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Lebenskompetenzen in der Suchtprävention

Hausarbeit 2011 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen

3. Jugend

4. Die Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz

5. Funktionalität von Drogen

6. Lebenskompetenzen
6.1 Elemente der Lebenskompetenz
6.1.1 Selbstwahrnehmung und Empathie
6.1.2 Entscheidungsfähigkeit und Problemlösungsstrategien
6.1.3 Kritisches und kreatives Denken
6.1.4 Effektive Kommunikation
6.1.5 Gefühls- und Stressbewältigung

7. Lebenzkompetenzen und soziale Arbeit

8. Ausblick

Die Jugend genießt in allen Kulturen besondere Aufmerksamkeit. Man möchte sie steuern, erziehen und gesund erhalten, und man möchte sich und sie von Abwegen und schweren Konfrontationen frei halten (Flammer 2002 S.13).

1. Einleitung

Jede Epoche in der Entwicklungsgeschichte des Menschen ist mit seinen eigenen Risiken behaftet. Ein unübersehbares Risiko, hier und heute, stellen psychoaktive Substanzen dar, deren Konsum negative körperliche, seelische und gesellschaftliche Konsequenzen mit sich führen können. Gerade wenn sich Substanzkonsum zum Substanzmissbrauch entwickelt gerät der Konsument in einen Teufelskreis aus Suchtverhalten und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Auf Grund Ihrer Experimentierfreude und der Verfügbarkeit von Drogen beginnen vor Allem Jugendliche mit dem Substanzkonsum und gleiten oft in stoffliche Abhängigkeitsmuster. Statistiken über die steigende Häufigkeit von Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen belegen die Aktualität dieser Problemlage. Aus diesem Grund liegt bei dieser Einstiegsgruppe in der Suchtprävention ein berechtigter Schwerpunkt.

Die Mehrdimensionalität von psychoaktivem Substanzmissbrauch (biologische, psychische und soziale Ebene) begründet ein Versagen von einfachen Steuerungsmechanismen wie Verbote oder reine Aufklärungsarbeit. Substanzmissbrauch ist ein komplexer Sachverhalt und fordert eine komplexe Problemlösungsstrategie. Der Lebenskompetenzansatz bezieht sich auch auf Substanzunabhängiges Suchtverhalten wie Computersucht, Spielsucht etc.

„Auf verhaltenspräventiver Ebene stellen Lebenskompetenzprogramme eindeutig den zur Zeit erfolgversprechendsten Ansatz dar“(Leppin 2009, S.385).

Wie sich das Konzept der Stärkung von Lebenskompetenzen erklärt, soll im Folgenden vor allem an Hand von Substanzkonsum deutlich gemacht werden.

2. Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen

In der Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen, hat sich heraus gefiltert, dass das Phänomen Sucht nur schwer, bzw. erfolglos allein durch Aufklärungsarbeit in den Griff zu bekommen ist. Vielmehr ist man dazu übergegangen, der Zielgruppe einen Selbstschutz anzueignen, der in allen Lebenssituationen des Einzelnen intern präsent ist.

Mit dem Erkennen der Funktionalität der psychoaktiven, suchterzeugenden Substanzen wird deutlich, dass die Jugendlichen die Substanzen (zum Teil erfolgreich) zum Zwecke einer „gelingenderen“ Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben zur Hilfe nehmen.

In der modernen Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen werden deshalb vor allem Lebenskompetenzen gestärkt, um auf der einen Seite die Resilienz gegen jegliche Suchtmittel zu erhöhen, und auf der anderen Seite die Funktion gerade von psychoaktiven Substanzen zu ersetzen.

3. Jugend

Eine genaue altersmäßige Abgrenzung der Jugendzeit ist sicher nicht möglich. Vielmehr meint Jugend eine Phase im menschlichen Entwicklungsprozess, in der eine Reihe von biologischen, Kognitiven und sozialen Veränderungen stattfinden, die komplexere Verhaltensweisen erfordern als die in der Kindheit. Die Ressourcen die einem Heranwachsenden in dieser Phase zur Verfügung stehen ergeben sich aus dem kulturellen und sozialen Umfeld, aus seinen bereits erworbenen Handlungskompetenzen und seiner psychischen und körperlichen Verfassung.

Übereinstimmung gibt es darin, daß (!) Jugend die Zeit ist, in der Menschen sich in der Wirklichkeit so orientieren müssen, daß(!) sich ihnen ein Bild von der Wirklichkeit und von ihrer eigenen Rolle in ihr ergibt. Jugend ist die Zeit der wachen Erfahrung von gesellschaftlichen und eigenen Lebensmöglichkeiten, die Zeit, in der sich die eigenen Optionen und Erwartungen ausbilden in der Auseinandersetzung mit Vorgaben, Erwartungen und vor allem auch im Widerspruch zu ihnen. Jugend ist eine Zeit des Fragens, Suchens und Experimentierens mit den eigenen Möglichkeiten, eine Zeit des Kampfes um die eigene Identität( Thiersch 1992).

Die erlangten komplexeren (reiferen) Verhaltensweisen, die in der Jugend erlangt werden, machen letztlich die Ressourcen für den erwachsenen Menschen aus mit denen er später seine Lebensaufgaben bewältigen muss.

4. Die Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz

Lebenskompetenzen kommen gerade im Jugendalter im doppelten Sinne zum tragen: „Zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben sind Kompetenzen erforderlich, die z.T. Auf Fähigkeiten und Erfahrungen aufbauen, die bereits in der Kindheit erworben wurden, zum anderen Teil sich aber in der Adoleszenz neu entwickeln“(Remschmidt 1992, S. 141).

Besonders in der Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein findet sich der Jugendliche in einer Orientierungsphase wieder, in der er sich neu (er)finden muss. Die Motivation dieser Neuerfindung liegt sicher im biologischen Reifeprozess, sowie im Autonomiebestreben. Dieser Rollenwechsel erfordert veränderte soziale, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen und damit umfangreichere Lebenskompetenzen um die Ablöse- und Verselbstständigungsprozesse zu bewältigen.

Die Möglichkeiten dieser Umbildung werden von der jeweiligen gesellschaftlichen Struktur vorgegeben. Das Ausschöpfen dieser Möglichkeiten kommt dem Bewältigen von Entwicklungsaufgaben nahe.

Nach Havighurst sind Entwicklungsaufgaben Aufgaben, die in „… einem bestimmten Lebensabschnitt des Individuums entstehen, deren erfolgreiche Bewältigung zu dessen Glück und Erfolg bei späteren Aufgaben führt, während ein Misslingen zu Unglücklichsein, zu Missbilligung durch die Gesellschafft und zu Schwierigkeiten bei späteren Aufgaben führt ...“(Havighurst 1956,S.215 zit. n. Flammer 2001, S. 56).

Die Qualität und Komplexität der Lebenskompetenzen entscheidet also, ob eine Entwicklungsaufgabe mehr oder weniger erfolgreich erledigt wird.

In einer Untersuchung von Eva und Michael Dreher sind die am häufigsten genannten Entwicklungsaufgaben bei Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse:

- Aufnahme und Aufbau intimer Beziehungen
– Entwicklung einer Identität
– Aufbau einer Zukunftsperspektive
– Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Selbstständigkeit

(Dreher 1985 zit. n. Flammer 2001 S. 57).

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Details

Seiten
15
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656091479
ISBN (Buch)
9783656091172
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184362
Institution / Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
2
Schlagworte
Lebenswelt Suchtprävention Soziologie Soziale Arbeit Sozialpädagogik Pädagogik Sucht Lebenskompetenzen

Autor

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Titel: Lebenskompetenzen in der Suchtprävention