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Virtual Community und Community Engineering

Hausarbeit 2010 29 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitorische Grundlagen
2.1. Der Begriff der Virtual Community
2.2. Definition einer Fallstudie
2.3. Das Geschäftsmodell der Virtual Community

3. Untersuchung anhand von Fallstudien
3.1. Fallstudie: Lernnetzwerke
3.2. Expertennetzwerke

4. Fazit
4.1. Fazit zum Lernnetzwerk
4.2. Fazit zum Expertennetzwerk

IV. Anhang

V. Literatur

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Das Community Engineering Modell

Abbildung 2 Charakteristika der Lern- und Expertennetzwerke

Abbildung 3 Untersuchungsdesign des Lernnetzwerks der Universität Potsdam

Abbildung 4 Entwicklung der Mitgliederbeiträge

Abbildung 5 Zuwachs an Mitgliedern im Expertennetzwerk

Abbildung 6 Zuwachs an Beiträgen im Expertennetzwerk

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Erfahrungen der Studenten mit Online-Communities.

Tabelle 2 Erfahrungen der Studenten mit Internettechnologien

Tabelle 3 Zugriffsmöglichkeiten der Studenten auf das Internet

Tabelle 4 Erfahrungen der Studenten mit E-Business und E-Commerce

Tabelle 5 Analyse der verschiedenen Software-Lösungen

Tabelle 6 Selbsteinschätzung der Studierenden hinsichtlich ihrer Aktivität

Tabelle 7 Motive zur Beteiligung am Wiki-System

Tabelle 8 Ränge innerhalb des Forums

Tabelle 9 Analyse des Expertennetzwerks im Vergleich zu anderen

1. Einleitung

Das Internet wird zu einem immer bedeutenderen Teil in unserem Leben. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 03.12.2009 besitzen 73% der privaten Haushalte einen Internetzugang, somit ist die Zahl von 27 Millionen Haushalten in 2008 auf 29 Millionen in 2009 und damit um vier Prozentpunkte zum Vorjahr gestiegen. (vgl. Statistisches Bundesamt 2009)

Der Begriff Web 2.0 macht die tiefgreifenden Veränderungen des Internets deutlich. Internetnutzer sind nun nicht mehr nur Konsumenten sondern auch Prosumer, das heißt auch Autoren. Grundlage dieser Art des Informationsaustausches bieten Genre der Social Software, worunter man „Foren, Instant Messaging, Wikis, Blogs, Social Bookmarking und Social Networking“ zählen kann. (Stieglitz 2008, 1)

So erfreuen sich neben dem Online-Shopping, dessen Nutzung bei privaten Nutzern immer weiter zunimmt und von 2007 auf 2008 um sieben Prozentpunkte auf 51 Prozent gestiegen ist (vgl. Statistisches Bundesamt 2008), auch Virtual Communities steigender Beliebtheit und Bedeutung. Jedoch werden in diesem Zusammenhang nur wenige empirische Studien durchgeführt (vgl. Stieglitz 2008, 138). Dabei ist zu beachten, dass Virtual Communities nicht nur in ihrer Anzahl immer stärker zunehmen, sondern auch hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl. Viele Internetnutzer sind nicht nur Mitglied in einer Community, sondern teilweise auch in mehreren. (vgl. Stieglitz 2008, 2)

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Geschäftsmodell der Virtual Community anhand zweier Fallstudien näher erläutert werden.

In Kapitel 2 werden zunächst die Begriffe der Virtual Community und der Fallstudie definiert, sowie das dazugehörige Geschäftsmodell zum Aufbau von Virtual Communities erläutert. Anhand dieser Grundlagen werden in Kapitel 3 nun zwei Fallstudien vorgestellt und untersucht. Dabei handelt es sich zum einen um ein Lernnetzwerk der Universität Potsdam, zum anderen um das Expertennetzwerk der Börse Berlin AG.

In Kapitel 4 wird eine abschließende Betrachtung gegeben und die Erfolgsaussichten von Virtual Communities bewertet.

2. Definitorische Grundlagen

2.1. Der Begriff der Virtual Community

Schaut man sich die gängige Literatur zu diesem Thema an, findet man die unterschiedlichsten Definitionen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen nur einige dieser Definitionen aufgezeigt werden. Dabei wird deutlich, dass die jeweilige Auslegung der Definitionen von der jeweiligen Perspektive abhängt.

So definiert Döring (Leimeister, Krcmar 2003, 48 nach Döring 2001) den Begriff der Virtual Community aus sozialpsychologischer Sicht und sieht sie als „Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen Interessen, die untereinander mit gewisser Regelmäßigkeit und Verbindlichkeit auf computervermitteltem Wege Informationen austauschen und Kontakte knüpfen.“

Für die geschäftliche Nutzung bedeutet dies, dass Virtual Communities Gruppen von Menschen sind „with common interests and needs who come togehter on line. Most are drawn by the opportunity to share a sense of community with like-minded strangers, regardless of where they live. But virtual communities are more than just a social phenomenon. What starts of as a group drawn together by common interests ends up as a group with a critical mass of purchasing power, partly thanks to the fact that communities allow members to exchange information on such things as a product’s price and quality.“ (Leimeister 2003, 48 nach Hagel III 1997, 143)

Laut Leimeister (2003, 48) wird eine Virtual Community wie folgt definiert: „Eine Virtual Community ist eine besondere Form von Gemeinschaft und damit eine Unterart sozialer Gruppen. Sie ist ein Zusammenschluss von Menschen mit einem Bedürfnis nach Information und Interaktion oder dem Bedürfnis, eine spezifische Rolle in einer Gemeinschaft auszufüllen. Grundlage und verbindendes Element ist eine Idee oder ein Ziel, das auf Basis von impliziten oder expliziten Verhaltensregeln verfolgt wird. Die Interaktion wird durch eine technische Plattform vermittelt und unterstützt, die den Aufbau von Vertrauen und einem Gemeinschaftsgefühl auch ohne die unmittelbare physische Präsenz der Gemeinschaftsmitglieder ermöglicht. Zusammen mit dem technischen Subsystem, bestehend aus der Plattform des Community-Systems und der Infrastruktur des Internet, bilden virtuelle Gemeinschaften damit interdependente soziotechnische Systeme.“

2.2. Definition einer Fallstudie

Eine Fallstudie ist eine „komplexe, ganzheitliche Analyse einer bestimmten Untersuchungseinheit“ (Stieglitz 2008, 143 nach Häder 2006, 348ff.) mit dem Ziel einen komplexen Sachverhalt zu analysieren. Eine Untersuchungseinheit kann eine einzelne Person, Gruppe, Organisation, Gesellschaft oder eine Kultur sein, im Rahmen dieser Arbeit stellen die Lern- und Expertennetzwerke die Untersuchungseinheiten dar. Im Gegensatz zu einer Befragung oder einer Beobachtung, gibt es bei Fallstudien keine eigene Erhebungsmethode, auch lässt sich nur schwer eine Verallgemeinerung der gewonnenen Aussagen auf andere Fälle machen. (vgl. Stieglitz 2008, 143f.)

2.3. Das Geschäftsmodell der Virtual Community

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Das Community Engineering Modell Quelle: Leimeister 2006, 421

Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, müssen beimAufbau einerVirtual Community mehrere Stationen (^rcManfen wntdeu.In der Aoalysephate geht es zuMcfet binmal um die Udentifikation der Problemstellungen sowie der Ziele. Dies sollte mit großer Sorgfalt geschehen, weil es den Ausgangspunkt für weitereLaerlegungen darstellt und somit unmittelbarerErfolgsfaktorist.BesondereBescUtunosolltehierUoiden Rahmenbedingungen gbscgenkUwerdgn. diuricOunteituiled lassen in snziblet ökonnmischu, teeOnisoUeynd legale Faktoren. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe, denn ein zentraler Aspekt liegt darin, die Rahmenbedingungen an die jeweiligen Erwartungen anzupassen. (vgl. Leimeister 2006, 420)

In der Designphase werden Designaspekte behandelt, dabei handelt es sich zum einen um den logischen Raum, also um Syntax und Semantik, wie zum Beispiel die Sprache. Zum anderen handelt es sich um das Kanalsystem, also das Kommunikationsmittel sowie die organisatorische Struktur der Community. Bei letzterem geht es um den sozialen Kontext, Rechte- und Rollenkonzepte. Auch die Usability des Systemdesigns sowie die Nutzenpotentiale sind von großer Bedeutung. (vgl. Leimeister 2006, 420)

Die Implementierung und die Inbetriebnahme einer Community weisen auch Besonderheiten auf. Der technology-use mediation-Ansatz besagt, dass eine noch so gute technische Unterstützung nur dann effektiv ist, wenn sie auch auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt ist. Damit eine Community gut funktioniert, müssen auch Regelungen und Funktionsweisen eingeführt werden, dazu zählen zum Beispiel vertrauensunterstützende Komponenten und Anreizsysteme. (vgl. Leimeister 2006, 421)

Als letzten Schritt muss man das Controlling und die Evolution durchführen. In diesem Schritt muss kontrolliert werden, ob die einzelnen Teilnehmer die Virtual Community in der Weise nutzen, dass sie ihre eigenen Ziele erreichen bzw. dass ihre eigenen Ziele erfüllt werden. Dabei sollte auch auf eine Qualitätssicherung und das Wachsen der Community geachtet werden, was in diesem Zusammenhang als Daueraufgabe gesehen werden kann. (vgl. Leimeister 2006, 421)

3. Untersuchung anhand von Fallstudien

Im folgenden Kapitel sollen zwei Fall studi en vorge stellt werden, die; als Ausprägungen von Virtual Communities angesehen werden können. Es handelt sich hierbei, wie bereits einleitend erwähnt, zum einen um ein Lernnetzwerk, zum anderen um ein Expertennetzwerk. Abbildung 2 zeigt die grundlegenden Aspekte und Charakteristiken beider Netzwerke, auf die in den Kapiteln 3.1. und 3.2. detaillierter eingegangen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Charakteristika der Lern- und Expertennetzwerke Quelle: Stieglitz 2008, 140

Beide Fallstudien sollen anhand des unter Kapitel 2.3 vorgestellten Geschäftsmodells von Leimeister und Krcmar und der dort beschriebenen Phaseis Analyse, Design, Impiementierung und Betrieb, Controlling und Evolution untersucht werden.

3.1. Fallstudie: Lernnetzwerke

Die Fallstudie Lernnetzwerke stammt aus dem universitären Kontext an der Universität Potsdam. Das Lernnetzwerk ist einer Veranstaltung zum Thema „E-Business und E­Commerce“ zuzuordnen und daher sowohl in der Teilnehmerzahl, wie auch der Dauer begrenzt. Hierin liegt auch eine weitere Besonderheit, denn anstatt der sonst in sozialen Netzwerken herrschenden Anonymität, waren sich die Nutzer hier persönlich bekannt. (vgl. Stieglitz 2008, 139ff.)

In Abbildung 3 lässt sich die zeitliche Abfolge der Phasen bei der Durchführung des Lernnetzwerks erkennen. Die verschiedenen Phasen werden in den folgenden Unterkapiteln näher beschrieben. Bemerkenswert ist, dass sowohl Controlling wie auch Evolution schon in der Implementierungsphase einsetzen und den weiteren Verlauf dieser Phase beeinflussen. Hierdurch wird keine hierarchische Abfolge erzeugt, die verschiedenen Phasen greifen ineinander über.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Untersuchungsdesign des Lernnetzwerks der Universität Potsdam Quelle: Stieglitz 2008, 142

3.1.1. Analysephase

In der Analysephase muss die Problemstellung definiert werden, dies umfasst die Ziele der Community sowie die Rahmenbedingungen, aber auch der Informations- und Interaktionsbedarf gehört hierzu, (vgl. Stieglitz 2008, 145f.)

Die Problemstellung zu dieser Fallstudie wurde einleitend in Kapitel 3.1 erläutert und wird an dieser Stelle nicht noch einmal aufgegriffen.

Da vor allem im Rahmen von Lehrveranstaltungen der Einsatz von Technologien immer stärker an Bedeutung gewinnt, werden Lehrmaterialien und sonstige Informationen den Studierenden immer öfter online zur Verfügung gestellt. Jedoch soll die Vermittlung von Wissen nicht mehr nur vom Lehrenden an die Lernenden stattflnden, sondern auch innerhalb von Lemgruppen. Diese Lemgruppen müssen nicht immer in realen Situationen stattflnden, sie können auch virtuell erfolgen. Hierfür ist der Aufbau von virtuellen Lernnetzwerken erforderlich. Ziel ist eine verstärkte Interaktion der Kursteilnehmer und das Freisetzen von zusätzlichen Lerneffekten. Dies sollte im vorliegenden Fall erreicht werden, indem ein Wissenspool mittels einer Virtual Community erarbeitet werden sollte, der gegebenenfalls später auch als Datenbank dienen könnte. Dabei sollte es neben der Eingabe von Wissensinhalten auch die Möglichkeit von Kommentierungen und Verlinkungen geben. Um das System zu nutzen, musste man sich jedoch registrieren. Der Zugang war auf die Seminarteilnehmer beschränkt, die demnach die Zielgruppe dargestellt haben. Indikator für die Bewertung des Erfolgs des Netzwerks sollte unter anderem die Anzahl der verfassten Beiträge sein. (vgl. Stieglitz 2008, 145ff.)

Um eine aktive Teilnahme zu gewährleisten, sollten schon gewisse Vorkenntnisse vorhanden sein. Informationsgrundlage bot eine Umfrage im Vorfeld der Veranstaltung. Innerhalb dieser Umfrage wurden Informationen zu den Erfahrungen der Teilnehmer hinsichtlich Online- Communities, E-Business und E-Commerce sowie allgemeinen Internettechnologien und Zugangsmöglichkeiten abgefragt. Die Tabelle 1 - Tabelle 4 im Anhang geben einen Überblick über die gestellten Fragen und die gegebenen Antworten. (vgl. Stieglitz 2008, 147ff.)

Wie man anhand der Befragung sieht, ist der Kenntnisstand der Veranstaltungsteilnehmer in Bezug auf Online-Communities sehr hoch. Ungefähr 80 Prozent sind selber Mitglied in einer Community. Auch hinsichtlich der Internettechnologien besteht ein hoher Kenntnisstand, knapp 50 Prozent haben schon Erfahrungen mit Wiki-Systemen gemacht. Eine weitere Frage bezog sich auf die Möglichkeiten Zugang zum Internet zu bekommen, dies spielt vor allem für die Aktivität bei der Beitragserstellung eine Rolle. So haben alle Studierenden Internetzugriff von zuhause, 75 Prozent auch von den Poolräumen der Universität. Zudem bestanden schon vermehrt Erfahrungen mit Bereichen des E-Commerce und E-Business, zum Beispiel beim privaten Internethandel oder der Behandlung des Themas im Rahmen von Lehrveranstaltungen.

In der Analysephase müssen auch die rechtlichen oder ökonomischen Rahmenbedingungen beachtet werden, im Rahmen dieser Fallstudie spielen sie jedoch nur eine untergeordnete Rolle, da nur ein eingeschränkter Zugang zur Community besteht und kein Wettbewerb herrscht. (vgl. Stieglitz 2008, 149)

Der Interaktions- und Informationsbedarf kann in diesem Fall als sehr hoch eingeschätzt werden, da innerhalb des Netzwerkes die Möglichkeit besteht bestimmte Begriffe und Inhalte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und man so neue Einsichten findet. Zwar ist die Teilnahme an der Community auf freiwiliger Basis, die Studierenden könnten jedoch eine Verpflichtung verspüren, da es sich bei dem Seminar um eine benotete Veranstaltung handelt. So ist zu Beginn nicht klar definierbar, aus welchem Grund die Studierenden an der Community teilnehmen. (vgl. Stieglitz 2008, 149f.)

[...]

Details

Seiten
29
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656074571
ISBN (Buch)
9783656074786
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183208
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Wirtschaftsinformatik
Note
1,7
Schlagworte
Virtual Community Community Engineering Lernnetzwerke

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Titel: Virtual Community und Community Engineering