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Frauen in der Revolution von 1848/49

Seminararbeit 2001 35 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Historischer Überblick von der Französischen Revolution bis zur Revolution von 1848/49 aus weiblicher Sicht

3. Frauen und Öffentlichkeit in der Zeit des Vormärz

4. Frauen in Männerräumen

5. Frauen in Frauenräumen

6. Frauen in Zwischenräumen I

7. Frauen in Zwischenräumen II

8. Historischer Überblick von der Revolution von 1848/49 bis 1933 aus weiblicher Sicht

9. Resümee und abschließende Bemerkungen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dass sich Frauen aktiv am Revolutionsgeschehen beteiligt haben, ist nach unserer Meinung eine unbestreitbare Tatsache. Ebenso eine Tatsache ist es aber auch, dass diese Erkenntnis vor nicht allzu langer Zeit weitestgehend unbekannt war, worauf wir mit dem Titel unserer Arbeit "Frauen in der Revolution von 1848/49 ?" hinweisen möchten. Gleichwohl ist es erfreulich, dass sich in Arbeiten von Historikern immer häufiger geschlechtsspezifische Fragestrellungen zur 48er-Revolution finden1 und nicht mehr beklagt werden muss, dass das Engagement der Frauen als Kuriosität behandelt wird2. Aber dennoch werden in vielen Darstellungen zum 150jährigen Jubiläum die Frauen nur ganz am Rande behandelt.3

Wir beschäftigen uns nun in dieser Hausarbeit mit den Aktivitäten der Frauen in der Revolution von 1848/49. Grundlage hierfür ist der Text "Frauen-Räume in der Männer-Revolution von 1848" von Gabriela Hauch. Bereits aus dem Titel kann man entnehmen, dass ihrem Artikel das Konzept des Raumes zugrunde liegt. Auch wir werden im folgenden damit arbeiten, weil es eine gute und einsichtige Strukturierung des Inhaltes ermöglicht. Denn durch die geschlechtsspezifische Betrachtung des Revolutionsgeschehens werden die ohnehin "nicht einheitlichen Revolutionsverläufe quasi ein weiteres Mal gebrochen"4. Mit dem Konzept des Raumes meinen wir wie Gabriela Hauch "nicht nur geographische Orte, sondern auch das Netzt der sozialen Beziehungen innerhalb und außerhalb von Institutionen, das über eine Gesellschaft gespannt ist und sie gleichzeitig strukturiert und konstituiert"5. Wir werden aufgrund unserer geschlechtsspezifischen Perspektive im Folgenden von diesen drei Unterkategorien des Raumes sprechen: Männerraum, Frauenraum und Zwischenraum. Diese Begriffe sollen ausdrücken, dass die Strukturen des jeweiligen Raumes von Männern bzw. Frauen bzw. beiden bestimmt werden.

Anders als in unserem Referat wollen wir statt einer rein chronologischen Darstellung des Revolutionsverlaufs mehr auf die Vorgeschichte und das Geschehen der Revolution aus Sicht der Frauen eingehen. Anschließend werfen wir einen Blick auf das Verhältnis zwischen Frauen und Öffentlichkeit in der Zeit des Vormärz und zeigen dabei wie Frauen von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Vor diesem Hintergrund betrachten wir dann eingehend die Aktivitäten der Frauen in der Zeit der Revolution von 1848/49. Bevor wir am Ende zu unserer eigenen Stellungnahme kommen, geben wir einen Ausblick auf die Entwicklung der alten Frauenbewegung bis 1933.

Im Rahmen unserer Ausführungen beantworten wir folgende Fragen: Welche Vorbilder hatten die Frauen des Deutschen Bundes? Wie wurden Frauen von bzw. in der Öffentlichkeit gesehen? Ab wann kann man von einer Frauenbewegung sprechen? Wie reagierten die Männer auf politisch interessierte Frauen? Wie werden Frauen aus Männerräumen ausgeschlossen? Wie reagierten sie darauf? Welche Ziele hatten sie? Auf welchem Weg wollten sie diese Erreichen? Welche eigenen Institutionen und Oganisationen gründeten die Frauen? Wie durchbrachen bzw. umgingen sie die Grenzen, die ihnen das patriarchalische System der Männer gesetzt hatte? Wie vermischten sich die Geschlechterrrollen? Wie sagten die Frauen: "Hier bin ich, ich habe eine Meinung, ich bin ein Zoon Politikon und kämpfen kann ich schon lange!"? Wie erging es den Frauen nach der Revolution? Wie entwickelte sich die Frauenbewegung nach der Revolution weiter? Warum lohnt es sich auch heute noch, sich mit den 48erinnen zu beschäftigen?

2. Historischer Überblick von der Französischen Revolution bis zur Revolution von 1848/49 aus weiblicher Sicht

Wird heute die Französische Revolution betrachtet, so gilt sie als eines der bedeutendsten Ereignisse der europäischen Geschichte und die dort verkündeten Menschen- und Bürgerrechte werden als Meilenstein für Demokratie und Menschlichkeit gesehen.6 Vor diesem Hintergrund wird aber meist vergessen, dass die Menschenrechtserklärung ebenso wie die Festlegung der Bürgerrechte in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 17767 tatsächlich nur für den männlichen Teil der Bevölkerung gültig war und Frauenrechte nicht angesprochen wurden.8 Hinzu kommt, dass die Beteiligung der Frauen am Revolutionsgeschehen wie beinahe üblich kaum Beachtung findet.

Frauen waren aber aktiv und konnten auch beachtliche Erfolge erzielen. Erinnert sei hier an den Zug der Frauen nach Versailles: Am Vormittag des 5. Oktober 1789 zogen Frauen mit dem Ruf "Versailles schlemmt, Paris hungert!" von Paris nach Versailles. "In Versailles erreichten die Frauen, dass der König (...) eine ausreichende Mehlversorgung und Festpreise zusicherte."9 Statt sich nun mit ihrem Erfolg zufrieden zu geben und zurückzukehren, blieben sie und forderten vom König die Abschaffung der Feudalherrschaft und die Anerkennung der Menschen und Bürgerrechte.10 Auch hiermit hatten sie Erfolg und erwirkten zusätzlich, dass der König mit seiner Familie quasi als Garantie nach Paris übersiedelte.

Man sieht hieran deutlich, dass sich die Frauen zu den Zielen der Revolution bekannten. Des Weiteren forderten sie die Sicherung ihrer Lebensgrundlage und führten damit soziale Forderungen in den Revolutionsprozeß ein.11 Ute Gerhard bezeichnet die Zeit der französischen Revolution zu Recht als die Zeit, in der der neuzeitliche Feminismus beginnt.12 Die Frauen setzten nämlich sich auch für ihre eigenen Rechte ein. Sie "forderten ihr Recht auf politische Teilhabe und gründeten die ersten Frauenclubs. Als die Menschenrechte durch die rein männlich besetzte Nationalversammlung verabschiedet wurden und sich einige deutliche Unzulänglichkeiten zeigten, stürmten die Frauen die Nationalversammlung mit der Forderung, nun die Privilegien für das männliche Geschlecht abzuschaffen. (...) Doch mit dieser Forderung hatten sie keinen Erfolg. Die erste Erklärung der Menschenrechte ignorierte die Leistungen der Frauen und ihr Grundrecht auf eine gleichgestellte Rolle in der Gesellschaft."13

Die bekannteste Kritikerin dieser Verfassung dürfte zweifellos die Frauenrechtlerin Olympe de Gouges sein. Im Jahre 1791 veröffentlichte sie einen eigenen Menschenrechtsentwurf unter dem Titel "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin", die international Aufsehen erregte14, aber bezeichnenderweise heute nur noch in Bruchstücken vorhanden ist15. Auffällig ist an ihrer Erklärung, dass sie sich darin nicht nur für die Rechte der Frauen, sondern auch für die Rechte der Männer (Artikel 2) einsetzte.16 Anders als die Männer will sie das andere Geschlecht nicht regieren, sondern einbeziehen. Das besondere der Erklärung von de Gouges bestand demnach darin, ein Rechtskatalog für alle Menschen zu sein.17

Leider konnte sich Olympe de Gouges aber mit ihren Forderungen nicht durchsetzen. Die Jakobinerdiktatur machte der Teilnahme der französischen Frauen am politischen Geschehen ein Ende. "Den Frauen, die zuvor [auch] aktiv in der Revolutionsarmee mitgekämpft hatten, wurde nun verboten, an öffentlichen Versammlungen teilzunehmen oder gar auf ihnen zu reden, und mehr als fünf Frauen durften auf der Straße nicht mehr zusammenkommen."18 Wie viele andere Frauen und Männer wurde auch Olympe de Gouges eines ihrer Opfer. Sie wurde am 3. November 1793 hingerichtet und mit ihr die erste Frauenbewegung19. Denn obwohl die Frauenrechtserklärung als Werk einer Einzelnen bezeichnet wird, ist sie nur vor dem Hintergrund einer aktiven Frauenöffentlichkeit zu verstehen.20

Man kann ebenfalls nicht davon ausgehen, dass das Interesse an Politik auf die französischen Frauen der damaligen Zeit beschränkt war. So erschien beispielsweise 1792 in London das Buch "Eine Verteidigung der Rechte der Frauen" von Mary Wollstonecraft als Reaktion auf die Ergebnisse der Französischen Revolution.21 Ich denke, dass der Widerstand der Frauen auch im Gebiet des Deutschen Bundes Aufmerksamkeit erregte. Dies läßt sich aber anscheinend nicht durch Publikationen zu Frauenrechten belegen. Man beschäftigte sich hier allenfalls mit Fragen der Erziehung und Bildung der jungen Frauen, damit diese die ihnen zugestandenen Rollen in der Gesellschaft erfüllen konnten.22 Die höheren Töchter - und nur um deren Erziehung kümmerte man sich - sollten auf ihre Repräsentationspflichten vorbereitet werden. Hierzu zählte auch eine oberflächliche Allgemeinbildung, "die zur Konversation mit dem zukünftigen Ehemann und Gästen befähigen sollte"23. Hierdurch blieb den Frauen der Zugang zum höheren Schulwesen und den Universitäten verwehrt, so dass sie, sofern Interesse Vorhanden war, autodidaktisch tätig werden mussten. Die Bildungsmöglichkeiten für junge Frauen aus den Unterschichten waren noch geringer, ihnen blieb nur die Volksschule.24 Dort war das Bildungsniveau noch niedriger und sie wurde zudem schon früh, etwa im Konfirmationsalter, abgeschlossen. In Frankreich wurde 1833 die Zweitrangigkeit der Mädchenbildung sogar per Gesetz festgeschrieben.25

Die Revolutionsunruhen in Frankreich griffen ebenso wie Unruhen der folgenden Jahrzehnte immer wieder auch auf den Deutschen Bund über und dennoch "beginnt die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland keineswegs mit einem Paukenschlag (...) wie [in] Frankreich (...) oder (...) in den USA (...), sondern eher unauffällig (...) und (...) beinahe unbemerkt."26 Zu einem der ersten bedeutenden "Ereignissen gehört das Hambacher Fest (...) vom 27. bis 30. Mai 1832 (...). [Dieses] war Ausdruck eines politischen und sozialen Protestes gegen die absolutistischen Regime des Deutschen Bundes und plädierte für einen liberalen Verfassungsstaat und eine nationale Einigung. Es heißt: Frauen nahmen massenhaft teil. Im Aufruf zur Feier (...) waren sie [und ihre politische Mißachtung] von den Veranstaltern gesondert angesprochen worden."27 Trotzdem betrachtete man ihre Teilnahme lediglich als Dekoration.28 Die Forderungen des Hambacher Festes blieben jedoch nicht nur genauso unerfüllt wie die demokratischen Hoffnungen nach den napoleonischen Befreiungskriegen29 oder der Julirevolution, sondern die Situation verschärfte sich sogar noch durch Gegenmaßnahmen der Regierenden. Die sogenannte Restaurationspolitik Preußens und vor allem Österreichs zielte auf die Wiederherstellung alter Privilegien und die Aufhebung bereits gewährter Rechte,30 wodurch die Probleme der Zeit aber keineswegs gelöst waren.

Das Verlangen nach Freiheit ließ sich kaum unterdrücken, so dass sich gerade auch Frauen gegen die herrschenden Verhältnisse auflehtnen. In einzelnen persönlichen Lebensläufen zeigt sich in dieser Zeit, dass Frauen gegen gesellschaftliche Zwänge rebellierten.31 Dies geschah aber keineswegs "nur" im privaten Leben, sondern konnte auch von der Öffentlichkeit bemerkt werden. So kommt es 1843/44 zu einer harmlosen Zeitungsdebatte in den "Sächsischen Vaterlandsblättern". Zusätzlich zum Inhalt ist daran bemerkenswert, dass Louise Otto ihre Artikel mit ihrem Namen und nicht unter männlichem Pseudonym veröffentlichte, was damals für Frauen völlig unüblich war.32 Außerdem veröffentlichen Frauen auch sozialkritische Texte33 und ebenso wie Männer publizierten sie politische Poesie, um der Zensur ein Schnippchen zu schlagen34. Gemeinsam ist diesen Beispielen, dass es sich um den Widerstand einzelner Frauen handelt. "Es mußte vieles zusammenkommen, bis sich jenes Gefühl von Gemeinsamkeit bildet[e], das in Wort und Tat zu einer Bewegung [wurde], die ihren Protest laut und für alle verkündet[e]."35

Die angespannte Lage sollte sich in der Revolution von 1848/49 entladen. Den Anfang machte wie schon so oft Frankreich, und zwar diesmal mit der Februarrevolution am 22. Februar 1848 in Paris. Von dort sprang der Funke zunächst auf Baden über. "Am 27. Februar 1848 fand in Mannheim eine Volksversammlung statt bei der Forderungen nach Presse- und Vereinsfreiheiten laut wurden und schließlich auch die Einberufung eines bundesweiten Parlaments gefordert wurde. [Die sogenannten Märzforderungen verbreiteten sich wie ein Lauffeuer in den Gebieten des Deutschen Bundes und fanden vielerorts lautstarke Unterstützung.] Nach einigen Unruhen willigten die deutschen Einzelstaaten am Ende ein36, ein gesamtdeutsches Parlament wählen zu lassen."37 Die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung trat schließlich am 18. Mai 1848 in der Paulskirche mit dem Ziel zusammen, eine gesamtdeutsche38 Verfassung zu beraten, zu verabschieden und zur Durchsetzung im Deutschen Bund zu verhelfen. Zu diesem Zweck wurden zunächst die Grundrechte formuliert.39 Während es in den Bundesstaaten immer wieder zu Aufständen und Barrikadenkämpfen kam, erarbeiteten die Abgeordneten in der Nationalversammlung eine Verfassung, in welcher auch die Grundrechte verankert wurden. Nach oft heftigen Diskussionen wurde diese endlich am 28. März 1849 von der Versammlung angenommen, so dass "erstmals in der deutschen Geschichte die Freiheitsrechte des einzelnen Bürgers in einer Verfassung verankert worden"40 waren.

Aber auch hier muss auf einen entscheidenden Mangel hingewiesen werden. Wie zuvor in der Geschichte galten die mit der Verfassung verabschiedeten Grundrechte nur für männliche Bürger, keines dieser Grundrechte galt für Frauen. Dass sich hier eine parallele Entwicklung wie in Amerika und Frankreich zeigte, verwundert nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass die Rechte der Frauen schon bei den Wahlen zur Nationalversammlung übergangen worden waren. Die Frauen hatten weder aktives noch passives Wahlrecht, so dass es keine einzige Abgeordnete in der Nationalversammlung gab. Louise Dittmar erkannte schon damals: "Die Gesetze können nur dann im Sinne derer abgefaßt sein, für die sie bestimmt sind, wenn diese sich selbst dabei beteiligen, wenn diese selbst oder deren Vertreter unmittelbar von ihnen gewählt und unbedingt in ihrem Sinne handeln, ihrem Willen entsprechen."41 Louise Otto äußert sich ähnlich: "Die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders lehrt, dass diejenigen auch vergessen werden, die an sich selbst zu denken vergaßen."42

Mit Verabschiedung der Verfassung hatte die Nationalversammlung ihr Ziel noch nicht erreicht. Aus diesem Grund wurde direkt nach der Annahme der Verfassung am gleichen Tag der preußische König Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser gewählt. "Alles hing davon ab, ob [dieser] die Krone und damit auch die Verfassung annehmen würde. Doch dazu kam es nicht. Die alten Dynastien hatten [sich längst von ihrer anfänglichen Überraschung erholt und] ihre alte Stärke wiedererlangt und so lehnte der König von Preußen die Kaiser würde ab. Damit war auch das gesamte Verfassungswerk der Frankfurter Paulskirche hinfällig geworden."43 Die preußischen und österreichischen Abgeordneten der Nationalversammlung wurden abberufen und fast alle liberalen Abgeordneten traten enttäuscht zurück. Die übrigen Abgeordneten verlegten am 30. Mai 1849 ihre Sitzungen nach Stuttgart. Das verbliebene Rumpfparlament wurde dann aber schon am 18. Juni 1849 von württembergischen Truppen aufgelöst, so dass die Epoche der Nationalversammlung bereits nach gut einem Jahr wieder beendet war.

3. Frauen und Öffentlichkeit in der Zeit des Vormärz

Wenn man dem Verhältnis von bürgerlichen Frauen und Öffentlichkeit in der Zeit des Vormärz nachgeht, so findet man häufig folgende Vorstellung von Frauenwirklichkeit: Die nicht erwerbstätige Ehefrau zeigt sich in der Rolle der Hausfrau44, wobei ihre häusliche Welt als Gegensatz zum öffentlichen Leben des Mannes erscheint.45 Dieses Konzept von weiblichen und männlichen Sphären entstand im Zuge der Naturrechtslehre um 1800.46 "Die mit Politik und Berufstätigkeit besetzte öffentliche Sphäre wurde damals den Anlagen des Mannes zur Rationalität und Aktivität zugeordnet. Die davon abgetrennte, (...) nur mehr der Reproduktion vorbehaltene Zone wurde als der den weiblichen Anlagen von Emotionalität und Passivität entsprechende Lebensraum definiert."47 Dieses zeitgenössische Ideologie diente seit Mitte der 1970er Jahre als Beschreibung der Lebensbedingungen bürgerlicher Frauen, so dass "der Übergang von der ständisch-feudalen in die industriekapitalistische Gesellschaftsform für die Frau[en] als Verlustgeschichte festgeschrieben [wurde]".48

