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User Generated Content: Bedrohung oder Chance für Medienunternehmen

Seminararbeit 2007 22 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung und Einführung zur Thematik User Generated Content...
2.1 User Generated Content Definition
2.2 Technologische Voraussetzungen und Dienste
2.3 Die Do-It-Yourself Community: Blogger & Co
2.4 Breitgefächerte Angebote mit User Generated Content

3. User Generated Content — Gewinnerzielung oder finanzielles Desaster für die Medienbranche
3.1 Neue Anforderungen für Medienunternehmen
3.1.1 Web Monitoring
3.1.2 Unternehmens-Blog
3.2 Erfolgreiche Geschäftsmodelle mit User Generated Content
3.3 Negative Auswirkungen durch User Generated Content
3.4 Schwarze Schafe gibt es überall

4. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland 1997 bis 2006, Quellen: ARD - Online - Studie 1997, ARD/ZDF - Online - Studien 1998 - 2006

1. Einleitung

Mit der kontinuierlichen Zunahme von Breitbandanschlüssen hat sich der Umgang mit dem Kommunikationsmedium Internet drastisch verändert. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Internet vom „technischen Spielzeug“ zu einem unentbehrlichen Arbeitsinstrument entwickelt. Websites mit hoch auflösenden Grafiken, aber auch mit audio-/visuellen Inhalten gehören inzwischen schon fast zum einheitlichen Stan­dard. Diese technische Entwicklung dürfte wesentlich zur Verbreitung von nutzerge­nerierten Inhalten beigetragen haben.

Um das Phänomen „User Generated Content“ und die Auswirkungen auf die Me­dienlandschaft besser verstehen zu können, werden in dieser Seminararbeit zunächst grundlegende Informationen, technologische Voraussetzungen und der richtige Um­gang mit der Blogger-Gemeinschaft sowie eine Auswahl von bereits erfolgreichen Online-Angeboten beschrieben.

Im zentralen Kapitel folgt eine Erläuterung über die neuen Anforderungen und über positive aber auch negative Aspekte für Medienunternehmen, die bereits User Gene­rated Content einsetzen.

Eine kurze Zusammenfassung und ein vorläufiger Ausblick für die Medienbranche bilden den Abschluss der Arbeit.

2. Begriffserklärung und Einführung zur Thematik

User Generated Content

Im nachfolgenden Kapitel wird zunächst der Begriff „User Generated Content“ sinngemäß beschrieben. Anschließend folgt eine grundlegende Einführung in diese hochaktuelle Thematik.

2.1 User Generated Content Definition

Der englischsprachige Begriff „User Generated Content“ (Abkürzung UGC) wird überwiegend im Internet verwendet und bedeutet sinngemäß übersetzt, dass Inhalte (Content) wie Grafiken, Texte, Audio- und Videodateien aber auch Kommentare und Produktbewertungen nicht wie bisher ausschließlich von Medienprofis, sondern von einem oder mehreren Benutzern (User) selbst erstellt (Generated) werden. Diese unabhängig generierten Inhalte werden größtenteils noch ohne finanzielle Entschädi­gung anderen interessierten Usern zugänglich gemacht.

Die Erwartungen, die in nutzergenerierte Inhalte gesetzt werden, sind seitens der Medienunternehmen aber auch der beteiligten User sehr unterschiedlicher Natur. In der klassischen Medienbranche besteht die Hoffnung, dass aus ihren bislang passiven Konsumenten auch noch umsatzsteigernde Inhaltslieferanten werden. Kritische Stimmen befürchten jedoch durch die Einbindung der Benutzer einen erheblichen Kontrollverlust und starke Qualitätseinbussen. Die User erhoffen sich durch ihre ak­tive Beteiligung die Vormachtsstellung der etablierten Medienunternehmen aufzulo­ckern, während böse Zungen im Umgang mit User Generated Content vom so ge­nannten AAL-Prinzip sprechen - Andere Arbeiten Lassen.

2.2 Technologische Voraussetzungen und Dienste

Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um möglichst viele Menschen schnell und ef­fizient mit Informationen zu versorgen, ist und bleibt das Internet. Denn mit der ständig zunehmenden Anzahl von Breitbandanschlüssen und den stetig steigenden Bandbreiten verbringen immer mehr Menschen immer mehr Zeit im Internet [vgl. Deutschland Online (2006)].

