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Die Notwendigkeit eines Übergangsprofils beim Fremdsprachenerwerb in der Grundschule und an weiterführenden Schulen

Hausarbeit 2005 12 Seiten

Didaktik - Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Notwendigkeit eines Übergangsprofils
2.1. Die Grundlage für die derzeitige Diskussion eines Übergangprofils
2.2. Die Situation der Kinder
2.3. Die Kennzeichen eines Übergangs
2.4. Die Bruchstellen im System
2.5. Die Hindernisse des Wechsels
2.6. Die Möglichkeiten

3. Fazit - Schlussfolgerung für die Zukunft

4. Bibliographie

1. Einleitung

„Es ist wichtig, dass die Anforderungen an einen modernen Fremdsprachen­unterricht Einzug in die Praxis der Sekundarstufe I finden, um einen kontinuierlichen lerngemäßen Fremdsprachenunterricht von der Grundschule an gewährleisten zu können.“[1] Die Kontinuität des Lernprozesses ist einer der wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt. Aufgrund dieser Sichtweise ist ein erfolgreicher früher Fremdsprachenunterricht erst realisierbar. Die Schwierigkeit den Übergang vom Grundschulfach Englisch zum Hauptfach an weiterführenden Schulen so sanft wie nur möglich zugestalten, obliegt den Lehrkräften der Grundschulen und der Sekundarstufen. Die mangelnde Kommunikation zwischen den einzelnen Institutionen verursacht einen abrupten Wechsel für den Schüler.

In meiner Arbeit werde ich mich der Fragestellung widmen, warum es in Deutschland mit großen Anstrengungen verbunden ist den Englischunterricht in die Primarstufe zu verlagern. Außerdem gehe ich der Frage nach, wie die Schüler von ihrer Grundschullehrperson auf die Sekundarstufe in Bezug auf das Fach Englisch vorbereitet werden. Dank meines mehrwöchigen Praktikums an einem Gymnasium in Thüringen kann ich zu einigen theoretischen Aspekten praxisbezogene Beispiele anführen. Es existiert eine Brücke zwischen den Schulformen, alle Lehrer müssen sie jedoch auch benutzen und nicht nur vom anderen erwarten diesen Weg zu gehen, sondern es auch selbst wagen. Dieses gegenseitige Entgegenkommen fördert unter anderem die Akzeptanz des frühen Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule und erleichtert den Schülern das Weiterlernen mit bereits vorhandenem Wissen aus diesen zwei Jahren. Die Lehrer der Sekundarstufe können darauf aufbauen, wenn sie mit den Lehrplänen und Lehrmethoden vertraut sind und genau wissen, wie die Lehrer mit den Schülern gearbeitet haben und auf welchem konkreten Level die einzelnen Schüler sind. Der Umfang solch einer detaillierten Recherche bei jeder neuen fünften Klasse erfordert viel Engagement seitens der Englischlehrer. Leider muss man sich eingestehen, dass nicht jeder Lehrer so motiviert ist, sich diesen Stress aufzubürden. Die optimale Nutzung der zwei Grundschuljahre im Englischlernprozess wird sich hoffentlich in naher Zukunft ergeben, damit die Kinder in Deutschland weiterhin den Anschluss an Europa nicht verlieren.

2. Die Notwendigkeit eines Übergangsprofils

2.1. Die Grundlage für die derzeitige Diskussion eines Übergangprofils

Warum in der Regierung diese Diskussion auftrat, ist mit der sich ausbreitenden Globalisierung verbunden. In Europa wächst man zusammen, denn es existieren mehrere Sprachen nebeneinander. Um mit seinem europäischen Nachbar zu kommunizieren, muss man einen Konsens finden. „Da Englisch in Europa als erste Verkehrssprache gilt, beginnt der Frühe Fremdsprachenunterricht in den meisten Bundesländern mit Englisch“.[2] Die geforderte Flexibilität und Mobilität unserer Gesellschaft und Wirtschaft macht es unabdingbar mehrere Sprachen zu beherrschen. Je früher mit den Grundlagen des Fremdsprachenunterrichts begonnen wird, desto intensiver kann man sich mit anderen Sprachen in den Sekundarstufen und außerhalb der Schule beschäftigen. Die rasante Entwicklung Europas und die Osterweiterung verlangen es regelrecht mindestens während der Schulzeit zwei europäische Sprachen zu erlernen. Dies sind die Vorgaben des Europarates aus dem Jahr 2000, die in das Bildungssystem schnellstmöglich eingegliedert werden müssen. Die allgemeine Situation der Bundesrepublik beeinflusst die Lehrer und natürlich auch die Kinder, die den Wechsel von der Grundschule an eine ungewisse, neue Umgebung einer weiterführenden Schule (Gymnasium, Regel- oder Hauptschule) vollziehen.

2.2. Die Situation der Kinder

Die Kinder stammen aus unterschiedlichen Grundschulen und haben deshalb einen differenzierten Lernstand, der es den Englischlehrern erschwert an den Wissensstand aus der Grundschule anzuknüpfen. Diese Heterogenität führt in den meisten Fällen zu einer für den Lehrer aufwendigen Einstiegsphase, in der die einzelnen Schüler ihren Wissensstand vorweisen oder präsentieren. Für die Kinder ist das Verlassen der Grundschule und der neue Beginn an einer anderen Schule schon ein großer Schritt und „wird oft als ein abrupter Wechsel empfunden.“[3] Auf die Kinder wirken viele Faktoren ein, die sie verunsichern oder aber glücklich machen können, wie zum Beispiel die neuen Klassenkammeraden, denen man helfen kann oder Hilfe bekommt, die Bewertung im Englischunterricht, auf die manche schon ehrgeizig gewartet haben.

Englisch ist nun ein Hauptfach mit mehr Schulstunden pro Woche. Der neue Lernzyklus besteht jetzt aus 45-Minuten-Einheiten anders als in der Grundschule die 20-Minuten-Einheiten täglich. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum Thüringer Konzept bezüglich des Englischunterrichts in der Grundschule. Aus eigener Erfahrung[4] kann ich nur sagen, dass die Aufteilung in 20-Minuten- Einheiten sinnvoller und effektiver ist als zweimal die Woche 45 Minuten Englischunterricht zu haben. Diese Einteilung ist noch heute so in Thüringen vorzufinden. Manche Schüler haben Probleme mit der neuen Englischlehrperson, weil sie anders und strenger bewertet bzw. vorgeht. Das liegt womöglich an deren Ausbildung, denn die Mehrheit der Englischgrundschullehrer haben diese Fach nicht studiert, sondern ,nur’ Fort- & Weiterbildungen gemacht. Die „Ansprüche an sprachliche Leistungen“[5] sind verschieden.

Mit Beginn des nächsten Schuljahrs sind die Englischlehrer an Grundschulen in Thüringen verpflichtet ein Studium nachzuholen um weiterhin ihre bisherige Tätigkeit als Englischlehrer ausführen zu dürfen. Natürlich wurde die Anweisung nicht so direkt formuliert, allerdings ändert es nichts an der Tatsache, dass das Kultusministerium qualifiziertes Fachpersonal für die sensible Anfangsphase im Englischunterricht haben will. Weiterhin auf Bezug dieses Beispiels aus meiner unmittelbaren Umgebung; werden diese Lehrer und Lehrerinnen zwei Jahre lang einen Tag in der Woche von einer Dozentin aus der Universität Erfurt unterrichtet. Nach diesem ,Workshop’ haben sie eine weitere Qualifikation, die ihnen jedoch eine beruhigende Gewissheit verschafft, die Stelle gesichert zu haben bzw. sicherer zu sein als vorher. Die Aussage, dass Lehrer die Vorkenntnisse des Grundschulenglischunterrichts der Schüler ignorieren trifft leider auf einige Lehrpersonen im gesamten Bundesgebiet zu. Die Lehrer müssen sich intensiver damit beschäftigen, damit die Kinder nicht den Mut verlieren ihre Unbeschwertheit weiterhin anzuwenden. Die veränderte Arbeitsmethode überrascht die Lernenden, denn sie waren es zwei Jahre lang gewohnt fast ausschließlich nur zu reden, nicht zu schreiben.

[...]


[1] Börner, O. (2001): S. 23.

[2] Burwitz-Melzer, E. & M. Legutke (2004): S. 2.

[3] Burwitz-Melzer, E. & M. Legutke (2004): S. 3.

[4] Da ich in Thüringen zur Schule ging, hatte ich das Glück schon seit dem 3.Schuljahr (1994/95) Englischunterricht zu haben. Jedoch nur zweimal die Woche, nicht täglich.

[5] Burwitz-Melzer, E. & M. Legutke (2004): S. 3.

Details

Seiten
12
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656048510
ISBN (Buch)
9783656048879
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181358
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,7
Schlagworte
notwendigkeit übergangsprofils fremdsprachenerwerb grundschule schulen

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