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Die Rolle des CIOs: Aufgaben und Controllinginstrumente der modernen IT-Unternehmensführung

Studienarbeit 2011 50 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis / Glossar

Kurzfassung

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Aufgaben und Bedeutung des CIOs
2.1 Begriff des CIOs
2.2 Herausforderungen der neuen IT Welt
2.3 Aufgaben des CIOs
2.4 Die Rolle eines CIOs in modernen Unternehmen

3 IT Kostenoptimierung in modernen Unternehmen
3.1 Entwicklung der IT Kosten
3.2 Kostenarten innerhalb einer IT Organisation
3.2.1 Erkennung der Kostenarten
3.2.1.1 Investitionsausgaben
3.2.1.2 Betriebsausgaben
3.2.2 Systematischer Überblicküber Kostenarten
3.3 Hardwarekosten
3.3.1 Definition der Hardwarekosten
3.3.2 Moores & Wirths Law
3.3.3 Entwicklung der Hardwarekosten sowie zu Grunde liegende Faktoren
3.3.3.1 Storagekosten
3.3.3.2 Serverkosten
3.4 Personalkosten
3.4.1 Definition von Personalkosten im IT Bereich
3.4.2 Vergleich der Arbeitskosten und Kostensenkung durch Outsourcing

4 Aufgaben und Instrumente des IT Controllings
4.1 Definition des IT Controllings
4.1.1.1 Kostenorientierung
4.1.1.2 Leistungsorientierung
4.2 Methoden des strategische IT Controllings
4.2.1 Standardisierung der IT Landschaft
4.2.2 Total Cost of Ownership (TCO)
4.2.3 Balanced Scorecard (BSC)
4.3 Instrumente des operativen IT Controllings
4.3.1 IT Kosten- und Leistungsrechnung
4.3.2 Erfassung von IT Kennzahlen
4.3.3 Leistungsvereinbarungen (SLA / OLA)

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Erklärung zur Archivierung der Studienarbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Thema der Studienarbeit:

Die Rolle des CIOs: Aufgaben und Controllinginstrumente der modernen

IT Unternehmensführung

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- der Übertragung des Rechts auf Wiedergabe durch Bild- und Tonträger an die Steinbeis-Hochschule Berlin gem. § 21 UrhG

Hiermit erkläre ich, Holger Köther, dass die von mir/uns verfasste Studienarbeit unter Wahrung meiner/ unserer Urheberrechte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sie dient ausschließlich der Nutzung für wissenschaftliche Studien- und Forschungszwecke.

Vervielfältigungen und die Weitergabe an Dritte sind nur zu den oben genannten Zwecken zulässig.

Die Einräumung der oben genannten Rechte entfällt bzw. wird eingeschränkt durch vertragliche Rechte Dritter an der Studien-/Projektarbeit. Dritte sind hier insbesondere Auftraggeber der Steinbeis-Hochschule Berlin und Beschäftigungsfirmen der Verfasser (Studierenden).

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Chronologie der IT-Entwicklungsstufen

Abbildung 2: Untergliederung der IT Ausgaben

Abbildung 3: Preisentwicklung: Preis USD pro Megabyte

Abbildung 4: Kostensenkung IT Hardware (Storage) in %, anonymisiert

Abbildung 5: Kostensenkung IT Hardware (Server) in %, anonymisiert

Abbildung 6: Arbeitskosten / Stunde

Abbildung 7: IT Offshoring Wachstum 2004 bis 2010

Abbildung 8: Kosten- versus Leistungsorientierung

Abbildung 9: Einsparpotentiale durch Standardisierung gegenüber dem Industrie-

Benchmark (Durchschnittspreis)

Abbildung 10: Beispiel: Ursache-Wirkungskette der Siemens IT Solutions und Services GmbH

Abbildung 11: Schematischer Aufbau der IT Kosten- und Leistungsrechnung

Abbildung 12: DuPont Return on Invest Baum

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: IT investment stakeholders

