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Schulraumplanung am Beispiel der Stadt Gossau

von René Baumberger (Autor) Adrian Scherrer (Autor)

Masterarbeit 2008 208 Seiten

Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Ausgangslage
2.1 Ausgangssituation Stadt Gossau
2.2 Auftrag
2.3 Zielsetzung
2.4 Arbeitsgrundlagen
2.4.1 Normen
2.4.2 Dokumente und Schriftstücke
2.4.3 Richtraumprogramm der Stadt St. Gallen
2.5 Definitionen und Erläuterungen
2.5.1 SOLL1
2.5.2 SOLL2
2.5.3 Basisstufe/Grundstufe
2.5.4 Neue Pädagogische Ansätze und Reformen
2.6 Überblick über die Schulhäuser und Schulanlagen
2.6.1 Übersicht Schulanlagen und Kindergärten
2.6.2 Räumliche Verteilung der Schulanlagen
2.6.3 Alter der Schulanlagen
2.6.4 Volumen der Schulanlagen nach GVA
2.6.5 Verteilung der Vermögenswerte
2.6.6 Verteilung der Schüler
2.7 Abgrenzungen
2.8 Vorgehen
2.8.1 Bestandesaufnahme und Zustandsanalyse
2.8.2 Vergleich IST- SOLL1:
2.8.3 Vergleich IST - SOLL2:
2.8.4 Demographische Entwicklung und Prognosen der Schülerzahlen
2.8.5 Beurteilung des zukünftigen Raumbedarfs Baumberger & Scherrer
2.8.6 Bedarf und Potential der Schulanlagen
2.8.7 Lösungsansatz
2.8.8 Kostenprognosen

3. Analyse Ist-Zustand
3.1 Schüler- und Klassenzahlen, Klassengrössen
3.1.1 Schülerzahlen 2008/09 nach Schulstufen
3.1.2 Klassenzahlen / Klassengrössen
3.1.3 Klassengrössen gemäss Schulbautenverordnung
3.2 Rahmenbedingungen und Vorgaben der Stadt Gossau
3.2.1 Einschulungsklassen (ESJ)
3.2.2 Kleinklassen (KK)
3.2.3 Integrativer Unterricht (ISF)
3.2.4 Logopädie
3.2.5 Psychomotorik
3.2.6 Mittagstisch
3.3 IST Schulanlagen
3.3.1 Zustandsanalyse der Schulanlagen
3.3.2 Angaben zum Technischen Alter der Schulgebäude
3.3.3 Beurteilung Rohbau bezüglich Bausubstanz und Flexibilität
3.3.4 Investitionsbedarf der Schulanlagen
3.4 Vergleich IST - SOLL1
3.4.1 Vorgehen
3.4.2 Liegenschaften, Schulen und Kindergärten
3.4.2.1 Schulanlage Büel
3.4.2.2 Schulanlage Gallus
3.4.2.3 Schulanlage Haldenbüel
3.4.2.4 Schulanlage Hirschberg
3.4.2.5 Schulanlage Lindenberg
3.4.2.6 Schulanlage Notker
3.4.2.7 Schulanlage Othmar
3.4.2.8 Schulanlage Rosenau
3.4.2.9 Schulhaus am Weiher
3.4.2.10 Oberstufenzentrum Buechenwald (im Bau)
3.4.2.11 Kindergarten Bachstrasse
3.4.2.12 Kindergarten Hofegg
3.4.2.13 Kindergarten Neuchlenstrasse
3.4.2.14 Kindergarten Talstrasse
3.4.2.15 Kindergarten Bedastrasse
3.4.2.16 Turnraum
3.5 Zusammenfassung
3.5.1 Zusammenfassung Vergleich IST - SOLL1 Schulraumplanung

4. Zukünftiger Raumbedarf SOLL2
4.1 Neue pädagogische Ansätze und Reformen
4.1.1 Freiwillige Schulhausangebote (FSA)
4.1.2 Basisstufe oder Grundstufe
4.2 Rahmenbedingungen und Annahmen SOLL2
4.3 Zukünftiger Raumbedarf SOLL2
4.3.1 Ziel
4.3.2 Vorgehen
4.3.3 Demographische Entwicklung
4.3.3.1 Entwicklung Schülerzahlen
4.3.3.2 Prognose Klassenbildung
4.3.3.3 Entwicklung der Geburten in der Stadt Gossau
4.3.3.4 Bevölkerungsentwicklung
4.3.3.5 Siedlungsentwicklung
4.3.4 Strategie zur Umsetzung SOLL2
4.3.4.1 Ausgangslage Standorte
4.3.4.2 Strategie
4.3.4.3 Nutzung
4.3.4.4 Zeit
4.3.4.5 Grobverlauf
4.3.4.6 Kosten

5. Umsetzung SOLL2
5.1 Vorgehen
5.2 Umsetzung und Empfehlung in den Primarschulanlagen
5.2.1 Schulanlage Büel
5.2.2 Schulhaus Gallus
5.2.3 Schulanlage Haldenbüel
5.2.4 Schulanlage Hirschberg
5.2.5 Schulhaus Notker
5.2.6 Schulanlage Othmar
5.3 Umsetzung und Empfehlung in der Oberstufe
5.3.1 Schulanlage Rosenau
5.4 Zusammenfassung Umsetzung und Empfehlung
5.4.1 Fazit Nutzung SOLL2
5.4.2 Kostenprognose Umnutzung SOLL2 Baumberger & Scherrer

6. Erkenntnisse und Empfehlungen
6.1 Generelles
6.2 Datenbestände und Datenqualität
6.3 Monitoring, Überwachung
6.3.1 Nutzung
6.3.2 Betrieb
6.4 Erkenntnisse und Empfehlungen
6.4.1 Einleitung
6.4.2 Übersicht
6.4.3 Zustand der Bauten und Anlagen
6.4.3.1 Erkenntnisse
6.4.3.2 Empfehlung
6.4.4 Demographische Entwicklung
6.4.4.1 Erkenntnisse
6.4.4.2 Empfehlung
6.4.5 Nutzung (Mankos)
6.4.5.1 Erkenntnisse
6.4.5.2 Empfehlung
6.4.6 Kosten und Zeit

7. Schlussbetrachtung

8. Verzeichnisse
8.1 Abbildungsverzeichnis
8.2 Abkürzungsverzeichnis
8.3 Tabellenverzeichnis
8.4 Dokumenten- und Schriftstückverzeichnis
8.5 Literaturverzeichnis

9. Informationen zu den Anlagen
9.1 Schulanlage Buechenwald
9.1.1 Turnhalle Buechenwald
9.2 Schulanlage Büel
9.2.1 Schulhaus
9.2.2 Kindergarten Büel
9.2.3 Turnhalle
9.3 Fürstenlandsaal
9.4 Schulhaus Gallus
9.5 Schulanlage Haldenbüel
9.5.1 Schulhaus Alt
9.5.2 Schulhaus Neu
9.5.3 Kindergarten
9.5.4 Turnhalle
9.6 Schulanlage Hirschberg
9.6.1 Schulhaus
9.6.2 Kindergarten
9.6.3 Turnhalle
9.7 Schulanlage Lindenberg
9.7.1 Schulhaus
9.7.2 Turnhalle
9.8 Schulhaus Notker
9.9 Schulanlage Othmar
9.9.1 Schulhaus
9.9.2 Kindergarten
9.9.3 Turnhalle
9.10 Schulanlage Rosenau
9.10.1 Schulhaus
9.10.2 Turnhalle
9.11 Schulhaus Weiher
9.12 Kindergarten Bachstrasse
9.13 Kindergarten Hofegg
9.14 Kindergarten Neuchlenstrasse
9.15 Kindergarten Talstrasse
9.16 Zusammenfassung der Daten

Schulraumplanung

Anhang

A4 Hochformat

10. Anhang
10.1 Kindergarten-Belegung 2008/09
10.2 Richtraumprogramm St. Gallen Primarschule
10.3 Richtraumprogramm St. Gallen Oberstufenschule
10.4 Schülerzahlen 2007/08; Entwicklung Iangfristig
A4 Querformat
10.5 Schülerzahlen 2007/08; Abteilungsgrössen I
10.6 Schülerzahlen 2007/08; Abteilungsgrössen II
10.7 Schülerverteilung 2007 / 2008
10.8 Schülerverteilung 2008 / 2009
10.9 Schülerbestände
10.10 Klassenzahlen 2008/09; Entwicklung
A3 Querformat
10.11 Schulanlagen der Stadt Gossau
10.12 Siedlungsentwicklung der Stadt Gossau
10.13 Investitionsbedarf auf der Zeitachse IST
10.14 Ohne Basisstufe mit den laufenden Investitionen der Elemente
10.15 Ohne Basisstufe mit den laufenden Investitionen der Areale
10.16 Mit Basisstufe mit den laufenden Investitionen der Elemente
10.17 Mit Basisstufe mit den laufenden Investitionen der Areale
10.18 Flächenbaum DIN 277 2005

1. Zusammenfassung

Thema dieser Masterarbeit ist die Schulraumplanung am Beispiel der Stadt Gossau. Ziel ist es aufzuzeigen, welche Auswirkungen die zukünftigen Nutzungsanforderungen auf die Schulbauten haben und wie die Bedürfnisse und Anforderungen umgesetzt werden können.

Siehe Seite 21 Kap. 2.6.1

Die Bauten und Anlagen der Volksschule der Stadt Gossau umfassen 9 Schul- anlagen und 4 eigenständige Kindergärten die auf 15 Standorte verteilt sind. Dazu gehört auch das Oberstufenzentrum Buechenwald, dass sich zurzeit im Bau befindet und im Herbst 2009 bezugsbereit ist.

Siehe Seite 22/23 Kap. 2.6.3

Siehe Seite 33/34 Kap. 3.3.2

Die Schulbauten können grob in 3 Alterszyklen eingeteilt werden. In einen 1 Zyklus (Bauten von 1907 bis 1912) vor dem ersten Weltkrieg, in einen 2 Zyklus (Bauten von 1951 bis 1973) der durch den Babyboom ausgelöst wurde und in einen 3 Zyklus (Bauten von 1981 bis 1985) der auf das Wachstum der Stadt zu- rück zu führen ist. Ein grosser Teil der Gebäude hat heute ein durchschnittliches Alter von ca. 40 Jahren. Damit stehen viele Bauten vor der Grosszyklischen Erneuerung, die bis anhin erst teilweise erfolgt ist. Bei einer ermittelten Gesamt- lebensdauer ohne Rohbau von durchschnittlich 39 Jahren ist festzustellen, dass über alle Gebäude betrachtet bereits 2/3 dieser Lebensdauer abgelaufen sind, was einer Restnutzungsdauer von ca. 14 Jahren entspricht.

Siehe Seite 24 Kap. 2.6.5

Siehe Seite 36 Kap. 3.3.4

Der Gebäudeversicherungsanstalt-Neuwert der Schulanlagen und Kindergär- ten beträgt ca. CHF 95 Millionen. Der von den Autoren ermittelte, aufgestaute Instandsetzungsbedarf (ohne Rohbau) wird auf rund CHF 38 Millionen ge- schätzt. Dabei überschreiten 9 der insgesamt 27 Gebäude (inkl. Anbauten) die 50%-Marke. Am Beispiel des Kantons Zürich liegt der Grenzwert, bei der ein Rückbau geprüft werden muss bei 70%. 3 der 9 Schulanlagen beinhalten Gebäude, die einen Investitionsbedarf von über 55% aufweisen. Diesen Bauten ist erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, da sie sich in den nächsten Jahren der 70%-Grenze annähern werden.

Siehe Seite 29 Kap. 3.1.1

Im Schuljahr 2008/09 besuchen 1’814 Schüler die Volksschule wovon rund 17% dem Kindergarten, gut 51% der Primarstufe und rund 32% der Oberstu- fe zugeteilt sind. Die Stadt Gossau führt Einschulungs- und Kleinklassen und beabsichtigt dies auch weiterhin so zu halten, wobei die zurzeit in einem sepa- raten Schulhaus geführten Kleinklassen zukünftig in die Primar- und Oberstufe integriert werden sollen.

Der Vergleich des vorhandenen Schulraumangebots (IST) mit den Vorgaben des Richtraumprogramms (SOLL1) zeigt, dass insgesamt auf der Primarstufe 31 Räume und auf der Oberstufe 10 Räume fehlen. Zudem besteht bezüglich der Flächen ein Manko beim bestehenden Raumangebot.

Siehe Seite 61 Kap. 3.5.1

Im Jahre 2012 wird der Entscheid bezüglich der Einführung der Basisstufe oder Grundstufe erwartet. Die Autoren favorisieren für die Ermittlung des Raumbe- darfs die Basisstufe, da diese den höheren Bedarf ausweist. Bei der räumlichen Umsetzung von SOLL2 im Schuljahr 2015/16 ist diesem Sachverhalt Rechnung zu tragen und so müssen zwei Szenarien betrachtet werden. Eine Variante 1 ohne Basisstufe und eine Variante 2 mit Basisstufe.

