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Calvins Lehre vom dreifachen Amt Christi

(an Hand der Institutio von 1559 und des Genfer Katechismus von 1545) und ihre Rezeption bei exemplarischen Theologen der Gegenwart

Masterarbeit 2011 85 Seiten

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorgeschichte der Ämterlehre Calvins
2.1 Ein Überblick über die Christologie von der Alten Kirche bis zur Reforma- 2 tionszeit
2.2 Das zweifache Amt Christi bei Martin Luther
2.3 Vom zweifachen Amt Christi bei Martin Luther zum dreifachen Amt Christi 3 bei Johannes Calvin

3. Johannes Calvins Lehre vom dreifachen Amt Christi
3.1 Inhaltlicher Überblick über die Quellen
3.2 Inhaltlicher Überblick über das zweite Buch der Institutio
3.3 Das Dreifache Amt Christi in der Institutio und im Genfer Katechismus
3.3.1 Allgemeines zum dreifachen Amt Christi
3.3.2 Das Prophetische Amt
3.3.3 Das Königliche Amt
3.3.4 Das Priesterliche Amt
3.4 Der Kontext der Drei-Ämter-Lehre in der Institutio
3.4.1 Der Beziehung des Alten Testaments zur Drei-Ämter-Lehre
3.4.2 Das Werk des Mittlers
3.4.3 Die Drei-Ämter-Lehre als Mitte der Christologie
3.4.3.1 Das Wortamt und das Freiheitsamt (II,9-11)
3.4.3.2 Das Mittleramt und das Gehorsamsamt (II,12-14)
3.4.3.3 Das Lebensamt und das Erlösungsamt (II,16-17; III)
3.4.3.4 Der eine Christus als der Mittelpunkt
3.5 Das Fazit der Dreiämterlehre Calvins

4. Die Geschichte der Drei-Ämterlehre im Anschluss an Calvin

5. Die Rezeption der Ämterlehre Calvins in der Theologie der Gegenwart
5.1 Karl Barth
5.2 Otto Weber
5.3 Wolfhart Pannenberg
5.4 Jan Milič Lochman
5.5 Jürgen Moltmann
5.6 Karin Bornkamm
5.7 Gerhard Ebeling
5.8 Hans-Martin Barth
5.9 Wilfried Härle
5.10 Ralf Karolus Wüstenberg

6. Fazit

Anhang
Das zweifache Amt Christi bei Martin Luther
Das dreifache Amt Christi bei Johannes Calvin
Übersicht über den Inhalt der Institutio Christianae Religionis
(1559)
Das Verhältnis des Alten zum Neuen Testament in der Theologie 76 Johannes Calvins
Die Dreiämterlehre Calvins als Mitte der Christologie und der Kon-
text dieser Dreiämterlehre in der Institutio
Schema der Versöhnungslehre (Karl Barth, KD IV)
Übersicht über die KD IV (Karl Barth, Kirchliche Dogmatik, Vierter
Band - Die Lehre von der Versöhnung)

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Genfer Reformator Johannes Calvin (1509-1564) entwickelte und vertrat in seiner Theologie eine Lehre vom dreifachen Mittleramt Jesu Christi als Prophet, König und Priester. Diese Ämterlehre ist ein praktisch-dogmatischer Versuch Calvins, die Bedeutung Jesu Christi für den Glauben aufzuzeigen. Der Theologe Klauspeter Blaser bringt die Ämterlehre Calvins folgendermaßen auf den Punkt:

„Sie will die Beziehung zwischen der Person und dem Werk Christi herstellen und ausssagen. Wer Jesus ist, manifestiert sich in seinem Werk.“1

Zuerst wird in dieser Arbeit gezeigt, welche Einflüsse dazu führten, dass Calvin diese Lehre entwickelte. Es folgt eine detaillierte Darstellung und Interpretation seiner Ämterlehre, um die Inhalte dieser Lehre zu erfahren und die genauen Aussageabsichten Calvins, die er bei dieser Lehre im Sinn hatte.

Im Anschluss daran soll es um die Rezeption der Ämterlehre Calvins gehen. Dies be- trifft die Theologie, die unmittelbar auf Calvin folgte, vor allem aber die Theologie der Gegenwart. Hier wird aufgezeigt, dass auf der einen Seite Kritikpunkte gegen die Struk- tur und den Inhalt des dreifachen Amtes Christi vorgebracht werden, zum anderen die Lehre aber nach wie vor von Theologen verwendet wird. Dies geschieht mal in erhebli- cher Nähe zu Calvin, mal in diversen formalen oder inhaltlichen Weiterentwicklungen seiner Lehre. Jede Lehre von den Ämtern Christi will letztlich die Frage beantworten, „wer Jesus ist, von dem her, was er wirkt“2.

Bei der Behandlung der Ämterlehre Calvins und der Rezeption derselben soll deshalb immer die Frage im Hintergrund stehen, ob und inwiefern die Lehre vom dreifachen Amt ein gutes Hilfsmittel ist, um sich die Bedeutung Jesu Christi für den Glauben zu verdeut- lichen. Am Ende der Arbeit soll diese Frage unter Berücksichtigung der bisherigen Er- gebnisse der Arbeit in einer persönlichen Stellungnahme beantwortet werden.

2. Die Vorgeschichte der Ämterlehre Calvins

Bevor die Lehre Calvins von den drei Ämtern Christi erläutert wird, ist es zunächst nötig, einen kurzen Überblick über die wichtigen Themen der Christologie bis zur Zeit Calvins zu geben. Dies schließt auch die Entstehung und Entwicklung der Ämterlehre mit ein.

2.1 Ein Überblick über die Christologie von der Alten Kirche bis zur Reformationszeit

In der Christologie der Alten Kirche ging es vor allem um die Frage nach der Person Christi, also um die Einheit von sowohl göttlicher als auch menschlicher Natur in der einen Person Jesu Christi. Die Christologie des Mittelalters beschäftigte sich dann vor- nehmlich mit dem Werk Christi, also mit der Frage, wie Christus Mensch und Gott mitei- nander versöhnt bzw. den Menschen erlöst.3 In der Reformationszeit trat nun zu den christologischen Aspekten der Person und des Werkes Christi noch ein dritter hinzu, der Aspekt des Mittleramtes Christi. Vorher gab es einige kirchliche Traditionen, die Christus entsprechend biblischer Vorgaben christologische Titel zuwiesen. Hierbei handelte es sich meist um ein zweifaches Schema, in welchem Christus den Titel des Königs und des Priesters trug. Gelegentlich gab es auch ein dreifaches Schema mit dem zusätzlichen Titel des Propheten.4 Die Herausbildung einer systematischen Lehre eines zwei- bzw. dreifachen Mittleramtes Christi fand jedoch erst in der Reformationszeit statt.5

2.2 Das zweifache Amt Christi bei Martin Luther

Der Reformator Martin Luther (1483 - 1546) war der Erste, der eine Ämterlehre entwi- ckelte (siehe Anhang).6 Christus hat bei Luther ein zweifaches Amt, das des Königs und das des Priesters, wobei beide Ämter geistlich zu verstehen sind und das priesterliche Amt das höhere Amt ist. Luther bezeichnet Christus zwar auch als Propheten oder Leh- rer, ohne jedoch ein drittes, prophetisches Amt Christi herauszuarbeiten. Stattdessen handelt es sich hierbei um das eine Wortamt Christi, dessen zwei Gestalten Christus der König und Christus der Priester sind. Eine einteilende Zuordnung der Ämter Christi zum Stand der Erniedrigung oder Erhöhung findet bei Luther nicht statt, anders als in der späteren Dogmatik. Der Christus am Kreuz in seiner tiefsten Erniedrigung ist für Luther sowohl König als auch Priester. Für Luther spielt bei der Zweiämterlehre vor allem der kommunikative Aspekt eine Rolle, also die Teilhabe der Christen am königlichen und priesterlichen Amt Christi. Diese Teilhabe geschieht durch den Glauben des Menschen an das Wort Gottes. Der Glaube ist also die Antwort des Menschen auf das Wortamt Christi, zu dem er vom Vater gesandt wurde. Die Teilhabe an Christus, die durch den Glauben geschieht, befreit das Gewissen der Christen. Als freie Christenmenschen kön- nen sie nun, wegen ihrer Teilhabe am priesterlichen Amt Christi, mit einem befreiten Gewissen vor Gott treten. Ebenso sind sie, wegen ihrer Teilhabe am königlichen Amt Christi, freie Christenmenschen vor der Welt. In Luthers Theologie ist dieser zweifache Bezug des Christen zu Gott und zur Welt maßgeblich, man denke etwa an Luthers Zwei- reichelehre. Dieser zweifache Bezug spiegelt sich daher in seiner Lehre vom zweifachen Amt Christi wieder, die deshalb, zumindest nach Luther, nicht beliebig um ein weiteres Amt erweitert werden kann. Luthers Anliegen bei dem seine Theologie bestimmenden Thema der Dualität war es, auf die Gegensätze hinzuweisen, in denen sich das Leben der Christen abspielt. Sie leben vor Gott und vor der Welt, sie sind gewiss und doch ange- fochten, sie sind sowohl Sünder als auch Gerechte.7

2.3 Vom zweifachen Amt Christi bei Martin Luther zum dreifachen Amt Christi bei Johannes Calvin

Der Genfer Reformator Johannes Calvin (1509 - 1564) übernahm in seiner Theologie zunächst das zweifache Amt Christi aus Luthers Freiheitsschrift von 1520. Calvin modifi- zierte jedoch Luthers Konzept von Anfang an. Bei Luther war der Kontext des zweifachen Amtes das Leben und der Glaube eines freien Christenmenschen im Bezug zur Welt und zu Gott. Calvin hingegen erörterte es christologisch im Kontext des Apostolischen Glau- bensbekenntnisses. Luther begründete das zweifache Amt Christi mit dem Erstgeburts- recht Christi. Für Calvin ergaben sich die Ämter Christi aus der Geistsalbung, unter Rück- griff auf die Salbung der Amtsträger im Alten Testament. Bei der Teilhabe der Christen an den Ämtern ging es Luther schwerpunktmäßig um die Rechtfertigung, während bei Calvin die Heiligung im Vordergrund stand.8 In Calvins Hauptwerk, der Institutio Christia- nae Religionis, dem „Unterricht in der christlichen Gottesverehrung“9, verwendete er in der ersten Ausgabe von 1536 zunächst das zweifache Amt Christi, ebenso im Genfer Katechismus von 1537. Die Institutio erschien in vier weiteren Auflagen (2. Auflage: 1539; 3.: 1543; 4.: 1550; 5.: 1559), wobei sie jeweils qualitativ und quantitativ wuchs. Schon in der zweiten Ausgabe von 1539 enthielt sie statt eines zweifachen ein dreifaches Amt Christi: Zu den Ämtern des Königs und des Priesters trat noch das Amt des Propheten hinzu (siehe Anhang).10 Dieses dreifache Schema behielt Calvin bis zur Endfassung der Institutio 1559 bei. Ebenso fand das Schema ab 1542 Eingang in den Genfer Katechismus und es findet sich auch in der Ausgabe von 1545.11

3. Johannes Calvins Lehre vom dreifachen Amt Christi

Die nun folgende Untersuchung zum dreifachen Amt Christi bei Johannes Calvin bezieht sich auf die Institutio von 1559 und den Genfer Katechismus von 1545.

3.1 Inhaltlicher Überblick über die Quellen

Der Genfer Katechismus behandelt in 373 Grundfragen verschiedene thematische As- pekte des christlichen Glaubens, jeweils in der Form einer Frage mit einer darauf folgen- den Antwort. Zehn dieser 373 Grundfragen befassen sich mit der Lehre vom dreifachen Amt Christi. Die Institutio besteht aus vier Büchern mit insgesamt 80 Kapiteln und sie orientiert sich in der Reihenfolge der Themen der einzelnen Bücher am Apostolischen Glaubensbekenntnis (siehe Anhang). Das erste Buch fasst 18 Kapitel und thematisiert Gott als den Schöpfer und seine Schöpfung. Im zweiten Buch, das 17 Kapitel hat, geht es um Gott als den Erlöser. Im 15. Kapitel dieses zweiten Buches wird die Lehre von den drei Ämtern Christi in einem systematischen Rahmen behandelt. Das dritte Buch der Institutio enthält 25 Kapitel und befasst sich mit dem Heiligen Geist und dem christli- chen Leben, also mit den Konsequenzen, die sich aus der im zweiten Buch beschriebe- nen Erlösung ergeben. Das vierte und letzte Buch behandelt in 20 Kapiteln die Ekklesio- logie und die Sakramente. Da die Lehre von den drei Ämtern Christi im zweiten Buch der Institutio thematisiert wird, soll dieses Buch in seiner inhaltlichen Struktur etwas näher dargestellt werden.12

3.2 Inhaltlicher Überblick über das zweite Buch der Institutio

Das zweite Buch der Institutio trägt den folgenden Titel:

„Von der Erkenntnis Gottes als des Erlösers in Christo, wie sie zuerst den Vätern unter dem Gesetz, alsdann auch uns im Evangelium geoffenbart worden ist“13.

Diese im Titel genannte zweifache Offenbarung der Erkenntnis Christi zeigt bereits die thematische Strukturierung des Buches, wobei sich Calvin vor dem Gesetz und dem Evangelium zunächst mit der Sünde des Menschen beschäftigt. Calvin spricht also zuerst über die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, bevor er den Erlöser als Antwort auf diese Erlösungsbedürftigkeit präsentiert.

Calvin beginnt damit, zu zeigen, wie sehr der Mensch durch den Sündenfall und die daraus resultierende Erbsünde verdorben ist. Sein ganzes Wesen ist von der Sünde entstellt, einschließlich seines ehemals freien Willens und seiner Vernunft.14 Deswegen ist es dem Menschen nicht möglich, sich selbst zu erlösen, sondern die Erlösung muss von Gott aus kommen, in der Form des Mittlers Jesus Christus. Das bedeutet, dass der Mensch, der verloren ist, in Christus seine Erlösung suchen muss. Dies gilt nicht nur für die Gläubigen im neuen Bund, sondern auch für die im alten Bund. Sie setzten bereits ihre Hoffnung auf Christus, der ihnen verheißen wurde.15 Calvin erwähnte bereits im Titel (Institutio II) diese Erkenntnis des Erlösers im alten Bund.

Er fährt deswegen damit fort, über den alten Bund und das alttestamentliche Gesetz zu sprechen. Dieses Gesetz ist ein Geschenk Gottes, dessen zeremonielle Gebote zwar aufgehoben sind, weil sie in Christus ihre Erfüllung gefunden haben, dessen moralische Gebote aber nach wie vor Gültigkeit besitzen. Der Sinn dieses Gesetzes besteht für Cal- vin in drei Aspekten. Das Gesetz zeigt dem Menschen seine Sünde und führt ihn durch diese Erkenntnis der eigenen Sünde zu Gottes Gnade in Christus. Dies ist der erste, pä- dagogische Aspekt (usus elenchticus legis). Der zweite Aspekt ist der politische (usus politicus legis), wobei Calvin davon ausgeht, dass der Staat das äußere Nichtbefolgen von Gottes Gesetz unter Strafe stellen soll, um die öffentliche Ordnung zu wahren. Der dritte und für Calvin wichtigste Aspekt ist der normative (usus in renatis), der ausdrückt, dass das Gesetz eine Richtschnur für das Leben der Gläubigen ist. Calvin unterscheidet hier, anders als Luther, nicht zwischen Gesetz einerseits und Evangelium andererseits, sondern bezieht sie komplementär aufeinander.16 Das Gesetz erfüllte keinen Selbst- zweck für das Volk des alten Bundes, sondern es sollte die Hoffnung auf den Erlöser Christus wecken und bewahren.17

Daran anschließend erläutert Calvin das Verhältnis des Alten Testament zum Neuen Testament, also die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der beiden Testamente. So wenig wie Gesetz und Evangelium für Calvin Gegensätze bilden, bilden auch die beiden Testamente keine Gegensätze. Das Alte Testament verheißt das, was im Neuen Testa- ment erfüllt wird. So redet das Alte Testament bereits von Christus, wenn auch erst in Form von Prophezeiungen und Typologien. Das Neue Testament spricht dann klar und deutlich von Christus. Die beiden Testamente bilden also für Calvin eine Einheit, weil sie sich aufeinander und vor allem auf Christus beziehen (siehe Anhang).18 Nachdem Calvin sich ausführlich mit der Erkenntnis des Erlösers im alten Bund beschäftigt hat, thematisiert er nun die Erkenntnis des Erlösers im neuen Bund. Er folgt also weiter der Reihenfolge, die bereits im Titel (Institutio II) vorgegeben ist.

Calvin behandelt nun die eigentliche Christologie. Zunächst spricht Calvin von der Person des Mittlers Jesus Christus, der eine menschliche und eine göttliche Natur hat. Beide Naturen bilden die Person des Mittlers und sind notwendig, damit er der Mittler sein kann.19 Daran anschließend führt er die Lehre vom dreifachen Amt Christi als König, Priester und Prophet ein.20 Dann legt er dar, wie Christus das Heilswerk vollbracht hat und vollbringt.21 Calvin behandelt im christologischen Teil der Institutio also zuerst die Person Christi (II,12-14) und dann erst Christi Werk (II,16-17), wobei beide Aspekte durch die dazwischen eingeschobene Lehre vom dreifachen Amt Christi (II,15) zusammenge- halten und als zueinander gehörend gekennzeichnet werden.22 Dadurch beugt Calvin Einseitigkeiten vor, die entweder die Person oder das Werk betonen und den anderen Aspekt vernachlässigen.23

3.3 Das Dreifache Amt Christi in der Institutio und im Genfer Kate- chismus

Es folgt nun die eigentliche Darstellung der Lehre Calvins vom dreifachen Amt Christi.

3.3.1 Allgemeines zum dreifachen Amt Christi

Calvins systematischen Ausführungen zum dreifachen Amt Christi in der Institutio finden sich in Buch II, Kapitel 15, das als inhaltliche Zusammenfassung die Überschrift trägt:

„Wollen wir wissen, wozu Christus vom Vater gesandt ward und was er uns gebracht hat, so müssen wir vornehmlich sein dreifaches Amt - das prophetische, königliche und priesterliche - betrachten“.

Bevor Calvin die drei Ämter im Einzelnen erläutert (Prophet: II,15,1-2; König: II,15,3-5; Priester: II,15,6), macht er einige allgemeine und einleitende Bemerkungen (II,15,1-2). Er möchte, wenn er die Ämter nennt, nicht nur Namen und Bezeichnungen verwenden, sondern auch deren Bedeutung erfassen und erklären. Calvin bezieht sich auf Augusti- nus’ Charakterisierung der Ketzer in Abgrenzung zur wahren Kirche. Diese sogenannten Ketzer predigen zwar Christus und verwenden auch seinen Namen. Im Unterschied zur wahren Kirche stehen sie aber nicht auf dem Fundament der wahren Kirche, weil sie die Bedeutung Christi nicht kennen.24 Er lebt „bei ihnen nur dem Namen nach, aber nicht tatsächlich“25. Diesen von Augustinus aufgezeigten Unterschied sieht Calvin auch im Verhältnis der wahren Kirche zur römisch-katholischen Kirche des 16. Jahrhunderts, den sogenannten „Papisten“26. Sie verwenden Begriffe für Christus, sie führen „den ‚Sohn Gottes’, den ‚Erlöser der Welt’ stets im Munde; sie lassen sich jedoch an dem leeren Namen genügen, nehmen ihm aber alle Kraft und Würde“27. Deshalb, so Calvin, trifft in Anlehnung an Kol. 2,19 auf sie zu, dass sie sich nicht an das Haupt, also an Christus, hal- ten.28

Calvin stellt nun die Lehre vom dreifachen Amt vor, um einerseits zu vermeiden, dass der Name Christi und seine anderen Titel bloße leere oder beliebige Namen und Titel bleiben, um andererseits aber auch positiv zu formulieren, was das Fundament des christlichen Glaubens ist:

„Soll also der Glaube in Christus wirklich den festen Grund alles Heils finden, soll er ganz auf ihm ruhen, so muss der Grundsatz gelten: Das Amt, das ihm [d.h. Jesus Christus] der Vater vertraut hat, umfasst drei Aufgaben. Er ist uns nämlich zum Propheten, zum König und zum Priester gesetzt.“29

Hier sieht Calvin aber sogleich wieder die Gefahr, diese Begriffe lediglich als leere Na- men oder Titel festzuhalten und auszusprechen, wie es die „Papisten“30 tun. Es ist hin- gegen nötig, den Sinn und die Bedeutung der Begriffe zu kennen, sie also zu verstehen.31 Neben aller Polemik wird hier auch deutlich, mit welcher Leidenschaft Calvin Theologie betreiben möchte. Es reicht ihm nicht aus, Begriffe des Glaubens in der Art und Weise einer religiösen Pflichterfüllung formelhaft zu verwenden und zu nennen, gleichsam einem Mantra. Calvin möchte die Begriffe auch intellektuell verstehen, aber vor diesem Verständnis steht noch ein bestimmtes Verhältnis zum Objekt des Verstehens. Er be- gnügt sich nicht mit einer theoretisch betriebenen Dogmatik, die Begriffe erörtert, als seien sie lediglich wissenschaftliche Objekte, über die man verfügt, ohne ein persönli- ches Verhältnis zu ihnen zu haben. Die Haltung Calvins ist nicht die eines gewöhnlichen Wissenschaftlers zu seinem Forschungsgegenstand. Das wird daran deutlich, dass er die genannten Begriffe, also die Ämter Christi, als „Lobpreisungen“32 betrachtet und sagt, man müsse ihnen mit einer Haltung der inneren Beteiligung und Ehrfurcht begegnen.33

Die drei alttestamentlichen Ämter des Propheten, des Königs und des Priesters ha- ben die Gemeinsamkeit, dass alle Amtsträger mit „dem heiligen Öl gesalbt“34 wurden. Der vom Alten Testament verheißene Mittler wird der Messias, also der Gesalbte, ge- nannt, was das Gleiche bedeutet wie Christus. In Christus, dem Gesalbten, sind also alle drei Ämter vereint und erfüllt.35 Calvin erläutert dies im Genfer Katechismus von 1545 etwas klarer, indem er auf die Frage nach der Bedeutung der Bezeichnung ‚Christus“ antwortet: „Mit diesem Titel wird sein Amt noch besser erklärt. Es bedeutet nämlich, vom Vater zum König, Priester und Propheten gesalbt zu sein.“36 Das verbindende Ele- ment zwischen den alttestamentlichen Ämtern und Jesus Christus ist demnach die Sal- bung.37 Die Legitimation für die Lehre von den drei Ämtern Christi ergibt sich daraus, dass die Bibel „diese drei [Ämter], von denen die Rede ist, oft Christus [zuordnet]“38. Ein unterscheidendes Element zwischen den alttestamentlichen Ämtern und Jesus Christus ist die Art der Salbung. Auf die Frage, „mit welcher Art Öl“39 Christus gesalbt wurde, antwortet Calvin:

„Nicht mit einem sichtbaren, so wie es bei der Salbung der alten Könige, Priester und Propheten gebraucht wurde, sondern mit einem besseren, nämlich der Gna- dengabe des Heiligen Geistes, welcher die eigentliche Wahrheit jener äußeren Salbung ist.“40

Calvin ist der Ansicht, dass im Alten Testament bei der „Bezeichnung ‚Messias’ in besonderer Weise an das königliche Amt gedacht war“41. Indem er aber hinzufügt, „dass „auch die prophetische und priesterliche Salbung […] ihre Würde [behalten] und […] von uns nicht übersehen werden [dürfen]“42, macht er deutlich, dass alle drei Ämter Christi unter dem Oberbegriff des Gesalbten zu verstehen sind. Es darf daher kein Amt ausgelassen, vernachlässigt oder aber dem anderen vorgezogen werden, sondern alle drei müssen zusammen bedacht werden, um Christi Mittlerdienst zu begreifen.

3.3.2 Das Prophetische Amt

Im Genfer Katechismus antwortet Calvin auf die Frage, in welchem Sinne man Christus als Prophet bezeichnet:

„Weil er bei seinem Kommen in die Welt sich bei den Menschen als Gottes Ge- sandter und Ausleger bekannt hat, und dies mit dem Ziel, den Willen des Vaters vollständig darzulegen und so alle Offenbarungen und Prophezeiungen zu vollen- den“43.

propheten (Jes. 61,1f) zitiert (Lk. 4,18f) und als in seiner Person erfüllt bezeichnet (Lk. 4,21). Jesus Christus bezeichnet sich in den Evangelien selbst als König (z.B. in Joh. 12,15 als Erfüllung von Sach. 9,9; Joh. 18,37 und Lk. 23,3; indirekt auch in Mt. 22,44 als Erfüllung des Königspsalms Ps. 110). An weiteren Stellen im Neuen Testament wird er ebenfalls als König bezeichnet (indirekt in Hebr. 1,5 als Erfüllung des Königspsalms Ps. 2), ja sogar als „Fürst der Könige der Erde“ (Offb. 1,5) oder als „König der Könige“ (Offb. 17,14 und 19,16), oder als „Haupt über alles“ (Eph. 1,22). Das Neue Testament bezeichnet Christus als einen Hohen- priester (Hebr. 4,14 und 9,11), als einen Fürsprecher (1. Joh. 2,1), aber auch als Sühnung für die Sünden (1. Joh. 2,2) und als das Opfer selbst (Hebr. 9,12.14). Der Schwur Gottes an den Messias, ein ewiger Hohepries- ter nach der Ordnung oder Weise des Priesterkönigs Melchisedek zu sein (Ps. 110,4), wird im Neuen Testa- ment auf Christus hin gedeutet (Hebr. 5,6). Somit bezeichnet der Verfasser des Hebräerbriefs Christus als einen besseren Hohenpriester im Vergleich zu den Hohenpriestern aus dem israelitischen Stamm der Levi- ten. Die levitischen Hohenpriester sind sterblich und müssen wiederholt für ihre eigenen Sünden wie auch für die Sünden des Volkes Tiere opfern. Christus hingegen ist ein ewiger und sündloser Hohepriester, der sich selbst als einmaliges und damit genügendes Opfer geopfert hat, um Sünden zu sühnen. Der Versöh- nungsdienst der Leviten im alten Bund war nur ein Abbild und Schatten von Christi Versöhnungsamt. Chris- tus ist ein besserer Mittler eines besseren Bundes (Vgl. dazu der Hebräerbrief, dessen Inhalt und Beweisfüh- rung Calvin in seiner Darstellung des priesterlichen Amtes Christi in der Institutio als bekannt voraussetzt.).

Dies erklärt in zusammenfassender Form sehr gut, was Calvin in detaillierter Form auch in der Institutio zur Definition des Amtes sagt. Zum vollen Verständnis ist es jedoch not- wendig, Calvins Argumentation aus der Institutio nachzuvollziehen. Bevor Calvin das prophetische Amt Christi erläutert, redet er zunächst vom alttestamentlichen Amt des Propheten:

Gott hat demnach „in ununterbrochener Reihe einen Propheten nach dem anderen gesandt und sein Volk nie ohne die heilsame Lehre gelassen, [er] hat ihm nie vorenthalten, was zum Heil genügte.“44

Trotz dieser von Gott gesandten Heilslehrer, den Propheten, sind aber „die Frommen je und je der Gewißheit [sic!] gewesen, erst von dem Kommen des Messias sei das volle Licht der Erkenntnis zu erhoffen.“45 Gott offenbarte sich den Propheten und sie redeten von diesen Offenbarungen, in denen sie auch schon auf den kommenden Messias hinwiesen.46 Dieses Hoffnung schaffende Hinweisen auf den Messias bezeichnet Calvin als die Hauptaufgabe der Propheten:

„Das gemeinsame Amt der Propheten war […], die Kirche [d.i. Israel] in der Erwartung [des Messias] zu halten und sie zugleich zu stärken bis zum Kommen des Mittlers [d.h. des Messias]“47.

Calvins Ausführungen zu Christi prophetischem Amt beginnen nun damit, dass er aus Jes. 61,1f ausführlich zitiert und daraus Christi Salbung zum Propheten ableitet. Er inter- pretiert und umschreibt diese Verse so, dass Christus „durch den Geist [Gottes] gesalbt war, um ein Herold und Zeuge der Gnade des Vaters zu sein“48. Diese und weitere Kenn- zeichen des prophetischen Amtes Christi laufen darauf hinaus, dass Calvin Christus als den verheißenen messianischen Lehrer bezeichnet. Er beschreibt dieses prophetische Lehramt Christi mit einer Reihe von weiteren Benennungen, die er ebenfalls aus Jesaja (Jes. 55,4 und 9,5) entnimmt. Christus ist demnach der „Fürst und Gebieter [für die] Völker [… und der] Bote und Ausleger des großen Rates Gottes“49.

