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Controlling und Kosten- und Leistungsrechnung für die Prüfung zur Fachkraft für Vertrieb, Personalwesen und Rechnungswesen mit Klausur und Musterlösung

2. Prüfungsbestandteil Rechnungswesen Teil 2

Skript 2011 18 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhalt

A. Kosten-Leistungsrechnung
I. Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung und ihre Arbeitsbereiche
1. Kostenarten
2. Kostenarten- und Kostenstellenrechnung
3. Kostenträgerrechnung

B. Controlling
I. Inhalt des Controllings
II. Die wichtigsten Grundbegriffe des Controllings
1. Operatives Controlling
2. Strategisches Controlling

C. Klausur im Controlling für den 2. Prüfungsteil der Fachkraftprüfung für Vertrieb, Personalwesen oder auch Rechnungswesen mit folgender Aufgabenstellung

A. Kosten-Leistungsrechnung

Eine wichtige Voraussetzung für die Kostenrechnung ist eine ordnungsgemäße Buchführung.

Die Finanzbuchhaltung gehört zum Bereich des sog. externen Rechnungswesen, da sie dem Gläubigerschutz dient. Sie ist deswegen auch vollständig gesetzlich regle­mentiert.

Die Finanzbuchhaltung ermittelt des Gesamtgewinn oder Verlust des Unternehmens, indem in ihr alle Geschäftsvorfälle des unternehmerischen Prozesses anhand von Belegen verzeichnet werden, so dass Veränderungen von Vermögens- und Schulden­ständen erkennbar sind. Die ordnungsgemäße Buchführung ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Kosten- und Leistungsrechnung, die ihrerseits die Wirtschaft­lichkeit des betrieblichen Herstellungsprozesses überwachen soll.

Sie erfasst als sog. internes Rechnungswesen nur die Kosten und Erträge, die dem betrieblichen Leistungsprozess entstammen. Die zentrale Aufgabe der Kostenrechnung ist es letztlich, die mit dem Herstellungsprozess entstehenden Kosten zu erfassen, Kosten zu verteilen und sie zurechnen.

Gleichfalls schafft sie die Basis der Feststellung der sog. Selbstkosten eines Produk­tes, die als Ausgangspunkt der Preisgestaltung zu Grunde gelegt werden. Zentrum der Betrachtung durch die Kosten- Leistungsrechnung ist der Betrieb. Hier wird der eventuell entstehende Gewinn des Betriebes oder der Betriebsverlust festgestellt.

I. Grundbegriffe der Kosten- und Leistungsrechnung und ihre Arbeitsbereiche

1. Kostenarten

Kosten können grob zunächst nach Verbrauchsart ( Werkstoffkosten ), nach Ver­rechnungsart ( Einzelkosten ) oder nach Beschäftigungsgrad ( variable Kosten ) unterteilt werden. Danach findet die Feineinteilung in die nachfolgend genannten Kostenarten statt.

In diesem Zusammenhang sind mit direkt zu verrechnenden Kosten in der Regel Kosten gemeint, die direkt auf das Einzelstück verrechnet werden können. Zu den sog. Einzelkosten gehören Material- und Lohneinzelkosten.

Gemeinkosten sind dagegen Kosten, die nicht direkt auf die direkt auf die Leistung verrechnet werden, wie z.B. die Energiekosten, die in einer Fabrik anfallen. Entsprechende Kosten können ihrer Natur nach einem Kostenträger nicht direkt zugewiesen werden, sondern nur einer Kostenstelle. Die Zuweisung erfolgt letztlich über einen Verteilungsschlüssel. Beispiele für Gemeinkosten sind Materialgemein­kosten ( z.B. Materialanschaffung ) und Fertigungsgemeinkosten. Fertigungsgemeinkosten sind Kosten für Hilfs-und Betriebsstoffe, Kosten für die Produktlagerung etc.. Sonderkosten gehen zwar nicht in Material und Lohn ein, sind aber Kosten, die direkt zugerechnet werden. Kalkulatorische Kosten letztlich sind Kosten, die nicht oder in nicht berechneter Höhe in die Buchhaltung eingehen.

2. Kostenarten- und Kostenstellenrechnung

a) Unter Kostenartenrechnung versteht man den Bereich, der sich mit der Frage befasst, welche Kosten im Betrieb entstanden sind. Kostenarten sind neben dem betriebsfremden Aufwand, der periodenfremder Aufwand, der außerordentlicher Aufwand und der ordentliche Aufwand.

Zunächst ist also noch zwischen Aufwendungen und Kosten zu unterscheiden. Aufwendungen sind alle Vorgänge, die zur Eigenkapitalminderung in einer Periode fuhren, unabhängig, ob ihnen betriebliche Zwecke zu Grunde liegen.