Siehe Seite 66 Kap. 4.3.3.2

Anhand der Demographischen Entwicklung wird für das Schuljahr 2015/16 mit leicht sinkenden Schülerzahlen gerechnet. Daraus ergibt sich eine Klassenbe- legung von insgesamt 70 Primar- und Oberstufenklassen (inkl. Kleinklassen), gegenüber dem Schuljahr 2008/09 ist das ein Minus von 6 Klassen.

Siehe Seite 71 - 75 Kap. 4.2.4.3

Mit dem Bezug des neuen Oberstufenzentrum Buechenwald erfolgt auch die Trennung der Primar- und Oberstufe. Anhand des Flächenvergleichs von IST und SOLL2 ohne Basisstufe wird ersichtlich, dass auf der Primarstufe mit 6.9% rund 560 m2 und auf der Oberstufe mit 19.5% rund 520 m2 fehlen.

Siehe Seite 94 Kap. 5.4

In einer pragmatischen Betrachtung der einzelnen Schulanlagen kann der Nach- weis erbracht werden, ob eine Umsetzung des geforderten Raumbedarfs SOLL2 möglich ist. Dabei wird von einer maximalen Belegung ausgegangen. Das Ergebnis für das Schuljahr 2015/16 zeigt, dass ohne Einführung der Basisstufe genügend Räume des Raumtyps Normalunterricht zur Verfügung stehen. In der Primarstufe ergibt sich sogar eine positive Bilanz von zusätzlichen 6 Klassen- zimmern. Mit Einführung der Basisstufe wird die Bilanz negativ. Für 4 Klassen Siehe Seite 94 fehlt das Klassenzimmer. In der Oberstufe ist der Raumbedarf der Maximalbele- gung deckungsgleich mit dem Bedarf. Die Oberstufen-Schulanlagen sind somit im Schuljahr 2015/16 voll ausgelastet.

Sowohl in der Primar- als auch in der Oberstufe kann aber der Flächen- und Raumbedarf des Richtraumprogramms insgesamt nicht umgesetzt werden. Das heisst, dass bei den Raumtypen Handarbeit und Werken, Spezialunterricht und bei den Diensträumen ein Manko besteht.

Siehe Seite 96 Kap. 5.4.2

Für die Massnahmen der Nutzungsanpassungen ist über alle Schulanlagen ohne Basisstufe mit Mehrkosten von ca. CHF 2,7 Mio. zu rechnen. Mit Einfüh- rung der Basisstufe erhöhen sich die Mehrkosten auf ca. CHF 4.2 Mio.

Aus der Zustand- und Nutzungsanalyse ergibt sich die Erkenntnis, dass mit Aus- nahme des Schulhauses Lindenberg alle Bauten und Anlagen weiter betrieben werden können.

Siehe Seite 108 Kap. 6.4.6

Der Grobphasenplan der Instandsetzungs- und Umnutzungsmassnahmen sieht vor, dass nach Bezug des Oberstufenzentrums Buechenwald der Umbau des Oberstufenzentrums Rosenau erfolgt. Da bei den Schulanlagen Haldenbüel und Notker der grösste Instandsetzungsbedarf besteht, sind sie nach dem Entscheid der Basisstufe favorisiert zu behandeln. Mit den gerafften Annahmen der Grobphasenplanung kann die Umsetzung der letzten Schulanlage im Jahre 2019 erfolgen. Insgesamt ist über das Zeitfenster der nächsten 11 Jahren mit einem Investitionsvolumen von rund CHF 38 Mio zu rechnen. Mit der Umsetzung der Basisstufe erhöhen sich die Kosten um ca. CHF 2 Mio.

Wertvermehrende Investitionen und laufende Unterhaltsarbeiten sind in dieser Kostenprognose nicht enthalten.

2. Ausgangslage

2.1 Ausgangssituation Stadt Gossau

In der Stadt Gossau besteht Handlungsbedarf bezüglich der Schulraumplanung. Neue pädagogische Ansätze und gesellschaftliche Veränderungen führen zu neuen räumlichen Bedürfnissen in den Schulanlagen.

Projekte wie Basisstufe und erweitertes Angebot müssen in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Gleichzeitig sind die demographische Entwicklung und die Veränderungen in den einzelnen Schulquartieren zu berücksichtigen. Mit dem Neubau des neuen Oberstufenzentrums Buechenwald ergibt sich zudem eine Umverteilung der Oberstufenklassen was Auswirkungen auf die bestehenden Schulanlagen haben wird.

2.2 Auftrag

Aufzeigen welche Auswirkungen die zukünftigen Nutzungsanforderungen auf die Schulbauten der Volksschule haben.

2.3 Zielsetzung

Hauptziel

Mit der Masterarbeit „Schulraumplanung“ soll aufgezeigt werden, wie auf die neuen Bedürfnisse und zukünftigen Nutzungsanforderungen eingegangen und wie diese in der Volksschule umgesetzt werden können.

Teilziele

- IST

Die Erfassung des Bestandes, bezüglich Menge und Qualität über alle Schulanlagen, dient als Grundlage.

- SOLL1

Vergleich von IST mit dem Richtraumprogramm und erstellen einer Bilanz.

- SOLL2

Vergleich von IST mit der zukünftigen Entwicklung mit und ohne Basisstufe und Erstellen einer Bilanz.

- Massnahmen

Aufzeigen des Handlungsbedarfes pro Schulanlage.

- Kosten

Aufzeigen der Investitionen für Instandsetzung und Nutzungsänderungen.

- Zeitliche Verhältnisse

Vorschlagen eines zeitlichen Ablaufes der baulichen Umsetzung für Instandsetzung und Nutzungsänderungen. Darstellen der notwendigen Investitionskosten auf der Zeitachse.

2.4 Arbeitsgrundlagen

2.4.1 Normen

- Normen SIA 416: 2003
- SIA Dokumentation d 0165 Kennzahlen im Immobilienmanagent
- DIN 277: 2005

2.4.2 Dokumente und Schriftstücke

Auflistung nicht abschliessend:

- Die Schulbautenverordnung Kantons St. Gallen mit den ergänzenden Richt- linien von 15. Oktober 1986.
- Das Richtraumprogramm der Stadt St. Gallen in der Version vom 9.5.2008
- Pläne in digitaler- oder Papierform
- Schätzung GVA Versicherungswert Steuerwert
- Grundbuchauszüge
- Dokumente des Schulamtes
- Verschiedene Unterlagen und Dokumente des Hochbauamtes der Stadt Gossau

2.4.3 Richtraumprogramm der Stadt St. Gallen

Die Stadt Gossau verfügt nicht über ein Richtraumprogramm für Schulbauten.

Ein gutes Arbeitsinstrument für die Ermittlung des Raumbedarfs und zum Ver- gleich des vorhandenen Schulraums IST, mit dem vorgeschriebenen Schulraum SOLL, haben die Verfasser mit dem Richtraumprogramm der Stadt St. Gallen gefunden.

In der Vorlage Stadtparlament vom 20. Mai 2008, Nr. 4372, ist das Richtraum- programm Primarschulen der Stadt St. Gallen und das Richtraumprogramm Oberstufenschule der Stadt St. Gallen die Grundlage zur Erarbeitung des Raumbedarfs. Das Richtraumprogramm stützt sich auf die rechtlichen Grundla- gen der Ergänzenden Richtlinien zur kantonalen Schulbautenverordnung, 8.111, III. Normalmasse für Räume und Anlagen. Damit ist es ein wichtiges Instrument zur Berechnung bzw. Festlegung der Raumkapazitäten eines Schulhauses und Gradmesser zur Erkennung von baulichem Handlungsbedarf in den Schulhäu- sern.

Mit den neuen pädagogischen Ansätzen und Reformen der letzten Jahrzehnte haben sich die Anforderungen an den Schulraum verändert. Mit dem Richtraum- programm der Stadt St. Gallen werden die aktuellen Bedürfnisse besser berück- sichtigt.

Für die vorliegende Masterarbeit bildet das Richtraumprogramm Primarschule und Oberstufenschule die Grundlage für die Ermittlung des Raumbedarfs.

Richtraumprogramm Pri- marschule und Oberstu- fenschule der Stadt St. Gallen siehe im Anhang

2.5 Definitionen und Erläuterungen

Der Raumbedarf wird in zwei Bedarfsgruppen unterteilt: dem Raumbedarf SOLL1 und dem Raumbedarf SOLL2.

Siehe Seite 190/191 Kap. 10.2/10.3

2.5.1 SOLL1

SOLL1 ist der geforderte Raumbedarf, der gemäss dem Richtraumprogramm

heute umgesetzt sein sollte. Er umfasst die bestehenden Engpässe, das Richt- raumprogramm mit den Raumtypen A bis E sowie die bereits vorhandenen oder umgesetzten Teile von Raumtyp F.

2.5.2 SOLL2

SOLL2 ist der zukünftig geforderte Raumbedarf, der mittelfristig ab 2015 umge- setzt werden muss. Er umfasst die zukünftigen Schülerzahlen und Klassenbil- dung, die neuen pädagogischen Ansätze und Reformen sowie die Basisstufe, über deren Einführung im Jahr 2012 entschieden werden soll.

Basisstufe Siehe Seite 20

Wenn die Basisstufe eingeführt wird, so hat dieser Entscheid Auswirkungen auf die räumlichen Strukturen der Primarschulen und Kindergärten. Auch für die Umsetzung der Basisstufe gibt es verschiedene Lösungsansätze in den beste- henden Schulanlagen.

2.5.3 Basisstufe/Grundstufe

Die Erziehungsdirektoren Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Für- stentums Lichtenstein (EDK-Ost) hat im Jahre 2002 ein Entwicklungsprojekt «Erziehung und Bildung im Kindergarten und Unterstufe» lanciert, das sich mit der inhaltlichen und organisatorischen Neuausrichtung der Schuleingangsstufe befasst1.

Die Basisstufe benötigt gegenüber der konven- tionellen Ausbildung in den ersten vier Schuljah- ren drei Gruppenräume mehr.

Basisstufe

1. Abb.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die Basisstufe umfasst zwei Kindergartenjahre und die erste und zweite Primar- schulklasse. Das bedeutet, dass in einer Basisklasse vier verschiedene Jahr- gänge ausgebildet werden. Pro Jahrgang ergibt das etwa 5 Schüler. Die Kinder bleiben so im Normalfall, ihren Fähigkeiten und Entwicklung entsprechend, wäh- rend vier Jahren in der gleichen Klasse am gleichen Standort zusammen. Jedes Jahr wechselt ein viertel der Schüler als Zugang und als Abgang die Klasse. Die Abgänger aus vier Basisstufen-Klassen werden je in einer 3. Primarschulklasse zusammengefasst.

In der Basisstufe wird jede Klasse durch zwei Lehrpersonen im Teamteaching unterrichtet.

Im Jahre 2012 ist der definitive Entscheid bezüglich der Einführung der Basisstufe zu erwarten. Bei einem Entscheid zu Gunsten der Basisstufe wird die Planung ca. 2 bis 3 Jahre in Anspruch nehmen. Die Einführung in den Primarschulen ist dann voraussichtlich ab dem Schuljahr 2015/16 möglich. Aus diesem Grund kann die Umsetzung des zukünftigen Raumbedarfs von SOLL2 in den Primarschulanlagen ab dem Jahr 2015 erfolgen.

Grundstufe

Die Grundstufe basiert auf der gleichen Idee wie die Basisstufe, beinhaltet aber nur drei Jahrgänge (1. Kindergarten, 2. Kindergarten und die 1. Primarschulklas- se).

2.5.4 Neue Pädagogische Ansätze und Reformen

Die Neuen Pädagogischen Ansätze und Reformen beinhalten das freiwillige

Schulhausangebot. Teil dieses Angebotes ist der Mittagstisch und die Betreuung mit integrierter Aufgabenhilfe.

Der Mittagstisch wird in der Stadt Gossau bereits heute angeboten. Bis 2015 wird sich an Nachfrage und Angebot des Mittagstischs voraussichtlich nichts ändern. Entsprechend wird dies durch die Verfasser beim Raumbedarf der Schulanlagen nicht weiter berücksichtigt.

2.6 Überblick über die Schulhäuser und Schulanlagen

2.6.1 Übersicht Schulanlagen und Kindergärten

Insgesamt waren an 15 Standorten 27 Gebäude zu beurteilen. Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Schulanalgen der Stadt Gossau

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Tabelle Überblick über die Schulhäuser und Schulanlagen

2.6.2 Räumliche Verteilung der Schulanlagen

2. Abb. Verteilung der Schulanlagen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die Verteilung der Schulanlagen ist historisch gewachsen. Die Standorte der Kindergärten und Primarschulen befinden sich in den Einzugsgebieten der Wohnquartiere, die mehrheitlich nördlich der Hauptverkehrsache der Stadt lie- gen. Bei den Oberstufenschule ist das Einzugsgebiet der Schüler quartierüber- greifend. Als Pendant zum Oberstufenzentrum Rosenau wird der Neubau des Oberstufenzentrums Buechenwald südlich der Hauptverkehrsachse realisiert.

2.6.3 Alter der Schulanlagen

3. Abb. Altersübersicht der Anlagen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die drei Schulhäuser (Anteil 12%), Gallus Haldenbüel und Notker wurden vor dem ersten Weltkrieg erbaut. Zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg ge- nügten diese den Bildungsanforderungen. Zwischen 1950 und 1975 wurde der grösste Teil der Schulanlagen (60%) in Gossau realisiert und wiederspiegelt da- mit die Babyboom-Jahre. Die Klassen bestanden damals aus 30 bis 40 Kindern, entsprechend gross dimensioniert wurden auch die Verkehrsflächen.

Die restlichen Anlagen (28%) sind in den letzten 30 Jahren erstellt worden.

Hierzu gehört auch das Büel Schulhaus, das das südwestliche Quartier Gozenberg bedient. Zurzeit im Bau befindet sich das Oberstufenzentrum Buechenwald das bei der Altersübersicht nicht berücksichtigt ist und im Jahre 2009 in Betrieb genommen werden kann.

Der grösste Teil der Schulanlagen hat ein Ø Alter von ca. 40 Jahren. Damit befinden sich viele Anlagen vor der zyklischen Erneuerung, die in den meisten Fällen noch nicht oder nur teilweise erfolgt ist.

2.6.4 Volumen der Schulanlagen nach GVA

4. Abb. Volumen der Schulhäuser

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die Bandbreite des Volumens zwischen der kleinsten und der grössten Schulan- lage beträgt 1:5. Das Schwergewicht der Anlagen liegt zwischen 10`000 m³ und 15`000 m³. Mit Ausnahme des Gallus-Schulhauses bewegen sich alle Primar- schulhäuser in diesem Bereich. Die beiden Oberstufenzentren (Rosenau und Buechenau) besitzen die grössten Volumen. Auffallend ist der markante Unter- schied zwischen den beiden Anlagen der nicht die Schülerzahlen wiederspiegelt.

2.6.5 Verteilung der Vermögenswerte

5. Abb. Neuwerte der Gebäude gemäss GVA

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Zeichenerklärung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Werte wurden von der GVA des Kantons St. Gallen übernommen. Bei unvollständigen Angaben haben die Autoren die Werte hochgerechnet. Die Zahlen enthalten nur die Gebäudekosten ohne Landanteil, Betriebseinrichtungen und Umgebungskosten

Der GVA-Neuwert aller Schulgebäude erreicht die Grössenordnung von 95 Milli- onen CHF.

Der GVA-Neuwert ist ein Versicherungswert. Er entspricht dem Gegenwert, mit dem das Gebäude «in der gleichen Art und Weise» wieder erstellt werden kann. Der GVA-Neuwert ist kein Marktwert (Verkehrswert).

2.6.6 Verteilung der Schüler

6. Abb. Verteilung der Schüler in Gossau

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Zeichenerklärung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Oberstufenzentrum Buechenwald wird mit 12 Klassen und ca. 250 Schüler belegt werden. Die 39 Schüler des Lindenberg-Schulhauses werden in Klein- klassen unterrichtet. Das Schulgebäude ist in diesem Schuljahr nur zu ⅔ belegt.

2.7 Abgrenzungen

Die Stadt Gossau verfügt über ein breites Angebot an Schul- und Weiterbildung. Die Schulraumplanung beinhaltet die Schulanlagen, die sich im Besitz der Stadt Gossau befinden und/oder von ihr auch betrieben werden. Inhalt der Planung ist die Schulbildung, die das Angebot „ Kindergarten, Primarschule und Oberstufe“ umfasst.

Die Kinder aus Arnegg und verschiedenen Weilern gehen in Andwil in die Primarschule. Die Schulanlagen und Kindergärten von Andwil sind nicht Bestandteil der vorliegenden Schulraumplanung.

Private Trägerschaften bieten in Gossau zusätzliche Angebote in der Schulbildung an. Diese Trägerschaften sind ebenfalls nicht Bestandteil der vorliegenden Schulraumplanung.

Die Abgrenzung bezieht sich namentlich auf folgende Bildungseinrichtungen:

- Katholische Mädchensekundarschule Gossau
- Gymnasium Friedberg

2.8 Vorgehen

2.8.1 Bestandesaufnahme und Zustandsanalyse

Anhand der Pläne erfolgte mit dem zuständigen Hauswart eine Begehung der einzelnen Schulanlagen. Dabei wurde der bauliche Zustand der Bauten und Anlagen ermittelt und die Räumlichkeiten hinsichtlich der Nutzung und Belegung überprüft.

Erfassung und Vergleich der vorhandenen Flächen:

Die tabellarische Erfassung der Räume, gegliedert nach DIN 277 2005, gibt Auskunft über die Nutzung und die Flächenanteile.

Erhebung der Datenblätter der einzelnen Schulanlagen und Kindergärten:

Anhand der Bestandesaufnahme, der Flächenerfassung und weiteren Unterla- gen erfolgt die Erarbeitung der Datenblätter pro Schulanlage / Kindergarten.

2.8.2 Vergleich IST- SOLL1:

Raumbedarf

Der Vergleich von Ist und SOLL1 anhand des Richtraumprogramms der Stadt Siehe Kapitel 3 St. Gallen macht die Nutzungsbilanz sichtbar.

Vergleich der Nutzung

7. Abb. Vergleich der Nutzung IST - SOLL1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

2.8.3 Vergleich IST - SOLL2:

Raumbedarf

Der Entscheid «Basisstufe» fällt voraussichtlich 2012. Die Verfasser gehen davon aus, dass die Planung der baulichen Umsetzung eine Vorlaufzeit von zwei Siehe Kapitel 5 bis drei Jahren benötigen wird. Entsprechend wird das IST mit dem SOLL des Schuljahres 2015/16 (= SOLL2) verglichen.

Der Vergleich 2008 zu 2015/16 ergibt eine Bilanz, die die notwendigen räumlichen Massnahmen sichtbar macht.

Nutzung

8. Abb. Vergleich der Nutzung IST - SOLL2 mit und ohne Basisstufe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

2.8.4 Demographische Entwicklung und Prognosen der Schülerzahlen

Anhand der Bevölkerungsentwicklung, vor allem der Altersgruppe der unter 15-Jährigen, und dem Wachstum der Gemeinde im Hinblick auf die heute schon vorhersehbare Quartierentwicklung (Wohnbauprojekte), kann eine Prognose der zukünftigen Schülerzahlen erstellt werden, die für die Schulraumplanung mass- gebend ist.

2.8.5 Beurteilung des zukünftigen Raumbedarfs

Der zukünftige Raumbedarf ergibt sich aus den heutigen Engpässen, der Bevölkerungsentwicklung und neuen pädagogischen Ansätzen und Reformen (Blockzeiten, Mittagstisch, Basisstufe, usw.).

Anhand der zukünftigen Schülerzahlen kann eine Prognose der Klassenbildung erarbeitet und der Raumbedarf quantifiziert werden.

2.8.6 Bedarf und Potential der Schulanlagen

Bei der Umsetzung des zukünftigen Raumbedarfs in den bestehenden Schul- anlagen stehen die organisatorische Lösungen (Belegungen, Synergien, Um- strukturierungen, usw.) im Vordergrund und erst in zweiter Linie die baulichen Massnahmen.

Dabei werden auch das Potential und die Problemstellungen in den einzelnen Schulanlagen aufgezeigt.

2.8.7 Lösungsansatz

Die Lösungsansätze können von einfachen Massnahmen (z.B. Umstrukturierungen) über Umbauten bis zu An- und Neubauten reichen.

Sie beinhalten auch eine Situierung der Schulklassen, eine möglichst optimale Verteilung der Primarschulklassen (geographische Lage), die Nutzung von Syn- ergien, die Zuordnung der Kindergärten (Basisstufe) sowie eine Überprüfung der Belegungen.

2.8.8 Kostenprognosen

Siehe Seite 212 Kap. 10.12

Die Kostenprognose erfolgt anhand der Lösungsansätze und den notwendigen Instandsetzungs-Massnahmen gemäss der Bestandesaufnahme.

Eine tabellarische Auflistung gibt Auskunft darüber, wann mit welchen Kosten gerechnet werden muss.

Die Kostenprognosen sollen, wenn möglich, durch Kennzahlen untermauert werden.

3. Analyse Ist-Zustand

3.1 Schüler- und Klassenzahlen, Klassengrössen

3.1.1 Schülerzahlen 2008/09 nach Schulstufen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Tabelle Schülerzahlen nach Schulstufen

Die Anteile der Schüler an den Schulstufen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.2 Klassenzahlen / Klassengrössen

Im Schuljahr 2008/09 wird die folgende Anzahl an Klassen ausgebildet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Tabelle Anzahl Klassen / Schüler pro Klasse 2008/09

3.1.3 Klassengrössen gemäss Schulbautenverordnung

Die Schulbautenverordnung definiert die folgenden Klassengrössen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Rahmenbedingungen und Vorgaben der Stadt Gossau

In der Stadt Gossau bestehen gewachsene Schulstrukturen, die teilweise von den Vorgaben der Schulbautenverordnung und dem Richtraumprogramm abweichen.

Nachfolgend sind die Strukturen und Dispositionen aufgeführt, die sich im Betrieb bewährt haben. Diese sollen bei der Analyse des vorhanden Schulraums und dem Vergleich von Ist und Soll berücksichtigt werden.

3.2.1 Einschulungsklassen (ESJ)

Auch in Zukunft beabsichtigt das Schulamt Einschulungsklassen zu führen.

Gemäss der Entwicklung der Schülerzahlen, respektive der Klassenzahlen 2008/09, kann davon ausgegangen werden, dass zukünftig nur noch 1 Einschulungsklasse pro Jahr geführt wird.

3.2.2 Kleinklassen (KK)

Auch in Zukunft beabsichtigt das Schulamt Kleinklassen zu führen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass je 2 Klassen der Primarstufe und Oberstufe zugeteilt sind.

3.2.3 Integrativer Unterricht (ISF)

Bei 6 Primarklassen wird zurzeit ein Lehrerpensum von ca. 50% beansprucht. Im integrativen Unterricht werden bis max. 6 Schüler gleichzeitig unterrich- tet. Entsprechend ist aus Sicht der Belegung eine Raumgrösse von ca. 25 m² angemessen. Je nach Gebäudestrukturen ist aber eine Grösse bis ca. 37.5 m² sinnvoll.

Für die integrative Schülerförderung müssen pro Primarschulhaus 2 Räume für Deutsch und Legasthenie zur Verfügung stehen.

3.2.4 Logopädie

In der Stadt Gossau bestehen zurzeit zwei Ambulatorien für Logopädie in den Schulanlagen Othmar und Gallus. Mit den zwei Standorten wird der heute bestehende Bedarf abgedeckt. Es kann davon ausgegangen werden, dass mittelfristig kein zusätzliches Ambulatorium angeboten werden muss.

3.2.5 Psychomotorik

Für die Psychomotorik steht ein Turnraum im Kindergarten an der Bachstrasse zur Verfügung.

Das Raumangebot genügt, um den Bedarf der Schulen abzudecken.

3.2.6 Mittagstisch

Für die Schulen der Stadt Gossau wird heute an drei Standorten ausserhalb der Schulanlagen ein Mittagstisch mit Betreuung angeboten.

- Der Mittagstisch im Andreaszentrum neben dem Gallusschulhaus betreut die Schulkinder der Schulanlagen Büel, Gallus, Notker und Othmar. Zurzeit ma- chen durchschnittlich ca. 9 Kinder gebrauch vom Angebot. Das Essen wird vierteljährlich wechselnd durch die Metzgerei Ochsen und Grüebler geliefert.
- Der Mittagstisch im Kirchgemeindehaus Haldenbüel neben dem Schulhaus Haldenbüel betreut die Schulkinder der Schulanlagen Haldenbüel, Notker und Rosenau. Zurzeit machen durchschnittlich ca. 18 Kinder Gebrauch vom Angebot. Das Essen wird vierteljährlich wechselnd durch die Metzgerei Ochsen und Grüebler geliefert.
- Der Mittagstisch Witenwis an der Neuchlenstrasse 38 betreut die Schulkin- der der Schulanlage Haldenbüel, Hirschberg, Othmar und Rosenau. Zurzeit machen durchschnittlich 12 Kinder Gebrauch vom Angebot. Das Essen wird vor Ort gekocht.

Diese Formen des Mittagstisches haben sich in der Stadt Gossau bewährt.

Gemäss diversen Aussagen (Schulamt, Verantwortliche Mittagstisch) wird mittelfristig an dieser Lösung festgehalten. Eine allfällige Anpassung erfolgt bei veränderter Nachfrage.

3.3 IST Schulanlagen

3.3.1 Zustandsanalyse der Schulanlagen

Vorgehensweise:

Zur Ermittlung des Technischen Alters haben die Autoren die Gebäude in

Elemente zerlegt. Die Zerlegung in Element erfolgte nach den Kriterien Lebensdauer, Beanspruchung und Austauschbarkeit. Dabei soll die gewählte Struktur übersichtlich und nachvollziehbar sein. Den einzelnen Elementen wird dabei bauspezifisch ein prozentualer Anteil am Ganzen zugewiesen. Die Bausubstanz gliedert sich in folgende Elemente:

- Rohbau
- Fassade
- Fenster/Türen/Tore
- Storen
- Elektroanlagen
- Heizung/Klima
- Lüftungsanlagen
- Sanitäranlagen
- Transportanlagen
- Ausbau

Anhand der Begehung haben die Autoren die Elemente einer Zustandsanalyse unterzogen und deren Restnutzungsdauer bestimmt.