Tabelle 2: Kostenarten des IT-Budgets

Tabelle 3: Direkte und indirekte IT-Kosten

Tabelle 4: Perspektiven der Balanced Scorecard

Tabelle 5: Einfaches Beispiel einer IT-Balanced Scorecard

Tabelle 6: Beispiele von SLA Vereinbarungen

Abkürzungsverzeichnis / Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Moderne Unternehmen müssen sich ständig neuen Herausforderungen stellen. Dies gilt im Zeitalter der Globalisierung und Technisierung vor allem für die Informationstechnologie, welche heutzutage in nahezu allen Wertschöpfungsketten eine entscheidende Rolle spielt. Die für die IT verantwortlichen Führungskräfte haben daher enormen Handlungsdruck: sie müssen Maßnahmen entwickeln, um sowohl auf die sich ständig verändernden Marktbedingungen, als auch auf die fachlichen Anforderungen der Unternehmens, deren IT Dienstleister sie sind, zu reagieren.

Diese Arbeit zeigt anhand der Rolle des „Chief Information Officers“ (CIO) zwei Themen: zum einen die Anforderungen, welche an einen ein CIO im Unternehmen gestellt werden bzw. wie er diese an den externen Marktbedingungen (z.B. Globalisierung) reflektieren muss. Zum anderen werden einige Instrumente vorgestellt, derer sich der CIO bedienen kann, um die gestellten Anforderungen zu erfüllen.

1 Einleitung

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre durchlief die Informationstechnologie eine Evolution, die ihresgleichen sucht. Wo früher Computer lediglich für Spezialaufgaben und von einem sehr eingeschränkten Personenkreis eingesetzt wurden, ist IT heutzutage zu einem unverzichtbaren Faktor in nahezu allen Unternehmensgrößen und -formen geworden. Selbst Kleinstunternehmen, wie zum Beispiel Landwirte, die auf den ersten Blick wenig mit Bits und Bytes zu tun haben, sind inzwischen hochtechnisiert um ihre Äcker GPS unterstützt zu bearbeiten, bepflanzen und zu ernten. Wo vor nur wenigen Jahren noch Schreibmaschinen und komplexe Ablagesysteme nötig waren, werden im digitalen Informationszeitalter alle Prozesse - von der Datenerfassung,über die Datenverwaltung bis hin zur Datennutzung - von verschiedensten Programmen unterstützt. Der Benutzer soll damit keineswegs entmündigt werden - im Gegenteil: durch automatisierte Verarbeitungen steigt die Effizienz des Einzelnen immens. Fehlerraten werden reduziert und Durchläufe beschleunigt. Prozesse finden nicht mehr lokal begrenzt, sondern internationalüber mehrere Kontinente hinweg statt.

Buchhaltung in Deutschland, Personalwesen in Tschechien, Support aus Indien - moderne Unternehmen wie Siemens demonstrieren erfolgreich, dass geographische Grenzen immer weiter verschwimmen und im Zeitalter der IT stattdessen eine andere Grenze stark an Bedeutung gewinnt: Komplexität.

1.1 Problemstellung

Um die Strukturen zu beherrschen, die so viel Effizienz schaffen, ist im Hintergrund eine komplexe Konstruktion aus Hardware, Software, Prozessen und Verwaltungen nötig. All diese Themen müssen wie ein Uhrwerk funktionieren um jeden Tag Millionen von Anwendern zu bedienen und zu produktivieren. Damit ist IT inzwischen der wichtigste unterstützende Faktor eines modernen Unternehmens geworden.

Entsprechend sind sich die Unternehmen bewusst, dass sie von der Technologie stärker abhängig sind als je zuvor. Ausfälle können sich schnell in hohen monetären Schäden, aber auch Imageverlusten, manifestieren. Dieser Verantwortung wurde daher im Rahmen einer neuen Managementposition Rechnung getragen. Einer Managementrolle, die sich ausschließlich um die Unterstützungsleistung der IT für das Unternehmen kümmert und das störungsfreie Funktionieren der IT Landschaft sicherzustellen hat. Der Rolle des Chief Information Officers, kurz CIO. Aufgrund der relativ neuen Funktion ist diese Rolle in vielen Köpfen noch nicht zu anderen, bisher bekannten, Führungsrollen in der IT abgegrenzt.

