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Theologische und mathematische Prämissen im Rahmen einer Wittgenstein-Lektüre

Seminararbeit 2011 21 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

„Warum die theologische Prämisse bemühen, dass Gott sich offenbart hat? Zunächst ist festzuhalten, dass diese Voraussetzung (dass Gott sich offenbart hat) nicht das Resultat der Argumentation sein wird. Der Vorwurf an Theologen, sie würden mit Prämissen arbeiten, die am Ende auch das Ergebnis ihrer Argumentation darstellen, ist vorweg zu entkräften. Dass Gott sich offenbart hat, wird nie beweisbares (weder empirisch noch argumentativ) Resultat sein können. Theologen werden erklären können, warum es sinnvoll sein kann, die Prämisse der Offenbarung Gottes anzunehmen, aber auch dann wird sie Prämisse und nicht Ergebnis der Argumentation sein.“ RE (DA Wien 2008)

Theologische und mathematische Prämissen

„... es ist nur eine Entscheidung zu einem praktischen Zweck.“[1]

Warum rechnet jemand? Das heißt, warum wendet jemand mathematische Regeln an? Mit Wittgenstein könnte man antworten, jemand rechnet, weil sich Rechnen (dh die Anwendung der mathematischen Sätze) als sinnvoll erwiesen hat und er erfolgreich auf die Technik dieser Anwendung hin getrimmt worden ist[2].

Fragt sich nun dieser jemand, der rechnet, ob die Regeln, die er anwendet, wahr (im Sinne von widerspruchsfrei) sind? Anfangs wohl kaum. Ich denke an meine Nichte in der ersten Klasse Volksschule und weiß, sie fragt sich nicht, ob die Regeln für Addition und Subtraktion wahr sind oder nicht, sie wendet sie einfach an. Sie akzeptiert die Prämissen und die Regeln, die daraus abgeleitet werden. Sie akzeptiert sie ohne Beweis und ohne Begründung.

Später fragt sie sich vielleicht, ob die Grundlagen, die Prämissen, auf denen die Regeln beruhen, die sie anwendet, wahr sind und fragt nach empirischen Beweisen oder logischen Begründungen. Und dann könnte ich ihr mit Wittgenstein antworten: Frag nicht nach den Grundlagen, das verwirrt dich nur.[3] Frag lieber danach, wie du Regeln und Begriffe verwendest. Selbst wenn es einen Gegenbeweis gäbe, der dir Widersprüchlichkeit deiner Prämissen aufzeigen würde, bleib bei deinen Regeln, wenn sie sich als nützlich erwiesen haben. Oder ich gebe ihr mit Wittgenstein zu bedenken, dass es den „Beweis“ für die Mathematik gar nicht gibt, da auch in der Mathematik Beweise nichts weiter sind als übersichtliche, einprägsame Beispiele der Anwendung[4] ; dass sie zwar Erfahrungssätze wie „gestern hat es geregnet“ empirisch überprüfen/beweisen oder widerlegen kann, wie sie auch Vorhersagen durch Beobachtungen und mit Wahrscheinlichkeiten überprüfen kann; dass sich grammatische Sätze (wie z.B. 2+2=4) aber nicht empirisch beweisen oder überprüfen lassen und es sich dabei auch nicht um eine Vorhersage handelt, sondern um eine Regel, auf die man sich geeinigt hat, für die man sich entschieden hat, weil es eine nützliche Technik erlaubt. Und da jeder bald einsehen wird, wie groß der Nutzen dieser Technik ist, wird uns deren Anwendung lehren, dass ein Zweifel an den Prämissen sinnlos ist[5]. Die Mathematik erlaubt uns, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, aber in der Mathematik selber, gibt es keine Wahrscheinlichkeiten.

Nach der Wahrscheinlichkeit einer mathematischen Regeln wie 2+2="4" zu fragen, ist ähnlich absurd, wie die Wahrscheinlichkeit einer religiösen Prämissen berechnen zu wollen (zumindest wenn diese Wahrscheinlichkeitsrechnung beansprucht, für den Glauben irgendwie relevant zu sein.)

Warum glaubt nun aber jemand eine religiöse Prämisse wie z.B., dass Gott sich offenbart hat?

