.2 IT-Standardisierung
2.3.3 IT-Balanced Scorecard
2.4 Operatives IT-Controlling

3 Das IT- Controlling der Lufthansa AG
3.1 Das Unternehmen
3.2 Die Struktur
3.3 Aufbau und Zielsetzung des strategischen IT-Controllings
3.4 Das Datenmodell der strategischen IT-Controllings
3.5 Unterstützung durch das operative IT-Controlling

4 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 IT-Strategien

Abbildung 2 Strategische Fortschrittskontrolle im Führungsprozess

Abbildung 3 Schematische Darstellung der IT-Controlling-Funktion im Lufthansa Konzern

Abbildung 4 Definition der IT-Kosten im IT-Kostenmodell der Lufthansa

Abbildung 5 Phasen- und Service-Matrix des Lufthansa-IT Kostenmodells

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Einsatz von Informationstechnologien, kurz IT, hat in den vergangenen Jahr- zehnten Branchen unabhängig stetig zugenommen. Unternehmen setzten vermehr auf den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien um Wettbewerbsfähig zu belieben. Die alleinige Investition in die Technik ist jedoch noch kein Garant für ein erfolgreiches Konzept. Mit dem Ausbau der IT sind hohe Kosten verbundenen und ein nicht effizienter Einsatz der Technologie kann diese noch er- höhen.1 Aus diesem Grund bedarf es einer Steuerung und Überwachung von IT Pro- jekten. Eine Übernahme dieser Aufgaben durch das allgemeine Unternehmenscont- rolling birgt jedoch die Gefahr, dass IT Projekte und Dienstleistungen nur nach finan- ziellen Aspekten bewertete werden und nicht nach ihrem Nutzen. Die Einrichtung eines speziellen IT Controllings ist daher sinnvoll um strategische und operative Fehlentscheidungen zu vermeiden.2

In der Seminararbeit soll im Folgenden auf die Grundlagen des IT-Controllings eige- gangen werden, in dem zunächst die Begrifflichkeiten erläutert werden sowie zwei Ausrichtungen die das IT-Controlling verfolgen kann. Anschließend wird sowohl auf das strategische als auch das operative IT-Controlling eingegangen, in dem exemp- larisch Maßnahmen beider Bereiche beschrieben werden. Der Fokus dieser Semi- nararbeit wird jedoch in Hinsicht auf dem Praxisteil auf dem strategischen IT- Controlling liegen. Nach den theoretischen Aspekten wird die praktische Umsetzung anhand der Lufthansa AG veranschaulicht. Die Einführung des strategischen IT- Controllings innerhalb dieses Konzerns ist hierbei der Untersuchungsgegenstand. Wobei die heterogene Struktur des Konzerns eine besondere Herausforderung bei der Einarbeitung darstellt und deswegen im genauen dargestellt wird. Dem Leser soll hierbei ein Eindruck vermittelt werden wie IT-Controlling die Verfolgung der Unter- nehmensstrategie unterstützen kann. Abschließend wird der Einsatz von IT- Controlling kritisch begutachte und basierend auf eine kurzen Zusammenfassung wird ein Ausblick in die Zukunft des IT-Controlling gegeben.

2 Grundlagen des IT Controllings

2.1 Der Begriff

Der Begriff IT-Controlling setzt sich aus IT für Informationstechnologie und Controlling zusammen. Er steht für die Spezialisierung des Controllings auf die technischen Aspekte der Informationstechnologie und somit die Zusammenführung der betriebswirtschaftlichen mit der technologischen Sichtweise.3

IT-Controlling hat einige Synonym gebrauchte oder in ihm implizierte Begriffe, wie zum Beispiel EDV-Controlling (Elektronische Datenverarbeitungs-Controlling), INFControlling (Informatik-Controlling) oder IV-Controlling (Informationsverarbeitungs- Controlling). Im englischsprachigen Raum ist die Verwendung von „IT-Performance- Management“ üblich und der Begriff IT-Controlling wird nicht verwendet.4

2.2 Die Ausrichtung

Das IT-Controlling stellt einen festen Bestandteil der Wirtschaftsinformatik dar, den- noch gibt es verschiedene Ausrichtungen wie das Aufgabengebiet eines IT- Controllers zu sehen ist. Nachfolgend werden zwei Ausrichtunten näher erläutert.

Zum einen gibt es die kostenorientierte Sicht des IT-Controllings, welche mit der Kostenreduktion im IT-Bereich verbundene ist. Seinen Ursprung hat diese Ausrichtung in dem Kostenanstieg auf Grund der stärken Durchdringung der IT in die Geschäftsprozesse. Der IT-Controller hat die Aufgabe diesen Anstieg zu stoppen und die Kosten zu kontrollieren und zu senken. Typische Maßnahmen aus dieser Sichtweise heraus sind die Stellenkürzungen in dem IT-Bereich, die Verteilung der IT-Kosten nach dem Umlageverfahren und eine Projektauswahl nach dem ROI.

Zum anderen gibt es die leistungsorientierte Sichtweise, diese erkennt, dass der Ein- satz der IT mit Leistungssteigerungen verbunden sein kann. Die IT stellt in dieser Ausrichtung ein Kernelement des Unternehmens dar, deren Wertbeitrag transparent gemacht werden soll. Alle IT-Aktivitäten werden mit dem IT-Controller geplant und von ihm unterstützt und kontrolliert. Maßnahmen dieser Ausrichtung haben eine Er- höhung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens als Ziel. Es wird eine IT-Strategie entwickelt, welche aus der Unternehmensstrategie abgeleitet wurde, IT-Leistungen werden Standardisiert oder eine verursachungsgerechte Verrechnung der IT-Kosten findet als Maßnahme dieser Ausrichtung statt.5

2.3 Strategisches IT-Controlling

Jede unternehmerische Handlung sollte unmittelbar oder zumindest mittelbar das Erreichen der in der Unternehmensstrategie festgelegten Ziele verflogen. Das Ziel jeder Strategie ist es zunächst einen langfristigen Wettbewerbsvorteil zu erreichen und sich somit von der Konkurrenz abzugrenzen.6

Das strategische Controlling befasst sich folglich mit dem Chancen und Risiken eines Unternehmens. Es werden Erfolgspotenzial entwickelt und zukünftig erforderliche Ressourcen eingeplant. Es handelt sich hierbei um eine langfristige Betrachtung von etwa 4-5 Jahren. Um Probleme frühzeitig erkennen zu können, muss laufend die Strategierealisierung überprüft werden und Abweichungen analysiert.7

Das strategische IT-Controlling ist eine spezielle Form des allgemeinen strategischen Unternehmens Controllings. Es umfasst auch die mittel- bis langfristige Planung, al- lerdings steht im Vordergrund die Schaffung von Transparenz. Der Wertbeitrag der IT für das Unternehmen soll identifiziert und quantifiziert werden. Die in diesem Zu- sammenhang aufgedeckten Schwächen, gilt es zu optimieren und anschließend den Erfolg zu messen.8 Das strategische Controlling hat zum Ziel, die Informationstech- nologie-Strategie den Unternehmenszeilen und -strategien abzuleiten. In Abbildung 1 wird veranschaulicht, wie die Entwicklung einer IT-Strategie idealtypisch aussieht. Der dort abgebildete Rückkopplungsprozess dient der Klärung von Fragen während der Umsetzung der IT-Strategie aufkommen und Auswirkungen auf die Unterneh- mensstrategie haben. Hieraus solle eine Verbesserung der strategischen Position des Unternehmens durch die Optimierung der Informationssysteme entstehen.9

Die Literatur ist sich nicht ganz einig welche Maßnahmen und Instrumente zum stra- tegischen und welche zum operativen IT Controlling gehören. Die nachfolgend erläu- terten Instrumente werden in mehreren Werken dem strategischen IT-Controlling zu- geordnet. Diese stehen exemplarisch für weitere Instrumente welche allerding bei näherer Erläuterung den Umfang dieser Seminararbeit überschreiten würden.

Abbildung 1 IT-Strategien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Vgl. Andreas Gadatsch, Elmar Mayer, Masterkurs IT-Controlling, 4 Auflage, Wiesbaden 2010, S.98

2.3.1 Ermittlung des Wertbeitrages in der IT

Unternehmer haben ein hohes Interesse daran zu wissen welchen Wert ihr Unter- nehmen hat und welchen Ertrag es abwirft. In diesem Zusammenhang stellt die IT einen Beitrag des Unternehmenswertes dar, wie z.B. die Forschung und Entwicklung. Darüberhinaus kann die IT, wie bereits erwähnt, einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellen.

Aus diesem Grund ist es auch strategischer Sicht notwendig zunächst den Wertbei- trag der IT oder auch den „Business Value“ zu ermitteln. Der Wert ergibt dich über- wiegend aus den eingesetzten IT-Applikationen, IT-Prozessen und den IT-Services. Die Applikationen unterstützen die Abläufe im Tagesgeschäft. ERP-Systeme (Enter- priese-Resource-Planning) stellen eine solche Applikation dar, sie verwalten unter- schiedliche Ressourcen eines Unternehmens. Die IT-Services, wie z.B. Störungsbe- seitigung, werden in IT Prozessen bereitgestellt. Die Prozesse können von der Stra- tegieentwicklung bis zu dem Prozess der Inbetriebnahme neuer IT gehen. 10

Diese Werte zu identifizieren ist oft kein Problem, ein Problem entsteht bei der Mes- sung und Bewertung dieser Werte. Es wurden verschiedene Methoden entwickelt um den Wertbeitrag zu messen. In der Literatur wird häufig auf der Einsatz einer Balan- ced Scorecard empfohlen, auf die im weiteren Verlauf noch eingegangen wird, um anschließend, die von dem Frauenhofer Institut für Software und Systemtechnik ent- wickelte, ITEM-Methode zu einzusetzen. ITEM steht für IT Evaluation Management. Diese Methode hat einen fünfstufigen Bewertungsprozess.