Dies wirft einige Fragen auf, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen:

Warum hat sich die Rolle eines Chief Information Officersüberhaupt etabliert und welche Zielsetzung wird mit ihr verfolgt?

Wie haben sich die äußeren Rahmenbedingungen (z.B. technischer Fortschritt oder IT Kosten) entwickelt, und welche Auswirkungen haben diese auf seine strategischen Entscheidungen?

Welche Instrumente auf strategischer und operativer Ebene existieren zur Bewertung um diese Entscheidungen treffen zu können, und anhand welcher Maßnahmen lässt sich feststellen ob sie erfolgreich waren?

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Aufgrund der Vernetzung der IT in nahezu alle anderen Unternehmensbereiche, erfährt die Rolle des CIOs heutzutage enorme Aufmerksamkeit, fordert aber dafür ebenso viel Verantwortung wie selten zuvor. Vorbereitend auf die Bachelor Arbeit sollen in dieser Studienarbeit die Aufgaben und das Umfeld eines CIOs beleuchtet werden.

Das Ziel ist vor allem einen Überblick zu gewinnen, welchen Situationen und Anforderungen sich die IT Leitung in modernen Unternehmen stellen muss und welche Entwicklungen zu diesen neuen Herausforderungen geführt haben, um dann einige wenige dieser Entwicklungen im Detail zu betrachten.

Nach dem Überblicküber diese Entwicklungen sollen einige Maßnahmen gezeigt werden, welche die Unternehmensführung einsetzen kann, um die auftretenden Herausforderungen zu meistern.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit konzentriert sich im ersten Teil auf die Klärung des Begriffes des CIOs, zeigt was unter dieser Rolle verstanden wird, in welcher unternehmerischer Umgebung er sich heutzutage befindet und welchen Aufgaben er sich gegenüber sieht.

Im zweiten Teil wird die erste der beiden größten Herausforderungen an die IT Leitung beleuchtet: die Reduktion der Kosten innerhalb der IT, sowie die Erhöhung der Effizienz. Dabei erfolgt zuerst eine Systematisierung der auftretenden Kosten. Es folgt darauf basierend eine Betrachtung der beiden Hauptkostenarten Hardware- und Personalkosten um zu erkennen wie sich diese im Laufe der letzten Jahre entwickelt haben, und welche Faktoren maßgeblich zu dieser Entwicklung geführt haben. Um die Theorie der Preisentwicklung auf die Praxis zu reflektieren wurden zwei Interviews mit Führungskräften aus dem Fachbereich der Hardware Beschaffung der Siemens IT Solutions and Services GmbH geführt.

Im dritten Teil wird auf die Aufgaben und Instrumente des IT Controllings eingegangen - wozu dient IT Controlling und warum ist es für einen CIO maßgeblich zur Erfüllung der Unternehmensziele relevant? Zudem werden die wichtigsten Instrumente des IT Controllings zur Einflussnahme auf strategischer und operativer Ebene vorgestellt.

2 Aufgaben und Bedeutung des CIOs

2.1 Begriff des CIOs

Der „Chief Information Officer“ oder manchmal auch „Corporate Information Officer“ (CIO) ist in modernen Unternehmen für die strategische und operative Führung der Informationstechnologie verantwortlich. Das CIO Konzept wurde in den USA entwickelt, wird aber seit einigen Jahren auch in Deutschland adaptiert um die Bedeutung des Informationsmanagements zu dokumentieren. Dort ist der Chief Information Officer auf Führungsebene, häufig im Vorstand, neben dem CFO („Chief Financial Officer“) zu finden. Sowohl der CIO als auch der CFO berichten an den CEO („Chief Executive Officer“), den Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens. Oftmals wird die Position CIO auch mit „Managing Director IT“, „Head of IT“ oder „IT-Vorstand“ bezeichnet. In kleinen und mittelständischen Unternehmen hat sich eher der Begriff des IT- oder EDV-Leiters durchgesetzt, wobei dessen Aufgabengebiet hauptsächlich in der Bereitstellung technischer Lösungen für aktuelle Geschäftsprozesse liegt. Der CIO hingegen ist der Leiter des Informationsmanagements. Er konzentriert sich auf das Informations-, Wissens-, und Technikmanagement, erarbeitet Visionen und Konzepte für zukünftige technische Möglichkeiten und berät die Fachbereiche bei der Gestaltung ihrer Geschäftsprozesse. Sein Berufsbild ist interdisziplinär strukturiert und erfordert vernetztes fachliches, technisches und Management Know How (vgl. Gadatsch, IT Controlling realisieren - Praxiswissen für IT-Controller, CIOs und IT-Verantwortliche, 2005, S. 11).

