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Manuelle Bestimmung des Blutdrucks am Oberarm nach Riva Rocci-Korotkow (Unterweisung Gesundheits- und Krankenschwester/pfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester/pfleger)

Unterweisung / Unterweisungsentwurf 2011 25 Seiten

AdA Gesundheit / Medizin / Sport / Soziales

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der Themenwahl
1.1. Gesetzes-, Verordnungs- und Richtlinienbezug
1.2 Abgrenzung des Themas

2. Kurzanalyse der Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
2.1. Vorstellung des Ausbildungsortes
2.2 Vorstellung des Schülers
2.3 Vorkenntnisse und Ressourcen des Schülers
2.4 Lernort und Zeitpunkt
2.5 Lernmittel

3. Einordnung der Stoffauswahl
3.1. Thema der letzten Unterweisung
3.2 Thema der Unterweisung
3.3 Thema der nachfolgenden Unterweisung

4. Handlungskompetenz der Unterweisung (Ziele)
4.1. Fachkompetenz
4.2 Methodenkompetenz
4.3 Sozialkompetenz

5. Methodenwahl

6. Motivation/Problembewusstsein

7. Planungsskizze

8. Anlagen

9. Quellen

Unterweisungsentwurf

1. Begründung der Themenwahl

1.1. Gesetzes-, Verordnungs- und Richtlinienbezug

Zu den Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten einer Gesundheits- und Krankenpflegerin oder eines Gesundheits- und Krankenpflegers gehört es nach § 3 KrPflG bei Maßnahmen der medizinischen Diagnostik mitwirken zu können (Anlage 4). Die Kontrolle der Vitalzeichen ist also eine ärztliche, diagnostische Maßnahme zur Gewinnung von Parametern des Herz-Kreislaufsystems bzw. des hypothalamischen Wärmeregulationszentrums, die grundsätzlich an examiniertes Pflegepersonal delegiert werden kann.

Nach § 2 KrPflAPrV ist es die Aufgabe der Praxisanleitung, die Schülerin oder den Schüler „schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben heranzuführen“ (Anlage 5). Die methodische Antwort auf diese Anforderung kann in der Individualisierung von Lernaufgaben liegen.

Das Thema ist inhaltlich in der „Richtlinie für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege,

Lernbereich I: Pflegerische Kernaufgaben,

Teilbereich: Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie assistieren und in Notfällen handeln,

Lerneinheit I.10 Vitalzeichen kontrollieren“ genauer festgeschrieben (Anlage 6).

Neben der Ermittlung der Werte sollen die Schülerin oder der Schüler die Werte dokumentieren und den Aussagewert der ermittelten Werte einschätzen können. Letzteres wird in einer weiteren Unterweisung in den folgenden Tagen umgesetzt werden. Zeitlich ist das Thema für das erste Ausbildungsjahr festgeschrieben und wird i.d.R. in der Gesundheits- und Krankenpflege- oder - Kinderkrankenpflegeschule mit 24 Unterrichtsstunden theoretisch im ersten Unterrichtsblock vollständig unterrichtet. (Anlagen 7 und 8)

1.2 Abgrenzung des Themas

Zu den Aufgaben der Vitalzeichenkontrolle gehören die Bestimmung des Pulses mit Frequenz, Rhythmus und Qualität, die Bestimmung der Körpertemperatur und die Bestimmung des Blutdruckes.

Grundsätzlich ist es auch denkbar, die Vermittlung der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Blutzuckermessung in die Unterrichtung der Vitalzeichenkontrolle mit aufzunehmen. Nach der Richtlinie ist dies erst für das dritte Ausbildungsjahr vorgesehen. Die steigende Häufigkeit der Diabeteserkrankungen als Nebendiagnose der Patienten und die enge Personalbesetzung im Bereich des Pflegepersonals lassen die Bestimmung dieses späten Zeitpunktes der Unterweisung jedoch fragwürdig erscheinen. In diesem Zusammenhang sollte überlegt werden, den Gerätebeauftragten des Hauses als Dozent in Form des Teamteachings den Unterricht unterstützen zulassen. Als Nebenziel kann somit auch die hausinterne Geräteeinweisung durch den Gerätebeauftragten verfolgt werden.

Bestandteil der gegenständlichen Unterweisung ist die manuelle Bestimmung des Blutdrucks am Oberarm nach Riva Rocci – Korotkow. Die sinnvolle Planung der Blutdruckmessung am Patienten sowie die Dokumentation und Einschätzung der ermittelten Werte soll in der folgenden Unterweisung thematisiert werden.

2. Kurzanalyse der Lerngruppe und Lernvoraussetzungen

2.1. Vorstellung des Ausbildungsortes

Der Schüler nimmt an einem integrativen Ausbildungsangebot zur dreijährigen Ausbildung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege bzw. der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege teil. D.h. in den ersten zwei Ausbildungsjahren erfolgt die theoretische Unterrichtung inhaltlich bezüglich aller Altersgruppen möglicher Patienten. Erst im dritten Ausbildungsjahr findet die Differenzierung bezüglich der spezifischen theoretischen Inhalte entsprechend des gewählten Ausbildungsabschlusses – hier Gesundheits- und Krankenpfleger - statt.

Nach drei Monaten theoretischer Unterrichtung in dem dem Krankenhaus angegliederten Bildungszentrum wurde der erste praktische Einsatz des Schülers auf der allgemeinchirurgischen Station mit 40 adulten (med. „erwachsenen“) Patienten geplant. Die Beurteilung durch die Praxisanleiterin dieser Station wird in die Beurteilung der Lern- und Ausbildungsfähigkeit des Schülers zum Gesundheits- und Krankenpfleger und damit in die Probezeitentscheidung einfließen. Die Probezeit dauert ein halbes Jahr, da der Schüler den Stellenwert eines Arbeitnehmers hat. In dieser Zeit ist noch ein weiterer praktischer Einsatz auf einer anderen Station vorgesehen.