In der ersten Stufe wir ein Teilbereich eines Unternehmens oder auch das gesamte Unternehmen einem Audit unterzogen. Es soll den aktuellen Status ermitteln, ob und wie interne oder externe Vorgaben, wie z.B. ISO Normen, erfüllt werden.

Der zweite Schritt ist das Review, in dem Experten eine qualitative Charakterisierung des Geschäftswerts abgeben. Es nicht nur der Wert dargestellt werden sondern auch Möglichkeiten zur Steigerung aufgezeigt werden.

Im Assessment, dem dritten Schritt, wird der Beitrag der IT zu dem Unternehmenszielen ermittelt und bewertet. Dies erfolgt für einzelne Maßnahmen und ist daher sehr aufwendig, hat aber einen genauen Überblick eines Werteprofils zur Folge.

Im Anschluss findet ein Monitoring statt, das heißt, dass die IT anhand der erhobenen Kennzahlen überwacht wird.

Der letze Schritt ist das Continuous Control. Die IT soll in diesem Rahmen kontinuierlich anhand ihres Geschäftswertes gelenkt werden und auf dieser Basis stetig weiter entwickelt werden.

Der Einsatz dieser Methode hat eine hohe Transparenz in der IT zur Folge und ermöglicht es den Wertbeitrag der IT zu bemessen und zu nutzen.11

2.3.2 IT-Standardisierung

In vielen Unternehmen ist eine IT-Infrastruktur gewachsen, welche für eine Problem- stellung über verschiedene Lösungsansetze verfügt. Die Folge sind hohe Kosten für die Wartung und den Betrieb sowie die Gefahr, dass die Betriebsbereitschaft nicht immer gewährleistet werden kann. Im Rahmen der IT-Strategie sind Standards fest- zulegen. Diese können Hausintern, also durch Hardware, Software oder Prozesse bedingt oder -extern von Herstellern, Gesetzgebung oder Normierung sein. Ziel der Standardisierung ist eine sinnvolle Ausstattung für den Großteil des Anwenderkreis bereitzustellen und nicht eine individuelle IT-Lösung für jeden einzelnen Mitarbeiter zu entwickeln12

[...]


1 Vgl. Péter Horváth, Robert Rieg: Grundlagen des strategischen IT-Controllings, in: Praxis der Wirtschaftsinformatik, 2001, S. 9-17, hier S.9-10

2 Vgl. Christian Jost: IT-Controlling, in: Industrial Engineering 04/2003, S.246-249, hier S. 249 1

3 Vgl. Ernst Tiemeyer, IT-Controlling kompakt, 1. Auflage, München, 2005, S. 4

4 Vgl. Andreas Gadatsch, Elmar Mayer, Masterkurs IT-Controlling, 4 Auflage, Wiesbaden 2010, S. 31 2

5 Vgl. Andreas Gadatsch, Elmar Mayer, Masterkurs IT-Controlling, S. 32-33

6 Vgl. Péter Horváth & Partner, Das Controllingkonzept, 7. Auflage, München 2009, S. 140 ff.

7 Vgl. Hilmar Vollmuth, Controlling-Instrumente von A-Z, 7. Auflage, München 2008, S.228-229

8 Vgl. Lars Schwarze, Ulrike Holzhammer, Andreas Klein: Mit strategischem Controlling gezielt den ITWertbeitrag verbessern, in: Praxis der Wirtschaftsinformatik, 2008, S. 104-117, hier S.104

9 Vgl. Ernst Tiemeyer, IT-Controlling kompakt, S. 4-5

10 Vgl. Andreas Gadatsch, Elmar Mayer, Masterkurs IT-Controlling, S. 171-173

11 Vgl. o.V., Der Wertbeitrag der IT lässt sich messen, Computerwoche, 16.07.2004, S.26-27

12 Vgl. Andreas Gadatsch, Elmar Mayer, Masterkurs IT-Controlling, S. 103-104

Details

Seiten
22
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656104575
ISBN (Buch)
9783656104728
Dateigröße
603 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187129
Institution / Hochschule
Fachhochschule Aachen
Note
2,0
Schlagworte
It Controlling Controlling Lufthansa

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