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Erfolgsfaktoren der Wirtschaft von China

Seminararbeit 2010 15 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedeutung der chinesischen Wirtschaft im internationalen Kontext am Beispiel signifikanter makroökonomischer Daten

2. Erfolgsfaktoren der chinesischen Wirtschaft
2.1. Systemwechsel
2.2. Einfluss des Humankapitals
2.2.1. Bevölkerung und Migration
2.2.2. Bildung und Arbeitsmarkt
2.3. Nationale Reserven
2.3.1. Rohstoffe
2.3.2. Zentralbankvermögen
2.4. Strategische Handelsallianzen
2.4.1. Liberalisierung des chinesischen Marktes
2.4.2. Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation
2.5. Gezielter Transfer zukunftsweisender Technologie
2.5.1. Forschung und Entwicklung

3. Szenario für den Einfluss Chinas auf die Weltwirtschaft von morgen

4. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Bedeutung der chinesischen Wirtschaft im internationalen Kontext am Beispiel signifikanter makroökonomischer Daten

Für das Jahr 2010 prognostiziert man China ein Wirtschaftswachstum von zehn bis zwölf Prozent.1 Im vergangenen Jahr belief es sich auf 8,7 Prozent.2 3 Sogar beim Export sind die Chinesen mit 971 Milliarden Euro nun weltweit führend.3 Was sind die Erfolgsfaktoren der Wirtschaft von China? Womit schaffen es die chinesischen Wirtschaftspolitiker, ihre nationale Ökonomie nicht nur aufzubauen und auszubauen, sondern auch, ihre globalen Wettbewerber auf dem Gebiet des „Internationalen Staatsmanagements“4 zu übertrumpfen? Das sind die zentralen Fragen dieser Seminararbeit. Der Verfasser wählt dabei folgende Vorgehensweise: Zunächst soll im nächsten Kapitel verdeutlicht werden, warum die Volkswirtschaft Chinas international erfolgreich ist. Dabei werden die nach Ansicht des Verfassers wesentlichen Erfolgsfaktoren genannt und beschrieben, wobei nur einer der Elemente aufgrund der Begrenztheit des zur Verfügung stehenden Umfangs dieser Hausarbeit ausführlicher erklärt werden kann. Hierzu wird das Kapitel „Nationale Reserven“ ausgewählt.

Das Ziel ist zudem, anhand der beschriebenen Ursachen des Erfolges der Chinesen, ein Szenario für die Weltwirtschaft von morgen zu entwickeln, um die internationale Tragweite der Bedeutung der chinesischen Volkswirtschaft klar zu machen. Es ist nicht vordergründig das Ziel dieser Arbeit, darzustellen, wie erfolgreich (quantitativ) China ökonomisch ist, sondern vielmehr, warum (qualitativ) die Wirtschaft dieses Landes so stark ist. Auch ist es vonnöten, anzumerken, dass im Rahmen dieser Arbeit die Entwicklungen der letzten zwei Dekaden betrachtet werden, da gerade dieser Zeithorizont für den Erfolg entscheidend war und ist.

Um die Seminararbeit abzurunden, erfolgt zuletzt noch ein Fazit.

2. Erfolgsfaktoren der chinesischen Wirtschaft

Aussagen wie „Neidisch und staunend blicken Politiker und Manager aus dem Westen nach Fernost, wo selbst im Krisenjahr 2009 die chinesische Wirtschaft gewachsen ist“5 oder „China ist der kräftigste Motor des asiatischen Aufschwungs. Mit 400 Milliarden Euro werden die Infrastruktur ausgebaut und der private Konsum gestützt. Zugleich sind die Kredithähne voll aufgedreht: Etwa 850 Milliarden Euro pumpten die Chinesen in den ersten drei Quartalen (2010) in ihre Wirtschaft“6 sind eindeutige Indikatoren für den Erfolg der Wirtschaft von China.

2.1. Systemwechsel

Nach Auffassung des Verfassers ist einer der Hauptfaktoren für den Erfolg der chinesischen Volkswirtschaft der nach 1990 eingeleitete Übergangsprozess in der Methodik der Lenkung der Staatswirtschaft. Als Folge haben sich die nationalökonomischen Gegebenheiten in China in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr gewandelt. Nunmehr kann aufgrund der Potenz der Volkswirtschaft von China ohne Zweifel festgestellt werden, dass der Transformationsprozess gelungen ist. Es stellt sich die Frage, woran man dies festmachen kann. Es fand ein Umdenken der politischen Führung in Bezug auf die Lenkung der Staatswirtschaft statt. Der Binnenmarkt, worauf später näher eingegangen wird, ist weitestgehend liberalisiert worden7, es hat eine Umstellung von traditioneller Agrarwirtschaft zu einer privaten Marktwirtschaft stattgefunden, und viele andere systembezogene Gründe, worauf im Einzelnen wegen der Begrenztheit des Umfangs nicht mehr eingegangen werden kann, haben dazu geführt, dass die Chinesen im Jahr 2010 wirtschaftlich sehr stark sind.

