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Fußballweltmeisterschaft 2010 – Erlernen und Üben des Torschusses an Stationen

Fach Sport in Klasse 5

Unterrichtsentwurf 2010 28 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zur Ausgangslage des Unterrichts
1.1. Institutionelle Bedingungen
1.2. Zur Situation der Klasse
1.3. Lern- und Leistungssituation der Klasse
1.4. Unterrichtsorganisatorische Aspekte

2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1. Klärung der Sache
2.2. Didaktische Überlegungen
2.3. Einordnung in den Bildungsplan
2.4. Einordnung in die Unterrichtseinheit

3. Intentionen des Unterrichts

4. Überlegungen zum Lehr-Lernprozess – Methodische Überlegungen

5. Verlaufsplanung des Unterrichts

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
7.1. Nationalflaggen für die Mannschaftseinteilung
7.2. Stationskarten

1. Zur Ausgangslage des Unterrichts

1.1. Institutionelle Bedingungen

Die … ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Sie liegt im Wohngebiet …. Die Hauptschüler kommen sowohl aus …, als auch aus …. Der Ausländeranteil im Einzugsgebiet ist recht hoch, weshalb verhältnismäßig viele Schüler mit Migrationshintergrund und aus den verschiedensten Nationen die Hauptschule besuchen.

Die … ist einzügig und wird von insgesamt … Schülern[1] besucht, die von … Lehrkräften in … Klassen unterrichtet werden.

1.2. Zur Situation der Klasse

Die einzige 5. Klasse der Hauptschule besteht aus 12 Schülern, die sich aus 3 Mädchen und 9 Jungen zusammensetzen. Diese sehr geringe Anzahl an Schülern ist ein deutliches Zeichen für die rückläufigen Schülerzahlen, welche in den nächsten Jahren vermutlich noch mehr abnehmen werden.

Bezüglich des motorischen Entwicklungsstandes befinden sich die Schüler im Alter von 10-13 Jahren teilweise noch in der motorischen Phase des „späten Schulkindalters“, aber auch schon in der ersten Phase der Reifungszeit (Pubeszenz). Ersteres zeichnet sich aus als die Phase des besten motorischen Lernalters, zweiteres als die Phase der Umstrukturierung motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten. In diesen Phasen der Entwicklung lassen die Schüler demnach schnelle Fortschritte in der motorischen Lernfähigkeit und in der Entwicklung koordinativer Fähigkeiten erkennen.

In der Klasse 5 herrscht ein lebendiges Unterrichtsklima. Das Sozialverhalten der Klasse ist grundsätzlich positiv geprägt. Demokratische und soziale Verhaltensweisen, wie zum Beispiel gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfestellung und Gruppenbewusstsein sind zwar vorhanden, können aber noch weiter ausgebaut werden. Die Schüler gehen hilfsbereit miteinander um und nehmen die mit dem Lehrer vereinbarten Regeln ernst. Auch bei Gruppen- oder Partnerübungen sind die Schüler in der Lage eigenständig und ohne Streitereien ihre jeweilige Gruppe zu organisieren und kooperativ zusammenzuarbeiten. Jedoch führen Freundschaftsstrukturen innerhalb der Klasse zeitweise zu Unruhen im Sportunterricht, wenn diese keine Berücksichtigung finden bzw. kurzzeitig „gestört“ sind. Sollte ein Schüler im Unterricht durch unangemessenes Verhalten auffallen und dadurch den Stundenverlauf beeinträchtigen, werde ich an unsere zu Beginn der Stunde gemeinsam vereinbarten Sport-Regeln erinnern.

1.3. Lern- und Leistungssituation der Klasse

Wie dies für Kinder dieses Alters typisch ist, zeigen die Schüler der Klasse 5 einen großen Bewegungsdrang und eine hohe Bewegungsbereitschaft. Insgesamt lässt sich in der Klasse ein großes Interesse und Freude am Sportunterricht feststellen. Ausdruck für die Sportbegeisterung und das Interesse am Fach Sport ist die Motivation und das Engagement der Schüler bezüglich nahezu aller Inhalte im Sportunterricht. Die Schüler nehmen motiviert am Unterricht teil und zeigen sich sowohl gegenüber bekannten als auch gegenüber neuen Unterrichtinhalten aufgeschlossen. Besonders beliebt sind Übungen, die spielerisch umgesetzt werden.

Das Arbeitsverhalten der Klasse befindet sich auf einem recht hohen Niveau. Auch schwierigere Aufbauten können die Kinder durch eine vorherige Einführung und genaue Erklärung selbstständig und sachgerecht bewältigen. Sie probieren und finden eigene Bewegungslösungen, arbeiten kooperativ zusammen und halten sich bei Gesprächsanlässen sowie in den Bewegungsphasen meistens an die vereinbarten Regeln. Auch der Umgang mit den Regeln für den Auf- und Abbau und die Gesprächsphasen im Sitzkreis sind den Schülern bekannt und dürften keine Schwierigkeiten bereiten. Zudem sind die Schüler mit den Arbeitsformen des Stationsbetriebs und des Stationslernens vertraut.

Hinsichtlich des sportlichen Leistungsniveaus, sowie der Koordination weisen die Kinder der Klasse 5 unterschiedliche Ausprägungen auf. Im Gesamtbild beurteile ich die sportliche Leistungsfähigkeit der Klasse als gut. Die meisten Schüler besitzen eine recht gute konditionelle Leistungsfähigkeit, Bewegungskoordination und Beweglichkeit. … fällt im Sportunterricht allerdings durch Defizite im gesamtmotorischen Bereich auf, da sein Übergewicht immer wieder zu Problemen bei der Umsetzung von neuen Sachverhalten führt, was sich besonders in den Aktivphasen des Unterrichts beobachten lässt.

Meine Aufgabe sehe ich darin, die Schüler zu beobachten, sie zu motivieren, ihnen gegebenenfalls gezielt Hilfestellung zu geben und – wenn möglich – ihnen auch differenzierte Übungsangebote zur Verfügung zu stellen, um so den unterschiedlichen Leistungsniveaus der Kinder gerecht zu werden, damit sich letztlich alle Kinder gleichermaßen am Sportunterricht beteiligen können.

1.4. Unterrichtsorganisatorische Aspekte

Dem ausgeprägten Bewegungsdrang der Schüler kommt die Hallensituation sehr entgegen. Der Sportunterricht findet in der großen Sporthalle statt, die sich direkt auf dem Schulgelände befindet. Den Schülern der Klasse 5 steht in dieser großen Halle allerdings nur ein Hallendrittel zur Verfügung, was bei der geringen Anzahl der Schüler aber keine wirkliche Beeinträchtigung darstellt. Lediglich die Geräte- und Materialauswahl ist teils eingeschränkt, da in dem Hallendrittel der Klasse 5 die Materialien und Geräte zahlenmäßig nur beschränkt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig haben zur selben Zeit wie die Klasse 5 noch zwei weitere Schulklassen in den anderen beiden Hallendritteln Sportunterricht, so dass es kein kann, dass auch diese Klassen die für die Stunde benötigten Geräte nutzen.

Die Klasse 5 hat stets eine Doppelstunde Sportunterricht, die ich in der Regel eigenständig plane und durchführe. Zwischen den zwei Doppelstunden liegt die große Pause, so dass ich den Schülern während dieser Zeit eine Trinkpause von ca. 10 Minuten gewähre. Da die Schulglocke in der Sporthalle aber nach den – von der Hauptschule abweichenden – Unterrichtszeiten der Realschule gestellt ist, signalisiere ich den Schülern diese Trinkpause. Dies hat für die Lehrperson den Vorteil, dass die Pause nicht auf die Minute genau eingehalten werden muss, sondern von der Lehrperson an der Stelle eingeschoben werden kann, an der es für den Unterrichtsverlauf günstig erscheint – zum Beispiel vor Beginn einer neuen Übungsphase, nach einem anstrengenden Spiel oder nach dem Geräteabbau.

Für die heutige Einzelstunde bietet sich deshalb auch die Möglichkeit an, – falls nötig – noch 5 Minuten an die reguläre Unterrichtszeit anzuhängen, da sich für die Schüler nach der heutigen Sportstunde kein Unterricht mehr anschließt.

2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand

2.1. Klärung der Sache

Kurzer Abriss der Geschichte des Fußballs

„Für das Spielen eines Balles mit Fuß, Knie und Oberschenkel gibt es in fast allen Kulturen Zeugnisse, die wohl ältesten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus China. Im europäischen Mittelalter sind treibballähnliche Volksspiele v.a. in Italien und Frankreich bekannt, bei denen ein Ball durch Straßen und Stadttore u.a. geschlagen und gestoßen wurde, aber auch getragen werden konnte. Aus diesen volkstümlichen Kampfspielen entstanden die Anfänge des modernen Fußballs.“ 1863 entstand die English Football-Association, bald darauf kam der „Association Football“ (kurz: „Soccer“) über die Niederlande und Frankreich nach Deutschland, wo 1878 in Hannover der erste deutsche Fußballverein gegründet wurde.

1900 wurde der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegründet, 1904 entstand als Weltverband die Fédération Internationale de Football Association (FIFA). Seit 1903 gibt es deutsche, seit 1930 Weltmeisterschaften.[2]

Das Fußballspiel

Das Fußballspiel wird im Schulsport den so genannten großen Spielen zugeteilt. Es handelt sich dabei um „ein zwischen zwei Mannschaften mit dem Ball auszutragendes Kampfspiel. Der Spielgedanke ist, zu versuchen, einen Ball so oft wie möglich regelgerecht ins gegnerische Tor zu bringen bzw. dies beim Gegner zu verhindern. Sieger ist die Mannschaft, die mindestens ein Tor mehr erzielt hat als der Gegner.“ Jede Mannschaft besteht dabei aus 11 Spielern – 10 Feldspielern und einem Torwart. Fußball wird auf einem ebenen rechteckigen Feld (90-120 x 45-90 m) gespielt. Die Spielzeit eines Fußballspiels beträgt 2 x 45 Minuten mit einer 15-minütigen Halbzeitpause.[3]

Das Fußballspiel ist eine Sportart mit vielen komplexen Anforderungen:

1. Zunächst müssen die Kinder bestimmte Techniken erlernen, um mit dem Ball sicher und zielgerichtet umgehen und sich auf dem Spielfeld bewegen zu können. Die Technik des Fußballspielens bestimmen neben der Ballbehandlung im Stand und im Lauf – dem Dribbeln und Stoppen – vor allem die Schuss- oder Stoßarten, die zum Torschuss wie zum Abspielen – dem Passen – eingesetzt werden. Dabei steht das Ziel des Fußballspiels, Tore zu erzielen – der Schuss auf das Tor, natürlich im Vordergrund. Hinzu kommen spezielle Torwarttechniken (Fangen, Fausten, Werfen, Hechten, Fußabwehr) sowie Körpertäuschungen (Finten). Wichtige Voraussetzungen – vor allem für Feldspieler – sind Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit.[4]

2. Fußball ist zugleich ein Mannschaftsspiel! Das bedeutet, dass die Kinder lernen müssen, sich in einer Gruppe einzuordnen, mit Mitspielern gemeinsam zu handeln, sich gegenseitig zu helfen, den Raum und die Aufgabe zu teilen, in Angriff und Abwehr miteinander zu spielen.

3. Fußball ist immer auch ein Spiel gegen eine Mannschaft. Das bedeutet, dass die Kinder lernen müssen, ihre Spielhandlungen auch nach dem jeweiligen Gegnerverhalten auszurichten, sich also taktisch verhalten müssen.

4. Schließlich müssen die Kinder, um richtig Fußball spielen zu können, Einsichten in die Notwendigkeit von verbindlichen Spielregeln entwickeln, diese erlernen und im Wettspiel beachten.

5. Neben diesen technischen, taktischen und sozialen Bedingungen und Anforderungen des Fußballspiels sind auch die persönlichen Voraussetzungen der Kinder im konditionellen (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit) und koordinativen Bereich (Gewandtheit, Geschicklichkeit,) zu berücksichtigen und zu schulen.[5]

Die Schusstechnik des Torschusses – der Vollspannstoß

Beim Spannstoß wird der Ball mit dem Spann (Oberseite des Fußes) gespielt. „Dabei wird der Fuß des Spielbeins in der Ausholphase und beim Stoßen des Balles nach unten gestreckt und fixiert.“[6] Die Fußspitze zeigt in Schussrichtung. Man unterscheidet:

- Außenspannstoß als Zuspiel und Torschuss,
- Innenspannstoß zum Spielen weiter Pässe und Flanken sowie zum Schlagen von Freistößen und Eckbällen und
- gerader Spannstoß (Vollspann) als Torschuss. Trefffläche ist der Fußrist (dort, wo man den Schuh bindet).

„Der Vollspannschuss wird meistens bei scharfen Torschüssen aus größeren Distanzen benutzt, aber auch bei langen flachen Pässen. Sein Nachteil ist, dass er nicht so präzise gespielt werden kann wie beispielsweise der Innenseitstoß (hierbei wird der Ball mit der Innenseite des Fußes oder der angezogenen Fußspitze gespielt). Sein großer Vorteil besteht in seinem enormen Beschleunigungspotenzial, das ihn zum klassischen Torschuss macht.“[7]

Gerader Spannstoß und Außenspannstoß erfolgen aus einem geradlinigen Anlauf in Richtung Ziel, der Innenspannstoß aus einem bogenförmigen Anlauf.

2.2. Didaktische Überlegungen

Stationsbetrieb

Der Stationsbetrieb, auch Zirkel- oder Circuittraining genannt, ist eine Organisationsform des Sportunterrichts, bei der die Schüler einzeln, in Paaren oder in Gruppen selbstständig an verschiedenen Übungsstationen aktiv sind.[8] Der Stationsbetrieb eignet sich dazu, verschiedene Grundtätigkeiten sowohl neu zu erlernen, als auch bereits bekannte Bewegungsabläufe zu üben, zu festigen oder zu erweitern. Jeder Schüler kann im Stationsbetrieb in verschiedenen Sozialformen entsprechend seiner individuellen konditionellen und koordinativen Fähigkeiten Erfahrungen mit Materialien, Geräten und seinem eigenen Körper machen. Ein großer Vorteil des Stationsbetriebs ist es, dass unnötige Wartezeiten durch eine breite Schüleraktivierung vermieden werden können, so dass eine hohe Bewegungszeit möglich ist. Der Stationsbetrieb kann entweder geschlossen oder offen stattfinden – je nachdem ob die Reihenfolge der Stationen und der Stationswechsel durch die Lehrkraft festgelegt sind oder ob die Schüler dies selbst bestimmen können. Die individuelle Auseinandersetzung mit den Gerätearrangements ist durch die Art der Aufgabenstellungen der Stationskarten gegeben. So kann man hier zwischen offenen Bewegungsanregungen und klar formulierten Bewegungsanweisungen variieren.

Bedeutung des Sportunterrichts für die Schüler

Kinder haben einen großen Bewegungs- und Betätigungsdrang. Sie entdecken sich und ihre Umwelt durch Bewegung. Nur durch diese kann ein Kind den eigenen Körper und damit sich selbst kennen lernen, sich mit den körperlichen Fähigkeiten auseinander setzten und ein Bild von sich selbst entwickeln.

In unserer heutigen hochtechnisierten, motorisierten Gesellschaft wird der kindliche Bewegungsraum jedoch zunehmend eingeengt. Ständig steigender Medienkonsum und eine Verarmung der unmittelbaren kindlichen Erfahrungswelt trägt dazu bei, dass das Kind in seinem Bedürfnis nach Eigentätigkeit immer mehr eingeschränkt wird.

Durch Bewegungsangebote soll der Sportunterricht das Kind zur Eigenaktivität anregen und versuchen Erfolgserlebnisse zu vermitteln, die wiederum zu einer positiven Einschätzung der eigenen Person führen sollen. Für den Sportunterricht bedeutet dies, den Schülern Bewegungen zu ermöglichen, um so wichtige Erfahrungen mit und über ihren Körper und elementare Erfahrungen in Bezug auf die Gesamtentwicklung zu machen.

Bedeutung des Stundenthemas für die Schüler: Gegenwarts- und Zukunftsbezug

Das Großereignis Fußball-Weltmeisterschaft beschäftigt nicht nur Erwachsene, sondern sorgt auch unter Kindern und Jugendlichen für Gesprächsstoff. Es ist das größte und wichtigste Sportereignis in Deutschland. Längst sind nicht mehr nur Jungen, sondern auch Mädchen davon fasziniert. Für beide Geschlechter scheint die Weltmeisterschaft gleichermaßen relevant zu sein.

Gerade sportbegeisterte, aber eben auch weniger sportliche Kinder nehmen den Turnierverlauf sehr interessiert wahr, beschäftigen sich intensiv mit den zugänglichen Informationen, bilden sich differenzierte Meinungen zu den unterschiedlichen Aspekten und geben eigene Tipps und Vermutungen zum Spielausgang ab. Gerade in jungen Jahren haben auch viele Jungen noch den Traum, wie die Bundesliga- und Nationalspieler Spitzenfußballer zu werden und beschäftigen sich dementsprechend umso intensiver mit dem Fußballspielen.

Die meisten Kinder wird der Fußball vermutlich ein Leben lang begleiten und wichtige Bedeutung für sie haben. Viele Kinder sind schon im Grundschulalter einem Verein beigetreten und behalten dieses Hobby auch bis ins Erwachsenenalter bei.

Zudem werden Europameisterschaft wie auch Weltmeisterschaft die Kinder in Zukunft vermutlich noch mehr in ihren Bann ziehen – insbesondere dann, wenn Deutschland wieder einmal Weltmeister werden sollte. Dann wird der Fußball eine Zeit lang alle Medien beherrschen und auch in der Schule und unter Freunden Gesprächsthema Nummer Eins sein.

Exemplarität

Das Wichtigste im Fußball ist – besonders für Kinder – das Tore schießen. Aus diesem Grund muss die Technik des Torschusses in Form des Vollspannschusses als effektivstes Mittel zum Torabschluss frühzeitig thematisiert werden.

Neben den in den Sportstunden bisher geübten Techniken (Dribbeln und Passen) und den gemeinsam erarbeiteten – für das Grundverständnis des Fußballs notwendigen – Fußballregeln ist besonders der in der heutigen Unterrichtsstunde zu erlernende Torschuss für den Spielverlauf und insbesondere für den Spielabschluss grundlegend. Denn auch wenn man noch so gut dribbeln und passen kann, ohne einen gezielten Torschuss kann kein Spiel gewonnen werden. Somit ergibt es durchaus Sinn, an dieser Stelle der Unterrichtseinheit zunächst den Torschuss und dessen richtige Technik zu thematisieren und mit den bereits erlernten Techniken – dem Dribbeln und dem Passen – zu kombinieren. In den folgenden Unterrichtsstunden können die erlernten Techniken dann in spielerischen Formen umgesetzt und es kann gegebenenfalls noch auf taktische Elemente eingegangen werden.

Mögliche Schwierigkeiten bezüglich des Themas

Die größten Schwierigkeiten im Sportunterricht allgemein sind stets die unterschiedlichen Vorerfahrungen und Kenntnisse der Schüler zu den verschiedenen Sportarten. Ziel des Fußballspiels in der Schule muss deshalb die Entwicklung einer „kindgemäßen Spielfähigkeit“[9] sein. Die Kinder sollen Spaß und Freude am gemeinsamen Spiel erleben, gleichzeitig aber auch mit den Grundlagen des Fußballspiels vertraut gemacht werden und gezielt an das Mannschaftsspiel Fußball herangeführt werden.

Eine konkrete Schwierigkeit des heutigen Stundeninhalts könnte die Technik des Vollspannschusses darstellen, die in ihrer Gesamtheit nicht einfach ist. So wie ich die Schüler einschätze, müsste der Großteil der Schüler den Torschuss in seiner Grobform jedoch schnell erlernen können.

Auch die mangelnde Schusskraft einiger Schüler sowie die Furcht, den Ball mit dem Spann zu spielen, könnten Probleme darstellen. Dem kann man mit weichen Softbällen, die schon vorrätig bereit liegen, vorbeugen.

Eine weitere Schwierigkeit könnte die Koordination von Schießen und Zielen darstellen. Deshalb sollten die Tore besser zu groß als zu klein sein – zu Beginn also besser Matten als Kästen eingesetzt werden –, damit ein hoher Spaß- und Motivationsfaktor sichergestellt ist.

[...]


[1] Aus Gründen der Vereinfachung wird im vorliegenden Unterrichtsentwurf stellvertretend für den weiblichen und männlichen Plural die maskuline Form verwendet. Der Begriff ‚Schüler’ ist demnach geschlechtsunspezifisch zu verstehen und beinhaltet keinerlei Wertung.

[2] Redaktion für Sport (1987): Schülerduden – der Sport. S.174

[3] Ebd. S. 171f.

[4] Ebd. S. 173

[5] Albeck, T. / Zöller, H. (1994): Kindgerechtes Fußballtraining. S.18f.

[6] Redaktion für Sport (1987): Schülerduden – der Sport. S. 396

[7] Memmert, D. / Breihofer, P. (2006): Doppelstunde Fußball. S. 42f.

[8] Vgl. Redaktion für Sport (1987): Schülerduden – der Sport. S. 441

[9] Vgl. Albeck, T. / Zöller, H. (1994): Kindgerechtes Fußballtraining. S.18

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656238874
ISBN (Buch)
9783656240310
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182566
Note
Schlagworte
Sport Torschuss Stationen Fußball Unterrichtsentwurf

Autor

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Titel: Fußballweltmeisterschaft 2010 – Erlernen und Üben des Torschusses  an Stationen