Und wie oder worauf wendet er sie an? Festzuhalten wäre zunächst, dass sich auch theologische Sätze nur verstehen lassen, wenn deutlich wird, worauf sie antworten. Dh, will man verstanden werden, reicht es nicht, zu sagen, was man glaubt, man muss erklären, worauf man mit diesem Glauben antwortet, warum man es glaubt. (Soll heißen, mit Wittgenstein wäre zu betonen: Sag lieber, wie du es weißt!! „Statt ‚ich weiß, dass dort meine Hand ist’ könnte man also sagen, ‚Dort ist meine Hand’ und hinzufügen, wie man es weiß.“[6] Statt nur zu sagen, ich glaube an Gott oder ich glaube, dass es Gott gibt, kann ich sagen, es gibt Gott und hinzufügen, wie ich zu dieser Prämisse komme und warum sie sich für mich als sinnvoll erwiesen hat. Damit der andere meine Prämisse dann versteht, ist es nicht notwendig, dass er selber auch die Prämisse akzeptiert; („Glaube ist nicht Voraussetzung, um diese Sätze zu verstehen, aber die Kenntnis der Fragestellung ist notwendig, wenn man diese Sätze nicht nur betend, sondern intellektuell nachvollziehen will.“) dh, es ist aber notwendig, dass ich ihm nicht nur meine Prämisse mitteile, sondern eben auch, wie ich zu ihr, zu dieser Entscheidung komme. Und dabei (wenn ich erzähle, wie ich dazu komme, wie ich in die Entscheidung hineinfinde) werde ich nicht von Beweisen oder Begründungen reden, sondern von Anwendungen und Konsequenzen! Ich werde keine empirischen Beweise und keine logischen Schlüsse bemühen, sondern ein Zeugnis geben.

Und dass gilt auch für die Mathematik. Wenn ich meine Nichte überzeugen will, warum ich weiß, dass 2+2="4" gilt und wahr ist, werde ich keine logische Notwendigkeit dafür finden, ihr vielleicht empirisch, bildhaft mit Äpfel und Birnen die Regel anschaulich machen (dh „beweisen“, ohne die Regel damit tatsächlich zu bewiesen zu haben.)

Am Beispiel des Satzes (der sich als Prämisse erweisen wird), es gibt eine Welt außerhalb, kann die Schwierigkeit deutlich werden, Sätze (Prämissen) dieser Art zu beweisen oder zu begründen. Es gibt keine logische Ableitung, welche zu diesem Satz mit Notwendigkeit hinführen würde und es gibt auch keinen empirischen Beweis, der ihn legitimieren würde. Dennoch halten wir an diesem Satz fest und erheben ihn zur Prämisse. (Ähnlich wie religiöser Glaube die Prämisse Gott nicht aufgeben will. Bleibt die Frage, wie wir in diese Prämissen hineinfinden.[7] Mit Wittgenstein vermutlich allein mit dem „Argument“ der Anwendung und ihrer Sinnhaftigkeit: an einem solchen Satz zu zweifeln wäre (in einem bestimmten Sprachspiel) sinnlos, also ernennen wir ihn zu einer Prämisse.[8] )

Das heißt nun aber nicht, dass wir diese Prämisse glauben, weil wir sie beweisen oder begründen könnten (denn das können wir ja gerade nicht), sondern wir glauben daran, dass der Satz zu einer Prämisse ernannt/erhoben worden ist, dh. als Prämisse so und so lautet.[9] Glaube bedeutet hier also nicht mehr vermuten, sondern anwenden. „Wenn du sagst: >ich glaube, dass das Rochieren so und so geschieht <, so glaubst du nicht die Schachregel, sondern du glaubst etwa, dass so eine Regel des Schachs lautet.“[10] Es ist also möglich Sätze als Prämissen zu benennen (zu behaupten, festzulegen und daran zu glauben, danach zu handeln, dass sie als solche Prämissen gelten.) Würden wir abstreiten, dass Sätze als Prämissen aufgestellt werden können, (mit dem Argument – weil sie sich jeder Begründung und empirischer Beweise entziehen), würden wir uns mit jenem Skeptizismus einverstanden erklären, der eben Prämissen dieser Art ablehnt, dh bezweifelt.

An dieser Stelle wären radikaler und lokaler Skeptizismus von einander unterscheiden, insofern der radikale erkennt, dass alle Prämissen letztlich auf Glauben beruhen und sich keine Letztbegründungen finden lassen, während der lokale betont, dass es Prämissen gibt, die zwar nicht zu begründen, aber (der Sinnhaftigkeit wegen) notwendig sind und andere Prämissen (z.B. Gott existiert, dh die Unbegründetheit religiösen Glaubens), die weder begründet noch sinnvoll notwendig seien. Weiters könnte man argumentiert, dass der lokale Skeptizismus nicht haltbar sei, weil er nicht berücksichtige, dass sich alle Glaubensformen in gleicher Weise bezweifeln lassen, bzw. eben gerade nicht bezweifelt, sondern als Prämissen angenommen werden (da nicht begründet oder bewiesen werden können).[11] Demnach wäre es eben sinnvoll, dass es (in der Religion wie in der Mathematik) Prämissen gibt, die vom Zweifel ausgeschlossen sind.

Der Unterschied ist allerdings, dass mein Zeugnis (von diesen unanzweifelbaren Prämissen) in der Mathematik ein Zeugnis ist, dass einen Inhalt hat und dieser im Vordergrund steht, während mein religiöses Zeugnis unter Umständen keinen Inhalt mehr hat und ich als Zeuge selber der Inhalt, das Zeugnis bin (sein kann).

2008 habe ich noch formuliert: „Theologische Sätze sind keine mathematischen Sätze, die am Ende das fertig Gedachte darstellen oder beweisen.“ Heute nach meiner Wittgensteinlektüre würde ich diesen Satz so nicht mehr schreiben, oder zumindest noch anders erläutern. Denn auch die mathematischen „Beweise“ beweisen die mathematischen Regeln nicht, sondern stellen lediglich ein gutes, überschaubares, verständliches Beispiel der Anwendung dar; und das fertig Gedachte ist nicht wahr, weil es tatsächlich zu Ende gedacht ist, sondern weil man sich bis auf weiteres darauf geeinigt und dafür entschieden hat.

Daran, dass theologische Sätze keine grammatischen Sätze sind, würde ich aber festhalten. Denn Theologie, die sich nur als „tote“ Grammatik versteht und nur den (immer gleichen oder gerade geltenden) Gebrauch von Worten lehrt, ist in meinen Augen eine hoffnungslose Theologie. Hat die Theologie damit ihre Aufgabe schon erfüllt, wenn sie lediglich als Grammatik funktioniert, welche die Prämissen erklärt und deren Konsequenzen erläutert? Ich glaube nicht. Das macht sie auch, aber wenn sie sich darauf reduzieren lässt, hat sie ihren vielleicht größten Anspruch aufgegeben, nämlich politisch zu sein.

Mathematische Sätze sind Regeln, die angewendet werden, deren Wege schon gegangen sind, sich als nützlich erwiesen haben und sich in „Beweisen“ übersichtlich darstellen und zusammenfassen lassen. Dagegen sind theologische Sätze im besten Fall Sätze, die einer Anwendung vorausgehen, die eine Anwendung möglich machen, die bis jetzt noch nicht möglich scheint. (Im besten Fall sind theologische Sätze befreiend. Im besten Fall ermöglichen sie Seinsgewinn, nicht Erkenntnisgewinn. Sie regeln nicht die Anwendung. Sie schaffen den Raum für eine neue mögliche Anwendung. Sie fassen keine tote Grammatik zusammen, welche die Anwendung von Glaubenssätzen (theologischen, religiösen Prämissen, Dogmen) lehrt. Sie sind nicht in erster Linie regelhaft und dogmatisch, sondern gleichnishaft und schaffen so immer wieder neue Grammatiken, welche die Anwendung von Prämissen (wie z.B. dass Gott sich offenbart hat) je neu durchbuchstabieren. Die Entscheidung für den Glauben an einen Gott, der sich offenbart hat, kann und wird je neue Konsequenzen haben.

„Theologische Sätze sind Wegweise auf einem Denkweg (...), der noch nicht da ist, sondern erst gegangen werden muss.“[12] Die Entscheidung, die Prämissen und Regeln der Mathematik zu akzeptieren und anzuwenden, hat die je gleichen nützlichen Konsequenzen (unabhängig davon, ob nun alle Regeln widerspruchsfrei zu denken sind und diese Widerspruchsfreiheit sich aus dem System selber begründen lässt oder nicht.)

Deshalb ist es auch jedem Kind schnell klar, inwiefern es Sinn hat, mathematischen Regeln zu folgen, während es vielen nicht (mehr) klar ist, welchen Sinn die Anwendung religiöser Prämissen nun eigentlich haben kann.

