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Erfahrungen mit einem bankenfreiheitlichen System: das Beispiel Schottland

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 15 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 GELD- UND WÄHRUNGSORDNUNGEN
1.1.1 NATIONALE GELDORDNUNGEN
1.1.2 INTERNATIONALE WÄHRUNGSORDNUNG
1.2 FORMEN DER WETTBEWERBLICHEN GELDORDNUNG
1.2.1 WÄHRUNGSKONKURRENZ
1.2.2 BANKENFREIHEIT

2 DAS BEISPIEL SCHOTTLAND
2.1 ENTWICKLUNG DES BANKENFREIHEITLICHEN SYSTEMS IN SCHOTTLAND
2.2 FUNKTIONSWEISE

3 ANALYSE DES SCHOTTISCHEN SYSTEMS
3.1 EFFEKTIVITÄT DES SYSTEMS
3.2 VERGLEICH ZWISCHEN SCHOTTLAND UND DEN USA

4 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG

5 LITERATURVERZEICHNIS

Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In nahezu keinem anderen Bereich der marktwirtschaftlichen Ordnung wird dem Staat auch heute noch so selbstverständlich eine vergleichbar umfassende Regulierungsbefugnis zuerkannt wie in Fragen der Geld- und Währungsordnung[1]. Die Zentralnotenbanken sind monopolistische Anbieter der gesetzlich zugelassenen Zahlungsmittel, deren Menge diesen Institutionen ebenfalls kontrollieren. Zusätzlich existiert ein System von Geschäftsbanken, die durch Erwerb von Aktiva, z.B. Kredite, das sog. Geschäftsbankengeld schaffen, wobei dieses System der staatlichen Regulierung unterliegt.

Doch dies war nicht immer der Fall und bis Mitte der siebziger Jahre dieses Jahrhunderts wurde die beschriebene Ordnung nicht ernsthaft hinterfragt, da man überzeugt war, dass das Prinzip der freien Konkurrenz im Falle des Geldangebotes versagen würde und lediglich ein staatliches Monopol auf das Angebot die Stabilität der Geldmenge sichert. Das es aber auch anders geht ist Hintergrund dieser Seminararbeit.

Der erste Teilabschnitt befasst sich mit den Grundlagen eines bankenfreiheitlichen Systems. Es wird herausgearbeitet, was dieses System beinhaltet und worin die wesentlichen Unterschiede zu der heutigen staatlich regulierten Politik liegen. Im zweiten Abschnitt wird dann das wohl bekannteste bankenfreiheitliche System eines Landes vorgestellt, das System Schottlands. Hierbei wird zunächst die Entwicklung des Systems vorgestellt, um anschließend näher auf die Funktionsweise eingehen zu können. Der Abschnitt drei befasst sich dann mit einer Analyse dieses Systems, seiner Effektivität und warum es schließlich doch durch staatliche Regulierung beendet wurde. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der einzelnen Teile und die Schlussfolgerung.

1.1 Geld- und W ä hrungsordnungen

In diesem Abschnitt wird zunächst geklärt, welche verschiedenen Formen der Geld- und Währungsordnung es gibt, um zu verstehen, welche Wahlmöglichkeiten ein Staat bei der Bildung seiner Ordnung hat. Dabei ist aber zu berücksichtigen, das sicherlich nicht alle Aspekte der Geld- und Währungsordnung im Detail berücksichtigt werden können, da diese nicht der eigentliche Gegenstand der Untersuchung sind. Es soll lediglich als Übersicht der verschiedenen Gestaltungsformen dienen, da es sich bei der Geld- und Währungsordnung eines Landes um einen wichtigen Teil seiner Wirtschaftsordnung handelt.

1.1.1 Nationale Geldordnungen

Geldordnungen regeln die Versorgung eines Landes mit inländischem Geld. Im weiteren Sinn sind damit die staatliche Gestaltung und die Rahmenbedingungen für den Zahlungsverkehr gemeint.

Im nationalen Sinn sind damit konkret, die für den Zahlungsverkehr innerhalb eines Landes geltenden formellen Rechtsregeln, informellen Konventionen und herrschende Gebräuche gemeint.

Im Allgemeine sind zwei verschiedene Geldordnungen denkbar. Die wettbewerbliche Geldordnung, mit ihren Gestaltungsformen der Bankenfreiheit und Währungskonkurrenz auf der einen Seite und die zentralverwaltungswirtschaftliche Geldordnung mit ihrem Zentralbanksystem auf der anderen Seite.

Die wettbewerbliche Geldordnung wird in einem der nächsten Abschnitte noch näher erläutert, da sie für den Fortgang der Arbeit die größere Rolle spielt. Das Zentralbanksystem ist mittlerweile das am häufigsten anzutreffende System in den Ländern dieser Welt. Auch hier gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen, die hier aber lediglich der Vollständigkeithalber aufgeführt werden, aber nicht bis ins Detail erklärt werden können, da dies zu umfangreich wäre.

In zentralverwaltungswirtschaftlichen Geldordnungen gibt es eine nationale Einheitswährung, die vom Staat vorgegeben wird. Die konkrete Geldform gibt es in drei Varianten.

Die erste Form ist die staatliche Einheitsbank, bei der sämtliche Bankgeschäfte konzentriert sind, insbesondere Münz- und Notenemissionen[2].

Zweitens, das 100% Geld-System. Hier ist zum Münz und Notenausgabemonopol noch eine gesetzliche Mindestreserve von 100% gegenüber Geld darstellenden Einlagen bei den Geschäftsbanken hinzu zu rechnen, d.h. das die Zentralbank nur noch das Basisgeld[3] emittiert, die Geschäftsbanken hingegen auch das sog. Buchgeld[4] anbieten, für das sie ein 100% Reserve in Form von Basisgeld halten müssen[5].

Das Bruchteilreserve-System als dritte Variante. Die Mindestreservepflicht der Geschäftsbanken für Geld darstellende Einlagen beträgt hier weniger als 100% und die Gesamtgeldmenge kann damit jetzt ein vielfaches der von der Zentralbank angebotenen Basisgeldmenge betragen. Dieses System findet sich in fast allen Industrieländern[6].

1.1.2 Internationale Währungsordnung

Auch hier gibt es wieder zwei Formen der Ausgestaltung: eine zentralverwaltungswirtschaftliche Regelung und eine Marktwirtschaftliche.

Bei der zentralverwaltungswirtschaftlichen Währungsordnung, die auch Devisenzwangwirtschaft genannt wird, sind Wechselkurse staatlich fixiert und es existiert ein staatliches Devisenhandelsmonopol. Dies beinhaltet, das inländische Devisenbesitzer gezwungen sind diese Noten aufgrund einer Ablieferungspflicht einzutauschen, bzw. diese nur durch den Staat zugeteilt bekommen.

Dem gegenüber steht die marktwirtschaftliche Währungsordnung, mit Ihrem Hauptkennzeichen der freien Austauschbarkeit der Inlandswährung gegenüber ausländischen Währungen. Dies bedeutet, das der Kauf, Verkauf und Besitz von Devisen keiner staatlichen Regulierung unterliegt[7]. Lediglich die Art der Wechselkursbildung kann unterschiedlich sein, wird an dieser Stelle jedoch nicht weiter betrachtet, da es für den Fortgang der Arbeit nicht relevant ist.

1.2 Formen der wettbewerblichen Geldordnung

Im folgenden Abschnitt werden kurz die beiden unterschiedlichen Formen der wettbewerblichen Geldordnung besprochen. Diese sind zum Einen die Währungskonkurrenz und zum Anderen die Bankenfreiheit. Hierbei sei angemerkt, dass das Konzept der Währungskonkurrenz lediglich ein theoretischer Ansatz ist, wohin gegen Bankenfreiheit schon praktiziert worden ist und daher auch für den weiteren Verlauf der Arbeit die größere Bedeutung hat.

1.2.1 Währungskonkurrenz

Währungskonkurrenz als Form der wettbewerblichen Geldordnung geht auf die Reformvorschläge von Friedrich August von Hayek Mitte der siebziger Jahre zurück. Bereits in „Choice of Currency“ (Hayek, 1976) forderte er die Abschaffung aller staatlichen Regulierungen, die den freien Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen nationalen Währungen behindern[8]. Später ging dieser sogar noch einen Schritt weiter und forderte die Aufhebung des staatlich Geldangebotmonopols. Erst durch diese

Reformvorschläge wurde die Diskussion um eine stärker wettbewerbliche Geldordnung neu belebt.

Zusammengefasst lässt sich folgende von Prof. Neldener in seinem Aufsatz zur Bankenfreiheit angeführte Definition ableiten. „Von Währungskonkurrenz wird gesprochen, wenn es im Rahmen der allgemein geltenden rechtlichen Vorschriften jedermann freisteht, im Inland ein Bankgeschäft zu eröffnen und sich je nach Belieben als Emittent von Münzen, Banknoten oder Bankeinlagen in einer eigens geschaffenen Geldeinheit zu betätigen“[9].

1.2.2 Bankenfreiheit

Bankenfreiheit ist die zweite Form der wettbewerblichen Geldordnung. Diese könnte wie folgt definiert sein:

„Bankenfreiheit liegt vor, wenn sich unter sonst gleichen Bedingungen die Freiheit zur Geldemission auf die Ausgabe jederzeit in eine andere Geldart einlöslicher Banknoten und Bankeinlagen beschränkt. Bei dieser „anderen“ Geldart kann es sich um staatlich geprägte Edelmetallmünzen oder um uneinlösliches Staatspapiergeld handeln“[10].

Unter „sonst gleichen Bedingungen“ meint hier, das auch die allgemein geltenden rechtlichen Vorschriften an zusetzten sind, die auch für die Währungskonkurrenz gelten. Die Diskussion über diese Form der Geldordnung und ihre Vor- und Nachteile beginnt bereits im 19 Jahrhundert. Doch erst mit den Reformvorschlägen von Hayek im Jahr 1976 wächst das Interesse, diese Geldordnung näher zu untersuchen.

[...]


[1] Vgl. Florian Seiche; „Währungskonkurrenz und Notenbankfreiheit“; Tectum Verlag, Marburg 1997, Seite 3

[2] vgl. Geld und Währungsordnung, Seite 6

[3] Basisgeld: Münzen, Noten und Zentralbankeinlagen die von der Zentralbank emittiert werden.

[4] Buchgeld:

[5] vgl. Geld und Währungsordnung, Seite 6

[6] vgl. Geld und Währungsordnung, Seite 6

[7] vgl. Geld und Währungsordnung, Seite 9

[8] vgl. Florian Seiche, Seite 4

[9] vgl. Prof. Neldener; Bankenfreiheit

[10] vgl. Prof. Neldener; Bankenfreiheit

Details

Seiten
15
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638228190
ISBN (Buch)
9783656208808
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v18483
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2.0
Schlagworte
Erfahrungen System Beispiel Schottland Seminar

Autor

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