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Wissenschaftlich fundierte Reflexion des U-3 Ausbaus

Herausforderung für eine gute Qualität

Hausarbeit 2011 32 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gesetzliche Grundlage und Ziele
2.1.1 Entwicklung des U3-Ausbaus

3 Herausforderungen für eine gute Qualität
3.1 Finanzielle Situation
3.2 Personalbedarf und Personalentwicklung
3.2.1 Personalschlüssel
3.3 Weitere Qualitätsbaustellen

4 Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kinder im Alter von unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege 2006 bis 2010 in Deutschland, West- und Ostdeutschland

Abbildung 2: Durch das Investitionsprogramm Kindertagesbetreuungsfinanzierung 2008-2013 des Bundes in 2008 und 2009 geförderte Plätze in Deutschland, West- und Ostdeutschland

Abbildung 3: Standardisierter Personalschlüssel für Gruppen mit Kindern unter drei Jahren nach Gruppentyp in West- und Ostdeutschland 2008 und 2009

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Angenommener Bedarf an U3-Plätzen nach drei Personalbedarfsszenarien in West- und Ostdeutschland

Tabelle 2: Zusätzlicher Platz- und Personalbedarf zur Erreichung der Zielgrößen der Szenarien für den U3-Ausbau in West- und Ostdeutschland

Tabelle 3: Fehlbedarfe bzw. Überschuss an Personal gemäß den Szenarien für die Zieljahre 2013, 2015 und 2017 in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Westdeutschland

Tabelle 4: Fehlbedarfe bzw. Überschuss an Personal gemäß den Szenarien für die Zieljahre 2013, 2015 und 2017 in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Ostdeutschland

Tabelle 5: Vergleich zwischen empirisch ermittelten Personalschlüssel und fachlich empfohlener Fachkraft-Kind-Relation

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und frühe Förderung für alle Kinder gehört, zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben der Bundesrepublik Deutschland. Der politische Fokus von Bund, Ländern und Kommunen bezieht sich aktuell vor allem auf Kinder unter drei Jahren (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2010, S. 45). Hier bestehen vielfältige Bedürfnisse für eine gestiegene Nachfrage an Betreuungsplätzen. Kinder brauchen nach der Geburt eine optimale Förderung, um sich so gut wie möglich individuell und sozial entwickeln zu können (BMFSFJ, 2008, S. 1; AGJ, 2010, S. 4). In der Literatur finden sich zahlreiche Ergebnisse, die von positiven Effekten durch eine systematische frühkindliche Förderung berichten (Deutscher Bundestag, 2010, S. 32). Psychologische Forschungsergebnisse zeigen, dass bei einer positiven Beeinflussung durch eine frühkindliche Betreuung, die kognitive Kindesentwicklung so maßgeblich beeinflusst wird, dass in den späteren Lebensjahren eine höhere Bildung ermöglicht wird. Damit einher geht die Assimilation der Bildungschancen von Kindern (ebd. S. 32). Dies ist mit erheblichen Chancen für die institutionelle frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung verbunden.

Auch auf Seiten der Eltern findet man vielfältige Voraussetzungen und Ursachen für eine gesteigerte Nachfrage an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei. Eltern kehren zunehmend früher in das Erwerbsleben zurück. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Einmal liegen die Prioritäten bei einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, was eine schnelle Rückkehr ins Erwerbsleben verlangt (BMFSFJ, 2008, S. 1; AGJ, 2010, S. 4), auf der anderen Seite wird nach 12 bis 14 Monaten die Zahlung des Elterngeldes[1] gekürzt (BMFSFJ, 2011a). So kann man im Vergleich zum Betreuungsgeld[2] der Armutsgefahr entgegen wirkten. Weiter begegnet man so einer Gefährdung des Arbeitsplatzes (Benedix et al., 2009, S. 9). Auch erkennen Eltern frühzeitig ihre Erziehungsverantwortung und suchen professionelle Unterstützung, um einer Überforderung entgegen zu wirken und die eigene Erziehungskompetenz zu stärken (ebd., S. 9).

Aus diesen Gründen steht die Politik zunehmend in der Verantwortung, diesem Anliegen gerecht zu werden und mehr qualitativ hochwertige Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren anzubieten (BMFSFJ, 2008, S. 1; AGJ, 2010, S. 4). Mit der Fokussierung dieses Themenfeldes haben sich in den letzten Jahren politische Veränderungen in der Gesetzgebung ergeben. Mit den gesetzlichen Novellierungen durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz TAG 2004 (ein Gesetzt zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten U3-Ausbau in der Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege) (BMFSFJ, 2004), dem KICK 2005 (Gesetzt zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe) (BMFSFJ, 8.9.2005) und dem Kinderförderungsgesetz KiföG 2009 (Deutscher Bundestag, 15.12.2008), ist das Feld der Frühpädagogik vor zahlreiche neue Herausforderungen gestellt.

Das zuletzt genannte Gesetz bietet eine Grundlage zum qualitativ hochwertigen Ausbau der U3-Kindertagesbetreuung. Hier ist festgelegt, dass bis zum Jahr 2013 in Deutschland jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen kann. Das entspricht einer angestrebten Betreuungsquote von 35%, in absoluten Zahlen handelt es sich um insgesamt 750.000 Betreuungsplätze (ebd.; Benedix et al., 2009, S. 12; BMFSFJ, 2011b). Nach Abschluss der Ausbauphase am 1.8.2013 soll jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf die Förderung in einer Kindertagesreinrichtung oder einer Tagespflege zustehen (Benedix et al., 2009, S. 12).

Ziel dieser Hausarbeit ist es den U3-Ausbau und die damit einhergehenden Herausforderungen und Umsetzungsprobleme in einer wissenschaftlich fundierten Form zu reflektieren. Das Augenmerk liegt auf zwei wesentlichen „Qualitätsbaustellen“, die mit der Schaffung von Betreuungsplätzen in Verbindung stehen. Die finanzielle Situation sowie der Personalbedarf bzw. die Personalentwicklung werden detaillierter betrachtet. Die Fachkraft-Kind-Relation als pädagogisches Qualitätsmerkmal in Bezug auf die Betreuungsintensität wird ebenso thematisiert. Leider ermöglicht der Umfang dieser Arbeit nicht alle Umsetzungsprobleme gleichermaßen zu diskutieren. Neben den zwei benannten, werden weitere „Baustellen“ in Kürze thematisiert. Abschließend werden die Herausforderungen, die mit dem U3-Ausbau einhergehen zusammenfassend diskutiert und ausblickend reflektiert.

2 Gesetzliche Grundlage und Ziele

Das Feld der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Deutschland ist aktuell vor zahlreiche Veränderungen bzw. Herausforderungen gestellt. Zunächst sollen in Kürze die schon in der Einleitung erwähnten gesetzlichen Novellierungen, das TAG, das KICK und das KiföG, vorgestellt werden.

Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), ist ein Gesetzt zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der U3- Kindertagesbetreuung. Sein Ziel ist die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe. So legt es eine Reihe von Änderungen im SGB VIII und anderen Gesetzten fest. Weiter umfasst dieses Gesetz die Formulierung von Qualitätsmerkmalen, insbesondere für die Kindertagespflege. Diese soll zu einer gleichwertigen Alternative neben den Kindertageseinrichtungen entwickelt werden, um auf diese Weise Eltern die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Betreuungsformen zu eröffnen.[3] Das TAG ist ein Artikelgesetz der Bundesregierung, es trat zum 1.1.2005 in Kraft.

Das KICK ist ein Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe. Es führt zu Veränderungen im SGB VIII, was unter anderem die Vollzeitpflege betrifft. Weiter wird ein Schutzauftrag bei einer Kindeswohlgefährdung eingeführt. Das KICK soll das TAG unterstützen. Es ist ein Artikelgesetz, das am 1.10.2005 in Kraft getreten ist (BMFSFJ, 8.9.2005).

Das Kinderförderungsgesetz (KiföG) soll eingehender dargestellt werden. Es bildet das fünfte große politische Änderungsgesetzt zum SGB VIII – eine Grundlage zum Ausbau der Kindertagesbetreuung (Deutscher Bundestag, 15.12.2008). In diesem Gesetz ist festgelegt, dass bis zum Jahr 2013 bundesweit jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen kann. Dies entspricht einer angestrebten Betreuungsquote von 35% (Benedix et al., 2009, S. 12). In absoluten Zahlen heißt das, dass ab dem Jahr 2013 insgesamt 750.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen sollen (ebd., S. 12; Deutscher Bundestag, 15.12.2008; BMFSFJ, 2011b). Davon sollen 70% der Plätze in Kindertageseinrichtungen und 30% in der Tagespflege entstehen (Benedix et al., 2009, S. 28).

Mit der Beendigung der Ausbauphase am 1.8.2013 soll jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr nach § 24 Absatz 2 des SGB VIII ein Rechtsanspruch auf die Förderung in einer Kindertagesreinrichtung oder einer Tagespflege zustehen (ebd., 2009, S. 12).

Dieses Gesetz setzt Meilensteine, um allen Kindern von Anfang an verbesserte Bildungs- und Entwicklungschancen zuzusichern (ebd. S. 10; AGJ, 2010, S. 3; Deutscher Bundestag, 2010, S. 32). Es geht darum, allen Kindern die Teilhabe an Bildungsoptionen zu ermöglichen und so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Auf diese Weise wird auch das Vertrauen der Eltern gestärkt, dass ihren Kindern, angemessene Bedingungen in der Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden (AGJ, 2010, S. 3). Dabei müssen auch differenzierte Bedürfnisse von Familien und Kindern berücksichtigt werden (ebd., S. 3; BMFSFJ, 2008;). Mit diesen Zielen erhofft sich die Bundesregierung Deutschland eine Verbesserung der Zukunftsmöglichkeiten für Familien und Kinder (Deutscher Bundestag, 2010, S. 32).

2.1.1 Entwicklung des U3-Ausbaus

Seit Inkrafttreten des KiföG sind inzwischen über zwei Jahre vergangen. Es gibt noch keine fundierten Angaben über den aktuellen Stand im Sommer 2011. Daher wird im Folgenden auf Angaben aus dem Vorjahr zurückgegriffen.

Der U3-Ausbau hat generell in allen Bundesländern an Dynamik gewonnen. Die Betreuungsquote ist fast überall gestiegen. Insgesamt wurden im März 2010 etwa 55.000 Kinder mehr betreut als im Vorjahr (BMFSFJ, 2011b, S. 6). Die erste Erhebung des Statistischen Bundesamtes der Betreuungsquote erfolgte im Jahr 2006. Zwischen den Jahren 2006 und 2010 kam es zu einem Anstieg von 13,6% auf 23,1%. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass in den vier Jahren etwa 185.000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen wurden.

Abbildung 1 zeigt, wie sich die Dynamik im U3-Betreuungsplatzausbau zwischen den Jahren 2006 und 2010 in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege entwickelte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kinder im Alter von unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege 2006 bis 2010 in Deutschland, West- und Ostdeutschland

(Angaben in % an der altersgleichen Bevölkerung)

(Quelle: BMFSFJ, 2011b, S. 8; Statistisches Bundesamt, 2010)

Aus Abbildung 1 wird ersichtlich, dass im Osten Deutschlands weit mehr Betreuungsplätze zur Verfügung stehen als im Westen. Das Betreuungsangebot ist seit 2006 im Westen wie im Osten etwa jährlich um ca. 2,0% gestiegen. Zwischen den Jahren 2009 und 2010 sogar um fast 3% (BMFSFJ, 2011b, S. 8; Statistisches Bundesamt, 2010).

Des Weiteren kann festgehalten werden, dass bei der Verteilung zwischen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege die Quote der in den Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder unter drei zwischen den Jahren 2006 und 2010 von 12,1% auf 19,6% gestiegen ist. In der Kindertagespflege stieg sie von 1,6% auf 3,5%. Der letzte Punkt bedeutet in absoluten Zahlen ein Zuwachs von 39.000 zusätzlichen Betreuungsplätzen (BMFSFJ, 2011b, S. 8).

Diese Gesamtentwicklung kann auf den Ausbau der Betreuungskontingente zurückgeführt werden (ebd., S. 8).

Dennoch ist das Ziel eines bedarfsgerechten Betreuungsangebots von 35% noch nicht erreicht, es bedarf noch weiterer Anstrengungen (ebd., S. 8, S. 15).

3 Herausforderungen für eine gute Qualität

Mit der oben skizzierten Entwicklung der Gesetzgebung des quantitativen Ausbaus (s. Kapitel 2) sind in Bezug auf die Frage der Quantität die Grundpfeiler gegeben. Qualität ist dabei eine Voraussetzung und eine notwendige Forderung, dass ein geschaffener Platz auch ein guter Platz sein wird (AGJ, 2010, S. 3). Zahlreiche Stellungsnahmen und Positionspapiere, die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) (2010), das Deutsches Jugendinstitut (DJI) (2008), die Deutsche Liga für das Kind (2008) und die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) (Horacek, Böhm, Klein, Thyen & Wagner, 2008) fordern, dass es beim quantitativen Ausbau dringend die Qualität zu berücksichtigen gilt. Mit dieser Forderung entstehen zahlreiche Aufgaben und Umsetzungsprobleme, die auch in der Politik debattiert werden. So war z.B. auf dem Kita-Gipfel am 21.5.2011 das Thema „Herausforderungen angehen“ ein Schwerpunkt (Rauschenbach, 2011).

Im Folgenden werden zwei wesentliche „Qualitätsbaustellen“, die sich aus dem U3-Ausbau ergeben, vertieft. Zum einen die finanziellen Rahmenbedingungen, zum anderen der frühpädagogische Personalbedarf und die damit einhergehende Entwicklung. Auch die Qualitätsfrage der Fachkraft-Kind-Relation soll vertiefend thematisiert werden. Das Kapitel 3 soll mit einer Kurzen Darstellung weiterer „Qualitätsbaustellen“ abgerundet werden.

3.1 Finanzielle Situation

Eine „Qualitätsbaustelle“, die sich durch den U3-Ausbau ergibt, ist deren finanzielle Meisterung. Dies ist ein wesentlicher Gesichtspunkt, denn die Grundlage des Ausbaus sind ausreichende finanzielle Rahmenbedingungen (BMFSFJ, 2011b, S. 18).

Der U3-Ausbau braucht insgesamt etwa 12 Milliarden € (Benedix et al., 2009, S. 29). Um diese Summe zu finanzieren, führte der Bund ein Investitionsprogramm zur „Kinderbetreuungsfinanzierung“ 2008 – 2013 ein (Artikel 5 Absatz 2 der Verwaltungsvereinbarung) (Deutscher Bundestag, 15.12.2008; Diekmann, 2011, S. 1). Es trägt zur U3-Ausbaufinanzierung etwa 4 Milliarden € bei, was nahezu ein Drittel der Gesamtsumme entspricht. Davon sind ca. 2,15 Milliarden € als Investitionsmittel bereit gestellt (Benedix et al., 2009, S. 29; BMFSFJ, 2008). Die übrigen 1,85 Milliarden € stehen als Entlastung der Länder für die Finanzierung der Betriebskosten zur Verfügung (BMFSFJ, 2008). Diese Einigung erfolgte im Jahr 2007 auf dem Krippengipfel. Hier konnten sich der Bund, die Länder und die Kommunen auf eine Drittelfinanzierung für die durch den Ausbau bedingten Mehrkosten einigen. Konkret bedeutet dies, dass der Bund ein Drittel der Kosten trägt, zwei Drittel der Kosten die Länder und Kommunen. Jede politische Ebene wird also beim U3- Ausbau zur finanziellen Beteiligung mit einbezogen (Diekmann, 2011, S. 2).

Das Investitionsprogramm Kindertagesbetreuungsfinanzierung 2008-2013 der Bundesregierung ermöglichte auf diese Weise die ständig sich steigernde U3-Ausbaudynamik (BMFSFJ, 2011b, S. 18). Aus Abbildung 2 wird dies ersichtlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Durch das Investitionsprogramm Kindertagesbetreuungsfinanzierung 2008-2013 des Bundes in 2008 und 2009 geförderte Plätze in Deutschland, West- und Ostdeutschland

(Quelle: Berichte der Länder zur Erfolgskontrolle nach Artikel 5 der Bund-Länder-Verwaltungsvereinbarung zum Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung 2008–2013 zit. n. BMFSFJ, 2011b, S. 19)

Es wird ersichtlich, dass es durch das Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013 zwischen den Jahren 2008 und 2009 zu einem erheblichen Zuwachs an Betreuungsplätzen gekommen ist. Insbesondere im Westen wurden im Jahr 2008 etwa 24.800 neue Plätze eingerichtet, im Folgejahr 2009 dann etwa 72.900. Dieser Zuwachs ist auf die 2008 eingeführte Kinderbetreuungsfinanzierung zurück zu führen.

Inzwischen ist das Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013 fast ausgeschöpft. Verlässliche Anschlussfinanzierungen durch die Bundesländer sind notwendig, damit der U3-Ausbau weiter voranschreiten kann (BMFSFJ, 2011b). In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die kommunalen Investitionen mit den finanziellen Anstrengungen des Bundes Hand in Hand erfolgen (ebd., S. 18). In den verschiedenen Bundesländern wurden hierzu unterschiedliche Vorkehrungen getroffen. Insbesondere die Länder Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachsen trafen keine ausreichenden Maßnahmen. Die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, und Sachsen-Anhalt haben bereits ihr landesspezifisches Ausbauziel erreicht oder fast erreicht (Diekmann, 2011, S. 5). Die Länder Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen haben bisher ihr Ziel noch nicht erreicht, haben aber Ressourcen zur Zielerreichung zur Verfügung und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Bayern hat keine Betreuungsquote angegeben. Für Hamburg liegen keine Daten von 2010 vor (ebd., S. 5).

Die finanziell verlässlichen Rahmenbedingungen sind aber nur dann gegeben, wenn alle am U3-Ausbau beteiligten Akteure ihre Zusagen zur finanziellen Förderung einhalten (BMFSFJ, 2011b, S. 3). Nur so kann die Gesamtzielquote von 35% erreicht werden.

[...]


[1] Das Elterngeld ist nach der Geburt eines Kindes eine finanzielle Unterstützung um den Einkommenswegfall aufzufangen. Mehr dazu bei BMFSFJ (2011a).

[2] Durch das Betreuungsgeld soll Eltern, welche die Kindertagesbetreuung nicht durch öffentliche Hand in Anspruch nehmen, eine finanzielle Unterstützung für die eigene Erziehungsarbeit zugesichert werden. Mit dieser Maßnahme einhergehend, soll die Wahlfreiheit zwischen eigener oder externer Betreuungsformen entscheiden zu können, gewährleistet sein. Ab 1.8.2013 ist die Einführung von Betreuungsgeld geplant (Beninger, Bonin & Horstschräer, 2010).

[3] Die dazugehörigen Förderangebote und Schritte zur Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte der Kindertagespflege werden in § 23 TAG erläutert.

Details

Seiten
32
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656048183
ISBN (Buch)
9783656047858
Dateigröße
906 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181680
Institution / Hochschule
Evangelische Fachhochschule Freiburg – Pädagogik
Note
1,7
Schlagworte
U-3 Ausbau Qualität Krippe personelle Folgen finanzielle Folgen Qualitätsbaustelle

Autor

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