Literaturangaben

Primärliteratur

Wittgenstein, Ludwig:

Tractatus logico-philosophicus. Logisch-philosophische Abhandlung. Frankfurt/M. 2003 (erste Auflage 1963) (= TLP)

Philosophische Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik. (= BGM) Hg. von Anscombe, Gertrude E. M.; Rhees, Rush; Wright, Georg H. von. Frankfurt/M. 2009.

Über Gewissheit. (= ÜG) auf: http://a-kleber.narod.ru/lw/lw-gewissheit.pdf (Juni 2011)

Vorlesung über den religiösen Glauben auf: http://alltagundphilosophie.com/wp-content/uploads/2010/10/Wittgenstein.pdf (Juni 2011)

Sekundärliteratur

Arnswald U und Anja Weiberg (Hg.): Der Denker als Seiltänzer. Ludwig Wittgenstein über Religion, Mystik und Ethik. Berlin 2001.

Arrington Addis (Hg.) Wittgenstein and Philosophy of Religion. New York 2001.

Enderlin, Renate: Eberhard Jüngels Analogie des Advents. DA Wien 2008.

Gibson, John und Wolfgang Huemer (Hg.): Wittgenstein und die Literatur. Übersetzt von Martin Suhr. Frankfurt/M. 2006.

Jüngel, Eberhard: Beziehungsreich. Perspektiven des Glaubens, Stuttgart 2002.

Monk, Ray: Wittgenstein. Das Handwerk eines Genies. Aus dem Engl. übertr. von Hans Günter Holl und Eberhard Rathgeb. Stuttgart 1992.

Ramharter, Esther und Anja Weiberg: „Die Härte des logischen Muß.“ Wittgensteins Bemerkungen zu den Grundlagen der Mathematik. Berlin 2006.

Nachtrag

Inhalt

Prämissen

Rituale

Vorhersagen

Widersprüche

Geschichten

Prämissen

ad BGM 106-112 und Duncan Pritchard „Is ‚God exists’ a ‚hinge proposition’ of religious belief?“ und „Wittgenstein über religiösen Glauben“, in: Arnswald/Weiberg 2001.

Am Beispiel des Satzes (der sich als Prämisse erweisen wird), es gibt eine Welt außerhalb, soll die Schwierigkeit deutlich werden, Sätze (Prämissen) dieser Art zu beweisen oder zu begründen.

Es gibt keine logische Ableitung, welche zu diesem Satz mit Notwendigkeit hinführen würde und es gibt auch keinen empirischen Beweis, der ihn legitimieren würde. Dennoch halten wir an diesem Satz fest und erheben ihn zur Prämisse; und mit Wittgenstein tun wir das allein mit dem Argument der Sinnhaftigkeit: an einem solchen Satz zu zweifeln wäre sinnlos, also ernennen wir ihn zu einer Prämisse.

[...]


[1] Wittgenstein, ÜG, S. 21

[2] Vgl. Wittgenstein, BMG, S. 76-84.

[3] „Da wir unsererseits aber erstens kein alternatives Regelfolgen akzeptieren und es sich zweitens um jene Sätze handelt, denen wir den Rücken zukehren (die wir also selber nicht prüfen, sondern als Regel der Prüfung behandeln), sind wir letztlich darauf zu reduziert, dem anderen nur noch ein hilfloses „Ja siehst du denn nicht?“ zuzurufen (wobei es sich natürlich nicht um ein Argument handelt.) Und wenn das auch nichts hilft (und wir selbst nicht gewillt sind, unser eigenes Bezugssystem zu ändern, bzw. die Abweichung zu tolerieren, was wir durchaus auch tun könnten), bleibt nur noch das Mittel der Sanktion. (BGM, S. 81) „Ein Konflikt auf einer anderen Ebene als diesen beiden [andere Brauchbarkeit oder neuer Sprachgebrauch, Anm. RE] kann nicht entstehen, ein metaphysischer Zwang, eine absolute Notwendigkeit, eine logische Gewalt existiert nicht.“ Vgl. Ramharter/Weiberg, S. 63.

[3] Vgl. Ramharter/Weiberg, S. 74.

[4] Vgl. Wittgenstein, BMG, S. 24-74.

[5] Vgl. Wittgenstein, ÜG, S. 15 und 23; „Die Wahrheit ist, dass das Zählen sich bewährt hat.“ Wittgenstein, BGM, S. 37)

[6] Wittgenstein, ÜG, S. 19.

[7] Wittgenstein („argumentiert“) gibt beim Satz „Es gibt eine Welt außerhalb“ nur den Hinweis, es würde keinen/wenig/weniger Sinn ergeben, diesen Satz nicht zu gebrauchen, dh. als Prämisse anzunehmen; bzw. wenn man sich in einem Sprachspiel befindet, in dem die Prämisse funktioniert, würde es für den Zweifel keinen guten Grund geben. (Vgl. Wittgenstein, ÜG, S. 10-11.) Für den Glaubenden ist es ähnlich, der („erfahren“ hat, nicht als Sinneserfahrung, aber vielleicht als Erfahrung einer Empfindsamkeit/einer Bedeutsamkeit, die jeder Sinneserfahrung vorausliegt) den Hinweis gibt, dass ohne die Prämisse Gott oder mit der gegenteiligen Prämisse kein Gott kein/wenig/weniger Sinn wäre. Die Prämisse Gott wäre damit nicht denknotwendig für irgendeine Begründung oder einen Beweis, sie wäre „mehr als notwendig“ (E. Jüngel), sinnvoll ohne jedoch eine bestimmte Funktion zu erfüllen. (Wie nun diese Entscheidung begründet werden kann, und dass wir nicht davon entbunden sind, unsere Entscheidung, die Prämisse xy anzuwenden, zu begründen und wenn wir als Begründung deren Sinnhaftigkeit anführen, deren Sinnhaftigkeit sofort wieder nach empirischen Beweisen fragt, steht auf einem anderen Blatt.)

[8] „Zum Zweifeln fehlen mir die Gründe!“ (Wittgenstein, ÜG, S, 10.) Nur im Gebrauch hat der Satz Sinn“ (Ebd., S. 11.) Nicht übersehen, dass „der Zweifel an einer Existenz nur in einem Sprachspiel wirkt.“ (Ebd. S. 15) „Interessant ist, wie wir (…) Sätze gebrauchen. (…). Es ist also eine Belehrung über den Gebrauch von Worten (…) S. 18. Statt ‚ich weiß, dass dort meine Hand ist‘ könnte man also sagen ‚Dort ist meine Hand‘ und hinzufügen, wie man es weiß.“ (Ebd., S. 19.) Auch wenn die Prämissen feststehen, „ist es nur eine Entscheidung zu einem praktischen Zweck.“ (Ebd., S. 21.) „Ist die Hypothese möglich, dass es alle die Dinge in unserer Umgebung nicht gibt?“ S. 23. Wäre zu antworten: Ja, aber sinnlos. „Oder soll man sagen, dass die Sicherheit nur ein konstruierter Punkt ist, dem sich manches mehr, manches weniger nähert? Nein. Der Zweifel verliert nach und nach seinen Sinn. So ist eben dieses Sprachspiel.“ (ÜG, S. 23) „Es ist nun philosophisch uninteressant, ob Moore dieses oder jenes weiß, aber interessant, dass und wie es gewusst werden kann.“ (Ebd., S. 29.) „Aber die Frage ist, wie würde sich dieser Glaube praktisch betätigen?“ Ebd., S. 31. Allerdings: „Wenn aber nun Einer es bezweifelte, wie würde sich sein Zweifel praktisch zeigen? Und könnten wir ihn nicht ruhig zweifeln lassen, da es ja gar keinen Unterschied macht?“ ÜG, S. 40.

[9] „Aber kann ich den Satz der Geometrie nicht auch ohne Beweis glauben…?“ (Wittgenstein, BGM, S. 76.) Der Glaube/die Entscheidung zur Anwendung ersetzt Beweis und Begründung, doch „die Oberflächenform unserer Grammatik“ erzeugt in uns den Schein, die Regel müsse angewendet werden, weil sie wahr ist. Dagegen ist sie nur wahr, solange sie angewendet wird und in ihrer Anwendung funktioniert. (Ebd., S. 77)

[10] Wittgenstein, BGM, S. 78.

[11] „Newman’s approach tot he problem of scepticism about religious belief is unfounded because one has equal grounds tob e sceptical about all belief. If is thus irrelevant to make a specific charge against religious belief on the basis that it is posited upon certain pivotal ungrounded beliefs (such as the existence of God), when there is nothing unique about religious belief in this respect. Rather we should recognise that all belief is based upon ungrounded presuppositions (…). (Pritchard, S. 132.)

[12] Jüngel, S. 13.

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656102953
ISBN (Buch)
9783656102694
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184807
Institution / Hochschule
Universität Wien – Philosophie
Note
1,0
Schlagworte
theologische prämissen rahmen wittgenstein-lektüre

Autor

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