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Die Brenner Krimis von Wolf Haas - Besonderheiten der Wortstellung und Syntax

Seminararbeit 2011 31 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Die kodifizierte Mündlichkeit

2. Syntax und Topologie nach Haas
2.1. Interpunktion
2.2. Konjunktionen
2.3. Syntaktische Diskontinuitäten
2.3.1. Die Links- und Rechtsherausstellungen
2.3.2. Die Ausklammerung
2.4. Ellipsen
2.5. Parenthesen

3. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Die kodifizierte Mündlichkeit

„Schreibe, wie Du redest, so schreibst Du schön.“ 1

G.E. Lessing

Dieses Zitat Gotthold Ephraim Lessings, entnommen aus einem Brief an seine Schwester, könnte man durchaus als Credo des Autoren Wolf Haas hinsichtlich der stilistischen Gestaltung seiner Brenner-Reihe verstehen.

Bereits bei der oberflächlichen Betrachtung der Werke fällt eine stark an die Mündlichkeit anknüpfende Schriftsprache der Kriminalromane auf. Haas kreiert eine für ihn eigene Stilistik, die seinen Brenner-Romanen wie ein Fingerabdruck obliegt.

Sein Stil induziert den Eindruck einer spontanen Sprechhandlung, die nicht konstruiert wirkt und beim Rezipienten eine Vorstellung von Nähe im doppelten Sinn evoziert. Der Ich-Erzähler - ein Untermieter im Hause der Großeltern Simon Brenners - steht nicht nur in einem Näheverhältnis zum Protagonisten, sondern auch zum Rezipienten selbst. Er ist das Bindeglied, das Haas’ sprachliche Gestaltung der Werke transportiert sowie ihr die notwendige Authentizität zukommen lässt. Es ist merklich, dass ihm eine Rolle zugesprochen wird, der nicht nur der Umgang mit Brenner selbst, sondern auch der mit seinen Zuhörern familiär und vertraut ist.

Haas überwindet die typische Konstellation von Werk/Schrift einerseits und dem Leser andererseits, deren Verbindung die verbale Interaktion eines meist hochstilisierten Erzählers wäre.

Die Atmosphäre, Tiefe und Besonderheit der vorliegenden Romane entsteht primär durch die eigentümliche Ausstaffierung der Texte als Erzähltexte im wahrsten Sinne des Wortes. Hierbei versäumt es Haas nicht bestimmte Reglements der geschriebenen Sprache bzw. eines kodifizierten Textes aufzusprengen, um seine Romane in ein verbales Kostüm zu kleiden.

Der Schriftsprache werden weitgehend unterschiedliche Merkmale im Gegensatz zu der gesprochenen zugeschrieben. 2 Ein niedergeschriebener Text ist geplant und passiert vorsätzlich. Er besitzt eine rein monologische Struktur, ist ausformuliert und verständlich.3

Sein Tempo ist gemäßigt, da Gedankengänge erst nach abgeschlossener Konstruktion als Einheit aufs Papier gebracht werden. Situationen und Räume müssen aufgrund der lokalen Distanz sowie der damit einhergehenden Ermangelung deiktischer Elemente detailliert beschrieben werden, um ein Bild vor dem inneren Auge des Betrachters zu erzeugen. 4

Als ein nach diesem Muster gestalteter Romananfang könnte jener der Wiener Autoren Schilddorfer und Weiss gelesen werden:

„Der dunkle Wagen glitt fast lautlos über das Kopfsteinpflaster der Innenstadt in Richtung Donaukanal. Die beiden Männer hinter den getönten Scheiben hingen ihren Gedanken nach und hatten für die erleuchteten Fassaden der Palais und Patrizierhäuser, die draußen vorbeizogen , keinen Blick.“ 5

Haas weicht von diesem Modell weitgehend ab und übernimmt in seine Texte eine Vielzahl von Besonderheiten der gesprochenen Sprache.

Diese zeichnet sich durch Eigenschaften wie Reduziertheit, Spontaneität oder die dialogische Struktur aus. 6 Auch das Sprechtempo erscheint in der Brenner-Reihe höher, da „das Sprechen von einer Idee zu der nächsten vorschreitet“. Der Sprechakt entwickelt sich in einer face-to-face Kommunikation beinahe parallel zu jenen ihn vorangegangenen Gedankengängen, wodurch ein schneller Redefluss entsteht. 7

Wolf Haas gelingt es, seinen – niedergeschriebenen - Werken jene Eigenschaften zu injizieren. Zieht man in diesem Zuge den Romananfang von Der Knochenmann hinzu kann dies veranschaulicht werden:

„Jetzt ist schon wieder was passiert. Aber der Frühling ist eine herrliche Zeit, da gibt es Gedichte und alles, und weiß ein jeder, daß im Frühling das Leben erwacht. Da hat es am Anfang niemand glauben wollen, daß es auf einmal umgekehrt sein soll. Aber so ändern sich die Zeiten. […] Und das ist nur drei Wochen später gewesen, und immer noch Frühling, den Sommer hat es dann ja fürchterlich verregnet, Juli überhaupt zum vergessen, aber Frühling eins a.“ 8

Es findet sich beispielsweise häufig die wiederkehrende Floskel zur Einführung in den Erzählvorgang „jetzt ist schon wieder was passiert.“9, die dem Rezipienten einen Wiedererkennungswert liefert und ihn durch vertrautes Terrain schneller in die Handlung einsteigen lässt; der Eintritt in den Roman erfolgt spontan und ohne Umschweife, doch ausschweifend, was die inhaltliche Gestaltung betrifft. Geschriebene Sprache ist effizienter, da sie durchdachter ist, im Gegensatz zu verbalen Sprachäußerungen. 10

Durch die Erwähnung entbehrlicher Details, wie für die Handlung nicht relevante Wetterangaben, erweckt der Autor eher das Gefühl es würde ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, wie es beispielsweise Freunde oder besser bekannte Personen untereinander tun. Ersichtlich wird an dieser Stelle auch das höhere Erzähltempo sowie die Entwicklung eines Gedankengangs aus einem anderem.

Des Weiteren belässt es Haas in der Sprachführung seines Erzählers nicht bei der Verwendung des Personalpronomens ich; wird ein Ereignis reproduziert und der Leser nicht durch ein direktes „Aber jetzt pass auf.“ 11 in den Vorgang eingebunden, so verkleinert er die Distanz von Zugetragenem zum Zuhörer durch die Personal- bzw. Indefinitpronomen du und man.

„Die ist mit einem Tempo die Pötzleinsdorfer Straße hinuntergerauscht, daß man von Glück reden muß, daß die schwarze Ningnong das einzige Opfer geblieben ist. […] Ich weiß jetzt nur nicht, ob das mehr Unglück bringt oder weniger, wenn du die schwarze Katze totfährst, die dir über den Weg läuft.“ 12

Neben der Verwendung der genannten Pronomina finden sich außerdem unterschiedliche Abtönungspartikeln zur Generierung der Mündlichkeit. Diese schließen jene wie ja, aber, bloß, doch, nur, mal etc. ein.13

Das Einflechten dieser Partikeln in einen Textkorpus lässt Rückschlüsse über die Haltung des Sprechers gegenüber seinen Äußerungen zu. Sie können „die Redeabsicht verstärken, modifizieren und abmildern […]“14. Bei Wolf Haas sind besonders ja sowie aber zu finden.

Es kann als erwiesen angesehen werden, dass die sprachliche Gestaltung seiner Werke, für den Autoren Haas eine zentrale Rolle spielt. Um diese zu erzeugen, dient neben den bereits genannten Besonderheiten, der für einen Roman unkonventionelle Einsatz syntaktischer bzw. topologischer Mittel, durch den Haas das Konzept der kodifizierten Mündlichkeit in dieser Intensität überhaupt umsetzen kann.

2. Syntax und Topologie nach Haas

Der Stil, in den Wolf Haas seine Brenner-Romane einfasst, ist vermutlich der Hauptgrund, weshalb die inhaltlich eher gewöhnlichen Kriminalgeschichten so erfolgreich sind. Die sprachliche Gestaltung der Werke ist auszeichnend – wirkt quasi stellvertretend pars pro toto - für ihren Autoren sowie die Reihe selbst. Jeder, der Wolf Haas gelesen hat, wird ihn zunächst mit seiner ihm eigenen Stilistik in Verbindung bringen.

Es ist möglich Haas’ Konzept der Erzähltechnik, die m.E. nach weitgehend darauf abzielt die Erzähler-Leser-Distanz zu verringern und eine natürliche Erzählsituation zu kreieren, von mehreren Perspektiven aus zu analysieren.

2.1. Die Interpunktion

Bei der Betrachtung der Syntax und Topologie ist es nicht ungeschickt sich zunächst vor dem Einstieg in das Satzinnere mit seiner Interpunktion, ergo mit den Satzgrenzen zu befassen.

Die meist verwendeten Satzzeichen der deutschen Schriftsprache sind der Punkt als Markierung von Satzgrenzen sowie das Komma (altgriechisch: Einschnitt) zur Gliederung des Satzes.

Spricht Haas’ Erzählfigur bei seiner Schilderung der Ereignisse um Simon Brenner zwar gerne auch einmal sprichwörtlich ohne Punkt und Komma, so tauchen diese beiden meistvertretenden Satzzeichen in Haas’ schriftlicher Darstellung der Romane dennoch in Hülle und Fülle auf. Er weicht jedoch hierbei häufig davon ab die Interpunktion lediglich in ihrer eigentlichen, literarisch unauffälligen Rolle zu belassen und gebraucht sie als ein bewusst gewähltes rhetorisches Mittel, das wiederum den Eindruck eines mündlichen Gespräches verstärkt. 15

Erzeugt wird der Effekt des verbalen Texteindruckes beispielsweise durch die dem Inhalt angepasste Rhythmisierung der entsprechenden Passagen. Die Beistrich- bzw. Punktsetzung reguliert durch die bewusst gewählten Pausen das Lesetempo und unterstützt in dieser Folge die Steigerung des Spannungsbogens. Zusätzlich dient sie der authentischen Nachahmung von sich progressiv entwickelnden Gedankengängen, wie sie sonst nur in einer wirklichen face-to-face Kommunikation zu finden sind.

Der folgende Auszug aus Auferstehung der Toten zeigt, wie leicht der Erzähler von seinem eigentlichen Thema, hier angestoßen durch das Klingeln einer Handglocke, abzuweichen vermag und für den Hergang des Romans irrelevante Informationen einwirft. Diese sind dann ebenso wie in einer wirklich passierenden mündlichen Kommunikation nicht ausgefeilt, sondern entwickeln sich auseinander heraus und es wird Rücksprache mit dem Gesprächspartner, dem Leser, gehalten.

Haas verknüpft die inhaltliche Ebene des Gedankensprungs, ausgelöst durch die assoziative Wirkung der Klingel, sowie die anschließende Abfolge der entstehenden Denkprozesse mit der syntaktischen Ebene und unterstreicht durch die Reihung der gesamten Schilderung in kurzen Sätzen, getrennt durch Kommata, diesen Prozess. Nach dem Punkt, die Abschweifung vom Thema war bereits beendet, fällt dem Erzähler ein neues Puzzlestück dieser Anekdote ein und er hängt sie an die eigentlich schon abgeschlossene an.

„Kaum daß der Pfarrer mit der Wandlung anfängt. Und wie dann direkt bei der Wandlung die linke Ministrantin mit ihrer Handglocke schellt, das ist gewesen wie bei diesen Hundeexperimenten, ich weiß nicht, ob du das schon einmal gehört hast, da klingelt es immer, wenn der Hund eine Wurst kriegt, und bald ist es soweit, da genügt das Klingeln allein, und dem Hund rinnt schon das Wasser im Mund zusammen. Russische Hunde sind das gewesen.“16

Die Beistrich- und Punktsetzung steht durchaus in Korreferenz mit der Satzlänge, wie es in diesem Beispiel ersichtlich wird. Schwingt viel in einer Passage von seinem Erzähler oder Protagonisten mit, so finden wir bei Haas oftmals sehr kurze durch Punkte getrennte Sätze.

„Die haben viel in München gebaut, zum Beispiel das das das. Und jetzt bei uns das Riesenland. Aber mir geht es nicht um den Kressdorf. Sondern um seinen Chauffeur.“ 17

Die Strukturierung eines Sinnabschnittes mit Punkten erhöht das Tempo; der Erzähler möchte nur schnell eine Situation erklären und dann zu seinem eigentlichen Thema gelangen.

Haas konstruiert hierbei häufig elliptische, ungrammatische Sätze oder trennt Haupt- und Nebensätze anstelle mit einem Komma mit einem Punkt. Wie im oben genannten Beispiel findet die Pointierung eines Nebensatzes zweiten Grades statt, da durch die Punktsetzung eine Pause entsteht, die den Fokus deutlicher auf den Chauffeur, den Protagonisten Simon Brenner, lenkt.

Der Punkt dient nicht mehr als Mittel einen Satz zu begrenzen, der im eigentlichen Sinne bei Haas durch die Verknappung nicht vorhanden ist, sondern als prosodisches Element.18

Die wiederholt lang ausgeführten Sätze können aus mehreren, z.T. elliptischen Teilsätzen zusammengesetzt sein und durch Kommata eine Gliederung erhalten. Der Erzähler mischt dabei, wie es in mündlicher Kommunikation üblich ist, ein großes Spektrum von Eindrücken dem eigentlichen Sachverhalt im Text bei und sondert diese nicht nach Relevanz aus. Haas macht diese in die Erzählung spontan einfließenden Ergänzungen bzw. die Entwicklung der Gedankengänge durch Kommata für den Leser transparent. Ein neuer Gedanke wird wie oben auch im folgenden Zitat mit einem Punkt von der progressiven Entwicklung des Vorangegangenen getrennt.

„Mein Gott, es gibt eben immer wieder Leute, wo man sagt, bei dem wäre es nicht schade gewesen, wenn seine Mutter es sich anders überlegt hätte, und dann gibt es die große Mehrheit, wo man sagt, bei dem kommt es auf das Gleiche hinaus, ob er da ist oder nicht, quasi neutral, aber ganz selten ist einer dabei, wo man sagt, bei dem wäre es direkt schade gewesen. Siehe Natalie, […]“19

Ersichtlich wird auch hier die Reihung der beiläufig, anekdotischen Informationen lediglich durch Kommata und die Zäsur durch Punktsetzung vor der eigentlichen Mitteilung des Erzählers.

Neben den gezeigten Beispielen für die besondere Zeichensetzung in den vorliegenden Romanen spielt auch der Doppelpunkt eine wichtigere Rolle, als er es wohl zumeist in den Werken anderer Schriftsteller tut. Bei Haas ist er häufig zu finden, soll aber hier trotzdem nur als Ergänzung abschließend erwähnt bzw. exemplarisch angeführt werden.

„Weil im Winter 1968 ist der Brenner, warte: gut 17 Jahre alt gewesen.“ 20

Die Interpunktion ist in den Brenner Romanen also durchaus beachtenswert, da sie den Rezipienten durch den Text leitet und seine Wirkung beeinflusst. Wie in anderen Romanen beispielsweise eine metaphorische Sprache dem Leser den Charakter des Werkes vermittelt und ihn in eine bestimmte Atmosphäre versetzt, trägt die Zeichensetzung der Brenner-Reihe dazu bei die Romane in das rechte Licht zu rücken und deren dialogische Struktur zu unterstreichen.

2.2. Konjunktionen

„Die haben viel in München gebaut, zum Beispiel das das das. Und jetzt bei uns das Riesenland. Aber mir geht es nicht um den Kressdorf. Sondern um seinen Chauffeur.“ 21

Dieser Auszug aus Der Brenner und der liebe Gott ist, wie schon bewiesen, ein gutes Beispiel für Haas’ eigentümlichen Umgang mit der Interpunktion. Im selben Zuge liefert es jedoch ebenso ein gutes Vorbild für die besondere Stellung, die der Autor den Konjunktionen in seinem Text einräumt.

Konjunktionen können allgemein in zwei Gruppen geteilt werden; man unterscheidet koordinierende Konjunktionen und subordinierende Konjunktionen.

Erstgenannte schließen u.a. das von Haas viel verarbeitete und sowie aber ein. Üblicherweise tauchen diese in der Schriftsprache nicht an Satzanfängen auf22, sondern dienen der Verknüpfung von Hauptsätzen, Nebensätzen gleichen Grades oder Satzgliedern innerhalb eines kompletten Satzbaus. 23

Das sondern des zuvor angeführten Auszuges ist ebenso in diese Kategorie einzuordnen und steht in seiner normalen Verwendung als Verbindungselement zwischen zwei Satzteilen, die durch ein Komma getrennt werden.

Wolf Haas löst die Konjunktionen aus ihrer für die deutsche Schriftsprache reglementierten Position heraus und gebraucht sie als Einleitewörter neu beginnender Sätze. Er erlangt hierdurch einmal mehr die Nachahmung eines Phänomens der verbalen Kommunikation, für die die theoretische Normierung der Schriftsprache praktisch nicht vollständig umsetzbar ist.

Im Zusammenspiel mit der Interpunktion legt der Autor in dem angeführten Zitat einen Schwerpunkt auf den Chauffeur, dessen Relevanz in einem freistehenden Nebensatz deutlicher hervortritt als in einem an einen Hauptsatz gebundenen, auch wenn dies der grammatikalisch korrekte Weg wäre.

In der Brenner-Reihe verarbeitet Haas eine große Menge an satzeinleitenden Konjunktionen, wobei und am häufigsten erscheint. Ihm folgt das aber sowie die subordinierenden Konjunktionen weil und jetzt. 24

Für die Lenkung des Leseflusses, die Pointierung sowie die Evokation eines verbalen Charakters der zu lesenden Romane, splittet der Autor beispielsweise die Konstruktion

HS, Konjunktion - NS.

auf, wodurch ein freistehender Nebensatz mit einleitender Konjunktion entsteht. Diese Gestalt mit dem Schema

HS. Konjunktion – NS.

findet sich als konstante Satzbauweise in den vorliegenden Werken.

Durch eine Satzgestaltung wie diese flechtet der Autor Elemente des verbalen österreichisch-deutschen Sprachgebrauchs in sein Werk ein. Die koordinierende Satzgliedfolge mit in Hauptsatzstellung befindlichen sowie mit weil eingeleitetem Nebensatz gilt hierfür als atypisch.25

„Weil das ja umständlich ist.“26

Ebenso stark vertreten zeigt sich die Besetzung des Vorfeldes mit hierfür exemplarischen Konjunktionen wie weil und und. 27

„Und du darfst eines nicht vergessen.“ 28

„Weil die hat immer noch geglaubt, der Brenner ist der Herr von der Polizei. Aber sie hätte die Warnung gar nicht aussprechen müssen.“ 29

Das weil im Vorfeld signalisiert dem Leser, dass eine Erklärung für das umständliche Verhalten oder eine falschgeleitete Ahnung einer Person – hier die Tierpflegerin in Wie die Tiere - im Buch durch einen Einwurf des Erzählers selbst folgt. Letzterer bringt also die Rechtfertigung stellverstretend für die betreffende Romanfigur dar, was einen Hinweis für die enge Verbindung desselben zum Handlungsvorgang, ergo zur Hauptperson Simon Brenner liefert.

Auch an dieser Stelle finden wir eine Darstellung konzeptioneller Mündlichkeit, wie sie bei Haas durchgehend - errichtet aus den Elementen weil + HS. - zu finden ist. 30

[...]


1 Zoozmann, 2001. S. 466.

2 Die Betrachtung bezieht sich ausschließlich auf die Textgattung des Romans, andere werden nicht in dieser Kategorisierung berücksichtigt. S. 466.

3 Nindl 2010, S.24.

4 Filpus 1994, S. 64.

5 Schilddorfer und Weiss 2011, S.5.

6 Nindl 2010, S. 23.

7 Filpus 1994, S. 59.

8 Haas DKM, S. 5.

9 Haas 2006, DKM, S. 5.

10 Nindl 2010, S. 24.

11 Haas 2006, AdT, S. 5.

12 Haas 2006, KsT, S. 5.

13 Helbig 1999, S. 97.

14 Filpus 1994, S. 62.

15 Nindl 2010, S. 160.

16 Haas 2006, AdT, S. 75.

17 Haas 2011, BlG, S. 5.

18 Nindl 2010, S. 160.

19 Haas 2011, BlG, S. 53.

20 Haas 2006, KsT, S. 32.

21 Haas 2011, BlG, S. 5.

22 Nindl 2010, S. 165.

23 Helbig 1999, S. 93.

24 Nindl 2010, S. 164.

25 Neumayer, 2003 S. 64.

26 Haas 2006, AdT, S. 32.

27 Nindl 2010, S. 164.

28 Haas 2011, BlG, S. 65.

29 Haas 2006, WdT, S. 95.

30 Nindl 2010, S. 24.

Details

Seiten
31
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656080312
ISBN (Buch)
9783656080398
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183022
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
brenner krimis wolf haas besonderheiten wortstellung syntax

Autor

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