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Empirische Studie zur Analyse des Zusammenhangs zwischen Kraftfähigkeit und Schussgeschwindigkeit beim Fußballvollspannstoß

Diplomarbeit 2011 300 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemstellung

3. Grundsätze einer biomechanischen Untersuchung

4. Theoretische Betrachtung der Thematik
4.1. Der Fußballsport
4.1.1. Die Charakteristik des Fußballsports
4.2. Die sportliche Leistung
4.2.1. Theoretische Aspekt der Kondition
4.2.2. Theoretische Grundlagen der Schnelligkeitsfähigkeiten
4.2.2.1. Die Kraftschnelligkeit
4.2.3. Theoretische Grundlagen der Kraftfähigkeiten
4.2.3.1. Die Maximalkraft
4.2.3.2. Die Schnellkraft
4.3. Ausgewählte leistungsbestimmende Faktoren im Fußball
4.3.1. Der Fußstoß
4.3.1.1. Die Technik des Fußballvollspannstoßes
4.3.1.2. Den Fußballvollspannstoß beeinflussende Muskeln
4.3.2. Die Bedeutung der konditionellen Fähigkeiten im Fußball
4.3.2.1. Der Einfluss der Schnelligkeitsfähigkeiten auf den Fußballvollspannstoß
4.3.2.2. Der Einfluss der Kraftfähigkeiten auf den Fußballvollspannstoß40

5. Forschungsstand
5.1. Vergleichbare Themenstellungen
5.2. Entwicklung der Fragestellung
5.3. Forschungsfragen

6. Untersuchungsmethodik
6.1. Untersuchungsgut
6.2. Räumliche und örtliche Gegebenheiten
6.3. Materielle Gegebenheiten
6.3.1. Geräte und Software der Phase 1
6.3.1.1. Motion Analysis und Motion Blitz im Rahmen des Messplatzes der Phase 1
6.3.2. Geräte und Software der Phase 2
6.3.2.1. Das Globusmesssystem im Rahmen des Messplatzes der Phase 2 .
6.4. Vorbereitende Maßnahmen
6.4.1. Die Erwärmung
6.4.2. Das Bekleben des Probanden mit Markern (Bemarkern)
6.5. Testdurchführung Phase 1
6.6. Testdurchführung Phase 2
6.7. Untersuchungsauswertung
6.7.1. Aufarbeitung der Rohdaten der Phase 1
6.7.2. Aufarbeitung der Rohdaten der Phase 2
6.8. Statistische Auswertemethodik
6.8.1. Das arithmetische Mittel
6.8.2. Minimum und Maximum
6.8.3. Die Standardabweichung
6.8.4. Abhängigkeit und Unabhängigkeit von Stichproben
6.8.5. Der Korrelationskoeffizient
6.8.6. Der Determinationskoeffizient
6.8.7. Die Varianz
6.8.8. Die Irrtumswahrscheinlichkeit

7. Ergebnisdarstellung
7.1. Ergebnisse der Phase 1 (die Sprunggelenkgeschwindigkeit)
7.2. Ergebnisse der Phase 2 (die Kraftfähigkeiten)
7.2.1. Die Ergebnisse der isometrischen Messungen
7.2.1.1. Darstellung der ermittelten Werte und Zusammenhänge der isometrischen Kniestreckermessung
7.2.1.2. Darstellung der ermittelten Werte und Zusammenhänge der isometrischen Hüftbeugermessung
7.2.2. Die Ergebnisse der dynamischen Messungen
7.2.2.1. Darstellung der ermittelten Werte und Zusammenhänge der dynamischen Kniestreckermessung
7.2.2.1.a Die Ergebnisse der dynamischen Kniestreckermessung mit 12,5kg
7.2.2.1.b Die Ergebnisse der dynamischen Kniestreckermessung mit 25kg . 120
7.2.2.1.c Die Ergebnisse der dynamischen Kniestreckermessung mit 50kg
7.2.2.2. Darstellung der ermittelten Werte und Zusammenhänge der dynamischen Hüftbeugermessung
7.2.2.2.a Die Ergebnisse der dynamischen Hüftbeugermessung mit 12,5kg
7.2.2.2.b Die Ergebnisse der dynamischen Hüftbeugermessung mit 25kg
7.2.2.2.c Die Ergebnisse der dynamischen Hüftbeugermessung mit 50kg

Vorwort

Der Fußballsport begleitet mich seit meiner frühen Kindheit und dem Eintritt in die Schule. Noch heute spiele ich aktiv im Verein und nutze meine bisher gesammelten Erfahrun- gen im Fußball für das Studium der Sportwissenschaften. Eben dieses Studium ermöglicht mir aber auch neue und in- teressante Einblicke in bisher unbekannte Aspekte der Leis- tungssteigerung und Leistungsoptimierung beim Fußball- spieler

So war es eigentlich schon zu Beginn des Studiums klar, dass entscheidende Arbeiten des Studiums dem Themenfeld des Fußballsports entspringen werden

Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Interesse an dem Diplomarbeitsthema einer Projektarbeit - welche bereits erste Vortests und vor Allem das Kennenlernen der Technik und der Software ermöglichte - entspringt, die selbst sehr fußballspezifisch ist

Gerne möchte ich mit diesen ersten Zeilen der Arbeit auch denjenigen danken, die bei der Entstehung entscheidend mitgewirkt haben. Neben meinem Kommilitonen Leutnant Bernd Schreiber, welcher das Thema „Entwicklung und Im- plementierung eines biomechanisch orientierten diagnosti- schen Verfahrens zur Analyse des Vollspannstoßes im Fußball“ bearbeitet und somit auch auf das System der Schussanalyse mittels Motion Capture zurückgreift, natür- lich auch Herrn Diplomsportlehrer Andreas Born und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Diplomsportwissenschaftler Tobias Pylypiw. Nur mit deren Hilfe war es mir möglich, das komplexe System aus Kraftdiagnose und Schussanalyse mittels Motion Capture und der Analyse und Auswertung der unzähligen Daten zielführend umsetzen zu können

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht über die biomechanischen Merkmale (aus: Olivier & Rockmann, 2003, S. 28)

Abbildung 2: Untersuchungsziele der Sportbiomechanik (aus: Wick, 2005, S. 16;

nach Ballreich, 1988)

Abbildung 3: Aufgliederung und Hierarchie der Mechanik (aus Wick, 2005, S. 27)

Abbildung 4: Übersicht über die biomechanischen Messverfahren (aus Baumann, 1989, S. 99)

Abbildung 5: Die sportliche Leistung und ihre möglichen Komponenten (aus Grosser, 2008, S. 8)

Abbildung 6: Klassifizierungsmodell der Schnelligkeitsfähigkeiten nach Schnabel et al. (aus Schnabel/Harre/Krug/Borde, 2008, S. 169)

Abbildung 7: Bewegungen mit dynamischer und statischer Arbeitsweise der Muskulatur (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 48)

Abbildung 8: Abhängigkeit der maximalen Kontraktionsgeschwindigkeit von der Größe der Auflast bzw. der aufzuwendenden Kraft (Hill´sche Kurve) (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 53)

Abbildung 9: Kraftanstiegskurven eines Probanden gegen unterschiedliche Lasten (aus Bührle, 1985, S.88)

Abbildung 10: Kraftkurve mit den Schnellkraftparametern (aus Bührle , 1985, S. 86)

Abbildung 11: Klassifizierung des Fußstoßes (aus Preiß, 1992, S. 31)

Abbildung 12: Ausholposition vor Fußballvollspannstoß (aus Schreiber und Wild, 2011, S.3)

Abbildung 13: Durchschwingen des Schussbeins beim Fußballvollspannstoß (aus Schreiber und Wild, 2011, S.3)

Abbildung 14: Moment des Ballkontaktes beim Fußballvollspannstoß (aus Schreiber und Wild, 2011, S.3)

Abbildung 15: Zeitpunkt des Verlassens des Balles vom Fuß beim Fußballvollspannstoß (aus Schreiber und Wild, 2011, S.3)

Abbildung 16: Flug des Balles beim Fußballvollspannstoß (aus Schreiber und Wild, 2011, S.3)

Abbildung 17: Ausschwingen des Schussbeins beim Fußballvollspannstoß (aus Schreiber und Wild, 2011, S.3)

Abbildung 18: m. gluteus maximus (aus Weineck, 2008, S. 212)

Abbildung 19: m. quadriceps femoris mit seinem mittleren Anteil dem m. rectus femoris (aus Weineck, 2008, S. 228)

Abbildung 20: m. biceps femoris (aus Weineck, 2008, S. 233)

Abbildung 21: m. tibialis anterior (aus Weineck, 2008, S. 273)

Abbildung 22: m. gastrocnemius (aus Weineck, 2008, S. 268)

Abbildung 23: m. peronaeus longus (aus Weineck, 2008, S. 275)

Abbildung 24: globaler Überblick über die Fußballvollspannstoß beeinflussenden Muskeln mit Bezug zu Tabelle 3 (Plakat Muskelsystem des Menschen von Rüdiger-Anatomie-Gesellschaft mbH)

Abbildung 25: zeitlicher Verlauf der elektrischen Aktivität von Muskeln des Stand- und Spielbeins bei einem Fußballvollspannstoß (aus Kollath, 1996, S. 148)

Abbildung 26: Nachfolgemodell des genutzten Balles Alpas Allround (http://www.fussball- shop.de/out/1/html/0/dyn_images/1/sol_alp101_img1.jpg)

Abbildung 27: Ballpumpe mit Balldruckanzeige

Abbildung 28: Eagle Digital Kamera

Abbildung 29: High-Speed-Kamera

Abbildung 30: Scheinwerfer für High-Speed-Kamera

Abbildung 31: DV Kamera Panasonic

Abbildung 32: Markerpunkte zur dreidimensionalen Erfassung des Schützen (http://grail.cs.washington.edu/mocap-lab/assets/balls.jpg)

Abbildung 33: Screenshot des Programms Cortex 1.1.4.368 mit „Strichmännchendarstellung“ eines Probanden beim Schuss

Abbildung 34: Skizze des Messplatzes

Abbildung 35: M3 zur Erfassung isometrischer, und durch Modifizierung auch dynamischer Kräfte

Abbildung 36: Kabelzug modifiziert, zur Erfassung dynamischer Kräfte

Abbildung 37: Linke Seite des Messsystems aus M3 und Kabelzug

Abbildung 38: Rechte Seite des Messsystems aus M3 und Kabelzug

Abbildung 39: Bemarkerter Proband, Vorderansicht

Abbildung 40: Bemarkerter Proband, Rückansicht

Abbildung 41: Ziel-Rechteck aus Sicht des Schützen

Abbildung 42: Schütze in Ausgangsposition zur Aufnahme

Abbildung 43: Schütze bei der Schussabgabe, vor dem Treffen des Balles

Abbildung 44: Schütze bei der Schussabgabe, nach dem Treffen des Balles

Abbildung 45: Kniestreckermessung isometrisch

Abbildung 46: Kniestreckermessung dynamisch, während der Bewegung

Abbildung 47: Hüftbeugermessung isometrisch

Abbildung 48: Hüftbeugermessung dynamisch, während der Bewegung

Abbildung 49: 3D-Modell eines Probanden bei der Schussabgabe, ungetrackt

Abbildung 50: 3D-Modell eines Probanden bei der Schussabgabe, getrackt

Abbildung 51: Bahn des HWS- Markers zur Verdeutlichung der Notwendigkeit des Interpolierens

Abbildung 52: lineare Füllung der Bahnlücke des HWS Markers

Abbildung 53: kubische Füllung der Bahnlücke des HWS Markers

Abbildung 54: Kraftkurve der in fünf Versuchen über 20 Sekunden Messdauer erzeugten Kräfte (in Newton) eines Probanden mit 50kg Gewicht nach dem Export aus Globus, also vor dem Beschneiden

Abbildung 55: Ausschnitt der Kraftkurve der

Abbildung 54 mit dem Versuch (Versuch 2), in welchem die höchsten Kraftwerte erzeugt werden konnten

Abbildung 56: Ausschnitt der Kraftkurve der Abbildung 54 mit dem Versuch (Versuch 5), welcher am ehesten den Bedingungen entspricht

Abbildung 57: Säulendiagramm der höchsten individuell erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeiten

Abbildung 58: Zusammenhang zwischen der Körpergröße und der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit

Abbildung 59: Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit

Abbildung 60: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der isometrischen Kniestreckermessung

Abbildung 61: Kraftentwicklungsraten der individuell besten isometrischen Kniestreckermessung aller Probanden in 1/1000 NS

Abbildung 62: Säulendiagramm der individuell höchsten erreichten Kraftwerte der isometrischen Kniestreckermessung aller Probanden (sofern auswertbare Messversuche vorlagen, die Bewegungen also den Zielbewegungen entsprachen) in Newton

Abbildung 63: Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der individuell höchsten erreichten Maximalkraft bei der isometrischen Kniestreckermessung

Abbildung 64: Explosivkraft aller Probanden in 1/1000Ns, basierend auf der individuell höchsten erreichten Maximalkraft während der isometrischen Kniestreckermessung

Abbildung 65: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen Explosivkraft (iso KS) und der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit

Abbildung 66: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Sprunggelenksgeschwindigkeit und der Starkraft bei isometrischer Kniestreckermessung

Abbildung 67: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen dem Schnellkraftindex und der Starkraft bei isometrischer Kniestreckermessung

Abbildung 68: Säulendiagramm über die in 100- und 200ms erzeugten Impulse während der isometrischen Kniestreckermessung aller Probanden in Newtonsekunde

Abbildung 69: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit und des in 100 Millisekunden erzeugten Impulses während der isometrischen Kniestreckermessung

Abbildung 70: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit und des in 200 Millisekunden erzeugten Impulses während der isometrischen Kniestreckermessung

Abbildung 71: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Sprunggelenksgeschwindigkeit und der Relativkraft bei isometrischer Kniestreckermessung

Abbildung 72: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der isometrischen Hüftbeugermessung

Abbildung 73: Kraftentwicklungsraten der individuell besten isometrischen Hüftbeugermessung aller Probanden in 1/1000 NS

Abbildung 74: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der isometrischen Hüftbeugermaximalkraft

Abbildung 75: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der Explosivkraft bei isometrischer Hüftbeugermaximalkraftmessung

Abbildung 76: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der Startkraft bei isometrischer Hüftbeugermaximalkraftmessung

Abbildung 77: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und dem Schnellkraftindex bei isometrischer Hüftbeugermaximalkraftmessung

Abbildung 78: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und dem in 100ms erzeugten Impuls bei isometrischer Hüftbeugermaximalkraftmessung

Abbildung 79: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und dem in 200ms erzeugten Impuls bei isometrischer Hüftbeugermaximalkraftmessung

Abbildung 80: Streudiagramm zum Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der Relativkraft bei isometrischer Hüftbeugermaximalkraftmessung 110

Abbildung 81: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der dynamischen Kniestreckermessung mit 12,5kg 115

Abbildung 82: Kraftentwicklungsraten der individuell besten dynamischen Kniestreckermessungen mit 12,5kg aller Probanden in 1/1000 Ns

Abbildung 83: Zusammenhang zwischen der Maximalkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 117

Abbildung 84: Zusammenhang zwischen der Explosivkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 117

Abbildung 85: Zusammenhang zwischen der Startkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 118

Abbildung 86: Zusammenhang zwischen dem Schnellkraftindex bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 118

Abbildung 87: Zusammenhang zwischen dem in 100ms erzeugten Impuls bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 119 Abbildungsverzeichnis | XXI

Abbildung 88: Zusammenhang zwischen dem in 200ms erzeugten Impuls bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 119

Abbildung 89: Zusammenhang zwischen der Relativkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 119

Abbildung 90: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der dynamischen Kniestreckermessung mit 25kg 123

Abbildung 91: Kraftentwicklungsraten der individuell besten dynamischen Kniestreckermessungen mit 25kg aller Probanden in 1/1000 Ns 124

Abbildung 92: Säulendiagramm der individuell höchsten erreichten Kraftwerte der dynamischen Kniestreckermessung (bei 25kg) aller Probanden in Newton 125

Abbildung 93: Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der individuell höchsten erreichten Maximalkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 25kg 125

Abbildung 94: Explosivkraft aller Probanden in 1/1000 Ns, basierend auf der individuell höchsten erreichten Maximalkraft während der dynamischen Kniestreckermessung mit 25kg 126

Abbildung 95: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen Explosivkraft (bei 25kg dynamischer Kniestreckermessung) und der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit 126

Abbildung 96: Startkraft aller Probanden der höchsten erreichten Maximalkraft bei dynamischer Messung der Kniestrecker mit 25kg 127

Abbildung 97: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Startkraft (basierend auf der bei 25kg erzeugten Maximalkraft) der Kniestrecker und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 127

Abbildung 98: Schnellkraftindex der höchsten erreichten Maximalkraft der Kniestrecker bei dynamischer Messung mit 25kg 128

Abbildung 99: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen dem Schnellkraftindex bei dynamischer Kniestreckermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 128

Abbildung 100: Säulendiagramm über die in 100- und 200ms erzeugten Impulse während der dynamischen Kniestreckermessung mit 25kg aller Probanden in Newtonsekunde 129

