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Kleine Kinos – kleine Filme Überlebenschancen der Programmkinos durch Änderung der Attraktivität des Kinoprogramms

Hausarbeit 2011 12 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Das Programmkino und seine Filme

2. Herausforderungen für Programmkinos

3. Explorative Interviewfragen an den Betreiber eines Programmkinos

4. Wo liegen die Chancen für das Programmkino?
Das Konzept Filmpatenschaften

5. Persönliches Fazit

6. Literaturnachweise / Internetquellen / Im Text erwähnte Filme

1. Einleitung - Das Programmkino und seine Filme

Zitat 1: AG KINO - Gilde.

Filmkunsttheater sind solche Theater, die sich die Aufführung undFörderung künstlerischer Filme und die Erweiterung des daran interessiertenPublikumskreises zum Ziele gesetzt haben.

Am 7. November 1969 wurde das erste deutsche Programmkino gegründet. Das 'Cinema im Ostertor' in Bremen. Kinoeröffnungen in Hamburg, Köln, München, Tübingen und Berlin folgten unmittelbar. Sie gründeten zusammen die 'AG Kino'. Ihr Ziel: In „ einem nach Themen oder Personen (z.B. Regisseure) ausgerichteten

Zitat nach: Heinrichs. S. 249. (s. Literatur -verzeichnis)

Programm künstlerisch anspruchsvolle Filme zu zeigen, die von den großen Verleihfirmen und den Kinokonzernen nicht oder nur wenig beachtet “ werden.

* Mit der Erfindung des Zelluloids wurde die Reihenfotografie möglich. EADWEARD MUYBRIDGE gelang im Jahre 1878 die erste bewegte Aufnahme eines galoppierenden Rennpferdes („First Motion Picture Horse“). Der Film war geboren. Im November 1895 fanden die ersten öffentlichen Filmvorführungen in den gehobenen Kreisen von Berlin und Paris statt. Vor allem wurden kleine Reportagen und Dokumentationen aus dem täglichen Leben vorgestellt.

Neben den in den 90er Jahren entstandenen Kinogiganten Cinestar, Cineplex, Cinemaxx, UCI, Kinopolis, und Kinos mit Einzelbetreiber, nehmen die Programmkinos auch heute noch eine Sonderstellung ein. Sie zeichnen sich durch ein ausgewähltes Filmprogramm aus, dass sich meistens stark vom Programm der großen Kinoketten unterscheidet. Idealerweise ist ein Programmkino selbstverwaltet und unabhängig. Allerdings ist das, aufgrund der geringeren Nachfrage an 'Independent-/Indie-/Arthaus'-Filmen (d.h. kleinen 'Nicht-Hollywoodproduktionen') und der hohen Kosten eines Kinobetriebes, sehr schwer. Deshalb haben sich viele ehemalige Programmkinos an die oben genannten großen Kinobetriebe angeschlossen.

Zitat 2: Kulturelles Filmerbe.

Es ist festzustellen, das der Film in all seinen verschiedenen Ausrichtungen schon seit ca. 130 Jahren* existiert. Da wird eine Überlegung notwendig, inwiefern der Film zum Weltkulturgut gehört und ob ihm bislang eine nicht zu geringe Rolle zugedacht wurde. Denn „ wie kaum eine andere Kunst bewahrt das bewegte Bild des Films, das seit dem Ende der zwanziger Jahre mit Ton unterlegt ist, eineebenso konkrete wie umfassende Anschauung der Realität. Dieses Material zu erhalten, zu pflegen, derÖffentlichkeit zugänglich zu machen und beständig zu ergänzen, ist Anliegen jeder Kulturnation “.

Die Filmbranche hat sich allerdings seit fast einem Jahrhundert zu einem kapitalistischen System entwickelt, dass von Wenigen erschaffen und von Vielen genutzt wird, dessen Gewinne aber wiederum nur Wenigen zukommen. Das klingt weder gut, noch fair oder logisch.

Die internationale Filmbranche tut wenig für die Gesellschaft oder für deren nachhaltige kulturelle Entwicklung. Sehr selten gibt es Filme, die mit einem sozialen Projekt verbunden sind. Wenn es sie gibt, dann kämpfen sie meist um jeden Zuschauer und kommen zahlenmäßig nicht gegen die Riesen der Filmbranche an.

In der folgenden Arbeit versuche ich zunächst Erklärungsansätze für die Schwierigkeiten zu finden, die Programmkinos heutzutage zu bewältigen haben. Danach habe ich Interviewfragen erarbeitet, deren Beantwortung noch aussteht, die ich aber nach Möglichkeit in einer ausführlicheren Arbeit verwenden möchte. Abschließend werde ich einen Ausblick über Ideenansätze geben, die die Zukunft der Programmkinos und deren Filme, in einem andern Licht erscheinen lassen könnte.

2. Herausforderungen für Programmkinos

Wieso ist es so schwer, genug Publikum in die Programmkinos zu locken?

Es ist die Logik der freien Marktwirtschaft: Kleine Filmproduktionen erreichen ein kleineres Publikum, da die Filmverleihfirmen den Kinos nur eine geringe Anzahl an Filmkopien zur Verfügung stellen und diese Filme dementsprechend auch weniger

ankündigen als große Filme, von denen mehr Kopien erstellt werden, und die mehr subventioniert werden. So sind viele kleinere Filmproduktionen von Vornherein als 'weniger wichtig' stigmatisiert und wirtschaftlich benachteiligt.

Folgendes Schaubild zeigt die Schwachstellen im Filmmarketing von Filmen, die im Programmkino gezeigt werden ('Arthaus-Filme') und verdeutlicht die Motivation des Publikums ('Arthaus-Besucher'), sich einen Film in einem Programmkino anzusehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung aus: Glogner-Pilz. S. 257.

Demzufolge sind Zeitungskritiken ausschlaggebend, hingegen TV-Werbung die geringste Relevanz aufzeigt. Das kann daran liegen, dass es schlicht-weg kaum TV- Werbung für 'Arthaus- Filme' gibt.

Und welcher Jugendliche ließt schon regelmäßig Zeitung? Ihnen sind 'Arthaus- Kinofilme' oft gar nicht mal bekannt (s. Abb. links).

Abbildung aus: Glogner-Pilz. S. 254.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es ist keine Neuigkeit, dass Filme in Programmkinos nicht selten ein 'schwerverdauliches' Thema behandeln. Daraus resultiert u.a., dass die Besucher von Programmkinos, Berufstätige Ende der 30, Anfang der 40er Jahre sind. Doch es geht noch weiter: Einer Studie zufolge sind 70 % der 'Arthaus-Film'-Besucher, Personen mit abgeschlossenem Studium.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656098492
Dateigröße
611 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v185078
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Medienwissenschaft
Note
13
Schlagworte
kinos filme überlebenschancen programmkinos kinoprogramms kinowirtschaft filmwirtschaft

Autor

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Titel: Kleine Kinos – kleine Filme Überlebenschancen der Programmkinos durch Änderung der Attraktivität des Kinoprogramms