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Deutsche Banken im Ausland heute: Erfolgskonzepte und Probleme

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 24 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Rückblick auf die deutschen Banken im Ausland

3. Deutsche Banken im Ausland heut
3.1 Die Deutsche Bank AG weltweit
3.2 Die Commerzbank AG im Ausland

4. Probleme und Erfolgskonzepte deutscher Banken im Ausland

5. Fazit

6. Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die deutschen Kreditinstitute im Ausland (vom 1973 bis 1996)

Abbildung 2: Auslandstöchter und Auslandsfilialen der deutschen Bank in Luxemburg (2008­03.2011)

Abbildung 3: Auslandstöchter und Auslandsfilialen der deutschen Bank (1991 - 2008)

Abbildung 4: Auslandstöchter und Auslandsfilialen der deutschen Bank (2008 - 03.2011)

1. Einleitung

In den letzten fünfzig Jahren haben die weltweiten Finanzmärkte zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Auslandsbanken bzw. die internationalen Bankgeschäfte spielen in diesem Prozess eine große Rolle. Unter dem Begriff „internationales Bankgeschäft “ versteht man eine Bank, die außer im Inland auch im Ausland tätig ist. Zu den Auslandsbanken gehören ausländische Tochtergesellschaften, ausländische Mehrheitsbeteiligungen oder Auslandszweigstellen von Geschäftsbanken. Ausgangspunkt für Entstehung und Ausweitung der internationalen Bankgeschäfte sind die Entstehung des Welthandels und die zunehmende Internationalisierung bzw. Globalisierung der Wirtschaft. Die internationalen Bankgeschäfte werden heutzutage über die Auslandsbanken oder durch die Verbindung mit den Korrespondenzbanken weiterentwickelt. Zunehmende Globalisierung oder wichtige wirtschaftliche Prozesse wie zum Beispiel Finanzkrisen, lassen die Banken über neue Strategie und Konzepte für Inland und Ausland nachdenken. Nach der letzten Finanzkrise begannen die deutschen Banken auch neue Konzepte und neue internationale Regelungen und Rahmenbedingungen intensiv einzusetzen.

Diese Seminararbeit thematisiert die deutschen Banken im Ausland. Die Erfolgskonzepte und Probleme der deutschen Banken im Ausland werden in dieser Seminararbeit besonders berücksichtigt. Außerdem werden einige statistische Angaben über die deutschen Kreditinstitute im Ausland gegeben. Im Kapitel 2 wird darauf eingegangen, wie sich die deutschen Banken im Ausland entwickelt haben. In diesem Kapitel wird besonders die historische Entwicklung der deutschen Banken im Ausland nach dem Zweiten Weltkrieg berücksichtigt. Das Kapitel 3 behandelt die allgemeine und aktuelle Situation der deutschen Privatbanken im Ausland. Im Abschnitt 3.1 werden am Beispiel der Deutschen Bank AG die Informationen über die Auslandsniederlassungen der deutschen Banken gegeben. In diesem Bezug informiert man im Abschnitt 3.2 über die Commerzbank AG im Ausland. Die Auslandsstrategien und -probleme der deutschen Banken werden im Kapitel 4 behandelt. Die Ergebnisse der Seminararbeit werden am Ende zusammengefasst.

2. Historischer Rückblick auf die deutschen Banken im Ausland

In der Vergangenheit gründete man die Auslandsbanken, wenn es zwischen dem Heimatland der Geschäftbank und dem ausgewählten Land sehr gute und starke Handelsbeziehungen gab. Das war ein wichtiger Faktor für die Entstehung der Auslandsbanken. Außerdem bevorzugte man die Auslandbanken an internationalen Finanzplätzen zu gründen. Beide Faktoren sind auch heutzutage noch wichtig für die Entstehung und Ausweitung der Auslandsbanken.1 Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es den Euro-Dollar-Markt in London und den Euro-DM-Markt in Luxemburg. Paris konnte man ebenso zu diesen internationalen Finanzplätzen zählen.

Die deutschen Banken begannen nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv damit die Tochtergesellschaften und Filialen im Ausland zu gründen. Die Entstehung der ersten deutschen Banken im Ausland begann am Ende der 1960er Jahre. „Als 1967 die Dresdner Bank Luxembourg S.A. als Compagnie Luxembourgeoise de Banque S.A. (CLB) gegründet wurde, war sie das erste Tochterunternehmen einer deutschen Bank im Großherzogtum.“2 Diese Tochtergesellschaft wird als erste Auslandstochtergesellschaft einer deutschen Bank nach dem Zweiten Weltkrieg gezählt. Die Entwicklung dieses Tochterunternehmens würde über Repräsentanzen und Netze der Korrespondenzbank geschehen. Andere große deutsche Banken begannen nach der Eröffnung dieser Auslandstochtergesellschaft in Luxemburg weitere Tochtergesellschaften zu gründen.3

Außer der Dresdner Bank bevorzugte es auch die Commerzbank ihre Tochtergesellschaft zuerst in Luxemburg zu gründen. 1968 eröffnete die Commerzbank ihre Tochtergesellschaft in Luxemburg. Sie ist seit 1969 im Finanzplatz Luxemburg aktiv und trägt zurzeit den Namen „Commerzbank International“. Die Deutsche Bank hat am 12. August 1970 am Finanzplatz Luxemburg eine weitere Tochtergesellschaft gegründet. Diese Tochtergesellschaft wurde „Compagnie Financière de la Deutsche Bank AG“ (CFDB) genannt.4 CFDB war somit die sechsunddreißigste ausländische Bank, die in Luxemburg als Auslandstochtergesellschaft gegründet wurde. Für die Banktätigkeiten mussten die Auslandsbanken damals die Erlaubnis „toutes opérations bancaires“ erhalten. Die CFDB war einer der wichtigsten Akteure am Eurokreditmarkt zu Anfang der 1970er Jahre. Das Bilanzvolumen lag bei 2 Mrd. DM für das Jahr 1971, bei 4,1 Mrd. DM für das Jahr 1973 und nur ein Jahr später bei 5,8 Mrd. DM.5 Die CFDB hatte diesen Erfolg in kurzer Zeit mit einer effektiven Strategie erreicht. Zum Beispiel mussten die inländischen Kreditnehmer die Mindestkreditsumme von 1 Mio. DM als Voraussetzung für das Anknüpfen der Geschäftsbeziehungen mit der CFDB erfüllen. Diese Strategie gehört zum wholesale banking6 Luxemburg war kein zufälliges Finanzland für die Gründung der Tochtergesellschaften. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Euro-DM-Markt in Luxemburg. Deswegen bevorzugten die deutschen Banken Luxemburg als Finanzplatz für die Tochtergesellschaften.7 Man brauchte damals einen internationalen Finanzmarkt, weil wegen der staatlichen Regulierungsmaßnahmen verschiedener Ländern der internationale Geld- und Kapitalverkehr teuer geworden ist. Außerdem gab es auch die Beschränkungen für den Geld- und Kapitalverkehr. Nach den Zweiten Weltkrieg bestanden die Dienstleistungen der deutschen Banken im Ausland (in Luxemburg und London) aus der Vergabe der Eurokredite an die inländischen Kreditnehmer.8

Nach dem Zweiten Weltkrieg war auch London im Fokus des Interesses für die Auslandstätigkeit der deutschen Banken bzw. Kreditinstitute. „Die Dresdner Bank eröffnete ebenfalls erst nach dem Zweiten Weltkrieg - diesmal allerdings als erste deutsche Bank - wieder eine Zweigstelle in London.“9 Eine vollständige Filiale wurde 1973 gegründet. Aber eine Repräsentanz existierte schon seit 1967. Die Deutsche Bank AG konnte nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1973 ihre Repräsentanz in London eröffnen. Im gleichen Jahr gründete die Deutsche Bank AG auch in Moskau ihre Repräsentanz. Außerdem eröffnete die Deutsche Bank AG im Zeitraum vom 1976 bis 1979 ihre Auslandsfilialen in London, Tokio, Paris, Brüssel, Antwerpen, New York, Hongkong, Mailand und Madrid.10

Die deutschen Banken haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv in den internationalen Finanzmärkten beteiligt. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es aber auch Auslandsfilialen der deutschen Kreditinstitute. Man kann mit ein paar Beispielen die Situation bis und nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichen. 1873 hielt die damalige Commerz- und Disconto-Bank (derzeitige Commerzbank AG) die Hälfte des nominalen Kapitals der London and Hanseatic Bank in London. In diesem Zeitraum hatte diese Bank zwar keine Auslandsfiliale, jedoch hatte sie Beteiligungen an Banken im Amsterdam, Riga und New York.11 Als weiteres Beispiel kann man die Eröffnung der Auslandsfilialen der Deutschen Bank AG in 1909/10 in Istanbul und Brüssel nennen. Aber die Tätigkeiten der deutschen Kreditinstitute im Heimatland und Ausland wurden nach dem Ersten Weltkrieg und während des Zweiten Weltkriegs auf Grund verschiedener Ursachen stark geschädigt. Zu diesen Ursachen gehören hauptsächlich der Erste und Zweite Weltkrieg, sowie die Finanzkrise in der Welt bzw. Hyperinflation in Deutschland (1923). Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die deutschen Banken die Anzahl der Auslandsfilialen und Tochtergesellschaften im Ausland stark erhöht. Bis Mitte der 1990er Jahre existierten ca. 280 Auslandsfilialen bzw. Tochtergesellschaften der deutschen Kreditinstitute (siehe Abb. 1). Im internationalen Vergleich haben die deutschen Banken jedoch keinen guten Platz. Die Banken der USA etwa verfügen über mehrere hundert Filialen im Ausland.12 Mit der Zunahme der Anzahl der deutschen Kreditinstitute im Ausland erhöhte sich auch das Geschäftsvolumen. So betrug das gesamte Geschäftvolumen der deutschen Kreditinstitute im Ausland im Juli 1996 nach den statistischen Angaben der Deutschen Bundesbank ca. 1.247 Mrd. DM. Davon hatten die deutschen Banken ca. 125 Mrd. DM in Luxemburg und ca. 601 Mrd. DM in Großbritannien.13

3. Deutsche Banken im Ausland heute

Es bestehen die notwendigen Rahmenbedingungen, die bei der Eröffnung der Auslandsfilialen einer Bank von großer Bedeutung sind. Die Bank muss immer mit den politischen bzw. wirtschaftspolitischen, ökologischen Rahmenbedingungen im gewünschten Land gut vertraut sein. Außerdem müssen die Banken die rechtlichen Normen im Zielland bzw. die geltenden internationalen Regelungen beachten.14 Obengenannte Aspekte verdienen vor allem deshalb Beachtung, weil die Entwicklung, Ausweitung und Verstärkung der Banken in der globalisierten Welt nur durch internationale Finanzmärkte bzw. internationale Finanzinstitute möglich ist.

Die Anzahl der deutschen Banken mit Auslandsfilialen und Auslandstöchtern war stabil von 2008 bis 2010. 2008 hatten 38 deutschen Banken Auslandstöchter und 56 deutsche Banken Auslandsfilialen. 2010 existierten insgesamt 37 deutsche Banken mit Auslandstöchtern und 55 deutsche Banken mit Auslandsfilialen. Meistens befinden sich die Auslandstöchter der deutschen Banken in EU-Ländern. In EU-Ländern hatten 2010 30 deutsche Banken Auslandstöchter. Laut der Statistik gab es 2010 nur 14 deutsche Banken mit Auslandstöchtern in Ländern außerhalb der EU.15 In Luxemburg existierten in 2010 Auslandstöchter 21 deutscher Banken (siehe Abb. 2). Luxemburg ist ein weltweit anerkannter Finanzplatz nach dem Zweiten Weltkrieg geworden. Deshalb bevorzugen die deutschen Banken auch Luxemburg. Aber auch die deutschen Banken in Luxemburg wurden 2008 von der Finanzkrise getroffen.16 Sie bevorzugen die Eröffnung bzw. Gründung der Auslandsfilialen in Ländern der EU und in den hochentwickelten Ländern wie den USA. Viele Auslandsfilialen deutscher Banken befinden sind in Luxemburg, Frankreich, den USA, Japan und dem Vereinigten Königreich (Großbritannien).

Die deutschen Banken haben nach dem Zweiten Weltkrieg neue Auslandstöchter bzw. Auslandsfilialen in verschiedenen Ländern gegründet. Die Anzahl der Auslandstöchter und Auslandsfilialen der deutschen Banken seit den 90er Jahre bis 2002 hat sich fast immer erhöht (siehe Abb. 3). Die Gesamtzahl der Auslandsfilialen der deutschen Banken von 1990 bis März 2011 hat sich etwa verdoppelt.17 Im Jahre 2008 gab es insgesamt 116 Auslandstöchter und 226 Auslandsfilialen der deutschen Banken (MFIs). Im Gegensatz zu 2008 existierten ein Jahr später 97 Auslandstöchter und 211 Auslandsfilialen der deutschen Banken, die übrigen wurden geschlossen.18 Seit 2008 ist die Gesamtzahl der Auslandsfilialen und Auslandstöchter der deutschen Banken gesunken. So sank zum Beispiel die Zahl der Auslandstöchter deutscher Banken von 2009 bis März 2011 von 97 auf 94, die Zahl der Auslandsfilialen von 2008 bis März 2011 von 226 auf211 Filialen (siehe Abb. 4).

[...]


1 Vgl. Hans E. Büschgen / Kurt Richot (1989), S. 7.

2 Commerzbank Group (2010): Commerzbank International.

3 Vgl. Detlev Hummel (1997), S. 198.

4 Vgl. Deutsche Bank AG: Geschichte : Chronik - von 1870 bis heute, S. 9.

5 Vgl. Lothar Gall / Karl Heinz Siber (1995), S. 737.

6 Vgl. Lothar Gall / Karl Heinz Siber (1995), S. 737.

7 Vgl. Guido Eilenberger (1996), S. 420.

8 Vgl. Hans E. Büschgen / Kurt Richot (1989), S. 4-6.

9 Antje Hagen (1997), S. 286.

10 Vgl. Deutsche Bank AG: Geschichte : Chronik - von 1870 bis heute, S. 9.

11 Vgl. Commerzbank AG: Geschichte der Commerzbank / 1870 bis 1923,

12 Vgl. Detlev Hummel (1997), S. 198.

13 Vgl. Deutsche Bundesbank (1998): Fünfzig Jahre Deutsche Mark, S. 292.

14 Vgl. Detlev Hummel (1997), S. 201-202.

15 Vgl. Vgl. Deutsche Bundesbank: Bankenstatistik- Monatsbericht.

16 Vgl. PriceWaterhouseCoopers (pwc): Archiv 2009.

17 Vgl. Deutsche Bundesbank: Bankenstatistik - Anzahl der deutschen Banken mit Auslandstöchtern, der Auslandstöchter deutscher Banken, der deutschen Banken mit Auslandsfilialen und der Auslandsfilialen deutscher Banken.

18 Vgl. Deutsche Bundesbank: Bankenstatistik- Monatsbericht.

Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656062486
ISBN (Buch)
9783656062233
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182636
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,7
Schlagworte
Deutsche Banken im Ausland Deutsche Banken Deutsche Bank AG Commerzbank AG

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