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Theater in Unternehmen?

Der Einsatz von Unternehmenstheater als Schlüssel zum Herzstück von Veränderungsprozessen in Unternehmen

Bachelorarbeit 2010 45 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Unternehmenstheater
2.1 Allgemeine Definition
2.2 Einsatzgebiete des Unternehmenstheaters
2.3 Theaterarbeit in Unternehmen nach fünf wesentlichen Kriterien
2.3.1 Auftraggeber/Bedarf
2.3.2 Unternehmensrelevante Inhalte/Probleme
2.3.3 Ausgewählte Zielgruppe als Zuschauer
2.3.4 Theateraufführung
2.3.5 Nacharbeit
2.4 Wie Unternehmenstheater wirken kann

3 Theaterformen im Rahmen der bedarfsorientierten Theaterarbeit in Unternehmen
3.1 Eventtheater
3.2 Improvisation
3.2.1 Statuentheater
3.2.2 Forumtheater
3.2.3 Seminartheater
3.2.4 Theatersport
3.2.5 Themenorientierte Improvisation

4 Gestaltung von Veränderungsprozessen
4.1 Das 3-Stufen-Modell von Kurt Lewin
4.2 Die vier "goldenen Regeln" des erfolgreichen organisatorischen Wandels
4.3 Veränderungsprozess als triadische Episode
4.3.1 Auftauen
4.3.2 Verändern
4.3.3 Stabilisieren
4.4 Die Kübler-Ross-Kurve

5 Praktisches Vorgehen bei Veränderungsmaßnahmen unter Anwendung der TOI
5.1 Phasen der TOI
5.2 Stufe 1 Vorbereitungsphase
5.2.1 Briefing
5.2.2 Konzeption
5.2.3 Probe
5.3 Stufe 2 Durchführungsphase
5.3.1 Visualisierung
5.3.2 Reflexion und Transfer
5.3.3 Lösungsdrehbücher
5.3.4 Theaterlabor
5.4 Techniken der TOI
5.4.1 Interaktionstechniken
5.4.2 Introspektionstechniken
5.4.3 Dramaturgietechniken
5.5 Möglicher Ablauf eines bedarfsorientierten Theaterprojekts anhand von TOI
5.5.1 Vorbereitung des TOI-Teams
5.5.2 Erster Seminartag
5.5.3 Zweiter Seminartag

6 Fazit

7 Anhang
7.1 Umgang mit Veränderungen nach Kübler-Ross
7.2 So erkennen Sie den qualifizierten Trainer für Unternehmenstheater
7.3 Interview
7.4 Abbildungsverzeichnis
7.5 Abkürzungsverzeichnis

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„ […] ‚So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war‘ […].“

Hannes Wader, 1972[1]

Alles auf unserer Erde ist stets im Wandel. Das ist wohl die einzige Konstante, auf die wir uns verlassen können. Nur die Menschen lieben Veränderungen meistens nicht so sehr. In den Unternehmen ist die Leistungsdichte enger und der Wettbewerb schärfer geworden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Veränderungsmaßnahmen auf allen Ebenen durchgeführt werden. Viele Mitarbeiter[2] tun sich schwer, dem Wandel etwas Positives abzugewinnen.[3]

So manche Geschäftsführung oder Abteilungsleitung könnte wahrscheinlich Bücher schreiben über Aussagen von Mitarbeitern wie beispielsweise:

„Kann denn nichts so bleiben wie es war?“

„Das war doch gut so!“

„Das haben wir doch immer so gemacht!“ „Immer diese Veränderungen!“

Diese Liste ließe sich problemlos ins unendliche fortsetzen. Klar ist, dass solche Aussagen die innere Haltung dieser Menschen widerspiegeln. Für kommende Veränderungen sind Widerstände zu erwarten.

Eine Unternehmensführung, die sich nicht nur als eine starre Organisation versteht, sondern als lebendigen Organismus, wird stets agierend die Belange des Unternehmens steuern. In diesem Zusammenhang wird eine Unternehmensführung bestrebt sein, unterstützende Mittel und Instrumente einzusetzen, die geeignet sind die Unternehmensziele zu erreichen.[4]

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über die Möglichkeiten des Un- ternehmenstheaters zu geben und aufzuzeigen, wie dieses „Instrument“ zur För- derung des organisatorischen Wandels wirksam eingesetzt werden kann. Dabei stehen folgende Fragestellungen im Zentrum, die im Verlauf der Arbeit ge- klärt werden:

1. „Kann Unternehmenstheater Veränderungsbereitschaft bei den Mitarbeitern erzeugen?“
2. „Welche theatrale Methode kann am ehesten in Veränderungsprozessen wirksam eingesetzt werden?“

Theater wird heute nicht mehr nur begrenzt auf die Schauspielbühne. So hat z.B. das Rollenspiel, das seit den 1950er Jahren eine im Wirtschaftskontext weit verbreitete Methode darstellt, seine Quelle aus dem Theater. Unternehmenstheater geht jedoch weit darüber hinaus, somit kann in Unternehmen Theater als Medium für die Gestaltung von Veränderungsprozessen eingesetzt werden.[5]

Das Unternehmenstheater entstand erst Ende des letzten Jahrhunderts. Es hat seine Wurzeln in Frankreich. Seine Entwicklung ist auf den raschen Wandel von einer Agrar- zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft, verbunden mit wider- sprüchlichen Führungsverhalten der Regierungen, zurückzuführen.[6] In Frankreich hat das sogenannte "théâtre d'entreprise" bereits eine längere Tradi- tion. Dort wird seit 1991 jährlich das "Festival international du théâtre d'entreprise" veranstaltet, auf dem für Unternehmen erstellte Theaterstücke präsentiert werden. Nach Schätzungen werden in Frankreich derzeit etwa 2.000 Stücke im Jahr für Unternehmen geschrieben.[7]

Gegenüber Inszenierungen auf öffentlichen Bühnen ist bedarfsorientierte Theater- arbeit durch betriebsspezifische Inhalte charakterisiert. In Deutschland ist das be- darfsorientierte Theater für Organisationen / Institutionen eine relativ junge Er- scheinung.[8] Der Begriff Unternehmenstheater wurde vor allem durch das erste Forum "Business goes Theater", das im September 1997 in Hof stattfand, etab- liert.[9]

Auch wenn es sich beim bedarfsorientierten Theater um eine relativ neue Idee handelt, so finden sich doch in den Referenzlisten der Anbieter bereits viele deut- sche Großunternehmen. Mit den Methoden aus dem Feld der Theaterpädagogik lassen sich die emotionalen Widerstände der Mitarbeiter sehr gut „auftauen“. Des- halb eignet sich das Instrument Unternehmenstheater als „Schlüssel“ für jedes gute Veränderungsprojekt und stellt eine „treffliche Intervention“ zum Aufbrechen fest zementierter Einstellungen, Routinen und Strukturen dar.[10]

Der theoretische Teil der Arbeit umfasst die Definition des Begriffes „Unterneh- menstheater“ und führt die Mindestkriterien an (Kap.2). Anschließend werden eini- ge Theaterformen für die bedarfsorientierte Theaterarbeit in Unternehmen erläu- tert (Kap.3). In Kapitel 4 steht die Gestaltung von Veränderungsprozessen im Mit- telpunkt. Daran schließt der praktische Teil an (Kap.5). Praktisch heißt hier: „Wie könnte eine Auftragsabwicklung anhand der ThemenOrientierten Improvisation (TOI) aussehen?“ In diesem Zusammenhang wird ein fiktives Fallbeispiel ange- führt, mit dem Ziel einen möglichen Projektablauf zu verdeutlichen. Der Aufbau und das Konzept von Workshops werden in ihrer Gesamtheit nicht dargestellt. Vielmehr geht es darum, einen ersten konkreten Eindruck über die TOI zu vermit- teln und deren Wirksamkeiten aufzuzeigen.

2 Unternehmenstheater

In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundladen von Unternehmenstheater dargestellt. Neben einer Definition (Kap. 2.1) wird geklärt, wo mögliche Einsatzge- biete des Unternehmenstheaters zu finden sind (Kap 2.2). Anschließend werden fünf wesentliche Kriterien zum professionellen Unternehmenstheater aufgeführt (Kap. 2.3), um zuletzt der Wirkung dieser Theaterform nachzugehen (Kap. 2.4).

2.1 Allgemeine Definition

Allgemein wird unter Unternehmenstheater „[…] alle die im Auftrag des Unternehmens durchgeführten Maßnahmen, in denen Theaterelemente und -methoden eingesetzt werden“, verstanden.[11]

Unternehmenstheater ist jede live dargebotene Form der szenischen Darstellung, die ein Unternehmen verwendet, um Unternehmensziele zu erreichen. Unternehmenstheater, manchmal auch Change Theater oder Business Theater genannt, stellt eine künstlerisch-kreative Intervention in Organisationen, bzw. Unternehmen dar. Der Einsatz des Unternehmenstheaters ist sowohl für interne, als auch externe Veranstaltungen eines Unternehmens geeignet. [12]

Einfache Formen des Unternehmenstheaters sind eventartige Auftritte professioneller Schauspieler zwecks Motivation und Unterhaltung der Belegschaft und/oder Kunden. Zwischen Kabarett und musikalischer Aufführung sind hier vielfältige Formen der Unterhaltung möglich.

Qualifizierte Formen werden gemeinsam mit den Mitarbeitern des Unternehmens entwickelt und sind möglichst genau auf deren Arbeitssituationen abgestimmt. Die spezifische Entwicklung und aktuelle Veränderungen im Betrieb werden dabei mit einbezogen werden. Zu diesem Zweck können Zuschauer (Mitarbeiter) als Mitwirkende in die Aufführung integriert werden. Hier sind manche der sehr gebräuchlichen Methoden des Improvisationstheaters anzusiedeln. Je individueller die Inszenierung zugeschnitten ist, desto einfacher fallen den Mitarbeitern die Identifikation und der Transfer auf die eigene Arbeitssituation.

Da Veränderungsvorgänge in Unternehmen häufig von hoher Emotionalität der Mitarbeiter begleitet sind, wird gerade in solchen Situationen auf das Unternehmenstheater zurückgegriffen (s. Kap. 2.4). Hier ist der Einsatz einer professionellen Theatergruppe besonders gut geeignet, denn hier sehen und erleben die Mitarbeiter ihre alltäglichen Problem- und Konfliktsituationen aus der Distanz. Die Schauspieler sind in der Lage, Emotionen stellvertretend darzustellen und Handlungsalternativen anzubieten.[13]

Somit können Probleme und Konflikte aus dem Unternehmensalltag mittels theatralen Methoden dargestellt und mögliche Lösungswege aufgezeigt werden. Das Unternehmenstheater bietet eine ganz eigene Herangehensweise an die Unternehmensprozesse und an den Mitarbeiter, die Erkenntnisgewinne werden auf ganzheitlicher Grundlage gefördert.[14]

Das Unternehmenstheater dient der Problemanalyse, Thematisierung verborgener Spannungen, Aufdeckung von Kommunikationsstörungen und Konflikten innerhalb der Organisation. Es können adäquate Lösungsstrategien entwickelt werden, ins- besondere bei Fragestellungen, die mit laufenden, bzw. bevorstehenden Verände- rungsprozessen verbunden sind. Aus Sicht des Auftraggebers sollte sich der Ein- satz des Instrumentes „Unternehmenstheater“ immer an den Bedürfnissen seines Unternehmens orientieren. Für welche Form des Unternehmenstheaters sich ein Auftraggeber entscheidet, ist in der Regel von Anlass, Thema, Unternehmenskul- tur und Budget abhängig.[15]

2.2 Einsatzgebiete des Unternehmenstheaters

Unternehmenstheater ist eine Methode, die zunehmende Beliebtheit zur Vermitt- lung bei firmeninternen Konfliktsituationen erlangt. Im Rahmen der Personal- und Organisationsentwicklung hebt sich das Auftragstheater deutlich von betrieblichen Rollenspielen (s. Kap. 2.3.4) und ähnlichen Aktivitäten ab. Im professionellen Ein- satz birgt Unternehmenstheater enorme Potenziale betriebliche Schwierigkeiten in dialogischer Form anzugehen. In Veränderungssituationen lassen sich zwischen- menschliche Kommunikationsprozesse durch den Einsatz von Unternehmensthea- ter sinnvoll begleiten. Die Theater-Intervention beinhaltet das Management von Veränderungsprozessen in Unternehmen.[16]

Es handelt sich hier um maßgeschneidertes Theater. Dieses wird von Profis für ein beauftragendes Unternehmen mit vorher abgesprochenen und gezielt insze- nierten Inhalten im Unternehmen dargebracht. Beispielsweise wird es bei Konflik- ten angewandt, die im Zusammenhang mit Unternehmensfusionen zwischen un- terschiedlichen Unternehmenskulturen entstehen. Auch bei Kommunikationsstö- rungen zwischen unterschiedlichen hierarchischen Ebenen findet das Unterneh- menstheater eine konstruktive Anwendung. Das Auftragstheater kann dazu beitra- gen, innerbetriebliche Blockaden aufzulösen und damit Bewegung zu erzeugen. Es kann als ein Teil des Change Management genutzt werden. Die Kunst der Re- gie und das Know How der Dramaturgie des professionellen Theaters werden bei der Theater-Intervention im Rahmen unternehmensbezogener Prozesse wertstei- gernd umgesetzt.[17]

Abbildung 1 verdeutlicht die Einsatzgebiete des Unternehmenstheaters.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Einsatzmöglichkeiten von Unternehmenstheater[18]

2.3 Theaterarbeit in Unternehmen nach fünf wesentlichen Kriterien

Professor Dr. Georg Schreyögg von der Freien Universität Berlin beschreibt den Arbeitsvorgang von Unternehmenstheater durch fünf strukturierende Elemente:

Auftraggeber / Bedarf

Recherche der Inhalte / Probleme

Ausgewählte Zielgruppe als Zuschauer

Theateraufführung mit Inhalten aus dem Unternehmensalltag Nacharbeit / Reflexion[19]

Diese Reihenfolge entspricht am ehesten dem bedarfsorientierten Unternehmenstheater, wobei die Nacharbeit mit Reflexion einen wesentlichen Punkt im Unternehmenstheater darstellt, da andernfalls die Wirkung des Unternehmenstheaters versanden kann.[20]

Diese Kriterien sind nicht zwingend, sie schaffen jedoch eine Abgrenzung zu an- deren schauspielerischen Methoden in Unternehmen wie bspw. Rollenspiele. Ab- grenzung soll dabei nicht wertend sondern typologisierend verstanden werden.[21]

2.3.1 Auftraggeber/Bedarf

Es gibt immer einen Auftraggeber, der unter Berücksichtigung eines bestimmten Bedarfes einen externen Anbieter beauftragt. Der Auftraggeber gibt Ziel und Nut- zen vor. Die bedarfsorientierte Theaterarbeit kann als Teil eines betrieblichen Change-Managements eine spezifische situative Problematik bearbeiten und dadurch den Weg in ein gewünschtes Ergebnis einleiten. Grundsätzlich kann das bedarfsorientierte Theater auf Grund seiner angestrebten Zielsetzungen in drei Sparten eingeteilt werden:

- Unterhaltung
- Information
- organisatorische Problemlösungen.[22]

2.3.2 Unternehmensrelevante Inhalte/Probleme

Eine solche Aufführung, ob Inszenierung oder Improvisation, besitzt einen erkenn- baren betriebsspezifischen Inhalt. Dies kann z.B. ein konkreter Konflikt innerhalb einer Abteilung sein. Allgemeine Inhalte können beispielsweise Kundenorientie- rung oder die Einhaltung von Lieferterminen sein. Der inhaltliche Bezug zum Un- ternehmen hat für das bedarfsorientierte Theater richtungsweisenden Charakter.[23]

2.3.3 Ausgewählte Zielgruppe als Zuschauer

Die Theateraufführung ist nicht öffentlich, die Zuschauer sind klar definiert. Hierbei kann es sich sowohl um eine interne (Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens), als auch um eine externe Zielgruppe (Kunden, Agenturen, Lieferanten, o.ä.) han- deln. Die Anzahl der Teilnehmer/Zuschauer hängt von der Zielrichtung des Auftra- ges ab.[24]

2.3.4 Theateraufführung

Die Darsteller können sowohl professionelle Schauspieler als auch Amateurschauspieler oder Mitarbeiter aus dem Unternehmen selbst sein. Die Handlung wird innerhalb eines festgelegten räumlich-zeitlichen Rahmens gespielt. Es gibt entweder eine Textvorlage oder improvisierte Stücke. Der Aufführungscharakter ist ein wichtiges Abgrenzungskriterium im Vergleich zu Rollenspielen, die oft in Trainings oder in der Personalentwicklung eingesetzt werden und die sich somit von bedarfsorientiertem Theater klar unterscheiden.

Es handelt sich hier um grundverschiedene Ansätze:

„Beim Rollenspiel geht es in erster Linie um das Nachspielen der berufli- chen Realität zum Zweck der Analyse und lösungsorientierten Entwick- lung.“[25]

Im Theaterspiel verhält es sich entgegengesetzt:

„Um Distanz zum Thema herzustellen, werden Szenen bewusst verfremdet. Das eröffnet den Blick auf die eigene Person […] und erweitert das Wahrnehmungs- und Erkenntnisspektrum.“[26]

2.3.5 Nacharbeit

In dieser letzten Phase eines Unternehmenstheatereinsatzes erfolgt die Verarbei- tung der Eindrücke und die Diskussion möglicher Konsequenzen aus dem gese- henen und erlebten. In den Stücken wird häufig das scheinbar undiskutierbare, der Subtext alltäglicher Begegnungen mit kommuniziert. Eine solche Öffnung wühlt auf, dies erfordert eine Reflexion und Diskussion. Die Qualität eines jeden Unter- nehmenstheaters hängt von der Sorgfalt ab, mit der es vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet wird.[27]

Abbildung 2 zeigt zusammenfassend die speziellen Merkmale des Unternehmenstheaters auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Spezifika des Unternehmenstheaters[28]

2.4 Wie Unternehmenstheater wirken kann

Unternehmenstheater hat immer zum Ziel, die Zuschauer (hier Mitarbeiter) unmit- telbar in das Geschehen einzubeziehen. Die gezielte Konfrontation mit verborge- nen Konflikten, unbewussten Verhaltensmustern oder unangenehmen Zusam- menhängen wird mit theatralen Mitteln herbeigeführt. Für die Mitarbeiter ist es au- ßergewöhnlich das Beobachten bekannter Situationen mit unbekannten Akteuren, in ungewohnter Umgebung, zu erleben. Die hieraus evozierten Spannungen und Emotionen stellen in der Regel eine enorme Herausforderung für die Mitarbeiter dar. Somit wird durch die szenische Darstellung den Mitarbeitern der Ist-Zustand vorgeführt, d.h. ihnen wird der Spiegel vorgehalten. Durch Überzeichnung und das in Frage stellen des Ist-Zustandes wird erst eine Auseinandersetzung sowie eine Reflexion möglich. Dieser Reflexionsprozess kann scheinbar unbewegliche Struk- turen wieder in Bewegung bringen und bildet die Grundlage für Veränderungen.[29] So kann beispielsweise durch die szenische Darstellung einer neuen Unterneh- mensstruktur, neben die vertraute Realität, die jeder Teilnehmer individuell mit- bringt, eine neue gesetzt werden. Durch das Nebeneinander-Stellen der alten ver- trauten Realität und der neuen, szenisch dargestellten Realität ergibt sich für jeden Teilnehmer, eine dritte Realität. Diese macht den Kern der Unterneh- menstheater-Intervention aus. Möglicherweise wird dadurch eine Bewegung im System, der Organisation sowie bei den Mitarbeitern in Gang gesetzt.[30]

Abbildung 3 verdeutlicht den Aufbau und die Wirkung des Unternehmenstheaters auf die Mitarbeiter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Wirkungsweise des Unternehmenstheaters[31]

[...]


[1] http://www.magistrix.de/Zugriff:03.07.2010

[2] Diese Arbeit ist der einfacheren Lesbarkeit wegen, in der männlichen Form verfasst, es sind jedoch gleichbedeutend beide Geschlechter angesprochen.

[3] Vgl. Sprenger, 1995, S.12

[4] Vgl. Interview, 2010, Kapitel 7.2

[5] Vgl. Koch, et al., 2003, S.341

[6] Vgl. Ujfalusi, 2009, S.18

[7] Vgl. Funcke, et al., 2004, S.17

[8] Vgl. Schiersmann, et al., 2010, S.146

[9] Vgl. Koch, et al., 2003, S.341

[10] http://wwwwwiss.fuberlin.de/Zugriff: 06.09.2010

[11] Funcke, et al., 2004, S.102

[12] Vgl. Schiersmann, et al., 2010, S.146

[13] Vgl.Schiersmann, et al., 2010, S.146

[14] Vgl. Schreyögg, 2008, S.431

[15] Vgl.Schiersmann, et al., 2010, S.146f

[16] Vgl. Schreyögg, 2008, S.430

[17] Vgl.Schreyögg, ebd., S.430

[18] Vgl. Ujfalusi, 2009, S.113

[19] Vgl. Schreyögg, 2008, S.431

[20] Vgl. Schreyögg, ebd., S.431

[21] Vgl. Schreyögg, et al., 1999, S.3f

[22] Vgl. Funcke, et al., 2004, S.101

[23] Vgl. Schiersmann, et al., 2010, S.146

[24] Vgl. Schreyögg, 2008, S.431

[25] Funcke, et al., 2004, S.115

[26] Funcke, ebd., 2004, S.101

[27] Vgl. Schreyögg, 2008, S.431

[28] Vgl. http://www.4managers.de/Zugriff: 03.06.2010

[29] Vgl. Schiersmann, et al., 2010, S.146

[30] Vgl. Ujfalusi, 2009, S.57

[31] Vgl. http://www.4managers.de/Zugriff:03.06.2010

Details

Seiten
45
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656065180
ISBN (Buch)
9783656069669
Dateigröße
861 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182773
Note
1,5
Schlagworte
theater unternehmen einsatz unternehmenstheater schlüssel herzstück veränderungsprozessen

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