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Judenfeindlichkeit in deutschen Parteiprogrammen - 1884-1906

Hausarbeit 2007 18 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Konservative Partei Preußens
1.1. Allgemein zur Partei
1.2. Was beinhaltet das Programm
1.3. Schwerpunkte bei der Behandlung der Judenfrage
1.4. Gewicht der Judenfrage im Programm

2. Deutsche Konservative Partei
2.1. Allgemein zur Partei
2.2. Was beinhaltet das Programm
2.3. Schwerpunkte bei der Behandlung der Judenfrage
2.4. Gewicht der Judenfrage im Programm

3. Adolf Stöcker
3.1. Sein Leben
3.2. Das moderne Judenthum in Deutschland

4. Deutsch- soziale Partei
4.1. Allgemein zur Partei
4.2. Was beinhaltet das Programm
4.3. Schwerpunkte bei der Behandlung der Judenfrage
4.4. Gewicht der Judenfrage im Programm

5. Deutsche Reformpartei
5.1. Allgemein zur Partei
5.2. Was beinhaltet das Programm
5.3. Schwerpunkte bei der Behandlung der Judenfrage
5.4. Gewicht der Judenfrage im Programm

1.Konservative Partei Preußens

1.1.Allgemein zur Partei

Die Partei entsteht 1848 aus einer relativ losen Zusammenarbeit von konservativen Vereinen, Abgeordneten und verschiedenen Gruppierungen. Bedeutende Persönlichkeiten in dieser Partei sind dabei Friedrich Julius Stahl, Ludwig Friedrich Leopold von Gerlach sowie Ernst Ludwig von Gerlach. Ludwig und Ernst waren Brüder, welche in der Kreuzzeitung publizierten.

Ziele der Partei waren die Verteidigung der Monarchie, sowie die Bewahrung der Vorrechte des Adels. Die Mitglieder lehnten den Wirtschaftsliberalismus als auch die Demokratisierung ab, und nahmen schon früh eine antisemitische Haltung ein.

Eine christliche Grundhaltung war für die Partei von großer Bedeutung. Otto Fürst von Bismarck war ein aktiver Abgeordneter der Partei.

Der Verfasser des Parteiprogramms war Paul de Lagarde. Dieser beendete sein Studium der Theologie und Orientalistik im Jahre 1849. Bekannt wurde Paul de Lagarde lexikologisch-grammatische Schriften sowie textkritische Arbeiten.

Bis 1866 unterrichtet er am Gymnasium in Halle, ab 1869 ist er als Professor an der Universität in Göttingen tätig, und unterrichtet dort am Lehrstuhl für orientalische Sprachen. Später wurde er Mitglied in der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften. Lagarde stand in Kontakt mit Adolf Stöcker, dem Gründer der antisemitistischen Berliner Bewegung.

Er zeigte großes Interesse für den deutschen Volksverein und die Deutschsoziale Partei.

Lagarde sah die Juden als größtes Hindernis für die deutsche Einigung. Er gilt als einer der Wegbereiter des Antisemitismus.[1]

1.2. Was beinhaltet das Programm

Das Programm setzt sich mit der Klärung der Judenfrage auseinander. Die Judenfrage ist das vorherrschende Problem der Gegenwart. Dabei sieht der Autor die Juden nicht als Religionsgemeinschaft, sondern als Nation, als diese Nation jedoch sind die Juden absolut wertlos.

Die Juden würden keine Bindung mit dem Land in dem sie leben eingehen, sondern dieses lediglich ausnutzen.

Verachtet wird der Jude aufgrund seiner Fremdheit: „Und weil er nicht liebt, weil er sich, solange er Jude bleiben will, unseren Idealen nicht hingeben kann, darum ist er uns fremd, und weil er uns fremd ist, erzeugt er in unserem Körper Eiterung.“[2]

Die Nation der Juden sollte nicht in anderen Nationen leben. Aus diesem Grund sieht der Autor die Entfernung der Juden aus Deutschland als notwendig an: „[…] es ist das Recht jedes Volkes, selbst Herr auf seinem Gebiete zu sein, für sich zu leben, nicht für Fremde.“[3]

Für den Autor gibt es zwei Lösungen für die Judenfrage, entweder Auswanderung oder Integration. Das Problem besteht jedoch darin, dass Deutschland bereits von den Juden übernommen wurde. Um diese gegenwärtige Situation zu verändern ist ein Bruch mit der Humanität unbedingt notwendig: „Die Humanität ist unsere Schuld, die Individualität unsere Aufgabe.“[4]

Je stärker die Deutschen demnach ihre Individualität ausleben, desto weniger Platz sei für die Juden.

Der Autor fordert demnach eine starke Monarchie, eine starke Kirche, eine starke Aristokratie, sowie starke Persönlichkeiten bzw. Individuen. Das neue Motto muss demnach lauten: wenig Staatlichkeit und viel Persönlichkeit.

„Deutschland muß voll deutscher Menschen und deutscher Art werden, so voll von sich wie ein Ei: dann ist für Palästina kein Raum in ihm.“[5]

Die Aufgabe der konservativen Partei besteht darin die deutschen Kräfte zu erhalten.

Das jüdische Volk jedoch besitzt einen sehr starken Willen, dieser Wille muss gebrochen werden um Deutschland vom jüdischen Einfluss zu befreien.

Juden die sich eingehend mit der deutschen Geschichte und Kultur auseinandersetzen und befassen werden selbst zu Deutschen.

Preußen als das Herz Europas muss das Judenproblem zuerst lösen um eine europaweite Lösung zu ermöglichen.

Dazu ist die Konservative Partei in der Lage.

1.3. Schwerpunkte bei der Behandlung der Judenfrage

Das gesamte Programm beinhaltet Überlegungen zur Lösung der Judenfrage.

Zunächst beschreibt der Autor die Juden als eine Nation die in einer andern Nation lebt, als solche Nation sind die Juden wertlos. Diese Problematik muss geändert werden.

Er beschreibt die Juden als ausnutzendes Volk, dass keinerlei Fähigkeiten aufweist.

Dabei betont er, dass die Juden nicht zur Integration bereit sind.

Lagarde betont die Fremdheit des Volks ständig und rückt diese in den Fordergrund.

Dieser Teil des Programms dient als Einleitung des Programms, der nachfolgende Teil setzt sich mit der Lösung der Judenfrage auseinander.

Die Juden als solche stellen in jedem europäischen Volk ein schweres Unglück dar.

Es folgt für Deutschland, dass die Juden aus Deutschland entweder auswandern, oder in ihm Deutsche werden müssen.

Wenn dieses Problem nicht gelöst wird, würde Deutschland „verjuden“.

Um das Problem zu lösen und eine Verjudung zu verhindern muss die deutsche Nation zu einem neuen Charakter gelangen, um die Nation der Juden einzuschränken.

Die Lösung stellt für ihn die Monarchie dar. Die Menschen müssen ihr Nationalgefühl verstärken und ausbauen, denn nur auf diese Weise kann das Problem gelöst werden.

Der Schwerpunkt des Programms ist demnach die Lösung der Judenfrage, sowie die Suche und Beschreibung von Lösungswegen um die jüdische Nation aus Deutschland zu entfernen.

1.4. Gewicht der Judenfrage im Programm

Die Behandlung der Juden besitzt ein großes Gewicht im Programm, da dieses sich ausschließlich mit der Judenfrage beschäftigt.

Die Konservative Partei sieht die Juden als gewichtiges Problem in Deutschland an und richtet daher ihre Aufmerksamkeit vollständig auf die Lösung dieses Problems.

Dabei gibt es keinerlei andere Vorschläge zu einer Veränderung des Lebens in Deutschland.

Hierdurch wird die stark ausgeprägte antisemitische Haltung der Konservativen Partei Preußens deutlich.

Ebenso wird die starke Beschäftigung mit der Thematik der Judenfrage deutlich, welche absolut vordergründig zu sein scheint.

2. Deutsche Konservative Partei

2.1. Allgemein zur Partei

Die Partei entstand im Juni 1876 aus verschiedenen Gruppierungen: Großgrundbesitzern, Anhängern der Regierung Bismarcks, orthodoxen Protestanten und den Christlich-Sozialen.

Dabei fordern sie die Anerkennung der Verfassung des deutschen Kaiserreichs.

Ebenso wollen sie die Bewahrung der monarchischen Vorrechte, eine Stärkung der Religion und die Bekämpfung der Sozialdemokratie.

Hauptorgan der Partei ist stellt die Neue Preußische Zeitung dar.

Zu Begin wendete sich die Partei von Bismarck ab, im Jahr 1877 jedoch wendete sie sich ihm wieder zu. Grund hierfür war Bismarcks Schutzzollpolitik.

Hochburgen der Partei waren Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg und Sachsen.

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Konservative_Partei

[2] Friesel. Die Juden in deutschen Parteiprogrammen. Seite 60 links

[3] Friesel. Die Juden in deutschen Parteiprogrammen. Seite 60 links

[4] Friesel. Die Juden in deutschen Parteiprogrammen. Seite 61 links

[5] Friesel. Die Juden in deutschen Parteiprogrammen. Seite 61 rechts

Details

Seiten
18
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656092841
ISBN (Buch)
9783656092636
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184516
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
3,0
Schlagworte
judenfeindlichkeit parteiprogrammen

Autor

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Titel: Judenfeindlichkeit in deutschen Parteiprogrammen - 1884-1906