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Kultureller Astigmatismus in der Weltpolitik

Die Überwindung des politischen Astigmatismus durch eine neue Bewusstseinskultur im Hinblick auf eine neue Kultur der internationalen Beziehungen

Fachbuch 2011 153 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Sonstige Staaten

Leseprobe

CONTENTS/INHALT

TEIL 1 Kulturbewusstheit in der nationalen und internationalen Politik Präambel: Diverse politische Standpunkte
1. Der interkulturelle Standpunkt: Kulturelle Selbst- und Fremdbewusstheit in der internationalen Politik
2. Der klassische Standpunkt: Trojanische Pferde und das trojanische Prinzip
3. Der US-Standpunkt: Interview mit Dr. John F. Nash - Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften, Princeton University, Princeton/USA
4. Der Standpunkt der Achse Berlin-Paris; Das Spiel der Allianzen: Erbfeindschaft, Partnerschaft, Freundschaft und Komplizität
5. A strategic standpoint: Supreme Bargaining Power versus Supreme Military Power

TEIL 2 Der transdisziplinäre transkulturelle Forschungsstandpunkt: Die Überwindung des politischen Astigmatismus durch eine neue Bewusstseinskultur im Hinblick auf eine neue Kultur der internationalen Beziehungen
1. A critical review of the global cultural paradigm
1. The state of the intercultural art and science : On human relativity in intercultural research
2. Enhancing the intercultural art and science: Sources, models and the achievement of supreme cultural intelligence
3. Der ethische Standpunkt: Die Revolution der Nächstenliebe als Management der globalen Krise
4.Global Culture Systems Analysis: Sustainability and Accountability Postscriptum

Teil 1 Kulturbewusstheit in der nationalen und internationalen Politik

Präambel: Diverse politischeStandpunkte

The Statesman’s View

If we seek to understand a people,

we have to try to put ourselves,

as far as we can,

in that particular historical and cultural background…

(Jawaharlal Nehru, Indian statesman, quoted form Nancy Adler; for further references see J. F. K. quotation further below)

…the “persistent curse, consisting in the compulsion people feel to define the meaning of their lives in positive terms with reference to those who are like them racially, tribally, culturally, religiously, politically, and by negative reference to those who are different. People then feel compelled to oppress those who are different when they are small and powerless enough not to prevent it. …the whole course of human history can be seen as a struggle to expand the definition of who is ‘us’ and shrink the definition of who is ‘them’.”

(Former US president Bill Clinton from International Herald Tribune, December 19th, 2002, quoted from DICM, Univ. of Cambridge 2004)

Let us not be blind to our differences – but let us also direct attention to our common interests and the means by which those differences can be resolved.

(Former US president John Fitzgerald Kennedy, Former President of the United States, quoted from Nancy Adler, International Dimensions of Organizational Behavior, South-Western 2002)

Nationalism Means War.

(Former French President François Mitterrand, statement in Moscow, not long before his demise)

The twenty first century will be metaphysical or it will not be.

(Former French President General Charles de Gaulle’s Minister of State for Cultural Affairs, A. Malraux, 1973)

1 Der interkulturelle Standpunkt: Kulturelle Selbstbewusstheit und Fremdbewusstheit in der internationalen Politik

Sowohl in den persönlichen, als auch in den kollektiven, intrakulturellen und interkulturellenBeziehungen bestätigt sich das nachfolgende biblische Wort, demzufolge wir zwar den Splitter in den Augen des Andern sehen, den Balken in unserem eigenen Augen hingegen nicht bemerken:

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?Mt 7,3” (Quelle: Universität Innsbruck Online)

Viele Volksgruppen und Nationen, Völker und Sprachen sind Opfer dieses überzeitlichen Syndroms unausgewogener und daher unvollkommener Selbst- und Fremdbewusstheit. Der Despotismus, und der Kommunismus, sowie der Fundamentalismus und das nationale Machtgebaren diverser Staaten und anderer individueller und kollektiver Akteure haben dies astigmatische Gemeinsamkeit, für die eigenen Fehler blind zu sein, während sie den vermeintlichen Defiziten anderen überproportionale Bedeutung beimessen. Dieser rote Faden zieht sich durch die Geschichte der Individuen und Gruppen und legitimiert direkte und indirekte Interventionen, die ansonsten nicht existierende Konflikte heraufbeschwören.

Die sozialistische Doktrin hatte trotz unübersehbarer Defizite, wie wir heute in der Rückschau erkennen, dennoch die Bedeutung der Nichteinmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten erkannt und sie zu einem theoretischen Pfeiler ihrer Ideologie gemacht, aber, wie wir heute wissen, hat auch sie an diesem Astigmatismus gelitten und permanent ihre verborgene Agenda der verdeckten Invasion, insbesondere der emergenten Welt der damaligen Entwicklungsländer Afrikas und Asiens praktiziert. So hatte beispielsweise die Handels- und Fischereiflotte sehr oft militärisch, nachrichtendienstliche Aktivitäten in ihrem Schlepptau, was darauf abzielte den ideologischenSplitter in den Augen der Zielländer durch den ideologischen Balken in den eigenen zu ersetzen. Diese Aktivitäten der ideologischenUnterwanderung führten dann in aller Regel irgendwann, nachdem die das Unkraut ausgesät und aufgegangen war, zu den zahllosen Stellvertreter-Bürgerkriegen derstrategischenglobalen Akteuren der bipolarisierten Welt zwischen Washington und Moskau jener Epoche. Und mit der Multipolarisierung der postkommunistischen Welt multipolarisieren und multiplizieren sich dies kulturellen Optiken proportional. Infolge einer weltweiten Relativierung von ethischen Standards im Zuge des Auftreten im zahlreicherer Akteure auf der Weltbühne, nehmen die Astigmatismen sogar überproportional zu und somit die dadurch bedingten Konflikte, bei denen immer jeweils eine Partei und ihre Alliierten der Meinung ist: „Meine Sichtweise ist richtig und die der Anderen ist falsch“, aus welchen Gründen auch immer.

Auch wenn Deutschland ein schlechter Partner der westlichen Allianz zu sein scheint, wenn es sich weigert, sich in den vereinten Nationen martialisch zu bekennen und zu profilieren, wenn es einen vermeintlichen metaphorischen Balken auf dem Planeten zu entfernen gilt, so könnte man dies dennoch positiv in dem Sinne umdeuten, dass man etwas von der überzeitlichen astigmatischen Konfliktlogik verstanden hat und sich einfach weigert, dieses Spiel weiterzuspielen, bis es eine kritische Masse anderer globaler Akteure gibt, die dieselbe Erkenntnis haben und somit diese, auf einseitiger Wahrnehmung basierenden Konflikte, in den Annalen der Menschheitsgeschichte verschwinden können. Es kann, jenseits von strategischerNibelungentreue von einer höherenStufe kulturellerBewusstheit gedeutet werden. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch eine internationale Verpflichtung zur humanitären Hilfe für reale und potentielle Opfer der Tyrannen gibt. Es geht jeweils um ein ausgewogene Erkenntnis und psychologisch-politische Optik, das rechte Verständnis und die Umsetzung des überzeitlichen biblischen Maßstabs in die Praxis, die ihre Erkenntnis aus Äonen und Myriaden vonPräzedenzen bezieht und somit die Kurzsichtigkeit moderner Kurzfristigkeit an Tiefe, Höhe und Weite der Erkenntnis weit transzendiert. Allein dieser weitest denkbare Bewusstseinsraum wird den internationalen Managementherausforderungen des globalen geopolitischen Raums gerecht.