Kosten betreffen nur Aufwendungen des betrieblichen Leistungsprozesses, wie Fertigungsgehälter. Von den Leistungen sind wiederum die Erträge zu unterscheiden. Letztere sind nicht mit Umsätzen gleichzusetzen, sondern finden ihre Ursache im Betriebszweck.

b) Die Kostenstellenrechnung dient dazu, die Gemeinkosten den die Kosten verur­sachenden Kostenstellen zuzuordnen. Mithin wird hier die Frage beantwortet, wo die Kosten angefallen sind. Die Kosten werden durch den Betriebsabrechnungsbogen auf die Kostenstellen verrechnet. Im Rahmen der sog. Abgrenzungsrechnung werden dafür zunächst die aus der Buchhaltung stammenden Datensätze hinsichtlich der Punkte Aufwendungen und Erträge, nachdem sie in Kosten -und Erlösarten zusam­mengefasst wurden, von den Kosten und Leistungen abgegrenzt.

Zum Verständnis der Abgrenzungsrechnung soll zunächst der Begriff der sog. kal­kulatorischen Kosten vorgestellt werden. Kalkulatorische Kosten sind solche, die nicht oder in nicht berechneter Höhe in die Buchhaltung eingehen, wie kalkulatorische Abschreibungen. Bei diesen Kosten handelt es sich nicht um Aufwendungen und Erträge, die dem betrieblichen Leistungsprozess entstammen. Sie sind abzugrenzen.

Danach werden die Gemeinkosten , die meistens noch in allgemeine, Hilfs- und Hauptkostenstellen unterteilt werden, auf die Kostenstellen verteilt. Mithin werden sie zwar nicht einem Kostenträger, aber einer Kostenstelle zugewiesen.

Kostenstellen im Unternehmen sind z.B. der Service Center, der Cost Center und der Profit Center. Das Center- Konzept verleiht ihnen eigene Kostenverantwortung.

Center stellen kleine Unternehmen innerhalb eines anderen Unternehmens dar, die z.B. als Service Center zentral Dienstleistungen fur andere Unternehmensteile gegen Bezahlung erbringen. Hierfür kommen einfache Verwaltungs- und Unterstützungs­prozesse, wie die Datenverarbeitung in Betracht.

Cost Center sind Bereiche, die dem Konkurrenzdruck nicht ausgesetzt werden sollen, wie Forschung und Entwicklung.

Profit Center unterscheiden sich von Cost Centern dadurch, dass sie hohe Gewinne erzielen sollen. Sie sind organisatorisch weitgehend selbst bestimmt, z.B. dürfen erwirtschaftete Gewinne selbst investiert werden.

Die Kostenträgerrechnung ermittelt den Grund der Kostenentstehung, mithin sollen die verursachten Kosten eines sog. Kostenträgers sowie die Struktur der Kosten festgestellt werden, um z.B. eine Basis fur die Preispolitik oder die Planungsrechnung zu erlangen.

Die Kostenträgerrechnung liegt vor in Form der sog. Kostenträgerzeitrechnung, mithin also der Feststellung der Höhe der Gesamtkosten fur einen Kostenträger pro Abrechnungsperiode.

Die Gesamtkosten ergeben sich aus der Addition von fixen Kosten und variablen Kosten und sind von der Ausbringungsmenge abhängig. Abgekürzt werden die Gesamtkosten durch ein großes K gekennzeichnet.

VariableKosten(z.B.Rohstoffe) passen sich demBeschäftigungsgradproportio- nal oder progressiv an. Entweder steigen sie im gleichen Verhältnis bei steigender Ausbringungsmenge oder stärker als die Ausbringungsmenge. Sie werden abgekürzt durch Kv dargestellt.

Das Gegenstück dazu bilden die sog. fixen Kosten ( Kf ), die auch vorhanden sind, wenn ein Unternehmen still liegt.

Bei den variablen Stückkosten werden die variablen Kosten nach dem Schlüssel „Va­riable Kosten / Produktionsmenge = variable Stückkosten”auf eine Produkteinheit gerechnet.

Die Kostenträgerstückrechnung stellt dagegen fest, wie hoch die Stückkosten für jeden Träger sind.

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Details

Seiten
18
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656091486
ISBN (Buch)
9783656091318
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184255
Note
Schlagworte
Vertrieb Vertriebsausbildung und Prüfung Rechnungswesen Controlling und KLR Personalwesen Klausur Musterlösung even-break-point Personalwesen Prüfung Rechnungswesen Prüfung strategisches und operatives Controlling

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Titel: Controlling und Kosten- und Leistungsrechnung  für die Prüfung zur Fachkraft für Vertrieb, Personalwesen und Rechnungswesen mit Klausur und Musterlösung