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Dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen

Seminararbeit 2011 21 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.1.1. Forschungsstand
1.1.2. Zusammenfassung
1.1.3. Ziele der Arbeit
1.2. Abgrenzung der Arbeit

2. Methoden
2.1. Ziele
2.2. ADEPT-Methode
2.3. Die ADEPT-Architektur
2.4. Weitere Methoden
2.4.1. AHEAD-Methode
2.4.2. WASA-Ansatz
2.4.3. WIDE

3. Methodenvergleich

4. Ausblick und Erwartung
4.1. Entwicklung des Prozess-Management-Systeme Marktes
4.2. Wohin geht die Entwicklung von ADEPT / AristaFlow BPM Suite

5. Fazit

6. Glossar

7. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: IT-Priorität (Gartner 2010 CIO Agenda Exec Summary)

Abbildung 2: Vergleich von dynamischen und statischen Prozessen (Das ADEPT-Projekt, Reichert und Dadam S. 226)

Abbildung 3: Vergessener Kontrollkonnektor (Von ADEPT zur AristaFlow BPM Suite- Eine Vision wird Realität, P. Dadam, M. Reichert, S. Rinderle-Ma, K. Göser, U. Kreher, M. Jurisch, 2009, S.3)

Abbildung 4: Modellierung eines Workflows in ADAPT base (ADEPT flex—Supporting Dynamic Changes of Workflows Without Losing Control, M. Reichert, 1998)

Abbildung 5: Eine Schleife in ADEPT base (ADEPTflex—Supporting Dynamic Changes ofWorkflows Without Losing Control, M. Reichert, P. Dadam, 1998)

Abbildung 6: ADEPT System Architektur (ADEPT Workflow Management System: Flexible Support for Enterprise-Wide Business Processes, M. Reichert, S. Rinderle,P. Dadam, 2003)

Abbildung 7: Dynamische Prozessmanagement Systeme (nach Management dynamischer Geschäftsprozesse auf Basis statischer Prozessmanagementsysteme, R. Wörzberger, 2010, S.181)

Abbildung 8: Zukunftsthema Geschätsprozessmanagement, Würzburg (Prof. Dr. R. Thome, C. J. Papay 2010)

Abbildung 9: Zukunftsthema Geschätsprozessmanagement, Würzburg (Prof. Dr. R. Thome, C. J. Papay 2010)

Abbildung 10: ADEPT Prozess-Metamodell (Universität Ulm Abt. Datenbanken und Informationssysteme, Prof. Dr. P. Dadam 2011)

Abbildung 11: Realisierung prozessorientierter Informationssysteme mittels „Plug & Play“, (Universität Ulm Abt. Datenbanken und Informationssysteme, Prof. Dr. P. Dadam 2011)

1. Einleitung

Geschäftsprozesse und Geschäftsprozessmanagement sind ein akut wichtiges und aktuelles Thema für Unternehmen und deren IT. Dabei zeichnet sich der Trend ab, dass immer mehr Geschäftsprozesse modelliert und bspw. online ausgeführt werden (Beispiel E-Commerce). Nun müssen allerdings bei der Ausführung dieser Prozesse feste Routen, mit wenigen Möglichkeiten der Abweichung, ausgewählt werden. Dies ist bei einfachen Geschäftsprozessen kein Problem, kann aber bei komplexeren Prozessen durchaus zu Problemen führen. Hier kommt die dynamische Anpassung von Geschäftsprozessen, vor allem während des Ausführens, ins Spiel. Dieser Trend ist zwar in der Geschäftsprozessmodellierung bzw. in Process Management Systems angekommen, allerdings bisher nur unzureichend implementiert.

Diesem Problem, welches im Folgenden vertieft und differenziert wird, widmet sich diese Seminararbeit. Nachdem das Problem umfassend dargestellt wurde, werden in Kapitel II und III Methoden zur Lösung vorgestellt, sowie systematisch verglichen und ein Lösungsansatz gegeben.

Außerdem wird in Kapitel IV ein Ausblick gegeben, wie sich Process Management und die dynamische Anpassung von Geschäftsprozessen in Zukunft entwickeln könnte und des Weiteren ein Fazit gezogen (Kapitel V).

Ziel ist es, dem Leser der Seminararbeit einen Überblick über Thema „Dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen während der Ausführungszeit“ zu geben, die Problematik und Probleme die es dabei gibt zu erläutern, sowie Methoden und Lösungen vorzustellen. Die Inhalte beruhen auf wissenschaftlich fundierten Quellen und sind mit Belegen und Verweisen versehen. Den Grundstein der Seminararbeit bilden vor allem Erkenntnisse aus den Veröffentlichungen von Peter Dadam, Manfred Reichert und Stefanie Rinderle-Ma, welche auf diesem Forschungsgebiet der Geschäftsprozessmodellierung die größte Aktivität zeigen.

1.1. Problemstellung

Die Problemstellung dieser Seminararbeit ergibt sich aus der Ausgangsliteratur „Prozessmanagementsysteme“ von Dadam, Reichert und Rinderle-Ma, welche sich in diesem Artikel vor allem mit der Notwendigkeit der dynamischen Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen befassen.

Der Problematik liegen mehrere Ursachen zu Grunde. Wie zum Beispiel die immer komplexer werdenden Anforderungen an Geschäftsprozesse. Da sich sowohl Unternehmen, als auch ihre Umwelt immer schneller entwickeln und sich der Wettbewerb immer weiter verschärft, müssen diese Unternehmen in der Lage sein, auf diese Entwicklungen zu reagieren oder diese im Voraus einzuplanen. Dafür benötigt man Unterstützung im Process Management. „Möchte man eine durchgängige Prozessunterstützung realisieren, die von den elementaren Arbeitsabläufen bis hin zu anspruchsvollen Entscheidungsprozessen reicht, benötigt man PMS, die erheblich flexibler sind als die derzeit gängigen Systeme.“ (Dadam, Reichert & Rinderle-Ma, 2011, S. 366)

Wie das Zitat verdeutlicht, fällt dies Unterstützung mit aktuellen Methoden der Geschäftsprozessmodellierung noch sehr schwer, da diese zwar bekannt und bewährt sind, allerdings keinerlei dynamische Anpassungen während der Prozesslaufzeit ermöglichen, sondern nur während der Entwurfszeit. Ganz davon abgesehen werden viele Geschäftsprozesse noch mit der Hand und papiergebunden durchgeführt.

Nun sollte dem Leser klar sein, dass es bei komplexeren Prozessen nahezu unmöglich ist, jegliche Fehlerquellen und Prozessabnormalitäten beim Entwurf zu modellieren. Außerdem werden Interaktionen mit dem Kunden immer wichtiger und nehmen bspw. durch E-Business immer weiter an Komplexität zu. Ein weiteres Ziel ist es Kosten und Bearbeitungszeit zu senken und den Komfort für Anwender und Endnutzer zu steigern.

Dieses Problem haben laut einer Studie (Abbildung 1) von Gartner, Inc. 2010 die meisten Unternehmen erkannt. Sie illustriert deutlich, dass das Verbessern von Business Process (Management) (BPM) bei CIO-Verantwortlichen die höchste Priorität hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: IT-Priorität (Gartner 2010 CIO Agenda Exec Summary)

Die Befragung zeigt außerdem, dass die Priorität in Bezug auf das Verbessern von Geschäftsprozessen für das Jahr 2013 auf dem zweiten Platz gesehen wird. Man könnte diesen Umstand so interpretieren, dass die CIO davon ausgehen, dass bis dahin die Business Prozesse verbessert und agiler sind und somit die Notwendigkeit deren Qualität weiter zu steigern nachlässt.

Um diese Problematik zu lösen empfiehlt sich laut Dadam, Reichelt und Rinderle-Ma die Einführung eines Process Management System (PMS), allerdings nur unter der Bedingung, dass dieses die dynamische Anpassung eines Geschäftsprozesses während der Ausführungszeit ermöglicht. Welche Anforderungen an dieses gestellt werden hängt im Allgemeinen dennoch vom Unternehmen ab. Ein Vorschlag dazu die Autoren in ihrem wissenschaftlichen Beitrag wie folgt:

- ,,aktiven“ Prozessunterstützung, indem den Bearbeitern die für sie bestimmten Aufgaben in deren Arbeitslisten gestellt werden, sobald diese Aufgaben ausführbar sind,
- Automatisierung von Teilaufgaben bzw. Teilprozessen,
- Integration heterogener Anwendungssysteme,
- rascheren Anpassbarkeit der betrieblichen Abläufe an neue Gegebenheiten und

besseren Nachvollziehbarkeit einzelner Prozessausführungen, z. B. im Zusammenhang mit der Erfüllung von Compliance-Vorgaben.