Abbildung 101: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit und des in 100 Millisekunden erzeugten Impulses während der dynamischen Kniestreckermessung mit 25kg 130

Abbildung 102: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit und des in 200 Millisekunden erzeugten Impulses während der dynamischen Kniestreckermessung mit 25kg 130

Abbildung 103: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Relativkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 131

Abbildung 104: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der dynamischen Kniestreckermessung mit 50kg 135

Abbildung 105: Kraftentwicklungsraten der individuell besten dynamischen Kniestreckermessungen mit 50kg aller Probanden in 1/1000 Ns 136

Abbildung 106: Säulendiagramm der individuell höchsten erreichten Kraftwerte der dynamischen Kniestreckermessung (bei 50kg) aller Probanden in Newton 137

Abbildung 107: Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der individuell höchsten erreichten Maximalkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 50kg 137

Abbildung 108: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Explosivkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 138

Abbildung 109: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Startkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 138

Abbildung 110: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen dem Schnellkraftindex bei dynamischer Kniestreckermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 139

Abbildung 111: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen dem in 100ms erzeugten Impuls bei dynamischer Kniestreckermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 139

Abbildung 112: Säulendiagramm über die in 100- und 200ms erzeugten Impulse während der dynamischen Kniestreckermessung mit 50kg aller Probanden in Newtonsekunde 140

Abbildung 113: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der erreichten Sprunggelenkgeschwindigkeit und des in 200 Millisekunden erzeugten Impulses während der dynamischen Kniestreckermessung mit 50kg 140

Abbildung 114: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Relativkraft bei dynamischer Kniestreckermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 141

Abbildung 115: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der dynamischen Hüftbeugermessung mit 12,5kg 145

Abbildung 116: Kraftentwicklungsraten der individuell besten dynamischen Hüftbeugermessungen mit 12,5kg aller Probanden in 1/1000 Ns146

Abbildung 117: Zusammenhang zwischen der Maximalkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 147

Abbildung 118: Zusammenhang zwischen der Explosivkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 147

Abbildung 119: Zusammenhang zwischen der Startkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 148

Abbildung 120: Zusammenhang zwischen dem Schnellkraftindex bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 148

Abbildung 121: Zusammenhang zwischen dem in 100ms erzeugten Impuls bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 149

Abbildung 122: Zusammenhang zwischen dem in 200ms erzeugten Impuls bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 149

Abbildung 123: Zusammenhang zwischen der Relativkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 150

Abbildung 124: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der dynamischen Hüftbeugermessung mit 25kg 153

Abbildung 125: Kraftentwicklungsraten der individuell besten dynamischen Hüftbeugermessungen mit 25kg aller Probanden in 1/1000 Ns .. 154

Abbildung 126: Zusammenhang zwischen der Maximalkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 155

Abbildung 127: Zusammenhang zwischen der Explosivkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 155

Abbildung 128: Zusammenhang zwischen der Startkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 156

Abbildung 129: Zusammenhang zwischen dem Schnellkraftindex bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 156

Abbildung 130: Zusammenhang zwischen dem in 100ms erzeugten Impuls bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 157

Abbildung 131: Zusammenhang zwischen dem in 200ms erzeugten Impuls bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 157

Abbildung 132: Zusammenhang zwischen der Relativkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 158

Abbildung 133: individuell beste Maximalkraftkurve der einzelnen Probanden bei der dynamischen Hüftbeugermessung mit 50kg 161

Abbildung 134: Kraftentwicklungsraten der individuell besten dynamischen Hüftbeugermessungen mit 50kg aller Probanden in 1/1000 Ns .. 162

Abbildung 135: Zusammenhang zwischen der Maximalkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 163

Abbildung 136: Zusammenhang zwischen der Explosivkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 163

Abbildung 137: Zusammenhang zwischen der Startkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 164

Abbildung 138: Zusammenhang zwischen dem Schnellkraftindex bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 164

Abbildung 139: Zusammenhang zwischen dem in 100ms erzeugten Impuls bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 165

Abbildung 140: Zusammenhang zwischen dem in 200ms erzeugten Impuls bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 165

Abbildung 141: Zusammenhang zwischen der Relativkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 50kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 166

Abbildung 142: Negativbeispiel für Kniestreckermessungen, da starkes Anheben des Knies anstatt dieses zu strecken (Bild 1) 173

Abbildung 143: Negativbeispiel für Kniestreckermessungen (Bild 2) 173

Abbildung 144: Negativbeispiel für Kniestreckermessungen (Bild 3) 173

Abbildung 145: Negativbeispiel für Kniestreckermessungen (Bild 4) 173

Abbildung 146: korrekte Ausführungsweise einer Kniestreckermessung (Bild 1) . 173

Abbildung 147: korrekte Ausführungsweise einer Kniestreckermessung (Bild 2) . 173

Abbildung 148: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 1) . 174

Abbildung 149: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 2) . 174

Abbildung 150: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 3) . 174

Abbildung 151: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 4) . 174

Abbildung 152: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 1) . 175

Abbildung 153: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 2) . 175

Abbildung 154: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 3) . 175

Abbildung 155: Negativbeispiel der Ausführung einer Hüftbeugermessung (Bild 4) . 175

Abbildung 156: Zusammenhang zwischen dem Schnellkraftindex und dem in 100ms erzeugten Impuls 216

Abbildung 157: Zusammenhang zwischen dem Schnellkraftindex und dem in 200ms erzeugten Impuls 216

Abbildung 158: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der Maximalkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 12,5kg 219

Abbildung 159: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Explosivkraft bei dynamischer Hüftbeugermaximalkraftmessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 220

Abbildung 160: Streudiagramm des Zusammenhangs zwischen der Starkraft bei dynamischer Hüftbeugermaximalkraftmessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 221

Abbildung 161: Zusammenhang zwischen der Starkraft bei dynamischer Hüftbeugermaximalkraftmessung mit 12,5kg und der Sprunggelenkgeschwindigkeit 223

Abbildung 162: Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der Körpergröße 226

Abbildung 163: Zusammenhang zwischen der Sprunggelenkgeschwindigkeit und der Körpergröße 226

Abbildung 164: Zusammenhang zwischen der Körpergröße der Probanden und der Relativkraft bei dynamischer Hüftbeugermessung mit 25kg

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: die motorischen Schnelligkeitsleistungen aus praktischer Sicht nach Grosser et al. (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 90) 17

Tabelle 2: Arbeitsweisen und Kontraktionsformen der Muskulatur (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 48) 22

Tabelle 3: Fußballvollspannstoß beeinflussende Muskeln (vgl. dazu Weineck, 2008, Kapitel: Untere Extremität) 34

Tabelle 4: Übersicht über Untersuchungen mit ähnlicher Thematik und/oder Methodik 45

Tabelle 5: Probandencharakteristik 50

Tabelle 6: Übersicht des modifizierten Helen Hayse Markersatzes 63

Tabelle 7: virtuelle Marker und ihr Ursprung 75

Tabelle 8: Signifikanzschranken 85

Tabelle 9: Sprunggelenkgeschwindigkeiten der einzelnen Schüsse der Probanden in m/s 87

Tabelle 10: Ranking der Sprunggelenkgeschwindigkeiten in aufsteigender Weise in m/s 88

Tabelle 11: Übersicht der erzeugten Werte der isometrischen Kraftmessung der Kniestreckermuskulatur und deren statistische Kennzahlen 92

Tabelle 12: ermittelte Werte und Kennzahlen nach Löschen (Fall 1) oder Modifizieren (Fall 2) der beiden Kraftkurven der Probanden 10 und 19 bei isometrischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker 101

Tabelle 13: Übersicht der erzeugten Werte der isometrischen Kraftmessung der Hüftbeugemuskulatur und deren statistische Kennzahlen 103

Tabelle 14: Übersicht der erzeugten Werte der dynamischen Kraftmessung der Kniestreckermuskulatur (12,5kg) und deren statistische Kennzahlen ... 113

Tabelle 15: Übersicht der erzeugten Werte der dynamischen Kraftmessung der Kniestreckermuskulatur (25kg) und deren statistische Kennzahlen 121

Tabelle 16: Übersicht der erzeugten Werte der dynamischen Kraftmessung der Kniestreckermuskulatur (50kg) und deren statistische Kennzahlen 133

Tabelle 17: Übersicht der erzeugten Werte der dynamischen Kraftmessung der Hüftbeugermuskulatur (12,5kg) und deren statistische Kennzahlen 143

Tabelle 18: Übersicht der erzeugten Werte der dynamischen Kraftmessung der Hüftbeugermuskulatur (25kg) und deren statistische Kennzahlen 151

Tabelle 19: Übersicht der erzeugten Werte der dynamischen Kraftmessung der Hüftbeugermuskulatur (50kg) und deren statistische Kennzahlen 159

Tabelle 20: Korrelationen der Messgrößen bei isometrischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker untereinander 187

Tabelle 21: Korrelationen der Messgrößen bei dynamischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker mit 12,5kg untereinander 194

Tabelle 22: Korrelationen der Messgrößen bei dynamischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker mit 25kg untereinander 200

Tabelle 23: Korrelationen der Messgrößen bei dynamischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker mit 50kg untereinander 206

Tabelle 24: Korrelationen der Messgrößen bei isometrischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker untereinander 214

Tabelle 25: Korrelationen der Messgrößen bei dynamischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker mit 12,5kg untereinander 227

Tabelle 26: Korrelationen der Messgrößen bei dynamischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker mit 25kg untereinander 233

Tabelle 27: Korrelationen der Messgrößen bei dynamischer Maximalkraftmessung der Kniestrecker mit 50kg untereinander

1. Einleitung

Der Fußballsport erfreut sich in Europa, und im Speziellen in Deutschland, weiterhin großer Beliebtheit. So verzeichnet der Deutsche Fußball Bund (DFB) über 6,7 Millionen Mitglieder, dabei mehr als 25.000 Vereine in 21 Landesverbänden und fünf Regionalverbänden (Stand 2010, Quelle: Internetauftritt DFB). Das erfolgreiche Abschneiden der DFB-Auswahl, sowie die gelungene Veranstaltung großer internationaler Turniere fördern den Reiz am Fußballsport bei beiden Geschlechtern noch zusätzlich (vgl. dazu Wild, 2011, S. 1).

Die Leistungsfähigkeit eines Fußballers entspringt neben den konditionellen Fähigkeiten zu einem großen Teil auch den technisch-taktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, den koordinativen Fähigkeiten, den moralisch-psychischen Eigenschaften und Qualitäten und den intellektuellen Fähigkeiten.

Das Umsetzungsvermögen von technikspezifischen Vorgaben und Anforderungen macht neben den zuvor genannten Leistungsanforderungen den Unterschied zwischen einem guten Profi und einem virtuosen Ballkünstler aus.

So gibt es Spieler, die auf Grund ihrer weithin bekannten Qualitäten, oft im Zusammenhang zu bestimmten fußballerischen Höchstleitungen genannt werden. Neben besonders starken Kopfballspielern gibt es überaus ausdauernde Läufer, sprintstarke Spieler, robuste Zweikämpfer, Zauberer am Ball und neben weiteren auch besonders schussstarke Spieler.

Die vorliegende Arbeit soll sich mit dem Thema der Schussstärke befassen.

Dabei wird versucht, die Frage nach einem Zusammenhang der individuellen Kraftfähigkeit, der individuellen Schusstechnik und der daraus resultierenden Schussstärke zu ermitteln.

Diese Thematik ist nach wie vor von großem Interesse, auf Grund von technischem Fortschritt aber erst seit relativ kurzer Zeit ergebnisliefernd zu bearbeiten. Bereits Helmut Schulte sagte so oder so ähnlich: „ Der Ball ist rund und muss ins Eckige!“ Doch eben dieses Ziel zu erreichen macht den Reiz des Fußballspiels aus. So gibt es mehrere Möglichkeiten der Umsetzung. Neben verschiedenen Torschussvarian- ten, kann der Ball auch mit Kopf oder Brust ins Tor befördert werden. Selbst auf re- gelwidrige Art und Weise, nämlich mit der Hand, wurden schon Tore erzielt. Dem eigenen Torerfolg entgegen stellen sich 10 gegnerische Feldspieler und ein Tor- wart. Um diesen gegnerischen Torwart überwinden zu können, sollte man vor allem präzise und schnell schießen können. Dazu eignet sich besonders der Vollspann- stoß, mit dem kurze und lange, flache und hohe, weiche und scharfe Pässe, sowie gezielte und straffe Torschüsse möglich sind (vgl. dazu Bauer, G. 1980. S. 20).

Ein gutes Beispiel für einen straffen Torschuss lieferte Michael Ballack mit seinem Tor gegen Österreich bei der EM 2008, als er den Ball auf 121 Stundenkilometer beschleunigte und dem gegnerischen Torwart keine Chance zur Reaktion ließ (vgl. http://www.tagesspiegel.de/sport/ballacks-schuss-war-schneller-als-ein- gepard/1259142.html Zugriff am 14.04.2011 um 11.30 Uhr). Diese Geschwindigkei- ten sind keine Seltenheit bei Profifußballern, erfordern aber eine ausgeprägte und versierte Schusstechnik und ein gewisses Maß an Kraftfähigkeit. Dieses Zusam- menspiel aus Kraft und Technik zu erreichen und weiter zu verfeinern ist der Wunsch eines jeden Fußballers, egal ob Profi- oder Hobbyfußballer (vgl. dazu Schreiber & Wild, 2011, S. 1). Das Ermitteln dieses Zusammenhangs ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, welche erst durch die Fortschritte bei der Kraft- und Tech- nikanalyse mit den heutigen Mitteln machbar wurde.

2. Problemstellung

Wie die Voruntersuchungen im Rahmen des Projekts „Der Vollspannstoß im Fuß- ball und dessen geschwindigkeitsbeeinflussende Faktoren“ (vgl. dazu Schreiber & Wild, 2011) gezeigt haben, liegt ein wesentlicher Faktor für die Stärke eines Schus- ses in der Geschwindigkeit des Fußes. Es handelt sich also um eine sportliche Leistung, bei der ein Sportgerät möglichst stark beschleunigt werden soll. Diese Leistung kann ermöglicht werden, indem die einwirkende Kraft, in der zur Verfü- gung stehenden Zeit, möglichst hoch produziert werden kann. Da für die Aufbrin- gung dieser Kraft nur relativ wenig Zeit zur Verfügung steht, lässt diese Bedingung auf ein möglichst ausgeprägtes Vorhandensein von Schnellkraft schließen. Dies gilt es durch die vorliegende Arbeit zu untersuchen. Andererseits hat die Technik ent- scheidenden Einfluss auf die Schnellkraftleistung (vgl. dazu Schnabel et al, 2008, S. 123). Ermöglicht und optimiert sie doch neben den körperlichen Voraussetzun- gen das Erreichen schnellkräftiger Leistungen. Demnach gilt es auch die Technik des Fußballers zu beleuchten und entscheidende Faktoren zur Leistungsoptimie- rung zu finden. Nicht zuletzt sind Schnellkraftleistungen laut Schnabel et al (2008, S. 161) abhängig von Maximalkraftleistungen, welche wiederum einen leistungs- entscheidenden Einfluss, mindestens aber eine leistungsbeeinflussende Basis der Schnellkraftleistungen darstellt. Somit ist es auch nötig eine Kraftmessung durchzu- führen, um die Frage des Einflusses der Kraftfähigkeit auf den Fußballschuss klä- ren zu können.

Diese spannende Frage stellte sich nicht zuletzt durch das angesprochene Projekt, sondern beschäftigt den Autor schon länger. So liegt die Vermutung nahe, dass sich neben dem Autor auch schon andere begeisterte Zuschauer gefragt haben, ob die immensen Schussleistungen von Roberto Carlos da Silva durch seine ausge- prägte Oberschenkelmuskulatur möglich sind (dieser recht kleine Fußballspieler (168cm) mit einem Oberschenkelumfang von 58cm hielt lange Zeit den inoffiziellen Weltrekord für den härtesten Schuss im Fußball (202km/h) und ist weithin bekannt für seine harten Freistöße. (vgl. dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Roberto_Carlos_(Fu%C3%9Fballspieler), abgerufen am 26.07.2011 um 10:30 Uhr)), oder ob er die Schusstechnik perfekt anzuwenden weiß. Was also sorgt dafür, dass ein Fußballer einen harten und straffen Schuss abgeben kann?

3. Grundsätze einer biomechanischen Untersuchung

Die vorliegende Arbeit beabsichtigt eine empirische Untersuchung sowie eine Analyse einer sportlichen Bewegung unter biomechanischer Betrachtungsweise. Nach Röthig und Prohl beschäftigt sich eine empirische Untersuchung mit der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch Erfahrung, Experiment oder Test (vgl. dazu Röthig & Prohl, 2003, S. 164).

Die Biomechanik stellt eine wissenschaftliche Disziplin dar, „die die sportliche Be- wegung unter Verwendung von Begriffen, Methoden und Gesetzmäßigkeiten der Mechanik beschreibt und erklärt“ (vgl. dazu Ballreich, 1996, S. 2). Dabei wird versucht, das Lebewesen (nach „Bios“ = griechisch für „Leben“) und dessen Bewegungen auf mechanische Weise (nach „Mechane“ = griechisch für das „Starre“) zu erklären. Die Biomechanik bildet dabei eine Teildisziplin der Physik (vgl. dazu Wick, 2005, S. 14).

Es werden die „Eigenschaften der Bewegungen und des sich bewegenden Körpers [ ] gemessen, quantitativ beschrieben, miteinander verglichen, Unterschiede und Zusammenhänge ermittelt, unter Anwendung mechanischer Gesetze modelliert mit dem Ziel, [und versucht,] die sportliche Leistung aufgrund gesicherter Erkenntnisse über ihre wesentlichen Komponenten zu verbessern“ (Baumann, 1989, S. 7). Als solche Eigenschaften gelten beispielsweise Körperhaltungen und deren ständi- ge Veränderung, Kräfte, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen (vgl. dazu Baumann, 1989, S. 7), sowie Bewegungen von Körpern als Ortsveränderungen in der Zeit (vgl. dazu Wick, 2005, S. 14). Dabei werden die verschiedenen Merkmale der Biomechanik in biokinetische-, biodynamische- und Zeitmerkmale unterteilt (Abbildung 1) und damit versucht, verschiedene Untersuchungsziele (Abbildung 2) zu erreichen.

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Abbildung 1: Übersicht über die biomechanischen Merkmale (aus: Olivier & Rockmann, 2003, S. 28)

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Abbildung 2: Untersuchungsziele der Sportbiomechanik (aus: Wick, 2005, S. 16; nach Ballreich, 1988)

Neben einem Teilgebiet der Physik, nämlich der Mechanik, bilden biologische Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten der Bewegungssteuerung die wissenschaftlichen Grundlagen der Biomechanik (vgl. dazu Baumann, 1989, S. 7).

Um die Mechanik selbst besser beschreiben zu können, soll folgendes Zitat dienen: „Die Mechanik befasst sich mit den Bewegungen von Körpern und den Kräften, die Bewegungen verursachen oder miteinander im Gleichgewicht stehen“ (Baumann, 1989, S. 13). Dabei lässt sich die Mechanik weiter in die Kinematik - die als Lehre von möglichen Bewegungen verstanden wird, diese erfasst und deskriptiv be- schreibt, indem sie ihre Verläufe in Raum und Zeit als Geometrie der Bewegung mathematisch formuliert - und die Dynamik - welche real vorkommende Bewegun- gen beschreibt und diese wirklich vorkommenden Bewegungen, die auf Grund der einwirkenden Kräfte auf Körpermassen entstehen, definiert - unterteilen. Weiterhin lässt sich die Dynamik weiter aufgliedern in die Statik, welche als Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte verstanden wird, und die Kinetik, welche Körperbewegun- gen durch Kräfteungleichgewichte beschreibt (vgl. dazu Wick, 2005, S. 27). Diese Differenzierung der Mechanik soll mit Hilfe der Abbildung 3 nochmals verdeutlicht werden.

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Abbildung 3: Aufgliederung und Hierarchie der Mechanik (aus Wick, 2005, S. 27)

Um Werte erfassen und anschließend weiter verarbeiten zu können, sind den Grös- sen entsprechende biomechanische Messverfahren nötig. So werden kinematische Größen durch kinematische Verfahren und dynamische Größen durch dynamische Verfahren erfasst. Weiterhin werden individuelle Körperbaumerkmale durch anthro- pometrische- und muskuläre Aktivitäten durch elektromyografische Messverfahren erfasst. Diese vier Verfahrensgruppen lassen sich weiter unterscheiden in mecha- nische, elektrische und optische Verfahren (vgl. dazu Baumann, 1989, S. 98f.). Die Abbildung 4 zeigt die zuvor genannten Messverfahren in einer Gliederung auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Übersicht über die biomechanischen Messverfahren (aus Baumann, 1989, S. 99)

Das optische Verfahren nimmt dabei unter dem kinematischen Aspekt einer Bewe- gungsanalyse eine besondere Stellung ein. So ist es möglich, komplette Bewe- gungsabläufe durch Filmaufnahmen zu speichern, diese wieder abrufen zu können und daraus eine ganzheitliche Abbildung des Bewegungsablaufes unter gleichzeiti- ger rückwirkungsfreier Registrierung optimal rekonstruieren zu können. Dafür ste- hen neben Fernsehkameras mit ca. 50 Bildern pro Sekunde auch hochauflösende Infrarotkameras (500 Bilder pro Sekunde) zur Verfügung. Diese Infrarotkameras ermöglichen durch Kopplung und spezielle Anordnung eine räumliche Abtastung und Aufzeichnung. Mit Hilfe von spezieller Software ist dann eine räumliche Aus- wertung möglich, welche eine Analyse auf qualitativer Ebene, also beispielsweise eine Einschätzung der Güte einer Bewegung, als auch eine quantitative Analyse, also eine objektive Beurteilung von Kräften, Geschwindigkeiten, Zeitdauern und ähnlichem erlaubt (vgl. dazu Reiter, 2008, S. 27ff.). Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Suche nach einem Zusammenhang zwischen der Kraftfähigkeit und der Schussgeschwindigkeit beim Fußballvollspannstoß. Dabei analysiert sie unter anderem mit Hilfe optischer Verfahren und beschreibt die Bewegung mittels dynamischer, kinematischer und quantitativer Merkmale.

4. Theoretische Betrachtung der Thematik

Im Folgenden sollen die Charakteristik des Fußballsports, die sportliche Leistung, die leistungsbestimmenden Faktoren, die biomechanischen Kenngrößen, sowie die spezielle Diagnostik im Fußball beschrieben werden.

4.1. Der Fußballsport

Mit Hilfe der Erläuterung der Charakteristik des Fußballsports und der fußballspezi- fischen Leistungsstruktur soll in diesem Abschnitt der Fußballsport näher vorgestellt werden.

4.1.1. Die Charakteristik des Fu ß ballsports

Das Fußballspiel ist eine der am weitesten verbreiteten Sportarten auf der Erde. So spielten laut Angaben des Weltfußballverbandes FIFA im Jahre 2006 über 265 Millionen Menschen in über 200 Ländern Fußball. In den Sportberichterstattungen spielt der Fußballsport in Europa und Südamerika die entscheidende Rolle. Mit dem Begriff Fußball wird auf jedem Kontinent eine Folge weiterer Begriffe verbunden. Während der Fußball auf dem europäischen Kontinent für die „Sportart der Massen“, sowohl bei der Ausübung, als auch bei der finanziellen Wichtigkeit steht, steht er in Südamerika vor allem für Spielfreude und Leichtfüßigkeit sowie tiefe Hingabe. Mit afrikanischem Fußball wird oft starker Durchsetzungswillen und pure Energie verbunden, während er in Nordamerika immer bekannter und beliebter wird und sich neben den großen nordamerikanischen Sportarten wie American Football, Basketball, Eishockey und Baseball als Soccer etabliert.

In Asien herrscht ein starkes Interesse am Fußballsport. Häufig entsteht gar ein Kult um einzelne Spieler oder ganze Clubs, während er in Australien neben dem Rugby und dem ebenfalls durch die Briten eingeführten Cricket die dritte große Sportart dieser Region darstellt. Auf den außereuropäischen Kontinenten bildet die Hoffnung einmal für einen europäischen Verein zu spielen für viele junge Nachwuchssportler neben dem Spaß am Fußballspiel eine treibende Kraft und stellt in vielen Fällen einen realisierbaren Traum dar.

Von einem dem Rugby recht ähnlichen Sport entwickelte sich durch Anpassung von Regeln in England ein Spiel, dass dem heutigen Fußball schon recht ähnlich war. Durch starkes Interesse an Universitäten und öffentlichen Schulen gründete sich in England am 26.Oktober 1863 die „Fo]otball Association“. Danach kam der Sport aufs Festland und bereits 1876 wurde in Braunschweig der erste deutsche Schüler-Fußballverein gegründet. Knapp zwanzig Jahre später (1900) war die Teil- nehmerzahl so stark angewachsen, dass ein Dachverband, der Deutsche Fußball- Bund (DFB), gegründet wurde, welcher 1902 die ersten deutschen Meisterschaften ausrichtete. Auch im restlichen Europa etablierte sich der Fußballsport, sodass be- reits 1904 die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) gegründet wurde. Ab nun wurde ein international gültiges Regelwerk angestrebt und 1906 in Deutschland übernommen. Durch weitere Regeländerungen wurde versucht, aus- gewogene Chancen sowohl für Angreifer, als auch für Verteidiger zu schaffen. Ne- ben einer Vielzahl an Regeländerungen veränderte sich der Sport vor allem in den daraus resultierenden Spielsystemen. Hier seien nur ein paar Schlagworte wie of- fensives und defensives System, „Doppelstopper“, Manndeckung und Raum- deckung oder das „WM-System“ genannt. Neben nationalen Meisterschaften wur- den ab 1930 auch Weltmeisterschaften ausgetragen (vgl. dazu Bisanz/Gerisch, 2010, S. 25ff.). Über die Jahre taten sich außergewöhnliche Spieler hervor, deren Namen auch nach Fünfzig Jahren noch für besondere Spielideen oder besondere spielerische Leistungen stehen.

Im Laufe der Entwicklung zum heutigen Fußballsport nahmen die Dynamik und die technischen Anforderungen und Fertigkeiten stark zu. Die Faszination aber ebenso. Ein gutes Beispiel für die Zunahme der Dynamik wird mit Hilfe eines Laufwegver- gleiches deutlich. Während es in den 1960er Jahren für einen Fußballsportler noch eine überragende Leistung darstellte, während eines neunzig minütigen Fußball-spiels 4000 Meter gelaufen zu sein, betrug in den Jahren um 1985 die durchschnitt- liche Laufleistung eines Fußballers bereits ca. 10,8 Kilometer. Durch weiter fort- schreitende Dynamisierung des Fußballs wurden in den 1990er Jahren ca. 12 Ki- lometer zum Durchschnitt. Heutzutage stellen etwa 14 Kilometer Laufleistung wäh- rend eines Fußballspiels eine hervorzuhebende Leistung dar. Diese Entwicklung macht die Zunahme der Dynamik im Fußballsport deutlich (vgl. dazu Geese, 2009). Ziel des Spiels ist es, ein 90 minütiges Spiel dadurch zu gewinnen, dass die eigene Mannschaft, bestehend aus 10 Feldspielern und einem Torwart, öfter den Ball ins gegnerische Tor schießt, als die gegnerische Mannschaft ins eigene Tor. Dabei dürfen Tore nur mit den Körperteilen erzielt werden, die nicht den Arm (von Hand bis unterhalb der Schulter) ausmachen. Der Ball darf dabei nur mit den zuvor ge- nannten Körperteilen gespielt werden, während ein Spieler pro Mannschaft, näm- lich der Torwart, den Ball, in einem definierten Raum um das Tor, mit der Hand ab- wehren darf. Neben diesem einfachen Spielprinzip gibt es eine Fülle von Regeln die es zu beachten gilt, die hier aber nicht weiter aufgezeigt und erläutert werden. Daneben gibt es eine Vielzahl an individualtaktischen-, gruppentaktischen- und mannschaftstaktischen Maßnahmen, die den eigenen Torerfolg fördern und den gegnerischen Torerfolg verhindern sollen. Eine langfristige und zielorientierte und vor allem sinnvoll geplante Ausbildung ist also nötig, um erfolgreich Fußball spielen zu können.

Dieses geplante Training soll vor allem die wichtige Grundlage der konditionellen Fähigkeiten ausbilden. Unter konditionellen Fähigkeiten werden die verschiedenen Ausprägungsformen der Kraft, der Ausdauer, der Schnelligkeit und der Beweglich- keit verstanden (vgl. dazu Röthig/Prohl, 2008, S. 300). Wobei eine eindeutige und allumfassende Charakterisierung nicht möglich ist, da verschiedene Faktoren wie etwa die Spielposition, die taktische Ausrichtung oder beispielsweise das Spiel- niveau die gestellten konditionellen Anforderungen beeinflussen. Allen gemein aber ist die Notwendigkeit eines gewissen Ausdauerniveaus und ein gewisses Niveau an Koordination, wobei mit steigender Spielklasse die technische Komponente, sowie das taktische Verständnis zunehmend in den Mittelpunkt rücken. Gesagt sein muss allerdings auch, dass bestimmte technisch-taktische Fertigkeiten ohne das Vorhan- densein guter konditioneller Fertigkeiten nicht zur vollen Entfaltung kommen kön- nen, was wiederrum für eine allumfassende und geplante, stets zielorientierte Aus- bildung spricht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ausdauer, Schnelligkeit und das Vor- handensein technischer Fertigkeiten die leistungsbestimmenden Faktoren im Fuß- ballsport darstellen und somit Basis jedes Trainings sein sollten(vgl. dazu Bisanz & Gerisch, 2008, S.71ff). Dieser allgemeinen Charakterisierung soll im Folgenden ei- ne fußballspezifische Betrachtung der konditionellen Fähigkeiten folgen, nachdem diese in den Gesamtkontext der sportlichen Leistung eingeordnet wurden.

4.2. Die sportliche Leistung

Der Begriff der sportlichen Leistung umfasst neben den konditionellen Fähigkeiten noch eine Vielzahl weiterer Teilbereiche, welche zwar jeder für sich unterschiedli- che Aspekte beinhaltet, nicht aber sauber und eindeutig von anderen Teilbereichen - wie etwa der Technik, den Umweltbedingungen und weiterer - abzugrenzen ist. Diese Teilbereiche beeinflussen sich gegenseitig, ihre Übergänge sind teilweise sehr fließend, wodurch der Begriff der sportlichen Leistung ein komplexes Gebilde darstellt. Die Abbildung 5 stellt die sportliche Leistung mit ihren möglichen Kompo- nenten aus sportpraktischer Sicht in anschaulicher Weise dar (vgl. dazu Grosser, 2008, S. 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die sportliche Leistung und ihre möglichen Komponenten (aus Grosser, 2008, S. 8)

4.2.1. Theoretische Aspekt der Kondition

Den Begriff der Kondition definiert das Autorenkollektiv um Grosser auf folgende Art und Weise: „Unter Kondition im Sport verstehen wir allgemein die gewichtete Summe der physischen (körperlichen) Fähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit und ihre Realisierung durch Bewegungsfertigkeiten/-techniken und durch Persönlichkeits-Eigenschaften (z.B. Wille, Motivation)“ (Gros- ser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 7). Dabei sei angemerkt, dass auch für ganz alltägliche Tätigkeiten ein gewisses Vorhandensein an Kondition nötig ist. So erfor- dert das tägliche Berufsleben genauso bestimmte konditionelle Fähigkeiten, wie künstlerisches Schaffen oder aber, eben in besonders ausgeprägter Weise, der Sport. Die Kondition stellt also für bestimmte Wirkungsbereiche eine Vorausset- zung für das Zustandebringen bestimmter Leistungen dar und leitet sich von dem lateinischen Wort conditio ab, was so viel bedeutet wie: Bedingung für etwas (vgl. dazu Grosser, 2008, S. 7). Dabei ist der Konditionszustand abhängig von der al- tersgemäßen Entwicklung, den genetischen Bedingungen der Organe (also der An- lagen vor allem von Herz-Kreislauf-System und Muskulatur), den koordinativen Steuerungsmechanismen des Zentralnervensystems (ZNS), den psychischen Fähigkeiten wie dem Durchhaltewillen oder der Schmerzbereitschaft und nicht zuletzt vom Zeitpunkt des Trainingsbeginns, also dem Zeitraum, dem der Körper bereits einem Training ausgesetzt ist (vgl. dazu Grosser, 2008, S. 7f.).

Betrachtet man den Fußballsport unter konditionellen Bedingungen, bleibt festzu- halten, dass die Kondition einen entscheidenden Leistungsfaktor bei der sportlichen Leistungsfähigkeit ausmacht. Neben der Technik sind die konditionellen Fähigkei- ten Ausdauer, Schnelligkeit und bedingt die Kraft und die Beweglichkeit als leis- tungsbestimmend zu nennen. Das Autorenduo Gerisch und Bisanz legt sich noch stärker fest und beschreibt die Bedeutung der Schnelligkeit als wichtigste konditio- nelle Leistungsvoraussetzung im Fußballsport (vgl. dazu Bisanz & Gerisch, 2008, S.171). Verantwortlich für einen harten und straffen Schuss sind vor allem die Fä- higkeiten der Schnelligkeit und der Kraft und deren Mischformen sowie eine spezi- fische Technik. Aufgrund der Thematik sollen daher die zuvor genannten Begriffe im Allgemeinen näher erläutert und beschrieben werden und anschließend eine fußballspezifische Darstellung folgen. Zuletzt sollen die leistungsbestimmenden Faktoren eines Fußballvollspannstoßes unter Ergänzung der Technik ausgearbeitet werden.

4.2.2. Theoretische Grundlagen der Schnelligkeitsf ä higkeiten

Im Allgemeinen wird als Schnelligkeit ein Verhältnis von Weg pro Zeit verstanden und als Geschwindigkeit angegeben. Genauer betrachtet zeigen sich beim Begriff der Schnelligkeit allerdings Variationen in den Definitionen. So definiert das Auto- renkollektiv um Schnabel die Schnelligkeit als „Koordinativ-konditionell determinier- te Leistungsvoraussetzung; Fähigkeit um in kürzester Zeit auf Reize zu reagieren bzw. Informationen zu verarbeiten sowie Bewegungen oder motorische Handlun- gen unter erleichterten und/oder sportartspezifischen Bedingungen unter Zeitdruck ausführen zu können, wobei durch eine sehr kurze Belastungsdauer eine Leis- tungslimitierung durch Ermüdung ausgeschlossen werden soll“ (Schna- bel/Harre/Krug/Borde, 2008, S. 169). Der Fokus liegt also auf einer Reizaufnahme, Reizverarbeitung und einer anschließenden Handlung in kürzest möglicher Zeit, unter dem Ausschluss der Ermüdung. Das Autorentrio um Grosser bringt in seiner Definition noch ein weiteres Kriterium hervor, definiert es den Begriff der Schnelligkeit doch als „die Fähigkeit, aufgrund kognitiver Prozesse, maximaler Willenskraft und der Funktionalität des Nerv-Muskel-Systems höchstmögliche Reaktions- und Bewegungsgeschwindigkeiten (vorwiegend gegen geringe Widerstände) zu erzielen, [ ]“ (Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 87). Die Begriffe der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung, sowie der Willenskraft gehören also für das Autorentrio um Grosser zum Begriff der Schnelligkeit dazu.

Dabei wird der Begriff der Schnelligkeit oft weiter differenziert in elementare- und komplexe Formen der Schnelligkeit. Nach Grosser et al. werden unter elementaren („reinen“) Schnelligkeitsformen die Reaktionsschnelligkeit, die Sequenzschnelligkeit und die Frequenzschnelligkeit verstanden, welche ausschließlich abhängig vom ZNS und dessen neuronalen Verbindungen, von genetisch bedingten Zusammen- setzungen der Muskelfasern und den sportartspezifischen Bewegungstechniken sind (vgl. dazu Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 87f.). Die komplexen Schnelligkeitsformen der Kraftschnelligkeit, der Sprintkraft, Kraftschnelligkeitsaus- dauer und der Schnelligkeitsausdauer macht das Autorentrio abhängig von den Bedingungen der elementaren Schnelligkeit, der Kraft, der Ausdauer und der Koor- dination (vgl. dazu Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 89). Das Autorenkol- lektiv um Schnabel hingegen nennt den Begriff der elementaren Schnelligkeit be- wusst Grundschnelligkeit und differenziert diese weiter in Reaktionsschnelligkeit und Koordinationsschnelligkeit und betont, dass diese beiden Grundschnelligkeits- formen in keinem signifikanten Zusammenhang zueinander stehen. Weiterhin seien sie stark anlagenbedingt von Psyche und Physis. Dem gegenüber steht die Kom- plexschnelligkeit, welche sie unterteilen in Handlungsschnelligkeit und Bewegungs- schnelligkeit und differenzieren die Bewegungsschnelligkeit weiter in zyklische- und azyklische Bewegungsschnelligkeit (vgl. dazu Schnabel/Harre/Krug/Borde, 2008, S. 169).

Die Abbildung 6 sowie die Tabelle 1 zeigen die beiden Modelle nochmals grafische auf und machen Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Klassifizierungsmodell der Schnelligkeitsfähigkei- ten nach Schnabel et al. (aus Schnabel/Harre/Krug/Borde, 2008, S. 169)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: die motorischen Schnelligkeitsleistungen aus praktischer Sicht nach Grosser et al. (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 90); dabei werden folgende Synonyme genannt: 1 Akti- onsschnelligkeit Bewegungsschnelligkeit, reaktive Schnelligkeit; 2 Bewegungsfrequenz, Schnellkoordination, Grundschnelligkeit; 3 Schnellkraft, Beschleunigungsfähigkeit; 4 Antrittsschnelligkeit, maximale zyklische Bewegungsschnelligkeit; 5 Schnellkraftausdauer; 6 Frequenzschnelligkeitsausdauer, Sprintschnelligkeitsausdauer, allg. anaerobe Kurzzeitausdauer, max./submax. Sprintkraftausdauer, Sprintausdauer, Stehvermögen

Dabei orientiert sich diese Arbeit im Folgenden an Grosser et al., der die in seinem Model genannten Schnelligkeitsformen wie folgt definiert:

„Reaktionsschnelligkeit ist die Fähigkeit, auf einen Reiz in kürzester Zeit zu reagieren“ (Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 89). Dabei wird in einfache Reaktionen wie beispielsweise einem Tiefstart unterschieden und in so genannte Auswahlreaktionen, wie beispielsweise beim Tischtennis, wo häufig zwischen Handlung A oder Handlung B entschieden werden muss. Die Reaktionszeit ist dabei die messbare Größe.

„Sequenzschnelligkeit ist die Fähigkeit, azyklische Bewegungen (=einmalige Bewegungen) mit höchster Geschwindigkeit gegen geringe Widerstände (z.B. Tischtennisschlag, Badmintonschlag, Fechtaktion) auszuführen. Ist bei schnellstmöglichen azyklischen Bewegungen ein erhöhter Krafteinsatz (über 30%) erforderlich, spricht man von Kraftschnelligkeit“ (Gros- ser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 89).

„Frequenzschnelligkeit ist die Fähigkeit, zyklische Bewegungen (= sich wiederholende gleiche Bewegungen) mit höchster Geschwindigkeit gegen geringe Widerstände (z.B. Tappings, Skippings, fliegende Sprints) auszuführen“ (Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 89).

„Kraftschnelligkeit und Sprintkraft sind die Fähigkeiten, Widerständen in einer festgelegten Zeit einen möglichst hohen Kraftstoß zu erteilen; es ist also die in kürzest möglicher Zeit aufgrund hoher Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskulatur wirkende Beschleunigungskraft. Der Begriff >>Kraftschnelligkeit<< gilt für azyklische Bewegungen, und der Begriff >>Sprintkraft<< für zyklische“ (Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 89).

Theoretische Betrachtung der Thematik | 19

Demnach ist nach jetziger Analyse der Schnelligkeitsfähigkeiten und der arbeitspezifischen Fragestellung der Begriff der Kraftschnelligkeit von weiterem Interesse. Aus diesem Grund soll die Kraftschnelligkeit im Folgenden weiter betrachtet werden, wobei die elementare Schnelligkeit und die komplexe Schnelligkeit mit ihren weiteren Unterformen, der Kraftschnelligkeitsausdauer, der Sprintkraft und der Sprintausdauer, nicht in diese weitere Betrachtung einfließen sollen.

4.2.2.1. Die Kraftschnelligkeit

Laut Grosser et al. handelt es sich bei azyklischen Bewegungen, die mit höchster Geschwindigkeit gegen geringe Widerstände ausgeführt werden und die einen Krafteinsatz von mindestens 30% erfordern um Bewegungsfähigkeiten, die der Kraftschnelligkeit zuzuordnen sind (vgl. dazu 4.2.2. unter Sequenzschnelligkeit). Damit unterscheidet er die Kraftschnelligkeit von der Schnelligkeitsleistung Se- quenzschnelligkeit, wenn ein Krafteinsatz von mindestens 30% nötig ist.

Schnabel et al. ordnet solche Bewegungen und Leistungen, bei denen die beanspruchten Muskeln mehr als etwa 30% ihrer maximal verfügbaren Kraft umsetzen, ebenfalls den Kraftleistungen zu. Weiterhin nimmt er an, dass Leistungen, die ein geringeres Anforderungspotential an den Muskel stellen, nicht von der Maximalkraft abhängig sind (vgl. dazu Schnabel/Harre/Krug, 2008, S. 158).

Schnabel et al. führt jedoch den Begriff der Schnellkraft an. So heißt es bei ihm un- ter der Definition Schnellkraft: „Fähigkeit des Sportlers bei willkürlicher Kontraktion die Muskelkraft schnell zu mobilisieren und das Kraftmaximum in optimal kurzer Zeit zu erreichen“ (Schnabel/Harre/Krug, 2008, S. 162). Dieser Begriff ist auch bei Grosser et al. in ähnlicher Weise zu finden und klar der Kraftfähigkeit zuzuordnen. Um weiteren Unklarheiten vorzubeugen, sei an dieser Stelle klar besagt, dass Kraftschnelligkeit und Schnellkraft dieselbe Bedeutung haben und als Synonym für einander fungieren (gemäß Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S.90, Untertext Abbildung 29). Dies bedingt aber auch, dass sich Kraftschnelligkeit - als Schnellig- keitsfähigkeit - und Schnellkraft - als Kraftfähigkeit - einander überlagern. Im wei-

teren Verlauf der Arbeit soll daher, wenn möglich, von dem Begriff der Kraftschnelligkeit Abstand genommen werden und stattdessen der Begriff der Schnellkraft genutzt werden. Als zwei wesentliche Komponenten der Schnellkraft nennt Schnabel die Start- und die Explosivkraft (vgl. dazu Schnabel/Harre/Krug, 2008, S. 161), welche unter 4.2.3.2. näher beleuchtet werden.

4.2.3. Theoretische Grundlagen der Kraftf ä higkeiten

Der Begriff der Kraft kann aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet werden. So wird er in der Physik als Produkt aus Masse mal Beschleunigung verstanden ( Ԧൌ݉ ή ܽԦ) und erlaubt das quantitative erfassen von Kräften. Der biologische Kraftbegriff als motorische Eigenschaft lautet nach Grosser et al.: „Kraft im Sport ist die Fähigkeit des Nerv-Muskelsystems, durch Innervations- und Stoffwechselpro- zesse mit Muskelkontraktionen Widerstände zu überwinden (konzentrische Arbeit), ihnen entgegenzuwirken (exzentrische Arbeit) bzw. sie zu halten (statische Arbeit)“ (Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 40). Die in dieser Definition vorhande- ne Differenzierung beschreibt die Muskellängenänderung, dies allerdings unsauber. So sei bereits hier auf Tabelle 2 verwiesen, welche die Ungenauigkeit innerhalb der Definition aufdeckt. So wird in Tabelle 2, analog zum Autorenduo Röthig & Prohl (2008, S. 316) differenziert und unterschieden in Muskelarbeitsweisen und in Kon- traktionsformen, wobei innerhalb der Kontraktionsformen nochmals zwischen Mus- kellängenänderung und Spannungsänderung unterschieden wird. Demnach kann ein Muskel statisch-, also eine Last haltend, oder auch positiv dynamisch-, also die Last überwindend, oder aber negativ dynamisch-, also der Last nachgebend, arbei- ten. Bezogen auf die Muskellängenänderung wird unterschieden in Kontraktionen, bei denen sich Muskelursprung und Muskelansatz nicht annähern - sogenannte isometrische Kontraktionen (Diskrepanz zur Definition nach Grosser et al., 2008, S. 40, der in der Definition also sowohl Bezug zur Muskelarbeitsweise, als auch zur Muskellängenänderung nimmt und somit für Verwirrung sorgt) -, Kontraktionen bei denen sich Muskelursprung und -Ansatz annähern und dadurch ein Widerstand überwunden wird - sogenannte konzentrische Arbeitsweise - und zuletzt Kontrak- tionen, bei denen sich Muskelursprung und -Ansatz voneinander entfernen - so- genannte exzentrische Arbeitsweise - und somit einem Widerstand nachgebend entgegengewirkt wird. Bezogen auf die Spannungsänderung lässt sich unterschei- den in auxotonische und isotonische Kontraktionen. Dabei sind auxotonische Kon- traktionen durch eine gleichzeitige Änderung der Muskellänge, als auch der Mus- kelspannung gekennzeichnet. Dem entgegen sind isotonische Kontraktion durch Annäherung von Muskelursprung und Muskelansatz bei gleichbleibender Muskel- spannung gekennzeichnet. Einen Sonderfall machen die isometrischen Kontrak- tionen aus, da sie, wie bereits beschrieben durch keine Längenänderung des Mus- kels gekennzeichnet sind, dabei aber die Spannung ändern können, und somit so- wohl in die Gruppe der muskellängenänderungsbeschreibenden-, als auch in die Gruppe der spannungsänderungsbeschreibenden Kontraktionen fallen. Dabei gel- ten die Muskelkräfte als innere Kräfte, die den äußeren Kräften wie der Schwer- kraft, dem eigenen Körpergewicht, Widerstandskräften (Reibung in Luft und Was- ser), Kräften des Gegners, elastischen Kräften von Sportgeräten (Expander, Gum- miband) und weiteren entgegenwirken müssen (vgl. dazu Gros- ser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 40). Die Abbildung 7 zeigt die verschiedenen Arbeitsweisen mit den zugehörigen Kontraktionsformen im Beispiel zur Veran- schaulichung nochmals auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Arbeitsweisen und Kontraktionsformen der Muskulatur (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 48) Anmerkung: * selten in Reinform, meist Mischformen; ** Statische Bedingen liegen vereinbarungsgemäß auch dann vor, wenn nur sehr langsame Bewegungen ausgeführt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Bewegungen mit dynamischer und statischer Arbeitsweise der Muskulatur (aus Grosser/Starischka/Zimmermann, 2008, S. 48)

Gem. Schnabel et al. ist die Fähigkeit Kraft dynamisch und statisch zu entwickeln vor allem von folgenden Faktoren abhängig (vgl. dazu Schnabel/Harre/Krug, 2008, S. 163):

Dem Muskelquerschnitt, d.h., pro Flächeneinheit Muskel kann nur eine be- stimmte Kraft erzeugt werden (die Angaben schwanken zwischen 4 und 10kp/cm). Demnach kann ein Muskel mit größerem Querschnitt mehr Kraft entwickeln.

Dem Muskelfaserspektrum, d.h., der Art der Muskelfaser. Man unterscheidet dabei grob in zwei Arten von Muskelfasern, wobei auch Mischformen vor- handen sind. Neben langsam zuckenden aber ermüdungsresistenten Slow- Twitch-Fasern (ST-Fasern, auch Typ I -Fasern) ist als zweiter Typ die schnellzuckende, aber auch schnell ermüdende Fast-Twitch-Faser (FT- Faser, auch Typ II -Faser) zu finden. Dabei ist die prozentuale Verteilung in- nerhalb verschiedener Muskeln unterschiedlich und in jedem Fall individuell und genetisch bestimmt. Auch erfordern verschieden Sportarten das Vorhan- densein bestimmter Fasertypen.

Die intramuskuläre Koordination, d.h., dass bei einer Muskelkontraktion elekt- rische Impulse vom ZNS über Nervenbahnen an die an den Muskeln sitzen- den motorischen Endplatten gesendet werden. Dabei lassen sich einige Stellschrauben ausmachen. So spielt die Frequenz, mit der Impulse auf die motorische Endplatte treffen eine erste Rolle. Weiterhin, wie viele Muskelfa- sern durch eine Endplatte innerviert und damit zur Kontraktion gebracht wer- den. Eine weitere Stellschraube besteht darin, wie synchron die motorischen Einheiten angesprochen werden. Denn prinzipiell werden diese alternierend aktiviert, bei maximalen Anforderungen dagegen ist eine synchrone Aktivie- rung sinnvoll.

Die intermuskuläre Koordination, d.h., das Zusammenspiel der Muskeln untereinander bei einer bestimmten Bewegung. Bei jeder Bewegung gibt es einen Muskel der sich kontrahiert (Agonist), und einen der sich entspannt (Antagonist). Dabei müssen, bezogen auf eine bestimmte Zielbewegung, sowohl alle auf diese Zielbewegung bezogenen Agonisten möglichst Zeitgleich kontrahieren (Timing) und die entsprechenden Antagonisten dem Bewegungsvollzug entsprechend entspannen.

Die volitive Steuerung und Motivation, d.h., dass sowohl eine entsprechend hohe Motivation beim Sportler vorhanden sein muss eine bestimmte Bewe- gung explosiv und unter hohem Krafteinsatz zu vollführen, und ebenso eine hohe Konzentration auf die bestimmte Bewegung von Nöten ist, um die Kraft den Phasen der Bewegung entsprechend optimal einzusetzen. Das sporttechnische Können, denn um das vorhandene Kraftpotential opti- mal nutzen zu können, ist eine entsprechende Technikbeherrschung wichtige Voraussetzung.

Der Energiebereitstellung, denn ohne Vorhandensein des für die Muskelkon- traktion nötigen „Treibstoffs“, dem Adenosintriphosphat (ATP), vermark der Muskel nicht zu kontrahieren. Dieses ATP muss aus verschiedenen Spei- cherreservoirs durch Umwandlung aus anderen Stoffen dem Muskel bereit- gestellt werden und anfallende Stoffwechselprodukte entsprechend weg- transportiert werden.

Die konstitutionellen Voraussetzgen, d.h., die körperlichen Gegebenheiten wie Körpergröße, Körpermasse, Körpermassenzusammensetzung und weiteren Faktoren bedingen die resultierende Kraft.

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Details

Seiten
300
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656099833
ISBN (Buch)
9783656099697
Dateigröße
39.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v185015
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,7
Schlagworte
Fußballvollspannstoß; Schusshärte Kraftfähigkeiten Torschuss Motion Capture Maximalkraft Explosivkraft empirische Analyse

Autor

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Titel: Empirische Studie zur Analyse des Zusammenhangs zwischen Kraftfähigkeit und Schussgeschwindigkeit beim Fußballvollspannstoß