2.2 Herausforderungen der neuen IT Welt

Um zu verstehen, warum sich die Rolle des CIOs entwickelt hat, bedarf es zunächst eines Blickes in die Vergangenheit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Chronologie der IT-Entwicklungsstufen (Holtschke, Hommel, & Hauke, 2009, S. 20)

Ähnlich wie die Industrialisierung durchlief auch die IT verschiedene Entwicklungsstufen: weg von der Individualfertigung und hin zur Standardisierung. Die erste Stufe beschreibt dabei die IT auf Nachfrage - also speziell auf Kundenwünsche hin gestaltete IT mit hohen Implementierungsaufwänden und einem niedrigen Standardisierungsgrad bzw. Wiederverwendbarkeitsgrad gegenüber anderen Kunden. Der inflexible, modulare Aufbau führt zu hohen Einführungs- und Wartungskosten, sowie zu vielen Spezialisten im IT Bereich und damit häufig zu hochpreisigen Monopolstellungen einzelner Anbieter. In der zweiten Entwicklungsstufe findet bereits eine Spezialisierung statt - weg von Individuallösungen, hin zu Standardapplikationen, die auf spezielle Kundenanforderungen konfiguriert werden können. Charakteristisch sind vorgefertigte, vorkonfigurierte, skalierbare, wiederholbare und stabile (d.h. verlässliche) Lösungen. In der letzten Entwicklungsstufe wird die IT als allzeit „von der Stange“ verfügbares Massenprodukt begriffen. Dienstleistungen und Produkte sind standardisiert, von vielen Anbietern verfügbar und damit mit untereinander vergleichbar (vgl. Holtschke et al, 2009) Nichtsdestotrotz wird auch heute noch eine Mischung aller drei Entwicklungsstufen eingesetzt. Standardprodukte werden modifiziert und zusammen mit Individualentwicklungen, zum Beispiel im Rahmen von IT Services zur Erbringung komplexer Aufgabenketten eingesetzt.

Aufgrund des Hintergrundes dieser Entwicklung seit 1950 wurde und wird der „IT-Leiter“ auch heute noch oftmals im Fehlbild als „Maschinist“ wahrgenommen, der für die „handwerkliche Bereitstellung“ der IT-Manufakturware zu sorgen hat. Die Aufgaben und Verantwortungen einer modernen IT Führung haben sich zwischenzeitlich jedoch dramatisch geändert.

2.3 Aufgaben des CIOs

Wo sich zu Beginn des IT Zeitalters die technisch Verantwortlichen noch eher reine IT Spezialisten waren, sind CIOs heute ausgebildete und erfahrene Manager, die unter anderem ganze Geschäftsprozesse verantworten um das Unternehmen maßgeblich in der Geschäftsvision zu unterstützen.

Der Aufgabenbereich des CIOs umfasst heutzutage folgende Aufgaben:

1) Die Entwicklung und Umsetzung einer IT-Strategie für das Informationstechnik-, Wissens- und Informationsmanagement.
2) Die Erarbeitung, Festlegung und Durchsetzung von IT-Standards zur Sicherstellung kompatibler und integrierter Informationssysteme, um alle Geschäftsprozesse des Unternehmens mit IT zu unterstützen.
3) Die Unterstützung der Fachbereiche bei der Entwicklung und Optimierung von Lösungen für deren Geschäftsprozesse. Hier steht vor allem die Optimierung und Analyse des gesamten Prozesses im Mittelpunkt, weniger die Technik selbst.
4) Die Identifikation und Einführung von „Best Practice“ Methoden
5) Anregen des IT Informationsflusses im Unternehmen um allen Gruppen, die an IT Lösungen arbeiten, miteinander in Kommunikation zu bringen und damit ggf. Synergien zu nutzen.
6) Planung, Überwachung und Analyse der IT-Budgets und Kosten, und damit verbunden die Einführung und Umsetzung von kostensenkenden bzw. produktivitätssteigernden Projekten. (vgl. Gadatsch, IT Controlling realisieren - Praxiswissen für IT-Controller, CIOs und IT-Verantwortliche, 2005, S. 11)

2.4 Die Rolle eines CIOs in modernen Unternehmen

Im Unternehmen ist der CIO primär in der Rolle das Management in der Erfüllung der Geschäftsprozesse von IT Seite zu unterstützen. Zudem hat er die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der IT sicherzustellen. Er sieht sich somit einer Vielzahl an Herausforderungen gegenüber, um dem Unternehmen die geforderten IT Strukturen, Prozesse und Services bereitzustellen. Die beiden größten Herausforderungen sollen daher näher erläutert werden:

1) Die Reduktion der Kosten sowie die Erhöhung der Effizienz innerhalb der IT Organisation

Die Entwicklung zeigt, dass sich aufgrund der fortschreitenden IT Durchdringung, die IT Budgets der letzten Jahrzehnte stetig erhöht haben. Erst mit dem Beginn der Wirtschaftskrise sahen sich CIOs einerseits mit der Senkung des Budgets (Whitney 2009), andererseits mit gleichbleibendem Handlungsdruck konfrontiert. Den ökonomischen Prinzipien folgend, war daher eine Senkung der IT Kosten (Minimalprinzip) oder eine effizientere Nutzung der vorhandenen Ressourcen (Maximalprinzip) zwingend erforderlich.

2) Die Beherrschbarkeit der Komplexität & Risiken

Gerade in modernen Unternehmen findet sich eine stark vernetzte IT Infrastruktur, die alle Anforderungen der Fachabteilungen abdecken und deren Daten miteinander verknüpfen muss, um die komplexen Geschäftsprozesse korrekt darzustellen. Je weiter die Komplexität dieser IT Landschaft steigt, desto höher wird der Aufwand des reibungslosen Zusammenspiels aller beteiligten Komponenten. Durch die direkte Abhängigkeit von der IT drohen Unternehmen zudem Gefahren, welche schnell das wirtschaftliche Überleben gefährden können. Komplexität und Risiko sind hier oftmals komplementär eng miteinander verknüpft.

3 IT Kostenoptimierung in modernen Unternehmen

3.1 Entwicklung der IT Kosten

Seit dem Ende der New Economy stehen besonders IT Kosten in den letzten Jahren im Fokus von Unternehmensleitungen. Wo vor zehn Jahren die Ausgaben unter wesentlich geringeren wirtschaftlichen Aspekten erfolgten - getrieben vom Euphemismus der New Economy - wird die IT heute als einer der wesentlichen Wertschöpfungsfaktoren im Unternehmen betrachtet. Durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck werden IT Investitionen daher immer stärker an ihrem wirtschaftlichen Nutzen gemessen und müssen im Rahmen finanzmathematischer Analysen ihre Effektivität unter Beweis stellen.

Dabei haben sich die Optimierungspotentiale innerhalb der letzten Jahre gewandelt: 1990 begannen Unternehmen sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren und teure, oder nicht effizient durchführbare Aufgaben an spezialisierte Dienstleister abzugeben. Die Fremdvergabe von Teilleistungen bezeichnet man seitdem noch als Outtasking, die Vergabe kompletter Leistungen als Outsourcing.