Gibt es eine Alternative zu diesem astigmatischen, biblisch untermauerten Konfliktprinzip, das auch geschichtlich, psychologisch, strategisch, ideologisch - bereichsübergreifend - formuliert werden kann?Der noch schwelende arabische Frühling ist ein aktuelles Beispiel für dieses Syndrom, das Interventionen ansinnt, die dazu tendieren, unübersehbare Folgekonflikte auszulösen, die häufig ein Sprung vom Regen in die Traufe sind, in dem Sinne, dass Diktaturen von Islamisten abgelöst werden, die bislang unter westlichem Einfluss den Fundamentalismus eingedämmt haben. Die astigmatischen Interventionen können also ideologische Schleusentore öffnen, die jene Nationen mit kulturkonformen Autoritäten Mitteln verschlossen hielten.

Gibt es eine Alternative zu diesem ewigen Karussell der Menschheitsgeschichte, das darin besteht, auf Grund der Wahrnehmungvermeintlicher Balken in fremden Augen diverse Formen der Einmischung zu legitimeren. Dieses Prinzip scheint ein kollektives wie individuelles Syndrom des Menschen schlechthin zu sein und ist nicht zuletzt deshalb als überzeitliches Prinzip von den zeitlosen Bibel mit universellen, die Zeit überdauernden Wahrheiten, expressis verbiss in einer universell verständlichen und psychologisch konsistenten Metapher formuliert worden. Das bedeutetnatürlich nicht dass man, wie betont, Tyrannen gewähren lassen soll, denn das wäre ein umgekehrterAstigmatismus, der den Balken in jener Augen nicht sieht und aus einerpersönlichenInteressenlageheraus parteiisch beurteilt oder beschönigt. Komplizen - soweit sie sich nicht verraten - sehen in ihren Augen gegenseitig nur Splitterstatt Balken. Feinde sehen in ihren Augen gegenseitignur Balken. Solcherlei Prinzipien psychologischer Optik bedingen die Geschicke der Welt.

Es ist ein kulturhistorisches Missverständnis, davon auszugehen, dass diverse kulturelle Gruppen in den eigenen Zeithorizonten und kulturellen Kategorien und Wertesystemen denken müssten, das dem Astigmatismus zugrunde liegt, denn alles hat einen Kontext, wie wir seit Jahrtausenden wissen und was die empirische interkulturelle Managementforschung in der Gestalt der Nichtübertragbarkeit von Managementphilosophien und Systemen von einem Kulturkreis in einen anderen beginnend mit Hofstedes interkultureller Managementforschung in der achtziger Jahren in kulturanalytischen Parametern statistisch untermauert für das globale Management formuliert hat.

Kulturanthropologisch autoritäre Kulturen mit einer nahtlosen Geschichte des kulturellen und daher politischen Autoritarismus über Jahrhunderte und sogar Jahrtausende, die zudem in ganz anderen Zeithorizonten denken, wobei das Alte nimmer in das Neue hineinfließt, können nicht kurzfristig nach kulturfremden Maßstäben umgekrempelt werden. Auch in Folgesystemen gleich welcher Art, wird die zeitresistente kulturelle Präferenz, die sich fraktal in den institutionellen Bereichen einer Gesellschaft zu reflektieren scheint, immer wieder, in welchem System auch immer, mit der Zeit wieder den kulturellen Boden zurückerobern und die Folgesysteme werden vom langfristig angelegten kulturellen Formkörper erneut geprägt werden.

Alle Gewaltmaßnahmen, die die kulturellen Gesetzmäßigkeiten ignorieren, sind menschlich und materiell sehr kostspielig, wie wir seit dem Vietnamkonflikt über die im Nahen Osten bis zum arabischen Frühling beobachten können.

So langsam scheint sich die Erkenntnis, dass man Länder nach außen scheinbar beherrschen, aber die kulturellen Formwerkzeugenachfolgender Systeme nicht beseitigen kann, auch in strategischenKreisen durchzusetzen. Großmächte, wie die ehemalige Sowjetunion und die Nato, auch der deutsche Partner, sind nun mehr und mehr vor diese Tatsache gestellt und man versucht sich daher scheinbar, zumindest hierzulande, aufmehr Hilfe zur Selbsthilfenach den lokalenkulturellen Maßstäben, statt gegen die Kultur, und auf humanitäre Hilfe als Instrument der internationalen Politik zurückzubesinnen.

Will man ein kulturell determiniertes autoritäres System ausmerzen, so wachsen der Autoritarismenin der Gestalt ein Hydra in diversen Formen solange weiter, wie die Kultur braucht, um einen der Tiefe der kulturellen Konditionierung gemäßen kulturellen Wandel durchzumachen. Kulturelle Zeithorizonte von Jahrtausenden drängen ein weiteres zeitloses Dictum auf, das das lautet, „alles hat eine Zeit“ (Kohelet), alle diese Maßgabe nicht beherzigenden Strategien des Managements des kulturellen und politischen Wandels erweisen sich langfristig bisweilen als nichtnachhaltiger „Windhauch und Luftgespinst“ (Kohelet)

Betrachten wir als Beispiel das arabische Kernland Saudi-Arabien, das der Bezugspunkt der araboislamischen Welt ist, zu dessen Westen sich der der sogenannte Maghreb progressiverer arabischer Staaten Nordafrikas bis zum Atlantik erstrecht,und zu dessen Osten sich der bis Südwest Asien erstreckende sogenannte Mashregeher traditionell geprägter islamischer Staaten befindet.

Seit annähernd zehntausend Jahren ist das kulturhistorische Bezugssystem der arabischen Halbinsel für die arabisch-islamische Welt von sich überlagernden und verstärkenden Formen des Autoritarismus geprägt, beginnend mit der sogenannten "Scheichokratie" oder "Bedukratie" der Wüstennomadenphase, gefolgt von der ottomanischen Variante des Autoritarismus und schließlich der islamischen Variante, die in den Determinismus der westlichen, zumeist US amerikanischen Ölkonzerne führt. Diese progressiveVerstärkung des autoritäre Syndroms in diverser Gestalt ist kurzfristigirreversibel verankert und eine kurzfristige Umkehrung, mit welchen Mitteln auch immer wäre blanker kulturelle Astigmatismus. Und die anderen Staaten des Maghreb und Mashregreplizieren, nicht zuletzt diese Kultur in fraktaler Formentsprechend deren spezifischerenkulturkontextuellen Prägung.

Nun eine Passage des Kapitels Managing Cryptic Icons Culturally aus Transcultural Management – Transkulturelles Management, das den Karikaturen-Streit zum Thema hat:

…Teilhard de Chardin might still find a silver lining which any dark cloud carries with it, on the assumption that even clashes and ‘conflicts lead to a stronger and stronger mutual interpenetration’, which we can view as the beginning of awareness and hopefully a development process of a virtuous cycle of reconciliation of the two cultural assumptions (dimensions) over a third dimension of time, in a fourth dimension of cultural space, created by the two seemingly antagonistic assumptions of Western freedom of the press universalism versus Arabic religious particularism, which we can consider, in dilemma theory, as development processes, as the two strands of the double helix of the DNA biological paradigm. We shall come back to this later. Secondly, the iconic information at stake here is clearly perceived in specific, culture–contingent ways. Thirdly, F. Scott Fitzgerald’s fast track, high-level cognitive reconciliation solution comes to one’s mind, according to which ‘the test of a first rate intelligence is ‘the ability to hold two opposed ideas in the mind – the western universalist assumption about the nature of an icon versus the Muslim particularist assumption, though both positions may pretend to the universalist rule, the other being the particularist exception – at the same time and retain the ability to function’, without becoming dysfunctional, one may add.

To further analyse the culture-contingent perception, the power and meaning of images in general and religious images in particular, they should be correlated to Trompenaar’s Specific-Diffuse dichotomy: In the fairly specific Northern European, Scandinavian cultural context, an image - although images are more diffuse by nature than words – is more bounded, atomistic in its intention and power, highlighting a specific issue. Whereas in the more diffuse Arabo-Islamic world cultures, images more strongly permeate the diffusely interconnected whole of the social tissue: atomism versus holism. The diffuse culture’s heightened sensitivity to the more diffuse iconic communication style – the culturally preferred higher context communication mode - may explain some of the taboo regarding religious imagery. However, if not only the taboo is interfered with, but even further corrupted through misrepresentation, the culture clash is reinforced. It is further aggravated by the emotional response bias by the culture members in question to the 'kafir' (the unbelievers, meaning all non-Muslims), the morally corrupt westerners - amalgamating the specific situation with the culturally conditioned east-west fault line over centuries - leading to a holistic, strongly evaluative response. This in turn, uncontrolled by questioning and checking routines of the input data based on mutual cultural unawareness, leads to inappropriate initiatives as illustrated by Schein’s ORJI model, highlighting the effective intrapsychic processing of cultural information, or the absence of it in this case. The response is further reinforced through submissiveness to and emotional dependence on authoritarian leaders, which is characteristic of the high power distance cultures of Arab and Muslim cultures. When they instrumentalize the situation for their ideological purposes, the fall-out increases. As these cultures are also fairly collectivistic, a strong in-group/out-group consciousness further reinforces the fault-line, susceptible of being leveraged. Furthermore, in those cultures, where the religious and the legal system coincide correlative to the progressiveness or traditionalism of the country cultures, tampering with the core values embodied in the icons of the former, means interfering with the latter, which has a destabilizing impact on a stability, certainty and continuity seeking and uncertainty avoiding culture. And, in Hofstede's dimensional terminology, the cultures of the Arab World have the common feature of high uncertainty avoidance index scores. In the cultural context of powerful worldly and spiritual leaders, who in the ascriptive Muslim cultures are endowed with unquestionable authority, reinforced by a constraint culture (En Shah Allah), there is a merger of the will of the leader and the will of God, leading to the quintessential meaning of Islam and its core value, which is ‘submission to the will of God’. A worst case scenario, based on historical analogies can look like this: The combination of strong collectivist ideologies in the hands of powerful leaders and nations on the march, that is with the time/space orientation of establishing in the long-term the global ‘umma’, in this case, can become a lethal fighting weapon, as we have seen in the case of the three major dictatorships of the 20th century, referred to by Charles Hampden-Turner, which according to him functioned on suchlike formulas.

But let us qualify our fearful perception through more cultural considerations: We have explained the cluster of cultural value preferences of the Islamic world and its connection to intrapsychic information processing, which help the understanding of behavioural patterns observed these days, in connection with the cartoon dilemma. Culturally interpreting the vociferous, exorbitant use of language, one must know that exorbitant use of language is Arab emotional, relationship-oriented culture normality, even shouting down someone to obtain his favour is a cultural value preference and as such not altogether negative. There is also so-called Arab duality, which considers dualistic love-hate, friendship-enmity relationships as normal, natural and healthy. As they are fairly outer-directed cultures there is a potential of positive processing of appropriate input signals from the West. The locus of control and the superego being fairly externalised, the leaders seem to be a key to these cultures. But what is their mindset? They are personalistic, paternalistic, leading by the principle of consultative authority as enjoined by the Quran.

What is the culturally appropriate response to this Muslim culture diagnostic: Strategically, in the strongly power-centralised cultures, senior leaders should initiate formal and informal relationships to consult with the key figures of those cultures.

Der große Balken in den Augen der autoritären Regime verringert sich offenbar proportional zum wirtschaftlichen Interesse potentiellinterventionistischer strategischer Akteure und er minimisiert sich ebenfalls für den Fall dass ein gefährlicher strategischerDominoeffekt einer Einmischung in die internen Angelegenheiten folgen können oder wenn die Akteure schlichtweg weder strategisch noch ökonomisch noch anderweitig interessant zu sein scheinen. Die Diagnose der strategischmotivierenden Balkenlage ist also mit der subjektivenInteressenlage korreliert und somit astigmatisch oder unausgewogen.

Der Konfliktinder eigenen Optik wird im globalenUmfeld als Konflikt externalisiert. Deshalb ist eine nachhaltige Veränderung weniger in zweifelhaftenInterventionen zu suchen, die das eigentlich durch die UN verbriefteRecht auf Selbstbestimmung der Nationen umgehen, das nach den eigenen kulturellen Maßstäben und Interessenlagen als Pflicht zur Interventionumgedeutetwird, als vielmehr in der Justierung der eigenen Optik, die sowohl kulturrelativ als auch anderweitig subjektiv, beispielsweise durch strategische und Ressourcenbezogene Interessen determiniert ist.

Eine Beilspiel gebende ethischere unddemokratischere Vorgehensweise, die vom Mangel des psychologischen und kulturellen Astigmatismus frei ist, bestünde darin, sich eingehender des vermeintlichen Splitters im eigenen Auge, der in der Tat ein Balken ist, der den eigenen im kulturell fremden Auge widergespiegelt zuerkennen und ihm im eigenen Feld zubegegnen und ihn dort zu besiegen und zu entfernen, soweit dies möglich ist.

Die westlichen gesellschaftlichen Verwerfungslinien sind nur formell verschieden, aber gehorchen demselben Prinzip interkultureller Unausgewogenheit der Optik entsprechend den subjektiven Interessenlagen. Man kann nicht die fremden Verwerfungslinien ausräumen wollen, während man die inländischen im Wege der Splitter-Balkenlogik der Wahrnehmung nicht nur ignoriert, sondern im Prinzip ebenso perpetuiert, wie die anderen dies tun. Die moralische Legitimation ist daher nur unzulänglich für eine die den kulturellen Kontext ignorierende Intervention gegeben, die sich aus demselben Grund erfahrungsgemäß für keine Partei auszahlt, sondern weitere Konfliktkreisläufe verursacht, die höchstens der Lobby der Waffenindustrie und vermeintlichen partei- oder persönlicher politischer Erfolge dienlich zu sein scheinen.

Dagegen sollte die moralische Integrität der intervenierenden Akteure durch konsequente Demokratisierung im eignen Land, sowie die definitive BeseitigunginterkulturellersozialerVerwerfungslinien in der Praxis realisiert werden.

Dieser moralische Status kann dann als Beispiel und Legitimation für eine den Mitteln des globalen Informationzeitaltersentsprechende und darüber hinaus kulturkonformeIntervention verwendet werden. Jene jüngerenemergentenDemokratien können gleich Adoleszenten in kollektiver Form auch nur im Wege des Beispiels des globalen kulturellen Umfeldes lernen. Sie können durch die globale Information neu sozialisiert werden und dieser Prozess braucht Zeit bis zur Reifung, in der die neue globale Sozialisierung je nach kulturellem Kontext und Geschichte greifen kann, unterstützt von abertausenden zurückkehrenden Studenten, die die konkrete demokratische Erfahrung gemacht haben, sowie von den strategischenAllianzen im Wege der internationalen Wirtschaft.

Die globalen Medien, die globale Wirtschaft und das globale Bildungswesen, sowie gezielte politische Strategien nicht-militärischer Art können unter anderen Transfers im Bereich des Wissenszeitalters eine soziale Transformation entsprechend dem Rhythmus, der kulturellen Präferenzen und der kulturellen Zeithorizonte bewirken.

Kritische Meilensteine in den Beziehungen sollten in jedem Falle im Wege einer die militärisch-strategischenMaßnahmen umgehende und für alle Akteure interessantere undvorteilhaftere Lösung im Wege einer – und das wäre die einzige nachhaltigeKulturrevolution – verhandlungsbasierten kulturellenProblemlösung jeder Art bewältigt werden. Nichts steht einer Foreign Office, Pentagon, Ministère des AffairesEtrangères oder Außenministerium Schwester-Organisation für strategische Verhandlungsprozesse im Wege. Mit der politischen Erkenntnis, Legitimation und den erforderlichen materiellen und geistigen strategische Ressourcen ausgestattet ist dies ein dem 21. Jahrhundert gemäßer Weg, indem nicht nur die großen Kriege, sondern nun auch die überall potentiell vorhandenen Bürgerkriege aufgrund ihrer Multiplizierung und Nichtigkeit in Bezug auf ihr nachhaltige Wirksamkeit kontraproduktiv sind, da sie die Verwerfungslinien nicht definitiv beseitigen, sondern häufig nur umkonfigurierenund somit die Konfliktreisläufe weiter nährt.

2 Der klassische Standpunkt: Trojanische Pferde und das trojanische Prinzip

Heute erreicht uns folgende Nachricht aus Brüssel als Resultat sich bis ins Morgengrauen hinziehender multilateraler Verhandlungen der europäischen Staats- und Regierungschefs über die Romvertragsänderungen (der Romvertrag ist der Gründungsvertrag der heutigen EU) von 1957 zur Bekämpfung der Schuldenkrise. Sie liefert Evidenz für das von mir identifizierte trojanische Pferd-Syndrom in den diversen Subsystembereichen eines nationalkulturellen oder, wie in diesem Fall, supranationalen Makrosystem der EU. Der trojanische Pferd-Effekt wirkt unabhängig von der Skalierung des Bezugssystems.

„Neuer Euro-Vertrag: 17 dafür, 9 vielleicht, Briten alleine“

„Brüssel (dpa) - An dem geplanten neuen zwischenstaatlichen Vertrag zu mehr Haushaltsdisziplin in Europa werden sich neben den 17 Staaten mit Eurowährung möglicherweise auch 9 Nicht-Euro-Länder beteiligen. Allein Großbritannien ist mit Sicherheit nicht dabei.

"Wir werden eine neue Fiskalunion schaffen, die zugleich auch eine Stabilitätsunion ist", sagte Angela Merkel nach den Verhandlungen. © dpa / Olivier Hoslet

Dies geht aus einer geänderten Erklärung der Staats- und Regierungschefs der Euroländer hervor, die am Freitagmittag in Brüssel veröffentlicht wurde. Mit dem Vertrag wollen die Euroländer der Schuldenkrise entgegenwirken.

In der Nacht hatte es beim EU-Gipfel noch geheißen, Bulgarien, Dänemark, Lettland, Litauen, Polen und Rumänien hätten die Absicht, dem Vertrag beizutreten. Tschechen und Schweden wollten ihre Parlamente konsultieren, Ungarn und Briten nähmen nicht teil.

Dies wurde in der neuen Fassung der Schlusserklärung geändert. Demnach hat von den zehn EU-Staaten ohne Eurowährung nur Großbritannien definitiv nicht die Absicht, den neuen Vertrag zu unterschreiben. Die anderen neun hätten "die Möglichkeit angezeigt, an diesem Prozess…“

Quelle: GMX Online-Nachrichten

Der erste Teil der folgenden Schrift befasst sich mit der Metapher des metaphorischen trojanischen Pferd-Effektes vs. trojanischen Schatz-Effektes. Die europäischen Kulturen bilden ein Mosaik diverser Traditionen, romanischer, germanischer, angelsächsischer, skandinavischer und nunmehr auch slawischer, das seit zweitausend Jahren vom Licht der christlich-jüdischen europäischen Zivilisation mit seinem einzigartigen Wertekanon, in dessen Zentrum die Würde des Individuum in einer demokratischen Gemeinschaft steht, durchflutet wird.

Doch dieses gemeinsame Erbe ist immer wieder bedroht gewesen, wie die Geschichte der historischen europäischen Wechselwirkungen bis zu dieser heutigen Nachricht zeigt, die dokumentiert, wie beispielsweise im historischen Fall der Politik des leeren Stuhls seitens der gaullistischen Regierung Frankreichs, immer wieder eine Nationalkultur als trojanischer, verdunkelnder Sprengsatz der supranationalen europäischen Idee der Gründungsväter Europas, Schumann (Frankreich), Hallstein (BRD) und Gaspars, die über die Meilensteine Montanunion von 1951, Romverträge zur Gründung der EWG von 1957 und die Realisierung des europäischen Binnenmarktes im Juli 1969, die Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion und schließlich die politische Union zu verwirklichen wollten.

Nachdem die trojanische Metapher die nationalkulturellen Interessen in Bezug auf das supranationale europäische System verdeutlicht hat und diese Spielart des trojanischen Effektes à l’anglaise durch den Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften der renommierten Universität Princeton analytisch unterstützt wurde, entspricht der zweite Teil gewissermaßen dem Licht, welches dieses Mosaik der diversen kulturellen Subsysteme sinngebend erleuchtet und die Nationalkulturen mit der Universalkultur im kulturanthropologischen Sinne korreliert- und eine universelle kulturelle Integrationsformel entwickelt. Britische „splendidisolation“, deutsche Überheblichkeit und das französische Grande Nation-Denken bedürfen alle einer Entwicklung vom kulturellen zum transkulturellen Bewusstsein, wenn das supranationale Europa im Interesses der diversen Nationalkulturen gelingen soll, einen kulturellen Wandel vom Kulturellen und Interkulturellen zum Transkulturellen hin. Bewusstseinswandel, kultureller Wandel und politischer Wandel sind eine Kausalkette mit dem Primat des Bewusstseins, wie es im zweiten Teil wissenschaftlich konsistent dargelegt wird.

Dieses Kapitel, das sich mit dem Management des kulturellen trojanischen Pferd-Effektes befasst, hat sowohl universelle kulturelle Bedeutung, als auch eine kulturspezifische deutsche und europäische – beispielsweise in der französischen Politik des leeren Stuhls oder des heutigen Spaltversuchs der Euroländer aus britischem Finanzmarktkalkül - Bewandtnis und dient insbesondere der Sensibilisierung und Prävention hinsichtlich persönlicher, divers skalierter kollektiver intra- und interkultureller, organisations-, national- und globalkultureller „trojanischer Pferd-Phänomene“.

Kulturell bedingt und um kulturelle Sensibilität zu respektieren, ist dieses Kapitel etwas verschlüsselt gefasst. Um den kulturellen trojanischen Pferd-Effekt zu verhindern bedarf es des bewussten, wissenden und kunstvollen Managements der Kultur. Ihr Missmanagement kann den mythischen kulturellen systemkorrumpierenden trojanischen Pferd-Effekt fördern und zu suboptimalen und alienierenden Strukturen und Prozessen führen, statt den metaphorischen mythischen Schatz des Priamos Trojas in der Gestalt kultureller Integrität und Synergie zu fördern. Zielsetzung ist jenes Management des Kulturellen, das vom ersteren Effekt befreit und stattdessen, unter Beibehaltung der trojanischen Metapher, Kultur als Schatz und Ressource versteht und entsprechend sorgsam verwaltet. Eine diesbezügliche systematische Vorgehensweise wird in Teil 2 dargelegt, der ein innovatives systemunabhängiges Universal-Kulturmanagementprinzip formuliert.

Die menschliche Individualität und unteilbare Ganzheit untergrabende Vermassung, Vermischung und Vermengung (eine Perversion der Gemeinschaft, wie auch der Gesellschaft) und Entfremdung in jeder Form hat im weiteren Sinne trojanischen Pferd-Charakter. Es ist ein Rückfall in das prächristliche Heidentum des totalen Relativismus und identitätsloser schrankenloser Gier, wie es hierzulande und anderswo laut Zeitzeugen in der säkularisierten Welt anzutreffen ist. Das Nichtvorhandensein Jahrhunderte und Jahrtausende alter urbaner Kultur und geistiger Verwurzelung trägt das seine dazu bei. Besonders ältere individualistische Kulturen, die ihrerseits aber zur exzentrischen Atomisierung ihrer Gesellschaftskultur neigen, haben bisweilen diese Wahrnehmung des Deutschen beispielsweise. (Das deutsche national- oder gesellschaftskulturelle System ist Gegenstand der folgenden Erörterungen.) Hierbei handelt es sich insbesondere um eine intrakulturelle Manifestation des kulturellen trojanischen Pferd-Syndroms. Unterwickelte Kultur im allgemeineren Sinne ist beispielsweise auch ein solcher trojanischer Sprengsatz, weil der kulturelle Akteur als Individuum oder Gruppe, ja selbst als Nation auf einer phylogenetischen Entwicklungsstufe stecken geblieben ist oder diese Entwicklung beeinträchtigt wird. Siehe hierzu das allgemeine und kulturelle Entwicklungsprofil des TP oder transkulturellen Profilers, Seite 114.

Etwas überspitzt formuliert lässt sich jedwedes exogen oder endogen generiertes, systemzerstörendes Input in die Trojaner-Metapher kleiden. Auch Kulturen, persönliche und Gruppenkulturen gleichermaßen, können als solche Systeme betrachtet werden. Kultursystemanalyse ist also auf allen Systemebenen, vom Gesamtsystem mit seinen mannigfaltigen Subsystemen bis hin zum Individuum, das die kleinste kulturelle Einheit bildet, möglich, in denen sich Kultur fraktal zu replizieren scheint.

Die Trojaner-Metapher entstammt der großen klassischen, griechischen Kultur, die die Wiege unserer westlichen Zivilisation verkörpert. Diese quasi archetypische Metapher des Menschlichen war damals so aktuell wie sie heute ist und wurde nicht zuletzt deshalb von der IT-Community als Bezeichnung für die Einschleusung missbräuchlichen Inputs in Systeme zu deren Unterminierung in der Welt der Informationssysteme erkoren. Es scheint einen überzeitlichen Sinn für diese Symptomatik und Spielweise des Menschlichen zu geben. Transponiert man den Begriff auf gesellschaftliche Systembereiche, so könnte man ihn durch nachfolgende beispielhafte aktuelle Analogien verdeutlichen, die den Zeitraum von zweitausend Jahren überbrücken und in etwa denselben kulturellen Raum damals wie heute involvieren: Das Troja der heutigen Zeit könnte man mit der EU mit dem EURO gleichsetzen und das gegenwärtige Griechenland mit seiner Staatshaushaltsmisere als ein trojanisches Pferd für den EURO und die EU, also Europa, betrachten, obschon Griechenland, wie bereits erwähnt, terminologisch und geistig mit der Entstehung desselben zu tun hat. Es stand gewissermaßen sowohl terminologisch als auch geistig Pate für Europa, das gesamtkulturell somit ein jüdisch-griechisch-römisch basiertes Kultursystem mit dem zentralen überzeitlichen Tenor und Wertesystem der christlichen Zivilisation bildet und dessen Patron der Hl. Benedict von Nursia, der Begründer des abendländischen Mönchtums, ist. Dieses war über Jahrhunderte die institutionelle und geistige Geburtshelferin Europas und somit seiner überseeischen Ramifikationen in der Gestalt der sogenannten neuen Welt mit den essentiellen europäischen Werten. Die päpstliche Weihe der Welt an die unumschränkte Königin des Weltalls und höchste Schutzherrin der Welt in der Gestalt Mariens und die Erwählung Benedicts von Nursia als Patron Europas zeugen von der Bewusstheit und der Erfordernis der geistig-kulturellen Integrität der Welt im allgemeinen und Europas im besonderen, dessen integrierende Grundwerte gegenwärtig gewissermaßen einem trojanischen Pferdeffekt in der Gestalt extremer Säkularisierung und Relativierung, mit der Folge diverser gesellschaftlicher Krisen ausgesetzt sind. Kann dieser das europäische Wertegefüge unterminierende trojanische Pferdeeffekt revidiert werden, so hat Europa mehr Zukunft.

Und da Troja in der heutigen Türkei liegt und der deutsche Kaufmann Heinrich Schliemann dieses archäologisch erforscht hat und da wir als quasi einziges Land heute ein bedeutsames soziokulturelles Input aus diesem Kulturkreis in unserem nationalkulturellen, bundesdeutsches System haben, drängt sich eine Analogieherstellung ob solcher Zufälle, die es laut dem Weisen Krishnamurti nur bei der Kellertür geben soll, geradezu auf. Der deutsche Kaufmann hat einiges aufgegeben, um die für ihn kostbare Perle archäologisch zu erforschen. Wechselwirkungen zwischen Kulturen gibt es in der Regel in beiden Richtungen, da jede Aktion eine Reaktion hat. Das lässt sich insbesondere in den diversen Kolonialismen erkennen, die häufig in historischen Zeithorizonten zeitversetzt geistig rückwirken: man denke an Anglo-Indien und seine geistigen Wechselwirkungen, das frankophone Afrika und den Metropolbereich des französischen Hexagons. Nun, kurz, man kann, zumindest systemanalytisch, die Frage aufwerfen, inwieweit das türkische Systeminput, neutral gesprochen, für die hiesige Landeskultur ein metaphorisches neuzeitliches trojanisches Pferd, ein trojanischer Schatz oder aber eine Mischung aus beiden darstellt. Beide fanden, interessanterweise, sowohl was Schliemann, als auch das in den Sechzigern in Kraft tretende Gasarbeiter-Anwerbeverfahren, vor einem wirtschaftlichen Hintergrund statt, wobei letzteres als ein etwas astigmatisches Input in die hiesige Wirtschaft gedacht war, weil es die Veränderung des Gesamtsystems durch dieses Input langfristig nicht ins Kalkül miteinbezog, da die kulturelle Variable durch die alles Denken determinierende – quasi korrumpierende – wirtschaftspolitische Priorisierung überflügelt und ignoriert wurde. Die Gewinnung eines neuen sozialen Gleichgewichtes, einer neuen kulturellen Homöostasis ist bis heute eine offene Frage und somit ist die Frage, ob dieses Input ein Trojaner oder irgendwann zu einer nachhaltigen kulturellen Homöostase in der Gestalt des tragfähigen und respektvollen Zusammenwachsens führt, gerechtfertigt.

Ein jeder möge anhand systemrelevanter Evidenz beurteilen, inwieweit globale Trojaner im physischen, ökologischen, virtuellen und geistigen Raum das Gesamtsystem oder Subsysteme des Gesamtsystems kurz- oder langfristig bedrohen. Es gibt latente Trojaner, die hin und wieder ein System infestieren und es aus den Angeln zu heben drohen, wie beispielsweise intrakultureller deutscher Terrorismus, gleich von welcher Seite oder nationale Überheblichkeit, die dieser Tage von einem altgedienten Politiker und ehemaligen Bundeskanzler, der nach eine Epoche nationalkultursystemischer Divergenzen ein bilaterales nationalkulturell integratives Gespann mit dem ehemaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing abgab und „en connaissance de cause“ (berufenermaßen weiß) diese zeitüberdauernde Gefahr mit der Folge einer erneuten Isolation Deutschlands in Europa anmahnte, mit dem sinngemäßen Hinweis, dass unser Land sodann als ein supranational wirkender Trojaner für ganz Europa in neuer Gestalt wahrgenommen werden würde. Der damalige nationalsozialistische Trojaner für die ganze Welt wurde mit der falschen Appeasement Strategie seitens des Weltsystems quittiert. Diese Gefahr rührt vom Missverständnis des Trojaners, dessen einziges Ziel die Unterminierung des Systems ist, auf das er fokussiert ist. Die Metapher – die vorzüglichste aller Kunst, laut Aristoteles – und in diesem Falle die trojanische, entstammen gleichermaßen dem griechischen Kulturkreis. Erstere ist ein universelles geistiger Kunstgriff, letztere offenbar ein quasi universelles Phänomen.

Unsere technisch-wissenschaftliche Welt und die gesamte moderne Zivilisation scheinen für eine spezielle weltanschauliche Replikation dieser, wenn auch nicht authentischen geschichtlichen Tatsache, so doch als eine Metapher für List und Korrumpierung par excellence, blind zu sein.

In der Bibel heißt es „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ und nicht an ihren weltlichen Ressourcen, über die Gottlose und Gottesfürchtige gleichermaßen verfügen können. Der trojanische Virus, der heute metaphorisch die virtuellen Welten belastet und das gesamte technisch, wissenschaftliche, politische und sozioökonomische planetare Feld torpedieren kann, grassiert bereits seit Jahrhunderten, ja sogar Jahrtausenden bis in dieses Millennium hinein,

in der Gestalt von Despotismus und Fundamentalismus, die die Schöpfungsordnung korrumpierend, nach ihren Interessen umgestalten wollen; als ein Cadeauempoissonné (ein vergiftetes Geschenk), das die geistige Welt umfassend torpediert.

In Wellen, die zyklisch zu Sturmfluten ausarten, die in größeren Zeiträumen die christliche Zivilisation zu zerstören drohen – die entscheidenden historischen Show-downs in der Gestalt der über die menschliche Zivilisation entscheidenden Auseinandersetzungen – scheint dieser bislang, wiederum allegorisch gesprochen, zum Glück nur von der Energie eines Mondfragments erzeugte Wellengang, so unablässig und kontinuierlich wie das Gestirn selbst, seine Wut auf den ebenso symbolhaften festen Fels, insbesondere der Kirche Jesu Christi zu entladen. Das ist weiter nicht schlimm, solange der Fels den Gezeiten trotzen und das Element Wasser in Schranken halten kann und somit das Salz der Erde nicht verwässert und schal wird, ja sogar aufgelöst wird.

Aufgrund der Metapher des Felsens und der des Halbmondes – (der Mond-Sichel, die die menschliche Zivilisation nach ihren Maßgaben und Erfordernissen, unabhängig vom eigentlichen Herrn der Ernte, ernten möchte), der hinter dem ideologischen kulturellen Wellengang wirkt, kann man, ebenso wie in der Natur, von der Erfordernis eines Gleichgewichtes sowohl in dieser, als auch im übertragenen geistigen Sinne, im geistigen Bereich, ausgehen. Nicht von ungefähr haben wir es heute in der Natur offenbar mehr denn je mit Tsunamis zu tun, die ihre Entsprechung sowohl in der virtuellen und der geistigen Welt haben und somit die menschliche Zivilisatin insgesamt betreffen.

Es zeugt von Unkenntnis der Natur und Unwissenschaftlichkeit, trotz endloser Replizierung eines Vorgangs nicht von einer soliden Evidenz für eine, wenn auch geistig nicht erschöpfend erklärbare Axiomatik, auszugehen. Denn dies postuliert die wissenschaftliche Theorie, auch wenn die eschatologischen Zusammenhänge dem menschlichen Geist noch nicht vollends zugänglich sind.

Es kann also hilfreich sein, nicht in Kategorien des Antagonismus zu reflektieren, denn die ideologischen Wellen und der ideologische Fels sind ebensowenig antagonistisch zu einander wie der Fels und das Meer, denn sie bedingen einander gegenseitig, das Wasser gibt dem Felsen Kontouren und der Fels begrenzt die Natur des Wassers, damit es nicht die ganze Welt sintflutartig vernichtet.

Das Wasser folgt seiner von der Natur vorgezeichneten natürlichen Gesetzmäßigkeit und dehnt sich über die ganze Erdoberfläche aus, wenn es keinen Widerstand findet. Die einzige Möglichkeit, die Kontinuität der Schöpfung aufrechtzuerhalten und sie nicht hinwegspülen zu lassen, besteht also in der Begrenzung und der Einschränkung des Elements. Wenn die Aktivität des Wassers zunimmt, dann muss auch der Fels konsolidiert werden, damit er die physischen, wie auch geistigen Wellen, in die Schranken weisen kann.

In der Natur läuft das ordnungsgemäß ab, so wie es in Genesis beschrieben und von den Wissenschaften wie der Geologie, der Meeresforschung, der Kosmologie und anderen afferenten Bereichen für das Verständnis der Natur wissenschaftlich übersetzt und systematisiert wurde. Die Natur erhält ihr Gesamtgleichgewicht nach der ihr gegebenen Ordnung selbstregulierend aufrecht, denn wäre das nicht so, so würde aufgrund der intra- und interplanetaren systemischen Wechselwirkungen möglicherweise eine kosmologische Verkettung erfolgen, die die Kontinuität der Schöpfung unterminieren würde. Nicht zuletzt deshalb wurde dieses mikro-makroskopische System als Kosmos mit der Bedeutung von Ordnung bezeichnet.

Zunächst ist also festzuhalten, dass man die weltanschauliche historische Herausforderung basierend auf der Naturmetapher nicht in Kategorien des Antagonismus, sondern der gegenseitigen Bedingtheit thematisieren könnte. Gegenseitige Bedingtheit heißt Unfähigkeit der unabhängigen Existenz voneinander und Interdependenz wie Tag und Nacht, Mann und Frau, ohne deren ausgewogene Ordnung natürliche und menschliche Systeme gleichermaßen enden. Diese Sichtweise erhebt die Zielproblematik auf die rationale Ebene und setzt dem Glauben den erforderlichen rationalen Felsen entgegen. Beide zusammen können die menschlichen und gesellschaftlichen Gleichgewichte aufrechterhalten helfen. Dies ist in der Tat auch ein Tenor des Pontifikats des gegenwärtigen Papstes Benedikt XVI.

Es ist wichtig, zu erkennen, dass die Interaktivität komplementärer Interdependenz sowohl im Interesse des Glaubens als auch der Vernunft im Bereich der geistigen Ressourcen, wie auch der natürlichen mit deren physischen Komplementarität ist und der Aufrechterhaltung der physischen und geistigen Schöpfung dient. Der Tenor der Balance im Einklang mit der Intention des Schöpfers der materiellen und der geistigen Welten – die von Ihm als gut („Und er sah, dass es gut war“) beurteilt wurde – kann als menschlicher Kompass für die Aufrechterhaltung der Ordnung der Schöpfung dienen, an der alle Menschen, ja selbst die gesamte Natur ohne Einschränkung, interessiert sein müssen, wenn sie fortbestehen möchte.

Die Natur, sowohl die geistige als auch die materielle, haben die Fähigkeit einer höheren Erkenntnis und Wirkungsweise, die die scheinbaren Antagonismen im Interesse der Kontinuität des Ganzen transzendiert. Das scheinbare Dilemma des scheinbar unauflösbaren Widerspruchs der geistigen und natürlichen Elemente kann also auf einer höheren Ebenen, die von der Integrität, Ganzheit und Kontinuität der Schöpfung her denkt – und somit an der Intelligenz und Weisheit der Schöpfung und des dahinter stehenden Schöpfers gewissermaßen partizipiert – integriert werden, ebenso, wie die Mutter Erde als Lebensträgerin Erde und Wasser, sowie weitere Elemente in ihrem Schoß integriert und vereint, damit Leben entstehen kann. Adam, der Mensch aus Erde schlechthin entstammt diesem Prinzip der integrativen Erde. Unabhängig davon gibt es den Menschen, wie wir ihn kennen nicht, ebensowenig wie damit einhergehende Fragen. Nichts! Nichts! Gar nichts!

Der geistige Mensch entstammt ebenso einer integrativen geistigen Matrix. Wenn die integrative Logik des geistigen Humus versagt, gibt es eine Korrumpierung und Diskontinuität der geistigen individuellen und gesellschaftlichen Welt mit ihren verheerenden Folgen, dessen, was man als verheerende Tsunamis des Geistes bezeichnen kann. Wenn der materielle und der geistige Humus ihre integrative Tragkraft verlieren, endet das physische und das geistige Leben gleichermaßen, weil es die Schöpfungsordnung negiert und sich somit außerhalb der Logik des Lebens, für das es keinen Ersatz gibt, positioniert.

Es ist offensichtlich, dass man die weltanschauliche Thematik nach den fundamentalsten Naturgesetzen beurteilen kann. Die entzieht sie der Idiosynkrasie und der Intention dessen, was in der geistigen Welt den metaphorischen trojanischen Pferden, den vermeintlichen Geschenken, die sich als zerstörerisches Gift entpuppen, entspricht. Der Mensch hat die distinktive singuläre Freiheit, die physischen und geistigen Naturgesetze, die das eine Prinzip des Lebens gleichermaßen inkarnieren zu akzeptieren oder ihre Unerbittlichkeit zu ignorieren und sie zu seinem vermeintlichen Vorteil auf Kosten seiner Existenz als Menschheit und der Gesamtheit der Schöpfung astigmatisch zu beugen.

Der Mensch kann also die verheerenden trojanischen Pferde unserer Zeit, die die komplementäre auf Gleichgewicht und Interdependenz basierende eine Schöpfungsordnung ohne nachhaltige Ausweich- und Ersatzordnung korrumpieren, nur zähmen, wenn er die Erkenntnis und den Sinn für den integralen Menschen als Abbild einer integralen Erde und Replikation des daher auch absoluten, allumfassenden EINEN erlangt.

Praktischer heißt das, dass man ebenso wie im planetaren, globalen virtuellen Informationsraum auch im geistigen Raum Schutzwälle aufbauen muss – vergleichbar mit der Trennung der Erde und des Wassers –, die die trojanischen Pferde in den diversen Bereichen erkennen und abwehren, weil ihre unnatürliche Natur die Negation der einen Schöpfungsordnung, mit ihrem unabdingbaren Gleichgewicht und ihrer natürlichen Ordnung der Wahrheit, bedeutet.

Der Fels, die höchste Verdichtung und Burg der Erde, die der Zeit und den Gezeiten trotzt, darf sich also nicht zu sehr unterspülen, unterminieren und untergraben lassen, weil sie sonst nicht mehr ihre Mission in der physischen wie geistigen Welt erfüllen kann. Das Salz der Erde, das sie sein soll, wird somit schal. Und wenn das eintritt, so fragt die Bibel in ihrer schöpfungsorientierten Gesamterkenntnis zurecht: „Womit soll sie dann gesalzen werden?“ Es gibt keine Alternative. Dieser metaphorisch formulierte Sachverhalt der Schöpfung sollte als Maßstab für die Beurteilung der diversen trojanischen Pferde unserer Epoche dienen und die erforderlichen Schranken und Grenzen setzen, damit die Schöpfungsordnung nicht astigmatisch unterminiert wird. Wenn der Fels nicht mehr Fels sein möchte, dann ist es so, als wollte der Mann nicht mehr Mann, der Tag nicht mehr Tag, sondern Finsternis sein. Es ruft die geistige, menschliche und weltliche Apokalypse hervor. Und wenn die Ordnung der Schöpfung so untergraben wird, dass ihre Existenz gefährdet wird, dann lässt das den Schöpfer, beziehungsweise die Gesetze der Schöpfung nicht nicht-reagieren, könnte man annehmen. Der Mensch hat also eine Verantwortung für die Aufrechterhaltung der physischen wie geistigen Ökologie insgesamt und kann sich seiner Verantwortung für die physischen und geistigen Räume unter dem Vorwand individueller oder kollektiver, weltanschaulicher oder anderer partikularistischen Interessenlagen nicht entziehen. Er muss die Dinge insgesamt und entsprechend der Gesetzmäßigkeit der Schöpfungsordnung betrachten und beispielsweise historische Evidenz nicht ignorieren und aus Nichtvertrauen auf die Weisheit dieser Schöpfungsordnung ohne Ersatz und im Interesse des Überlebens der Menschheit insgesamt jeder trojanischen Herausforderung, die die Homöostasis des Gesamtordnung trojanisch korrumpiert, entschlossen entgegentreten und kein Appeasement praktizieren, das die Despoten und andere Fundamentalismen auf den Plan ruft und bestärkt, weil ihre trojanische Natur die Schöpfung nur unterminieren kann. In jedem Fall muss man sich auf die Seite der Schöpfung und des Schöpfers stellen, der die Ordnung überzeitlich angelegt hat.

Der Mensch stößt auf Grenzen bei der Zähmung seiner eigenen und der weltweiten trojanischen Pferde, die letztendlich nur in einer eschatologischen Dimension verstanden und beherrscht werden können. Die gegenwärtige Adventszeit umfasst die gesamte Schöpfung von ihrer Genese durch das Wort, über die Menschwerdung dieses Wortes und dem Heilsgeschehen und der Erlösung vom metaphorischen korrumpierenden trojanischen Prinzip schlechthin, bis hin zur Wiederkunft des Wortes und Abrechnung über die Konformität der individuellen Geschöpfe, der Nationen, Kulturen, Sprachen und Weltanschauungen über ihre Einhaltung des Gesetzes des Wortes, das nichts anderes ist, als der Schöpfer selbst, denn (sinngemäß) „im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und Gott war das Wort und alles was gemacht ist, ist durch dieses gemacht“. Alles was nicht mit dem Wort konform ist, ist trojanisches Pferd, weil es die Wirkweise des Wortes - das kosmische System und seine ordnungsgemäßen Prozesse - zu zersetzen sucht. „Diabolein“, das Grundwort des Diabolischen bedeutet ja, die Ordnung durcheinanderbringen und ist somit das eschatologische trojanische Prinzip, das es zu erkennen, unterscheiden und entsprechend zurückzuweisen gilt. Und „wer nicht für mich ist, ist gegen mich“. Wer also nicht Position gegen das dem Wort entgegengesetzte trojanische Pferd ergreift, ist gegen das Wort. Es ist also erforderlich, Position gegen die diversen trojanischen Pferde in zeitlicher und apokalyptischer Gestalt zu beziehen, wenn man sein Leben nicht verspielen möchte. Maßstab und Richtschnur ist in diesem Begriff des Advents enthalten, der die Schöpfungsordnung vom Beginn bis zum Ende inkarniert. Folgender, der Zeit entsprechender Hymnus ist ein Spiegelbild der Lage des Menschen und des Hilferufs im Hinblick auf die Erlösung von den zerstörenden trojanischen Pferden in eigener und fremder, individueller und kollektiver, manifester und verborgener Gestalt. Denn hinter den fundamentalen, weitreichenden existenziellen trojanischen Pferden scheint ein eschatologisches trojanisches Prinzip der Lüge - des Vaters der Lüge, wie der Widersacher in der Bibel genannt wird - von Anfang an zu wirken, das als Trojaner den Geist der trojanisch Agierenden trojanisch korrumpiert und umprogrammiert. Diese sind Opfer und bedürfen der Erlösung im eschatologischen Sinn. Es ist daher erforderlich, im christlichen Sinne das trojanische Prinzip, das die Unterminierung der göttlichen Schöpfungsordnung betreibt und weniger den „trojanisch“ Agierenden zu verweigern. Ein Hymnus der Adventszeit verleiht der menschlichen Sehnsucht nach Erlösung vom metaphorischen trojanischen Prinzip des Übels schlechthin Ausdruck:

Erhabne Mutter des Erlösers,

du allzeit offene Pforte des Himmels

und Stern des Meeres,

komm, hilf deinem Volke,

das sich müht, vom Falle aufzustehn.

Du hast geboren, der Natur zum Staunen,

deinen heiligen Schöpfer.

die du, Jungfrau davor und danach,

aus Gabriels Mund vernahmst das selige Ave,

o erbarme dich der Sünder.

[...]

Details

Seiten
153
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656083191
ISBN (Buch)
9783656566731
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183792
Note
Schlagworte
internationale Politik globale Strategie Außenpolitik international politics global strategry foreign affairs

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Titel: Kultureller Astigmatismus in der Weltpolitik