Kein Medium hat sich jemals schneller ausgebreitet als das Internet: Von 1997 bis 2006 stieg der Anteil der Internet-Nutzer in Deutschland von 6,5% auf 59,5%. 38,6 Millionen Bundesdeutsche Erwachsene sind inzwischen online. Zu diesen Ergebnis­sen kommt die repräsentative 10. ARD/ZDF-Online-Studie 2006, für die 1820 Er­wachsene befragt wurden. [FUSE GmbH (2006)]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland 1997 bis 2006, Quellen: ARD - Online-Studie 1997, ARD/ZDF-Online-Studien 1998 - 2006 (2006)

Um das Erstellen und Verwalten von User Generated Content im Internet zu er­leichtern, bedarf es allerdings noch weiterer Dienste und Softwaresysteme. Die wich­tigsten Begriffe dazu werden im nachfolgenden Glossar kurz beschrieben.

Web 2.0: Sammelbegriff für eine veränderte Mediennutzung des Internets. Die Zahl der nutzergesteuerten Inhalte steigt kontinuierlich an. Dadurch entsteht zunehmend eine Art selbst gesteuerte „User zu User Propaganda“ im Web. Weblogs, Wikis und vor allem Web-Communities zählen zu den bekanntesten Vertretern des Web 2.0.

Weblog: Kunstwort bestehend aus Web und Log (Buch); Weblogs, auch Blogs ge­nannt, sind meist kurz gehaltene Online-Beiträge von einer oder mehreren Personen erstellt, die persönliche Tagebücher, aktuelle Ereignisse aber auch spezielle Themen beinhalten. Die Einträge sind nach ihrer Aktualität sortiert, das heißt neue Beiträge stehen an oberster Stelle. Die Möglichkeit, einzelne Beiträge zu kommentieren, ist ei­nes der Merkmale von Weblogs.

Blogs sind außerdem mit Links ausgestattet, die auf andere themenverwandte Blogs verweisen. Aufgrund dieser Vernetzungsmöglichkeiten bilden sich thematische Link­ansammlungen, auch Blogosphäre genannt [vgl. Stanoevska-Slabeva, Katarina (2006: 33 ff.)]. Interessante Nachrichten können sich innerhalb dieser Sphäre sehr schnell verbreiten und sogar in den Massenmedien Beachtung finden.

Wiki: Der Name ist abgeleitet von wikiwiki, dem hawaiischen Wort für „schnell“. Wikis sind Internetseiten, bei denen verschiedene Benutzer Beiträge gemeinschaftlich erstellen [Przepiorka, S (2006: 13-27)]. Diese Beiträge können online von anderen Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch editiert werden. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist wohl das bekannteste Beispiel für Wikis.

Podcast: Kunstwort bestehend aus iPod (Musikabspielgerät) und Broadcast (Rund­funk); Podcasts sind Audio- und mittlerweile auch Videoblogs, die meist private Ra­dio- und Fernsehsendungen, Interviews und Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen enthalten. Diese audio-/visuellen Dateien sind in einem netztauglichen Format abgespeichert.

RSS: Really Simple Syndication oder abgekürzt RSS bedeutet sinngemäß übersetzt „wirklich einfache Verbreitung“ [vgl. Bernet, Marcel (2006: 144 - 149)]. Mit Hilfe von RSS können Inhalte oder Teile von Weblogs, Podcasts und anderen Internetseiten automatisiert abgerufen werden. Aktuelle Inhalte werden dabei in regelmäßigen Ab­ständen auf die Endgeräte des Benutzers geladen.

Permalinks / Trackbacks: Weblog-Einträge können als Permalink (Permanentlink, Fixlink) erstellt und mit Hilfe von RSS automatisiert in andere Internetseiten über­nommen werden. Permalinks sind also eindeutig zugeordnete Adressen und sollen verhindern, dass Beiträge nicht wieder gefunden werden. Permalinks können außer­dem mit einem Trackback („die Spur zurückverfolgen“, Rück-Link) versehen werden und ermöglichen dadurch eine automatische, gegenseitige Verlinkung von Weblogs. [vgl. Stanoevska-Slabeva, Katarina (2006: 33 ff.)]

2.3 Die Do-It-Yourself Community: Blogger & Co

Weblogs liefern oft erste ungeschliffene Informationen zu Themen von öffentlichem Interesse. Diese dienen Profi-Journalisten immer häufiger als Grundlage für ihre ei­genen Artikel. Die Blogger-Community wiederum begutachtet und kommentiert die­se Artikel. Dadurch kann es leicht zu Missverständnissen zwischen Bloggern und Medienprofis kommen. Um diese zu vermeiden, sollten einige wichtige Kriterien be­achtet werden.

Der kleine Blogger - Umgangsknigge:

Information ist alles: Vor der ersten Kontaktaufnahme mit Bloggern ist es wichtig, die Entwicklung ihrer Weblogs über einen bestimmten Zeitraum zu verfolgen. Nur so ist es für Medienunternehmen möglich, herauszufinden, ob die Inhalte firmenre­levant und authentisch sind.

Offenheit zeigen: Medienunternehmen, die sich anders darstellen als sie sind, oder unter einer falschen Identität Kontakt aufnehmen, werden sehr schnell in Schwierig­keiten geraten. Eine aufrichtige und transparente Beziehung zur Blogger-Community ist daher unbedingt erforderlich [vgl. Ulbing, Jochen (2006)].

Sachlichkeit bewahren: Obwohl die meist subjektiv und persönlich gehaltenen Bei­träge der „Ich-Verleger“ schwerer einzuordnen sind als traditionell erstellte Artikel, sollten Weblogs dennoch sachlich und mit derselben Professionalität behandelt wer­den, wie es in der klassischen Medienbranche üblich ist.

Emotionale Reaktionen vermeiden: Blogger sind bei stichhaltiger Argumentation durchaus bereit, voreilig verfasste Einträge zu korrigieren. Üblicherweise wird dabei der entsprechende Eintrag durchgestrichen, damit die Leser die Korrektur auch nachvollziehen können. Unüberlegte oder gar verletzende Reaktionen der Medienun­ternehmen auf negative oder voreilig verfasste Einträge in Weblogs werden definitiv eine nur noch größere Kritikwelle innerhalb der Blogger-Community hervorrufen.

2.4 Breitgefächerte Angebote mit User Generated Content

Nachfolgend werden einige Online-Angebote vorgestellt, die bereits erfolgreich mit User Generated Content arbeiten.

www.myvideo.de: eine im Frühjahr 2006 gestartete Video-Community, in der alle registrierten Mitglieder ihre selbst produzierten Videoclips kostenlos in verschiede­nen Kategorien präsentieren können. Diese selbst gedrehten Videos können nutzer­seitig nicht nur betrachtet sondern auch kommentiert und bewertet werden. Zurzeit finden sich weit über 100.000 Videoclips zu allen nur erdenklichen Themen auf my- video.de.

www.qype.com: eine Art Online-Branchenbuch, das deutschlandweit für mittler­weile mehr als 1000 Städte von Nutzern verfasste Erfahrungsberichte und Bewertun­gen zu regionalen Dienstleistern (Restaurants, Geschäfte, KFZ-Werkstätten usw.) anbietet. Je mehr Berichte Qype-Mitglieder verfassen, desto leichter wird es für ande­re Nutzer, die Relevanz der Empfehlungen zu erkennen.

www.dopcast.de: eine Hörer-Community, bei der sich Neueinsteiger schnell und einfach einen Überblick zum Thema Podcast verschaffen können [Kreinau, Sebastian (2006)]. Die Audiobeiträge sind in Rubriken eingeteilt und können kommentiert und bewertet werden. Je öfter und besser die Bewertung, desto höher steigt der Beitrag in den dopcast Charts. Als Besonderheit bietet das Portal eine Podcatcher - Software zum kostenlosen Download an, die das Suchen, Verwalten, Abonnieren und Anhö­ren der Podcasts stark vereinfacht.

www.wikipedia.ofg: freie Online-Enzyklopädie, bei der jeder Benutzer unangemel­det Artikel erstellen oder verändern kann. Eine Art „Qualitätskontrolle“ wird dabei von den Benutzern selbst übernommen. An der deutschsprachigen Ausgabe arbeiten mittlerweile regelmäßig mehr als 7000 Autoren.

www.yigg.de: eine Nachrichten-Plattform, bei der nicht wie üblich eine Redaktion sondern die Benutzer selbst entscheiden, welcher Eintrag wichtig ist. Nachrichten, Artikel und auch Videos können eingestellt, bewertet und kommentiert werden. Je höher die Bewertung, desto weiter steigt der Eintrag in seiner Kategorie auf [vgl. yigg (2005)].

3. User Generated Content — Gewinnerzielung oder finanzielles Desaster für die Medienbranche

Internetnutzer, die sich von Seite zu Seite klicken und die dort aufbereiteten Infor­mationen konsumieren, dürften wohl bald der Vergangenheit angehören. Die neue, aktive Web-Generation kann ohne besondere Vorkenntnisse inzwischen selbst rele­vante Inhalte im Netz erstellen und verwalten.

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Details

Seiten
22
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783869436173
ISBN (Buch)
9783656994022
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186580
Institution / Hochschule
Mediadesign Hochschule für Design und Informatik GmbH Berlin
Note
1
Schlagworte
user generated content bedrohung chance medienunternehmen

Autor

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Titel: User Generated Content: Bedrohung oder Chance für Medienunternehmen