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Identitätsfindung palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien

Magisterarbeit 2009 92 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Arabistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Geschichte der palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien
2.1 Die zionistische Bewegung und der Wunsch nach einem Judenstaat
2.2 Flucht aus den palästinensischen Gebieten
2.3 Die Rolle Jordaniens im israelisch-arabischen Krieg 1948/49
2.4 Die Situation der Flüchtlinge in Jordanien

3. Identitätsfindung und -entwicklung palästinensischer Flüchtlinge
3.1 Identität - eine allgemeine Definition
3.2 Kollektive Identität
3.3 Nationale Identität
3.4 Die arabische Identität
3.5 Historische und politische Bedingungsfaktoren der palästinensischen Identitätsentwicklung
3.6 Identitätskonstruktionen palästinenischer Flüchtlinge in Jordanien
3.7 Beeinflussung der Identitätsentwicklung palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien
3.7.1 Familie
3.7.2 Religion
3.8 Ursachen und Auswirkungen von Identitätskrise palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien
3.8.1 Die Identitätskrise und ihre Bedingungsfaktoren
3.8.2 Bedingungsfaktoren: Krieg und soziale Probleme
3.9 Zusammenfassung

4. Auswertung der Statistik zur Identitätsfindung palästinensischer Flüchtlinge in Amman
4.1 Methodik und Durchführung der Befragung
4.2 Aufbau des Fragebogens
4.3 Ergebnisse der Befragung
4.4 Diskussion der Ergebnisse
4.4.1 Selbstdefinition der Flüchtlinge
4.4.2 Identität und !urba
4.4.3 Identität durch kollektives Bewusstsein
4.4.4 Identität durch Tradition und Religion
4.4.5 Identität durch Bildung - eine mögliche Zukunftsperspektive

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

Das Haschemitische Königreich Jordanien hat wie kaum ein anderes Land der Welt derart große Einwanderungsströme im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erlebt. Diese riesigen Einwanderungswellen in den Jahren 1948, 1967 und 1990/91 waren mitunter die Stoßkräfte für die Gründung und das Bestehen des Königreichs. 1948, im Zuge des arabisch-israelischen Krieges und als Folge der Staatsgründung Israels, wanderten insgesamt 100.000 Palästinenser ins benachbarte Jordanien und 300.000 weitere ins Westjordanland aus. Während des Sechs-Tage-Krieges 1967 migrierten erneut 300.000 Palästinenser (displaced persons) aus dem Westjordanland in das Haschemitische Königreich. Weiterhin erhöhte sich die Zahl der Flüchtlinge aus den ölexportierenden Staaten im Zuge des Golfkrieges 1990/91. Aufgrund der Neutralität des Königreichs bezüglich des Krieges in den 90er Jahren wurden ca. 300.000 jordanische Gastarbeiter aus den Golfstaaten ausgewiesen und zurück in die jordanische Heimat geschickt (heimkehrende Migranten).

Drei unterschiedliche Gruppen von Einwanderern haben somit das Haschemitische Königreich wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich so sehr geprägt, dass die Existenz Jordaniens ohne die migrierte Bevölkerung nicht möglich wäre. Über 70 % der Bevölkerung in Jordanien stammt ursprünglich aus den palästinensischen Gebieten. Doch bei dieser Bevölkerungsgruppe handelt es sich keineswegs um eine homogene Gruppe, da jede Einwanderungsgruppe, insbesondere im Hinblick auf die palästinensische Bevölkerung im Land, unterschiedlich staatliche und soziale Anerkennung besitzt. Der Großteil der palästinensischen Flüchtlinge lebt weiterhin in Flüchtlingslagern, selbst wenn diese Bevölkerungsgruppe (48er und 67er Flüchtlinge) die jordanische Staatsangehörigkeit besitzt.

Jordanien steht nun vor einer großen Problematik, die schon seit Gründung des Königreichs besteht: Integration der Flüchtlinge bei gleichzeitiger Wahrung der nationalen Identität des Landes. Durch den palästinensischen Nationalismus nach 1948, der in Jordanien im Jahre 1970/71 zu einem Bürgerkrieg im Land führte, und den daraus resultierenden Widerstand gegen Israel, befürchtete Jordanien den Verlust seiner Identität, woraufhin die palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) aus dem Land ausgewiesen wurde. Diese hatte versucht in den Flüchtlingslagern einen „Staat im Staate“ zu kreieren.

Die Frage, die hier gestellt werden muss, ist, ob die palästinensische Bevölkerung in Jordanien, sich dem Königreich zugehörig fühlt oder vielmehr auf die palästinensische Heimat und Wurzeln beharrt. Fühlt sich die palästinensische Bevölkerung in Jordanien integriert und als Teil der jordanischen Gesellschaft oder fühlt sie sich marginalisiert und diskriminiert? Es könnte ebenso möglich sein, dass die Flüchtlinge ihre Präsenz im Königreich als Übergangsphase sehen, die durch Beendigung des Konflikts mit Israel aufgehoben werden kann. Diesbezüglich hat Aseel Sawalha eine Untersuchung in einer ärmlichen Nachbarschaft (Wadi al-Rimam) im Osten Ammans durchgeführt. Diese Untersuchung, die sich mit der Identität der palästinensischen Flüchtlinge in jener Gegend in der jordanischen Hauptstadt befasste, soll mitunter als Grundlage für die Befragung im Jabal al-Hussein Lager und außerhalb des Lagers dienen. Doch wurde der Vergleich bezüglich der Selbstdefinition der Flüchtlinge im Lager und außerhalb des Lagers noch nicht durchgeführt. Womöglich sind Differenzen bezüglich der persönlichen und kollektiven Zugehörigkeit bzw. Identität vorhanden. Diese Differenzen sollen in dieser Arbeit untersucht werden.

Hierbei spielt die Identität eine entscheidende Rolle. Abhängig von der persönlichen bzw. kollektiven Identität kann das Individuum selbst (unter Einfluss der Gesellschaft) seine Zugehörigkeit bestimmen. Es findet seine Identität auf Basis unterschiedlicher Zugehörigkeiten, die es selbst annimmt bzw. ablehnt. Der Flüchtling kann sich in Jordanien als Jordanier, Palästinenser, palästinensisch-jordanisch, arabisch etc. sehen. Welche Aspekte und Elemente führen zu einer bestimmten Identifizierung und Selbstdefinition des Flüchtlings in Jordanien? Welche Elemente und Zugehörigkeiten in seinem Leben hält er für wichtig und welche sind eher zweitrangig?

Die palästinensische Bevölkerung in Jordanien wohnt sowohl in Flüchtlingslagern als auch außerhalb der Lager. In der Arbeit wird der Fokus auf die 48er Flüchtlinge gelegt. Flüchtlinge aus dem Gazastreifen genießen in Jordanien nicht den gleichen Status und die gleiche soziale Anerkennung, da sie das Königreich außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches sieht. 1967er Flüchtlinge werden in dieser Arbeit ebenfalls mehr im Hintergrund stehen, da sie einen unterschiedlichen Flüchtlingsstatus haben[1]. Im Vordergrund der Untersuchung stehen somit 48er palästinensische Flüchtlinge im Jabal al-Hussein Flüchtlingslager und Flüchtlinge, die außerhalb des Lagers in der Stadt leben. Dieser Vergleich zwischen beiden Gruppen erscheint sinnvoll, da das Leben im Lager bzw. außerhalb des Lagers möglicherweise eine enorme Rolle bei der Identitätsfindung spielen kann.

Bevor sich mit der Problematik der Identität befasst werden kann, muss zunächst ein Blick auf die geschichtliche Entwicklung des palästinensischen Volkes seit der Flucht geworfen werden. Dabei werden verschiedene historische Blickwinkel berücksichtigt. Die zionistischen Bestrebungen einen Staat für Juden zu errichten und die daraus resultierenden jüdischen Einwanderungswellen sind bei der Darstellung des Exodus der palästinensischen Bevölkerung unerlässlich. Auch wird die Problematik der Vertreibung und das damit verbundene Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge dargestellt. Dabei werden israelische Historiker wie Avi Shlaim, Ilan Pappé und Benny Morris berücksichtigt. Auch die Sicht arabischer und europäischer Historiker zu dieser Problematik soll dargestellt werden. Nach der Darstellung der Rolle Jordaniens zum israelisch-arabischen Konflikt und die Situation der Flüchtlinge in Jordanien wird im Hauptteil dieser Arbeit die Problematik der Identität diskutiert. Bei der Darstellung von (persönlicher und kollektiver) Identität werden Definitionen von Jean-Claude Kaufmann, Amin Maalouf, Steph Lawler und Maurice Halbwachs berücksichtigt.

Im nächsten Kapitel werden Nation und nationale Identität dargestellt. Sind Entstehung und Existenz einer Nation und nationalen Identität auch ohne die Existenz eines Staates möglich? Diesbezüglich werden Definitionen von Max Weber, Volker Kronenberg, Ernest Renan, Walker Connor und Otto Dann in die Diskussion einbezogen. Um die palästinensische Identität besser verstehen zu können, muss zunächst eine allgemeine Darstellung der arabischen Identität gegeben werden. Basierend auf Halim Barakat werden die einzelnen Elemente und Komponenten, die für die arabische Identität wichtig sind, vorgestellt. Erst dann kann die palästinensische Identität, insbesondere im historischen Kontext, diskutiert werden. Bezüglich der Identitätsfindung und Integration palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien ist die Anzahl der vorhandenen Quellen beschränkt. Aus palästinensisch-jordanischer Sicht sollen in dieser Arbeit Abhandlungen des Politologen Mustafa Hamarneh, des Königs Hassan bin Talal, des palästinensischen Soziologen Samih K. Farsoun und Aseel Sawalha.

Als weiteren Punkt werden Familie und Religion bei der Bestimmung palästinensischer Identitätskonstruktion in Jordanien dargestellt. Der Krieg und seine sozialen Folgen für die palästinensische Bevölkerung in Jordanien, die oftmals in eine Identitätskrise gelangen können, soll ebenfalls analysiert werden. In Bezug auf die Instabilität der Identität unter den Flüchtlingen wird der Soziologe Heinz Abels einbezogen.

Das Leben im Lager bzw. außerhalb des Lagers kann die Identitätsfindung palästinensischer Flüchtlinge stark beeinflussen. Ist es möglich, dass die Flüchtlinge sich in Jordanien so zugehörig fühlen, dass es als „zweite Heimat“ verstanden werden kann oder beharren sie auf die palästinensische Zugehörigkeit?

Im letzten Abschnitt untersucht die Befragung, die im Rahmen dieser Arbeit vor Ort in Amman durchgeführt wurde, genau diese Problematik. Der Vergleich zwischen Flüchtlingen im Lager (Jabal al-Hussein) und außerhalb des Lagers in Amman soll die unterschiedlichen Identitätsfindungen und die möglichen Gründe und Ursachen darstellen. Hängt eine starke Identifizierung mit Jordanien bzw. der palästinensischen Zugehörigkeit vom Leben im Lager bzw. außerhalb des Lagers ab oder bleibt der palästinensische Bezug auch nach drei Generationen von Flüchtlingen immer noch bestehen?

2. Geschichte der Palästinensischen Flüchtlinge

Um den Exodus der Palästinenser aus den besetzten Gebieten verstehen zu können, ist es notwendig einen historischen Überblick über die Gegebenheiten zu geben, die zu dieser Massenflucht um 1948 geführt haben.

2.1 Die zionistische Bewegung und der Wunsch nach einem Judenstaat

Die Idee der Errichtung eines Judenstaates entwickelte sich schon im 19. Jahrhundert und wurde von der zionistischen Bewegung eingeführt. Ludwig Watzal schreibt dazu folgendes: „The Zionist settlement project began with the construction of Rishon LeZion in 1882. Five years later, at the First Zionist Congress, held in Basle in 1897, the nationalistic-political program for a ‘Judenstaat’ was presented to the public“. [2] Die Stadt Rishon LeZion wurde im Jahre 1882 von jüdischen Einwanderern aus Russland gegründet. Nach Watzal hätten die Zionisten schon durch die Gründung jener Stadt mit der Implementierung des „ nationalistischen und politischen Programms “ zur Errichtung eines Judenstaates begonnen.

Dieses Vorhaben der zionistischen Juden sei von der Britischen und Amerikanischen Regierung unterstützt worden.[3] Für den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, so Watzal, „was the return of the Jews to Palestine like a fulfillment of the Biblical prophecies, and he zealously supported the Zionist project.“ [4] Darüber hinaus geht Watzal auf den Antisemitismus in Westeuropa ein, der dazu geführt hätte, dass sich die Juden in Europa emanzipieren wollten: „The call for the emancipation of the Jews was a Western European phenomenon, which […] was to produce the evil of modern anti- Semitism.” [5] Demnach führte die Emanzipation[6] der Juden zu einem „modernen Antisemitismus“, der in Westeuropa seine Wurzeln hat. Moses Hess, einer der führenden Denker der zionistischen Bewegung, war einer der ersten, die aufgrund des Antisemitismus die Errichtung eines jüdischen Staates forderten: „Because of the latent anti-Semitism and the prevailing nationalism, he was one of the first to demand in 1862

the creation of a state for Jews in their ancestral homeland, Palestine.”[7]

Nach ´Abd al-Wahh"b al-Kiy"l# führte die jüdische Einwanderung in Palästina zu einer gezwungenen Teilung der arabischen Einheit, um so die zionistische „Strategie“ zu implementieren.[8]

Theodor Herzl, der vom zionistischen Kongress in Basel im Jahre 1897 auserwählt wurde, um mit den europäischen Regierungen über die Möglichkeiten zur Errichtung eines jüdischen Staates zu verhandeln, sah die jüdische Emanzipation und die daraus notwendige Entstehung einer Heimstätte, zunächst als eine nationale Frage an.[9] Der jüdische Staat müsste für Herzl „in Palestine or anywhere else on this planet“ [10] errichtet werden. Al-Kiy"l# erwähnt ebenfalls, dass Herzl die jüdische Frage nicht als eine gesellschaftliche oder religiöse sieht. Für ihn sei sie eine nationale Frage bzw. Problem, dessen Lösung nur erfolgen kann, wenn es zu einer „politischen und internationalen Angelegenheit“ werde.[11]

Watzal vergleicht die zionistische Kolonialisierung mit dem europäischen Kolonialismus und kommt zum Ergebnis, dass, obwohl beide Prozesse sich sehr stark ähneln, da beide Gruppierungen auf die Eroberung eines dritten Landes zielen, sie sich jedoch in einem wichtigen Punkt unterscheiden: „Although the Zionist movement and European colonialism were similar in many regards, they had one fundamental difference: it was the ‘mission’ of the colonialists to bring seemingly culturally underdeveloped people the blessings of Western culture, whereas the Zionists were motivated by a desire to establish a state on the expense of another people, and it was their efforts to do so that characterized the Zionist colonial project.”[12] Watzal argumentiert, dass die Mission des europäischen Kolonialismus zum Ziel hätte, unterentwickelten Völkern den „Segen westlicher Kulturen“ nahe zu bringen, während die zionistische Bewegung, und dies wird von Watzal kritisiert, einen Staat auf Kosten anderer Völker errichten wolle. Eine ähnliche Argumentation äußert ebenfalls AlKiy"l#. Er sieht den zionistischen Kolonialismus als eine Strategie Palästina und sein Volk Schritt für Schritt zu „judaisieren“, um so die jüdische Einwanderung herbeizuführen.[13]

Eine wichtige von Watzal thematisierte Fragestellung ist, ob den Zionisten die Existenz eines arabischen Volkes in Palästina bekannt war, oder ob sie die dort lebende Bevölkerung als irrelevant ansahen.[14] Watzal zitiert Max Nordau, als dieser erfuhr, dass Araber tatsächlich in Palästina leben, und schreibt: „There are Arabs in Palestine! I didn’t know that! We are going to commit an injustice.” [15] Der zionistische Slogan „ A land without people for people without a land”[16] ist daher kontrovers und bildet nach Watzal eine Antithese zu den Siedlungs- und Eroberungsplänen. Ferner erwähnt er Ahad Ha’am, der eine zentrale Rolle in der zionistischen Bewegung spielte und Palästina in den Jahren 1891 und 1892 besuchte[17]. Dieser schrieb nach seiner Reise: „[…] the country was not empty and […] one hardly saw any uncultivated land.“ [18]

Sowohl Herzl als auch Israel Zangwill[19] waren sich über das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung einig. Diese sollte vertrieben werden, ihnen im „Transferland“ Arbeit angeboten und im „eigenen Land“[20] die Beschäftigung verboten werden. Die reiche Gesellschaftsschicht soll sich der jüdischen anschließen.[21] Nach Watzal war die Umsiedlungspolitik der Zionisten der Auslöser für den Exodus der arabischen Bevölkerung. Die Einwanderung der Juden „ brought the indigenous population the loss of its home, the destruction of its society, its culture and tradition, as well as the mass flight to refugee camps.“ [22]

2.2 Flucht aus den palästinensischen Gebieten

Die Flucht der Palästinenser aus den besetzten Gebieten wurde nicht nur durch den arabisch-israelischen Krieg im Jahre 1948 hergeleitet. Die aufblühende zionistische Bewegung im 19. Jahrhundert und die großen jüdischen Einwanderungswellen vor der Gründung des Staates Israel waren die treibende Kraft für die Errichtung des jüdischen Staates und auch die Unterstützung und Zustimmung seitens der britischen Regierung ist von großer Bedeutung. Am 2. November 1917 erklärte Arthur James Balfour, der zu jener Zeit Außenminister Großbritanniens war, in einem Schreiben an Lord Walter Lionel Rothschild, einem Repräsentanten der englischen Juden:

„Lieber Lord Rothschild, ich freue mich, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Sympathieerklärung für die jüdisch-zionistischen Bestrebungen mitteilen zu können, die dem Kabinett vorgelegt und von diesem gebilligt wurde. Die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk wird von der Regierung Seiner Majestät mit Wohlwollen betrachtet. Sie wird ihr Bestes tun, um das Erreichen dieses Zieles zu erleichtern, wobei unmissverständlich zu betonen ist, dass nichts getan werden darf, was die Bürgerrechte und religiösen Rechte der in Palästina lebenden nicht-jüdischen Bevölkerung oder die Rechte und den politischen Status der Juden irgendeines anderen Landes nachteilig betrifft.“[23]

Obwohl diese Erklärung keine juristische Gültigkeit hatte, war sie dennoch de facto eine offizielle Sympathieerklärung seitens der britischen Regierung an die zionistische Bewegung, die ihre volle Unterstützung bei der Errichtung einer jüdischen „Heimstätte“ zusicherte. Zuvor unterzeichnete Großbritannien im Jahre 1916 in einer geheimen Vereinbarung mit Frankreich das sogenannte Sykes-Picot-Abkommen, in dem sich beide Mächte auf eine Aufteilung des Nahen Ostens einigten.[24]

Nach Elisabeth Monroe war die Balfour Erklärung „one of the biggest mistakes in our imperial history.“ [25] Darüber hinaus wird diese Deklaration von einigen Historikern, unter anderem auch von Al-Kiy"l#, als die Hauptursache für die spätere „Vertreibung“[26] der palästinensischen Bevölkerung gesehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten27

(dt.: „[…] was zu einem Raub einer Heimat und Vertreibung eines ganzen Volkes führte.”)

Balfour schildert in einem Schreiben, das er an einen seiner Kollegen adressierte, die Wichtigkeit des Zionismus in diesem „historischen Ort“ und ignoriert mögliche Wünsche und Forderungen der arabischen Bevölkerung. Balfour schreibt: „In Palestine we do not even propose to take the wishes of the current inhabitants into consideration… […] Zionism is rooted in a longer tradition, in the present necessities, in future hopes, which are of greater importance than the wishes and the disadvantages of 700,000 Arabs, who currently live in this historic land.“ [28]

Zum Zeitpunkt der Balfour-Erklärung befand sich Palästina noch nicht unter britischem Mandat und dennoch sei dies, nach Hassan bin Talal, ein taktischer Spielzug seitens des britischen Außenministers gewesen, der höchstwahrscheinlich vorhersehen konnte, dass die Eroberung Palästinas erfolgreich sein würde,[29] nicht zuletzt auch aufgrund des Sykes-Picot-Abkommens.

Al-Kiy"l# wiederum schreibt, dass die Balfour-Erklärung weder eine Unterstützungsnoch Sympathieerklärung darstelle, sondern eher machtpolitische Absichten der britischen Regierung beinhalte; Großbritannien hätte sich im ersten Weltkrieg Unterstützung seitens der Juden in Palästina gegen das Osmanische Reich erhofft. Nach Al-Kiy"l# verspricht somit die britische Regierung ein Land, das sie de jure noch gar nicht kontrolliert.[30] Auch Dietmar Herz teilt diese Meinung und argumentiert bezüglich des „zionistischen Projekts“, dass Großbritannien sich durch diese Weise einen Partner (er meint hier die Zionisten) im Nahen Osten schaffen wollte.[31]

Nach der Konferenz von San Remo im Jahre 1920 wurde der Nahe Osten in britisches und französisches Mandatsgebiet aufgeteilt. So kam Palästina unter britischer Verwaltung: „Für solche Mandate bestand die Verpflichtung des Mandatsträgers [Großbritannien], das ihm überantwortete Gebiet zu einem Staat zu entwickeln, der in die Unabhängigkeit entlassen werden sollte.“ [32] dass die Bevölkerung aus Angst und Verzweiflung ihre Heimat verlassen musste. Beide Ansichten sollen in dieser Arbeit diskutiert werden.

Am 24. Juli 1922 verabschiedete der Rat des Völkerbundes Artikel 22, der die Verwaltung des Territoriums von Palästina durch Großbritannien beinhaltet. Durch die Nennung der Balfour-Erklärung, wurde nun das Versprechen, das der britische Außenminister gegenüber der zionistischen Bewegung im Jahre 1917 geäußert hatte, zu einer offiziellen Deklaration und hatte somit eine gesetzliche Gültigkeit erlangt. Großbritannien ist gemäß Artikel 22 verantwortlich „ für die Verwirklichung der ursprünglich am 2. November 1917 durch die Regierung Seiner Britischen Majestät erlassenen und von den erwähnten Mächten anerkannten Deklaration zugunsten der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina […].” [33]

Zu Beginn der Mandatszeit betrug die Anzahl der palästinensischen Araber 91 % der Bevölkerung. Die jüdische Bevölkerung zu jener Zeit (ca. 24.000)[34] bestand aus der ursprünglichen religiösen Gemeinde, dem Jishuv[35], und aus den jüdisch-zionistischen Einwanderern, die erstmals mit der ersten Alijah[36] im Jahre 1882 nach Palästina kamen. Mit den ersten drei Einwanderungswellen (1882-1903; 1904-1914; 1919-1923) wanderten insgesamt 95.000 Juden nach Palästina ein. Durch Landkäufe waren die Einwanderer in der Lage sich eine Existenz im Land zu sichern. Die vierte (1924-1931) und fünfte Aliyah (1932-1938) zählten insgesamt 82.000 bzw. 200.000 neue jüdische Einwanderer.[37]

Aufgrund der immer wieder eskalierenden Situation zwischen der arabischen Bevölkerung und den jüdischen Einwanderern, besonders im Jahre 1936, beschloss die britische Regierung die jüdische Einwanderung vorzeitig zu unterbinden. Die Zionisten protestierten vehement gegen diesen Beschluss, da unter anderem der Nationalsozialismus und die Verfolgung und Ermordung der Juden in Europa die Gründung eines jüdischen Staates immer dringender machten.[38] Im Jahre 1947 betrug die Anzahl der Juden 710.000 im Gegensatz zu den 1.365.000 lebenden arabischen Palästinensern im Land.[39] Nach Watzal wäre auch ohne den Holocaust ein israelischer Staat entstanden, da die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und militärischen Errungenschaften seiner Gründer, und die Unterstützung der britischen und amerikanischen Regierung einen wichtigen Teil dazu beigetragen hätten.[40]

Die Unruhen in Palästina eskalierten weiterhin und die britische Regierung war nicht imstande die Lage im Land selbst unter Kontrolle zu bringen. Aus diesem Grund übertrug Großbritannien die Lösung des Problems an die neugegründeten Vereinten Nationen (UNO). Am 29. November 1947 verabschiedete die Generalversammlung der UNO die Resolution 181 (II), die auch als Teilungsresolution bekannt ist, die die Aufhebung des britischen Mandats und die Teilung des Landes in einen jüdischen und einen palästinensischen Staat vorsah; 43 % des Territoriums für den arabischen und 56 % für den jüdischen Staat.[41]

Als die Araber diesen Vorschlag der UNO ablehnten, beschloss die jüdische Bevölkerung die Teilungsresolution trotzdem umzusetzen und rief am 14. Mai 1948 den Staat Israel aus. Daraufhin erklärten die arabischen Nachbarstaaten, außer dem Libanon, dem neugegründeten Staat den Krieg und griffen am 15. Mai Israel an. Im März 1949 kam es zum Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten. Der Krieg brachte Israel 76 % des Territoriums ein anstatt der 56 %, die in der Teilungsresolution vorgesehen waren. Da die Araber die Resolution 181 (II) ablehnten, kam es nicht zur Gründung eines palästinensischen Staates. Stattdessen wurden der Gazastreifen von Ägypten und das Westjordanland von Jordanien (damals noch Transjordanien) besetzt. Im Gegensatz zum Westjordanland wurde der Gazastreifen nicht annektiert. Das Westjordanland und Ostjerusalem - der Westteil der Stadt wurde von Israel besetzt - wurden von Jordanien schrittweise in den Staat eingegliedert.[42]

Die jüdischen Einwanderungen und die Gründung des Staates Israel hatten zur Folge, dass zahlreiche arabische Palästinenser ihre Städte verließen und im Westjordanland, im Gazastreifen oder in den arabischen Nachbarstaaten Zuflucht suchten. Die Massenflucht wird von den Palästinensern Nakbah (die Katastrophe) genannt. Für die Palästinenser bedeutete die Katastrophe zunächst die Aufteilung des Landes sowie die Zerstörung des Traums von einem palästinensischen Staat. Die Anzahl der Flüchtlinge beträgt zwischen 700.000 und einer Million.[43] Die Flucht der Palästinenser und die daraus entstandene Verantwortung für die Flüchtlinge werden von vielen Historikern und Autoren unterschiedlich interpretiert und dargelegt.

Die Frage, die sich Historiker wie Avi Shlaim oder Benny Morris stellen, ist, ob die Palästinenser auf Befehl der arabischen Nachbarstaaten geflohen sind oder ob sie von der israelischen Armee und der jüdischen Bevölkerung vertrieben wurden. Shlaim erwähnt sowohl die zionistische als auch die arabische Sichtweise; die Zionisten argumentieren, dass die Palästinenser nur auf Befehl der arabischen Nachbarstaaten geflohen seien, um nach dem Krieg triumphierend zurückzukehren. Die arabische Seite ist allerdings der Meinung, dass die palästinensische Bevölkerung von der israelischen Armee vertrieben worden sei und Israel somit die Verantwortung für das palästinensische Flüchtlingsproblem übernehmen müsste.[44]

Morris argumentiert, dass das Flüchtlingsproblem ein Resultat des Krieges sei: „The Palestinian refugee problem was born of war, not by design, Jewish or Arab. It was largely a by-product of Arab and Jewish fears […].“ [45] Jedoch muss auch er und andere Historiker wie Ilan Pappé und Simcha Flapan feststellen, dass einige Dokumente, insbesondere die Dokumente des Nachrichtendienstes der Israel Defence Forces (IDF), Befehle beinhalten die Palästinenser zu vertreiben.[46] Diese Dokumente sollen von der IDF selbst verfasst und vom 11. Juni bis zum 9. Juli 1948 datiert worden sein. In dieser Zeitspanne sind „nur“ zwischen 300.000 und 400.000 Palästinenser geflohen, im Gegensatz zur Gesamtanzahl der Flüchtlinge, die zwischen 700.000 und einer Million beträgt. Sie beinhalten Informationen über die Anzahl der Flüchtlinge, die Daten der Flucht, die Ursachen, die Ziele der Flüchtlinge und die damit verbundenen Probleme in den Aufnahmestaaten. Bezüglich der Ursachen der Massenflucht so werden verschiedene Thesen seitens der IDF aufgelistet, die für den Exodus der Palästinenser verantwortlich seien. Demnach sind rein politische Entscheidungen nicht verantwortlich für die Flucht.[47] Folgende Gründe seien nach der IDF ausschlaggebend für die Flucht gewesen:

„1. Direct, hostile Jewish [Haganah[48] /IDF] operations against Arab settlements. 2. The effect of our [Haganah/IDF] hostile operations on nearby [Arab] settlements […]. 3.

[…]. 4. Orders and decrees by Arab institutions and gangs […]. 5. Jewish whispering

operations [psychological warfare], aimed at frightening away Arab inhabitants. 6. Ultimative expulsion orders [by Jewish forces]. 7. Fear of Jewish [retaliatory] response [following] major Arab attacks. 8. […]. 9. Fear of Arab invasion and consequences [mainly near the boarders]. 10. […]. 11. […].“ [49] Aus dem Report kann entnommen werden, dass 70 % des gesamten Exodus durch militärische Operationen der Haganah/IDF und IZL[50] verursacht wurden. 5 % des Exodus machten offizielle Befehle der arabischen Nachbarstaaten aus. Nach der IDF seien diese Befehle aus strategischen Gründen erteilt worden, um die Dörfer und Städte als Militärstützpunkte zu nutzen.[51] Darüber hinaus wird auch angenommen, dass Angst und Panik eine Massenflucht verursachten. Watzal schreibt, dass um 1948 die palästinensische Bevölkerung unter anderem aus Angst ihre Dörfer und Städte verließen.[52] Gemäß des Reports der IDF veranlasste die Flucht aus Angst und Panik 10 % des Exodus.[53] Dennoch argumentiert Morris, dass die militärischen Operationen seitens der Juden nicht zum Ziel gehabt hätten die palästinensische Bevölkerung zu vertreiben. Die Flucht, veranlasst durch die IDF, sei vielmehr ein Nebeneffekt des Krieges gewesen.[54]

Watzal untersucht ebenfalls die Fragestellung der Vertreibung und kommt zum Ergebnis, dass es bezüglich der Einwohner Lyddas und Ramlehs tatsächlich einen Befehl zur Vertreibung gegeben habe, nämlich von David Ben Gurion, dem ersten Premierminister des Staates Israel:[55] „I am for the forced evacuation, I cannot see anything immoral in this.“ [56]

Nur Masalha kritisiert Morris‘ Ansicht, dass es seitens der zionistischen Bewegung keinen „Master-Plan“ gegeben hätte, die arabische Bevölkerung zu vertreiben. Masalha ist jedoch trotzdem der Meinung, dass selbst ohne „Master-Plan“ die Zionisten eine Verantwortung gegenüber dem Exodus der Palästinenser tragen müssten.[57] Herz argumentiert, dass die Uneinigkeit der arabischen Nachbarstaaten untereinander, die innerarabischen Machtkämpfe und die fehlende arabische Einheit zum Verlust des Krieges gegen Israel und ipso facto auch zum Exodus der palästinensischen Bevölkerung geführt hätten.[58]

2.3 Die Rolle Jordaniens im israelisch-arabischen Krieg 1948/49

Die Flucht der arabischen Bevölkerung aus den palästinensischen Gebieten ist nicht nur das Ergebnis der Gründung des Staates Israel, sondern auch ein Resultat machtpolitischer Konflikte unter den arabischen Staaten, die unterschiedliche Ziele verfolgten. Die Strategien des Königs Abdullah von Jordanien spielten hierbei eine sehr entscheidende Rolle. Im Folgenden wird der Fokus auf die Beziehungen Abdullahs zur jüdischen Gemeinde und den arabischen Nachbarstaaten gelegt, die wichtig dafür sind die Rolle Jordaniens bei der Staatsgründung Israels und der sogenannten palästinensischen Katastrophe zu verstehen.

Die Beziehungen, die König Abdullah seit der Gründung des Emirats von Transjordanien im Jahre 1923 zur britischen Regierung und später zur zionistischen Bewegung pflegte, und die für ihn und seine politischen Interessen und Ziele von großer Wichtigkeit waren, sind sehr kontrovers und werden von der arabischen Seite, insbesondere von den arabischen Nationalisten unter Führung des Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini, als Verrat und Verschwörung gegen die arabische Einheit gesehen.

Großbritannien beschloss im Jahre 1922 Transjordanien aus dem Mandatsgebiet Palästina zu trennen und gewährte dem Land unter Führung Abdullahs, Sohn des Sherifs von Mekka und König des Hijaz, die Unabhängigkeit unter britischer Aufsicht.[59] Das Gebiet westlich des Jordans sollte nun für die Gründung des Staates Israel zur Verfügung stehen und somit offen für die jüdischen Einwanderungen sein. Westlich des Flusses sollte Transjordanien ein Land für die arabische Bevölkerung sein. Auf diese Weise könne die arabische Bevölkerung in Palästina, bei einem starken Zuwachs jüdischer Einwanderer, nach Transjordanien übersiedeln.[60] Abdullah glaubte, dass die Konflikte zwischen der arabischen Bevölkerung in Palästina und der jüdischen Einwanderer nur gelöst werden können, wenn es zu einer Änderung bzw. neuen Interpretation der Balfour Deklaration kommt.[61] Darüber hinaus schlug er vor Transjordanien mit Palästina zu einem arabischen Staat zu vereinen und die Autonomie der jüdischen Bevölkerung zu gewähren. Auf diese Weise könnten die Juden sich auch im Gebiet östlich des Jordans niederlassen. Um seinen Vorschlag zu rechtfertigen, so Joseph Nevo, argumentiert Abdullah, dass durch die Eingliederung des palästinensischen Mandats in das jordanische Gebiet, Konflikte zwischen Arabern und Juden beseitigt werden könnten.[62] Die britische Regierung lehnte diesen Vorschlag jedoch ab.

Die arabischen Nationalisten unter Führung des Muftis al-Husseini lehnten eine zu starke jüdische Präsenz in Palästina ab und waren ebenfalls gegen den Vorschlag Abdullahs die Herrschaft über dieses Gebiet zu übernehmen.[63]

Die politischen Beziehungen zwischen Abdullah und der zionistischen Bewegung sind dem Mufti ein Dorn im Auge. Avi Shlaim argumentiert, dass Abdullah die Freundschaft zu den Juden in Palästina aus zwei Gründen pflegen möchte: „ […] his fear of Zionism and his perception of the opportunity it offered him to realize his own goals in Palestine.“ [64] Abdullah musste einsehen, dass die jüdische Seite in Palästina, mit der Unterstützung Großbritanniens, einen klaren Vorsprung hatte und ipso facto der Gründung einer jüdischen Heimstätte, selbst angesichts der arabischen Opposition, nichts mehr im Wege stand.[65] Nach Kamal Salibi, so zweifelte Abdullah die Fähigkeit der Araber an die Gründung Israels zu verhindern, insbesondere weil die Juden im Gegensatz zu den Arabern internationale Unterstützung genossen hätten. Nach Abdullah wäre eine Opposition gegenüber den Briten strategisch unklug.[66]

Im August 1936 setzte die britische Mandatsregierung eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Sir William Robert Wellesley Peel ein. Die Peel-Kommission schlug zu jener Zeit erstmals vor das palästinensische Mandatsgebiet in einen jüdischen und arabischen Staat zu teilen.[67] Abdullah äußerte sein Einverständnis bezüglich der Teilung des palästinensischen Gebiets, jedoch nur wenn der arabische Teil dem Emirat Transjordanien angegliedert würde und es nicht zur Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staats komme.[68]

Am 22. März 1946 wurde der Englisch-Transjordanische Freundschaftsvertrag zwischen Großbritannien und Transjordanien geschlossen. Der Vertrag wurde vom britischen Außenminister Ernest Bevin und dem Emir Abdullah unterzeichnet. Diese Vereinbarung sicherte Transjordanien die volle Unabhängigkeit zu.[69] Am 15. Mai wurde der Titel Abdullahs von „Emir“ zu „König“ geändert und Transjordanien nannte sich von nun an Jordanien.

Am 29. November 1947 verfasste die UNO die Teilungsresolution und am 14. Mai 1948 rief die jüdische Bevölkerung den Staat Israel aus. Zuvor trafen sich König Abdullah und Golda Meyerson von der Jewish Agency [70] am 17. November 1947, um über die Teilung des palästinensischen Gebiets zu sprechen. Sollte die Teilung des Gebiets erfolgen, so versprach König Abdullah, würde er das Gebiet, das für den jüdischen Staat vorgesehen war, nicht betreten. Die Jewish Agency stimmte der Annexion des Gebiets für die arabische Bevölkerung seitens Transjordaniens zu. Auf diese Weise sollte eine Intervention anderer arabischer Staaten, insbesondere unter Leitung des Muftis, in den palästinensischen Gebieten verhindert werden.[71] Darüber hinaus versprach König Abdullah seine Armee (Arabische Legion) nicht in das Territorium, das für die Gründung Israels vorgesehen war, zu entsenden und die Ausrufung des Staates nicht zu verhindern.[72] Die Konflikte zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung und das daraus resultierende Flüchtlingsproblem setzten den König jedoch unter Druck. Sein Ziel einer friedlichen Teilung in zwei Staaten konnte nicht umgesetzt werden und so stand König Abdullah zwischen zwei Stühlen. Die Vereinbarung mit der Jewish Agency hinderte ihn daran seine Armee zu mobilisieren. Somit konnte sein Plan, als „Retter“ der arabischen Palästinenser zu erscheinen, nicht umgesetzt werden. Am 30. April 1948 rief die Arabische Liga alle arabischen Staaten dazu auf, ihre Armeen für die Invasion Palästinas zu mobilisieren und so die Teilung zu verhindern. Obwohl König Abdullah die Teilung als die beste Lösung für die Sicherung des Friedens zwischen der arabischen und jüdischen Bevölkerung sah, war er gezwungen der Arabischen Liga seine Zustimmung für die militärische Intervention zu geben.[73]

Am 10. Mai 1948 warnte Golda Meyerson den König und erinnerte ihn an die Vereinbarung, die sie beide im Jahre 1947 geschlossen hatten. Der König schlug nochmals vor das ganze palästinensische Gebiet dem Königreich Jordanien einzugliedern und der jüdischen Bevölkerung die volle Autonomie zu gewähren. Meyerson lehnte diesen Vorschlag ab. Die Zionisten sahen den Rückzug Abdullahs als Verrat und Unzuverlässigkeit an. Shlaim argumentiert, dass Abdullah keine weiteren Möglichkeiten gesehen habe, als seine Legion zu mobilisieren, da er das Gebiet, das gemäß der Teilungsresolution für den arabischen Staat vorgesehen war, für sich sichern wollte und die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates verhindern wollte. Er musste, um seine Ziele zu erreichen, der Arabischen Liga vortäuschen, dass er sie unterstütze. Diese wollte die Teilung verhindern, Abdullah sie umsetzen.[74] Diesbezüglich gibt es, nach Shlaim, zwei unterschiedliche Versionen; die loyale und die nationalistische. Die loyale Version erklärt, dass Abdullah im Interesse der palästinensischen Bevölkerung gehandelt habe, daher entsendete er 1948 seine Armee nach Palästina und vereinte das Westjordanland im Jahre 1950 mit dem Königreich Jordanien. Die nationalistische Version sieht Abdullah als einen gierigen Gauner, dessen Zusammenarbeit mit den Juden zum Verlust der Araber und zur Ausdehnung Jordaniens auf Kosten der Palästinenser geführt habe.[75]

Als der Krieg am 15. Mai 1948 ausbrach besetzte König Abdullahs Arabische Legion das Westjordanland und Ostjerusalem und bekam diese Gebiete im Zuge der Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten zur Verwaltung zugesprochen.[76] Die Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und Jordanien wurde am 3. April 1949 unterzeichnet. Diese Verhandlungen zwischen Abdullah und den Israelis bestimmten die Waffenstillstandslinie und die Teilung Jerusalems, das gemäß der UN-Teilungsresolution als corpus separatum[77] deklariert worden war.[78]

Nach der Ablösung der Militärverwaltung durch eine zivile Verwaltung bekamen Palästinenser die jordanische Staatsbürgerschaft und somit auch ein Wahlrecht für die Parlamentswahlen von 1950. Das gewählte Parlament verabschiedete ein Gesetz über den Zusammenschluss des Westjordanlands mit Jordanien.[79] Dieser Zusammenschluss und die Flucht der Palästinenser aus dem nun israelischen Staat führten zu einem enormen Bevölkerungszuwachs in Jordanien. Die ursprüngliche Bevölkerungszahl in Transjordanien vor dem Krieg betrug 340.000 Einwohner. Etwa 30.000 Palästinenser waren vor dem Krieg in Transjordanien ansässig. Dazu kamen 460.000 bis 500.000 Flüchtlinge und 425.000 Bewohner des Westjordanlandes hinzu. Durch die Annahme der jordanischen Staatsbürgerschaft, hatten die palästinensischen Flüchtlinge, die zum größten Teil in Flüchtlingslagern untergekommen sind, die gleichen politischen Mitspracherechte wie die einheimische Bevölkerung. Dennoch schloss das jordanische Wahlrecht palästinensische Männer aus, die kein Land besaßen oder nicht steuerpflichtig waren.[80]

Am 20. Juli 1951 wurde König Abdullah in der Al-Aqsa Moschee ermordet. Das Westjordanland blieb bis 1988 unter jordanischer Herrschaft.

2.4 Die Situation der Flüchtlinge in Jordanien

Es gibt zwei Gruppen von palästinensischen Flüchtlingen, die im Zuge des israelischarabischen Krieges 1948 Zuflucht in anderen Ländern suchten; diejenigen, die sich als solche bei der United Nations Relief and Work Agency for Palestinian Refugees in the Near East (UNRWA) registriert haben und diejenigen, die sich nicht registriert haben, da sie nie in Flüchtlingslagern gelebt oder die Unterstützung der UNRWA nicht in Anspruch genommen haben.[81]

Die UNRWA definiert palästinensische Flüchtlinge als Personen, die zwischen Juni 1946 und Mai 1948 in Palästina lebten und aufgrund des israelisch-arabischen Krieges fliehen mussten und in den Ländern Zuflucht suchten, wo die UNRWA tätig ist. Die Unterstützung der UNRWA ist den Flüchtlingen zugänglich, wenn sie sich als solche beim UN-Hilfswerk registrieren. Die Zahl der eingetragenen palästinensischen Flüchtlinge betrug im Jahre 1950 ca. 914.000 und 2008 insgesamt 4,6 Millionen. Die Zahl der Flüchtlinge steigt stetig als natürlicher Prozess des Bevölkerungswachstums.[82] Die Hilfs- und Entwicklungsorganisation wurde im Anschluss des israelisch-arabischen Krieges von den Vereinten Nationen am 8. Dezember 1949 gegründet (Resolution 302 IV). Sie ist in den Bereichen Bildung, medizinische Grundversorgung, soziale Dienste und Nothilfe tätig und betreut Flüchtlinge im Gazastreifen, im Westjordanland, in Jordanien, im Libanon und in Syrien.[83] Ein Drittel der registrierten palästinensischen Flüchtlinge, ca. 1,3 Millionen, leben in 58 anerkannten Flüchtlingslagern in den bereits genannten Ländern bzw. Autonomiegebieten. Ein Lager ist aus Sicht der UNRWA ein Stück Land, das von der Regierung des Gastlandes der Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt wird. Demnach besitzen die Flüchtlinge das Land per se nicht, sie können es lediglich als Wohnstätte benutzen. Die UNRWA selbst besitzt das Lager nicht. Die Verwaltung und Instandhaltung ist Aufgabe der Regierung des Aufnahmelandes.[84]

In Jordanien gibt es zehn offizielle Lager, in denen ca. 329.150 Flüchtlinge leben bzw.

16 % der insgesamt 1,7 Millionen registrierten Flüchtlinge in Jordanien. Vier wurden nach dem 48er Krieg und sechs nach dem 67er Krieg gegründet. Darüber hinaus gibt es drei Stadtteile in Amman, Zarqa und Madaba, die seitens der jordanischen Regierung offiziell und aus Sicht der UNRWA inoffiziell als Lager gelten. Die Bevölkerungszahl der zehn offiziellen und drei inoffiziellen Lager in Jordanien beträgt nach Angaben der UNRWA 65 % der in Jordanien insgesamt lebenden Flüchtlinge aus den palästinensischen Gebieten.[85]

Im Jahre 1967, im Zuge des israelisch-arabischen Krieges, gab es erneut einen Exodus aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen. 140.000 Flüchtlinge, die bereits als solche bei der UNRWA registriert waren, flohen zusammen mit weiteren 240.000 Palästinensern jordanischer Staatsangehörigkeit aus dem Westjordanland.[86] Letztere werden nicht als Flüchtlinge sondern als displaced persons (dt. vertriebene Personen) bezeichnet, da sie bei der Flucht keine internationalen Grenzen überquert haben. Zum Zeitpunkt des 1967er Krieges stand das Westjordanland unter jordanischer Herrschaft. Demnach sind die 240.000 Flüchtlinge von der West Bank zur East Bank geflohen und haben somit keinen Flüchtlingsstatus. 95 % der displaced persons fanden Zuflucht in Jordanien.[87]

[...]


[1] Dies wird in der Arbeit erläutert.

[2] Watzal, Ludwig: Peace Enemies. The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. Jerusalem, 1999. S. 3

[3] Vgl. ebd. S. 6

[4] Ebd. S. 4

[5] Ebd. S. 4

[6] Leider erklärt Watzal nicht näher was er unter dem Begriff der Emanzipation der Juden versteht. Es ist möglich, dass hiermit die Präsenz der Juden in gesellschaftlichen und politischen Institutionen gemeint ist.

[7] Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 4

[8] 65 .> ,1999 ;&= / .01-2%) 3'4567 819&: :$%&'(%) *&+,%) -./ .?

[9] Vgl. Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 5

[10] Ebd. S. 5

[11] 28 .> ,01-2%) 3'4567 819&: :$%&'(%) *&+,%) -./ .?

[12] Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S 6

[13] 136 .> .01-2%) 3'4567 819&: :$%&'(%) *&+,%) -./ .?

[14] Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 7

[15] Ebd. 7

[16] Ebd. S. 7

[17] Ahad Ha’am (1856-1927) war Mitglied des „Hovevei Zion Movement“ und kritisierte stark die Umsiedlungspläne der Zionisten. Nach seiner Reise aus Palästina stellte er fest, dass der zukünftige jüdische Staat, wenn seine Errichtung erfolgen sollte, zahlreichen Problemen mit der einheimischen arabischen Bevölkerung gegenüberstehen wird. Mehr zu Ha’am unter http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/ahad_haam.html

[18] Zitiert in Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 7

[19] Israel Zangwill (1864-1926) war ein jüdischer Schriftsteller aus England und Unterstützer der zionistischen Bewegung in Großbritannien. Mehr zu Zangwill unter http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/zangwill.html

[20] Herzl meint hier den Staat Israel.

[21] Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 7f.

[22] Ebd. S. 10

[23] Entnommen aus http://www.kalenderblatt.de/index.php?what=thmanu&manu_id=1066

[24] Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. München 2001, S. 27

[25] Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 12

[26] Der Begriff der „Vertreibung“ der palästinensischen Bevölkerung aus den besetzten Gebieten in den Jahren 1948 und 1967 wird sehr stark diskutiert. Während einige Historiker der Meinung sind, dass die arabische Bevölkerung eigenständig und unter Aufforderung der arabischen Nachbarstaaten floh, vertreten andere die Ansicht, dass das „gewaltsame“ Eindringen der jüdischen Einwanderer gemeinsam mit der beabsichtigten „Vertreibung“ seitens des israelischen Militärs zwangsweise dazu geführt habe,

[27] 84 .> .01-2%) 3'4567 819&: :$%&'(%) *&+,%) -./ .?

[28] Watzal Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 12

[29] Vgl. Bin Talal, Hassan: Palestinian Self-Determination. A Study of the West Bank and Gaza Strip. London, 1981. S. 28

[30] 84Q80 .> .01-2%) 3'4567 819&: :$%&'(%) *&+,%) -./ .?

[31] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 29

[32] Ebd. S. 28

[33] E. Mareus: Palästina - ein werdender Staat. In: Frankfurter Abhandlungen zum modernen Völkerrecht, Heft 16. Leipzig, 1929. S. 262-269.

[34] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 28f

[35] Das hebräische Wort „Jishuv“ oder „Yishuv“ bezeichnet die jüdische Bevölkerung vor der Gründung des Staates Israel. Mehr dazu unter http://www.zionism-israel.com/dic/Yishuv.htm

[36] Aliyah (Pl. Aliyot) ist das hebräische Wort für Aufstieg und bezeichnet eine der fünf jüdischen Einwanderungswellen nach Palästina. Mehr dazu unter http://www.zionism-israel.com/dic/Aliya.htm

[37] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 28f.

[38] Ebd. S. 30

[39] Vgl. Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 15 10

[40] Ebd.

[41] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 30f

[42] Ebd. S. 31

[43] Ebd. S. 34

[44] Vgl. Shlaim, Avi: The Debate about 1948. In: Pappé, Ilan (Hg.): The Israel/Palestine Question. New York, 2002. S. 181f.

[45] Ebd. S. 181

[46] Vgl. Morris, Benny: The Arab Exodus from Palestine. In: Pappé, Ilan (Hg.): The Israel/Palestine Question. New York, 2002. S. 194

[47] Ebd. S. 197

[48] Die Haganh war eine militärische Untergrundorganisation des Jishuv von 1920 bis 1948. Sie gilt als die Vorläuferin der IDF. Mehr dazu unter http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/haganah.html

[49] Morris, Benny: The Arab Exodus from Palestine. S. 197f.

[50] Die IZL, Irgun Zeva'i Le'umi, war eine bewaffnete jüdische Untergrundorganisation, die von ehemals Haganah-Mitgliedern gegründet wurde. Mehr dazu unter http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/irgun.html

[51] Vgl. Morris, Benny: The Arab Exodus from Palestine. S. 199

[52] Vgl. Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 16

[53] Morris, Benny: The Arab Exodus from Palestine. S. 200

[54] Ebd. S. 208

[55] Vgl. Watzal, Ludwig: Peace Enemies The Past and Present, Conflict between Israel and Palestine. S. 17

[56] Ebd. S. 19

[57] Vgl. Masalha, Nur: A Critique on Benny Morris. In Pappé, Ilan (Hg.): The Israel/Palestine Question. New York, 2002. S. 215

[58] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 34f.

[59] Vgl. Salibi, Kamal: The Modern History of Jordan. Amman, 1993. S. 88

[60] Ebd. S. 120

[61] Ebd. S. 124

[62] Vgl. Nevo, Joseph: King Hussein and the Evolution of Jordan’s Perception of a Political Settlement with Israel, 1967-1988. Großbritannien, 2006. S. 9

[63] Ebd. S. 10

[64] Shlaim, Avi: Lion of Jordan. The Life of King Hussein in War and Peace. London, 2007. S. 22

[65] Vgl. Nevo, Joseph: King Hussein and the Evolution of Jordan’s Perception of a Political Settlement with Israel, 1967-1988. S. 10

[66] Vgl. Salibi, Kamal: The Modern History of Jordan. S. 135

[67] Ebd. S. 140f.

[68] Ebd. S 140f.

[69] Vgl. Ebd. S. 153

[70] Die jüdische Einwanderungsorganisation „Jewish Agency“ wurde im Jahre 1929 von der zionistischen Organisation gegründet. Siehe auch http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Orgs/jafi.html

[71] Vgl. Shlaim Avi: Lion of Jordan. The Life of King Hussein in War and Peace. S. 24

[72] Vgl. Nevo, Joseph: King Hussein and the Evolution of Jordan’s Perception of a Political Settlement with Israel, 1967-1988. S. 11

[73] Vgl. Shlaim, Avi: Lion of Jordan. The Life of King Hussein in War and Peace. S. 26

[74] Ebd. S. 27f.

[75] Ebd. S. 28f.

[76] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 43

[77] Die Stadt Jerusalem soll gemäß der UN-Teilungsresolution 181 (II) einem internationalen Regime unterstellt und von den Vereinten Nationen verwaltet werden. Dieser Zustand, der vorsah, dass Jerusalem entmilitarisiert und neutral bei der Teilung bleibt, wurde nie erreicht. Siehe auch http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=836&catid=62

[78] Vgl. Shlaim, Avi: Lion of Jordan. The Life of King Hussein in War and Peace. S. 32

[79] Vgl. Herz, Dietmar: Palästina - Gaza und Westbank. Geschichte Politik Kultur. S. 43

[80] Ebd. S. 43

[81] Farsoun, Samih K.: Palestinian Diaspora. In: Ember, Melvin (Hg.) u.a.: Encyclopedia of Diasporas. Immigrant and Refugee Cultures Around the World. New York, 2005. S. 233

[82] Vgl. http://www.un.org/unrwa/refugees/whois.html

[83] Vgl. http://www.un.org/unrwa/overview/index.html

[84] Vgl. http://www.un.org/unrwa/refugees/wheredo.html

[85] Vgl. http://www.un.org/unrwa/refugees/jordan.html

[86] Ebd.

[87] Vgl. BADIL Resource Center for Palestinian Residency & Refugee Rights: 1928-2008: 60 Years of the Palestinian Nakba. Survey of Palestinian Refugees and Internally Displaced Persons, 2006-2007. S. 15f.

Details

Seiten
92
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783668335905
ISBN (Buch)
9783668335912
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183238
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Orientalisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Identität Jordanien Palästinenser Flüchtlinge palästinensische Flüchtlinge Amman Flüchtlingslager

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Titel: Identitätsfindung palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien