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Tunesien: Wandel der Vegetation - Vom Mediterran zur Wüste

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 23 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Vorgehen

2. Geographischer Überblick
2.1 Topographie
2.2 Geomorphologie
2.3 Klima
2.4 Böden

3. Gliederung Tunesiens
3.1 Einteilung und Abgrenzung

4. Hartlaubzone (mediterranes arido-humides Winterregengebiet)
Der nordtunesische mediterrane Landschaftsraum des Tell
4.1 Abgrenzung
4.2 Klima
4.3 Vegetation

5. Winterkalte Steppen und Wüsten (semiarid)
Die zentraltunesischen Steppenlandschaften
5.1 Abgrenzung
5.2 Klima
5.3 Vegetation

6. Heiße Wüsten und Halbwüsten (subtropisch arides Klima)
Der aride Süden Tunesiens
6.1 Abgrenzung
6.2 Klima
6.3 Vegetation

7. Zusammenfassung

Literatur

1. Einleitung

Zwischen den Vegetationszonen und den Klimazonen der Erde besteht eine enge Verbindung, da die Vegetation in hohem Maße von den Klimafaktoren Niederschlag, Temperatur und Luft beeinflusst wird. Da es sich bei den Vegetationszonen der Erde um theoretische Unterteilungen handelt, gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Abgrenzungsmöglichkeiten. Meist wird eine Einteilung nach den klimatischen Verhältnissen vorgenommen. Tunesien erstreckt sich über mehrere geographische Großräume, die sich durch Topografie, Klima und Wasserhaushalt stark voneinander unterscheiden. Eine Einteilung Tunesiens in unterschiedliche Landschaftsräume ist so, vor allem, klimatisch bedingt, und korreliert somit stark mit der Einteilung der Erde in Vegetationszonen, wie sie beispielsweise C. Troll (1948) vorgenommen hat. Allgemein gesprochen kann so jedem, noch zu unterteilenden, Landschaftsteil Tunesiens eine zonale Vegetationsformation mit ihren klimatischen und vegetativen Eigenheiten zugeteilt werden. Anhand der vorliegenden Einteilung liegt Tunesien an einer Grenzzone, in der sich drei verschiedene Vegetationszonen finden lassen (vgl. Fischer, S. 76 ff), die ich in eine landschaftliche Gliederung Tunesiens einordnen werde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Die natürliche Vegetation der Erde (Klink, S. 210/211, vom Autor überarbeitet)

Der nordtunesisch mediterrane Landschaftsraum des Tell wird so der Zone der immergrünen Hartlaubgewächse (subtropisch, wechselfeucht) zugeteilt. Die zentraltunesischen Steppenlandschaften fallen vegetationsgeographisch in die Vegetationszone der winterkalten Steppen und Wüsten (kühl gemäßigt, wechselfeucht). Den ariden Süden Tunesiens möchte ich anhand der Zone der Wüsten und Halbwüsten (subtropisch, trocken) besprechen. (Vgl. Klink, S.110- 112) Ich möchte hinzufügen, dass die in dieser Arbeit vorgenommenen Einteilungen keine natürlichen Grenzlinien darstellen, sondern im Gegenteil, fließende Übergänge zwischen den einzelnen Zonen herrschen. Anhand eines Nord-Süd Profils möchte ich nun die erwähnten, für Tunesien wirksamen Vegetationszonen, anhand ihrer landschaftlichen Gliederung zunächst voneinander Abgrenzen, um diese dann im Einzelnen zu besprechen. Dies wird zeigen, wie sich der planetarische Wandel und die sich verändernde Kontinentalität in Tunesien bemerkbar macht, und wie sich die Vegetation vom Mittelmeer hin zur Wüste verändert und sich ihren ständig wechselnden Umweltbedingungen anpasst, also kurz gesagt wie sich der Wandel der Vegetation, vom Mediterran zur Wüste, vollzieht.

1.1 Vorgehen

Zunächst möchte ich einen kurzen geographischen Überblick über das Land Tunesien verschaffen, um die für die Arbeit interessanten Punkte Topographie, Geomorphologie, Klima und Böden darzulegen. Danach werde ich näher auf die bereits angesprochene Einteilung und Gliederung des Landes, in die für die Arbeit relevanten Vegetationszonen mit ihren zugehörigen Landschafträumen, eingehen, um diese dann im Hauptteil im Einzelnen vor allem bezüglich ihrer Vegetation und eines Wandels der Vegetation, zu behandeln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2:Geographischer Überblick über Tunesien (Eckert, S. 98, vom Autor überarbeitet)

2. Geographischer Überblick

2.1 Topographie

Die Republik Tunesien ist der kleinste der nordafrikanischen Maghreb-Staaten. Sie erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer und der Sahara, zwischen 37° 20’ und 30° 10’ nördlicher Breite sowie zwischen 7° 30’ und 12° östlicher Länge. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 800 km, die mittlere Ost-West Ausdehnung rund 200 km. Im Norden und Osten wird das Land vom Mittelmeer, im Westen von Algerien, im Südosten von Libyen begrenzt. Die Mittelmeerküste

hat eine ungefähre Länge von 1300 km. Mit einem Gesamtmaß von etwa 164.000

km² ist das tunesische Staatsgebiet etwa halb so groß wie Deutschland. (Vgl. Eckert, S. 98)

2.2 Geomorphologie

Der nördliche Bereich des Küstentellgebirges und der algerische Atlasbereich setzten sich in Richtung Norden, stark an Höhe abnehmend, von Algerien kommend, nach Tunesien hinein fort. Südlich der Dorsale haben sich in Zentraltunesien markante Schichtkammlandschaften herausgebildet, die Teile der Hochsteppenregion begrenzen. Die Nord-Süd streichenden langen Schichtkämme, vom Westrand des Kairouaner Beckens bis in den Raum Maknassy, begrenzen ungefähr das niedere Steppenland mit seinen weiten Flächen bis zur Sahelküste und das Steppenhochland Zentraltunesiens mit einem Anstieg auf bis 900 m. Weitere Schichtkämme in den Randgebieten ausgedehnter Antiklinalsysteme umgrenzen die südliche Ausdehnung des Steppenhochlandes und bilden eine Umrahmung des Schott Djerid. (Vgl. Mensching, S. 13)

2.3 Klima

Aufgrund der verschiedenartigen Topografie weist das Klima Tunesiens starke Unterschiede zwischen Nord und Süd bzw. zwischen West und Ost, also zwischen Küste und Binnenland auf. (Vgl. Eckert, S. 102) Hierbei kommt sowohl der planetarische Nord-Süd-Wandel klar zum Ausdruck als auch der höchst wirksam Ost-West-Wandel, der sich mit dem planetarischen Wandel überlagert. (Vgl. Mensching, S. 19) Der mildernde Einfluss des Mittelmeeres nimmt so von der Küste zum Landesinneren hin kontinuierlich ab. Die Niederschlagsmenge weist ein starkes Gefälle von Nord nach Süd auf. Dabei wirkt die Bergkette der Dorsale wie eine Klimascheide. (Vgl. Eckert, S. 102) Tunesien lässt so einen klimatischen Wandel vom, durch das Mittelmeer beeinflussten, mediterran-humiden bis zum saharisch-ariden Klima erkennen. Die winterlichen Luftmassen der atlantischen Polarfront stehen mit den Luftmassen der sommerlichen Tropenfront (Tropikfront) im Wechselspiel. Letzte bewirkt die lange sommerliche Trockenheit. Schon wenig südlich der Dorsale tritt kein humider Monat mehr auf. In Südtunesien macht sich fast das ganze Jahr der kontinental-saharische Einfluss bemerkbar. Allgemein unterscheiden sich die Küstengebiete von den Zentralgebieten durch wesentlich höhere Luftfeuchtigkeit. (Vgl. Mensching, S. 19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Mittlerer Jahresniederschlag (Mensching, S. 59)

2.4 Böden

Das paläozoische Grundgebirge tritt im tunesischen Gebirgsland nirgends mehr an die Oberfläche. Es herrschen dort mesozoische Sedimentgesteine in mergeligem, kalkigem oder auch sandigem Vorkommen. Im ganzen Land verbreitet sind die Kalkstein- und Mergelschichten aus den Formationen der Kreide und des Tertiärs. Die Tertiärgesteine sind teilweise marinen, teilweise kontinentalen Ursprungs. Nach dem marinen Pliozän im nördlichen Küstenbereich überwiegen die terrestrischen Sedimente des Quartärs. Die meisten Böden Tunesiens, auch die ausgedehnten Kalkkrusten haben sich auf diesem geologisch jungen Substrat gebildet. Für das nordtunesische Hügelland sind die gipsreichen Gesteine der oberen Trias zu erwähnen, da diese im ariden südtunesischen Klima die Grundlage für gewaltige Gipskrusten bilden. (Vgl. Mensching, S. 14)

3. Gliederung Tunesiens

3.1 Einteilung und Abgrenzung

Prägend für die geographischen Aufteilung Tunesiens erweist sich das Klima des Landes, welches als übergeordneter Faktor die Landschaftsgliederung bestimmt. Zusätzlich zur klimatischen Großgliederung bewirkt der Aufbau des Reliefs entscheidende Modifikationen. Bei der Betrachtung der räumlichen Differenzierung der klimatischen Elemente im gesamten Land fallen einige übergeordnete Leitlinien auf. Diese ergeben sich aus der großregionalen klimatischen Situation Tunesiens im Rahmen des westlichen Mittelmeergebietes, speziell am Ostende des Atlas-Tell-Systems und an der weit nach Süden herausragenden Syrtenküste. Sie erweisen sich nicht nur als Leitlinien der regionalen Ordnung der verschiedenen Klimaelemente, sondern der klimageographischen Gliederung des Landes allgemein. Wie eingangs erwähnt sind diese Leitlinien sowohl der meridionale Ost-West-Wandel bzw. der Grad der Zentralität mit den entsprechenden Merkmalen eines kontinentaler werdenden Klimas, von der Syrtenküste bis zur algerischen Grenze, als auch der planetarische Wandel, der sich aus der von den Polen zum Äquator abnehmenden Intensität der Sonneneinstrahlung herleitet und somit durch einen Anstieg der Temperaturen gekennzeichnet ist. (vgl. Franck, S. 20-24) Dieser macht sich vor allem zwischen der nordtunesichen Mittelmeerküste und dem saharischen Gebiet südlich des Schott Djerid in der Nord-Süd-Gliederung bemerkbar. (Vgl. Mensching, S.31) Hinzu kommt die Topografie Tunesiens, die ihren Teil dazu beiträgt, indem Bergketten wie z.B. die Dorsale oder das Daher-Bergland als Grenzlinien einzelner Klimaregime fungieren, dabei das Klima der Umgebung beeinflussen und Räume mit verschiedenen Klimaten voneinander trennen. Landschaftlich lässt sich Tunesien anhand dieser Gliederung gedanklich in vier Regionen aufteilen. Angesichts eines für den Wandel der Vegetation sehr interessanten Nord-Süd Profils möchte ich den Landschaftsteil der Sahelzone, welche an der Ostküste quasi parallel zur zentraltunesischen Steppenlandschaft verläuft, in meiner Arbeit vernachlässigen und mich auf die im Verlauf von Norden nach Süden verbleibenden drei Landschaftsräume Tunesiens konzentrieren. Ganz im Norden befindet sich der mediterrane humide Landschaftsraum des Tell. Hier durchziehen die Ausläufer des Atlasgebirges mit fruchtbaren Tälern und Ebenen das Land, es werden Höhen von ca. 600 bis 1 200 m erreicht. Weiter im Süden findet sich der Höhenzug der Dorsale, mit dem höchsten Berg des Landes. Durch ihn wird der überwiegend aride Südteil des Landes vom Norden abgetrennt. Über die zentraltunesischen Steppenlandschaften fällt das Land ab bis zu den so genannten Schotts. Weiter im Süden liegt die Sahara-Wüste, die rund 40 % der gesamten Landesfläche einnimmt. (Vgl. Mensching S. 83ff, Länder-Lexikon.de)

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Abb. 4: Die landschaftsgeographische Gliederung Tunesiens (Mensching S.87, vom Autor überarbeitet)

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Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656079088
ISBN (Buch)
9783656079286
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183532
Institution / Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Note
2,0
Schlagworte
tunesien wandel vegetation mediterran wüste

Autor

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