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Haushaltsökonomische Selbstinformationssysteme - Internationale Perspektiven

Seminararbeit 2007 22 Seiten

Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Gegenstand, Zielsetzung und Vorgehensweise

2 Haushaltsbuchführung in Großbritannien
2.1 Die Entwicklung der Familie in der britischen Gesellschaft
2.2 Die meist verbreiteten Vorgehensweisen in der Haushaltsbuch- führung

3 Haushaltsbuchführung in Japan
3.1 Die Entwicklung der Familie in der japanischen Gesellschaft
3.2 Das Central Council of Savings Information (CCSI)und die Sparbewegung
3.3 Die drei Entwicklungsphasen der Haushaltsbuchführung in Japan

4 Vergleich der Haushaltsbuchführung in Großbritannien und Japan

5 Zusammenfassung .

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Teilnehmer Übersicht 1954-1994

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: gekürzte Übersicht eines in GB erhältlichen Haushaltsbuches

Tab. 2: Lebensplanung einer Familie

1 Gegenstand, Zielsetzung und Vorgehensweise

Zur Vermeidung von Verarmung bzw. Ver- und Überschuldung stellt die Haushaltsbuchführung für Privathaushalte ein gutes Hilfsmittel dar. Mit Hilfe der Aufzeichnungen ist es möglich sich über seinen Haushalt zu informieren, ihn zu kontrollieren und geeignet für die Zukunft zu planen. Für viele Haushalte können solche Aufzeichnungen eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellen.

Die Vorteile, die sich aus einer Haushaltsbuchführung ergeben, sind in vielen Ländern bekannt. Allerdings haben sich die Selbstinformationssysteme bedingt durch verschiedene Kulturen und Veränderungen in den Gesellschaften auf unterschiedliche Weise entwickelt. Aufgrund ihrer traditionellen und kulturellen Gegensätze soll in dieser Arbeit ein Einblick in die Haushaltsbuchführung der Privathaushalte in Großbritannien und Japan gegeben werden.

Zunächst wird in Kapitel 2 die Haushaltsbuchführung von Familien in Großbritannien behandelt. Nach einer Beschreibung der Entwicklung der Familien in der britischen Gesellschaft und ihre Bedeutung für die Selbstinformationssysteme, folgt eine Erläuterung der vier meist verbreiteten Vorgehensweisen bei der Haushaltsbuchführung. Verwendet werden dabei Erkenntnisse, die aus einer Studie der Ökonomen Doolin und Northcott stammen, die mit zehn Haushalten durchgeführt wurde. Auf Methoden und Ziele dieser Studie wird an späterer Stelle näher eingegangen. Repräsentative Erkenntnisse liefert eine Untersuchung von Pahl1, die sich auf Daten des „family expenditure survey (FES)“2, einer Befragung von 59 Einzelpersonen und Interviews mit 40 Paaren bezieht (vgl. Pahl, 2000, S. 506), welche ebenfalls in diese Arbeit einfließen.

Kapitel 3 befasst sich mit der Haushaltsbuchführung in Japan. Zunächst beschäftigt sich die Arbeit mit der Entwicklung der japanischen Familie in der Gesellschaft und ihre Bedeutung für die Haushaltsbuchführung. Der darauf folgende Abschnitt stellt das Central Council for Savings Information (CCSI) vor. Diese Organisation veranstaltet jährlich einen Wettbewerb zum Thema Haushaltsbuchführung. Die daraus gewonnene Datensammlung ist Gegenstand für eine Untersuchung der Ökonomen Komori und Humphrey. Diese Untersuchung bildet die Grundlage für die Erkenntnisse in Abschnitt 3.3, der sich mit den drei Entwicklungsphasen der Haushaltsbuchführung in Japan von 1954 bis 1995 befasst.

Auf Grundlage der in Kapitel 2 und 3 gewonnenen Einsichten sollen in Kapitel 4 die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Haushaltsbuchführung in Großbritannien und Japan herausgearbeitet werden.

Kapitel 5 stellt eine Zusammenfassung der wesentlichen gewonnenen Erkenntnisse dar.