Zum einen besteht für Calvin die Gemeinsamkeit zwischen Christi prophetischem Amt und dem Amt der alttestamentlichen Propheten darin, ein Zeuge Gottes zu sein. Dadurch, dass Gott zuerst durch die Propheten und dann durch seinen Sohn Christus geredet hat (Vgl. Hebr. 1,1f), besteht hier also eine gewisse Kontinuität. Zum anderen unterscheidet sich Christus aber auch von den alttestamentlichen Propheten darin, dass er die Erfüllung ihrer Prophezeiungen ist.50 Außerdem hat die vom Himmel aus hörbare Stimme Gottes bei der Verklärung Jesu (Vgl. Mt. 17,5), „ihn [d.h. Jesus Christus] über alle anderen unendlich hinausgehoben“51. Die Tatsache, dass Gott bei dieser und anderen Begebenheiten im Neuen Testament ein für alle Anwesenden hörbares Zeugnis über seinen Sohn ablegt, ist für Calvin also der Beleg dafür, dass Christus einen Vorrang vor den anderen Propheten hat. Christus bedeutet das Ende aller Propheten und die Erfül- lung aller prophetischen Offenbarungen.52 Das prophetische Amt Christi und Christi Leh- re sind also als herausragende Krönung und endgültiger Abschluss der Propheten und der Prophetie zu verstehen. Nachdem Calvin das Amt definiert hat, beschreibt er dessen Nutzen und Funktion:

„Christus empfing diese Salbung [zum prophetischen Amt] nicht für sich allein, damit er recht das Amt des Lehrers ausüben könnte, sondern für seinen ganzen Leib (die Gemeinde), damit in der immerwährenden Kraft des Evangeliums die Kraft des Geistes sich entsprechend auswirke.“53

Der Inhalt der Lehre Christi ist also das Evangelium. Dadurch, dass die Gemeinde dieses Evangelium predigt, wird Christi prophetisches Lehramt fortgesetzt. Dies geschieht, weil die prophetische „Salbung vom Haupte [d.h. Christus] aus auch den Gliedern [seines Leibes, also der Gemeinde] zugekommen“54 ist. Für Calvin ist dies schon in der Prophe- zeiung Joels (3,1) über die Ausgießung des Heiligen Geistes, wodurch die Söhne und Töchter prophezeien und Visionen haben sollen, vorhergesagt worden und es gilt dem- nach seit Pfingsten für die Gemeinde.55 Im Genfer Katechismus beschreibt Calvin die Funktion des Amtes unter dem Aspekt des Begriffsfeldes Schule und Erziehung, wobei Christus der Lehrer ist und die Christen seine Schüler sind.56 In der Institutio ist die Be- schreibung der Funktion etwas persönlicher, indem Calvin das Begriffsfeld des Leibes verwendet, so dass Christus zwar auch weiterhin der Lehrer, aber auch das Haupt des Leibes ist und die Christen Glieder dieses Leibes sind.

Calvin identifiziert Christus mit dessen Lehre, dem Evangelium. Folglich gilt die her- ausragende Stellung Christi als Prophet auch für das Evangelium, welches er als „die vollkommene Lehre“57 bezeichnet:

Durch das Evangelium, das Christus „gebracht hat, [ist] aller Prophetie ein Ende gemacht […]; wer sich also mit den Evangelium nicht zufrieden geben will und al- lerlei Fremdartiges darannäht [sic!], der schmälert das Ansehen Christi und seiner Lehre. […] [E]s ist uns von Gott aus verwehrt, über die Einfalt des Evangeliums hinausgehen zu wollen.“58

Calvin begründet diese Warnung vor eigenmächtigen weiteren Zusätzen zum Evangeli- um dann positiv, indem er die besondere Qualität von Christi Lehre noch weiter be- schreibt. Er bezieht sich auf neutestamentliche Aussagen, die Christus als die Quelle aller Weisheit und Erkenntnis bezeichnen (Vgl. Kol. 2,3 und 1. Kor. 1,30) und nimmt sich den Apostel Paulus zum Vorbild, der bei seinem Aufenthalt in der Gemeinde von Korinth nichts anderes als nur den gekreuzigten Christus wissen wollte (Vgl. 1. Kor. 2,2).59 Daraus folgert Calvin nun über Christus und seine Lehre, die er, wie bereits gesagt, miteinander identifiziert:

„[A]ußer ihm ist nichts zu wissen nütze, und wer sein Wesen im Glauben ergriffen hat, der hat alle Güter des Himmels in ihrer ganzen Fülle umfaßt! [sic!]“60.

Christus ist also kein bloßer weiterer Prophet, der auf noch kommende Propheten hinweisen müsste und dessen Lehre deswegen noch ergänzungsbedürftig sei:

Stattdessen soll die „prophetische Würde, wie sie Christus innehat, […] uns […] zu der Einsicht führen, daß [sic!] in der Lehre, wie er sie uns gegeben hat, alle Weisheit in vollkommener Fülle beschlossen ist.“61

In diesem abschließenden und zusammenfassenden Satz bündelt Calvin alles, was er über das prophetische Amt Christi und dessen Nutzen und Funktion aussagt.62

3.3.3 Das Königliche Amt

Calvins Ausführungen in der Institutio zum königlichen Amt Christi beginnen damit, dass er seinen Lesern die wichtigste, weil unbedingt notwendige, Voraussetzung für das Ver- ständnis dieses Amtes nennt: „[Das] Königsamt Christi […] [ist] geistlicher Natur“63. Im Genfer Katechismus legt er den gleichen Schwerpunkt, indem er auf die Frage, welcher Art das Königsamt Christi sei, nur diese kurze Antwort gibt: „Es ist geistlich, weil es in Wort und Geist Gottes besteht, die Gerechtigkeit und Leben mit sich bringen.“64

Neben das erste Kennzeichen des Königsamtes Christi, sein geistliches Wesen, tritt ein weiteres Kennzeichen, das der Ewigkeit. Zunächst belegt Calvin die Ewigkeit des Kö- nigsamtes Christi biblisch (Vgl. Dan. 2,44 und Lk. 1,32f) und stellt einen Bezug von Chris- tus zum alttestamentlichen Königsamt her. Er deutet den Schwur Gottes gegenüber König David, ihm einen ewigen Nachkommen und eine ewige Herrschaft zu geben (Vgl. Ps. 89,36-38), auf Christus. Da diese Verheißung bzw. dieser Schwur Gottes sich in kei- nem irdischen Königreich erfüllt hat, weil das Königtum Davids, das seines Sohnes Salo- mos, so wie die Königtümer der weiteren Nachfahren und Nachfolger von Schwäche, Versagen und schließlich katastrophalem Untergang gekennzeichnet waren, muss sich für Calvin der Schwur mit logischer Konsequenz auf Christus beziehen.65 Calvin macht deutlich, dass Christus nicht als ein weiterer irdischer König zu verstehen ist, dessen Macht und Herrschaftszeit begrenzt sind und dessen Leben von Schuld gezeichnet ist. Die Könige Israels und Judas waren im Vergleich zu Christus nur seine schwachen Vor- schatten.66

Christus hingegen ist der von Gott eingesetzte ewige König, sodass auch seine Macht und das von ihm geschenkte Heil ewig sind. Daraus resultiert ein zweifacher Segen, so- wohl für die Kirche als Ganzes, als auch für die einzelnen Glieder der Kirche.67 Der Segen für die Kirche als Ganzes beinhaltet und bedeutet, dass Gott „durch die Hand seines Sohnes allezeit seiner Kirche Schutz und Beistand sein will“68. Die Kirche bleibt deshalb inmitten aller Anfeindung und Bedrückung bestehen und wird erhalten. Calvin begrün- det diese Macht des Königs Christus mit seiner Auferstehung, also dem Überwinden des Todes, was auch für die Kirche gilt, da sie mit Christus identifiziert wird. Weiter findet er in zwei Königspsalmen (Vgl. Ps. 2,3f und 110,1) Belege für die von Gott gegebene Macht des Königs, die alles unterwirft und überwältigt.69 Eine Konspiration „viele[r] und mäch- tige[r] Feinde“70 mit dem Ziel der Zerstörung der Kirche ist daher zwecklos, weil Gott mit seinem endgültigen Willen und Beschluss Christus zum König über die Kirche eingesetzt hat. Die Tatsache, dass deshalb „der Teufel mit aller Macht der Welt die Kirche, die auf

die ewige Herrschaft Christi gegründet ist, niemals zugrunde richten [kann]“71, soll den Gläubigen Sicherheit und Hoffnung geben.72

Für die einzelnen Glieder der Kirche liegen der Segen und die Bedeutung der „Ewig- keit des Königreichs Christi“73 darin, dass sie „in uns die Hoffnung auf die selige Unsterb- lichkeit begründen und stärken“74 soll. Christi Reich ist ewig und geistlich, es „ist nicht von dieser Welt“ (Joh. 18,36), weshalb der Christ seinen Blick von dem Leben in dieser Welt, das irdisch, endlich und vergänglich ist, wegrichten soll. Stattdessen soll er voller Hoffnung auf das ewige, himmlische und damit bessere Leben blicken, das ihn in der Zukunft erwartet.75

Calvin redet weiter über diese Blickrichtung, indem er wieder den Gedanken vom An- fang seiner Ausführungen zum königlichen Amt Christi aufgreift, der besagt, dass dieses geistlich aufgefasst werden muss; nur dann kann auch dessen Segen erfasst werden.76 Das Leben des Christen in dieser Welt ist nämlich „jämmerlich und hart“77, es ist davon gekennzeichnet, dass der Christ „unter dem Kreuze zu ringen“78 hat. Die aus der Königs- herrschaft Christi resultierende Seligkeit bedeutet deshalb nicht, dass der Christ auf die- ser Erde ein angenehmes, sorgenfreies, problemloses und luxuriöses Leben führen wird, sondern diese Seligkeit liegt außerhalb des irdischen Lebens, im Himmel.79

Die königliche Herrschaft Christi findet jedoch bereits in diesem irdischen Leben statt. So wie ein irdischer König herrscht, indem er sein Volk regiert, also im Inneren handelt, und es nach außen verteidigt, so herrscht auch Christus. Das Herrschen nach außen hat Calvin bereits angesprochen, als er von dem Schutz und Beistand Christi für die Kirche redete. Das Herrschen Christi im Inneren, also im Leben der Kirche und der einzelnen Glieder, geschieht durch die Gaben des Heiligen Geistes.80 Sie beinhalten alles, „was zum ewigen Heil der Seele nötig ist“81 und an ihnen sollen die Christen bereits in diesem Le- ben erkennen, dass sie „mit Gott in Gemeinschaft sind bis zur vollen Seligkeit“82. Die Geistesgaben sind die Erstlinge des himmlischen Lebens, also eine Art Vorgeschmack auf den Himmel. Sie wirken zudem auch bei Christi Schutz und Beistand für die Kirche mit, also seinem Herrschen nach außen. Der Heilige Geist stattet die Gläubigen nämlich mit

Kraft aus, um den Angriffen geistlicher Feinde widerstehen zu können.83 So folgert Cal- vin, dass „Christi Herrschen eher unsert- als seinetwegen [geschieht], und zwar nach innen und außen“84. Im Inneren bewirkt das geistliche Königsamt Christi Heil und Heils- gewissheit, nach außen hin Schutz, was Calvin im Genfer Katechismus kurz und bündig zusammenfasst, indem er die Frage nach dem Nutzen des Königsamtes Christi folgen- dermaßen beantwortet:

„Durch seine [d.i. Christi] Wohltat sind wir zu einem frommen und heiligen Leben in Freiheit der Gewissen befreit und mit seinen geistlichen Gütern versehen wor- den. So sind wir nun auch ausgerüstet mit der Kraft, die den Sieg über die stets vorhandenen Feinde unserer Seele - Sünde, Fleisch, Teufel und Welt - zu bringen vermag.“85

Christi Königreich ist inwendig (Vgl. Lk. 17,20f) und besteht nicht aus äußerlichen, irdi- schen, fleischlichen und prunkvollen Kennzeichen. Es ist „Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm. 14,17), es ist geistlich, führt zum ewigen Leben und ist daher nicht dem Niedergang und Verfall irdischer Reiche unterworfen. Daraus ergeben sich einige Konsequenzen für das irdische Leben des Christen. Es ist zwar, wie bereits beschrieben, kein angenehmes Leben, sondern ein Leben voller Not, Elend, Mangel, Verachtung, Schmähungen, Anfeindungen und Verfolgungen. Aber in diesem Leben, das so unerträglich negativ klingt, ist Christus mit seiner Herrschaft anwesend. Er zeigt Treue und Hilfe und gibt den Gläubigen das weiter, was er selbst von seinem Vater empfangen hat, nämlich seine Macht und Ehre, seinen Ruhm und alles geistliche Gut. Daher sollen und können die Gläubigen in diesem irdischen Leben voller Vertrauen, Zufriedenheit und Freude sein, bis sie sterben, diese Welt verlassen und endgültig ins himmlische Le- ben eintreten. Dieses überwindende Leben der Gläubigen wiederum bringt dem König Christus Ehre.86 Seine Königsherrschaft ist es, die die Gläubigen inmitten widrigster Um- stände bestehen und überwinden lässt, so dass diese Ausführungen Calvins als „Tri- umphgesang“87 der Kirche und ihres Königs bezeichnet werden können.

