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Unterrichtsreihe zum Thema und Bilderbuch "Mit Fremden gehen wir nicht mit!" für eine 2. Klasse einer Grundschule

Unterrichtsentwurf 2008 21 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Klassensituation

2. Lernvoraussetzungen der Klasse
2.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen
2.2 Individuelle Lernvoraussetzungen
2.3 Soziale Lernvoraussetzungen

3. Kurze thematische Vorstellung der Unterrichtsreihe

4. Sachanalyse und Inhaltlicher Überblick über das Buch „Mit Fremden gehen wir nicht mit“

5. Didaktische Ansätze

6. Methodische Analyse

7. Lernziele und Lernerfahrungen
7.1 Individualerfahrungen
7.2 Sozialerfahrungen
7.3 Sacherfahrungen

8. Bezug zum Lehrplan

9. Medien

10. Plan über den Stundenverlauf

11. Fazit

12.Quellenangaben

1. Die Klassensituation

Ohne die entsprechende Klasse zu kennen sowie ohne die geplante praktische Umsetzung dieses Unterrichtsentwurfs ist es sehr schwierig die Klassensituation näher zu beschreiben. Daher gehe ich im folgenden Abschnitt rein spekulativ, theoretisch und aus meiner individuellen Vorstellung auf diese ein.

Die Idee einer Unterrichtsreihe zum Thema und Bilderbuch „Mit Fremden gehen wir nicht mit!“ ist für eine 2. Klasse einer Grundschule konzipiert. In meinen Augen eignet sich diese Unterrichtseinheit eher zu einem Einsatz Mitte oder Ende des 2. Schuljahres, da die Schülerinnen und Schüler dort schon über größere Kompetenzen im schriftlichen sowie mündlichen Sprachgebrauch verfügen, was eine Überforderung der Kinder durch die gestellten Aufgaben verhindert. Allerdings bietet sich eine Unterrichtseinheit zu diesem Thema auch schon zu einem früheren Zeitpunkt an, wobei dann andere, alternative Aufgaben an die Kinder gestellt werden sollten.

Bei der Beschreibung der Klassensituation spielen Alter, Geschlecht, Nationalität, etc. der Schülerinnen und Schüler eine eher untergeordnete Rolle, da dieses Thema jedes Kind betrifft. Wichtig erscheint mir allerdings, dass es sich um eine nicht zu große Klassengemeinschaft handelt, um eine gezielte und genauere Auseinandersetzung mit der ernsten Thematik zu gewährleisten. Wenn sich ca. 20 bis 25 Kinder in dieser Klasse befinden hat die Lehrkraft eine größere Möglichkeit jedes Kind individuell einzubeziehen. Außerdem sollte das Klassenklima möglichst gut, harmonisch und ausgeglichen sein, damit es zu einem regen Erfahrungs und Meinungsaustausch kommen kann.

Wie bei jeder anderen Unterrichtseinheit auch, ist das Bestehen und Einhalten von bestimmten Klassenregeln, wie „Wir hören einander zu“ oder „Wir schwatzen nicht im Unterricht“ wichtig, um einen geregelten Unterrichtsverlauf zu ermöglichen. Dazu tragen auch feste Klassenrituale bei, die in jeder Klassengemeinschaft unterschiedlich, aber deren Einhaltung trotzdem von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus sollten zu Beginn der Unterrichtsreihe vielleicht gewisse Vereinbarungen bezüglich des Umgangs mit einem Buch als Lektüre getroffen werden. In der Regel werden solche Bücher nicht als Klassensatz für die Kinder angeschafft, so dass es beim Lesen bzw. Vorlesen der Lektüre besonders wichtig ist, dass alle Kinder gut aufpassen, zuhören und Fragen stellen, falls etwas unklar ist.

Um die Besonderheit und Wichtigkeit der Unterrichtsreihe herauszustellen könnte jedes Kind einen eigenen Hefter bzw. eine separate Mappe anlegen und diese individuell gestalten.

2. Lernvoraussetzungen der Kinder

2.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen

Im 2. Schuljahr sind die Kinder in der Lage sich für eine bestimmte Zeit auf das aufmerksame Zuhören des Vorlesens eines Bilderbuches zu konzentrieren. Auch wenn die Kinder dem Medium Bilderbuch erstmals im Unterricht begegnen, sind sie diesem, aufgrund ähnlicher schulischer Erfahrungen und der erfahrenen Auseinandersetzung mit Bilderbüchern im Elternhaus, gewachsen. Außerdem ist das Buch kindgerecht und altersgemäß gestaltet sowie leicht verständlich und nachvollziehbar geschrieben. Durch die über den Text dominierenden, großen und bunten Illustrationen sowie der spannenden Geschichte sind die Kinder motiviert und werden konzentriert und leise sein, um der Geschichte von Mia und Noah folgen zu können.

2.2 Individuelle Lernvoraussetzungen

Je nach Klasse muss entschieden werden, ob die individuellen Lernvoraussetzungen der jeweiligen Kinder sich auf einem vergleichbaren, ähnlichen Stand befinden oder ob sie deutlich voneinander abweichen. Bei einer großen Streuung der individuellen Lernvoraussetzungen sollten die schwächeren Schüler besonders gefördert werden. Je nach Leistungsvermögen sollte für diese Schülerinnen und Schüler ein alternatives, weniger anspruchvolles Arbeitsprogramm aufgestellt werden, welches ihnen Spaß an der Auseinandersetzung mit der Thematik und dem Buch bereitet.

2.3 Soziale Lernvoraussetzungen

Da Schülerinnen und Schüler im zweiten Schuljahr noch nicht über eine große Bandbreite an Sozial und Arbeitsformen verfügen, sollte auch in dieser Unterrichtsreihe vermehrt auf den Einsatz von Gruppen und Partnerarbeiten sowie offenen Unterrichtsformen geachtet werden. Aber gerade wegen der Ernsthaftigkeit des Themas sollten die Kinder mehr als bei anderen Themen von der Lehrperson begleitet sowie angeleitet und zu einem regen Austausch über Gefühle und Meinungen angeregt werden.

3. Kurze thematische Vorstellung der Unterrichtsreihe

Das Thema der Unterrichtsreihe ist die handlungs und produktionsorientierte Erschließung des Bilderbuches „Mit Fremden gehen wir nicht mit!“ von Miriam Cordes und Jana Frey. Das Buch soll den Kindern auf spielerische Art und Weise die Gefahr, die von fremden unbekannten Menschen ausgehen kann, aufzeigen und so einen warnenden Charakter haben. Darüber hinaus soll aber gezielt gezeigt werden, welche Lösungsmöglichkeiten und Reaktionsweisen jenen Kindern helfen können, die in eine solche Situation geraten. Die Frage: „Was tun wenn mich fremde Menschen ansprechen oder sogar anfassen oder mitnehmen wollen?“ wird aktiv in die Köpfe der Kinder gebracht. Durch die offene und konstruktive Auseinandersetzung mit diesem angsteinflößenden Thema und der Suche nach hilfreichen Handlungsalternativen und Lösungsmöglichkeiten bekommen die Kinder ein Gefühl von Sicherheit und Handlungsfähigkeit.

4. Sachanalyse und Inhaltlicher Überblick über das Buch „Mit Fremden gehen wir nicht mit!“

Das Bilderbuch „Mit Fremden gehen wir nicht mit!“ von Jana Frey ist die Geschichte der Kinder Noah und Mia, die erfahren müssen, wie gefährlich das Vertrauen zu fremden Menschen sein kann. Die farbenfrohen, detaillierten und auffälligen Illustrationen stammen von Miriam Cordes und machen dieses Buch für Kinder sehr ansprechend. Die gewählte Sprache ist leicht verständlich und wirkt sehr authentisch. Das genaue Alter der Protagonisten wird nicht genannt, aber es scheint im Vorschulalter bzw. dem frühen Schulalter (1. oder 2. Schuljahr) zu liegen. Aufgrund dessen ist der Identifikationsgrad zwischen den Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse und Noah und Mia als äußerst groß zu beschreiben.

Durch die Texte und Bilder werden auf den ersten Seiten sehr gut die kindliche Unbekümmertheit, Unbeschwertheit, die Freude am Spiel und die fantasievolle Kreativität hervorgehoben. Auch das Zweifeln und Abwägen bei ihrer Entscheidung unerlaubterweise zum Abenteuerspielplatz zu gehen ist sehr authentisch und realitätsnah. Dadurch wird eine noch größere Identifikation zwischen Lesern und Protagonisten geschaffen.

Im weiteren Verlauf des Buches kommen dann auch die negativen Aspekte jener kindlichen Unbekümmert und Zutraulichkeit zum Tragen und geben dem Buch so einen gewissen „warnenden Charakter“. Das Buch weist einfühlsam und doch energisch darauf hin, wie sehr man sich in der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von Menschen täuschen kann. Allerdings wirken die zwei Kinder trotz ihrer misslichen Lage nie handlungsunfähig, völlig hilflos oder dem „bösen Fred“ ausgeliefert. Dieses Selbstbewusstsein und energische Handeln der Kinder sind weitere wichtige Merkmale des Buches und drücken sich ebenfalls in dem selbstbewussten Titel „Mit Fremden gehen wir nicht mit!“ aus. Den Lesern des Buches wird vermittelt, dass man nicht hilflos ist, sondern es Möglichkeiten und Wege gibt sich selbst aus solchen Situationen zu befreien, es nicht so weit kommen zu lassen oder zumindest bei der Rettung zu helfen. Dies macht das Bilderbuch zu einem sehr gut verwendbaren Unterrichtsmaterial, um diese wichtige Problematik zu thematisieren ohne den Kindern Angst einzujagen oder bloß den „warnenden Zeigefinger“ zu heben.

5. Didaktische Ansätze

Immer wieder werden Kinder von Fremden angesprochen, belästigt, verfolgt, entführt und verschwinden spurlos – oft genug passiert dies auf dem Schulweg. Gerade deshalb sollte dieses ernste und schwierige Thema nicht „totgeschwiegen“, sondern offen zum Unterrichtsgegenstand gemacht werden. Durch eine begleitete und konstruktive Auseinandersetzung mit der Thematik soll die Möglichkeit zu einer wirkungsvollen Prävention gegeben werden.

Das Medium „Bilderbuch“ vereinfacht den Einstieg, da es spielerisch, bildhaft und behutsam in dieses ernste Thema einführt und für die Kinder leicht verständlich und nachvollziehbar ist. Es gibt große Vorteile an der Wahl des Bilderbuches als Unterrichtsmaterial. Auf der einen Seite stellt das Bilderbuch „Mit Fremden gehen wir nicht mit!“ durch die authentische und realistische Schilderung einen hohen Identifikationsgrad zwischen Lesern und den Protagonisten Mia und Noah her. Auf der anderen Seite führt diese Identifikation nicht zu einem überhöhten Angstgefühl bei den Kindern, da sie im 2. Schuljahr in der Lage sind zwischen Realität und der fiktiven Geschichte des Buches zu unterscheiden. Diese Unterscheidung könnte eventuell bei anderen Medien wie z.B. dem Fernseher zu Schwierigkeiten führen, da die Grenzen dort viel leichter verschwimmen und die Kinder sowohl visuell als auditiv in die aufgezeigte Welt „eintauchen“.

Des Weiteren soll durch diese Unterrichtseinheit die Freude und das Interesse an Büchern und Bilderbüchern geweckt bzw. ausgebaut werden. Die Kinder sollen diese Form des Unterrichts für sich entdecken und diese neue Form soll eine gewisse Abwechslung in den Schulalltag der Kinder bringen. Die Kinder lernen darüber hinaus neue Unterrichtsmethoden und Sozialformen kennen bzw. gerade eingeführte Methoden und Sozialformen werden gefestigt und geübt. Dazu gehört unter anderem das Szenische Spielen in Form eines Rollenspiels, Gruppenarbeiten, etc. (siehe auch „Methodische Analyse“ und „Stundenverlaufsplan“). Das Einbringen und Einüben dieser Unterrichtsmethoden und Sozialformen ermöglicht der Lehrkraft später aus einem großen Spektrum vielfältiger Methoden und Sozialformen auszuwählen, zu wechseln und zwischen diesen themenbedingt zu variieren.

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Details

Seiten
21
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656124863
ISBN (Buch)
9783656132929
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184492
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Schlagworte
unterrichtsreihe thema bilderbuch fremden klasse grundschule

Autor

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Titel: Unterrichtsreihe zum Thema und Bilderbuch "Mit Fremden gehen wir nicht mit!" für eine 2. Klasse einer Grundschule