2 Haushaltsbuchführung in Großbritannien

Dieses Kapitel soll einen Einblick in die Haushaltsbuchführung der Privathaushalte in Großbritannien geben. Dafür wird zunächst in Abschnitt 2.1 die Entwicklung der Familie in der britischen Gesellschaft und ihr Einfluss auf die Haushaltsbuchführung betrachtet.

Anschließend geht Abschnitt 2.2 auf die vier meist verbreiteten Vorgehensweisen der Haushaltsbuchführung in den britischen Privathaushalten ein. Grundlage für die hier gewonnenen Erkenntnisse ist die bereits erwähnte Studie von Doolin und Northcott. Ziel der Studie ist es die Techniken, die im privaten Finanzmanagement verwendet werden, mit Hilfe der folgenden Fragen zu ermitteln:

(a) Welche Art von Buchführung wird im Privathaushalt verwendet?
(b) Welches sind die wahrnehmbaren Vorteile und welche Effekte haben diese?
(c) In welchem Umfang werden Buchführungspraktiken aus dem Beruf in den Privathaushalt übernommen?

Mit Hilfe von Frage (c) soll in der Studie untersucht werden, ob Buchhalter, aufgrund ihres Berufes, gegenüber Laien, die eine Haushaltsbuchführung betreiben, einen Vorteil haben. Wegen der Sensibilität des Themas Finanzen erfolgt die Auswahl der Befragten in Form einer qualitativen Stichprobe. Sie setzt sich zusammen aus sieben Einzelpersonen und drei Paaren, die jeweils 80 Minuten interviewt werden. Unter den Interviewten sind Personen, die keine Kenntnisse im Bereich Buchführung haben, die im Bereich der Buchführung arbeiten und Akademiker der Fachrichtung Rechnungswesen (vgl. Doolin/Northcott, 2000, S. 477).

2.1 Die Entwicklung der Familie in der britischen Gesellschaft

Seit Mitte der 70er Jahre verändern sich die Familie und die Demographie in Großbritannien stark. Während die Bevölkerung in dieser Zeit um etwa 5% wächst ist, erhöht sich die Anzahl der Haushalte um mehr als 25%. Die Größe des Durchschnittshaushaltes geht um 16% zurück, während sich die Einpersonenhaushalte verdoppeln (vgl. Froud et al, 2000, S. 550/551). Diese demographische Entwicklung beeinflusst neben den sozialen Normen auch die Arbeit außerhalb und innerhalb des Privathaushaltes (vgl. Llewellyn/Walker, 2000, S. 452). Es sind verschiedene Entwicklungen festzustellen. Immer mehr Frauen gehen einer bezahlten Arbeit nach und immer mehr Männer übernehmen die unbezahlte Hausarbeit. Des weiteren verändern sich die Familienführungsstile hin zu mehr Demokratie. Viele Personen gehen einer selbstständigen Arbeit nach, arbeiten im sogenannten Home Office von zu Hause aus oder finden Beschäftigung in der Heimarbeit. Daraus folgt, dass die Grenzen zwischen den Privathaushalten und dem öffentlichen Sektor immer mehr verschwimmen (vgl. Llewellyn/Walker, 2000, S. 473). Für die Buchführung im Privathaushalt kann dies bedeuten, dass sie aufgrund von Zeitmangel weniger betrieben wird oder dass die Männer, die im Normalfall seltener für den Haushalt und die Haushaltsbuchführung zuständig sind, stärker in diesen einbezogen werden.

2.2 Die meist verbreiteten Vorgehensweisen in der Haushaltsbuchführung

Die Haushaltsbuchführung in der britischen Familie ist in der Regel die Aufgabe der Frau. Veröffentlichungen wie das „Good Housekeeping Diary and Account Book“ sprechen meist einen Leserkreis mittleren Bildungsstandes, mittleren Alters und gut informierter Frauen an (vgl. Llewellyn/Walker, 2000, S. 452). Nach Llewellyn und Walker werden in den meisten Ratgebern zur Haushaltsbuchführung Praktiken empfohlen, die aus der männlich- dominierten freien Wirtschaft stammen, da es scheint, als sei es sinnvoll diese für den Privathaushalt zu übernehmen. Diese Empfehlungen sind typisch für die 70er Jahre.