Calvin redet nun über die Salbung Christi zum König. Diese ist „nicht mit Öl und köst- licher Würze geschehen“88, also einem besonderen Öl, wie bei den Ämtern des Alten Testaments. Christus als König ist deshalb der Gesalbte Gottes, weil er mit dem Heiligen Geist gesalbt ist, dem „Freudenöl“ (Ps. 45,8), dem „Geist der Weisheit und des Verstan- des, [dem] Geist des Rates und der Kraft, [dem] Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN“89 (Jes. 11,2). Diese Geistsalbung Christi ist nicht für ihn allein geschehen, son- dern für seinen Leib und dessen Glieder. So kommt ihnen, den geistlich Armen, Hungri- gen und Durstigen, der Heilige Geist zugute. Der Heilige Geist wird den Gläubigen ohne Maß und in Fülle, wie aus einer nicht versiegenden Quelle, als Gnadengabe gegeben. Diese Geistsalbung konstituiert Christi Reich, das wie bereits erwähnt, geistlich und nicht irdisch ist. Die Voraussetzung zur Teilhabe an Christi Reich ist jedoch die Absage an diese Welt.90

Ein Zeichen der Salbung Christi mit dem Heiligen Geist ist die Taube, die bei Jesu Taufe durch Johannes den Täufer auf ihn kam (Vgl. Joh. 1,32 und Lk. 3,22), wodurch Christus zum Geistträger wurde. Als König teilt er nun die himmlischen Reichtümer, also den Heiligen Geist, an die Gläubigen aus, so dass sie Leben und Kraft erhalten, welche sie aus sich heraus nicht besitzen. So haben sie Anteil an der Salbung, die Christus selbst empfangen hat und sie werden deshalb Christen genannt.91

Calvin kommt nun darauf zu sprechen, dass sich die Gestalt von Christi Königsherr- schaft in der Zeit, im Jetzt, von derjenigen in der Ewigkeit, in der „vollendeten Herrlich- keit“92 unterscheidet. In der Zeit, also im Jetzt, ist Christus, der Sohn von Gott, dem Va- ter mit aller Macht als König ausgestattet worden. Er sitzt zur Rechten Gottes (Vgl. Eph. 1,20) als Gottes Statthalter, und Gott regiert mittelbar durch Christus, den Mittler. Gott hat Christus eingesetzt als Haupt der Gemeinde, seines Leibes (Vgl. Eph. 1,22f) und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen ist (Vgl. Phil. 2,9). Er ist eingesetzt als Herr, um über die Kirche zu herrschen. Diese Herrschaft beinhaltet, dass er die Kirche regiert und beschützt. Er stärkt sie, hilft ihr, lenkt sie und erhält sie.93 Solange sich die Kirche in der Zeit noch auf der Wanderschaft vor Gott befindet, ist Christus als Mittler tätig, um sie „Schritt für Schritt zu fester Gemeinschaft mit Gott zu führen“94.

In Anlehnung an Paulus (Vgl. 1. Kor. 8,5f) stellt Calvin nun klar, wie der Herrschafts- anspruch anderer Personen und Mächte zu deuten ist, die in Bezug auf Gott und dessen Herrschaft über die Kirche in Konkurrenz treten möchten. Obwohl es in der Welt derzei- tig viele sogenannte Götter und Herren gibt, die sich dessen rühmen, Herrschaft auszu- üben, so gibt es für die Kirche nur einen Gott, den Vater, und einen Herrn, Jesus Chris- tus. Nur sie dürfen Anspruch auf Herrschaft über die Kirche erheben. Alles in der Welt, was auch die Kirche und alle herrschenden Personen und Mächte mit einschließt, hat nur von Gott aus und durch Jesus Christus überhaupt Bestand.95

Alle Macht, die Christus besitzt, ist ihm vom Vater geschenkt worden. Christus führt seine Herrschaft also „in Gottes Namen und Auftrag“96 aus, da er der Mittler ist. Er ist der Mittler geworden, damit er sich um der Kirche Willen erniedrigte, indem er „aus des Vaters Schoß und unausdenkbarer Herrlichkeit herabstieg, um sich uns zu nahen“97. Daraus folgert Calvin, dass sich die Gläubigen „in Einmütigkeit aufmachen [sollen, um] ihm [d.h. Christus] zu gehorchen und […] mit höchstem Eifer zu dienen“98. Der Grund dafür sind die zwei Seiten der Medaille des Königsamtes Christi. So ist er zwar für die Frommen, die freiwilligen Gehorsam leisten, der Hirte. Aber er ist auch der Richter, der mit eisernem Zepter regiert, um ein schreckliches Gericht an allen widerspenstigen Christen und an allen Heiden auszuüben (Vgl. Ps. 2,9 und Ps. 110,6). Er waltet bereits jetzt als Richter, vor allem aber wird er es am Tag des Jüngsten Gerichts tun. Dieses Ge- richt wird die „letzte Handlung in seinem [d.h. Christi] Reich“99 sein, wenn nämlich „in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller … Knie … und alle Zungen bekennen sollen, daß [sic!] er der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters!“100 (Vgl. Phil. 2,10f.).

Dieses Jüngste Gericht markiert den Übergang von der Königsherrschaft Christi in der jetzigen Zeit zur Ewigkeit. In der jetzigen Zeit nimmt Christus als Statthalter Gottes die beschriebenen Aufgaben wahr, die wegen der Schwachheiten der Gläubigen notwendig sind.101 Wenn aber „Christi Werk zur Erhaltung und Verteidigung der Kirche vollendet ist“102 und er das Jüngste Gericht vollstreckt hat, dann wird Gott, der Vater, „von sich allein aus das einige Haupt der Kirche sein“103. Dies geschieht am Ende aller Zeit, wenn Christus, der Sohn sein Reich dem „Gott und dem Vater überantworten wird … alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein …, daß [sic!] Gott sei alles in allen“104 (Vgl. 1. Kor. 15,24.28). Bis zu diesem Moment, in welchem alle Dinge vollendet werden und ab dem Gott in Ewigkeit unangefochten herrschen wird, besteht Christi Königsamt darin, dass er der Hirte und der Richter ist.

[...]


1 Blaser (1970), S. 5.

2 Ebeling (1979), Dogmatik des christlichen Glaubens, Band II. S. 499. 1

3 Vgl. Wüstenberg (2009), S. 85f.

4 Vgl. Bornkamm (1998), Amt Christi, S. 439. Ein dreifaches Schema findet sich in der Alten Kirche bei Justin dem Märtyrer (100 - 165), Eusebius von Caesarea (260/64 - 339/40), Johannes Chrysostomos (344/354 - 407) und Petrus Chrysologus (380 - 451). In der Kirche des Mittelalters taucht es bei Thomas von Aquin (1224/25 - 1274) auf (Vgl. Freudenberg, (2005), S. 47 und Blaser (1970), S. 4).

5 Vgl. Bornkamm (1998), Amt Christi, S. 439.

6 Ibd.

7 Vgl. Bornkamm (1998), Christus - König und Priester: Das Amt Christi bei Luther im Verhältnis zur Vor- und Nachgeschichte, S. 264ff; S. 301-303. Für Näheres zum zweifachen Amt Christi bei Martin Luther sei auf diese akribische Lutherstudie von Karin Bornkamm verwiesen.

8 Vgl. Bornkamm (1998), Christus, S. 305-325.

9 Plasger (2009), Institutio, S. 224.

10 Vgl. Bornkamm (1998), Christus, S. 305-325 und Plasger (2009), Institutio, S. 224ff. Es ist nicht ganz klar, woher Calvin die Idee zu einem dreifachen Amt Christi erhielt. Möglich ist, dass er das Schema einigen Traditionen der Alten Kirche oder der Kirche des Mittelalters entnahm [siehe Fußnote 4]. Wahrscheinlich ist es, dass er es von Martin Bucer (1491-1551) übernahm, der es 1536 in einem Kommentar zum Johannesevangelium erwähnte (Vgl. Freudenberg (2005), S. 48 und Blaser (1970), S. 4).

11 Vgl. Bornkamm (1998), Christus, S. 312 und Blaser (1970), S. 8. 4

12 Über die Themen der anderen Bücher der Institutio kann im Rahmen dieser Arbeit nur ein sehr grober Überblick erfolgen, der keineswegs als eine ausreichende Zusammenfassung des Inhalts zu verstehen ist.

13 Calvin, Institutio (1559), II. In: Weber (2008), S. 125.

14 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,1-5. In: Weber (2008), S. 127-179.

15 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,6. In: Weber (2008), S. 179-183.

16 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,7-8. In: Weber (2008), S. 183-223. Calvins Betonung des normativen Aspektes des Gesetzes für die Gläubigen im neuen Bund kommt darin zum Ausdruck, dass er hier mit einer ausführlichen Auslegung des Dekalogs und des Doppelgebots der Liebe die christliche Ethik thematisiert (Vgl. Calvin, Institutio (1559) II, 8. In: Weber (2008), S. 193-223).

17 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,7. In: Weber (2008), S. 183-193. 6

18 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,9-11. In: Weber (2008), S. 223-246.

19 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,12-14. In: Weber (2008), S. 246-263.

20 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,15. In: Weber (2008), S. 263-268.

21 Vgl. Calvin, Institutio (1559) II,16-17. In: Weber (2008), S. 268-285.

22 Vgl. Plasger (2009), Institutio, S. 227.

23 Vgl. Plasger (2009), Theologie, S. 60f.

24 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263. Die Auseinandersetzung mit Häretikern bzw. Andersdenkenden spielt in der Institutio für Calvin insgesamt eine große Rolle. So beschäftigt sich Calvin bspw. in den vorangegangenen Abschnitten in Kapitel 14 ausführlich mit Nestorius (14,4.8) und auch mit seinem Zeitgenossen Servet (14,5-8).

25 Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263.

26 Ibd.

27 Ibd.

28 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263.

29 Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263.

30 Ibd.

31 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263. 8

32 Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263.

33 Vgl. Ibd.

34 Calvin Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264. Im Alten Testament wird zwar kein tatsächlicher Akt beschrieben, in dem ein Prophet mit Salböl gesalbt wird. Der Prophet Elia wird jedoch von Gott dazu aufgefordert, Elisa als seinen Nachfolger zum Propheten zu salben (1. Kg. 19,16). Nach Elias Entrückung in den Himmel wird Elisa zum Träger des Geistes Elias, also des Heiligen Geistes (2. Kg. 2,15). Wenn von der Salbung eines Propheten die Rede ist (so werden etwa in Ps. 105,15 und 1. Chr. 16,22 die Patriarchen als Gesalbte und Propheten bezeichnet), ist also in erster Linie an eine Salbung mit dem Heiligen Geist zu denken (Jes. 61,1). Im Alten Testament werden Könige mit Salböl gesalbt, so etwa Saul (1. Sam. 10,1), David (1. Sam. 16,13) und Salomo (1. Kg. 1,39). Der Gesalbte empfängt im Zusammenhang mit der Salbung auch den Heiligen Geist, so etwa David (1. Sam. 16,13). Er wird also, wie auch der Prophet zum Geistträger. Ebenso werden im Alten Testament die Hohenpriester (Ex. 29,7; Lev. 4,3.5.16 und 6,16) mit Salböl gesalbt, die übrigen Priester (Ex. 30,30; 40,12-15 und Num. 3,3) und auch die Gegenstände des Heiligtums, beispielsweise der Altar, die Stiftshütte und die Bundeslade (Ex. 29,36; 30,26- 29; 40,9-11). Durch diese Salbung werden die Personen und Gegenstände geheiligt, so dass sie für den Kultus des Versöhnungsdienstes abgesondert und dem profanen Leben und Gebrauch entzogen sind.

35 Vgl. Calvin Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

36 Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 5, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 25.

37 Vgl. Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 5, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 25.

38 Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 5, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 25. Jesus Christus wird in den Evangelien häufig als Prophet bezeichnet. Dies geschieht entweder als ein Zeugnis anderer über ihn (z.B. Mt. 14,5 und 21,11; Lk. 7,14 und Joh. 4,19) oder aber als Selbstzeugnis, indem er sich zumindest mit dem Amt des Propheten des Alten Testaments identifiziert (z.B. Mt. 13,57; Mk. 6,4; Lk. 4,24; 13,33 und Joh. 4,44), auch wenn die Bezeichnung als Prophet seine Würde und sein Wirken nur unvollstän- dig beschreibt (Mt. 12,41). Überdies zeigt die Deutung alttestamentlicher Verheißungen als in Jesus Christus erfüllte Verheißungen, dass er als Prophet verstanden werden soll. Hier ist beispielsweise die Verheißung eines Propheten, der wie Moses sein wird, in Deut. 18,15 zu nennen, mit der entsprechenden Erfüllung in der Person Christi in Mt. 17,5. Sehr deutlich wird dies, wenn Jesus die Verheißung eines zukünftigen Heils-

39 Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 5, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 27.

40 Ibd.

41 Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

42 Ibd.

43 Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 5, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 27. 10

44 Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263.

45 Ibd.

46 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 263f.

47 Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 264.

48 Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264. Diese Umschreibung fasst zwar inhaltlich gut zusammen, was in Jes. 61,1f ausgesagt wird, Calvins direktes Zitat aus der Bibelstelle klingt jedoch viel kraft- voller und lebendiger: „Der Geist des Herrn ist über mir, darum dass er mich gesalbt hat, … zu predigen den Elenden, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit … zu verkün- digen ein angenehmes Jahr des Herrn …“ (Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264).

49 Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 264.

50 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,1-2. In: Weber (2008), S. 263f.

51 Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

52 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,1. In: Weber (2008), S. 264.

53 Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

54 Ibd.

55 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

56 Er formuliert hier die Funktion des prophetischen Amtes Christi folgendermaßen: „Das Amt eines Lehrers der Seinen wurde dem Sohne Gottes zu dem Zweck übertragen, damit er sie mit der wahren Erkenntnis des Vaters erleuchte, in der Wahrheit erziehe und zu vertrauten Schülern Gottes mache.“ (Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 6, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 29.)

57 Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

58 Ibd.

59 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

60 Calvin, Institutio (1559), II,15,2. In: Weber (2008), S. 264.

61 Ibd.

62 Vgl. Blaser (1970), S. 12.

63 Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 264. 13

64 Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 5, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 27.

65 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 264f.

66 Vgl. dazu Calvin, Institutio (1559), II,7,1.2. In: Weber (2008), S. 183ff.

67 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 264f.

68 Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265.

69 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265.

70 Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265. 14

71 Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265.

72 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265.

73 Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265.

74 Ibd.

75 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,3. In: Weber (2008), S. 265.

76 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265.

77 Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265.

78 Ibd.

79 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265.

80 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265f.

81 Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265.

82 Ibd.

83 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265.

84 Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 265.

85 Calvin, Genfer Katechismus von 1545, Abschnitt 6, in: Calvin-Studienausgabe Bd. 2, S. 29.

86 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,4. In: Weber (2008), S. 266.

87 Blaser (1970), S. 19.

88 Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266. 16

89 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266.

90 Vgl. Ibd.

91 Vgl. Ibd.

92 Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266.

93 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266f.

94 Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266. 17

95 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 267.

96 Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 267.

97 Ibd.

98 Ibd.

99 Ibd.

100 Ibd.

101 Vgl. Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266f.

102 Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 267.

103 Ibd.

104 Calvin, Institutio (1559), II,15,5. In: Weber (2008), S. 266. 18

Details

Seiten
85
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656096047
ISBN (Buch)
9783656095804
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184675
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Schlagworte
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Titel: Calvins Lehre vom dreifachen Amt Christi