2.2. Einfluss des Humankapitals

Ein zweiter elementarer Faktor ist das Potential, das in den Menschen der Volksrepublik China steckt. Wenn man die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital einer jedweden Volkswirtschaft als Grundvoraussetzung für die makroökonomische Leistung annimmt, dann ist klar, welche Ressourcen im Reich der Mitte stecken.

2.2.1. Bevölkerung und Migration

Zunächst soll alleine die absolute Zahl der Population betrachtet werden: Im Jahr 2010 leben 1,37 Milliarden Menschen in China. Die Zahl der Bevölkerung ist aber nicht das allein Entscheidende. Wie kein anderes Volk auf der Erde verstehen es die Chinesen, mobil zu bleiben. Der Grad an Migration ist sehr stark ausgeprägt. Dies trifft sowohl auf die Ebene Land-Stadt, als auch Stadt­Provinz oder gar Provinz-Ausland zu. Der Begriff „floating population“8 soll auch dies zum Ausdruck bringen. Schätzungen zufolge sollen 144 Millionen9 (entspricht einer Rate von zwölf Prozent der Bevölkerung10 ) mobil, d.h. Migranten sein. Dass damit einhergehend die ökonomischen Konsequenzen enorm sind, ist evident, wenn man das Arbeitskräftepotential und seine Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung bedenkt.

2.2.2. Bildung und Arbeitsmarkt

Beträchtlich ist die Zahl der Absolventen von Hochschulen: im Durchschnitt erlangen pro Jahr 900.000 Studenten und Studentinnen ihren akademischen Grad. Und dies im Inland, während es im Ausland 230.000 Absolventen sind.11 Auch wenn nicht alle auf Anhieb einen adäquaten Arbeitsplatz finden, so ist es dennoch beachtlich, was in diesem Kontext Prof. Lai Desheng, Dekan der School of Economics and Business Administration an der Pekinger Elite-Universität Beida sagt, nämlich, dass “the shift in China’s economy in the aftermath of the global financial crisis away from export-oriented, low-end manufacturing could mean more job opportunities for college graduates, and that Beijing’s recent emphasis on so-called indigenous innovation could expand the need for more skilled workers.”12 In einer anderen Quelle heißt es ,,..., weil chinesische Manager geradezu gierig nach einem MBA-Titel sind. Deshalb haben inzwischen alle großen Business Schools der westlichen Welt - ob Harvard, MIT oder Wharton - in den chinesischen Metropolen ihre Campus, auf denen jedes Jahr Tausende chinesischer Führungskräfte westliches Gedankengut gelehrt bekommen.“13 Dies ist ein eindrucksvoller Beweis für das Potential, das in China steckt. Darüber hinaus hat auch Premier Wen Jiabao dafür gesorgt, dass die Lehrpläne an den Univeritäten derart angepasst werden, “to meet employment needs and the needs of economic and social development.”14 Daher werden nun im Jahre 2010 ungefähr 4,85 Milliarden Euro in den Arbeitsmarkt investiert, um die Beschäftigung für junge Akademiker zu stimulieren.15 Dies wird den Erfolg von morgen gewährleisten.

[...]


1 Reuters (2010), S. 36.

2 Von Hardenberg, C. (2010), S. 13.

3 Dometeit, G./Hirzel, J. et al. (2010), S. 177. [Anm. des Verfassers: bei allen Beträgen in Euro liegt ein Umrechnungskurs von €/$:1/1,2373 zugrunde; Stand: 20.5.10; Quelle: Financial Times Deutschland]

4 Bei diesem Ausdruck handelt es sich um eine eigene Wortschöpfung des Verfassers

5 Hirn, W. (2010), S. 110-111.

6 Große-Halbuer, A./Schütte, C. (2010), S. 42-44.

7 Naughton, B. (2010), S. 377.

8 Naughton, B. (2007), S. 129.

9 Naughton, B. (2007), S. 129.­

10 Voraussetzung für diese Aussage ist die Quelle aus Fußnote 9, die aus dem Jahr 2007 datiert

11 Dometeit, G./Hirzel, J., et al. (2010), S. 183.

12 Feng, S./Johnson, I. (2010), S. 12.

13 Hirn, W. (2010), S.104-105.

14 Feng, S./Johnson, I. (2010), S. 12.

15 Feng, S./Johnson, I. (2010), S. 12.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656105107
ISBN (Buch)
9783656105794
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187043
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,0
Schlagworte
Stabilität Nachhaltigkeit Technologie Weltwirtschaft Allianz Handelsallianz Liberalisierung Welthandelsorganisation WTO Systemwechsel Humankapital Migration Bevölkerung Bildung Arbeitsmarkt Reserven Rohstoffe Zentralbank Zentralbankvermögen Forschung Entwicklung

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