Aus der Gesamtlebensdauer abzüglich der Restlebensdauer ergibt sich die Technische Entwertung.

Der Rohbau ist nicht Bestandteil dieser Zusammenstellung da er normalerweise nicht ersetzt werden muss.

3.3.2 Angaben zum Technischen Alter der Schulgebäude

GLD

Gesamtlebensdauer TA

Technisches Alter RND

Restnutzungsdauer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Tabelle Technisches Alter der Schulgebäude

In dieser Tabelle wird die Gesamtlebensdauer, das Technische Alter und die sich daraus ergebende Restlebensdauer der Bauten aufgezeigt.

9. Abb. Grafik der Restnutzungsdauer IST 2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

In dieser Grafik wird der aufgestaute Unterhalt aufgezeigt. Die Gebäude sind GLD anhand ihrer Restnutzungsdauer aufgelistet. Die Reihenfolgen entspricht nicht Gesamtlebensdauer dem Erstellungsjahr der Bauten, da das Technische Alter, respektive die Rest- TA nutzungsdauer, durch die Instandsetzungsmassnahmen bestimmt wird.

Technisches Alter Eine Ausnahme bilden die in den letzten Jahren erstellten Bauten bei denen RND noch keine Instandsetzungsmassnahmen erfolgt sind.

GLD

Gesamtlebensdauer TA

Technisches Alter RND

Restnutzungsdauer

Durchschnittswerte des gesamten Schulbautenportfolios

10. Abb. Grafik der Durchschnittswerte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Anhand der Grafik wird ersichtlich dass insgesamt bereits ⅔ der Gesamtlebensdauer abgelaufen ist.

3.3.3 Beurteilung Rohbau bezüglich Bausubstanz und Flexibilität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Tabelle Beurteilung Rohbau bezüglich Bausubstanz und Flexibilität

73% aller Schulbauten weisen eine gute Rohbausubstanz auf. 18% sind genügend. Nur das Schulhaus Lindenberg weisst eine schlechte Substanz auf. 82% der Bauten besitzen bezüglich der Flexibilität eine ungenügende Tragstruktur. Das Hirschbergschulhaus und das Schulhaus am Weiher können diesbezüglich als genügend eingestuft werden.

3.3.4 Investitionsbedarf der Schulanlagen

Sch Schulhaus

KG Kindergarten

TH Turnhalle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Tabelle Investitionsbedarf der Schulanalgen

Insgesamt besteht ein aufgestauter Unterhaltsbedarf von ca. CHF 38 Millionen. 9 der Gebäude überschreiten mit ihrem Investitionsbedarf 50%, 3 liegen über 55% des Neuwertes. Das eine ist das Lindenbergschulhaus. Die beiden anderen, Haldenbüel und Notker, gehören zu den ältesten Schulhäusern.

Investitionsbedarf der Schulanlangen

11. Abb. Investitionsbedarf der Schulanlangen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

In dieser Grafik sind die Schulgebäude nach der Grösse ihrer Investitionssumme geordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Graphische Darstellung des Investitionsbedarfes aller Anlagen bis 2020

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

12. Abb. Investitionsbedarf IST bis 2020

Vollständiger

Investitionsbedarf Siehe Seite 202 Kap. 10.12

Quelle: Eigene Darstellung

Wie der Grafik entnommen werden kann wird ohne eine Strategische Planung der Instandsetzung der Investitionsbedarf 2015 eine Höchstwert von rund 21 Millionen erreichen. Dies zeigt noch einmal in aller Deutlichkeit auf, dass ein auf- gestauter Investitionsbedarf besteht. Die Autoren erachten es als vordringlich, dass durch eine Investitionsplanung die Spitze gebrochen und der anstehende Investitionsbedarf strategisch sinnvoll über die Zeitachse verteilt werden kann.

3.4 Vergleich IST - SOLL1

3.4.1 Vorgehen

Bei allen Schulanlagen wurde nach dem gleichen Schema vorgegangen:

- Beschreiben der Schulanlagen und deren Besonderheiten
- Aufzeigen der Nutzung
- Bilanzieren von IST und SOLL1
- Definieren von Annahmen
- Aufzeigen der Mankos
- Fazit
- Nutzung
- Bilanz IST -SOLL1
- Annahmen
- Mankos

Fazit

Allgemeiner Hinweis:

Das Richtraumprogramm definiert den Idealzustand. In bestehenden Anlagen kann durchaus erfolgreich von den Angaben abgewichen werden. Bei der IST- SOLL1 Analyse wird aber das Richtraumprogramm als Massstab herangezogen um eine genaue Bilanz ziehen zu können.

Wichtiger Hinweis

3.4.2 Liegenschaften, Schulen und Kindergärten

3.4.2.1 Schulanlage Büel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Schulanlage Büel liegt am südwestlichen Rand der Stadt Gossau zwischen den Bahnlinien Richtung Zürich und Bischofszell. Die Schulanlage wurde 1982 erstellt. Die Anlage besteht aus einem 4-geschossige Schulgebäude mit Kin- dergarten und Abwartwohnung sowie einem Turnhallengebäude. Zur Anlage gehören zudem grosszügige Spiel- und Aussensportanlagen. Der Pausenplatz besteht aus Hartbelägen und Grünflächen, eine gedeckte Pausenhalle in der erforderlichen Grösse ist vorhanden.

Die Anlage wurde so konzipiert, dass eine weitere Turnhalle an der bestehenden angebaut werden kann. Eine Erweiterung der Schulanlage auf dem bestehenden Areal ist möglich, da Baulandreserven zur Verfügung stehen. Eine sinnvolle Erweiterung scheint schwierig, da das Grundstück von einem Bach durchschnitten und vom Dorfbach begrenzt wird.

In der Schulanlage gehen im Schuljahr 2008/09 insgesamt 144 Kinder zur Schule. Dies entspricht 14.5% aller Primarschulkinder und der Stadt Gossau. Mit den Primarschulklassen 1. bis 6. Klasse wird zusätzlich eine Einschulungsklasse geführt.

Schuljahr 2008 / 09

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vergleich IST - SOLL1

Die Räumlichkeiten für

das Schulhaus, den Annahme:

Kindergarten und die

Turnhalle Büel sind im Kapitel 9.2 aufgeführt

Der Raumbedarf für Verbrauchsmaterialien, Archiv und Apparate wird mit den Nebenräumen im Untergeschoss abgedeckt.

Gemäss dem Richtraumprogramm fehlen im Schuljahr 2008/09 zur Erfüllung von SOLL1 (Raumtyp A bis E) folgende Räumlichkeiten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mankos Raumangebot:

- Mit den bestehenden 2 Gruppenräumen besteht bezüglich dem SOLL ein Unterangebot von 2 Räumen. Die beiden benötigten Gruppenräume könnten allenfalls zu Lasten der Erschliessung im 1. und 2. Obergeschoss realisiert werden.
- Der Mehrzweckraum im Erdgeschoss erfüllt mit 70 m² die Vorgaben von 150 m² nicht, kann aber mit Schiebewänden erweitert werden.

Mankos Raumanordnung und Strukturen:

- Die Tragstruktur ist auf die bestehende Raumeinteilung ausgelegt. Entspre- chend ist eine Änderung der Raumstrukturen nur mit erheblichem Aufwand möglich.
- Die Statik der in Holz erstellten Decke des 2. Obergeschosses ist nicht für zusätzliche Lasten ausgelegt. Der Dachraum kann entsprechend nicht als Lager oder Abstellraum genutzt werden.

Fazit:

Die räumlichen und strukturellen Mankos können nur teilweise durch bauliche Massnahmen verbessert werden. Bauliche Anpassungen sind in den bestehen- den statischen Strukturen nur mit erheblichem Aufwand umsetzbar. Eine durch- gängige Angleichung von Ist und SOLL1 ist aber in den bestehenden Strukturen mit der heutigen Klassen-Belegung nicht möglich. Die fehlenden Räume gemäss dem Richtraumprogramm können im Bestand grösstenteils nicht umgesetzt werden.

3.4.2.2 Schulanlage Gallus

Die Schulanlage Gallus befindet sich im Zentrum der Stadt Gossau. Das 5-ge- schossige Schulgebäude wurde 1909 erstellt. Der einfache Baukörper ist klar und übersichtliche gegliedert. Bei der Innensanierung 1998 wurde das Dach- geschoss ausgebaut und zusätzlicher Unterrichtsraum geschaffen. 2004/05 erfolgte eine Sanierung der Fassade. Die Schulanlage besitzt keine Turnhalle und Aussensportanlage. Die Schule benutzt die nahe gelegene Turnhalle beim

Fürstenlandsaal für den Sportunterricht. Der Pausenplatz besteht aus Hartbelägen ohne Grünflächen, eine gedeckte Pausenhalle fehlt.

In der Schulanlage gehen im Schuljahr 2008/09 insgesamt 157 Kinder zur Schu- le. Dies entspricht 17% aller Primarschulkinder der Stadt Gossau. Zusätzlich zu den Primarschulklassen 1. bis 6. Klasse wird eine Einschulungsklasse geführt.

Schuljahr 2008 / 09

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vergleich Ist - SOLL1

Die Arbeitsplätze für den Hauswart und das Sekretariat werden in einem ande- ren Gebäude zur Verfügung gestellt.

Annahme:

- Der Raumbedarf für Verbrauchsmaterialien, Archiv und Apparate wird mit den Abstellräumen im 3. OG abgedeckt.

Gemäss dem Richtraumprogramm fehlen im Schuljahr 2008/09 zur Erfüllung von SOLL1 (Raumtyp A bis E) folgende Räumlichkeiten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Räumlichkeiten für das Gallusschulhaus sind im Kapitel 9.4 aufgeführt

Mankos Raumangebot:

- Mit den bestehenden 6 Gruppenräumen besteht bezüglich dem SOLL ein Überangebot von 2 Räumen. Alle vorhandenen Gruppenräume erfüllen aber das Kriterium der Raumgrösse von 37.5 m² nicht. Durch die Zusammenle- gung von Gruppenräumen könnte eine Verbesserung erzielt werden.
- Der Mehrzweckraum in Untergeschoss erfüllt mit 72 m² die Vorgaben von 150 m² nicht.
- Der Pausenraum und der Vorbereitungsraum der Lehrer erfüllen die Vorga- ben an die Raumgrössen nicht.

Mankos Raumanordnung und Strukturen:

- Die Gruppenräume sind grösstenteils nicht direkt den Klassenzimmern zu- geordnet und befinden sich teilweise auf anderen Geschossen.
- Das Werken Textil hat keinen direkt zugeordneten Lagerraum auf demsel- ben Geschoss.

Fazit:

Die räumlichen und strukturellen Mankos können teilweise durch bauliche Massnahmen verbessert werden. Eine durchgängige Angleichung von Ist und SOLL1 ist aber in den bestehenden Strukturen mit der heutigen Klassen-Belegung nicht möglich. Die fehlenden Räume gemäss dem Richtraumprogramm können im Bestand nicht umgesetzt werden.

3.4.2.3 Schulanlage Haldenbüel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Schulanlage Haldenbüel steht schön gelegen auf einer Anhöhe neben der evangelischen Kirche Haldenbüel. Die Anlage besteht aus zwei Baukörpern. Das 1907 erstellte, fünfgeschossige Gebäude besticht durch sein imposantes äusseres Erscheinungsbild. Der 1960 realisierte Erweiterungsbau entlang der Winkelriedstrasse beinhaltet eine eingeschossige Turnhalle mit Nebenräumen und einen dreigeschossigen Schulhaustrakt.

Die Anlage besitzt keine Aussensportanlagen. Der Pausenplatz besteht aus Hartbelägen und Grünflächen, eine gedeckte Pausenhalle in der erforderlichen Grösse fehlt.

Das 1907 erstellt Schulhaus befindet sich insgesamt in einem schlechten Zu- stand und bedarf dringend einer Instandsetzung. Das teilweise zu Schulzwecken genutzte Dachgeschoss weist zudem auch sicherheitstechnische Mängel auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Kindergarten wird auf dem Areal in einem separaten Gebäude neben dem evang-ref. Kirchgemeindehaus geführt. Der 1960 erstellte Kindergarten befin- det sich in einem dem Baujahr entsprechenden Zustand und bedarf mittelfristig einer Sanierung bei der vor allem auch energetischen Massnahmen Beachtung geschenkt werden muss!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Schulanlage gehen im Schuljahr 2008/09 insgesamt 201 Kinder zur Schule. Dies entspricht 14.5% aller Primarschulkinder und 24% aller Realschüler der Stadt Gossau. Im Kindergarten wird eine Gruppe geführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

11. Tabelle Haldenbüel Anzahl Klassen

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1 Http://www.edk-ost.ch/Ziele.108.0.html

Details

Seiten
208
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783869435787
ISBN (Buch)
9783869433264
Dateigröße
4.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186638
Institution / Hochschule
Fachhochschule St. Gallen
Note
1,5
Schlagworte
schulraumplanung beispiel stadt gossau

Autoren

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Titel: Schulraumplanung am Beispiel der Stadt Gossau