Lade Inhalt...

Indexzertifikate im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds

Ein Performancevergleich

Bachelorarbeit 2011 45 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

IV. Tabellenverzeichnis

V. Symbolverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Indexzertifikate im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds
2.1 Grundlagen
2.1.1 Märkte
2.1.2 Kapitalmarkteffizienz
2.1.3 Anforderung an die Benchmark
2.1.4 Aktives und passives Portfoliomanagement
2.1.5 Forschungsstand
2.2 Indexzertifikate
2.2.1 Begriffserklärung
2.2.2 Alternative Investments
2.3 Aktiv gemanagte Fonds
2.3.1 Begriffserklärung
2.3.2 Investmentprozess und Managementstil

3. Performancevergleich
3.1 Methode und Formel der Performanceberechnung
3.2 Methoden der Renditeberechnung
3.3 Risiko
3.3.1 Volatilität
3.3.2 Korrelationskoeffizent und Betafaktor
3.3.3 Tracking Error
3.3.4 Downside Risikomaße
3.3.5 Sharp- und Treynor-Ratio
3.3.6 Jensen-Alpha und Information Ratio
3.4 Kosten und Steuern
3.5 Global Investment Performance Standards

4. Empirische Untersuchung
4.1 Untersuchungsgegenstand und Modellierung
4.2 Performancevergleich Deutschland
4.2.1 Rendite
4.2.2 Risiko
4.2.3 Steuern und Kosten

5. Schlussbetrachtung
5.1 Implikationen
5.2 Zusammenfassung

VI. Anhang

VII. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

1. Wertentwicklung des DAX eingeteilt in Perioden

2. Linearer Zusammenhang zwischen DAX und HDAX

3. Linearer Zusammenhang zwischen DAX und CDAX

4. Lineare Regression DekaFonds CF

5. Steuerung Aktienquote

6. Wertentwicklung im Vergleich zum Index

IV. Tabellenverzeichnis

1. Relevante Fonds

2. Kumulierte Wertentwicklung

3. Wertentwicklung pro Jahr

4. Korrelation mit DAX/ Zertifikat

5. Betafaktor

6. Volatilität

7. Sharpe-Ratio

8. Treynor-Ratio

9. Jensen-Alpha

10. Value at Risk

11. Lower Partial Moments

12. Nettowertentwicklung

V. Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Einführung

Laut einer Analyse des Deutschen Aktieninstitutes e.V. (DAI) gab es im ersten Halbjahr 2010 über 6,1 Millionen deutsche Fondsbesitzer. Mit dem Erwerb eines Fonds geht unter anderem die Wahl einher, wie aktiv das Management bezüglich des Fondsvermögens agieren darf. Inwiefern die Investition in einen aktiv gemanagten Fonds und die damit verbundenen höheren Kosten gegenüber einem passiv gemanagten Produkt gerechtfertigt sind und welche Unterschiede es bezüglich der Performance gibt, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Anhand einer konsistenten Argumentation wird die Performance eines aktiv gemanagten Fonds mit der eines Indexzertifikates, das ein passives Produkt par excellence darstellt, verglichen. Die Forschung ist sich bis heute uneinig, ob ein aktiv gemanagter Fonds nach Abzug aller Kosten höhere Renditen generieren kann als der Markt oder ein derivatives Produkt, das den Markt wiederspiegelt.

Mit Hilfe einer Auswahl von aktiv gemanagten Fonds, deren Anlageschwerpunkt ausschließlich auf den Deutschen Aktienindex (DAX) basiert, soll ein vergleichbares Indexzertifikat hinsichtlich der Performance analysiert werden und Aufschluss darüber geben, ob das Maß an Mehrkosten gerechtfertigt ist. Die grundlegende Forschungsfrage dieser Betrachtung ist, ob ein aktiver oder ein passiver Ansatz der Investition vorteilhafter ist. Es handelt sich im Speziellen um die Anlagestrategien, die in der Forschung sehr kontrovers diskutiert werden. Der US-amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger H. Markowitz sagte einst „If you can’t beat the market, join it!“, was im Folgenden anhand eines Performancevergleiches aufgegriffen wird und zur Frage der Daseinsberechtigung von aktiv gemanagten Fonds führt.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist, die Performance aktiv gemangter Fonds mit einem Indexzertifikat zu vergleichen und grundlegende Unterschiede zwischen dem aktiven und dem passiven Management herauszuarbeiten. Zunächst werden Grundlagen geschaffen, die sich auf den Kapitalmarkt selbst, das Effizienzkriterium und den Benchmark beziehen. Folglich wird näher auf die beiden Untersuchungsobjekte eingegangen und der Fokus auf die Ausarbeitung der Unterschiede und der jeweiligen Besonderheiten gelegt.

Als Ausgangspunkt dient eine Konkretisierung des Begriffes „Performance“. Für die nähere Spezifikation der Performance, wird diese unter anderem in die Komponenten Rendite und Risiko geteilt. Auf den geschaffenen Grundlagen aufbauend, findet der Performancevergleich mit konkreten Beispielen und Berechnungen statt, wobei die Ergebnisse erläutert und ausgewertet werden.

2. Indexzertifikate im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds

2.1 Grundlagen

Eine nähere Betrachtung des Marktes und seiner Umgebung ermöglicht eine exakte Einordnung der Finanzinstrumente. Die allgemeine Ausführung bezieht sich unter anderem auf den Kapitalmarkt an sich, dem Investmentstil und die Frage, ob die Effizienzkriterien erfüllt werden.

2.1.1 Märkte

Die Definition des Marktes, laut Büschgen (2001), besagt, dass dieser „der ökonomische Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage“ ist. Diese Aussage ist im Kern für alle Märkte gültig, stellt allerdings hier nur eine Verallgemeinerung dar. Um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, bedarf es eines organisierten Marktes. Dieser wird in diesem Fall beispielsweise durch die Börsen, wie die Frankfurter Wertpapierbörse, die London Stock Exchange oder die New York Stock Exchange gegeben und ermöglichen den Anlegern Kauf- bzw. Verkaufsorders aufzugeben. Zudem sorgen diese für den reibungslosen Ablauf aller Transaktionen.

Der Handel mit derivativen Wertpapieren, zu denen auch die Zertifikate zählen, können in Deutschland unter anderem an der European Warrant Exchange (EUWAX), über Scoach Premium am Handelsplatz Frankfurt oder teilweise direkt über den Emittenten stattfinden. Des Weiteren gibt es zahlreiche Institutionen, wie die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA oder das Bundesministerium der Finanzen, bzw. die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Deutschland, die das Finanzwesen beaufsichtigen und kontrollieren.

2.1.2 Kapitalmarkteffizienz

Der Trugschluss liegt nahe, dass es sich bei einem effizienten Kapitalmarkt um einen vollkommenen Kapitalmarkt handelt. Effizienz in diesem Sinne bedeutet allerdings, dass die am Markt gegebenen Informationen vollständig in die Kursbildung einfließen. Nach der Definition von Grossmann und Stiglitz (1980) kann demzufolge kein Investor nach Abzug von Informations- und Transaktionskosten Überrenditen erzielen und es erübrigt sich ein Mehraufwand durch Informationsbeschaffung.

Fama (1970) schreibt, dass in einem effizienten Markt die Preise alle verfügbaren Informationen vollständig wiederspiegeln. Es wird angenommen, dass das Marktgleichgewicht den erwarteten Erträgen entspricht. So entstand die Theorie des effizienten Finanzmarktes, wobei Fama davon ausgeht, dass alle am Finanzmarkt handelnden Personen sofort und rational auf neue Informationen reagieren. Dies impliziert, dass Kurse sofort angepasst und neue Informationen umgehend zu einer Reaktion führen. Zudem beinhaltet die, bei Fama (1970) angesprochene Rationalität unter anderem das Vertrauen in das Finanzsystem und den Ausschluss von Gier. An zahlreichen Beispielen in der Vergangenheit kann man erkennen, dass Gier und die damit verbundene Überbewertung von Finanztiteln immer wieder enorme Auswirkungen nach sich ziehen. Jüngstes Beispiel zeigte sich 2008, wobei unter anderem Übertreibungen am Markt bezüglich Credit Default Swaps1 und anderen Positionen eine verheerende Krise verursachten. Ein weiteres Beispiel zeigt sich im selben Jahr bei der Volkswagen-Aktie, die in kürzester Zeit an Wert gewann und von 200 EUR auf zwischenzeitlich über 1000 EUR stieg. Die Annahme der Ineffizienz der Finanzmärkte kann zudem durch die späte Reaktion der Anleger auf bereits bekannte Informationen gestützt werden. Wirtschaftliche Modelle gehen meist von rational handelnden Menschen und effizienten Märkten aus, da nach Fama (1998), Über- und Untertreibungen sich gegenseitig wieder aufheben sollen.

Nach Kleeberg (1995) ist ein kapitalgewichteter Index nur dann effizient, wenn die Erwartungen der Anleger homogen sind. Des Weiteren darf es keine Restriktionen bezüglich Leerverkäufe geben und der Steuersatz muss einheitlich sein. Unter anderem geben Bruns und Meyer-Bullerdiek (2008) an, dass Marktindizes eine hohe Effizienz aufweisen und diese von Portfoliomanagern auf lange Sicht kaum übertroffen werden können, wie sich in der Portfoliomanagementpraxis gezeigt hat. Unter Beachtung der Kapitalmarkteffizienz gäbe es keine über- und unterbewerteten Finanztitel und auch große Banken und Investmentgesellschaften müssten nicht in das Research investieren. Die vollkommene Effizienz der Kapitalmärkte stellt somit ein theoretisches Konstrukt dar, das abhängig von Markt und Zeit mehr oder weniger stark mit der Praxis korreliert.

2.1.3 Anforderung an die Benchmark

Für eine Performancemessung sollte der Benchmark folgende Kriterien erfüllen: Er sollte eine realisierbare Alternative, nicht leicht zu schlagen, in seinen Kosten gering und feststellbar sein (Sharpe, 1992). Sobald ein Benchmark herangezogen wird, der nicht diese Kriterien besitzt, wird ein Vergleich sehr schwierig, beziehungsweise besitzt nur wenig Aussagekraft. Für den Performancevergleich wird der Deutsche Aktienindex (DAX) gewählt.

Der DAX ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland und spiegelt die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Unternehmen (Blue Chips), gemessen an ihrem Umsatz, wieder. Grundsätzlich kann man zwischen Performance- und Kursindizes unterscheiden, wobei der deutsche Leitindex einen Performanceindex darstellt. Dieser reinvestiert fiktiv alle Erträge, wie zum Beispiel Dividenden oder Bezugsrechtsgewährungen. Der Index wird mit der Formel von Laspeyres

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

berechnet, wobei Kt der (indexspezifische) Verkettungsfaktor,n die Anzahl der Aktienwerte, Pit der Kurs der Aktie i im Zeitpunkt t, ,QiTdie Anzahl der Aktien der Aktiengesellschaft i im Zeitpunkt T, ffiT den Free-Float-Faktor der Gattung i zum Zeitpunkt T, ffiT den Korrekturfaktor der Aktiengesellschaft i im Zeitpunkt t, CiT den Kurs der Aktie i im Basiszeitpunkt,Qio die Anzahl der Aktien der Aktiengesellschaft i im Basiszeitpunkt, t den Berechnungszeitpunkt und ܶ die Zeitpunkt der letzten Verkettung darstellen.

2.1.4 Aktives und passives Portfoliomanagement

Eine fundamentale Frage der Anlagephilosophie ist, ob der aktive oder passive Investmentansatz gewählt wird und ob die „Mehr-Arbeit“ durch den Fondsmanager sinnvoll ist. Im Allgemeinen strebt das aktive Management eine Performance an, die oberhalb einer Benchmark liegt und diese über lange Sicht outperformt. Beim passiven Management wird lediglich ein Basiswert abgebildet, wobei ein Eingreifen des Fondsmanagers generell ausbleibt. Weiter besteht im passiven Management die Annahme von hinreichend effizienten Märkten; da sich durch das aktive Zutun eines Managers dauerhaft keine Überrenditen erzielen lassen. Teilweise ist es überdies nicht möglich eine Benchmark oder spezifische Anlageschwerpunkte passiv abzubilden. Ein Beispiel hierfür ist die Infrastruktur in Indien. Da es für eine Investition in diesem Bereich keinen Index gibt, ist für solche Anlagen ein aktiv gemanagtes Konstrukt unerlässlich.

2.1.5 Forschungsstand

In der Forschung gibt es zahlreiche empirische Studien zu dieser Thematik. Hierbei wird überwiegend ein Performancevergleich mit einem Benchmark angestrebt und nicht, wie in dieser Arbeit, mit einem Indexzertifikat. Aufgrund der Tatsache, dass ausschließlich ein Plain-Vanilla-Zertifikat, mit DAX als Underlying, betrachtet wird, sind die Ergebnisse in ihrer Aussagekraft identisch und können als Vergleich herangezogen werden. Zu nennen sind primär die Studien von Treynor (1965), Sharpe (1966) und Jensen (1967), die zunächst die ihren Namen entsprechenden Performancemaße einführten und die Performance von Aktienfonds überprüften. Das Ergebnis aller Untersuchungen ist, dass nach Abzug der Kosten eine stark ausgeprägte Underperformance der Fonds gegenüber dem Benchmark zu beobachten ist. Des Weiteren sind beispielhaft Studien von Grinblatt und Titman (1989) angeführt, die zu dem Ergebnis kommen, dass in Abhängigkeit vom Growth-Ansatz und dem Fondsvolumen brutto signifikant Überrenditen erzielt werden können, nach Abzug der Gebühren diese jedoch Großteils aufgezehrt werden. Für den deutschen Markt wird exemplarisch auf die empirischen Untersuchungen von Steiner und Wittrock (1994) verwiesen, die unter anderem die Timingfähigkeit der Fondsmanager betrachten. Wiederum kommen diese zu der Schlussfolgerung, dass keine signifikante Überrendite von aktiv gemanagten Fonds erkennbar ist.

2.2 Indexzertifikate

Zunächst wird genauer auf das Indexzertifikat eingegangen, wobei auch alternative Investments kurz angesprochen werden.

2.2.1 Begriffserklärung

Das Indexzertifikat ist ein klassisches Instrumentarium des passiven Portfoliomanagements. Im Gegensatz zu einem aktiv gemanagten Fonds, ist das primäre Ziel die Nachbildung eines Bezugsobjektes. Der Deutsche Derivate Verband e.V. (2008) definiert das Zertifikat folgendermaßen:

„Ein Zertifikat ist ein Wertpapier, mit dem der Inhaber an der Wertentwicklung des Basiswertes, der dem Zertifikat zugrunde liegt, teilhat. Der Anleger kann mit Zertifikaten auf steigende, fallende oder seitwärts tendierende Kurse des Basiswertes setzen. Außerdem hat er die Möglichkeit, mit nur einem Produkt eine Vielzahl von Basiswerten einzubeziehen oder in einen Index zu investieren. Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen, die vom Emittenten ausgegeben werden. Ihre Laufzeit ist begrenzt oder unbegrenzt.“

Zertifikate zählen zu der Gattung der derivativen Wertpapiere, da diese lediglich einen Wert abbilden und der Anleger den Basiswert nicht selbst besitzen muss. Trotz dieser Tatsache kann der Anleger uneingeschränkt an der Wertentwicklung partizipieren. Zertifikate verbriefen somit nicht das Recht auf einen Wert, sondern sind aus rechtlicher Sicht Schuldverschreibungen, wodurch die Käufer Gläubiger sind, die vom Emittenten (Schuldner) zu einem Stichtag ihr Kapital zurückfordern können (Beike, 1999). Die Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 zeigte, dass das Risiko der Kreditwürdigkeit des Emittenten nicht zu unterschätzen ist. Bis zur Insolvenzanmeldung galten die Papiere als risikoneutral und wurden von Ratingagenturen, wie zum Beispiel Standard & Poors, als unbedenklich eingestuft. Alle Zertifikate haben gemeinsam ist, dass sie folgende Ausstattungsmerkmale aufweisen, die vertraglich geregelt sind: Zum einen die Laufzeit, die bei der Emission bekannt gegeben werden muss. Zum anderen das zugrundeliegende Bezugsobjekt, das Bezugsverhältnis, eventuell festgelegte Sonderrechte, die Währung und der Rang der Verbindlichkeit (Beike ,1999).

Anleger haben, unabhängig von der Laufzeit, die Möglichkeit Zertifikate an den Derivatebörsen (Primärmarkt) oder zu vorher festgelegten Zeiten über den Emittenten zu kaufen oder zu veräußern. Hierbei stellen in der Regel der Emittent oder ein Dritter (Market Maker) täglich fortlaufend An- und Verkaufskurse, jedoch sind sie hierzu nicht verpflichtet. Für den Anleger von Bedeutung ist der jeweilige Geld- (Bid) und Briefkurs (Ask), der bei den einzelnen Transaktionen Gültigkeit besitzt und einen Abschlag bzw. einen Aufschlag bedeutet. Der Spread, wie man die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs nennt, kann je nach Emittent variieren und muss vom Käufer berücksichtigt werden.

Aufgrund der Fülle an Zertifikaten wird im Speziellen das Indexzertifikat selektiert und im Detail betrachtet. Indexzertifikate beziehen sich auf ein bestimmtes Basisobjekt, das, wie Beike (1999) verdeutlicht, ein Aktien- oder Rentenindex ist. Neben dieser gibt es weitere Kriterien, zu der unter anderem die Marktbreite, die Indexzahl, die regionale Ausrichtung und auch die Partizipationsmöglichkeit zählen. Die Marktbreite kann sich z.B. auf den deutschen, europäischen oder weltweiten Gesamtmarkt oder aber auch nur auf einzelne Branchenindizes beziehen. Die Indexzahl gibt an wie viele Indizes das Zertifikat enthält. Bei der Partizipationsmöglichkeit unterscheidet man wiederum, ob es sich um einen Kursindex oder einen Performanceindex handelt. Um einen Performancevergleich mit einem aktiv gemanagten Fonds zu ermöglichen, wird explizit das Plain-Vanilla-Zertifikat betrachtet, das den zugrundeliegenden Basiswert und auch dessen Wertänderung exakt abbildet. In der Basisinformation über Vermögensanlagen in Wertpapieren (2009) lautet die Definition:

„Lineare Zertifikate, auch „Plain-Vanilla-Zertifikate“ genannt, verbriefen ein Recht auf Zahlung eines Geld- oder Abrechnungsbetrages, dessen Höhe vom Wert des zugrundeliegenden Basiswerts am Fälligkeitstag, im Falle von Zertifikaten ohne Laufzeitbegrenzung an einem Kündigungstag, abhängt.“

Wie in Janos und Hunziker (2010) beschrieben, werden Investitionen in den Basiswert üblicherweise nicht direkt getätigt, sondern über eine Low Exercise Price Option (LEPO) ausgeübt. LEPO ist eine Option mit tiefem Ausübungspreis, die weit im Geld notiert und infolgedessen den Basiswert beinahe exakt abbildet. Aus diesem Grund zählen Zertifikate zu den Derivaten, da man das Basisobjekt nicht besitzt, sondern lediglich an diesen partizipiert.

2.2.2 Alternative Investments

Angesichts der Mannigfaltigkeit der verfügbaren Finanztitel sollte man die Alternativen, die dem Indexzertifikat ähneln, nicht vernachlässigen. Zum einen sind dies die heute sehr verbreiteten ETFs (Exchange Traded Funds) bzw. Indexzertifikate und zum anderen Swaps. Eine Spezialform der Swaps sind die sogenannten CDS (Credit Default Swaps), die bereits im vorhergehenden Kapitel im Zusammenhang mit der Finanzkrise erwähnt worden sind. Der wesentliche Unterschied zwischen einem

ETF und einem Indexzertifikat ist, dass ETFs im eigentlichen Sinne Fonds sind und es sich um Sondervermögen und nicht um eine Schuldverschreibung handelt. Dies ist wiederum im Falle einer Insolvenz des Emittenten von zentraler Bedeutung.

Als Swap bezeichnet man im Allgemeinen den Austausch von Zahlungsströmen zwischen zwei Personen zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt, der außerbörslich, also Over-The-Counter (OTC), durchgeführt wird. Hierbei gibt es auch einen Aktienindex-Swap, einen sogenannten Equity-Swap, wobei die Zahlungen zwischen den beiden Vertragspartnern sowohl vom ausgewählten Aktienindex, als auch von einem variablen Zinssatz (z.B. Euribor) abhängen. Eine Partei profitiert von einer positiven und die andere von einer negativen Aktienperformance, inklusive Zinsen und zuzüglich eines Spreads.

2.3 Aktiv gemanagte Fonds

Eine nähere Betrachtung aktiv gemanagter Fonds arbeitet die Unterschiede, die diese von Zertifikaten differenzieren, heraus.

2.3.1 Begriffserklärung

Wie Cohen und Starks (1988) darlegen, beinhaltet das Verhältnis zwischen Investor und Investmentgesellschaft, unter Berücksichtigung der asymmetrischen Informationsverteilung, eine typische Principal-Agent-Beziehung. Aus diesem Grund stellt die Performanceanalyse eines Fonds eine wichtige Basis dar, um die Güte der Anlage beurteilen zu können, ohne weitere Informationen erhalten zu haben. Bei einem Investmentfonds ist der Käufer Miteigentümer an einem Sondervermögen der Investmentgesellschaft. Hier findet der §30 ff. InvG Anwendung, wobei auf das Miteigentum nach Bruchteilen, die Ansprüche auf die Erträge des Sondervermögens, die ordnungsgemäße Verwaltung und der Anspruch auf die Rücknahme seiner Anteilsscheine zu Lasten des Sondervermögens eingegangen wird. Der Fondsmanger kann mit dem Sondervermögen nur Vermögensgegenstände erwerben, die nach dem Investmentgesetz und den Vertragsbedingungen der einzelnen Fonds zugelassen sind. Die Anlagegrundsätze und -bedingungen müssen strikt eingehalten werden und können den Spielraum der Vermögensanlage teilweise erheblich einschränken. Beispielsweise kann vorgeschrieben werden, dass mindestens 80% des Sondervermögens in Aktien investiert sein muss. Wenn es sich zudem um Aktien aus dem deutschen Raum handelt und sich dieses Land in einer Rezession befindet, ist es unumgänglich, dass eine negative Rendite generiert wird. Neben den Bedingungen und Grundsätzen gibt es noch weitere Beschränkungen. Laut § 4 Abs. 2 InvG und den dazugehörigen Richtlinien der BaFin müssen in einem Aktienfonds mindestens 51% des Wertes des Investmentvermögens in Aktien angelegt werden, ansonsten stellt der Fonds keinen Aktienfonds dar.

Im Gegensatz zum passiven Management, kann der Fondsmanager bewusst die Performance des Fonds beeinflussen. Es ist nicht Ziel eines aktiv gemangten Fonds möglichst viele Kauf und Verkaufsaufträge zu tätigen, sondern eine bessere Performance als der zugrundegelegte Benchmark zu erreichen und somit eine höhere risikoadjustierte Rendite zu erzielen. Dies kann einerseits durch die gezielte Selektion und Investition in wenige Wertpapiere geschehen, dem sogenannten Stock Picking. Andererseits spielt in der Generierung von Gewinnen das Timing eine erhebliche Rolle. Das folgende Beispiel verdeutlicht die Relevanz des Timings. Wenn ein Investor im November 2000 sein Vermögen für 10 Jahre in den DAX oder einem entsprechenden Derivat investiert hat, hat dieser eine negative Wertentwicklung von insgesamt 6,43% hinnehmen müssen. Falls der Investor zwei Jahre später die Anlage getätigt hätte, hätte eine positive Wertentwicklung von insgesamt 108,67% erzielt werden können.

2.3.2 Investmentprozess und Managementstil

Im Gegensatz zum passiven Management, bei dem meist nur ein Basiswert abgebildet wird, gibt es laut Bruns und Meyer-Bullerdiek (2008) beim aktiven Management einen fünfstufigen Investmentprozess. Als erster Schritt wird als Ziel festgelegt, welcher Benchmark auf lange Sicht outperformt werden soll. Nach dieser anfänglichen Eingrenzung konzentriert man sich im zweiten Schritt auf das Research und die Prognose, wobei Informationen gesammelt und ausgewertet werden. Sobald alle Informationen vorliegen, gelangt man zur eigentlichen Asset Allocation. Es wird eine Strategie formuliert und ein Portfolio konstruiert. Der vierte Schritt ist der Wertpapierhandel, das sogenannte Trading, der Kauf und Verkauf von Finanztiteln beinhaltet. Die Überprüfung des Erfolges oder Misserfolges wird anhand der Performanceanalyse durchgeführt. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die vorhergehenden Stufen.

[...]


1 Kreditausfallversicherungen.

Details

Seiten
45
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656080961
ISBN (Buch)
9783656081289
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183650
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Schlagworte
aktives und passives Management aktives Management passives Management Indexzertifikat aktiv passiv Performance Performancevergleich aktiv gemanagte Fonds Risiko Indexzertifikate

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Indexzertifikate im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds