Lade Inhalt...

Analyse des TV-Sendeformats Stromberg

Seminararbeit 2011 39 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Äußere Faktoren
2.1 Formale Aspekte
2.1.1 Titel
2.1.2 Genre
2.1.3 Vorlage
2.2 Beteiligte
2.2.1 Schauspieler
2.2.1.1 Christoph Maria Herbst
2.2.1.2 Bjarne Mädel
2.2.1.3 Lars Gärtner
2.2.1.4 Oliver Wnuk
2.2.1.5 Martina Eitner-Acheampong
2.2.1.6 Diana Staehly
2.2.2 Regisseure
2.2.3 Autor
2.2.4 Produktion
2.3 Marketing
2.3.1 Kommunikation und Werbung
2.3.1.1 Log Line
2.3.1.2 Stromberg Charaktere als Testimonials
2.3.2 Fanartikel und Folgeprodukte
2.3.3 Sendeplatz
2.3.4 Zielgruppe und Quoten
2.3.5 Budget
2.4 Öffentliche Wahrnehmung
2.4.1 Preise und Kritik
2.4.2 Kult
2.4.3 Alleinstellungsmerkmale
2.5 Sonstige
2.5.1 Aktualität
2.5.2 Vergleichsformate

3. Innere Faktoren
3.1 Setting
3.2 Charaktere
3.2.1 Bernd Stromberg
3.2.2 Herr Becker
3.2.3 Berthold ‚Ernie‘ Heisterkamp
3.2.4 Erika Burstedt
3.2.5 Ulf Steinke
3.2.6 Tanja Seifert
3.3 Dramaturgische Ausgangssituation
3.4 Struktur und Aufbau der zweiten Staffel
3.4.1 Plot der zweiten Staffel
3.4.2 Dramaturgie der zweiten Staffel
3.5 Dramaturgie der Episode ‚Die Kündigung‘
3.5.1 Plot von ‚Die Kündigung‘
3.5.2 Wendepunkte
3.5.3 Soziale Vernetzung
3.3.4.1 Grundkonflikte
3.3.4.2 Ausprägungen in ‚Die Kündigung‘
3.3.5 Spannung
3.3.6 Komik, Pointen und Überraschungen
3.3.7 Ortswechsel
3.3.8 Authentizität
3.3.9 Dialoge
3.3.10 Die Reise des Helden

4. Emotionale Faktoren
4.1 Fremdscham und Beklommenheit
4.2 Lachen
4.3 Empathie und Mitleid
4.4 Wettkampf
4.5 Ungerechtigkeit und Benachteiligung
4.5.1 Geben und Nehmen
4.5.1.1 Stromberg und Herr Becker
4.5.1.2 Ulf und Tanja
4.6 Sehnsucht nach Wahrheit
4.7 Culture Clash

5. Umsetzung
5.1 Schauspiel
5.2 Location
5.3 Look
5.4 Requisite und Kostüme
5.5 Sound und Musik
5.6 Kameraführung und Einstellungen
5.7 Schnitt
5.8 Effekte, Sex und Action

6. Fazit

7. Anhang
7.1 Abbildungen und Grafiken
7.2 Abkürzungsverzeichnis
7.3 Quellenverzeichnis
7.3.1 Literatur
7.3.2 Internet
7.3.3 Videoinhalte

1. Einleitung

Seit 2004 beschert die ProSieben TV-Serie Stromberg allen Beteiligten einen Erfolg, den man dem Format eigentlich nicht zugetraut hätte. Schöpfer Ralf Husmann ist mittlerweile einer der bekanntesten deutschen Drehbuchautoren überhaupt, ProSieben überzeugte seine Kritiker beim Thema Qualität im Privatfernsehen und Christoph Maria Herbst wurde zum wohl bekanntesten Chef Deutschlands.

Die Erfolgsgeschichte hatte jedoch nicht gerade gut begonnen. Bei ProSieben standen den hohen Kosten für Eigenproduktionen die zunächst miserablen Quoten gegenüber. Trotzdem gab man das Format nicht auf - und setzte damit auf das richtige Pferd. Stromberg wurde nicht nur zum Quotenschlager, die Serie gewann auch einen Preis nach dem anderen. Und was noch viel wertvoller ist: sie wurde zum Kult.

Dabei ist die Handlung von Stromberg eine ganz simple, die vielen Zuschauern bekannt sein dürfte. Es ist das alte Lied vom Ekelchef und seinen Mitarbeitern, die ihm hilflos ausgesetzt sind. Doch ist das allein schon das Geheimnis des immensen Erfolges? Das könnte man meinen. Allerdings steckt hinter der so einfach anmutenden Beziehung zwischen Fernsehserien und Zuschauern eine wesentlich kompliziertere Bindung, als dass sie sich auf diese einzelne Tatsache beschränken könnte.

Um die komplexen Zusammenhänge, die im Rahmen eines solchen TV-Formats be- und entstehen, besser zu durchschauen, ist eine klare Gliederung in vier grundsätzliche Analyseteile notwendig. Zunächst werden die äußeren Faktoren beleuchtet (Kapitel 2), daraufhin die inneren Faktoren samt Dramaturgie und Konflikten (Kapitel 3). Es folgt ein Blick auf die wichtigen emotionalen Faktoren (Kapitel 4). Schließlich wird noch auf die Umsetzung des Formats eingegangen (Kapitel 5).

Vor allem für die im Kapitel 3 angesprochenen inneren Faktoren ist es nötig, eine sehr beispielnahe Diskussion zu führen. Hierfür wurde die Folge ‚Die Kündigung‘ aus der der zweiten Staffel gewählt. Sie scheint in Anbetracht der Untersuchungskriterien besonders geeignet als Beispiel für die Fragestellungen, welche die inneren Faktoren betreffen.

2. Äußere Faktoren

Im Rahmen der Analyse werden zunächst jene äußeren Faktoren berücksichtigt. Sie beinhalten Informationen, die bereits vor Produktionsbeginn der Serie oder der Staffel bekannt sind. Die äußeren Faktoren erlauben eine Prognose über die Marktfähigkeit des Formats. Für eine bessere Übersicht sind die Faktoren nach den Gesichtspunkten ‚Formale Aspekte‘ (2.1), ‚Beteiligte‘ (2.2), ‚Marketing‘ (2.3), ‚Öffentliche Wahrnehmung‘ (2.4) und ‚Sonstige‘ (2.5) gegliedert.

2.1 Formale Aspekte

Unter dem Gesichtspunkt Formale Aspekte finden sich die äußeren Faktoren zusammengefasst, welche direkt vom Autor beeinflusst werden können und bereits vor dem eigentlichen Produktionsbeginn feststehen.

2.1.1 Titel

Der Titel der Serie lautet ‚Stromberg‘. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der Protagonist der Serie Bernd Stromberg heißt, der stellvertretende Abteilungsleiter der Schadensregulierung der fiktiven ‚CAPITOL Versicherung‘. Christoph Maria Herbst spielt sich als Stromberg sehr in den Vordergrund. Er mimt jene Figur, die dem Zuschauer als erstes einfällt, wenn er an die Sendung denkt. Deshalb erscheint die Wahl des Titels sinnvoll.

2.1.2 Genre

Stromberg fällt, was das Genre angeht, in die Überkategorie Comedy. In dieser Kategorie nimmt sie jedoch als sogenannte Mockumentary eine besondere Position ein1. Obwohl als Fiktion erdacht und geskriptet, soll sie den Anschein einer Dokumentation erwecken. Durch die suggerierte Realität reagieren die Zuschauer auf Inhalte sehr emotional. Die Mockumentary wird zudem oft als filmisches Mittel für Parodie und Satire eingesetzt. Mockumentaries erlangen häufig Kultstatus, obwohl das Genre sehr selten ist. Zu nennen wären hierbei unter anderem die Kultfilme ‚This Is Spinal Tap‘ (1984) und ‚Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan‘ (2006). Im Falle von Stromberg ist die Sendung eine Parodie auf die seit einigen Jahren vermehrt im Fernsehen gezeigten Doku-Soaps.

Das relativ seltene Subgenre - Laien fällt eine Einordnung des Stoffes oft schwer - ist wahrscheinlich auch mit dafür verantwortlich, dass Stromberg beim Serienstart zunächst schwache Quoten lieferte.

2.1.3 Vorlage

Obwohl zu Beginn nicht nach außen kommuniziert, wurde Stromberg vom britischen TV-Format ‚The Office‘ (2001) inspiriert. The Office lief in Großbritannien von 2001 bis 2003 erfolgreich auf BBC und wurde auch schon in den USA adaptiert. Ob es zu einer Abfindung für das Übernehmen des Formats gab, ist bis heute nicht bekannt.

2.2 Beteiligte

Unter diesem Gesichtspunkt sind äußere Faktoren zusammengefasst, welche die beteiligten Personen während der gesamten Produktion betreffen. Sind die Personen dem Zuschauer bekannt, kann es für ihn ein Grund sein, die Sendung anzuschauen. Der Erfolg der Serie wurde zum Glück für die viele der Beteiligten, die durch die Serie sehr bekannt wurden und mittlerweile durchaus als Stars in Deutschland bekannt sind.

2.2.1 Schauspieler

In der Serie gibt es eine Reihe immer wiederkehrender Figuren. Nur wenige davon treten dauerhaft aktiv in Erscheinung. Sechs von ihnen sollen an dieser Stelle explizit erwähnt werden.

2.2.1.1 Christoph Maria Herbst

Christoph Maria Herbst gibt in der Serie den Protagonisten Bernd Stromberg. Vor seiner Karriere im Fernsehen spielte Herbst Theater. Auch heute tritt er noch in Theaterstücken auf. 1997 trat er im Comedyformat ‚Sketchup - Die nächste Generation‘ zum ersten Mal im Fernsehen in Erscheinung. Es folgte sein Durchbruch als Nebendarsteller bei Anke Engelkes ‚Ladykracher‘, was ihm 2002 den Deutschen Comedypreis einbrachte. Als Darsteller von Stromberg erlangte er Kultstatus und wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Fortan spielte er auch in mehreren Fernseh- und Kinofilmen mit. Die bekanntesten Filme hierbei sind unter anderem ‚(T)Raumschiff Surprise - Periode 1‘ (2004), ‚Der Wixxer‘ samt Fortsetzung (2004), ‚Hui Buh - Das Schlossgespenst‘ (2006) und ‚Wo ist Fred?‘ (2006). 2010 lief die Fernsehserie ‚Kreutzer kommt‘ an, in der Herbst den Protagonisten Kommissar Kreutzer spielt. Über das Filmgeschäft hinaus liest Herbst Hörbücher ein, geht auf Lesetouren und übernimmt Rollen in Hörspielen. Er war die vor dem Serienstart bekannteste Person, die am Projekt beteiligt ist.

2.2.1.2 Bjarne Mädel

Bis zu seiner Erscheinung als Ernie in der Serie Stromberg im Jahr 2004 spielte der ehemalige Schauspielstudent der HFF Potsdam fünf Jahre Theater im Hamburger Schauspielhaus. Daneben bekam er kleinere Rollen in Fernsehserien und Filmen. Auf das Engagement bei Stromberg folgten Nebenrollen in einzelnen Folgen anderer TV- Formate wie ‚Tatort‘ (2006 und 2009) oder ‚Polizeiruf 110‘ (2009). Zudem hatte er in 13 Folgen der Serie ‚Mord mit Aussicht‘ (2008 und 2010) Auftritte als Nebendarsteller. 2007 spielte er die Hauptrolle im ZDF-Fernsehfilm ‚Partnertausch‘. 2009 bekam er von Ralf Husmann die Hauptrolle in der Fernsehserie ‚Der kleine Mann‘.

2.2.1.3 Lars Gärtner

Lars Gärnter spielt seit der zweiten Staffel Strombergs Konterpart und Vorgesetzten Herrn Becker. Seit 1997 tritt er in verschiedenen Rollen im Fernsehen auf. 2001 spielt er im Kinofilm ‚Das Experiment‘ die Nebenrolle des Renzel. Darüber hinaus tritt er immer wieder in Fernsehfilmen als Nebendarsteller in Erscheinung, wie z.B. in ‚Scharf wie Chili‘ oder ‚Tsunami‘ (beide 2005). Im Jahr 2005 spielte er als einer der Hauptdarsteller die Rolle des Polizeiobermeisters Olli Kottke in ‚Hier kommt Kalle‘, 2009 die Nebenrolle des Elmar Kreisel in der Fernsehserie ‚Der Lehrer‘.

2.2.1.4 Oliver Wnuk

Nach Abschluss seiner Schauspielausbildung spielte Wnuk bis 2000 Theater. Ab 1997 folgten zahlreiche Fernsehauftritte. Von 2003 bis 2008 spielte er eine tragende Rolle in der ARD-Krimiserie ‚K3 - Kripo Hamburg‘. An der Seite von Matthias Schweighöfer spielte er 2003 in der Romantikkomödie ‚Soloalbum‘. 2004 schrieb er sein eigenes EinMann-Stück ‚Einfach nur Siggi‘, das er auch selbst in verschiedenen Theatern spielte. In der Fernsehserie Stromberg übernimmt er die Rolle des Ulf.

2.2.1.5 Martina Eitner-Acheampong

Bereits in den 80er Jahren spielte die älteste Schauspielerin des Ensembles in zahlreichen TV-Filmen mit, darunter 1984 zwei Hauptrollen in ‚Weiberwirtschaft‘ und ‚Nachhilfe für Vati‘. Bis zur Jahrtausendwende widmete sie sich vermehrt der Arbeit im Theater. Nach 2000 trat sie in kleineren Rollen in verschieden Fernsehserien auf. 2004 übernahm sie in der Serie Stromberg die Rolle der Erika Burstedt.

2.2.1.6 Diana Staehly

Von 1998 bis 2000 erschien sie in einer Nebenrolle in 11 Folgen der RTL-Seifenoper ‚Unter uns‘. Nach 2000 hatte sie mehrere kurze Erscheinungen in Fernsehserien und - filmen. Von 2001 an trat sie in über 50 Folgen der Weekly Soap ‚Die Anrheiner‘ auf. 2004 wirkte sie in einer Hauptrolle in der Serie ‚Der König von Kreuzberg‘ mit. Im gleichen Jahr begann ihr Engagement als Tanja bei Stromberg. Ab 2007 spielte sie in 92 Folgen eine Nebenrolle in der Krimiserie ‚Die Rosenheimcops‘.

2.2.2 Regisseure

Arne Feldhusen führt bei den meisten Folgen Regie, ebenso bei der in dieser Arbeit als Beispiel behandelten Folge ‚Die Kündigung‘ aus der zweiten Staffel der Serie. Bereits zuvor hatte Feldhusen als Regisseur von ‚Ladykracher‘ (2001) auf sich aufmerksam gemacht. Nach den Erfolgen mit Stromberg drehte er 2009 gemeinsam mit Bjarne Mädel die Fernsehserie ‚Der kleine Mann‘ sowie einige Folgen anderer Fernsehserien. Außerdem war er als Regisseur bei einigen Fernsehfilmen tätig. Neben Feldhusen führte bei den Dreharbeiten zur zweiten Staffel Andreas Theurer Regie.

2.2.3 Autor

Die Idee für die Adaption von ‚The Office‘ hatte Ralf Husmann. Er schreibt die Drehbücher für Stromberg und genießt mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland. Seit 1995 ist er bei ‚Brainpool‘ als Headwriter und Produktionsleiter angestellt. Bis 1998 schrieb er Texte für die ‚Harald Schmidt Show‘. Zudem schrieb er Drehbücher für verschiedene Comedy-Formate von Brainpool. Der große Durchbruch gelang ihm 2004 mit Stromberg. Aus seiner Feder folgten die Comedy-Formate ‚Dr. Psycho‘ (2007) und ‚Der kleine Mann‘. 2008 veröffentlichte er seinen ersten Roman, 2010 seinen zweiten.

2.2.4 Produktion

Ralf Husmann ist neben seiner Tätigkeit als Autor der Serie auch Produktionsleiter von Stromberg. Die Produktion übernehmen ProSieben und Brainpool. Die Zusammen- arbeit von ProSiebenSat.1 und Brainpool besteht seit Jahren erfolgreich. Zu den bekanntesten Ergebnisse der Kooperation im Bereich Comedy zählen die ‚Harald Schmidt Show‘ (bis 1998), ‚TV Total‘ (1999) sowie die daraus resultierenden Ablegerformate, ‚Die Wochenshow‘ (bis 2002), ‚Ladykracher‘ (2001) und ‚Pastewka‘ (2005).

2.3 Marketing

Der Gesichtspunkt Marketing beinhaltet alle äußeren Faktoren, die sich direkt oder indirekt auf die Kosten und die Erträge der Serie beziehen.

2.3.1 Kommunikation und Werbung

Für Stromberg werden auf ProSieben - insofern derzeit neue Folgen ausgestrahlt werden - während anderer Sendungen vor und nach Werbeunterbrechungen Sendeinformationen in Form von Trailern gezeigt.

Seit dem immensen Erfolg der Serie fungierte Stromberg in Imagekampagnen immer wieder gemeinsam mit anderen Sendergrößen wie Stefan Raab oder Sonya Kraus als Gesicht von ProSieben. Zu nennen wäre hier vor allem die „ProSieben STAR FORCE“ Kampagne von 20052.

ProSiebenSat.1 nutzt zur Promotion der Serie des Weiteren sein starkes internes Netzwerk. Vor Staffelbeginn ist Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst häufig zu Gast bei den Talkshows der Sendergruppe, aber auch im Ersten bei ‚Harald Schmidt‘.

Für Fanartikel und vor allem für den Verkauf von DVDs wird nicht nur senderintern, sondern auch im Printbereich (General Interest Zeitschriften) und im Internet geworben. Die Sendung an sich verfügt über eine eigene, in die ProSieben Homepage integrierte Website.

2.3.1.1 Log Line

Mit der Log Line wird kurz beschrieben, um was es bei einem Film oder einer Serie geht. Sie ist sehr wichtig, wenn es darum geht, das Interesse potenzieller Zuschauer zu wecken. ProSieben titelt beispielsweise seit längerem mit dem Spruch: „Der fieseste Chef der Welt ist zurück!3 “ ProSieben liefert auch folgende Log Line4: „Stromberg ist die Sitcom rund um den ‚ganz normalen Bürowahnsinn‘. Im Mittelpunkt steht ein Chef, den man seinem ärgsten Feind nicht als Vorgesetzten wünscht: Bernd Stromberg.“

2.3.1.2 Stromberg Charaktere als Testimonials

Stromberg hat es seiner großen Beliebtheit zu verdanken, dass er für verschiedene Marken Werbung machen durfte. Als Testimonial gab Christoph Maria Herbst den Stromberg bereits für den Energiekonzern RWE, für energiewelt.de und für den Telefonetzanbieter Tele2. Bjarne Mädel, der in der Serie den arbeitswütigen und sachkundigen Ernie spielt, machte indes als Ernie Werbung für Microsofts ‚Windows 7‘. Die Spots wurden unter anderem als Presenter-Werbung vor und nach den Werbepausen bei Stromberg gezeigt.5

2.3.2 Fanartikel und Folgeprodukte

Einen wesentlichen Anteil an den Einnahmen stellen die Erlöse aus dem DVD Verkauf dar. Brainpool und ProSieben haben sich dafür entschieden, die neue Staffel jeweils vor der Erstausstrahlung schon auf DVD zu veröffentlichen und ist mit dieser Strategie sehr erfolgreich. Auch Fanartikel wie Shirts, Poster, Tassen und Ähnliches sind erhältlich.

Außerdem wurden schon mehrere Staffeln abgedreht, die fünfte wird derzeit geschrieben6. Darüber hinaus ist ein Kinofilm bereits in Planung7.

2.3.3 Sendeplatz

Stromberg lief beim Privatsender ProSieben am wöchentlich wiederkehrenden Comedy-Tag, der zumeist montags oder dienstags platziert wird und um 20:15 Uhr beginnt. Die Sendezeit der Erstausstrahlung von Strombergfolgen schwankte dabei staffelabhängig zwischen 21:15 Uhr und 23:00 Uhr, fällt aber meistens in die Primetime, die beste Sendezeit. Auf starkes Gegenprogramm stößt Stromberg vor allem dienstags, wenn zeitgleich auf Sat.1 die UEFA Champions League übertragen wird. Ansonsten laufen hier dienstags oft Filme, zumeist deutsche Eigenproduktionen. Auf RTL ist der Montagabend der klassische Sendeplatz für den Quotenhit ‚Bauer sucht Frau‘, später folgt das Magazin ‚Extra‘. Dienstags setzt RTL auf Crime und ist deshalb keine Bedrohung für die Comedy-Serie Stromberg. Die Öffentlich-Rechtlichen Programme stellen aufgrund der jungen Zielgruppe Strombergs in der Regel keine große Konkurrenz dar.

2.3.4 Zielgruppe und Quoten

Die Zielgruppe von Stromberg entspricht der des Profils von ProSieben. Die Serie ist deshalb bei den 14- bis 49-Jährigen sehr beliebt, hierunter besonders stark unter Menschen mit hohem Bildungsgrad. Die dritte Staffel erreichte in dieser Altersgruppe beim Auftakt im März 2007 beispielsweise trotz später Sendezeit um 23:15 1,13 Mio. Zuschauer und damit einen sehr guten Marktanteil von 15,5%. Beim Gesamtpublikum ab 3 Jahren reichte es mit 1,39 Mio. Zuschauern immerhin für einen Marktanteil von 8,9%. Je jünger das Publikum wird, desto höher der Marktanteil. Unter den 14- bis 19- Jährigen, die um diese Zeit fernsahen, lag der Anteil bei sagenhaften 35,9%8. Seit Sendebeginn im Jahr 2004 konnte sich die Serie kontinuierlich steigern. Staffel 1 lag noch unter 10% Marktanteil, Staffel 2 schaffte den Spruch über die 10%-Marke9. Bei der dritten Staffel lag der Marktanteil erstmals über dem Senderdurchschnitt. Zu Beginn der vierten Staffel lag der Marktanteil bei überzeugenden 16,7%10. Unter Zuschauern ist Stromberg durchaus als Quotenhit bekannt.

Auf dem Pay-TV-Sender Sat.1 Comedy werden alle Folgen regelmäßig wiederholt. Zudem besteht die Möglichkeit, Folgen der Serie auf Abruf und gegen Bezahlung auf Internetportalen wie iTunes, videoload, Maxdome, oder mypsass.de anzuschauen.

2.3.5 Budget

Das Budget der Serie spielt für die Wirkung auf den Zuschauer keine sonderlich große Rolle. Deshalb wird die Summe auch nicht bewusst nach außen kommuniziert. Daher ist davon auszugehen, dass Stromberg im durchschnittlichen Kostenbereich liegt.

2.4 Öffentliche Wahrnehmung

Der Gesichtspunkt Öffentliche Wahrnehmung beschäftigt sich mit der Rezeption der Serie durch die Öffentlichkeit. Vor allem Preise und Kritiken können sich sehr auf die Einschaltquoten einer Sendung auswirken.

[...]


1 HIßNAUER, C.: MöglichkeitsSPIELräume. Fiktion als dokumentarische Methode. Anmerkungen zur Semio-Pragmatik fiktiver Dokumentationen. In: MEDIENwissenschaft 1/10.

2 http://www.presseportal.de/pm/25171/731285/prosieben_television_gmbh?search=teri/////

3 http://www.prosieben.de/tv/stromberg/

4 http://www.prosieben.de/tv/stromberg/serie/

5 http://www.serien-load.de/blog/14x-tv-werbung-mit-bernd-stromberg/

6 http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2010/07/23/stromberg/beliebte-pro-sieben-serie- kommt-mit-fuenfter-staffel-zurueck.html

7 http://www.tvtoday.de/tv_aktuell/tv-news/stromberg-kommt-stromberg-ins- kino,4152509,ApplicationArticle.html

8 http://www.dwdl.de/story/9934/stromberg_startet_sehr_gut_switch_verhalten/

9 http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=39320&p3=

10 Werben & Verkaufen. TV-Quoten: Stromberg startet überzeugend. Ausgabe 46/09

Details

Seiten
39
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656055402
ISBN (Buch)
9783656055624
Dateigröße
1008 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182116
Institution / Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien München
Note
1,0
Schlagworte
Dramaturgie Drehbuch Schreiben Autor Fernsehen ProSieben Privatfernsehen Stromberg Christoph Maria Herbst Ralf Husmann Film Kino Deutschland deutsch

Autor

Zurück

Titel: Analyse des TV-Sendeformats Stromberg