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Charles Darwin und Religiosität?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 15 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung:

1.) Einleitung

2.) Charles Darwin und sein Werk „Über die Entstehung der Arten“

3.) Religiöse Bezüge in der Autobiographie Darwins

4.) Darwin ein Atheist?

5.) Schlussbetrachtung

6.) Literatur-/ QuellenangabenS

1.) Einleitung

„Das Faszinierendste für mich an Darwins jetzt 150 Jahre alter Evolutionstheorie ist, dass sie nach dieser langen Zeit immer noch nicht widerlegt ist. Das Beste, was einer Theorie passieren kann ist, dass sie sich so lange durch die Erkenntnisse der Forscher, die versuchen, sie zu widerlegen, behauptet und dass sie bestätigt wird durch alle Beobachtungen, die seitdem gemacht wurden. Das eigentlich Faszinierende daran ist, dass es bisher keine bessere Erklärung gibt - sofern man bereit ist, auf die Existenz Gottes in der Natur zu verzichten."[1] Dieses Zitat von den Evolutionsforscher Dr. Matthias Glaubrecht lässt die Bedeutung der Entdeckung Charles Darwins` erkennen.

Mit seiner Evolutionstheorie deckte er ein großes Geheimnis der Menschheitsgeschichte auf. Dadurch zog er vor allem die Kritik der Kirche auf sich. Denn wie schon Dr. Glaubrecht bemerkt, setzt die Richtigkeit dieser Theorie die Nichtexistenz eines Gottes als Schöpfer voraus.

In der vorliegenden Arbeit wird der Naturwissenschaftler in Bezug seiner religiösen Ansichten und Überzeugungen betrachtet.

Zu diesem Zweck wird zunächst im 2. Kapitel ein kurzer biografischer Überblick gegeben. Dabei wird ebenfalls auf sein Werk „Über die Entstehung der Arten“ eingegangen.

Im 3. Kapitel werden durch seine Autobiografie religiöse Bezüge in der Lebensweise Darwins untersucht. So soll bewiesen werden, dass sich in der Religiosität Darwins eine Wandlung in Laufe seines Lebens vollzogen hat.

Der folgende Abschnitt beinhaltet Überlegungen zu der Frage, ob Darwin als ein Atheist bezeichnet werden kann.

Im 5. Kapitel folgt dann die Schlussbetrachtung, sodass der Fokus des 6. Kapitels in den Literatur-, Internet- und Quellenangaben liegt.

Als Quelle wird das Buch „The Autobiography of Charles Darwin 1809–1882. With the Original Omissions Restored. Edited and with Appendix and Notes by his Grand-daughter Nora Barlow” genutzt. In dieser Quelle gibt Darwin selbst Einblicke in seine Gedankenwelt über Familie, Religiosität und Wissenschaft.

2.) Charles Darwin und sein Werk „Über die Entstehung der Arten“

Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 in Shrewsbury (Mittelengland) geboren. Sein Vater war ein erfolgreicher Arzt und in der Gemeinde sehr beliebt. Seine Mutter starb als er 8 Jahre alt war. Neben einen älteren Bruder hatte er noch 3 weitere Schwestern.

1817 wurde Darwin in die unitarische Tagesschule in Shrewsbury eingeschult. „Charles` Kindheit ist in keiner Weise bemerkenswert. Er strebte nach Anerkennung, was für die Kleinen in einer großen Familie immer schwer und daher verständlich ist. Bei den meisten Menschen mit ausgeprägten Neigungen und Begabungen offenbaren diese sich schon im frühen Kindesalter. So auch bei Charles.“[2]

Bereits im Alter von 10 Jahren besaß er ein großes Interesse an der Natur. Im Juni 1818 wechselte er an die private Internatsschule in Shrewsbury. Zusammen mit seinen Bruder führte er zu dieser Zeit bereits erste wissenschaftliche Experimente durch.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb.1)

Im Oktober 1825 begann er ein Medizinstudium in Edinburgh, wobei er sich allerdings nach eigenen Aussagen in den Vorlesungen langweilte. Nach dem Zuspruch seines Vaters entschied er sich für ein Theologiestudium in Cambridge mit dem beruflichen Ziel eines Landpfarrers. Aber auch für diese Studienrichtung konnte er nicht viel Begeisterung aufbringen. So besuchte er nebenbei verschiedene Vorlesungen in Biologie, Chemie und Geologie. 1831 schloss Charles dann als zehntbester seines Jahrganges das Theologiestudium ab. Im Dezember des gleichen Jahres begab er sich auf eine Forschungsreise mit dem Schiff Beagle an die Südspitze Südamerikas für kartografische Vermessungen. Insgesamt dauerte diese Reise 5 Jahre, bei der er wichtige Entdeckungen für seine spätere Abstammungslehre machte.

Wieder in der Heimat heiratete er am 29. Januar 1839 seine Cousine Emma Wedwood, mit der er 10 Kinder bekommen sollte. 1842 zog die Familie nach Down, südlich von London gelegen. Dort konnte er aufgrund seines beachtlichen Privatvermögens seine wissenschaftlichen Studien fortführen. Jedoch hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

In dieser Zeit vollendete er mehrere seiner berühmten Werke und veröffentlichte diese. Als Beispiele wären da „ On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life “ (1859), “The Variation of Animals and Plants under Domestication” (1868) und “ The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex “ (1871) zu nennen.

Am 19. April 1882 verstarb Charles Darwin in Down und wurde wenige Tage später in der Westminster Abbey beigesetzt.[3]

Wie bereits erwähnt erschien 1859 sein Werk “ On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life “ (Die Entstehung der Arten). „Den Kern des Buches bildet die Theorie der Evolution durch natürliche Auslese, […].“[4]

Darwin stellte 5 Theorien auf, die bereits unter den Wissenschaftlern des 19. Jahrhunderts viele Anhänger fand.

Die Theorie über die Evolution der Arten beinhaltet die These, dass sich diese in Laufe der Jahrhunderte veränderten. Je nach Lebensraum und Lebensbedingungen entwickelten sie sich weiter und sicherten dadurch ihr Überleben.

Als Zweites entdeckt Darwin, dass alle Lebewesen von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Bisher vertrat man die Ansicht, dass die vielen verschiedenen Arten unabhängig voneinander entstanden sind. Dabei wurde Gott als Schöpfer dieser verehrt.

„Die Theorie der allmählichen Divergenz der Arten beschreibt die Tatsache, dass sich im Lauf der Zeit die (phänotypischen) Änderungen kumulieren und sich die Arten daher mehr und mehr voneinander unterschieden.“[5]

Die vierte Theorie besagt, dass diese Veränderungen der Arten langsam geschahen, also Schrittweise über mehrere Jahrhunderte.

Die wichtigste Erkenntnis ist aber die über die natürliche Selektion. Demnach wird die Evolution durch die natürliche Auslese definiert.[6]

Mit diesen Entdeckungen löste Darwin große Diskussionen unter den Wissenschaftlern, aber auch in der Gesellschaft aus. Welche Folgen die Veröffentlichung beinhaltete, soll im Folgenden dargestellt werden.

Trotz vielen Kritikern wurde das Buch schnell bekannt und erreichte hohe Verkaufszahlen. Als Hauptkritiker wäre hier vor allem die Kirche zu nennen. Diese sah in der Theorie Darwins eine Gefahr für den Gottesglauben. Denn mit Darwins Lehre wird die Rolle Gottes als Schöpfer schlichtweg beseitigt. In zahlreichen Aufsätzen wird daher das Buch über die Entstehung der Arten als falsch, wenn nicht sogar ketzerisch bezeichnet. Aus dieser Zeit stammen auch die Karikaturen von Darwin, auf denen er als Affe dargestellt ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb. 2)

Wenige Monate nach dem Erscheinen des Buches wurde von der „British Association for the Advancement of Science“ eine Sitzung einberufen, in der Vertreter der Wissenschaft mit Vertretern der Kirche über die neuen Theorien debattieren sollten. Darwin selbst war nicht anwesend, vermutlich aus gesundheitlichen Gründen. Die Debatte konnten die Wissenschaftler für sich entscheiden und so wurde das Buch „Über die Entstehung der Arten“ in mehreren Sprachen übersetzt und international veröffentlicht.[7]

Es sollte ungefähr 150 Jahre dauern, bis die Kirche Darwin Anerkennung zukommen ließ: "Charles Darwin, 200 Jahre nach Ihrer Geburt, schuldet Ihnen sie Kirche von England eine Entschuldigung dafür, Sie Missverstanden zu haben. Indem wir eingestehen, dass unsere erste Reaktion falsch war, wollen wir auch andere, die sie immer noch missverstehen, zum gleichen Schritt ermutigen. Wir versuchen alte Tugenden nach dem Grundsatz "Glauben der nach Erkenntnis sucht" zu pflegen und hoffen, dass dies Wiedergutmachung verschafft. Der Kampf um ihr Ansehen ist jedoch noch nicht vorbei, doch das Problem sind nicht nur Ihre religiösen Gegenspieler, sondern auch jene die Sie fälschlicherweise für ihre eigenen Interessen beanspruchen. Gute Religion muss konstruktiv mit guter Wissenschaft zusammenarbeiten - und ich wage zu sagen, dass dies auch umgekehrt gilt."[8]

3.) Religiöse Bezüge in der Autobiographie Darwins

In der folgenden biografischen Darstellung steht nicht die schulische beziehungsweise berufliche Laufbahn des Naturwissenschaftlers im Fokus der Betrachtung, sondern die Rolle von Religiosität in seinem Leben.

Als Grundlage für die Untersuchung dient der erste Teil der Autobiographie von Charles Darwin. Den Grund für die Verschriftlichung seines Lebens nennt Darwin selbst: „A German editor having written to me to ask for an account of the development of my mind and character with some sketch of my autobiography, I have thought that the attempt would amuse me, and might possibly interest my children or their children.”[9]

Darwin erwähnt anfangs nur eine Situation in seiner Kindheit, in der der Glaube an Gott eine Rolle spielte: „I remember in the early part of my school life that I often had to run very quickly to be in time, and from being a fleet runner was generally successful; but when in doubt I prayed earnestly to God to help me, and I well remember that I attributed my success to the prayers and not to my quick running, and marveled how generally I was aided.”[10] Zu diesem Zeitpunkt war Charles Darwin ungefähr 9 Jahre alt.

[...]


[1] http://terra-x.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,7492930,00.html (Stand: 03.07.2011; 21.39 Uhr)

[2] Schaumann, Wolfgang: Charles Darwin. Leben und Werk: Würdigung eines großen Natur-forschers und kritische Betrachtung seiner Lehre, Weinheim 2002, S. 15.

[3] Vgl.: Engels, Eve-Marie: Charles Darwin, München 2007, S. 16 – 42.

[4] Wuketits, Franz M.: Darwin und der Darwinismus, München 2005, S. 57.

[5] Storch, David/ Zrzavý, Jan/ Mihulka, Stanislav: Evolution: Ein Lese-Lehrbuch, Heidelberg 2009, S. 11.

[6] Vgl.: Ebd., S. 11f.

[7] Vgl.: http://www.schulfach-ethik.de/ethik/Personen/darwincharles.htm (Stand: 02.07.2011, 14.59 Uhr)

[8] http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com/2008/09/englands-kirche-entschuldigt-sich-bei.html (Stand: 02.07.2011, 15.09 Uhr)

[9] Nora Barlow (Hrsg.): The Autobiography of Charles Darwin 1809–1882. With the Original Omissions Restored. Edited and with Appendix and Notes by his Grand-daughter Nora Barlow, London 1958, S. 21.

[10] Nora Barlow (Hrsg.): The Autobiography of Charles Darwin 1809–1882, S. 25.

Details

Seiten
15
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656093022
ISBN (Buch)
9783656092735
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184484
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,7
Schlagworte
Charles Darwin Religiosität

Autor

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Titel: Charles Darwin und Religiosität?