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So stirbt man heute!

Ist „würdiges Sterben“ Mythos oder Wirklichkeit in der modernen Gesellschaft?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 21 Seiten

Soziologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Einführung in die Thematik

3. Sterben und Tod - von der „ars moriendi“ bis in die Gegenwart

4. Institutionalisierung des Sterbens
4.1 Krankenhäuser und Pflegeheime als ungeeignete Orte zum Sterben
4.2 Das Hospiz als Anfang einer Lösung

5. „Sterbekultur“ heute
5.1 Sterbehilfe und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung
5.2 Ein nötiger Wandel

6. Fazit

7. Quellen

1. Einleitung

„ Death has got something to be said for it: There is no need to get out of bed for it; wherever you may be, they bring it to you, free. ”

“Delivery Guaranteed” Kingsley, Amis (1922)

Schon seit Menschen auf der Erde leben, ist es völlig gleich, wie unterschiedlich ihre Existenzen ablaufen. In einem Punkt sind wir alle gleich: Das Sterben und der Tod gehören genauso zu jedem Dasein, wie das Leben an sich. Dabei entwickeln wir schon in unserer Kindheit ein Bewusstsein über die eigene Sterblichkeit, das mit dem Älterwerden und den ersten deutlichen Anzeichen des Alters immer intensiver wird. Wie Amis Kingsley es so schön beschreibt, findet der Tod früher oder später zu jedem von uns.

Aber wer beschäftigt sich in einer hektischen, erfolgsorientierten und technologisierten Wissenschaftsgesellschaft wie der unsrigen, in der persönliche Nähe und die Familie eine scheinbar untergeordnete Rolle im Alltag spielen, schon gerne mit so etwas rudimentär lästigem und finalem wie dem eigenen Tod?

Wie ich im Verlauf dieser Arbeit zeigen werde, haben sich die Einstellungen der Menschen bezüglich ihres Ablebens im Verlauf unserer Geschichte deutlich gewandelt - gab es, einige Generationen zuvor, größtenteils noch den Wunsch einer ausführlichen Vorbereitung auf den Tod und auf ein absehbares und organisiertes Sterben, so leben wir heute in einer Gesellschaft, in der das Thema völlig verdrängt und die eigene Sterblichkeit gerne gänzlich ignoriert wird (vgl. Freud 1924, S. 20; bzw. Ariès 1980, S. 782ff.). Aber auch der Umgang mit Toten, die Betreuung der Sterbenden und viele andere Todes-Angelegenheiten haben sich im Verlauf der Geschichte enorm verändert.

In dieser Arbeit gebe ich zunächst eine kurze Einführung in die Thematik und Problematik des Sterbens in der modernen Gesellschaft. In einem anschließenden Kapitel werde ich die Veränderung der Einstellungen zum Tod im Verlauf der Geschichte, vor allem anhand der von Philippe Ariès verfassten „Geschichte des Todes“, beschreiben und schließlich auf die Fakten unseres Systems Tod eingehen. Welche Sterbekultur es heute, im 21. Jahrhundert, gibt und wie wir mit dem Tod und unserer eigenen Sterblichkeit, auch in den Medien und der Öffentlichkeit, umgehen, werde ich daraufhin erläutern. Im Anschluss gehe ich auf das Sterben in Krankenhäusern und Pflegeheimen ein, um zu zeigen, was mit der „Institutionalisierung“ des Sterbens gemeint ist.

Schließlich möchte ich nach Lösungsmöglichkeiten für ein „würdiges Sterben“, eine neue „ars moriendi“, der Kunst des schönen Sterbens des 21. Jahrhunderts suchen. Dabei spreche ich vor allem die Themen Hospiz, Sterbehilfe und Selbstbestimmung am Lebensende an. Weiterhin zeige ich Ansätze für den nötigen Wandel in unserer Sterbekultur auf, um einen würdevollen Tod in der säkularisierten Gesellschaft wieder zu ermöglichen. In einem abschließenden Fazit werden die Kernergebnisse zusammengefasst und ein Resümee gezogen.

2. Einführung in die Thematik

1997 wurde in Amerika das Buch „Tuesdays with Morrie“ veröffentlicht. Eine wahre Geschichte vom im Sterben liegenden Soziologieprofessor Morrie Schwartz, der, trotz seiner schweren Erkrankung am Lou Gehring Syndrom und dem dadurch nahenden Tod, nicht aufhörte, seinem ehemaligen Lieblingsstudenten und Autor dieses Buches, Mitch Albom, sowie seinen Freunden und Verwandten, ein guter Lehrer zu sein (vgl. Albom 1997/2002, S. 2f.). Morrie behandelte seinen bevorstehenden Tod wie eine zur Publikation bestimmte Studie. Er sah den Sinn seines Ablebens in der Analyse und dem Studium des Sterbens und half anderen dabei, sich mit seinem Tod auszusöhnen und ein Bewusstsein für die eigene Sterblichkeit zu entwickeln, um ihnen so zu einem glücklicheren und erfüllteren Leben zu verhelfen. Frei nach dem Motto „Ich bin hier auf der letzten großen Reise - und die Leute möchten, daß ich ihnen sage, was man dafür einpacken soll“ (ebenda, S. 45).

Insofern können wir Morrie als ein Vorbild betrachten. Es gelang, ihm einen schönen Tod zu erleben, zu Hause, immerzu begleitet und unterstützt durch seine Familie, seine unzähligen Freunde und eine optimale medizinische Betreuung. Er hatte in jeder Phase seiner Krankheit eine große Zahl an Pflegekräften, Masseuren, Mediatoren und Ärzten um sich, die sich um sein Wohl kümmerten (vgl. Bitó 2008, S. 22ff.).

Vergleicht man die Umstände, unter denen Morrie sein Leben beenden konnte, auf das Leben und die Existenzbedingungen eines gewöhnlichen, altersleidenden Sterbenden in der heutigen Gesellschaft, so erscheinen diese allerdings sehr unrealistisch (vgl. Schmied 1985, S. 51f.). Morrie hatte nicht nur jede erdenkliche medizinische Fürsorge erfahren, sondern, aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit als Universitätsprofessor, auch ein dickes finanzielles Polster und eine private Krankenversicherung, die ihm die Pflege in seinem zu Hause ermöglichten. Er brauchte weder eine Unterbringung in einem Heim, noch verlangte er nach Sterbehilfe und war, dank seiner Intelligenz und seinem Wissen, fähig dazu, die eigene Angst vor dem Tod zu überwinden (vgl. Bitó 2008, S. 21f.).

Gehen wir jedoch von einem durchschnittlichen Bürger mit einer kleinen Rente, einer gesetzlichen Krankenversicherung, vielleicht sogar ohne Familie oder zumindest mit Familienmitgliedern, die zwar für den Betroffenen da sind oder sein möchten, aber den Job und das eigene Leben nicht aufgeben können, um demjenigen einen schönen Lebensabend zu gestalten und ihn zu pflegen, aus, so stoßen wir schnell auf die Problematik in unserer Gesellschaft: „Wir brauchen Gesetze und Rechtsvorschriften, Institutionen, Berufe und Riten, die einen menschenwürdigen und schönen Tod für jedermann in erreichbare Nähe rücken“ (ebenda). Schließlich sterben heute knapp 90% der Menschen in einem Altersheim oder Krankenhaus, unter Bedingungen, die die Sterbenden in nur sehr geringem Maße beeinflussen können (vgl. Gronemeyer 2005, S. 210).

Dass diese Situation noch recht neu in unserer Geschichte ist und welche Gründe für die Entstehung dieser Bedingungen verantwortlich sind, werde ich in den nachfolgenden Kapiteln erläutern und verdeutlichen. Im nächsten Abschnitt gebe ich zunächst einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Einstellungen zu Sterben und Tod im Verlauf unserer Geschichte.

3. Sterben und Tod - von der „ars moriendi“ bis in die Gegenwart

Philippe Ariès Arbeit „Geschichte des Todes“ ist eine sehr umfangreiche Untersuchung über die Einstellungen der Europäer zum Thema Tod und Sterben, wobei Ariès von der Antike als Ausgangspunkt für seine Analyse ausgeht, die bis in die Moderne und das Jahr 1970 reicht (vgl. Hahn; Hoffmann 2009, S. 124). Er unterscheidet fünf grundlegende Orientierungen, die die historischen Einstellungen der Menschen zum Tod beschreiben und sich jeweils durch die Kombination von weiteren Parametern ergeben. Diese Parameter sorgen für die Unterschiede zwischen den Kulturen und sind: das Bewusstsein des Menschen von sich selbst, der Glaube an ein Leben nach dem Tode, die Verteidigung des Menschen gegen die wilde Natur und der Glaube an die Existenz des Bösen (vgl. Ariès 1980, S. 773f.).

So lässt sich laut Ariès eine Entwicklung feststellen, die mit dem öffentlichen Tod, dem sogenannten „gezähmten Tod“, der von der Antike bis in etwa die Zeit des Mittelalters erlebt wurde, begann. Damals gehörte der Tod noch als integraler Bestandteil zum alltäglichen Leben dazu. Die Bevölkerung erreichte normalerweise kein hohes Lebensalter, Hygiene und Medizin gab es faktisch noch nicht. Tagtäglich wurden die Menschen mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert und akzeptierten diese auch, was zu einer regelrechten Vertrautheit mit dem Tod führte. Familienmitglieder und Nachbarn begleiteten die Sterbenden auf ihrer „letzten Reise“ und kümmerten sich anschließend um die Trauernden. Das Ende eines Lebens stellte weder für die Angehörigen, noch für die Gesellschaft einen Bruch im Alltag dar (vgl. ebenda, S. 13ff.). Ein plötzlicher und unvorbereiteter Tod dagegen wurde als „Zorn Gottes“ und als beschämend aufgefasst, eine Situation, in die niemand geraten wollte (vgl. ebenda, S. 19f.).

Um das 15. Jahrhundert entstand darüber hinaus im heutigen christlichen Europa die religiöse Literaturgattung der sogenannten „ars moriendi“, zu Deutsch „der Kunst des heilsamen Sterbens“, die damals weit verbreitet und in der Bevölkerung sehr beliebt war (vgl. Tenschert 1995, S. 16f.). In Text und Bild sollte dem Bürger des späten Mittelalters vermittelt werden, wie er angemessen und im Rahmen bürgerlicher Pflichterfüllung sterben sollte, beziehungsweise zu sterben hatte. Darin enthalten waren Anweisungen, Vorschläge und Regeln, wie ein Moribundi, ein Sterbender, auf seinen nahenden Tod vorbereitet werden musste (vgl. Rolfes 1989, S. 17f.) und wie es auch ohne geistlichen Beistand zu bewältigen war, den Versuchungen des Teufels auf dem Sterbebett zu widerstehen (vgl. Imhof 1998, S. 13). Das durchschnittliche Lebensalter in der Bevölkerung war zu dieser Zeit zwar sehr niedrig, doch gerade deshalb richtete man sein Augenmerk darauf, ein gottgefälliges Leben zu führen und sich auf die Zeit nach dem Tod vorzubereiten. Dem Sterben wurde daher nicht mit Angst und Schrecken entgegen geblickt, sondern mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben (vgl. Rolfes 1989, S. 19). Die „ars moriendi“ suggerierte dem mittelalterlichen Bürger also die Möglichkeit eines „gezähmten Todes“.

Die drei zeitlich darauf folgenden Perioden nach Ariès, „der eigene Tod“, „der lange und nahe Tod“ und „der Tod des Anderen“, füllen den Zeitraum vom 13. bis zum 19. Jahrhundert aus.[1] Die Phase des „Tod des Anderen“ beschreibt Ariès als die Zeit um das 19. Jahrhundert, in der das Leben seine Bedeutung durch persönliche Beziehungen zu anderen Menschen erhielt. Somit war das Sterben eines Nahestehenden hauptsächlich als Verlust einer Beziehung zu betrachten und wurde, beziehungsweise wird, seitdem von großer Trauer begleitet. Der Tod stellte nun nicht mehr nur noch einen Verlust für die Gemeinschaft, sondern vielmehr die körperliche Trennung von einer geliebten Person dar. Das Sterben fand damals bereits im Privaten und, im Gegensatz zum „gezähmten Tod“, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, meist im Heim des Sterbenden statt (vgl. Ariès 1980, S. 782ff.). Aber erst mit dem Übergang von der Periode des „Tod des Anderen“ zur letzen, von Ariès beschriebenen Periode, der des „ins Gegenteil verkehrten Todes“, lässt sich ein deutlicher Bruch in unserer Sterbekultur erkennen und man kann Rückschlüsse auf die Entstehung unserer gegenwärtigen Einstellungen zum Thema Sterben und Tod ziehen.

Die finale und bis in die Gegenwart reichende Periode, in der wir uns seit Mitte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts befinden, ist die, die Ariès als „der ins Gegenteil verkehrte Tod“ bezeichnet. Der Tod wird seitdem immer weiter aus dem alltäglichen Bewusstsein der Menschen verdrängt und sogar regelrecht negiert. Die Wissenschaft übernimmt beharrlich die Kontrolle über die Natur und der Glaube an ein Leben nach dem Tod und ein Jenseits geht in der Gesellschaft stetig weiter verloren (vgl. ebenda, S. 715ff.). Eine Zeit der „Großstadtmenschen“ begann, in der jeder sich selbst am nächsten ist und mit seinem Nachbarn nie ein Wort gewechselt hat. Unzählige innere und äußere Eindrücke und ein hohes Lebenstempo führen zu Vereinsamung und einem Abschirmen des Individuums von der Gesellschaft (vgl. Simmel 1984, S. 195ff.). Für Ariès stellt diese Periode die Kehrseite zum „gezähmten Tod“ dar. Es gibt keine Großfamilie, Nachbarn oder Geistliche, die bis zum Schluss am Sterbebett stehen. Auch ist kein Platz mehr zum Sterben in der Gesellschaft. Man stirbt in der Regel einsam und nach einem langen, womöglich sogar ungewollten Todeskampf in einem Krankenhaus oder Altersheim. Vor einigen Jahren wurde dem Sterbenden die Information über seinen herannahenden Tod sogar gerne möglichst lange verheimlicht und damit ein würdevolles und vorbereitetes Sterben versagt (vgl. Fletcher 1978, S. 141f.).

Die Öffentlichkeit wird vom Tod ausgeschlossen. Der enge Bezug zur Familie, die Privatheit, ist zwar geblieben, allerdings wird das Sterben jetzt nicht mehr als etwas Gutes, als letzter Schritt auf dem Weg ins Paradies, betrachtet. Der Tod ist jetzt schmutzig, unanständig und eklig geworden, weshalb die Gesellschaft davor bewahrt werden muss (vgl. Ariès 1980, S. 785ff.). Privatheit, also nicht wie beim „Tod des Anderen“, aus Liebe und aufgrund einer engen Beziehung zum Sterbenden, sondern weil der Tod abscheulich ist. Da auch die Verwandten und Nahestehenden den Tod als widerlich empfinden, wird man zum Sterben in Kliniken verfrachtet, in Institutionen, denen nichts am Sterbenden liegt, für die der Kranke nur ein Patient, eine Nummer ist, in ein Asyl für die Lästigen (vgl. ebenda, S. 728).

