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Anforderungen und Ressourcen in den Bachelor-Studiengängen

Emotionen und deren mögliche Regulation bei Studierenden

Bachelorarbeit 2010 50 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Zusammenfassung

1.Einleitung

2. Definitionen und Funktionen
2.1. Emotion
2.2 Emotionsregulations-Kompetenz
2.3 Basiskompetenzen
2.4 Die Ursache für einen dysfunktionalen Umgang mit Gefühlen
2.4.1 Genetische Einfluss und frühe Inkonsistenzerfahrungen
2.4.2 Defizitäre Lernmöglichkeiten in der späteren Kindheit
2.4.3 Akute Inkongruenz Erfahrung als Auslöser
2.4.4 Negative Emotionen als Nährboden psychischer Störungen

3. Bachelor- System
3.1 Besondere Anforderungen
3.2 Beratung und Informationsbedarf von Studierenden
3.3 Resultierende Belastungen durch die neue Studienstruktur

4. Emotionen im Studium
4.1. Stress im Studium
4.2 Positive Emotionen in Studium
4.3 Auswirkungen der Emotionen auf die Persönlichkeitsentwicklung

5. Umgang mit Emotionen im Studium
5.1 Hinderlicher Umgang
5.2 Förderlicher Umgang, Blick auf hilfreiche Ressourcenregulation
5.1.1 Selbstwirksamkeitserwartung
5.1.2 Soziale Unterstützung
5.1.3 Effektive Selbstunterstützung

6. Förderung der Emotionsregulation
6.1 Training emotionaler Kompetenz für Studierende an der Leuphana Universität Lüneburg
6.1.1 Ablauf und Inhalte
6.2 Welche Hilfestellungen werden in anderen Ländern für die Bachelor Studierenden angeboten?
6.3 Perspektiven für Deutschland

7. Fazit

Literaturverzeichnis:

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Basiskompetenzen

Tabelle 2: Positive Gefühle der Studierenden

Tabelle 3: Bewältigungsstrategien

Tabelle 4: Der wichtigen Basiskompetenzen und der spezifischen Kompetenzen

Tabelle 5: Fragen bei der Analyse des Gefühls

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Berner Modell: Entstehung psychischer Störung

Abbildung 2: Langfristige Folgen von Dauerstress

Abbildung 3: Beratungs-und Informationsbedarfs

Abbildung 4: Zunahme der Krankschreibungen aufgrund psychischer Störungen bei

Abbildung 5: Prozentuale Darstellung von körperlichen Beschwerden

Abbildung 6: Belastungen im Studium von Bachelor-Studierenden (2006/2007)

Abbildung 7: Klinisch relevante Abweichungen in den einzelnen Bereichen (Health-49 Fragebogen)

Abbildung 8: Belastungen und Ressourcen Bewältigungsstrategien

Abbildung 9: Ablauf und Inhalt

Abbildung 10: Teufelskreis 1&2

Abbildung 11: Muskel-und Atementspannung

Abbildung 12: TEK-Gefühlskreis

Abbildung 13: Gleichgewicht des Lebens

Zusammenfassung

Die Mehrheit der Bachelor-Studierenden klagen über einen zu hohen Arbeitsaufwand und Leistungsdruck in dem Bologna-Studium. In der bestehenden Arbeit soll daher untersucht werden, welche emotionalen Folgen in einem Bachelor-Studium ausgelöst werden und welche empirischen Ressourcen hilfreich sind, um gegen den Belastungsdruck im Bachelor- Studium vorzugehen. Es werden zuallererst die Erhebungsdaten von der Universität Lüneburg „Health-49“ zur Erfassung der allgemeinen Aspekte des psychischen Gesundheitszustandes vorgestellt und die Ergebnisse anderer Studien (HIS, Gesundheitsreform, 19 Sozialerhebung) präsentiert. Zukünftig wird die Gesundheit der jungen Menschen in Deutschland das Thema der Gesundheitsreform sein. Als Präventionsmaßnahmen werden in der Arbeit hilfreiche Ressourcen in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich angeboten.

1.Einleitung

Derzeit erleben die deutschen Studierenden eine Studien-Reform, die bei vielen zu schwerwiegenden Persönlichkeitsschäden führt. Das Verschulungssystem erfordert von den Studierenden enormen Leistungsaufwand im Studium, sowie das selbstständige Organisieren des Lebens. Die Studierenden klagen über den Belastungsdruck des Studiums, die Statistiken von der psychischen Beratungsstelle zeigen, dass das Bachelorsystem in Deutschland, aufgrund der neuen Anforderungen an die Studienbedingungen, eine enorme psychische Belastung für die Studierenden ist. (Grob & Jawurek, 2007, S.24-25). Um der Belastung im Studium entgegenzuwirken werden verschiedene Förderprograme angeboten. Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den folgenden Fragen: Welche Anforderungen lösen bei den Studierenden Emotionen aus? Welche Emotionen können kritisch werden? Welche Möglichkeiten haben die Studierenden mit Stress umzugehen? Diese Fragen werden mit Hilfe verschiedener empirischer Studien untersucht und beantwortet. Diese Bachelorarbeit bietet einen umfassenden Einblick in die empirischen Studien und deren Ergebnisse, diese liefert ebenso Möglichkeiten den Studien-Stress zu umgehen und gibt hilfreiche Hinweise an die Studierenden.

Die Bachelor-Arbeit gliedert sich wie folgt: Im zweiten Kapitel werden die Emotion und Emotionsregulation erläutert und die relevantesten Kompetenzen für die Regulationsemotion vorgestellt. Des Weiteren werden die Ursachen für einen dysfunktionalen Umgang mit Gefühlen nach dem Berner Modell dargelegt.

Im dritten Kapitel wird der neue Bologna-Prozess veranschaulicht und die besonderen Anforderungen, sowie die Belastungen der Studierenden präsentiert.

Im vierten Kapitel werden negative und positive Emotionen von den Studierenden dargestellt. In Bezug darauf werden die Auswirkungen von Emotionen auf die Persönlichkeitsentwicklung begründet.

Im fünften Kapitel werden hinderliche und hilfreiche Ressourcen genannt, die den Umgang mit negativen Situationen erschweren bzw. erleichtern sollen.

Im sechsten Kapitel wird das Trainingsprogramm „Training emotionaler Kompetenzen“ von Berking (Berking 2008) veranschaulicht und die entsprechenden Praxisübungen für die Studierenden vorgestellt. Anschließend wird gezeigt, welche Förderprogramme international in anderen Hochschulen angeboten werden und welche Perspektiven diese für Deutschland darstellt.

Im siebten Kapitel wird ein Resümee zu der Bachelor-Arbeit geliefert und es werden neue Erkenntnisse für weiterführende Arbeiten gegeben.

2. Definitionen und Funktionen

2.1. Emotion

In der bisherigen wissenschaftlichen Literatur gibt es sehr viele Definitionen für den Begriff Emotionen, welche sich nach wissenschaftlicher Tradition und Orientierung unterscheiden, allerdings stimmen diese auch in vielen Gesichtspunkten überein. Für Emotionen werden Wörter verwenden wie „Gefühl, Emotion, Affekt, Empfindung, Trieb, Leidenschaft, Instinkt, Stimmung, Laune, Temperament, Motivation“ Die Emotion wird durch viele Wörterfelder besetzt, wie hier ersichtlich wird. Im Folgenden sollen die Begriffe Emotion und Gefühl in Beziehung gesetzt werden, um den Unterschied zu verdeutlichen. Nach dem Autor Zimmer lautet die Erklärungstheorie wie folgt: ,,Ein Gefühl ist ein Augenblickszustand: wie man sich gerade fühlt. Eine Emotion oder ein Affekt ist ein zeitlicher Ablauf, dessen einzelne Momente sich durchaus anders anfühlen können. So werden nur heftigere und längere Gefühle, Gefühlsprozesse den Namen Emotion verdienen.“ (Rost, 2005, S.51)

Nach Hülshoff wird die Emotion wie folgt definiert: „Emotionen sind körperliche-seelische Reaktionen, durch die ein Umweltereignis aufgenommen, verarbeitet, klassifiziert und interpretiert wird, wobei eine Bewertung stattfinden“ (Hülshoff 2006, S.14). „Emotionen entstehen als Folge von Bewertungen der aktuell wahrgenommenen Situation in Bezug auf unsere Erwartungen, Ziel, Wünsche und Bedürfnisse“ (Berking, 2008, S.111), sie sind für das Individuum eine aufklärerische Bedeutungsfunktion, die ein Feedback über die Seele und das Organismus liefern. Die Emotion informiert demnach das Individuum über sein Wohlbefinden, aber auch über dessen Reaktion und bestimmte Zustände, welche unterschiedliche Aspekte beinhalten. Emotionale Zustände können positiv, aber auch negativ sein, wie z.B. Angst, Aggression, Wut, Ärger, Freude und Zufriedenheit. Neue Emotionen wurden von jedem Einzelnen im Laufe der Ontogenese1 erworben. Jedes Gefühl kann reguliert werden, nach der Dauer, Qualität und der Intensität (Hülshoff 2006, S.32-33). Im nächsten Abschnitt wird nachdem der Begriff Emotionsregulationskompetenz erläutert wurde, die Beziehung zwischen den Emotionen und der Regulation verdeutlicht.

2.2 Emotionsregulations-Kompetenz

Der Begriff Emotionsregulation definiert „alle Prozesse, die zur Herstellung, Aufrechterhaltung und Modulierung von Emotionen dienen“ (Bridges & Grolnick, 1995, S.204). In der englischen, wissenschaftlichen Literatur wird Emotionsregulation wie folgt erläutert: “Emotion regulation refers to the processes by which individuals influence which emotions they have, when they have them, and how they experience and express these emotions. Emotion regulatory processes may be automatic or controlled, conscious or unconscious, and may have theireffects at one or more points in the emotion generative process“(Gross 1998, S. 275).

Herr Professor Sieland beschreibt die Emotionsarbeit folgender weise: „Im engeren Sinne ist die Arbeit an und mit den eigenen Gefühlen, um diese zu gestalten, zu unterdrücken, oder hervorzuheben, so dass sie für die professionellen Interaktionsziele wirksam sind und zu einem langfristigen günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für die Interaktionspartner führen.“ (Mittag 2006, S. 493)

Es wird ersichtlich, dass die Emotionsregulation für die Veränderung und die Kontrollierbarkeit der eigenen Emotionen verantwortlich ist. Die Beherrschung der Emotionsregulation ermöglicht dem Individuum die negativen Gefühle durch positive zu ersetzen und somit ein gewünschtes Zielgefühl zu erreichen. Nach Berking ist eine gesunde ausgeprägte Emotionsregulation für die psychische Gesundheit und die effektive Interaktion mit der Umwelt erforderlich und vorteilhaft. Die Emotionsarbeit ist deshalb für die Bachelor- Studierende eine hilfreiche Ressource, um das eigene Studienleben und die daraus resultierenden Anforderungen bewältigen zu können. Ein Bologna- Lernender benötigt daher nützliche Kompetenzen, um eine kompetente Persönlichkeit zu werden. Der Erwerb der emotionalen Kompetenzen hängt auch von den Erlebnissen und von dem sozialen Umfeld jedes Individuums ab. Die Emotionen werden demnach nicht von einer typischen Emotion gesteuert, sondern von erworbenen hilfreichen Kompetenzen, welche dazu beitragen die Emotionsregulation zu verwirklichen.

In dem deutschsprachigen Raum wird ein Praxistraining „Training emotionaler Kompetenzen“ von Berking angeboten, um an den Defiziten der Emotionsregulation zu arbeiten. Das Programm wurde an stationären-psychiatrischen Patienten erfolgreich getestet (Berking, 2008, S.4) und wird derzeit in Lüneburg für die Bachelor-Studierenden angeboten. Die TEK-Methode beruht auf der klinischen Psychologie, der affektiven Neurowissenschaften und der Emotionsforschung und hat sich durch erfolgreiche Studien bewährt. Im Folgenden sollen die neuesten und relevantesten Kompetenzen erläutert werden:

2.3 Basiskompetenzen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Basiskompetenzen

Quelle: ebd., S. 8-9

2.4 Die Ursache für einen dysfunktionalen Umgang mit Gefühlen

Im vorherigen Abschnitt wurden dienliche Kompetenzen, die für einen konstruktiven Umgang mit Emotionen relevant sind, beschrieben. Nun soll in diesem Teil der Arbeit auf den genetischen Einfluss und die Inkonsistenzerfahrungen eingegangen werden. Woran kann es liegen, dass die Menschen Schwierigkeiten beim Umgang mit ihrer Emotionen aufzeigen? In Bezug darauf wird das Modell von Berner „Entstehung von psychischer Störung“ demonstriert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Berner Modell: Entstehung psychischer Störung

Quelle: ebd., S.12

Um die einzelne Prozesse besser nachzuvollziehen sind die Phasen durch Nummern gekennzeichnet.

2.4.1 Genetische Einfluss und frühe Inkonsistenzerfahrungen

Risikofaktor 1.

Genetische Vulnerabilität (Abb.1; Punkt 1): Um die Ursache einer seelischen Behinderung fest zu stellen, sollte ein Blick in die Vergangenheit geworfen werden. Erlebt eine schwangere Frau Dauerstress, kann dies auf das genetische Erbgut des Kindes übertragen werden. Die Affektregulation eines ungeborenen Embryos wird durch die genetische Vulnerabilität verletzt. Aus diesem Grund sind einige Kinder von ihrer Veranlagung eher friedlich und andere eher hyperaktiv. (ebd., S. 11).

Frühe Inkongruenz- Erfahrung (Abb.1; Punkt 2): Die Handlungsweise der Eltern haben auf die Affektregulation des Kindes einen beeinträchtigen Einfluss. Wenn die Eltern die Anliegen des Kindes nicht wahrnehmen, kann dieser Inkongruenz-Erfahrungen machen. Für das Kind bedeutet das, dass dieser Erlebnisse haben wird, die mit seinen Absichten und Neigungen nicht übereinstimmen (ebd., S.12).

Bei Unstimmigkeit der eigenen Ziele und Bedürfnisse wird die Amygdala, aktiviert, welche für die mentalen Prozessverarbeitung zuständig ist. Reagieren die Bezugspersonen auf die Inkongruenz- Zeichen des Kindes, kann die Zufuhr von Überbelastung verhindert werden. Die Kinder sind demzufolge in den ersten Lebensjahren auf die sogenannte „extern Emotionsregulation“ (ebd., S. 13), der Eltern angewiesen (Abb.1; Punkt 3).

Ergebnisse aus der Entwicklungspsychologie und der Neurowissenschaften unterstützen diese Theorie, dass eine gute soziale Umgebung für die Förderung der neuronalen Strukturen hilfreich ist. Das Kind hat die Möglichkeit seine schlechten Emotionen eigenständig zu kontrollieren (Abb.1; Punkt 4).

Wenn das Individuum seine Gefühle trotz seines Bemühens nicht regulieren lernt, werden Stresshormone ausgeschüttelt. Eine erhörte Konzentration des Adrenalins behindert die Funktionsfähigkeit der Areale, welche die belastenden Emotionen abbauen können (Abb.1; Punkt 5). Bei diesem Prozess wird die Präfrontalen Kortex (PFC) und Hippocampus beeinträchtigt (Abb.1; Punkt 6). Es erfolgt eine defizitäre Entfaltung der „Hardware“, welche für eine erfolgreiche Affektregulation erforderlich ist (ebd., S. 13).

2.4.2 Defizitäre Lernmöglichkeiten in der späteren Kindheit

Risikofaktor 3

Im Laufe des Heranwachsens eignet sich das Kind individuelle Strategien und Fähigkeiten für die Verarbeitung von schlechten Gefühlszuständen an. Bei diesem Prozess ist ebenfalls ein Beistand von den Bezugspersonen erforderlich. Lehren die Eltern das Kind, seinen negativen Emotionen zu hinterfragen und den Gefühlszustand zu benennen, wird dieser befähigt sein, negative Gefühle positiv zu beeinflussen. Der Vorgang wird „emotionaler Coaching“ (Abb.1; Punkt 7), (ebd., S.13) genannt. Das Kind kann seine Sinne angstfrei bewältigen und hilfreiche Bewältigungsstrategien erwerben. Bleibt das emotionale Training aus, kann das Kind die notwendigen Kompetenzen nicht erwerben. Die negativen Erregungen können nicht erfolgreich abgearbeitet werden (Abb.1; Punkt 8). Trotz allem kann das Kind von nahe stehenden Personen diese Kompetenzen lernen. Die Gefahr kann darin bestehen, dass das Elternpaar keine guten Affektkompetenzregulationen aufweisen, z.B. reagiert die Mutter hysterisch und der Vater greift zum Alkoholkonsum (Abb.1; Punkt 9) Begegnet die Familie gegenüber dem Kind mit Aggressionen und Abwertungen in Form von verbaler oder körperlicher Gewalt, kann ein negatives Selbstbild bei dem Kind ausgelöst werden (Abb.1; Punkt 10). Erlebt das Kind nur belastende Erfahrungen, wird das negative Selbstwertgefühl intensiviert (Abb.1; Punkt 11). Die Selbstwirksamkeit leidet unter diesen Umständen, weil die problemhaften Empfindungen nicht stabilisiert werden können (ebd., S.13-14).

Es können drei wichtige Erkenntnisse aus dem Bereich Bezugspersonen zusammengefasst werden, die eine gute Emotionsregulation beeinträchtigen könnten (Abb.1; Punkt 12):

1. Das Wegbleiben von Coaching bei schwierigen Erlebnissen.
2. Das Ausbleiben von Modellen, im Sinne von Vorbildern.
3. Die Abwertung in problematischen erregten Zuständen.

Wenn die innere Befindlichkeit des Kindes unkontrollierbar abläuft, werden daher Ängste und Vermeidungsschemata freigesetzt. Es kann demzufolge zu gravierenden Folgen von emotionalen Störungen auftreten (Abb.1; Punkt 13). Infolgedessen sollen drei Vermeidungszustände vorgestellt werden

1. Die Situationsvermeidung (Abb.1; Punkt 14) erklärt die Zuständigkeit eines Individuums, dem Problem ständig aus dem Weg zu gehen. Aus diesem Grund werden Ziele gar nicht erst angegangen, da schlechten Emotionen beim Erreichen des Ziels geweckt werden können.
2. Bei der Verdrängung (Abb.1; Punkt 15) werden die eigenen Affekte nicht bewusst wahrgenommen und andauernd beiseitegeschoben, somit bleiben hilfreichen Ressourcen ungenutzt. Dauerstress kann die Folgen von psychische und körperliche Erkrankungen auslösen. Die Stressemotionen wirken sich grundsätzlich negativ auf die sozialen Komponenten aus. Die betroffenen Personen haben diesbezüglich Schwierigkeiten in soziale Beziehungen zu agieren (ebd., S. 14).
3. Aktivierung mentaler Prozesse, die Ablenkung und die Stimmung kurzfristig reparieren (Risikofaktor 3) (Abb.1; Punkt 16)

Bei der Gefühlsvermeidung werden die mentalen Prozesse aktiviert, die von der belasteten Emotion abwenden, die Kontrollierbarkeit manipulieren oder die Gemütsverfassung für kurze Zeit beheben. (ebd., S.15)

Die Ablenkung erfolgt, wenn die betroffene Persönlichkeit die eigenen Empfindungen auf einen Körperteil lenkt und somit denkbare Gefährdung für das eigene Wohlbefinden zulässt. Aus diesem Grund werden die Somatisierungsprozesse in einem hohen Ablenkungspotential aktiviert, um den Organismus Gesund zu erhalten. Um die Kontrollierbarkeit zu erlangen wird ein Handlungslösungsplan aus den Ursachen erstellt, somit wird eine Situation von Kontrolle geschaffen. Der Gefühlseindruck kann durch psychoaktive Substanzen für eine kurze Stimmung im Gehirn aktiviert werden, z.B. durch konsumieren von Haschisch.

Alle drei Arten von Vermeidungsschemata haben den Nachteil für den Strategieerwerb, welcher für die Emotionsarbeit effektiv ist. Es entsteht ein Teufelskreis: Bei fehlenden Basiskompetenzen können keine Prozesse einer erfolgreichen Emotionsregulation eintreten. Die Persönlichkeit erlebt einen Kontrollverlust der eigenen Emotionen. Phobien werden ausgelöst und Vermeidungsschemata aktiviert. Deshalb können die relevantesten Fähigkeiten für die Gefühlsregulation nicht ausgebildet werden, daher bleiben Erfolgsereignisse, um die Selbstwirksamkeitserwartung zu befähigen, aus. Das Selbstbild wird durch die Fehlschläge gekränkt (ebd.).

2.4.3 Akute Inkongruenz Erfahrung als Auslöser

Risikofaktor 3

Die in Abschnitt 2.2.2 beschriebenen Verdrängungen der eigenen Emotionen und die dazu erworbenen Defizitorientierten- Strategien müssen nicht unbedingt zur seelischen Erkrankung en beitragen. Eine Bedrohung kann erst dann entstehen, wenn sich die Person mit ihren negativen Gefühlen auseinandersetzt (Abb.1; Punkt 17). Dabei kann eine Diskrepanz zu den eigenen Zielen und Bedürfnissen entstehen (Abb.1; Punkt 18). In diesem Fall können die „Coping Mechanismen“, die bisher die Emotionen herunterregulierten haben nicht erfolgen, sodass die Situation als gestresst erlebt wird (Abb.1; Punkt 19), (ebd S. 16). Unter solchen Bedingungen können keine erfolgreichen Handlungsstrategien ausgelöst und erworben werden. Die Situation wird als unkontrolliert erlebt (Abb.1; Punkt 20). Außerdem werden Stresshormone Cortisol und Noradrenalin freigesetzt (Abb.1; Punkt 21). Je länger diese erhalten bleiben, desto länger werden die negativen Effekte gestört, die von dem PFC und Hippocampus ausgehen (Abb.1; Punkt 22). Infolgedessen können die prä-pathologische Reaktionsmuster selbstständig auftreten. Die drei Vermeidungsschemata werden durch positive Gefühle freigesetzt und intensiviert (ebd,). Künftig werden die alten, negativen Reaktionsmuster bei der Emotionsarbeit automatisch aktiviert und somit wird der mentale Prozess beeinträchtigt. Es entstehen manifeste psychische Störungen (Abb.1; Punkt 24). Außerdem kann daraus abgeleitet werden, dass die Stresshormone die Genexpression stärken, weil diese die subjektiven, schädlichen Muster kodieren (Abb.1; Punkt 23), (ebd., S. 18).

2.4.4 Negative Emotionen als Nährboden psychischer Störungen

Eine gestresste angespannte Person lebt unruhig, weil sie ständig der Belastung ausgesetzt ist. Es ist ein Anzeichen dafür, dass die eigenen Wünsche bzw. Ziele mit den Erlebnissen nicht übereinstimmen. Eine solch gefühlte Innenwelt wird als Risikofaktor für die Bildung vielfältiger, seelischer Störungen gesehen. Als Metapher kann ein Sumpf vorgestellt werden, der die Behinderung reifen lässt(ebd., S. 18).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Langfristige Folgen von Dauerstress

Quelle: ebd. S.48

Anspannung durch Stress

Stress ist eine ganz normale körperliche Reaktion auf eine Herausforderung und hat ihren Ausgangspunkt in den Stresshormonen. Die Hypophyse, als zentrales hormonelles Steuerorgan, signalisiert in gefährlichen Situationen den Nebennieren das Adrenalin auszuschütten. Die Anforderung der Umwelt führt zu einer seelisch-körperlichen Reaktion, die das Ziel hat, die Herausforderung oder Bedrohung zu bewältigen. Diese körperliche Reaktion auf Stress ist folglich sinnvoll. Wenn aber der Mensch in ständiger Alarmbereitschaft steht und eine Entspannung oder Regeneration seiner psychischen Kräfte nicht erfolgt, wird der Stress zum Disstress und hat negative, krankheitsauslösende Wirkungen (Abb.2). Der Stresszustand war evolutionär nur ein für wenige Stunden vorgesehener Zustand und diente als „lebensrettende Maßnahme“, der menschliche Körper ist jedoch nicht für chronische langdauernde Belastungen ausgestattet. Der an Stress (Disstress wird allgemein als Stress bezeichnet) leidende Mensch bewertet zumeist seine Umwelt überwiegend ungünstig. Daraus resultiert Angst, sodass die Gedanken ständig um die gleichen Dinge kreisen. (Tausch 2000, S. 45.) Diese seelische Belastung im Zusammenspiel mit dem Körper führt zu Körperschutzfunktionen, die seit Urzeiten bei allen Menschen biologisch zum Überleben notwendig waren (Lange-Schmidt, 1999, S. 19).

Zusammenfassend kann aus diesem Kapitel entnommen werden, dass eine gut ausgebildete Emotionsregulation von vielen der soeben genannten Faktoren, aus der Vergangenheit abhängt. Das Ausbleiben der relevantesten Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Emotionsarbeit dienen, führt zu einer seelischen Störung. Wie lässt sich das im Zusammenhand mit den Bachelor-Studierenden erklären? Können diese den Anforderungen im Studium nicht nachkommen, da diese Kompetenzmangeln aufweisen

3. Bachelor- System

Das neue Bachelor-und Mastersystem wurde im Jahr 1999 von 29 europäischen Ländern als gemeinsames System eingeführt. Der Bachelor-und Masterabschluss sollten die bisherigen Abschlüsse wie Diplom, Magister und Staatsexamen ersetzen. Das Bologna-System baut sich auf zwei Hauptzyklen auf, es sollte die Mobilität der Studierenden begünstigen und einen flexiblen Universitätswechsel ermöglichen. Die Reform soll mehr Praxisbezug bieten, effizienter sein und qualifizierte Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt schaffen. Die Universitätsreform verfolgt das Ziel, das Persönlichkeitsbild des Individuums zu fördern und weiter zu entwickeln (Spoun 2005, S.17-18). Vor allem sollte die Universität die Qualitäten, wie Innovationsfähigkeit, Selbstkritik, Toleranz, Kommunikationsfähigkeit, Leistungswillen, Führungsbereitschaft ermöglichen (ebd., S.19).

Die neue Ordnung ist verschulter, straffer und kürzer als ein Diplomstudium aufgebaut. Infolgedessen sollen die wesentlichen Merkmale, die in der Bundesrepublik Deutschland für alle Bologna-Prozesse gelten, vorgestellt werden:

[...]


1 Entwicklung eines Lebewesens

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Titel: Anforderungen und Ressourcen in den Bachelor-Studiengängen