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Überblick über die Möglichkeiten von Unternehmen zur Kapitalbeschaffung

Seminararbeit 2010 18 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Vorwort

1 Innenfinanzierung
1.1 Selbstfinanzierung
1.2 Finanzierung aus Abschreibung
1.3 Finanzierung durch Vermögensumschichtung
1.4 Finanzierung aus Rückstellungen

2 Außenfinanzierung
2.1 Eigenfinanzierung
2.2 Fremdfinanzierung

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 Lebensphasen eines Unternehmens

Abbildung 2 Formen der Mezzanine Finanzierungen

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

In Zeiten der Finanzkrise entscheidet die Unternehmensfinanzierung mehr denn je über die Existenz von Unternehmen. Ein besonderes Augenmerk sollte auf Unternehmensgründungen bzw. Unternehmen, welche sich in der Startphase ihrer Existenz befinden, gerichtet werden. Diese benötigen zu Anfang nicht nur das nötige Know-how sondern auch die notwendige Liquidität. Hierbei gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie diese beschafft werden kann. Angefangen vom Kontokorrentkredit über die Finanzierung aus öffentlichen Fördermitteln bis hin zur Venture-Capital Finanzierung.

Aber auch Unternehmen, die in ihrer Lebensphase vorangeschritten sind, benötigen immer wieder Kapital zur Anschaffung von Anlagen oder Betriebsmitteln als auch zur Erweiterung bzw. Konsolidierung.

In den folgenden Ausführungen werden die unterschiedlichen Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für Unternehmen, unabhängig von ihrer Lebensphase, dargestellt.

1 Innenfinanzierung

Mit dem Begriff der Innenfinanzierung lässt sich auf den ersten Blick vermuten, dass dem Unternehmen „von innen“ Kapital zufließt. Da jedoch jedes Unternehmen auch auf Zahlungsmittelzuflüsse von außen angewiesen ist, muss der Begriff der Innenfinanzierung differenzierter dargestellt werden. Eine Innenfinanzierung liegt vor, wenn durch betriebliche Prozesse Finanzmittel erwirtschaftet werden.

1.1 Selbstfinanzierung

Die Selbstfinanzierung wird als ein Instrument der Innenfinanzierung bezeichnet. Vereinfacht dargestellt bedeutet die Selbstfinanzierung, dass sämtliche Erträge zu Einzahlungen und alle Aufwendungen zu Auszahlungen führen und dies somit zum Bruttogewinn des Unternehmens führt. Dieser Gewinn steht dem Unternehmen in liquider Form zur Verfügung. Von diesem sind Fremdkapitalzinsen und Steuerzahlungen zu leisten. Außerdem wird ein Teil des verbleibenden Gewinns an die Gesellschafter ausgeschüttet, welche natürlich eine angemessene Verzinsung für ihre Einlage erwarten. Der Rest des Nettogewinns wird einbehalten und steht dem Unternehmen für beliebige Finanzierungszwecke zur Verfügung.

Zu unterscheiden sind hierbei zwei Formen. Zum einen die offene und zum anderen die stille Selbstfinanzierung.

Bei der offenen Selbstfinanzierung wird der aus der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Jahresüberschuss ganz oder teilweise einbehalten. Dieser Gewinn unterliegt der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer sowie der Gewerbeertragsteuer. Somit steht dem Unternehmen bei dieser Selbstfinanzierung nur der Betrag nach Steuern zur Verfügung.

Im Unterschied zur offenen Selbstfinanzierung wird bei der stillen Selbstfinanzierung der Gewinn niedriger ausgewiesen als er tatsächlich ist. Dies ist durch Einbehaltung nicht ausgewiesener Gewinne, sog. stiller Reserven, möglich. Diese werden gebildet durch die Unterbewertung von Aktiva, d.h. Vermögensgegenstände werden zu einem geringeren als dem tatsächlichen Wert angesetzt, und durch die Überbewertung von Passiva, d.h. Verbindlichkeiten oder Rückstellungen werden zu hoch ausgewiesen. Hierbei sind die Bilanzierungs- und Bewertungsfreiräume des HGB sowie des Steuerrechts zu beachten. [1]

1.2 Finanzierung aus Abschreibung

Eine weitere Form der Innenfinanzierung stellt die Finanzierung aus Abschreibung dar.

Die meisten Wirtschaftsgüter verlieren über die Jahre ihrer Nutzung an Wert. Aus diesem Grund wird der Wertverlust abnutzbarer Wirtschaftsgüter durch die jährliche Verbuchung von Abschreibungen auf die gesamte Nutzungsdauer verteilt. Die verrechneten Abschreibungen stellen einen Aufwand in der jeweiligen Periode dar und mindern somit den Gewinn. Der Finanzierungseffekt aus Abschreibungen resultiert daraus, dass die Zuflüsse an Zahlungsmitteln früher als die Abflüsse für die Reinvestition erfolgen. Deshalb besteht die Grundidee der Verrechnung von Abschreibungen in der Substanzerhaltung. In der Bilanz findet dementsprechend ein Aktivtausch statt, d.h. das Sachanlagevermögen verringert sich um die Abschreibungsbeträge und das Geldvermögen wächst um den Zufluss der liquiden Mittel. [2]

1.3 Finanzierung durch Vermögensumschichtung

Bei der Finanzierung durch Vermögensumschichtung handelt es sich um eine Kapitalfreisetzung außerhalb des normalen Umsatzprozesses. Zu unterscheiden ist hierbei die Kapitalfreisetzung im Anlage- und Umlaufvermögen. Im Anlagevermögen wird Kapital durch den Verkauf nicht mehr benötigter Anlagegüter freigesetzt. Hierbei sollte das Objekt zu einem höheren als dem bilanziell ausgewiesenen Wert veräußert werden, damit dem Unternehmen ein Gewinn verbleibt. Ist dies nicht der Fall, so findet lediglich eine Umwandlung von Sachvermögen in Geldvermögen statt. Bei der Veräußerung solcher Vermögensgegenstände sollte das Unternehmen bestimmte Aspekte im Auge behalten, z.B. Objekte, die zu einem hohen Preis veräußert werden können, die keinen Buchverlust zur Folge haben, die die Marktposition oder die Leistungsfähigkeit des Unternehmens nicht beeinträchtigen sowie der Verkauf produktpolitischen Zwecken dient (Straffung des Produktprogramms).

Im Umlaufvermögen kann eine Kapitalfreisetzung durch eine Reduzierung der Vorräte (z.B. durch eine Reduzierung des Lagerbestandes), einen Abbau der Forderungen (z.B. durch Gewährung erhöhter Zahlungsanreize) oder eine Verringerung der Liquiditätsreserven (z.B. der Verkauf von Wertpapieren) erfolgen.

1.4 Finanzierung aus Rückstellungen

Die letzte Form der Innenfinanzierung stellt die Finanzierung aus Rückstellungen dar. Rückstellungen sind Bilanzpositionen, die für ungewisse zukünftige Verpflichtungen gebildet werden. Sie dienen der periodengerechten Aufwandsverrechnung. Der Finanzierungseffekt aus Rückstellungen beruht darauf, dass in einer Periode Aufwendungen verrechnet werden, die erst in der Zukunft zu Auszahlungen führen. Ähnlich wie bei der Finanzierung aus Abschreibungen setzt die Finanzierung aus Rückstellungen voraus, dass den verrechneten Aufwendungen einzahlungswirksame Erträge in zumindest gleicher Höhe gegenüberstehen. Bei der Bildung von Rückstellungen werden erwirtschaftete Finanzmittel an das Unternehmen gebunden. Durch die Reduzierung des Gewinns in Form von Rückstellungen wird die Bemessungsgrundlage für die ertragsabhängigen Steuern ebenfalls reduziert, in Folge dessen dies geringere Steuerzahlungen nach sich zieht. Dies ist jedoch keine endgültige Steuerermäßigung. Es handelt sich vielmehr um Steuerstundung, da bei Auflösung der Rückstellungen wieder mehr Steuern bezahlt werden müssen. Jedoch lässt sich dieser Effekt umso rentabler nutzen, je höher die Rückstellungen sind und je größer der zeitliche Abstand zwischen der Bildung und Inanspruchnahme ist. Werden die Rückstellungen noch dazu rentabel angelegt, entsteht ein positiver Rentabilitätseffekt. [3]