4. Institutionalisierung des Sterbens

Es lässt sich also festhalten, dass über knapp 2000 Jahre hinweg Leben und Sterben als eine zusammengehörige Einheit verschmolzen waren, die heute so nicht mehr existiert. Wir sind an einem völlig neuen Punkt angelangt. Öffentliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Tod gibt es zwar, beispielsweise in der Diskussion um Patientenverfügungen und Sterbehilfe, die eigene Sterblichkeit wird dabei jedoch ausgeblendet. Wir tun alles, um die Gedanken an den eigenen Tod zu verdrängen oder ihn gleich ganz zu vermeiden. Die transhumanistische Geisteshaltung der Kryoniker, um ein extremes Beispiel zu nennen, verlangt sogar, das Leben eines bereits Verstorbenen durch Einfrieren seines Organismus oder des Gehirns, bei extrem niedriger Temperatur, für unbestimmte Zeit zu konservieren, um auf die Technik der Zukunft zu hoffen und dem Tod somit zu entfliehen (vgl. Missomelius 2008, S. 4f.). In den Medien wird der Tod von Prominenten regelrecht zelebriert. Täglich sehen wir Bilder von den Opfern großer Naturkatastrophen, Kriegen und terroristischen Anschlägen, aber den sterbenden Onkel im Krankenhaus zu besuchen, das bedrückt uns zu sehr. „Dahinsiechen, Bestattung und Trauerfeier müssen im engsten privaten Kreis ausgehalten werden. Die Distanzierung und Verdrängung des tatsächlichen, realen Todes geht mit der medialen Präsenz desselben einher“ (ebenda, S. 9). Beerdigungen sind heute längst aus den Händen der Angehörigen in die bezahlter Spezialisten gelegt worden (vgl. Elias 1982/1984, S. 47f.), oder sogar gänzlich privatisiert. Sie müssen weder auf einem Friedhof, noch unter der Anwesenheit eines Geistlichen stattfinden. Üppige Trauerfeiern und teure Grabmäler werden nur noch selten finanziert und die über Jahrhunderte etablierten Trauerriten lassen stetig nach (vgl. Berth 2010, S. R15). Stattdessen kann man jetzt auf Online-Friedhöfe zurückgreifen, um sich zu erinnern. Beispielsweise auf „emorial.de“ finden sich die persönlichen Daten von mehr als 200.000 Verstorbenen und auch unzählige, von Familien und Freunden hochgeladene, digitale Erinnerungen, wie Videos, Fotos oder Kondolenzsprüche (vgl. Lochner 2010, S. R4).

Vor allem Krankenhäuser und Altersheime sind die Institutionen, in die das Sterben im 21. Jahrhundert verlagert wurde. Die Zahlen der Sterbefälle in den besagten Institutionen reichen zum Beispiel von 54,5% in einer Studie aus dem Jahr 1975, die im Jahre 1979 von Ernst Engelke veröffentlicht wurde (vgl. Engelke 1979, S. 23ff.), über Schätzungen von 70%, laut eines Artikel des Spiegels aus dem Jahre 1995 (vgl. Der Spiegel 6/1995, S. 115), bis hin zur unglaublichen Zahl von 90% aller Sterbefälle, die Reimer Gronemeyer im Jahr 2005 aufgestellt hat (vgl. Gronemeyer 2005, S. 210). Völlig gleich, wie hoch die Zahl der Sterbenden in den Institutionen tatsächlich ist, so reicht es doch aus zu wissen, dass zumindest die Hälfte aller Tode außerhalb der Privatwohnung stattfinden und sich Philippe Ariès‘ These des „ins Gegenteil verkehrten Todes“ somit bestätigt. Auf die genauen Bedingungen und Zustände, unter denen man heute, um das Jahr 2010 zu sterben hat, werde ich im folgenden Kapitel eingehen.

[...]


[1] Näheres zu diesen Typen kann direkt bei Ariès 1980, oder als Zusammenfassung bei Wittkowski 2003, S. 21ff. nachgelesen werden.

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656064602
ISBN (Buch)
9783656064893
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182405
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Schlagworte
sterben mythos wirklichkeit gesellschaft soziales sterben tod selbstmord hospiz

Autor

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Titel: So stirbt man heute!