(Dadam, Reichert, Rinderle-Ma, Prozessmanagementsysteme, S. 364, 2011)

Natürlich braucht nicht jeder Geschäftsprozess ein PMS, geschweige denn eine komplexe Modellierung. Sucht zum Beispiel ein Vertriebsmitarbeiter in einem kleinen Unternehmen die Telefonnummer eines Kunden, braucht er kein PMS, dafür reicht theoretisch eine kleine Datenbank oder eine Excel-Liste oder gar ein Notizbuch. Ein Beispiel welches den Einsatz eines flexiblen PMS erfordern würde wäre eine Online-Zahlung per Kreditkarte. Hier könnte ein Endnutzer eine Ware X oder Dienstleistung Y online ordern wollen und diese dann per Kreditkarte zahlen. Dabei könnten nun eine Menge Probleme auftreten, welche nicht unbedingt alle vormodelliert wurden und somit keine Alternativlösungen vorhanden sind. Wenn diese Konflikte nicht während der Ausführung des Prozesses gelöst werden könnten, würde der Kunde ggf. sein Vorhaben abbrechen und dem Unternehmen die Einnahme und ein potentieller Neukunde entgehen.

Weiter kann die Einführung bzw. die Verbesserung der Geschäftsprozesse auch finanzielle und zeitliche Ressourcen einsparen. Dieser Fakt dürfte unter anderem auch dafür sorgen, dass sich die IT-Verantwortlichen weiterhin mit dem Thema beschäftigen.

Die folgende Abbildung illustriert den Unterschied zwischen einer dynamischen Geschäftsprozessinstanz in ADEPTflex, welche zur Ausführungszeit veränderbar ist (Ein Knoten wird während der Ausführung gelöscht) und einem Geschäftsprozess in BPMN, welcher ein statisches Schema verfolgt (alle AND-Gateways müssen während der Ausführung durchlaufen werden).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Vergleich von dynamischen und statischen Prozessen (Das ADEPT-Projekt, Reichert und Dadam S. 226)

1.1.1. Forschungsstand

Der Forschungsstand in diesem Bereich der Prozessmodellierung ist noch recht gering und die Lösungsansätze sicher noch nicht ausgereift. Trotz der enormen Wichtigkeit und Verbesserungspotenziale finden sich recht wenige Akademiker und Praktiker welche sich mit der dynamischen Anpassung eines Geschäftsprozesses während der Ausführungszeit beschäftigen. Auch findet sich im Vergleich zu anderen Themen im Bereich Geschäftsprozessmodellierung wenig Literatur zu diesem Thema.

1.1.2. Zusammenfassung

Zusammengefasst haben Unternehmen bei der Nutzung ihrer aktuellen (sofern vorhanden) Process Management Systeme das Problem, dass diese größtenteils ausschließlich auf vormodellierte Abläufe basieren und keine Abweichungen während des Prozessablaufes zulassen. Dies würde allerdings nur funktionieren, wenn man davon ausginge, dass jegliche Prozessaktivitäten vormodellierbar wären, was selbst an einem einfachen Beispiel (siehe oben) widerlegt werden konnte.

Diese Systeme sind somit für keine Geschäftsprozesse einsetzbar, welche flexible Interaktionen während des Ablaufs erfordern (könnten). Die Seminararbeit wird sich hauptsächlich mit der Flexibilität von Prozessen bzw. Prozessinstanzen zur Ausführungszeit beschäftigen und Lösungsansätze, basierend auf neuartigen Methoden, vor allem der ADEPT - Technologie, aufzeigen.

1.1.3. Ziele der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es die bestehenden Probleme hinsichtlich der Anpassung von Geschäftsprozessen während der Ausführungszeit darzustellen, zu bewerten und Lösungsansätze für die Problematik zu finden. Dabei werden verschiedene Methoden des Business Process Managements vorgestellt und vor allem Bezug auf die ADEPTTechnologie und die AristaFlow BPM Suite genommen.

1.2. Abgrenzung der Arbeit

Die in der Einleitung kurz erwähnten Vorschläge und Methoden um Geschäftsprozessinstanzen während ihrer Ausführung dynamisch anzupassen sollen ausschließlich eine kleine Übersicht über den Inhalt der Seminararbeit geben, damit der Leser die Problemstellung bereits mit Lösungsmöglichkeiten verknüpfen kann und den Kontext zwischen diesen sieht. Im weiteren Teil der Arbeit wird vor allem auf die ADEPT-Technologie und die AristaFlow BPM Suite vertieft vorgestellt, da diese bis dato mehr oder weniger einzigartig ist.

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Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656082613
ISBN (Buch)
9783656082927
Dateigröße
908 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183801
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg – Informatik
Note
Schlagworte
Geschäftsprozess Dynamisch Instanz ADEPT ADEPT2 Geschäftsprozessmanagement Dadam Reichert Gartner 2011 Anpassung statisch Methode Ziele YAWL ADEPTflex Architektur AHEAD WASA WIDE Methodenvergleich Informationssystem Forschung

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Titel: Dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen