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Stationen der Dolmetschwissenschaft

Hausarbeit 2008 22 Seiten

Dolmetschen / Übersetzen

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Die Entwicklungsgeschichte der Dolmetschwissenschaft
1.1 Dolmetschen vor 1919
1.2 Vom Wendepunkt bis zur Akademisierung (1919- 1970)
1.3 Die Akademisierung 1970-1986
1.4 Von der Geburtsstunde der Dolmetschwissenschaft bis heute (1986-2007)
1.5 Dolmetschwissenschaft heute (2007)
1.6 Die Bedeutung der Dolmetschwissenschaft heute

2. Inhalte der Dolmetschwissenschaft
2.1 Interdisziplinäre Einflüsse
2.2 Das Grundgerüst der Dolmetschwissenschaft
2.3 Leitgedanken in der Dolmetschwissenschaft
2.4 Dolmetschmodelle

3. Fazit
3.1 Probleme und Schwächen der Dolmetschwissenschaft

Bibliographie

Literatur

Zitierte Internetseiten

Abbildungen

Einleitung

Diese Hausarbeit mit dem Titel „Stationen der Dolmetschwissenschaft“ ist in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil dieser Arbeit erläutert die einzelnen Etappen der Entstehungsgeschichte der Dolmetschwissenschaft. Der zweite Teil soll einen grundlegenden Überblick über den Inhalt der Dolmetschwissenschaft vermitteln.

Weitergehende Untersuchungen zu den Themen „Geschichte und Entwicklungen des Dolmetschens” und „Kognition, Sprache, Dolmetschmodelle” wurden bewusst ausgelassen. Der Gegenstand dieser Arbeit ist auf einen groben Überblick über das Thema der Akademisierung des Dolmetschens begrenzt.

Es soll den Fragen nachgegangen werden, wann die Akademisierung der Dolmetschwissenschaft ihren Anfang nahm, seit wann es das eigenständige Fach der Dolmetschwissenschaft gibt, warum Dolmetschen zu einer wissenschaftlichen Disziplin wurde, wie und durch wen das Dolmetschen akademisiert wurde und welche Fachgebiete maßgeblichen Einfluss auf die Paradigmen, Modelle und die Methodik der Dolmetschwissenschaft hatten, bzw. haben. Zudem wird das Referat einen allgemeinen Überblick über Inhalte der Dolmetschwissenschaft geben.

Der Schlussteil ist den Problemen und den Zukunftsaussichten der Dolmetschwissenschaft gewidmet und soll die wesentlichen Ergebnisse zusammenfassen. Als Grundlage zu dieser Arbeit diente das Buch Introducing Interpreting Studies von Franz Pöchhacker.

1. Die Entwicklungsgeschichte der Dolmetschwissenschaft

Das Dolmetschen ist eine uralte Praktik, doch erst mit dem Aufkommen des Simultandolmetschens in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand das wissenschaftliche Interesse am Dolmetschen (Pöchhacker, Introducing 28ff.). Zunächst beschäftigten sich Psychologen, wie z.B. Barik und Gerver, mit den kognitiven Prozessen beim Dolmetschen (Pöchhacker, Introducing 34). Später keimte ein reges Interesse auch in anderen Disziplinen, wie Linguistik, Soziologie und der Kulturanthropologie auf (Pöchhacker, Introducing 32 f.). Methodische Ansätze aus diesen Disziplinen verkörperten den Grundstein für das Fundament der Dolmetschwissenschaft, deren Akademisierung zwar schon in den 30er Jahren begann, die sich aber erst nach der Triester Konferenz 1986 etablierte, als die Dolmetschwissenschaft als (Teil-) Gebiet der Übersetzungswissenschaft eingegliedert wurde (Pöchhacker, Introducing 39, 47 ff.). Der erste Teil dieser Arbeit soll die historischen Stationen der Dolmetschwissenschaft aufzeigen.

1.1 Dolmetschen vor 1919

Die Geschichte des Dolmetschens zieht sich durch die Geschichte der Menschheit und beginnt schon sehr früh: bereits 3000 v. Chr. gibt es Zeugnis davon, dass die Prinzen der Insel Elephantin im alten Ägypten den Ehrentitel „Vorsteher der Dragomanen“ verliehen (Hermann 15-22). Auf dem im altägyptischen Memphis gelegenen Grabrelief Generals Haremhab aus dem Jahr 1546 v. Chr. ist ein Dolmetscher abgebildet (Delisle und Woodsworth 279). 1900 v. Chr. wurde im Akkadischen die Bezeichnung „Dragomane“ für Dolmetscher gebraucht, die später auch in germanischen, skandinavischen und slawischen Sprachen zu finden ist (Vermeer 59). Dolmetscher kamen von 600 v. Chr. bis 600 n. Chr. sowohl in entfernten Provinzen des Römischen Reichs als auch im Lateran zum Einsatz (Pöchhacker, Introducing 28).

Im 16. Jh. wird sowohl von Doña Marina, die Hernán Cortes durch ihre Dolmetschtätigkeit bei der Eroberung des aztekischen Reiches half, als auch von Gesetzen der spanischen Krone, welche die Dolmetschpraktiken in den spanischen Kolonien regeln sollten, berichtet. Zu dieser Zeit setzten Österreich und Frankreich in Konstantinopel auch „Sprachknaben“ bei diplomatischen Verhandlungsgesprächen mit dem Osmanischen Reich ein (Pöchhacker, Introducing 27 ff.). Im 17. Jh. wird davon berichtet, wie französischsprachige Dolmetscher in Kanada mit den dort ansässigen Stämmen Handel trieben und als Mittler fungierten.

Bei allen in den Beispielen genannten Dolmetschern handelte es sich jedoch um so genannte „natürliche Dolmetscher“, d.h. bikulturelle Sprachmittler, die als Fremdenführer, Ratgeber, Händler, Boten, Spione oder Verhandlungsführer eingesetzt wurden, und sich mehr oder weniger zufällig vor Ort befanden. Diese wurden zwar zu diesem Zweck angelernt, doch richtiggehende Dolmetscherschulen gab es nicht (Pöchhacker, Introducing 27 ff.).

1.2 Vom Wendepunkt bis zur Akademisierung (1919- 1970)

Der Wandel vom „natürlichen Dolmetschen“ zu einer Professionalisierung des Dolmetschens erfolgte erst um das Jahr 1919, als Paul Mantoux auf der Pariser Friedenskonferenz nach dem 1. Weltkrieg auf den Sitzungen des Rates der Vier dolmetschte (Pöchhacker, Introducing 28 ff.). Nachdem auf der Pariser Friedenskonferenz Dolmetscher zum Einsatz gekommen waren, arbeiteten diese nun auch ab 1919 bei der IAO und ab 1920 beim Völkerbund. Es bildete sich eine Gruppe aus Dolmetschern, die ihre Dolmetschkompetenz durch gemeinsame Übungen perfektionieren wollte. Damit einhergehend kam es zu ersten Unterrichtseinheiten in Notizentechnik für das Konsekutivdolmetschen und zu ersten Forschungsarbeiten zum Thema Dolmetschen und Dolmetscher (Pöchhacker, Introducing 28 ff.).

Da die internationale Politik und der internationale Handel im 20. Jh. immer mehr an Bedeutung gewannen, wurden spezielle Schulen zur Vermittlung von linguistischen und übersetzerischen Fähigkeiten gegründet. So entstand 1930 die erste Universität zur Dolmetscher- und Übersetzerausbildung in Mannheim, die kurz darauf nach Heidelberg verlegt wurde. 1940 erfolgte dann die Gründung von „Dolmetscherschulen“ an den Universitäten in Genf und Wien, die sich in den 60er Jahren zusammen mit der Heidelberger Universität und den Universitäten von Paris und Triest im Rahmen der CIUTI (Internationale Konferenz der Universitätsinstitute für Dolmetscher und Übersetzer) als Berufsfachschulen für Dolmetscher und Übersetzer zusammenschlossen (Pöchhacker, Introducing 31).

Im Zuge der technologischen Weiterentwicklung konnte 1945 bei den Nürnberger Prozessen zum ersten Mal im großen Maßstab auf simultanes Dolmetschen zurückgegriffen werden (IT-1). Nachdem 1945 die Vereinten Nationen gegründet worden waren, wurden auch dort Simultandolmetscher eingesetzt (Pöchhacker, Introducing 28ff.). Die Nachfrage nach professionalisierten Dolmetschern und die Anzahl der Dolmetschabsolventen an den Universitäten wuchsen stetig. Dies hatte zur Folge, dass in den 50er Jahren professionelle Organisationen wie FIT (International Federation of Translators) und AIIC (International Association of Conference Interpreters) gegründet wurden (Pöchhacker, Introducing 28 ff.).

Anfang der 50er Jahre kam es auch zur Veröffentlichung der ersten Lehrbücher. So erschienen 1952 The Interpreter’s Handbook: How to become a Conference Interpreter von Jean Herbert, 1956 La prise de notes en interprétation consécutive von Jean-François Rozan, 1962 Théorie et Pratique de l‘interprétation von Henri van Hoof und 1968 L‘interprète dans les conférences internationales: problèmes du langage et de communication von Danica Seleskovitch (Pöchhacker, Introducing 31). Die Autoren dieser Werke sind die Pioniere der Dolmetschwissenschaft und beschäftigten sich hauptsächlich mit der Praxis des Konferenzdolmetschens.

Das akademische Fundament der Dolmetschwissenschaft wurde also in den 50er und 60er Jahren gelegt und besonders durch drei Gruppen früher Dolmetschwissenschaftler, die an verschiedenen Universitäten in Deutschland, Frankreich und der früheren Sowjetunion wirkten, vertreten.

1.3 Die Akademisierung 1970-1986

Die Dolmetschwissenschaft und –theorie, die Daniel Gile IRT (Interpretation Research and Theory) nannte, hat ihre Wurzeln in den 50er Jahren (Gile, „Mirror, Mirror“ 1ff.). In den 60er Jahren kamen einige experimentelle Studien zu den Grundlagen hinzu. Ein größeres Interesse an der Dolmetschwissenschaft entwickelte sich jedoch erst im Laufe der 70er Jahre aus einem interdisziplinären Ansatz, durch den die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema IRT anstieg (Gile „Mirror, Mirror“ 1ff.).

Das akademische Fundament der Dolmetschwissenschaft wurde an drei Universitäten gelegt: in Leipzig durch Otto Kade, in Moskau durch Ghelly V. Chernov und in Paris durch Danica Seleskovich. Otto Kade war Lehrer für Tschechisch und Russisch und hatte das Dolmetschen autodidaktisch erlernt. Als einer der Ersten im Fach Dolmetschen unterrichtete er ab den späten 50er Jahren an der Universität Leipzig im Fach Dolmetschen (Pöchhacker, Introducing 35; IT-2). In seiner Doktorarbeit erstellte Kade das konzeptuelle und theoretische Grundgerüst für das systematische Erlernen des Dolmetschens und Übersetzens (Kade 1968). Somit wurde Kade zum Begründer der „Leipziger Schule“, einer linguistisch orientierten Übersetzungswissenschaft, im Rahmen derer einige Artikel zum Thema Dolmetschen verfasst wurden, die auch spätere Arbeiten von Hella Kirchhoff und Heidemarie Salevsky inspirierten (Pöchhacker, Introducing 35).

Die Leipziger Schule hatte enge Beziehungen zu Ghelly V. Chernov, einem Dolmetscher, der für die Vereinten Nationen in New York arbeitete, und der die „Sowjetische Schule“ am Maurice Thorez-Fremdspracheninstitut in Moskau (heute Linguistische Universität Moskau) repräsentierte (IT-3). In den späten 60er Jahren führte Chernov in Zusammenarbeit mit der Psychologin Irina Zimnaya ein erstes Experiment über die Rolle des antizipatorischen Verständnisses beim Simultandolmetschen durch (Pöchhacker, Introducing 35ff.).

In Paris hingegen hatte sich seit den späten 60er Jahren die „Pariser Schule“ etabliert, die auf der wissenschaftlichen Arbeit von Danica Seleskovich basiert. Danica Seleskovich arbeitete als freie Dolmetscherin und als Dolmetscherin für die Montanunion und begann in den 50er Jahren Dolmetschen zu unterrichten (Pöchhacker, Introducing 35ff.). Bereits 1974 begründete sie ein Dissertationsprogramm in „ traductologie “ an ihrer Heimatuniversität, der 1957 gegründeten ESIT (École Supérieure d’Interprètes et de Traducteurs) der Universität Paris/ Sorbonne Nouvelle (IT-4). Danica Seleskovich veröffentlichte während ihrer 40-jährigen Laufbahn als Dozentin und Dolmetschwissenschaftlerin bis zu ihrer Pensionierung 1990 zahlreiche Schriften und Bücher, welche die Dolmetschwissenschaft maßgeblich geformt haben. Seleskovichs Arbeiten inspirierten Dolmetschwissenschaftler wie Mariano García-Landa und Marianne Lederer. In den 90er Jahren wurde die Pariser Schule von der „Triester Schule“ abgelöst (Pöchhacker, Introducing 38).

1.4 Von der Geburtsstunde der Dolmetschwissenschaft bis heute (1986-2007)

In den 80er Jahren forderten die ersten Dolmetschwissenschaftler einen höheren wissenschaftlichen Standard in der Dolmetschforschung und bei der dolmetschwissenschaftlichen Theoriebildung. Gleichzeitig erlebte das „ community interpreting“, das Dolmetschen u.a. im sozialen, medizinischen und medialen Bereich, einen Aufschwung, denn dieser Richtung wurde, im Gegensatz zum Konferenzdolmetschen, bis in die 80er Jahre in der Forschung nur wenig Beachtung geschenkt (Pöchhacker, Introducing 36 ff.).

1986 wurde an der SSLMIT (Scuola Superiore di Lingue Moderne per Interpreti e Traduttori) der Universität Triest ein internationales Symposium zur Konferenzdolmetscherausbildung organisiert, welches als Geburtsstunde der Dolmetschwissenschaft angesehen werden kann (Pöchhacker, Introducing 39). Auf dem Symposium wurde ein neuartiger Forschungsansatz, der neurolinguistische Ansatz, zur Untersuchung des Simultandolmetschens vorgestellt (Pöchhacker, Introducing 39). Das Treffen inspirierte auch viele Wissenschaftler aus anderen Disziplinen, dem textorientierten oder neurolinguistischen Ansatz nachzugehen und sich mit dem Dolmetschen zu befassen. Nach dem Symposium erschien 1988 erstmalig die Zeitschrift The Interpreters’ Newsletter, die zum Austausch und zur Vernetzung der Dolmetschwissenschaftler beitragen sollte und 2005 das letzte Mal erschienen ist (IT-5). In Triest wurde erstmals gefordert, die Dolmetschwissenschaft trotz ihrer interdisziplinären Natur zu einem eigenen Fachgebiet zu erheben, doch zunächst war nicht klar, welcher Disziplin die Dolmetschwissenschaft angliedert werden sollte (Pöchhacker, Introducing 39).

In den 90er Jahren etablierte sich die Dolmetschwissenschaft schließlich als (Sub-) Disziplin der Übersetzungswissenschaft, da so die bereits bestehende institutionelle Infrastruktur der Übersetzungswissenschaft auch für die Dolmetschwissenschaft genutzt werden konnte (Pöchhacker, Introducing 38ff; 74; 114). Dies spiegelt sich auch in den Inhalten der Dolmetschwissenschaft und der damaligen Definition der Dolmetschwissenschaft als mündliche Form der Übersetzung wieder (vgl. S 8,9).

Im September 1992 wurde der „ Translation Studies Congress “ mit dem Thema „Translation Studies - an Interdiscipline“ an der Universität Wien abgehalten. Hier erhielt die Dolmetschwissenschaft ihre (englische) Bezeichnung „Interpretation“, bzw. „Interpreting Studies“ (Pöchhacker, Introducing 39). Der französische Dolmetschwissenschaftler Daniel Gile hielt eine Einführungsrede zum Thema Dolmetschen und plädierte für mehr Offenheit der Übersetzungswissenschaft gegenüber den „Interpretation Studies“. Die eigentliche Bezeichnung „Interpreting Studies“ für Dolmetschwissenschaft entstand mit Heidemarie Salevskys Artikel „The Distinctive Nature of Interpreting Studies“ in Target (Salevsky 149-167). Zum Ende des Wiener Kongresses gründeten Gile und andere Dolmetschwissenschaftler die EST (European Society for Translation Studies) (IT-6). Gile wirkte als treibende Kraft und Informationsquelle bei der Vernetzung der weit verteilten Dolmetschwissenschaftler und trieb durch spezielle Kurse und Programme (CE(T)RA-Programm der Sommerschule Van Leuven) die Veröffentlichung von zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Dolmetschwissenschaft und Dolmetschen maßgeblich an (Pöchhacker, Introducing 40). Außerdem gründete er 1990 das heute CIRIN genannte Informationsnetzwerk zum Thema Dolmetschwissenschaft beim Konferenzdolmetschen und ermöglichte so Dolmetschwissenschaftlern auf der ganzen Welt den Zugang zu dolmetschwissenschaftlichen Schriften, darunter auch neue und unveröffentlichte Literatur sowie andere relevante Informationen (IT-7 ).

Diese Bestandsaufnahme der dolmetschwissenschaftlichen Literatur und damit des dolmetschwissenschaftlichen Wissensbestandes wurde 1994 in Turku, Finnland, bei der „International Conference on Interpreting“ fortgeführt, wobei besonders der kognitive und neurolinguistische Ansatz im Zentrum der Aufmerksamkeit standen (Pöchhacker, Introducing 40).

Bis 1995 war hauptsächlich das Konferenzdolmetschen Gegenstand von Untersuchungen, nun interessierten sich die Dolmetschwissenschaftler zunehmend auch für das community interpreting (Pöchhacker, Introducing 41) . So wurde 1995 in Geneva Park nahe Toronto, Kanada, die erste von bisher vier „Critical Link“ Konferenzen, Internationalen Konferenzen zum Dolmetschen im rechtlichen, sozialen oder medizinischem Rahmen, abgehalten. Der Titel der Konferenz lautete „Critical Link - Un maillon essentiell“. Dieser Titel wurde für einen zunächst halbjährlich erscheinenden Newsletter von Diana Abraham, die für das Ministry of Citizenship in Ontario arbeitete, übernommen (Pöchacker 41).[1]

Diana Abraham und ihre Kollegen institutionalisierten im Folgenden eine Konferenzserie mit dem Titel „The Critical Link“, deren Folgeveranstaltungen 1998 in Vancouver, 2001 in Montreal und als erste europäische „Critical Link“-Konferenz in Stockholm 2004 stattfanden (Carr 1995; Roberts 1998; Brunette 2001; Wadensjö 2007).

Die Phase der Entstehung der Dolmetschwissenschaft wurde vom 9. bis 11. November 2000 durch eine Konferenz an der SSLiMIT Forlì, der Übersetzer- und Dolmetscherschule der Universität Bologna in Forlí, mit dem Titel „Dolmetschen im 21. Jahrhundert“, um es mit Pöchhackers Worten zu sagen: „gewissermaßen abgeschlossen“ (Pöchhacker, Introducing 42). Bei dieser Konferenz bekamen die Teilnehmer einen allumfassenden Überblick über das Gebiet der Dolmetschwissenschaft. Besonderes Gewicht hatten in Forlì die Themen „Research“, „Interpreting outside of the conference hall“ und „Interpreter training“ (Garzone und Viezzi 2002).

1.5 Dolmetschwissenschaft heute (2007)

Seit der Eröffnung der ersten Dolmetscher und Übersetzerschulen in Mannheim/Heidelberg, Wien und Genf sind viele der Dolmetschwissenschaft gewidmete Seminar-, Diplom-, Doktor-, und mittlerweile auch Bachelor- und Masterarbeiten überall inner- und außerhalb Europas verfasst worden (Pöchhacker, Introducing 31 38,40 ff.). Diese Arbeiten bilden das Grundgerüst der Dolmetschwissenschaft.

[...]


[1] Dieser Newsletter ist jedoch seit 2004 inaktiv, ein neues Journal wird für 2007/2008 unter der Leitung von Dr. Marco Fiola erwartet (IT-8).

Details

Seiten
22
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656063599
ISBN (Buch)
9783656063841
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182374
Note
1,3
Schlagworte
stationen dolmetschwissenschaft

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