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Eine Analyse des Werks: Alices Abenteuer im Wunderland

3-Phasen-Modell der Bewusstseinsmatrix nach Christian Rätsch

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 10 Seiten

Psychologie - Methoden

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT
1. Einführung
2. Forschungsfrage und Begriffsdefinition
3. Das 3 – Phasen - Modell der Bewusstseinsmatrix nach Christian Rätsch
3.1. Die Veränderung der Wahrnehmung
3.2. Der Tunneleffekt
3.3. Die andere Welt
4. Conclusio
Bibliografie

II JOURNALISTISCHE ARBEIT
Alice im Wunderland – Syndrom oder Fähigkeit?

1. Einführung

In meiner Arbeit setze ich mich mit einem Hauptwerk der Nonsens – Literatur im Hinblick auf Merkmale von außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen auseinander.

Alice im Wunderland von Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll erzählt eine Geschichte von einem Mädchen, das im wahrsten Sinne des Wortes kopfüber in ein Abenteuer stürzt, in der sich ihr eine Welt offenbart, die in keinster Weise eine konstante Form zu haben scheint. Der Zeitbegriff ist nur ein Wort, Dinge und Wesen verändern sich ständig und auch sie. Sie trinkt einen Schluck aus einer Flasche und wird winzig klein, isst einen Bissen von einem Kuchen und „...zieht sich auseinander wie das größte Fernrohr, das es je gab...“ (Carroll 1999: 19). Sie philosophiert mit Tieren, sucht nach ihrem Selbst - da sie ihr ihr bekanntes Ich mehr und mehr in Frage gestellt sieht, und es sich aufzulösen scheint -, spielt mit riesenhaften Hündchen und trifft schließlich auf eine Raupe, die gemütlich auf einem Pilz sitzend eine Huka raucht. Sie macht ihre Bekanntschaft mit der „Grinsekatze“, besucht eine verrückte Teegesellschaft und gelangt schließlich zu der Herzkönigin. Nach einem mehr missglückten als geglücktem Krocketspiel muss sie zu guter Letzt auch noch einer, auf dem ersten Blick, sinnlosen Verhandlung beiwohnen. Nachdem sie jedoch ihre Erkenntnis[1] gewonnen hat, kehrt sie unbeschadet in die ihr vertraute Realität zurück.

Die Geschichte erschien 1865, lange bevor man überhaupt erahnen konnte, dass es in den 60er Jahren des folgenden Jahrhunderts eine große „Psychedelische Welle“ geben sollte. Dennoch ist meine Vermutung, dass der Autor einer der wenigen Menschen zu jener Zeit in Europa war, der über die besondere Wirkung dieser speziellen Pilzarten Bescheid wusste und sie auch anwendete. Warum?

Meine Vermutung basiert einerseits auf der Tatsache, dass es, auch wenn sie damals noch nicht populär waren, bereits einige Berichte über den Effekt sogenannter „Narrenschwämme“ (Gartz 1999) existierten. Andererseits lassen sich in dem Werk, meiner Meinung nach, eindeutige Hinweise auf bzw. Merkmale von Außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen (ABZ) nachweisen, die ich in Zusammenhang stelle mit psychedelisch wirkenden Pilzen.

Zum Ziel meiner Arbeit habe ich mir gesetzt, ebendiese herauszuarbeiten und sichtbar zu machen, wobei ich mich dabei auf das 3-Phasen-Modell der Bewusstseinsmatrix nach Christian Rätsch stütze.

2. Forschungsfrage und Begriffsdefinition

Die Forschungsfrage, die ich mir zu Beginn der Arbeit stellte, lautete:

Welche Merkmale von Außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen finden sich in der Geschichte von „Alice im Wunderland“ und wie drücken sie sich aus?

Um der Fragestellung gewissenhaft nachkommen zu können, ist es notwendig eine Definition zu formulieren, um ersichtlich zu machen, was ich unter einem Außergewöhnlichen Bewusstseinszustand (ABZ) verstehe:

1. Wenn das erlebte „Empfinden“ eine Bewusstseinszustands – d.h. eine bestimmte Struktur, eines Organisationsstils, bezogen auf den gesamten geistig-seelischen Funktionsbereich eines Menschen zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt – sich radikal von dem eines anderen unterscheidet, dann kann man von einem „veränderten Bewusstseinszustand“ (bzw. ABZ) sprechen. (Tart 1978: 25f.)

2. Außergewöhnliche Bewusstseinszustände können durch äußere (exogene) oder innere (endogene) Stimuli ausgelöst werden, durch psychoaktive Drogen oder körperlich-geistige Techniken. (Rätsch 1993: 21)

3. „Obwohl die Erfahrung veränderter Bewusstseinszustände sehr unterschiedlich erscheinen können, liegt ihnen doch eine gemeinsame Struktur zugrunde.“ (Rätsch 1993: 22) Diese zeigt das 3-Phasen-Modell der Bewusstseinsmatrix.

4. Den Kern von ABZs charakterisieren Dittrich und Scharfetter (1987: 38) folgendermaßen:

- Veränderung der Denkabläufe
- Veränderung des Zeiterlebens
- Angst vor Verlust der Selbstkontrolle
- Intensive Emotionen (Glückseligkeit bis Panik)
- Körperschema-Veränderung (bis „Körperlosigkeit“)
- optisch-halluzinatorische Phänomene, Synästhesien
- verändertes Bedeutungserleben

[...]


[1] Was diese „Erkenntnis“ ist, darauf gehe ich auf Seite 5 genauer ein.

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656102731
ISBN (Buch)
9783656103110
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187121
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien
Note
1,0
Schlagworte
Journalistisches Schreiben Alice im Wunderland Bewusstseinsmatrix nach Christian Rätsch

Autor

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Titel: Eine Analyse des Werks: Alices Abenteuer im Wunderland