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New Public Management

Verbesserung von Qualität und Effizienz in der öffentlichen Verwaltung am Beispiel der Bundesverwaltung der Bundesrepublik Deutschland

Hausarbeit null 15 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das klassische Bürokratiemodell
2.1. Definition
2.2. Defizite des Bürokratiemodells

3. New Public Management
3.1. Der Managerialimus
3.2. Der Public Choice Ansatz
3.3. NPM - Erläuterung, Zusammenfassung
3.3.1. Das NPM im Überblick
3.3.2. Gegenüberstellung: NPM und das klassisch-bürokratische Modell
3.3.3. Zusammenfassung
3.3.4. Praktische Umsetzung

4. Reform in Deutschland

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Träge, gerne als „längst überholt“ bezeichnete bürokratische Strukturen und neue Anforderungen an eine öffentliche Verwaltung, die effizient und schnell auf neue Gegebenheiten reagieren und sich dem Wettbewerb und Kostendruck stellen muss, machen und machten eine Reform in vielen Industriestaaten notwendig. Staaten wie die Bundesrepublik Deutschland müssen sich mehr und mehr in einem internationalen Wettbewerb behaupten. Es ist eine zentrale Aufgabe der Politik, auf diese neuen Veränderungen schnell zu reagieren. Die Umsetzung und der Erfolg von Reformprojekten ist auch abhängig von der Organisation der Verwaltung.

Die vorliegende Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Nach einer Bestandsaufnahme mit einem historischen Abriss werden gängige Lösungswege aufgezeigt, wobei das Konzept des New Public Management im Zentrum steht. Seine Notwendigkeit soll beschrieben; auf seine spezifische Ausgestaltung in Deutschland soll verwiesen werden. Dabei soll auch versucht werden, diese Umsetzung abschließend zu bewerten.

Mit einer Verwaltungsmodernisierung untrennbar verbunden ist die internationale Bewegung des New Public Management (NPM). Mit ihrer Ausgestaltung als Neues Steuerungsmodell (NSM) hat sich diese Reformbewegung auch in Deutschland durchgesetzt. Gründe für die seit Anfang der 80er Jahre in den Industriestaaten stattfindende Umstrukturierung der Verwaltung sind die starren und dysfunktionalen bürokratischen Systeme. Die immer größeren Staatsapparate mit ihren immer vielfältigeren Aufgaben erfordern eine der sich stetig ändernden Umwelt angepasste Struktur. Die daraufhin eingeleiteten Reformbewegungen in den verschiedenen Ländern wurden unter dem Oberbegriff des NPM zusammen gefasst. Ziele der Umstrukturierung waren vor allem die Einführung marktähnlicher Strukturen, die zu mehr Wettbewerb und Senkung der Kosten führen sollten. Der Wandel der starren, bürokratischen Systeme zu wirtschaftlichen, kundenfreundlichen Dienstleistungsunternehmen wurde durch contracting out, Abflachung der Hierarchien und mehr Autonomie für die Manager der Verwaltung vorangetrieben.1

Das NPM ist kein einheitlicher Entwurf einer Theorie. Es ist eine Bewegung, die aus der Praxis heraus entstanden ist und unterschiedliche Ausprägungen aufweist. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Reformen in verschiedenen Ländern durchgeführt worden sind und sich dort regionale Unterschiede und eine unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Maßnahmen ergeben haben. Es sind jedoch zwei grundlegende Theoriestränge auszumachen, die allen Ansätzen des NPM gemeinsam sind und eine Grundtendenz zu mehr Flexibilität und Wettbewerbsorientierung darstellen. Die beiden Theorien stammen aus der neuen Institutionenökonomie. Zum einen handelt es sich dabei um den Public „Choice-Ansatz“, zum anderen um den so genannten „Managerialismus“. Auf beide Theorien soll im Folgenden kurz erläuternd eingegangen werden.

Auch soll der Frage nachgegangen werden, warum das NPM überhaupt benötigt wird. Ob und wenn ja, warum scheiterte das klassische Bürokratiemodell? Zudem soll in der Hausarbeit zusammengefasst geschildert werden, wie das NPM in der deutschen Bundesverwaltung angewendet wurde bzw. wird und ob sich dadurch etwas an den Strukturen der Bundesverwaltung geändert hat oder ob es sich hier nur um „oberflächliche“ Veränderungen handelt.

Hierzu soll zunächst kurz das klassische Bürokratiemodell von Max Weber erläutert und seine Schwächen aufgezeigt werden. Denn das NPM begründet sich offensichtlich in diesen Schwächen. Darauf aufbauend wird das New Public Management bzw. das „Neue Steuerungsmodell“ (NSM) - so der deutsche Name - vorgestellt.

Managementforschung. New Public Management, Berlin, Seiten 14f. Vgl. auch die weit verbreitete Kurzformel: „NPM ist Public Choice-Theorie plus Managerialismus“; Ebenda, Seite 11.

2. Das klassische Bürokratiemodell

Jede europäische Verwaltung ist heutzutage als Bürokratie organisiert: „Einen Staat ohne eine nach bürokratischen Prinzipien aufgebaute Verwaltung können wir uns heute kaum vorstellen“.2 Zunächst soll das Bürokratiemodell nach Max Weber kurz vorgestellt und anschließend seine Grenzen bzw. Schwächen aufzeigt werden.

2.1. Definition

„Der reinste Typus der legalen Herrschaft ist diejenige mittels bureaukratischen Verwaltungsstabs.“3

Max Weber, der zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine umfangreiche Untersuchung der bürokratischen Verwaltungen durchführte, beschrieb ihre Funktionsweise im Wesentlichen durch folgende Merkmale:

Ein Amt wird von Berufsbeamten ausgeführt. Diese hauptberuflichen Beamten werden mit festen Gehältern entlohnt. Es gilt das Prinzip der Arbeitsteilung, wobei jeder Beamte bestimmte Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse hat. Jedes Amt setzt Fachqualifikation voraus und erfordert daher eine generell geregelte Ausbildung und Beurteilung des Amtsinhabers (Professionalisierung). Die Beamten durchlaufen eine weitgehend vorgezeichnete Karrierelaufbahn. Sie haben kein Eigentum an Amts- oder Betriebsmitteln. Jedes Amt ist fest in eine Hierarchie eingebunden, wobei die Rechte und Pflichten der einzelnen Ämter und Amtsinhaber genau umschrieben sind. Die Amtsführung beruht auf dem Grundsatz der Schriftlichkeit und der weitgehenden Trennung von Amtstätigkeit und Privatsphäre des Amtsinhabers. Der Beamte bzw. die Beamtin muss sich bei der Aufgabenerledigung an ein vorgegebenes System von Regeln halten, welche ein geregeltes Verfahren sicherstellen (Formalisierung). Jeder Beamte ist einer einheitlichen Amtsdisziplin und Kontrolle unterworfen.4

Nach Max Weber ist die Bürokratie durch den Prozess der Rationalisierung auf der Ebene der Institutionen hervorgebracht worden. Bürokratie ist bei Max Weber eine Form der legalen Herrschaft. Weber sieht in der Bürokratie eine den anderen deutlich überlegene Form der Verwaltung. Diese Überlegenheit wird mit den Stärken der Bürokratie begründet. Neben der Stabilität sind dies „Präzision, Schnelligkeit, Eindeutigkeit, Aktenkundigkeit, Kontinuierlichkeit, Diskretion, Einheitlichkeit, straffe Unterordnung, Ersparnisse an Reibungen, sachlichen und persönlichen Kosten“.5

Daraus lässt sich ableiten, dass unter Bürokratien insbesondere staatliche Organisationen und Organisationsformen verstanden werden, deren Strukturen sich nicht am Markt orientieren, sondern den von Max Weber identifizierten Merkmalen folgen.

2.2. Defizite des Bürokratiemodells

In der heutigen Zeit, vor dem Hintergrund bereits aufgeführter Rahmenbedingungen, stößt eine öffentliche Verwaltung, die nach den Prinzipien des Bürokratiemodells aufgebaut ist, an ihre Grenzen. Das Bürokratiemodell entstammt einer Zeit, in der sich die Verwaltung einer weitgehend stabilen Umwelt ohne nennenswerte Einflüsse von außen gegenüber sah und nur beschränkte öffentliche Aufgaben zu erfüllen hatte. Die zentrale Aufgabe der Verwaltung bestand in der rationalen Ausübung legaler Herrschaft an Stelle personengebundener, patriarchischer Macht und subjektiver Willkür. Die hierfür zur Verfügung stehenden Budgets waren zudem relativ klein, der Verwaltungsapparat überschaubar. Demgegenüber hat sich die Situation der Verwaltung heute grundlegend geändert. Die Aufgaben des Staates, besonders im wohlfahrtsstaatlichen Bereich, sind stark angestiegen.6

[...]


1 Borins, Sandford / Grüning, Gernod (1998), New Public Management:. Theoretische Grundlagen und problematische Aspekte der Kritik, in: Budäus, Dietrich / Conrad, Peter / Schreyögg (Hg.),

2 Kieser, Alfred (1999), Max Webers Analyse der Bürokratie, in: Kieser, Alfred (Hg.), Organisationstheorien, 3. Auflage Stuttgart/Berlin/Köln 1999, Seiten 39-64, hier Seite 39.

3 Weber, Max (1972), Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie, 5. Aufl., Tübingen, Seite 126.

4 Vgl. Kieser, Alfred / Walgenbach, Peter (2003), Organisation, 4. Aufl., Stuttgart, Seite 38.

5 Weber, Max (1972), Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie, 5. Aufl., Tübingen, Seiten 561f.

6 Bogumil, Jörg (1997), Modernisierung des Staates durch Public Management - Stand der aktuellen Diskussion, Bochum, Seiten 1f.

Details

Seiten
15
Jahr
null
ISBN (eBook)
9783869436876
ISBN (Buch)
9783867469531
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186461
Institution / Hochschule
Technická univerzita v Košiciach
Note
0
Schlagworte
public management

Autor

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Titel: New Public Management