Insgesamt absolvieren z.Z. drei SchülerInnen dieses Jahrgangs (Unterkurs) ihren ersten praktischen Einsatz auf dieser Station. Die beiden anderen SchülerInnen wurden jedoch der anderen Schicht zugeteilt. Üblicherweise liegt der Stellenschlüssel nach Pflegepersonal-Regelung für die genannte Station bei 1:9, d.h. auf eine examinierte Kraft kommen 9 SchülerInnen. Die SchülerInnen des Oberkurses bzw. Mittelkurses befinden sich jedoch im Urlaub oder im Unterrichtsblock. Die Verordnung zur Durchführung des Krankenpflegegesetzes NRW vom 07.03.2006 sieht vor, dass der Umfang der Praxisanleitung je SchülerIn in drei Ausbildungsjahren 250 Stunden in der praktischen Ausbildung beträgt.[1] Hier wird deutlich, dass geplante, „persönliche“ Praxisanleitung i.d.R. einem großen Zeitdruck unterliegt. Neben der Praxisanleiterin arbeiten in diesem Team z.Z. vier examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen in Teilzeit, so dass der Praxisanleiterin genügend Zeit für die Unterweisung des Schülers bleibt. Das Betriebsklima ist offen, freundlich und von einem „Wir-Gefühl“ bestimmt. Die Anrede unter Kollegen erfolgt mit dem Vornamen und „Du“.

2.2 Vorstellung des Schülers

Der Schüler ist 19 Jahre alt und hat nach dem Realschulabschluss und zweijähriger Höherer Berufsfachschule bereits ein Jahrespraktikum in diesem Krankenhaus vor der Ausbildung absolviert. Dieser Sachverhalt steht den SchülerInnen häufig im Wege, da sich praktische Fertigkeiten verinnerlicht haben, welche nicht den theoretischen Anforderungen der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung entsprechen, wohl aber die „Funktionalität des Pflegealltags“ scheinbar sichern. Der Schüler ist also mit dem „stationären“ Handlungsablauf der manuellen Bestimmung des Blutdrucks grundsätzlich vertraut.

Der Schüler beweist organisatorisches Talent und Kontaktfähigkeit. Sein häufig humorvoll unterlegtes Verhalten hinterlässt bei den Patienten und Teammitgliedern einen besonderen Eindruck, der schnell Empathie entstehen lässt. An ihn gestellte Aufgaben und Anforderungen setzt er gewissenhaft und zügig um. Sein großes Interesse für die vielseitigen und anspruchsvollen Tätigkeiten eines Gesundheits- und Krankenpflegers unterstützen die Vermittlung von komplexen Handlungsabläufen.

2.3 Vorkenntnisse und Ressourcen des Schülers

In dem diesem praktischen Einsatz vorgelagerten Unterrichtsblock wurde dem Schüler das theoretische Wissen bezüglich der manuellen Bestimmung des Blutdruckes am Oberarm nach Riva Rocci sowie Korotkow als auch in der kombinierten Form vollständig vermittelt. Die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten der manuellen Pulsmessung werden bereits beherrscht. Der Schüler ist in der Lage sein Lernverhalten und Leistungsvermögen selbst einzuschätzen. Er hat sich entschieden, die manuelle Blutdruckmessung unter Zuhilfenahme des Lernaufgabensets A (Anlage 1) zu erarbeiten. Der Schüler zeigt sich wissbegierig und hat seine theoretischen Kenntnisse mittels der Lernaufgabe bereits aufgearbeitet. Sein manuelles Geschick bedarf noch ausbildungsentsprechend der Unterstützung durch die Praxisanleiterin.

2.4 Lernort und Zeitpunkt

Die geplante Unterweisung findet auf der allgemeinchirurgischen Station in der Frühschicht (6:00 Uhr bis 13:30 Uhr) nach der Frühstückspause gegen 9:30 Uhr im Arztzimmer statt. Sie soll 15 min andauern und 20 min nicht überschreiten. Die Pause dient dem Schüler zur Energiegewinnung und Entspannung. Die Wahl des Zeitpunktes lässt auf Grund der durchschnittlichen Leistungskurve des Menschen ein hohes Maß an Konzentrations- und Auffassungsgabe erwarten. Der Raum ist hell, die Schreibtische aufgeräumt. Die Ärzte befinden sich zu dieser Zeit im OP. Die Teammitglieder sind von der Praxisanleiterin über den Zeitpunkt und die Dauer der Unterweisung informiert, so dass der Stationsablauf gesichert ist. Eine störungsfreie und somit lernfördernde Umgebung ist geschaffen.

2.5 Lernmittel

- Sphygmomanometer mit Blutdruckmanschette in einer Manschettenbreite, die etwa 40 % des Oberarmumfanges eines adulten Patienten misst.
- Teaching Stethoskop mit
- Händedesinfektionsmittel
- Hilfsmittel: Graphik der Korotkow-Geräusche (Anlage 3)

3. Einordnung der Stoffauswahl

3.1. Thema der letzten Unterweisung

Manuelle Bestimmung des Pulses am Handgelenk

3.2 Thema der Unterweisung

Manuelle Bestimmung des Blutdrucks am Oberarm nach Riva Rocci - Korotkow

3.3 Thema der nachfolgenden Unterweisung

Pflege planen und dokumentieren bezüglich der Ermittlung von Blutdruckwerten

[...]


[1] Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen (2006).

Details

Seiten
25
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656078364
ISBN (Buch)
9783656078760
Dateigröße
5.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183389
Institution / Hochschule
Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld
Note
Schlagworte
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