Parallel zum Outsourcing achten CIOs - vor allem bezüglich des Kerngeschäfts - heute wesentlich stärker auf die eigenen Finanzen, mit dem Fokus, dass nicht immer die günstigsten Lösungen (Kostenminimierung) im Vordergrund stehen, sondern die Lösung mit dem größten wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen in Gänze (Nutzenmaximierung) (vgl. Pobbig, 2006). Eine aktuelle Umfrage unter 250 CIOs aus Firmen und öffentlichen Organisationen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern aus den USA, UK und Deutschland (MicroFocus 2010) konkretisiert diese Aussage noch weiter: als Antwort auf die Frage, wie Kosteneinsparungen erreicht werden können, antwortete die Mehrheit der Befragten (58 Prozent), dass eine Modernisierung der verwendeten Applikationen der beste Weg sei, gefolgt von Mitarbeiterabbau (17 Prozent). Dies ist als klares Zeichen zu werten, dass CIOs zwar durch die Weltwirtschaftskrise an finanzielle Sparvorgaben gebunden sind, bei den Invests jedoch stark auf andere Aspekte wie „zukünftiges Wachstum“ oder „niedrigere Reaktionszeit bei Problemen“ achten um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Von der Modernisierung der IT Applikationen erhoffen sich

- 70% der Befragten eine Reduzierung der Betriebskosten,
- 63% sehen die Modernisierung als notwendig an um auch in Zukunft wachsen zu können,
- 60% gaben eine niedrigere Reaktionszeit bei Problemen, und
- 55% die sich erhöhende Flexibilität an.

Die Befragen sahen sich dabei zwei Hauptproblemen gegenüber: der Reduktion von Kosten, sowie der Innovation neuer Produkte und Services, um neue Kundenanforderungen zu erfüllen. Die Lösungen dieser beiden Probleme schließen sich in den Augen der Befragten jedoch nicht gegenseitig aus. Die Migration bestehender Lösungen kann eine so hohe Kostenersparnis schaffen, dass daraus weitere Innovationsprojekte querfinanziert werden können.

Unabhängig von der technischen Entwicklung führte die Erhöhung der Energiekosten zu neuen Sparansätzen - dem Ansatz der Green IT. Darunter versteht sich die Reduktion der benötigten Energiekosten zum Betrieb der IT Infrastruktur. Weitere Entwicklungen sind eher buchhalterisch bedingt: so begannen Unternehmen zur bilanztechnischen Optimierung mit dem Leasing von IT Geräten. Da die Geräte nur noch gemietet statt gekauft werden, ist das Unternehmen kein Eigentümer. Das gemietete Gerät wird in der Bilanz nicht mehr aufgeführt und die Eigenkapitalquote steigt, was Ratingagenturen und Analysten wiederum positiv honorieren (impulse, 2002).

3.2 Kostenarten innerhalb einer IT Organisation

3.2.1 Erkennung der Kostenarten

Durch die neuen Aufgaben der IT, nämlich Unternehmen bei immer komplexer werdenden IT Infrastrukturen und Prozessen zu unterstützen, hat sich die Zahl der zu Grunde liegenden Kostenarten vervielfacht. Um die Ausgaben zu kontrollieren ist eine Strukturierung dieser Kosten unerlässlich.

Nach Holtschke et al können IT Ausgaben generell in zwei Hauptgruppen gegliedert werden: Investitionsausgaben (strategischer, taktischer und notwendiger Art), welche die zukünftige Entwicklung der IT betreffen; sowie Betriebsausgaben zur Sicherstellung des laufenden Betriebs der IT Infrastruktur und Applikationen (siehe Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Untergliederung der IT Ausgaben (Holtschke, Hommel, & Hauke, 2009)

3.2.1.1 Investitionsausgaben

Nach Irani et al existieren bei der Investition des IT Budgets jeweils mehrere zu berücksichtigende Gruppen (Irani, Love, & Ghoneim, 2001, S. 1105). Die Konzentration auf die Ziele von lediglich einer dieser Gruppen führt unweigerlich zur Verstimmung der anderen Gruppen und würde damit eine Gefahr des gesamten Investments darstellen.

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Details

Seiten
50
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783869434599
ISBN (Buch)
9783656990963
Dateigröße
12.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186808
Institution / Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,6
Schlagworte
rolle cios aufgaben controllinginstrumente unternehmensführung

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