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The Culturally Customized Website

Gründe für "Cultural Customization"

Seminararbeit 2006 29 Seiten

Dolmetschen / Übersetzen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Allgemeines
1) Was ist Customizing?
2) Der ROI des WWW
a) Was bedeutet ROI?
b) Vier Entwicklungsphasen nach Bryan Eisenberg
3) Konversionsrate
4) „Überzeugungskraft“ der Webseite und Kultur
5) Globale Marken - eine Ausnahme?

II. Was bedeutet Kultur?
1) Wahrnehmung
a) Wahrnehmung und Kultur
b) Wahrnehmung und Umwelt
c) Wahrnehmung und Sprache
d) Wahrnehmung und Farbe
e) Wahrnehmung und Webseiten
2) Symbolik
a) Symbolik und Kultur
b) Symbolik: Bedeutung für Webseiten
3) Verhalten

III. Schlussfolgerung

IV. Literaturverzeichnis

V. Abbildungsverzeichnis

I. Allgemeines

1) Was ist Customizing ?

„Customizing“ wird aus dem Englischen (to customize = anpassen) abgeleitet und als „kundenspezifische Anpassung einer Standardsoftware an die Bedürfnisse einer Kundenorganisation“1 definiert. Das Customizing erfolgt durch , (Programmänderungen (Individualprogrammierung) oder durch das Setzen von Parametern [...], die Umfang und Aussehen (Konfigurierung) [...] oder das Verhalten und die Ergebnisse (Parametrisierung) einer Standardsoftware beeinflussen“2. Es gibt zwar für den Begriff Customizing ein deutsches Äquivalent, nämlich „Customizierung“, aber er ist bei weitem nicht so häufig anzu treffen.3

2) Der ROI des WWW

a) Was bedeutet ROI?

,f)er ROI drückt aus, was aus dem Investment, also dem betriebsnotwendigen Vermögen, und dem damit gebundenen Kapital „zurückkehren“ soll. Der ROI ermöglicht es somit, die Rendite des investierten Kapitals und dessen Rückflussdauer zu bestimmen,“4

b) Vier Entwicklungsphasen nach Bryan Eisenberg

Laut Bryan Eisenberg hat sich das WWW in 4 „Phasen" entwickelt:

- die „technology phase", in der vor allem die Technologie im Vordergrund stand. Aus dieser Zeit stammt z.B. Gopher und das elektronische schwarze Brett (BBS). Gopher ist ein Netzwerk-Protokoll und Vorläufer des WWW. Es wurde entwickelt, um verschiedenste Dokumente einer Vielzahl an Benutzern zugänglich zu machen. Der Gopher-Server stellt dabei im Internet eine große Zahl an Dokumenten bereit.5 Gopher hat sich jedoch nie wirklich durchgesetzt, da das WWW mehr Funktionen als Gopher (z.B. zur Ausgestaltung der Seiten) besitzt. Gopher-Server existieren heute noch. So beginnt die Adresse (URL) mit „Gopher:“ anstatt mit „http:“. 6 „BBS“ ist die Abkürzung für „Bulletin Board System“. Dabei handelt es sich um einen Rechner, der über ein oder mehrere Modems erreicht wird. Er besteht aus Mailboxen (Postfächern) der Benutzer und den Bulletin Boards (schwarzen Brettern).7 Auf kommerziellen BBS findet man meist Treiber und Updates.
- die „design phase“, in der besonderes Augenmerk auf das Design der Website gelegt wurde, d.h. die Website musste besonders schön gestaltet sein und den Besuchern gefallen.
- die „marketing phase ", in der vor allem die Marketing-Funktion im Vordergrund stand. In dieser Zeit wurden keine Kosten für Marketingzwecke gescheut. Die Erzielung von Einnahmen und Gewinn spielte eine untergeordnete Rolle.
- die „business phase“, in der die Wirtschaftlichkeit vordergründig ist. Es wird auf den „Web ROI“, den „return on web investment“ geachtet.8

3) Konversionsrate

Für die Ermittlung des Web ROI ist die „Konversionsrate“ von Bedeutung, welche als ,.prozentuale[s] Verhältnis zwischen Klicks auf einen Link und den danach getätigten Käufen [beschrieben wird]. Anhand der Konversionsrate wird also gemessen, wie viele Interessenten (Klicker) zu Käufern "konvertieren".“9 Anhand der Konversionsrate soll die Effektivität und Qualität einer Webseite gemessen werden, indem das „Verhältnis zwischen Besuchern der Website und gewünschter Aktion (Anforderung von Infomaterial, Kauf etc.)“10 erörtert wird. Anhand der Konversion, die über die Qualität der Inhalte der Webseite gesteuert wird, können mehr Kunden konvertiert und erhöhte Kundenbindung erreicht werden."11 Zudem kann ihr Kaufverhalten beeinflusst und Kundenvertrauen gestärkt werden.

4) „ Überzeugungskraft“ der Webseite und Kultur

Weltweit tätige Unternehmen müssen mit ihrer Webseite Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen ansprechen und sie dazu bringen, in der intendierten Art und WeiseW handeln, d.h. sie bestenfalls zum Kauf eines ihrer Produkte anregen. Die Überzeugungskraft der Webseite steht im Zusammenhang mit der Kultur, denn diese wirkt sich wiederum darauf aus, wie der Einzelne Informationen wahmimmt, verarbeitet und interpretiert. Kunden entschlüsseln ihre Umwelt anhand eines „mentalen Programms“, bei dem Informationen verarbeitet, geordnet und interpretiert werden.

Nach Ansicht von Hofstede ist Kultur „software of the mind“, „die Software des Geistes", „die mentale Programmierung, die jedes Mitglied einer gegebenen Gemeinschaft, Organisation oder Gruppe erlebt und entsprechend derer es voraussichtlich folgerichtig handeln wird.“12

Laut Hall (1979) hat die Kultur so starken Einfluss auf die Menschen, dass deren Agieren und Interagieren vom kulturellen Kontext wesentlich geprägt sind/ Viele Studien haben die Auswirkungen der Kultur auf das Kaufverhalten und die Beeinflussung der Verbrauchermotivation gezeigt.

Was Farbvorlteben, Selbstwahmehmung, Umweltbedingtheit, geschlechterspezifische Rollenverteilung und Werbeinhalt anbelangt, wurden ebenfalls interkulturelle Unterschiede festgestellt. Zudem wurde anhand neuer Studien aufgezeigt, dass sich weltweit nicht nur das Kaufverhalten der Intemetuser, sondern auch die Vorstellungen und Wahrnehmungen unterscheiden.

Laut Singh, Furrer und Massimilaino (2004) wurde das WWW zu einem interaktiven Kommunikationsmedium, welches als „cultural documentals Kulturträger“ dient.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten13

Der Kunde muss den Besuch auf der Webseite als Erlebnis empfinden. Daher muss alles reibungslos vonstatten gehen. Der Begriff ,filow State“ wurde vom US-Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi geprägt und bedeutet, dass „Menschen Vergnügen [empfinden], wenn ihr Können und die an sie gerichteten Anforderungen perfekt aufeinander abgestimmt sind und sie somit im eigentlichen Wortsinn in ihrer Aufgabe auf gehen.“'' Dies ist dann der Fall, wenn sich das Können des Intemetusers und die Anforderungen durch das neue Kommunikationsmedium die Waage halten. Empfindet der Intemetuser den Besuch als Erlebnis und stößt er auf keinerlei Probleme, so weckt dies in ihm eine Art „Spieltrieb“. Diese interaktive Erfahrung wird dann als angenehm und unterhaltsam wahrgenommen. Werden die User jedoch mit einer anderen Sprache (oder zweiten Sprache) konfrontiert, lösen die14 fremden Zeichen und Symbole und der nicht-lokale, d.h. der nicht mit der Kultur übereinstimmende bzw. mit ihr unvereinbare Inhalt des WWW beim User Stress aus. ln der Folge beherrscht der User die Interaktion nicht mehr und fmdet sich nicht mehr zurecht.15 Simon stellt fest, dass Menschen aus westlichen Ländern Navigationshilfen bevorzugen, die das Browsen erleichtern, während Asiaten und Lateinamerikaner Tools bevorzugen, anhand derer das Design der Webseite und die Animationen verändert werden können. Laut Luna, Paracchio und de Juan wird bei Webinhalten, die mit der Kultur vereinbar sind, die Wahmehmungsleistung und die Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit verbessert, da ein Umfeld gezeigt wird, in dem Anforderungen besser verständlich sind, was zu leichter handhabbarer Navigation und einer positiveren Einstellung zur Webseite fuhrt. Der Grund hierfür liegt darin, dass Menschen Informationen, die nicht mit der eigenen Kultur im Widerspruch stehen, leichter auswählen, filtern und interpretieren und diese dann mit Hilfe kultureller Schemata im Gedächtnis speichern, indem sie Kategorien zugeordnet werden, welche im Einklang mit der Kultur stehen. Für Schemata werden auch Begriffe wie „Skripte“, „Modelle“, „Muster“, „Szenarios“, „Kontext-Module“ oder „Prototypen“ verwendet.16 Schemata können mit „Schubladen“ verglichen werden, auf denen bestimmte Schilder mit der jeweiligen Bezeichnung der Dinge stehen, die in diese Schublade einzuordnen sind. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich die „Schemata“ im Vergleich zu den „Schubladen“ entwickeln, anpassen, verändern und untereinander kommunizieren.17 „Schemata“ sind komplexe kulturbedingte Systeme. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens Schemata, mit denen er seine Beziehungen zur natürlichen und sozio-kulturellen Außenwelt gestaltet.18 Sowohl die Anpassung an die Umgebung als auch die Art und Weise, wie man gelernt hat, die Dinge zu sehen, wirkt sich auf die Ausformung kultureller Schemata aus. Bei Webusem ist dies nicht anders, denn es ist die Tendenz feststellbar, dass Webuser aus verschiedenen Ländern bestimmte Merkmale einer Webseite, wie z.B. Navigation, Sicherheit, Produktinformation, Kundenservice, Einkaufstools etc. bevorzugen. In einer Welt, in der die User nur einen Klick von der Webseite des Mitbewerbers entfernt sind und die Anzahl an Konkurrenten immer mehr wächst, müssen die Unternehmen alle Möglichkeiten ergreifen, um die Konversionsrate, das Kunden vertrauen, die Loyalität und den ROI langfristig zu erhöhen. Deshalb hätte es verheerende Auswirkungen, wenn man übersieht, dass die „Kultur“ oft dafür ausschlaggebend ist, warum der Kunde ein Produkt einem anderen vorzieht.

5) Globale Marken - eine Ausnahme?

Einige Manager denken, dass der Einfluss globaler Marken sogar kulturelle Unterschiede zwischen Kunden auf der ganzen Welt zu überwinden vermag. Sie sind nämlich der Meinung, dass Webseiten globaler Marken nicht an Kundenwünsche aus spezifischen Ländern angepasst werden müssen. Sie meinen, dass der Marktwert so hoch ist, dass eine Standardwebseite für alle Kunden weltweit genügt. Manche Manager denken, dass sie die Webseite nicht „Customizieren“ dürfen, da diese Anpassung zu einer Abweichung vom Standard führt, wodurch die Markenidentität verloren ginge, was sich nachteilig auf die Marke aus wirken könnte.

Nachforschungen haben ergeben, dass dies - was Webseiten anbelangt - keine sehr vernünftige Geschäftspolitik ist. Die Ergebnisse der Studien weisen eher darauf hin, dass Kunden weniger überfordert sind und sich wohler fühlen, wenn die Webseite wenigstens in geringem Maße angepasst wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

About Us Our Responsibilities Behind Our Label HcffiÎCMe » ??/ Stogi ? tumtfnnal francese

[Abb. 1 : Marks and Spencer]

[...]

Details

Seiten
29
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656099499
ISBN (Buch)
9783656099307
Dateigröße
4.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v185005
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Translationswissenschaften
Note
sehr gut
Schlagworte
Customizing; ROI; WWW; Bryan Eisenberg; Konversionsrate; Überzeugungskraft; Webseite; globale Marken; Kultur; Wahrnehmung; Umwelt; Sprache; Farbe; Symbolik; Verhalten; Cultural Customization; Lokalisation; neue Medien; Translation; Übersetzen; Übersetzung; Übersetzungswissenschaft

Autor

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