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Die Außenpolitik der USA

Hausarbeit 2011 15 Seiten

Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Gliederung:

1. Die Außenpolitik der USA im Überblick
a. Geschichtlicher Überblick
b. Der Einfluss der Innen- auf die Außenpolitik
c. Die NATO
d. Die WTO

2. Die USA und Europa
a. Die Beziehungen zu Großbritannien
b. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten gegenüber der BRD

3. Die Nahostpolitik der USA
a. Der Irakkrieg
b. Die Politik mit Syrien
c. Der Irankonflikt
d. Israel

4. Die Asienpolitik der USA
a. Die Beziehungen zu China und Taiwan
b. Die Positionierung der USA im Koreakonflikt

5. Der „Hinterhof“ der USA, Süd- und Mittelamerika
a. Der Krieg gegen die Drogen
b. Der Kampf gegen die illegalen Einwanderer an der mexikanischen Grenze

6. Quellen

1. Die Außenpolitik der USA im Überblick

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion am 21.12.1991 die Stellung einer Supermacht ohne jegliche ernsthaften Konkurrenten inne. Ihre wirtschaftliche und militärische Überlegenheit ermöglicht es ihnen ihren Einfluss in der restlichen Welt geltend zu machen. Die USA kann ein Bruttoinlandsprodukt von 15 Billionen US-Dollar (Stand 2009)1 vorweisen, damit liegt das amerikanische BIP noch 9 Billionen US-Dollar vor der Volksrepublik China. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind somit die stärkste Wirtschaftskraft der Welt. Ihre militärische Überlegenheit äußert sich vor allem in der hoch technologisierten Armee und der imposanten Truppenstärke von ca. 1,5 Mio. aktiven Soldaten2. Auch unterhält die USA zahlreiche militärische Stützpunkte in verschiedenen Ländern, wie zum Beispiel in Deutschland, Japan, Grönland und Kolumbien.

Durch ihre weltpolitische Situation unterhalten die Vereinigten Staaten weit reichende diplomatische Beziehungen zu fast allen Länder der Erde. Die Interessen der amerikanischen Bevölkerung werden durch entsendete Botschafter in verschiedenen Ländern vertreten. Die USA unterhalten auf allen Ländern der Welt eine Botschaft außer in Bhutan, Kuba, Iran, Nordkorea, Somalia, Sudan, Taiwan und in der Westsahara3. Aus verschiedenen Gründen haben die Vereinigten Staaten darauf verzichtet Botschafter in diese Staaten zu entsenden.

Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika zielt vor allem auf die Sicherheit, den Wohlstand und den Frieden für amerikanische Staatsbürger ab.

1.a. Geschichtlicher Überblick über die Außenpolitik der USA

Die Außenpolitik der USA war nach den Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) gegen die britische Kolonialmacht durch kontinentale Expansion und Integration geprägt. Die neu gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika trieben die Erschließung westlicher Regionen voran und hielten sich aus europäischen Konflikten heraus. Mit der Verabschiedung der so genannten Monroe-Doktrin (1823) verpflichteten sich die europäischen Mächte ihren Einfluss auf beide amerikanischen Kontinenten nicht geltend zu machen und sich somit aus amerikanischen Konflikten herauszuhalten. Diese Phase der Außenpolitik der Vereinigten Staaten wird als der Isolationismus bezeichnet. Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges endete der nordamerikanische Isolationismus durch die Belieferung Großbritanniens mit Waffen und anderem Kriegsgerät, mit dem Eintritt in den Krieg wurde der außenpolitische Wechsel erst richtig deutlich. Dem Wechsel folgte aber sogleich nach Beendigung des Krieges die außenpolitisch Kehrtwende und die Rückkehr zum alten Isolationismus, der erst wieder mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor (17.12.1941) ein endgültiges Ende fand. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Beginn des „Kalten Krieges“ verfolgten die USA verschiedene außenpolitische Strategien. Zu Beginn des Wettrüstens mit der UdSSR vertraten die Vereinigten Staaten die Politik der Eindämmung, die ein zurückdrängen des Kommunismus zum Ziel hatte.4 Diese Politik führte zum Vietnam- und Koreakrieg. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 waren die USA die einzige Supermacht auf der Welt. In den darauf folgenden Jahren führten die USA unter anderem den zweiten Golfkrieg und ließen den Sudan und Irak bombardieren.5

Nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 rief der damalig amtierende Präsident Georg W. Bush den „Krieg gegen den Terror“ aus. In Folge dessen marschierten die Vereinigten Staaten in Afghanistan und dem Irak ein, der angeblich Massenvernichtungswaffen besitze und damit eine Gefahr für den Rest der Welt darstellte. Nach dem Ende von Georg W. Bushs Amtszeit wurde der demokratische Kandidat Barack Obama zum Staatsoberhaupt gewählt, der zu Beginn seiner Amtszeit einen baldigen Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak und Afghanistan versprach. Allerdings sind bis zum aktuellen Zeitpunkt amerikanische Soldaten in beiden Ländern stationiert.

1.b. Der Einfluss der Innen- auf die Außenpolitik

In der Vereinigten Staaten von Amerika ist der Präsident und der oder die Zuständige Außenminister/in hauptsächlich für die außenpolitischen Entscheidungen verantwortlich. Sowohl der Präsident, als auch jeder anderer Politiker, der ein Ministerium oder eine beratende Funktion innehat, will am Ende seiner Amtszeit wiedergewählt werden. Aus diesem Grund treffen Politiker Entscheidungen, die die Öffentlichkeit negativ aufnehmen könnten äußerst ungern. Dies trifft natürlich auch für den außenpolitischen Bereich zu. Eine Folge, des Wunsches eines Politikers wiedergewählt zu werden, ist natürlich, dass er von verschiedenen Gruppen beeinflussbar wird. Das heißt, ein Politiker trifft seine Entscheidungen aus einer Vielzahl von Gründer heraus. Zum Beispiel auf der einen Seite, was für seine Nation am vorteilhaftesten wäre und auf der anderen Seite auch was sein Wählerklientel wünscht. Es nehmen aber auch andere Kreise Einfluss auf die politischen Entscheidungen, unter anderem auch große Konzerne und deren Lobby.

Der Präsident, wie auch andere Minister, müssen zum erreichen ihrer Ziele finanzielle Mittel aufwenden, die allerdings müssen vom Kongress bewilligt werden.

1.c. Die NATO

Die NATO („North Atlantic Treaty Organization”) ist ein Verteidigungsbündnis zwischen den europäischen und den nordamerikanischen Staaten. Alle Mitgliedsstaaten der NATO verpflichten sich im Verteidigungsfall eines Mitgliedslandes militärische Hilfe zu entsenden. Das Bündnis ging aus den ehemaligen Alliierten Kräften hervor und wurde 1949 gegründet.6 Zu den anfänglichen 12 Mitgliedsstaaten kamen jedoch bald weitere westeuropäische Staaten hinzu, wie Griechenland, Deutschland und Spanien. Während des Kalten Krieges bildete die NATO den Gegenpol zum Warschauer Pakt und den kommunistischen Verbündeten der Sowjetunion. Nach dem Niedergang der UdSSR trat eine Vielzahl ehemaliger Ostblock-Länder in das Bündnis ein. Die strategischen Ziele der NATO wurden nach dem wegfallen des Warschauer Paktes neu ausgerichtet, die Sicherheit der Mitgliedsstaaten und die Unterstützung der europäischen Außenpolitik trat mehr in den Vordergrund. Nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 trat zum ersten Mal auf drängen der USA der kollektive Verteidigungsfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrages in Kraft. Die nach dem Einmarsch der US-Truppen in Afghanistan stationierten ISAF-Soldaten (International Security Assistance Force) stehen seit 2003 unter dem Kommando der NATO, im Irakkrieg allerdings verweigerte die NATO ihre Beteiligung.7 Eines der aktuellsten Projekte der NATO ist die Errichtung eines Raketenabwehrschildes über Europa, um sich gegen Raketenangriffe aus dem Iran oder Nordkorea verteidigen zu können. Dazu müssen in Polen Abfangraketen stationiert werden, was allerdings Russland als Provokation empfindet. Zurzeit befinden sich die Regierungschefs verschiedener Mitgliedsstaaten im Gespräch mit dem russischen Präsidenten um eine Einigung zu erzielen.

Für die Vereinigten Staaten von Amerika, die maßgeblich an der Gründung beteiligt waren, ist die NATO das wichtigste militärische Bündnis. Ohne die Unterstützung der Mitgliedsstaaten der NATO würde den USA ein wichtiger Verbündeter bei der Bewältigung der Konflikte in Afghanistan oder vor Somalia fehlen.

1.d. Die WTO

Die World Trade Organization wurde 1995 als Nachfolger der GATT (Gerneral Agreement on Traffis and Trade) gegründet. Die Aufgabe der Organisation ist die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten zu koordinieren und eventuelle Streitfragen zwischen den Mitgliedern zu klären. Die WTO zählt aktuell 153 Mitgliedsstaaten, sie erwirtschaften zusammen fast 90% des gesamten Welthandelsvolumens.8 Nur wenige Staaten auf der Welt sind kein Mitglied des WTO zu ihnen zählen vor allem ehemalige Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes. Den Grundstein für die Welthandelsorganisation legten 1947 die USA und 26 andere Staaten, unter anderem Frankreich, Australien, Neuseeland und Belgien. Seitdem befindet sich der Sitzt der Organisation in Genf. Die Handelsorganisation dient zur Erleichterung des weltweiten Handels. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich Zölle abzubauen und ihr nationales Recht an die Empfehlungen der WTO anzupassen. Damit erleichtern sie den Import von Gütern und ermöglichen nationalen Unternehmen den billigen Export ins Ausland.9

Die USA nutzten die WTO in der Vergangenheit immer wieder um außenpolitische Erfolge zu erzielen, so erreichten die Vereinigten Staaten 2001 den Beitritt der Volksrepublik China in die WTO.

2. Die USA und Europa

Die Vertiefung der Verhältnisse zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union schreitet nach dem Ende des 2. Weltkrieges immer weiter voran, wobei sich in den letzten Jahren die Bevölkerung der EU oft kritisch gegenüber der Politik der USA äußerte. Es wurden der Einmarsch in den Irak, die Beschneidung der Menschenrechte in Amerika und das Gefangenenlager Guantanamo Bay deutlich kritisiert.

Trotz allem sind die wirtschaftlichen Verknüpfungen zwischen der Europäischen Union und den USA so eng wie nie zuvor. So exportiert die EU 24% und importieren 18% ihrer wirtschaftlichen Güter in, beziehungsweise aus, den Vereinigten Staaten von Amerika. Auch ist mit der Gründung der NATO eine enge militärischen Verbundenheit entstanden. Die United States unterhalten immer noch eine große Zahl von Militärbasen in Europa, gerade in Deutschland und Italien.10

Auch ist der Einfluss der amerikanischen Kultur auf Europa offensichtlich. Fastfoodketten, wie McDonalds, Burgerking oder PizzaHut schießen nur so aus dem

Boden. Aus europäischen Radios klingen amerikanischen Popgrößen und Hollywood hat schon lange Einzug in die Kinos Europas gehalten.11 Die wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Verbindungen zwischen Europa und Amerika sind wohl so stark wie noch nie.

2.a. Die Beziehungen zu Großbritannien

Zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien herrscht seit den Weltkriegen ein besonders enges politisches Verhältnis. Durch die amerikanische Unterstützung, in Form von Waffenlieferungen und späteren Kriegseintritt, für England im ersten und zweiten Weltkrieg entstand ein so genanntes „special relationship“ zwischen den beiden Ländern. Für die USA ist Großbritannien ein enger und wichtiger Bündnispartner in militärischen als auch diplomatischen Angelegenheiten. Nach dem Ausbleiben eines UN-Mandates und der damit verbundenen Ablehnung der NATO sich am Irakkrieg zu beteiligten, schmiedeten die USA, das Vereinigte Königreich und weitere Staaten die „Koalition der Willigen“, die den Irakkrieg unterstützten. Großbritannien beteiligte sich aktiv mit großen Truppenkontingenten am Einmarsch in den Irak und stationierte nach Beendigung der Kämpfe zeitweise bis zu 8900 Soldaten zur Aufrechterhaltung der Sicherheit im Land. Die enge Beziehungen zwischen den beiden Ländern wurde auch bei den gemeinsam durchgeführten Luftangriffen auf Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi, der nach dem ausbrechen von Unruhen in Libyen gewaltsam gegen die Aufständischen vorging, sichtbar.

Beide Staaten pflegen ihre gute Beziehung zu dem jeweiligen Partner, allerdings scheute sich der amtierende US-Präsident Barack Obama nicht die britische EU-Politik zu kritisieren. Er forderte die britische Regierung auf sich in der EU mehr zu beteiligen und nicht nur den „Bremser“ zu spielen.

Im Gesamten ist die politische und militärische Verbundenheit zwischen den beiden Ländern von großer Bedeutung für die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie sehen in dem Vereinigten Königreich einen wichtigen und zuverlässigen Verbündeten.

2.b. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten gegenüber der BRD

Die Bundesrepublik Deutschland ist seit langer politischer Tradition eher pro-amerikanisch eingestellt. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Besetzung durch die Siegermächte, wurde die Satzung der BRD mit gewollter oder nicht gewollter Hilfe der Vereinigten Staaten und den anderen Siegermächten aufgesetzt. Bei genauerer Betrachtung sind einige Parallelen des deutschen Grundgesetzes zur amerikanischen Verfassung zu erkennen. Während des Kalten Krieges diente die BRD als „Grenzposten“ auf deren anderer Seite das „Reich des

Bösen“ (Zitat von Ronald Reagan, Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika) lauerte. Im damaligen West-Deutschland wurden beziehungsweise waren große amerikanische Truppenkontingenten stationiert, unter anderem auch Nuklearsprengköpfe, die bis heute auf einer amerikanischen Militärbasis liegen. Während des Kalten Krieges wurde Deutschland als notwendiger Verbündeter gesehen, dem man aber nicht all zu viele Freiheiten ließ. Nach dem schicksalhaften Jahr 1991 und der Wiedervereinigung von West- und Ost-Deutschland (1989) entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren eine mehr oder weniger stark ausgeprägter Anti-Amerikanismus, der sich schon durch starke Proteste in den 68er Jahren gegen den Vietnamkrieg zeigte.12 Seitdem spielten mehrere Kanzlerkandidaten, unter anderem der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder und auch die amtierende Kanzlerin Angela Merkel, die mit ihrem deutlichen Aussage zum Gefangenenlager Guantanamo Stellung bezog, unterschwellig, aber nie offen, die anti-amerikanische Karte aus um sich die Stimmen ihrer Wähler zu sichern. Trotzdem kann wohl Deutschland als ein Verbündeter Amerikas gewertet werden, der sich aber aus innenpolitischen Gründen öfters an militärischen Aktionen der USA nicht oder nur begrenzt beteiligt.

[...]


1 SeBaWorld, Sebastian Barzel, Berlin, Mitglied der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin http://www.amerika-auf-einen-blick.de/usa/export.php

2 Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten

3 Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fenpolitik_der_Vereinigten_Staaten

4 Weltbericht, http://www.weltbericht.de/nordamerika/usa/nordamerika-usa-aussenpolitik.html

5 Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/publikationen/5A8XG0,0,0,Au%DFenpolitik_der_USA.html

6 NATO, http://www.nato.int/cps/en/natolive/index.htm

7 Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/publikationen/5A8XG0,0,0,Au%DFenpolitik_der_USA.html

8 WTO, http://www.wto.org/

9 Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Welthandelsorganisation

10 Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/publikationen/5A8XG0,0,0,Au%DFenpolitik_der_USA.html

11 DieEuros, http://www.dieeuros.eu/Die-Beziehungen-zwischen-Europa.html?lang=fr

12 Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/publikationen/5A8XG0,0,0,Au%DFenpolitik_der_USA.html

Details

Seiten
15
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656078166
ISBN (Buch)
9783656080374
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183528
Institution / Hochschule
Enztal-Gymnasium Bad Wildbad
Note
2,0
Schlagworte
Außenpolitik USA Nahost-Konflikt Amerikanische Außenpolitik

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Titel: Die Außenpolitik der USA