Da die Buchführung in den Unternehmen allerdings sehr rational verläuft, wird dies auch indirekt auf den Privathaushalt übertragen. Dabei wird übersehen, dass das Familienbudget meist eine sehr emotionale Art des Geldes ist, über dessen Verwendung innerhalb der Familien oft viel diskutiert wird (vgl. Llewellyn/Walker, 2000, S. 456/457). Aufgrund dieser Emotionalität stellt es sich im Allgemeinen als außerordentlich schwierig dar, von den Familien oder Paaren eine Auskunft über ihre Finanzen zu erhalten. Dieses Thema gilt, wie das Thema Sexualität, oft als Tabu (vgl. Pahl, 2000, S. 502).

Nach den Ergebnissen der Untersuchungen von Pahl betreiben nur etwa 25% der Paare in Großbritannien eine formale Buchführung. Dabei ist es unterschiedlich, ob die Verantwortung nur einer der Partner trägt, oder ob sie geteilt wird. Bei etwa einem Drittel der Paare werden die Finanzen alleine von der Frau verwaltet und bei einem Sechstel alleine vom Mann. Ein kleiner, aber steigender Anteil der Paare hält die Finanzen getrennt, als seien sie zwei individuelle Haushalte. Hervorzuheben ist, dass eher die Frauen das Geld verwalten, wenn es nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Ist der Mann in einer höheren Stellung beschäftigt und der Alleinverdiener, verwaltet eher er das Geld und übergibt die Verantwortung für einen Teil des Geldes der Frau (vgl. Pahl, 2000, S. 503/504).

Doolin und Northcott analysieren in ihrer Untersuchung die vier meist verbreiteten Vorgehensweisen der Buchführung in Privathaushalten: „budgeting, record-keeping, decision making and long-term financial planning“ (Doolin/Northcott, 2000, S. 475). Im Folgenden sollen diese Vorgehensweisen näher beschrieben werden. Vorab wird angemerkt, dass eine präzise Trennung dieser vier Bereiche nicht möglich ist, sondern dass sie sich untereinander beeinflussen und miteinander verknüpft sind (vgl. Doolin/Northcott, 2000, S. 488).

Haushalten

„ Budgeting “ (Doolin/Northcott, 2000, S. 480)

In den meisten buchführenden Haushalten in Großbritannien wird das Budgeting als Technik verwendet. Darunter versteht man die Aufzeichnung der Einnahmen und der Ausgaben und deren Gegenüberstellung, die meist in einem Haushaltsbuch festgehalten werden. Tabelle 1 zeigt einen Ausschnitt eines Haushaltsbuches, welches in Großbritannien erhältlich ist und von „The Good Housekeeping and Account Book“ herausgegeben wird. Die Aufzeichnungen werden täglich erfasst und der Woche des jeweiligen Monats zugeteilt. In der ersten Spalte befinden sich verschiedene vorgegebene Positionen, wie Ausgaben für den Bäcker, Kleidung für die Kinder oder Hypothekentilgung. Am Ende einer jeden Woche erfolgt eine Abrechnung. Hier werden in der ersten Zeile die Soll und Haben Werte der Vorwoche eingetragen. Die zweite Zeile enthält die aktuellen Ausgaben und in die nächste Zeile wird das Einkommen dieser Woche eingetragen. Zum Schluss werden diese drei Werte miteinander verrechnet und das Ergebnis zeigt das gesamte Einkommen dieser Woche.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: gekürzte Übersicht eines in GB erhältlichen Haushaltsbuches

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Llewellyn/Walker, 2000, S. 454

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1 Professor Emeritus of Social Policy, University of Kent

2 Der Family Expensiture Survey von 1996 des Office of National Statistics lieferte für die Nachforschungen von Pahl Daten von 3676 verheirateten Paaren (vgl. P, S.506)

Details

Seiten
22
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783869435749
ISBN (Buch)
9783656993551
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186642
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
Schlagworte
haushaltsökonomische selbstinformationssysteme internationale perspektiven

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