2 Außenfinanzierung

Eine weitere Art der Kapitalbeschaffung für Unternehmen stellt die Außenfinanzierung dar. Hierbei lässt sich wiederum unterscheiden, ob die finanziellen Mittel vom Unternehmen selbst (Eigenfinanzierung) oder durch externe Kapitalgeber (Fremdfinanzierung) beschafft werden können. [4]

2.1 Eigenfinanzierung

Bei der Form der Eigenkapitalfinanzierung kann nicht zweifelsfrei von einer Eigenfinanzierung gesprochen werden, da zu unterscheiden ist, welche Unternehmensform vorliegt und wer in diesem Zusammenhang der Kapitalgeber ist. Beispiele dafür sind sowohl AGs und GmbHs, als auch Personengesellschaften und Einzelkaufleute. [5]

Wie in Abbildung 1 dargestellt, ist bei der Wahl der Beteiligungsform auch zu beachten, in welcher Lebensphase sich das Unternehmen befindet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

2.1.1 Die erste Form der Eigenkapitalfinanzierung bezeichnet man als Private Equity. Private Equity ist eine Anlageklasse, die Produkte wie Venture Capital, Leveraged Buy Out und Mezzanine umfasst. Diese Produkte stellen im Kern Eigenkapital dar, kombiniert mit einer mehr oder weniger intensiven Managementberatung und Managementbetreuung.

Zu unterscheiden ist bei dieser Beteiligungsform die stille und offene Beteiligung.

Bei einer stillen Beteiligung hat der Eigenkapitalgeber ein Recht auf Gewinn- und Verlustbeteiligung, allerdings kein Mitspracherecht. Der stille Kapitalgeber hat keine Leitungsbefugnisse aber Kontrollrechte. Eine Verlustbeteiligung kann vertraglich ausgeschlossen werden. Zu den offenen Beteiligungen zählt man die direkte und indirekte Beteiligung. Wird durch einen Mitunternehmer eine Einlage geleistet, so bezeichnet man dies als direkte Beteiligung. Erfolgt eine Einlage über einen Finanzintermediär, wie z.B. eine Venture Capital - Gesellschaft, so spricht man von einer indirekten Beteiligung. Letztere ist besonders durch die Unterstützung des Managements in strategischen Fragen der Unternehmensführung geprägt. [6]

2.1.2 Die zweite Form der Eigenkapitalfinanzierung stellt das Mezzanine Capital dar. Mezzanine stammt aus dem englischen und wird in der Architektur als Begriff für ein Halb- oder Zwischengeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes verwendet. Unter Mezzanine Capital versteht man eine hybride Finanzierungsform aus Eigen- und Fremdkapitalanteilen. Mezzanine bedeutet hierbei eine Finanzierungsform, die zwischen Rendite und Risiko, also zwischen Eigen- und Fremdkapital, zuzuordnen ist. Abbildung 2 zeigt die verschiedenen Formen dieser Beteiligungsfinanzierung. [7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

[...]


[1] vgl. Corporate Banking, Frankfurt School Verlag, Seite 204

[2] vgl. Corporate Banking, Frankfurt School Verlag, Seite 204

[3] vgl. Corporate Banking, Frankfurt School Verlag, Seite 204

[4] vgl. Hölscher R., BankCOLLEG BWL, Kapitel 14, Seite 5

[5] vgl. Hölscher R., BankCOLLEG BWL, Kapitel 19, Seite 5

[6] vgl. Corporate Banking, Frankfurt School Verlag, Seite 266

[7] vgl. Corporate Banking, Frankfurt School Verlag, Seite 270

Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656089117
ISBN (Buch)
9783656089384
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184210
Institution / Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
2,3
Schlagworte
Innenfinanzierung Außenfinanzierung Mezzanine Abschreibungen Rückstellungen Konsolidierung Private Equity Venture Capital Leveraged Buy Out Factoring Aval

Autor

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