Das Idealbild der damaligen Männer mag zwar so ausgesehen haben und es hat sich sicherlich auch "auf die Lebenswirklichkeit der Geschlechter im 19. Jahrhundert [ausgewirkt]"49, aber "eine starre Dichotomie zwischen privat und öffentlich [wird] den real bestehenden Wechselwirkungen zwischen beiden Sphären nicht gerecht."50 Carola Lipp zeigt sehr überzeugend, dass Frauen sehr wohl Zugang zur bürgerlichen Öffentlichkeit hatten, indem sie das bürgerlich-liberale Vereinsleben51, die Beteiligung von Frauen an Liederkränzen52 und die vormärzliche Festkultur53 in Württemberg betrachtet. Hierbei ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die genannten Aktivitäten anders als heute eng mit der politischen Meinungsbildung verknüpft waren. Konstanze Mittendorfer hingegen demonstriert nicht minder einleuchtend, dass die Frauen gerade durch das Einnehmen der von ihnen erwarteten Rolle, sich um Familie und Haushalt zu kümmern und "Wohlstand nach außen zu repräsentieren und selbst zu verkörpern"54, einen bedeutenden Anteil an der öffentlichen Sphäre hatten und diese so auch beeinflußten55, weil " (...) die Frau den wirtschaftlichen Erfolg (...) sichtbar machte, wo der Mann zunehmend weniger präsent war, im häuslichen Bereich und in den Augen der Gesellschaft, (...) [wovon wiederum] auch sein Wohl abhing."56

Nicht nur in der bürgerlichen Schicht war dieses Idealbild verbreitet, sondern auch in den Unterschichten.57 "Sowohl die publizistischen Erzeugnisse als auch die Literatur waren in erster Linie für das städtische Bürgertum geschrieben worden"58, aber die Argumente, die sich auf die Natur der Frau beriefen, also theoretisch auf alle Frauen Bezug nahmen, waren nur für Mittelstandsfrauen verbindlich.59 "Keiner der Journalisten und Autoren kam auf die Idee, die schwere körperliche Arbeit der Frauen der unteren Stände im Hinblick auf ihre Natur als zartes Geschlecht zu problematisieren."60 Mit der wachsenden Verbreitung der Medien61 übertrug sich auch die Vorstellung vom idealen Frauenverhalten auf die Unterschichten, weil diese in ihrem Verhalten den Bürgern nacheiferten.62 Dieses Nacheifern zeigte sich im Alltag darin, dass die Kennzeichnung ständischer Zugehörigkeit durch Kleiderordnung u.a. verschwand, weil die Menschen ihren sozialen Status durch ihr Erscheinungsbild möglichst hoch erscheinen lassen wollten, um dessen Vorteile zu genießen.63 Das Idealbild des Mittelstands wurde auf diese Weise zum "omnipräsenten Orientierungsmuster"64. Die beengten Wohnverhältnisse und "das dichte Nebeneinander von Familie, Arbeit und Alltagsleben führte [in den Unterschichten] zu einer nachbarschaftlichen Vertrautheit"65, wie man sie eher von ländlichen Gemeinden kennt, was für ein Verwischen der Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum sorgte.66 Aufgrund der auch für Frauen notwendigen Erwerbsarbeit waren die Geschlechtergrenzen hier auch weit weniger ausgeprägt, was aber nicht zu größerer Geschlechtergerechtigkeit führte.67

Auch die Männer hatten mit ihrem eigenen Frauenideal, der nicht erwerbstätigen und somit finanziell abhängigen Frau, Probleme.68 Inkonsequenterweise ging es ihnen wohl gerade um "ihr" Geld, weil sie fürchteten, "(...) das Geld könnte die auslösende Motivation ihrer Zuwendung überhaupt sein."69 Nach dem österreichischen bürgerlichen Gesetzbuch von 1811 war der Mann nämlich nicht nur der Leiter des Hauswesens, sondern er war auch verpflichtet der Ehefrau einen anständigen Unterhalt zu verschaffen.70 Wirtschaftskrisen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machten es deshalb schwieriger einen eigenen Haushalt zu gründen, so dass es sowohl zu einer Abnahme der Trauungen als auch zu einer Zunahme unehelicher Geburten kam und mindestens ein Drittel der Frauen Wiens71 erwerbstätig war.72

Insgesamt ergibt sich daraus, dass das Zusammenleben der Menschen dem Ideal nicht entsprach. Brigitte Mazohl-Wallnig spricht aus diesem Grund von dem "immer wieder erkennbaren Ineinandergreifen und der untrennbaren Verflochtenheit von öffentlichen und privaten Räumen"73.

Ich meine allerdings, dass das Bild von der im Haus eingesperrten bürgerlichen Frau nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Wenn man nämlich nicht mehr fragt, ob die Frau wenn auch begrenzt in die Öffentlichkeit treten konnte, sondern nach den dazu nötigen Bedingungen fragt, so wird schnell klar, dass den Frauen der Zugang zur Öffentlichkeit nur indirekt74 über den Mann bzw. durch von ihm oder der Gesellschaft tolerierte Tätigkeiten möglich war. So durften Frauen deshalb an Liederkränzen teilnehmen, weil in diesen der mehrstimmige Gesang geübt werden sollte und dies ohne Frauenstimmen schwer fiel.75 Außerdem galt es als Zeichen von Progressivität und kulturellem Niveau, Sängerinnen im Verein zu haben. Letzteres zeigt bereits, dass Männer die Frauen meistens nur als Dekoration bei ihren Tätigkeiten betrachteten.76 Den wichtigsten und zugleich selbstständigsten Zutritt verschafften sich die Frauen durch ihre wohltätige Arbeit.77 In Form der Schicklichkeitsregeln wurden den Frauen aber erhebliche Beschränkungen ihres Zugang zur Öffentlichkeit auferlegt. Das Verlassen des Hauses gestaltete sich schon wegen der Kleidung schwierig. Bürgerliche Frauenkleidung war für längere Aufenthalte im Freien, gerade bei schlechtem Wetter nicht geeignet.78 Und die Straße selbst wurde generell als Ort angesehen, der die weibliche Sittlichkeit gefährden konnte.79 "Allein zu einer Vereinsveranstaltung zu gehen und dies auch noch abends war für eine Frau aus guter Familie undenkbar."80 Um den Schicklichkeitsregeln zu entsprechen, brauchten Frauen eine Anstandsperson, wenn sie nicht wie eher üblich mit der ganzen Familie eine Veranstaltung besuchten.81 Die wichtigste Grenze für die Sittlichkeit der Frauen setzte wie angedeutet die Dunkelheit82, so dass Frauenvereinssitzungen in der Regel nachmittags stattfanden.83 Diese führte auch dazu, dass die öffentlichen Auftritte von Frauen in der kälteren Jahreszeit viel seltener wurden.84 Obwohl Unterschichtsfrauen schon von Berufswegen häufig im Dunkeln unterwegs waren, konnten auch sie gegen die Sittlichkeitsregeln verstoßen.85 Die "Grenzen des Schicklichen (...) begannen [für sie] dort, wo die Arbeit endete und der Müßiggang anfing."86

Dass Frauen bereits in der Zeit des Vormärz Zugang zum öffentlichen Raum hatten, war eine wichtige Voraussetzung für die Aktivitäten der 48erinnen.87 "Die biedermeierliche Familie spielte beim Politisierungsprozeß der Frauen eine wichtige Rolle. Über den familiären Zusammenhang wuchsen sie ins politische Leben hinein und teilten oft die Einstellung ihrer Männer."88 Durch die Vereine kamen sie über ihre Familie hinaus mit Politik in Berührung,89 und wurden so in "(...) Zusammenhänge einbezogen, von denen sie Jahrzehnte zuvor ausgeschlossen waren."90 Man darf an dieser Stelle aber nicht vergessen, dass nur wenigen bürgerlichen Frauen der Eintritt in diese Öffentlichkeit gestattet war.91 In der Zeit des Vormärz waren es vereinzelte Frauen die sich gegen ihre Unterdrückung auflehnten. Mit der Revolution sollten sich die Zeiten gerade auch für die Frauen ändern. Sie schlossen sich zu größeren Gruppen zusammen, bildeten so eine Bewegung, nutzten die neuen Möglichkeiten und vertraten eigene Interessen, auch wenn dies nicht die Zustimmung der Männer fand.92

4. Frauen in Männerräumen

Wenn wir jetzt von den Frauenaktivitäten in der Revolution von 1848/49 berichten, so muss man sich die Tatsache, die schon die Zeitgenossinnen immer wieder beklagten, vor Augen halten, dass es dabei nur um einen kleinen Teil der weiblichen Bevölkerung geht.93 Auch wenn viele Frauen die gesellschaftliche Rolle, die sie nach der Naturrechtslehre bekleiden sollten, positiv sahen, bliebe die Langlebigkeit dieses Rollenbildes unverständlich,94 wenn man vergißt, dass die Frauen "mit Gewalt und mit Hilfe von Gesetzen und Konventionen auf ihre häusliche Rolle und Unterordnung hin erzogen wurden"95. Auch wenn aus diesen Gründen die Aktivitäten der 48erinnen nicht zu sehr hervorgehoben werden können, wollen wir diese im Folgenden auch nicht naiv überbewerten.

Wie ich schon gezeigt habe, war Frauen bereits in der Französischen Revolution 1793 der Zugang zu politischen (Männer-)Clubs und die Gründung eigener Frauenclubs untersagt worden.96 Begründet wurde dieses Verbot mit der konstruierten Politikunfähigkeit der Frauen.97 Die geschlechtsspezifischen Machtverhältnisse waren aber nicht nur in Frankreich zu Gunsten der Männer geregelt worden, sondern es handelte sich dabei um einen europaweiten Trend. "Vormoderne patriarchale, auf dem Status basierende Unterschiede wurden in den Bürgerlichen Gesetzbüchern, dem Code Civil oder dem British Reform Act als rechtliche Geschlechterdifferenzen festgeschrieben."98 Der Ausschluss von den staatsbürgerlichen Rechten und die damit einhergehende Unterordnung der Frauen wurde vor allem mit der Wehrfähigkeit der Männer bzw. Fehdeunfähigkeit der Frauen gerechtfertigt.99 Dieses Argument war nicht neu, sondern hatte schon seit Jahrhunderten als "Begründung für (...) [die] Bevormundung der Frauen und das Rechtsinstitut der Geschlechtsvormundschaft gedient"100. Das gleiche Argument wurde zusammen mit "der Sorge um den Verlust der Weiblichkeit"101 von den Männern in der 48er Revolution benutzt, um den Anspruch der Frauen auf politische Rechte zurückzuweisen. Obwohl die Frauen ebenso auf den Barrikaden mit um die neuen Rechte gekämpft hatten,102 wurde ihnen diese nun verwehrt. Das aktive und passive Wahlrecht wurde nur den Männern zugestanden, "und die Parlamente wurden damit zu Männerräumen"103. Louise Otto formulierte damals kurz und sehr prägnant: "Wo sie das Volk meinen, zählen die Frauen nicht mit."104

Wie wurden die Frauen nun aber um ihre Rechte betrogen? Von den Männern war sicherlich nicht zu erwarten gewesen, dass sie sich für die Frauenrechte engagieren. Dies lag nicht in ihrem Interesse und widersprach ihren Vorstellungen vom idealen Frauenverhalten.105 Die Frauen mussten also selbst tätig werden und, obwohl ihnen viele Steine im Weg lagen, beschritten Frauen konsequent diesen Weg.

Anders als im ersten Monat nach der Februarrevolution in Frankreich durften Frauen im Deutschen Bund 1848 an öffentlichen Versammlungen bürgerlicher, politischer Vereine nur als Zuhörerinnen und nicht als Mitglieder mit Stimm- und Rederecht teilnehmen.106 Im Laufe der Zeit änderte sich das zumindest teilweise. So wurde den Frauen zwar die Mitgliedschaft gestattet, aber nicht um ihre Meinung zu hören, sondern um "als schmückende Zuhörerinnen der ernsthaften Männersache Politik zu dienen"107. Dabei wurden die Frauen nicht als Individuen wahrgenommen, sondern nur als namenlose Masse gewannen sie politische Bedeutung, indem sie die Zustimmung des Volkes repräsentierten und so die Attraktivität des jeweiligen Programms zeigten.108 Den Frauen wurde also lediglich dann der Zugang zu den Männerräumen gewährt, wenn es den Interessen der Männer dienlich war. Aber diese Form der Einbeziehung verschaffte den Frauen anderer politischer Richtungen ein Argument: Auch wir benötigen Rechte, weil ja den Frauen der Gegenseite auch entscheidende Stimmen zugestanden würden.109

Das Leben in den unterbürgerlichen Schichten sah anders aus, aber die Strukturen der vorwiegend berufsorientierten Vereine ähnelten denen der politisch orientierten Vereinen der Bürger. Arbeiter- und Gesellenvereine forderten "das Verbot oder zumindest eine drastische Beschränkung der lohnabhängigen Frauenarbeit"110. Die Gesellen der Wiener Seidenfabrikanten bedienten sich dabei des bürgerlichen Frauenideals: "Nicht die Weibspersonen, sondern die Männer sind für ihre Familie zu sorgen schuldig."111 Tatsächlich ging es ihnen aber um ihren Verdienst. Frauenarbeit war nämlich nicht gleichwertig, weil sie wegen fehlender Ausbildung schlechter bezahlt wurde und damit eine Konkurrenz zur qualifizierten Gesellenarbeit darstellte.112

Viele europäische Staaten hatten das Wahlrecht noch nicht geschlechtsspezifisch wie der Brirtish Reform Act von 1832 festgelegt, so dass die Frauen die Hoffnung hatten, auch das Wahlrecht zu erhalten. Aber infolge ihrer Stellung in politischen und berufsorientierten Vereinen wurden Frauen und ihre Rechte in der Wahlrechtsdiskussion nicht thematisiert.113 Aus diesem Grund machten die Frauen selbst darauf aufmerksam. "Eine im Namen Unzähliger" forderte in Wien: "Hüten sie sich zu glauben, daß wir nicht vom lebhaftesten Interesse für die Emanzipation durchdrungen sind. Wir beanspruchen Gleichheit der politischen Rechte. Weshalb sollten Frauen nicht in den Reichstag gewählt werden?"114 Trotz Protesten erhielten die Frauen aber nicht das Wahlrecht und mussten weiter kämpfen.

Ein Argument, mit dem sich die Frauen in der Revolution häufig auseinandersetzen mussten, war die angeblich geistig niedrigere weibliche Intelligenz.115 Ein weiteres Problem war für Frauen, dass sie anders als die Männer ständig ihre sachliche Kompetenz zu beweisen hatten.116 Außerdem reagierten die Männer auf politisch aktive bzw. überhaupt öffentlich agierende Frauen damit, dass sie diese ins Lächerliche117 zogen und so nicht einmal echter Kritik würdig erachteten. Und es gab sogar Männer, die argumentierten, dass die Frauen doch durch ihre Männer vertreten seien und in Wirklichkeit auch gar nichts anderes wünschten.118

Zu Letzterem im Widerspruch stehen allerdings die Forderungen von Frauen, wenigstens als Zuschauerinnen zu den Sitzungen der Parlamente zugelassen zu werden, und die zahllosen Beschwerden über ihre geringen Partizipationsmöglichkeiten.119 Dennoch schafften es die Frauen mit ihrer Beharrlichkeit politische Rechte in Anspruch zu nehmen, die ihnen zwar von den männlichen Revolutionären nicht zugestanden werden sollten,120 aber auch nicht explizit verboten worden waren. Sie konnten neben den nun öffentlichen Gerichtsverhandlungen auch den Sitzungen vieler Parlamente beiwohnen.121 An den Sitzungen in der Frankfurter Paulskirche122 und im Wiener Reichstag123 duften Frauen teilnehmen, auch wenn Männer wiederholt versuchten, ihre Anwesenheit wieder zu unterbinden.124 Ein Gegenbeispiel stellt der württembergische Landtag dar. Seine Sitzungen wurden den Frauen erst zugänglich, als das Rumpfparlament in Stuttgart tagte.125

Dort wo Frauen Zuschauerinnen sein durften, begnügten sie sich aber nicht nur mit dieser Rolle, sondern verkündeten oft lautstark ihre Meinung, so dass sie gelegentlich sogar des Saales verwiesen wurden.126 Die Zeitgenossen reagierten auf die Zuschauerinnen sehr unterschiedlich. Die einen kritisierten das staatsgefährdende Verhalten, weil die Frauen die Kindererziehung und den Haushalt vernachlässigten und damit wieder die Natur der Frau handelten.127 Die anderen lobten dagegen: "Es sei ein erfreuliches Zeichen der Zeit, wenn selbst Frauen sich des politischen Stoffes bemächtigen."128 Und wieder andere befürchteten, dass die Politik durch die Erotik zwischen Zuschauerinnen und Abgeordneten gestört werden könnte.129

Als Antwort auf die aufgeworfene Frage ergibt sich aus dem Genannten deshalb Folgendes: Die Männer behielten lediglich ihre alten Handlungsschemata und Wertvorstellungen bei und, obwohl die Argumente diese Bezeichnung in keinster Weise verdienen, hatten die Frauen keine rechtlichen Möglichkeiten sich dagegen zu wehren. Auch wenn es in den Jahren 1848 und 1849 revolutionäre Ereignisse gegeben hat, so ist in Bezug auf das Geschlechterverhältnis seitens der Männer kein revolutionärer Umschwung feststellbar. Nach meiner Meinung kann man deshalb auch sagen, dass die Männer nicht den Ausschluss der Frauen erreichten, sondern einfach ihre Einbeziehung nicht zu ließen. Nach den liberalen Bekenntnissen der Revolutionäre muss dieses Nicht-Einbeziehen auf die Frauen wie ein Schlag ins Gesicht gewirkt haben.

Die Frauen erkannten infolgedessen sehr schnell, dass sie das direkte Streben nach Zugang zu den Männerräumen allein nicht weiterbringen würde, sondern sie sich eigene Frauenräume schaffen müssten, indem sie - bewundernswert geschickt - die Schwächen des patriachalischen Systems gegen dieses ausspielten. Diese Bewegung der Frauen stellt die Anfänge einer autonomen Frauenbewegung in Deutschland dar und entstand als Antwort auf das Nicht-Einbeziehen und die Verweigerung gleicher staatsbürgerlicher Rechte durch die Männer.130

[...]


1 HAUCH, Gabriela (1998): Frauen-Räume in der Männer-Revolution von 1848, in: Dowe, Dieter; Haupt, Heinz-Gerhard; Langwische, Dieter (Hg.) (1998): Europa 1848. Revolution und Reform, Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger GmbH, Seiten 841-900, hier Seite 843

2 GERHARD, Ute (1983): Über die Anfänge der deutschen Frauenbewegung um 1848. Frauenpresse, Frauenpolitik und Frauenvereine, in: Hausen, Karin (Hg.) (1983): Frauen suchen ihre Geschichte. Historische Studien zum 19. und 20. Jahrhundert, München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, Seiten 196-220, hier Anmerkung 2 Seite 218

3 Dieter Hein widmet den Frauen in seinem Buch [HEIN, Dieter (1999): Die Revolution von 1848/49 (2. Auflage), München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung] gerade mal eine gute halbe Seite von insgesamt über 130. Außerdem erwähnt er im gesamten Buch nicht eine einzige Frau namentlich.

4 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 842

5 ebd.: Seite 844

6 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Frau in der Verfassung. Bedeutung und Auswirkung des Grundgesetzes im Hinblick auf die gesellschaftliche Stellung der Frauen, Frankfurt am Main (Staatsexamensarbeit), Seite 9

7 BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG (1997): Informationen zur politischen Bildung 254. Frauen in Deutschland. Auf dem Weg zur Gleichstellung, München: Franzis-Druck GmbH, Seite 4

8 ebd.: Seite 9

9 STÜBIG, Frauke (1990): Was geschah eigentlich vor 200 Jahren? Ein Rückblick auf die französische Revolution aus weiblicher Sicht, in: Gerhard, Ute; Jansen, Mechthild; Maihofer, Andrea; Schmid, Pia; Schulz, Irmgard (1990): Differenz und Gleichheit - Menschenrechte haben (k)ein Geschlecht, Frankfurt am Main: Ulrike Helmer Verlag, Seiten 30-46, hier Seite 31

10 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 10

11 STÜBIG, Frauke (1990): Seite 31

12 GERHARD, Ute (1990b): Gleichheit ohne Angleichung - Frauen im Recht, München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, Seite 52

13 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 10

14 BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG (1997): Seite 4

15 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 10, GERHARD, Ute (1990b): Seite 53

16 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 11

17 GERHARD, Ute (1990b): Seite 55

18 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 13

19 ebd.: Seite 13

20 GERHARD, Ute (1990b): Seite 54

21 BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG (1997): Seite 5

22 ebd.: Seite 5

23 ebd.: Seite 5

24 ebd.: Seite 5

25 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 846

26 GERHARD, Ute (1990a): Unerhört. Die Geschichte der Frauenbewegung, Reinbek bei Hamburg: Rowolt Taschenbuchverlag GmbH, Seite 16

27 ebd.: Seite 31

28 GERHARD, Ute (1999): Atempause. Feminismus als demokratisches Projekt, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH; Seite 92

29 In dieser Zeit gründen Frauen erste Lazarett- und Wohltätigsvereine mit denen sie aber "nur" anderen halfen. Näheres zu Frauenvereinen folgt in Kapitel 5.

30 GERHARD, Ute (1990a): Seiten 24 f; Die Karlsbader Beschlüsse von 1819 verboten Studentenverbindungen, ordneten die Überwachung der Universitäten an und verschärften die Pressezensur.

31 Man betrachte hierzu beispielsweise den Lebenslauf von Mathilde Franziska Annneke, zu finden in GERHARD, Ute (1990a): Seite 32

32 BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG (1997): Seite 6; Details zur Debatte und zu Louise Ottos Biographie finden sich bei GERHARD, Ute (1990a): Seiten 37-40

33 Beispiele hierzu finden sich wieder bei GERHARD, Ute (1990a): Seiten 35-37

34 Näheres findet man ebenfalls bei GERHARD, Ute (1990a): Seiten 42 f

35 GERHARD, Ute (1990a): Seite 16

36 Die Fürsten sind von den Ereignissen völlig überrascht und geben den Forderungen daher zunächst nach. Sie berufen liberale "Märzministerien", welche dann die wichtigsten Märzforderungen erfüllen

37 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 14

38 Die Abgeordneten mußten erst einmal klären, was mit gesamtdeutsch gemeint war. Die Stellung der österreichisachen Gebiete war nämlich sehr umstritten.

39 Zu den Grundrechten gehörten nach DÜLL, Klaus-Peter (2001), Seite 14: Gleichheit aller Deutschen vor dem Gesetz, Freiheit der Person, Freiheit auf Meinungsäußerung, Glaubens- und Gewissensfreiheit, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit, Berufsfreiheit und die Unverletzlichkeit des Eigentums. Außerdem wurde die Todesstrafe weitgehend abgeschafft.

40 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 14

41 zitiert nach GERHARD, Ute (1990b): Seite 63

42 zitiert nach GERHARD, Ute (1999): Seite 89

43 DÜLL, Klaus-Peter (2001): Seite 14

44 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Die ganz andere, die häusliche Hälfte: Wi(e)der die Domestizierung der Biedermeierin, in: Mazohl-Wallnig, Brigitte (Hg.) (1995): Bürgerliche Frauenkultur im 19. Jahrhundert (L'Homme Schriften. Reihe zur Feministischen Geschichtswissenschaft. Band 2), Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, Seiten 27-80, hier Seite 27

45 LIPP, Carola (1986b): Frauen und Öffentlichkeit. Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation im Vormärz und in der Revolution 1848, in: Lipp, Carola (Hg.) (1986): Schimpfende Weiber und patriotische Jungfrauen. Frauen im Vormärz und in der Revolution 1848/49, Bühl-Moos, Baden-Baden: Elster Verlag, Seiten 270-309, hier Seite 270

46 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 28

47 ebd.: Seite 28

48 ebd.: Seite 28

49 LIPP, Carola (1986b): Seite 270

50 ebd.: Seite 271

51 ebd.: Seiten 272-274, 283f

52 ebd.: Seiten 274-279

53 ebd.: Seiten 279-282

54 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 53

55 ebd.: Seiten 33-43, 50-53, 60f, 64f, 67-71

56 ebd.: Seite 60

57 ebd.: Seite 63

58 ebd.: Seite 54

59 ebd.: Seiten 46 f

60 ebd.: Seite 47

61 LIPP, Carola (1986a): Frauen auf der Straße. Strukturen weiblicher Öffentlichkeit im Unterschichtsmilieu, in: Lipp, Carola (Hg.) (1986): Schimpfende Weiber und patriotische Jungfrauen. Frauen im Vormärz und in der Revolution 1848/49, Bühl-Moos, Baden-Baden: Elster Verlag, Seiten 16-24, hier Seite 19, MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 54

62 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 848

63 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 59

64 ebd.: Seite 63

65 LIPP, Carola (1986a): Seite 18

66 ebd.: Seiten 17-19

67 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 848; MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite46

68 ebd.: Seite 56

69 ebd.: Seite 57

70 ebd.: Seite 57

71 Mittendorfer belegt zwar nur Zahlen in Wien, aber ich denke, dass die Verhältnisse im Prinzip auf andere Gebiete des Deutschen Bundes übertragbar sind.

72 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 57

73 MAZOHL-WALLNIG, Brigitte(1995): Einleitung, in: Mazohl-Wallnig, Brigitte (Hg.) (1995): Bürgerliche Frauenkultur im 19. Jahrhundert (L'Homme Schriften. Reihe zur Feministischen Geschichtswissenschaft. Band 2), Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, Seiten 9-24, hier Seite 23

74 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 45

75 LIPP, Carola (1986b): Seite 275

76 ebd.: Seiten 276, 281, 294 f, MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 35, vgl. Kapitel 2 (Hambacher Fest)

77 LIPP, Carola (1986b): Seiten 283 f, MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seiten 36 f

78 LIPP, Carola (1986b): Seite 289, GERHARD, Ute (1990a): Seite 57

79 LIPP, Carola (1986a): Seite 21, vgl. MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seiten 29-33

80 LIPP, Carola (1986b): Seite 289, LIPP, Carola (1986a): Seite 21

81 LIPP, Carola (1986b): Seite 290, Siehe hierzu auch die Probleme bei Chorproben, ebd.: Seite 275

82 LIPP, Carola (1986a): Seite21

83 LIPP, Carola (1986b): Seite289

84 ebd.: Seite 289

85 Vergleiche dazu die Diskussion um die Reutlinger "Gassensitze" in: LIPP, Carola (1986a): Seiten 16-21

86 ebd.: Seite21; Damit steht das Thema Nachtschwärmerei in direktem Zusammenhang. Hierauf möchte ich aber nicht eingehen und verweise deshalb nur auf ebd.: Seiten 21-23

87 LIPP, Carola (1986b): Seite 273, GERHARD, Ute, HANNOVER-DRÜCK, Elisabeth, SCHMITTER, Romina (Hg.) (1979): ,,Dem Reich der Frauen werb` ich Bürgerinnen". Die Frauen-Zeitung von Louise Otto, Frankfurt am Main: Syndikat Autoren- und Verlagsgesellschaft, Seite 16

88 LIPP, Carola (1986b): Seite 285

89 ebd.: Seite 273

90 ebd.: Seite 285

91 ebd.: Seite 285

92 ebd.: Seiten 289-291

93 GERHARD, Ute (1990a): Seite 57

94 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seiten 55 f

95 GERHARD, Ute (1990a): Seite 57, vgl. dazu auch HAUCH, Gabriela (1998): Seite 846

96 Siehe dazu Kapitel 2

97 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 845

98 ebd.: Seite 844

99 GERHARD, Ute (1999): Seite 92, vgl. GERHARD, Ute (1983): Seite 203, GERHARD, Ute (1990a): Seiten 58 f, GERHARD, UTE u.a. (1979): Seite 15

100 GERHARD, Ute (1999): Seite 92

101 LIPP, Carola (1986c): Liebe, Krieg und Revolution. Geschlechterbeziehung und Nationalismus, in: Lipp, Carola (Hg.) (1986): Schimpfende Weiber und patriotische Jungfrauen. Frauen im Vormärz und in der Revolution 1848/49, Bühl-Moos, Baden-Baden: Elster Verlag, Seiten 353-384, hier Seite 365, vgl. GERHARD, Ute (1999): Seite 35, GERHARD, Ute (1990a): Seite 59

102 Siehe dazu Kapitel 7

103 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 847, GERHARD, Ute (1999): Seite 93

104 zitiert nach GERHARD, Ute u.a. (1979): Seite 41

105 siehe dazu Kapitel 3

106 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 847

107 ebd.: Seite 847, LIPP, Carola (1986b): Seiten 294 f

108 MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 32, LIPP, Carola (1986c): Seite 353

109 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 848

110 ebd.: Seite 848

111 zitiert nach MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seite 47

112 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 848

113 ebd.: Seite 849

114 ebd.: Seite 849

115 ebd.: Seite 850

116 LIPP, Carola (1986b): Seiten 293, 300

117 GERHARD, Ute (1990a): Seite 57, Einige sehr "schöne" Beispiele finden sich in MITTENDORFER, Konstanze (1995): Seiten 47-49

118 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 850

119 ebd.: Seite 850

120 LIPP, Carola (1986b): Seite 290

121 ebd.: Seiten 290 f

122 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 852, GERHARD, Ute (1990a): Seite 59

123 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 852

124 ebd.: Seite 852

125 LIPP, Carola (1986b): Seite 292

126 HAUCH, Gabriela (1998): Seite 851

127 ebd.: Seite 852

128 ebd.: Seite 851

129 ebd.: Seite 852

130 GERHARD, Ute (1999): Seite 94

Details

Seiten
35
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783656059127
ISBN (Buch)
9783656058984
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182309
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Politologie/Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
frauen revolution

Autor

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Titel: Frauen in der Revolution von 1848/49